Service, Rat und Hilfe: Sekten

Nachtperle's Plauderecke
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    Re: Service, Rat und Hilfe: Sekten

    Nachtperle - 13.01.2008, 01:32

    Service, Rat und Hilfe: Sekten
    SWR-Fernsehen: Service, Rat und Hilfe: Sekten

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    LG Deria



    Re: Service, Rat und Hilfe: Sekten

    Nachtperle - 13.01.2008, 01:35


    Heinz hat seine Beiträge zwar gelöscht, aber ich denke es ist trotzdem ganz interessant, wie ZJ denken. Durch die Zitate kann man noch gut erkennen, wie Heinz argumentiert hat.

    Hallo lieber Heinz,

    Du schreibst:

    Intressanter Beitrag der "Teilweise" sogar auf Tatsachen beruht.
    Richtig ist das einige ZJ die Organisation der WTG höher einstufen als Jesus selbst. Dies ist natürlich sehr bedenklich.
    Hier ist gesunder Menschenverstand gefordert.

    Nach meinem Ermessen ist es nicht schwer anzunehmen, dass die Organisation der WTG höher eingestuft wird, als Jesus. Jesus spielt ja bei den ZJ unbestritten eine eher untergeordnete Rolle. Er ist ja "nur" Loskaufopfer" und "Mittler". Zweiteres auch nur für die "144000 Gesalbten".
    Dass die Lehre nicht biblisch korrekt ist, ist mal das Eine. Das Andere, dass ZJ eine gefährliche Sekte - aus "weltlicher Sicht" - ist, kann ich aber nicht wirklich erkennen. Oder ich habe eine falsche Vorstellung von "Sekte". Wie du sagst: Es ist gesunder Menschenverstand und weniger Emotion gefragt.

    Da ich vom Land komme ist mir dieses Verhalten sehr wohl bekannt. Allerdings von der kath. Kirche her.
    Wenn der Pfarrer in seiner Predigt etwas erzählt ist das Gesetz,da wird auch nicht nachgefragt oder in der Bibel nachgeschlagen.

    Na, wenn sich jemand aus der Predigt etwas gemerkt hat und es so zum Gesetz macht, ist es ja schon sehr viel. Die meisten Kirchengeher wissen gar nicht, was gepredigt wurde, weil sie nicht wirklich hinhören. Und dass ein Katholik die Bibel nicht kennt, ist ja nach wie vor eine Tatsache. Sie kennen maximal den Katechismus. Aber auch nur den SchuleKatechismus. Der Katechismus ist nämlich ein ganz dicker Schmöcker. Ich bezweifle, dass die Katholiken diesen gelesen haben.

    Da kommt es auch vor das wenn jemand aus der Kirche austritt er im Dorf ignoriert wird.
    Der Pfarrer grüßt ihn nicht mehr,also auch nicht mehr die kath.Frauen und somit fast die ganze Gemeinde nicht mehr.
    Vergleichbar mit dem Gemeinschaftsentzug der ZJ.
    Beide argumentieren nach dem gleichen Prinziep:
    Der ist nicht mehr Mitglied unserer Gemeinschaft, also ist er auch nicht würdig von uns noch beachtet zu werden.
    Das ist aber nur in ländlichen Gegenden der Fall.

    Auch da muss ich dir Recht geben. Bei uns im Waldviertel wurden die Menschen bis vor gar nicht so langer Zeit sogar schon schief angesehen, wenn sie den Sonntagsgottesdienst nicht besucht haben. Die besonders "Heiligen" blieben dann gleich zu zwei Messen in der Kirche.

    Was mich etwas nachdenklich macht sind die betroffenen Gesichter der älteren Damen der Aussteigergruppe...
    Gibt es wirklich Menschen die über so wenig Selbstvertrauen verfügen das sie sich nicht alleine aus einer Glaubensgemeinschaft lösen können?

    Interessant, dass wir bei dieser Person den selben Gedanken haben. (so du diese Dame aus dem Video meinst)
    Eigentlich hat sie gar nichts ausgesagt. Ich habe sogar eher das Empfinden, dass es da um persönliche Differenzen geht, die auf das ZJ-Dassein abgewälzt wurde. Mitunter kommt es ja auch zu Unstimmigkeiten in der Familie, weil man nicht akzeptieren will und kann, dass ein Familienmitglied eigene und total andere Wege geht. Toleranz wäre auf beiden Seiten gefragt.

    Was das Lösen aus einer Glaubensgemeinschaft betrifft, mute ich mir kein Urteil zu. Denn ich denke, da spielt vieles eine Rolle. Begonnen von der Mentalität und dem Charakter des Menschen, bis hin zu dem "Trennungsschmerz" mag da alles mit eine Rolle spielen.
    Wobei ich mir gut vorstellen kann, dass es Jemandem aus einer erzkatholischen Familie nicht anders geht, wenn dieser z.b zur evangelischen Kirche konvertieren möchte. Auch dieser wird automatisch zum Außenseiter. Und das ist überall so, wo Toleranz ein Fremdwort ist.

    Sicher nicht immer einfach......

    Liebe Grüße

    Deria



    Re: Service, Rat und Hilfe: Sekten

    Nachtperle - 13.01.2008, 01:37


    Tricky:

    Hallo zusammen!

    Habe mir gerade den Beitrag angesehen. Deria, super! dass du den Link hier herein gestellt hast. Jetzt habe ich sogar ein Gesicht zu unserem Bechhaus-Theologen.

    Der Beitrag war ganz interessant. Was mich an sowas aber immer stört, das ist die Tatsache, dass eine Kirche Religion (in diesem Fall die Evangelischen) sich anmaßen die anderen Kirchen zu bewerten. Allerdings gilt dieser Vorwurf nur in theologischer Sicht.
    Eine fragwürdige Behandlung der Mitglieder bzw. ein Unter-Druck-Setzen, wenn man aussteigen will, das kann man natürlich thematisieren und bewerten.


    @Heinz

    du schreibst:

    Zitat: Intressanter Beitrag der "Teilweise" sogar auf Tatsachen beruht.
    Worauf beziehst du das "teilweise"? Anders gefragt. Was von dem ganzen beruht nicht auf Tatsachen?

    Zitat: Gibt es wirklich Menschen die über so wenig Selbstvertrauen verfügen das sie sich nicht alleine aus einer Glaubensgemeinschaft lösen können?
    Ich denke, dass das weniger mit Selbstvertrauen zu tun hat als mehr mit der Angst, dass man in der eigenen Familie nicht mehr erwünscht ist. Wenn eine ganze Familie bei den Zeugen ist und man selbst tritt aus, ich weiß nicht wie sich der Rest der Familie dann gegenüber dem Aussteiger verhält. Man "hört" hier nur so manches von Aussteigern, dem kann man Glauben schenken oder nicht (wie bei jeder Sache, die man "hört"). Es ist wohl auch regional verschieden, aber wenn ein familiärer Druck gegen den Ausstieg gemacht wird, dann halte ich das für unchristlich. Das ist meine persönliche Bewertung. Andererseits habe ich auch mal von einem aktiven ZJ gehört, dass er sich gar nicht als Christ bezeichnet, das Prädikat unchristlich ihn also wohl auch nicht trifft.

    Ganz egal aus welchem Grund, ich finde es immer ganz schlimm, wenn Familien zerrissen werden. Von Innen oder von Außen. Das ist für mich eindeutig das Werk Satans.

    wünsche allen, die mitfeiern ein herzliches

    shabbat shalom

    Tricky



    Re: Service, Rat und Hilfe: Sekten

    Nachtperle - 13.01.2008, 01:38


    Nachtperle:

    Lieber Heinz,

    genau kann ich es nicht sagen. Aber ich denke, die Gefahr ist nicht die Bibel oder die Lehre an sich, sondern das Ausstoßen aus dem sozialen Umfeld, wenn jemand nicht mehr nach den Regeln der ZJ leben will.
    Besonders schlimm stelle ich mir das bei solchen vor, die in eine ZJ-Familie hineingeboren wurden, oder von Kind an mit der Kirche verbunden sind.
    Wenn sich so ein Mensch von den ZJ lösen will, dann steht der wirklich alleine da. Er hatte ja nur Freunde, Bekannte und Verwandte in dieser Kirche. Und das ist schon eine sehr harte Sache.

    Von dieser Seite aus gesehen, verstehe ich schon, dass vor einem Eintritt in diese Kirche gewarnt wird. Einen Menschen, der mit der Kirche nicht mehr konform geht in die Isolation zu treiben, ist meiner Meinung nach Folter! Ich glaube kaum, dass das jemand einschätzen kann, so lange man selbst nicht davon betroffen ist. Aber Isolation stelle ich mir sehr grausam vor.

    Liebe Grüße

    Deria



    Re: Service, Rat und Hilfe: Sekten

    Nachtperle - 13.01.2008, 01:40


    Yokurt:

    Hallo zusammen,

    @ Heinz,
    Du hast,, wie die Vielen Anderen auch, wohl recht,wenn Du gegen die Gefährlichkeit der ZJ anführst:

    a) sie sind eine anerkannte Glaubensgemeinschaft

    b) sie sind nicht gefährlich

    c) sie verstoßen gegen kein geltendes Recht oder Grundordnung

    denn, so wird gefolgert:

    d) es wären ja Einzelpersonen, die für die Zerstörung der Familien (durch ihr Verhalten) verantwortlich seien---und eben nicht die ZJ

    e) wer die Bibel liest, kommt zwangsläufig mit Personen (auch in der Familie) zu Kontroversen.
    -------------------------------------------------------------
    Fazit.

    Was also also und warum soll bei den ZJ "gefährlich" sein?

    Meines Erachtens nach ist es doch die "ZJ Lehre"!--Warum?
    Weil sie doch die Wurzel aller wahrgenommenen Auswirkungen, die so oft kritisiert werden ist.

    1) Meinem Verständnis liegt zu Grunde, daß m.E. "die ZJ Lehre"
    nicht zu jenem sozialen Verhalten führen KANN, welches die Bibel darunter versteht.

    2) Sie verstoßt damit natürlich NICHT den PKt a) und c), nicht wahr?

    3) PKt. b) ist auszulassen,, weil Deine pers. Einschätzung

    4) so ist aber dennoch sehr wohl diese "Lehre" verantwortlich dafür, daß diese Personen --von ZJ in dieser Lehre unterwiesenPKt d) --dann so reagieren (müßen)

    5) Der Schlüssel? Wer die Bibel liest, wie Du PKt e) anführst, kommt zwar auch mit seiner Umwelt (nicht nur der eigenen Familie) in"Kontakt", allerdings wurde dieser dann gelehrt einen "biblischen" Umgang zu pflegen, und dieser ist eben, was das soziale "Element" eines christlichen Lebens betrifft, in der Bibel ganz anders empfohlen und auch "geboten"

    So ist die Wurzel eines solchen a-sozialen Verhaltens sehr wohl die unbiblische!!!!ZJ Lehre, genau so wie es natürlich sehr stark jede andere religiöse "biblische Variante" sein kann.

    Auch bei der röm. kath. Kirche gibt es das. Es hat nur nicht solche Auswirkungen unter dem gläubigen Volk, weil diese sich nicht an die kath. theolog. Lehre strikt halten.

    Diese Linientreue bei den ZJ kommt aber ebenfalls wieder aus ihrem (fälschlichen) Verständnis, daß die Bibel, die bibl. Lehre es eben "SO" verlangt.

    Die ZJ stützern sich sogar teilweise auf tatsächlich in der Bibel vorhandenen Aussagen zu diesem Thema, da avber das Verständnis dieser Texte falsch ist (m.E.) so ist auch das daruas folgende Verhalten falsch. Können die ZJ aber nicht erkennen,und meinen so, sie würden eben gerade dadurch, durch ihre Treue zu Gottes Wort, genau das Richtige tun.

    Jeden Versuch von außen, ihnen eine Korrektur ihres Verhaltens nahe zu legen, wird "SO" natürlich von ihnen als (satanischer) Angriff auf ihren treuen Glauben gewertet---und dementsprechend abgewehrt.

    Es ist tatsächlich ein Teufelskreis, den sie aber nicht durchschauen (können),, ist eine große Tragik darin verborgen.
    --------------------------------------------------------------

    Und wieso ist dann eine solche "gefährliche" Bibellehre vom Staat gestattet? Das war schon viele Male das Thema, nachdem wieder mal ein solcher Prozeß von den ZJ gewonnen wurde.

    Ich sehe hier den Grund in drei großen Problemkreisen.
    1) Die ZJ haben weltweit, ausgehend von Brooklyn sehr gute (eigene!!)Anwälte auf der ganzen Welt, die rethorisch gut drauf sind.

    2) Es ist von einem weltlichen!! Gericht--nicht vertraut mit der Lehre der ZJ--sehr schwer der Nachweis diese a-sozialen Verhaltens zu führen, vor allem zu "beweisen"

    3) der politische Wille nimmt Einfluß auf solche Gerichtsverfahren.

    liebe Grüße
    Kurt



    Re: Service, Rat und Hilfe: Sekten

    Nachtperle - 13.01.2008, 01:40


    Yokurt:

    Hallo Heinz,

    noch ein wichtiger Gedanke zum Problem der staatlichen Wahrnehmung die Lehre der ZJ betreffend--ist ja auch für dich persönlich ein Reizthema.--BLUTTRANFUSIONSVERWEIGERUNG:

    Das letzte Mal bisher vor zwei Jahren: In Bayern stirbt eine 22 jährige junge Frau bei der Geburt ihres Kindes an einem Blutsturz.

    Sie verweigerte (im Beisein eines ZJ "Diakons" jedwede Bluttransfusion.
    Zurück bieb ihr fassungloser Mann mit dem Baby.

    Sie berief sich auf ihr (staatliches!) Recht, welches ihr--in Ausübung ihres Glaubensverständnisses,-- das Recht auf eine solche Verweigerung zugesichert hatte! (Religionsfreiheit)

    Noch nicht mal hier sieht der Staat "handlungsbedarf".
    Die Auswirkungen sind ihm zu heiß und zu unübersichltlich, wer damit dann "vergrämt" würde. Hat ja alles große politische Auswirkungen.

    So bleibt alles wie es war.
    l.g.
    Kurt



    Re: Service, Rat und Hilfe: Sekten

    Nachtperle - 13.01.2008, 01:41


    Yokurt:

    Hallo, lieber Heinz,

    Zitat: Wie soll man das nun in Einklang bringen mit den Vorwürfen gegenüber den ZJ.?
    Nun, so wie Jeder von uns, kann auch ich lediglich von von meinem unvollkommenen Wissenstand ausgehen, auf Grund dessen ich derzeit zu meiner o.a. Beurteilung gekommen bin.
    Bin jederzeit bereit zu korigieren, Deine Informationen dazu reichen mir aber noch nicht dazu aus.

    -) Trotz straffer Glaubensauffassungen und Durchsetzung dieser durch die Ältesten kann es regionale Unterschiede dennoch geben. (Nach meiner Erfahrung allerdings nur sehr selten und sehr geringe Abweichungen)
    Was den Bruder und seine Tochter betrifft wäre es interessant zu erfahren, wie dies nach einem Jahr aussehen wird.

    -) Freilich werden neben biblischen Gründen auch medizinische Gründe angeführt, doch die starke Verbindung--einmal im Glauben angenommen--daß Gott es verboten hatte und ein Zuwiderhandeln Glaubensschwäche zeigen würde ist die theologische Begründung unübersehbar.

    -) Was die rrk Kirche betrifft, ---da Du nach dem Unterschied fragtest--hatte ich ja gesagt. daß auch dort, würde man sich so eng wie die ZJ an die offiziellen Glaubensaussagen halten, die gleiche Problematik nach aussen sichtbar würde.--tut man aber dort nicht! (mehr) Durch die allgemeine Gleichgültigkeit hat sich eine bestimmte Gesinnung eingebürgert.
    "Fehltritte" werden mit einem Augenzwinkern untereinander toleriert.

    Außerdem: Meine Erfahrungen sagen mir: Könnte die rrk. so, wie sie wollte, -----

    So höre ich Deine Informationen sehr wohl, wie gesagt, für mich sind diese derzeit noch zu selten und zu dünn, unser Thema betreffend, als daß ich hier eine generelle Änderung in der geübten und gelebten Praxis erkennen kann.
    Ist ja lediglich meine Einschätzung dazu.

    Wie schon öfter gesagt, ich schätze die ZJ persönlich sehr.
    Wenn, denn wenn von Gefährlichkeit gesprochen wird, sehe ich diese eher in der Rolle der Verführten als der Verführer.
    Freilich am Ergebnis der Geschädigten ändert das ja nichts.

    Daß Du das Geschehen um dich herum aufmerksam verfolgst finde ich aber gut.

    l.G.
    Kurt



    Re: Service, Rat und Hilfe: Sekten

    Nachtperle - 13.01.2008, 01:42


    Nachtperle:

    Hallo lieber Heinz,

    Du schreibst:

    Zum Thema Bluttransfusion gibt es gewisse Aussagen der WTG die nahelegen auf Blut zu verzichten. Hier werden nicht nur bibl. Gründe sondern auch medizinische Gründe angeführt.
    Gleichzeitig wird aber jedem freigestellt diese Entscheidung selbst zu treffen.

    Das stimmt definitiv nicht! Bluttransfusionen sind bei den ZJ definitiv verboten! Was neu ist - und ICH nicht verstehen kann - ist, dass sie gewisse Blutbestandteile verwenden dürfen.
    Das heißt im Klartext: Vollblut Nein! Es gehört Jehova!
    Blutbestandteile ja! Sie gehören anscheinend nicht Jehova. Damit habe ICH nämlich Probleme, das zu verstehen. Denn entweder gehört das Vollblut - also das Blut als Ganzes - Jehova, oder man darf sich davon nehmen, was man für Richtig empfindet und gibt Jehova dann den "Abfall" vom Blut. Das, was der ZJ glaubt zu brauchen, nimmt er von dem, was Jehova gehört einfach weg!

    Blut auch in Krisensituationen abzulehnen ist ein Treue- und Gehorsamsbeweis Jehova gegenüber.

    Deshalb werden ja Menschen, die vermutlich wegen Blutverweigerung gestorben sind - genau kann man es ja nie sagen, ob er mit Blut überlebt hätte - als Beispiel für absolute Gottestreue hervorgehoben.

    Also nochmal: Bluttransfusionen ist keine Entscheidung der einzelnen ZJ, sondern es zählt da das Gebot, sich des Blutes zu enthalten.

    Ich persönlich finde es auch nicht so toll und richtig, wenn man einen Fall, wo ein ZJ vermutlich gestorben ist, weil er Blut verweigert hat, groß anprangert. Denn es sterben wahrscheinlich mehr Menschen, weil und trotzdem sie Blut bekommen haben, als ZJ, die das Blut abgelehnt haben.

    Ob es allerdings immer eine ureigene Entscheidung ist, wenn ein ZJ Blut ablehnt, wage ich nicht zu behaupten. Tatsache ist, dass man durch die Anwesenheit dieser "ZJ-Blutspezialisten" in der ureigenen Entscheidung beeinflusst wird. Das kann man nicht leugnen.

    Ich kann auch nicht sagen, ob wirklich jemand ausgestoßen wird, weil er Blut angenommen hat. Ich weiß es nicht! Ich kann auch nicht sagen, ob und wieweit ein ZJ getadelt wird, wenn er das "Blutgebot" übertritt. Was ich mir nicht vorstellen kann, dass dies in aller Öffentlichkeit geschieht. Davon erfährt der "normale" ZJ vielleicht gar nie etwas.

    Also noch mal: Das Blutverbot ist keine Empfehlung der WTG sondern eindeutig ein Gebot der WTG. Ein Gebot, dass sie so aus der Bibel herauslesen.

    Wegen diesem Thema gab es ja in zwei typischen ZJ-Foren heftige Diskussionen! Und es kam immer das Gleiche heraus. Es gehört zur verpflichteten Glaubenslehre der ZJ, dass sie sich des Blutes enthalten.

    Ich habe auch mit ZJ die von Tür zu Tür gingen intensiv darüber diskutiert. Auch sie sind der Überzeugung, dass Bluttransfusionen von Jehova verboten wurden und sind.

    Meine persönliche Meinung zu den Blutbestandteilen - warum die plötzlich erlaubt wurden - sage ich besser nicht! Denn es scheint mir wie ein Abputzen von der Verantwortung, wenn denn doch "etwas" passiert.

    LG Deria



    Re: Service, Rat und Hilfe: Sekten

    Nachtperle - 13.01.2008, 01:42


    Yokurt:

    Hallo Heinz,

    Ist ja ok. So entstehen eben unterschiedliche Beurteilungen auf Grund von unterschiedlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen.

    wichtig scheint mir einen persönlichen Standpunkt zu haben, welchen man bereit ist immer wieder zukünftig zu hinterfragen.

    Dazu ist es wichtig immer wieer aufmerksam "hinzuhören".

    Übrigens ist ja auch ein Grundsatz beim Bibelstudium

    wünsch dir immer gutes Hinhören
    Kurt



    Re: Service, Rat und Hilfe: Sekten

    Nachtperle - 13.01.2008, 01:43


    Nachtperle:

    Lieber Heinz,

    eine Eigenschaft von mir ist: IMMER alles gründlich zu prüfen und nicht gleich alles als "Wahrheit" anzunehmen oder zu verkaufen.
    Mir liegt es auch sehr ferne, den ZJ schaden zu wollen.

    Zum Thema möchte ich sagen, dass diese realen Diskussionen mit zwei männlichen ZJ erst April oder Mai stattgefunden haben. Auch in den Foren wurde erst heuer darüber diskutiert und einstimmig von den ZJ bestätigt, dass Jehova Bluttransfusionen nicht duldet.

    Daher meine Bitte:

    In welchem neueren Buch der WTG steht, dass Bluttransfusionen eine persönliche Entscheidung, also eine sogenannte "Gewissensfrage" ist. Bei nächster Gelegenheit, wenn ZJ an meiner Türe klopfen, werde ich diese Literatur beantragen und mich damit auseinander setzen.

    Die ZJ haben mir auch ein Heft da gelassen, wo es um die "Erneuerungen" in Bezug auf Blut ging. Da wurde beschrieben, was vom Blut verwendet werden darf und was nicht. Leider habe ich dieses Heft nicht mehr. Anscheinend habe ich es weggeworfen. Ich habe aber nicht im Sinne, dass ich etwas von "persönlicher Entscheidung bei Bluttransfusionen" gelesen habe.

    Auch Aussage die heuer von einem ZJ gemacht wurde, spricht eher gegen diese Annahme:

    Ausgeschlossen wir eh nur jemand der reuelos sündigt, angenommen jemand nimmt in einem schwachen Moment doch eine Transfusion und später bereut er diesen Schritt...er wir NICHT ausgeschlossen, weil er halt bereut, weil er schwach war, weil er Angset hatte...Und das ist bei allen anderen sünden auch, nur jemand der STÄNDIG und wiederholt und reuelos sündigt, der zeigt es durch sein handeln, daß er die Geboete jehovas nicht ernst nimmt, der wird ausgeschlossen.

    Hm, was soll man davon halten? Ich weiß, wer und wann diese Aussage gemacht wurde und ich habe keinen Grund, diesem ZJ zu misstrauen oder Falschaussage vorzuwerfen.

    Und noch eine ZJ-Aussage von Ende Oktober 2007:

    "dafür sind keine Schriftstellen nötig, sondern Jehovas eigenes Vorgehen lehrt es uns.

    Während der Blutkreislauf des Kindes völlig getrennt von dem der Mutter ist, passiert in etwa im 4 - 5 Monat der Schwangerschaft etwas erstauliches: Das Immunglobulin (bestandteil des Blutes) wird von der Mutter auf das Kind übertragen. Das ist wenn Mutter und Kind nciht denselben Rhesusfaktor haben nötig, damit das Kind nicht vom Körper der Mutter als "Fremdkörper" abgestoßen wird.

    Dieses Beispiel zeigt uns, daß Jehova bestandteile für ok findet, aber vollblut nicht."

    Bluttransfusionen sind aber Vollblut, oder irre ich da?

    Dieses Buch welches Gegenteiliges erklärt, muss noch sehr neu sein. Ich habe Interesse daran! Es reicht mir, wenn du mir den Titel des Buches zukommen lässt.

    Ich will mich auch nicht festkrallen an dem Blutverbot der ZJ. Aber ich lege Wert darauf, dass solche Fragen geklärt werden um Missverständnisse und etwaige Unterstellungen und Falschbeschuldigungen zu vermeiden.

    Liebe Grüße

    Deria



    Re: Service, Rat und Hilfe: Sekten

    Nachtperle - 13.01.2008, 01:44


    Nachtperle:

    Lieber Heinz,

    und von wann ist diese neuerste "Blutbroschüre? Wann wurde sie von der WTG herausgegeben?

    Mir kommt diese Formulierung etwas eigen vor:

    6. Ist es verkehrt, einer Bluttransfusion zuzustimmen? Wir sollten daran denken, daß Jehova uns bittet, kein Blut zu uns zu nehmen.Das bedeutet, daß wir weder das Blut von anderen Personen in irgendeiner Form in unseren Körper aufnehmen sollen noch Eigenblut, das aufbewahrt wurde (Apostelgeschichte 21:25).

    Ist es nun ein Gebot Gottes, oder ist es kein Gebot! Sollen wir oder sollen wir nicht? Bittet uns Gott aber letzt endlich ist es doch egal, was der Christ macht? So nach dem Motto: Es wäre nicht Schlecht, wenn du es tust, aber wenn nicht, ist es auch recht"?

    Wahre Christen werden also einer Bluttransfusion vorerst nicht zustimmen.

    Was heißt das "vorerst" Ab wann ist es nun Gebot? Ab wann ist es Sünde und ab wann nicht? Das ist ja total Undurchsichtig!

    Sie möchten gern leben, aber sie werden nicht leichtfertig Gottes Gesetze verletzen, nur um ihr Leben zu retten (Matthäus 16:25).

    Ich hier blicke ich nicht durch. Leichtfertig werden Christen ein Gebot Gottes nicht verletzen, wenn es dem Christen aber besser erscheint, dann doch?

    Das ist kein Vorwurf an dich. Du hast diese "Regeln" ja nicht gemacht. Ich werde das zur gegebenen Zeit mal mit ZJ besprechen.

    Genau genommen ist es ein unterschwelliges "Mach wie du meinst aber der Zorn Gottes......."

    Vor einem Jahr ungefähr schrieb ich im ZJ-Forum bei Elisa, dass es mir so scheint, als wolle die WTG dieses "Gebot" langsam aufweichen. Sie können die Vorwürfe und wollen die Verantwortung nicht tragen. Wenn aber diese Broschüre neu herausgegeben wurde und das "Blutverbot" so abgeschwächt wurde, dann bin ich überzeugt, dass es so ist. Die WTG putzt sich ab.....

    Ähnliche Fälle sind ja schon bekannt. So gab es das "Gebot" dass junge ZJ weder Bundeswehrdienst noch Zivildienst machen dürfen, weil sie für etwas "Böses" keinen Ersatz bringen müssen/wollen. Und auf einmal ward der Zivildienst erlaubt.
    Die ZJ, die dafür ins Gefängnis gingen, berufliche und finanzielle Nachteile erlitten, wurde nie wieder erwähnt. Und bei den jungen Männern, die auf Grund dessen, dass sie Zivildienst taten ausgeschlossen wurden hat man sich weder entschuldigt, noch hat man den Ausschluss Rückgängig gemacht. Und das verurteile ich sehr wohl! Sich so der Verantwortung entziehen, finde ich weder Christlich noch sonst irgendwie OK!

    Jetzt scheint es bei dem Blutgebot ähnlich zu sein. Das hilft aber den Toten, die dem "Sklaven" vertraut haben wenig. Sie waren ja überzeugt, dass Gott es verboten hat. Und sie waren überzeugt, dass der "Sklave" das Sprachrohr Gottes ist. Da hat Gott anscheinend sehr geirrt. Dass er es jetzt auf einmal billigt, finde ich mehr als eigenartig.

    Lassen wir es hier mal gut sein. Ich möchte dich weder gegen die ZJ beeinflussen, noch möchte ich dich in Verlegenheit bringen. Vielleicht erklären die deine ZJ-Gäste das mal genauer, warum Gott ihnen mal so und mal so einsagt.

    Ich muss gestehen, das Thema ist mir sehr zuwider!

    Liebe Grüße

    Deria



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