Lyrisches Lexikon

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    Re: Lyrisches Lexikon

    lyriklex - 04.02.2006, 19:37

    Lyrisches Lexikon
    Lyrisches Lexikon

    Epik: ist neben der Lyrik und Dramatik eine der drei großen Gattungen der Literatur und umfasst erzählende Literatur in Vers- oder Prosaform.
    Beispiele für Epik sind:

    Großform: Roman
    Epos
    Saga (Literatur)

    Kurzform: Erzählung
    Novelle
    Anekdote
    Kurzgeschichte
    Romanze

    Kürzestformen: Sprichwort
    Aphorismus
    Rätsel

    Volkstümlich: Märchen
    Sage

    Didaktisch: Legende
    Fabel
    Parabel

    Dramatik: ist neben der Lyrik und der Epik eine der drei Literaturgattungen. Dramatische Werke können zwar gelesen werden, werden aber meist zur Aufführung im Theater oder im Film gefertigt. Das Hauptkennzeichen des Dramas ist die Darstellung der Handlung durch Dialoge. Dramen sind dafür geschrieben, durch Schauspieler im Theater aufgeführt zu werden. Oft enthalten sie daher neben den Dialogtexten auch Anweisungen für die Schauspieler und den Regisseur. Es ist also eine auf Bühnendarstellung ausgerichtete Dichtung. Moderne Formen sind Hörspiel und Fernsehspiel.

    Lyrik: ist eine poetische Gattung die neben Epik und Dramatik besteht. Ausschlaggebend für einen lyrischen Text ist die gebundene Form durch Vers, Versmaß und Strophenbau.

    Prosa: ist das Gegenstück zur Poesie. Ausschlaggebend für einen Prosatext ist, dass er nicht an Verse gebunden ist. Beispiele für Prosatexte sind Essays, das Feuilleton, Biografien und die Memoirenliteratur.

    Poesie: ist die Lehre der Dichtkunst. Poesie ist im Gegensatz zur Prosa an eine bestimmte Struktur gebunden wie z.B. das Gedicht in seiner unterschiedlichsten Form.

    Gedicht: ist ein lyrisches sprachliches Kunstwerk, das meist in Strophen- und Versform vorliegt. Gedichtformen sind:

    1. Antike Gedichtformen

    Epigramm: im weiteren Sinn jeder knappe, sentenzhafte Vers, im engeren Sinn ein Distichon oder (im Barock ) zwei Alexandriner. (Epigramme von Goethe und Schiller)

    Ode: Das Wort stammt vom griech. Wort für Gesang; in der griechischen Tragödie der erste Teil des feierlichen Liedes des Chors, das dieser vortrug, während er sich tanzend auf den Altar zubewegte; später außerhalb der Tragödie als lyrische Form verwendet; mehrstrophiges, feierliches Gedicht; heute wird mit Ode jedes feierliche Gedicht bezeichnet, unabhängig von seiner formalen Gestaltung; charakteristisch für die Ode ist, dass ein Adressat (z.B.: eine Person, eine Stadt, ein Tier, ein Kunstwerk, Gott) direkt angesprochen wird. (z.B. Hölderlin: Lebenslauf)

    Hymne: unterscheidet sich von der Ode durch größeres Tempo und mehr Nachdrücklichkeit hin bis zu einem ekstatischen Ton. (z.B. Lied der Deutschen)

    Elegie: in der Antike Bezeichnung für jedes in Distichen verfasste Gedichte; später Bezeichnung für Gedichte mit klagendem Ton (auch wenn sie nicht in Distichen abgefasst sind) (z.B.: F. Schiller: Nänie).

    2. Germanische Gedichtformen

    Lied: Volks- und Kunstlieder (z.B. Eichendorff: Mondnacht); Volkslieder strophisch gegliedert (um gut singbar zu sein) und meist um Themen des Alltags kreisend (bäuerliche Arbeit, Handwerk, Liebe, Tod etc.); häufig vierzeilige Strophen, aber auch fünf- und sechszeilige.

    Ballade: Formen der Epik (z.B. H. Heine: Belsazar)

    3. Romanische Gedichtformen

    Sonett: im 13. Jh. in Sizilien entstanden (am Hof Kaiser Friedrichs II.), von Dante und Petraca zu einem ersten Höhepunkt geführt; besteht aus 14 Verszeilen, zwei Quartetten und zwei Terzetten; meist wurde ein fünfhebiger Jambus verwendet; Reimschema: abba abba cdc dcd; dieser Struktur entspricht eine antithetische Gliederung im Inhalt. (z. B: Gryphius: es ist alles eitel)
    Im englischen Sprachraum wurde das Reimschema schon früh abgewandelt zu: abab cdcd efef gg; die formale Zäsur hier nicht mehr nach dem achten, sondern nach dem zwölften Vers; inhaltlich ergibt sich bei dieser Variante meist eine Dreigliederung: die ersten beiden Quartette (ein Gedanke), das dritte Quartett (zu dem Gedanken wird Stellung genommen), das letzte Verspaar (Ergebnis des Gesagten wird sentenzhaft zusammengefasst).

    4. Außereuropäische Gedichtformen

    Gasel: auch Ghasel; vom arabischen ghazal (=Gespinst); im islamischen Raum im 8. Jh. entstanden, im 19. Jh. in die deutsche Dichtung übernommen; Reimschema: aabacadaeafa.....

    Haiku: seit Jahrhunderten in Japan sehr beliebt; steht in Verbindung mit der Gedankenwelt des Zen-Buddhismus; drei Verszeilen mit insgesamt 17 Silben (erster und dritter Vers fünf Silben, zweiter Vers sieben Silben); ohne Reim und festes Metrum.

    5. Neuere Gedichtformen

    Freie Rhythmen: weder durch ein festes Metrum noch durch den Reim gebunden; die Bindung des Wortes an einen festen Platz erfolgt hier allein durch den Satzrhythmus; die Zeilengliederung ist kaum noch hörbar, ergibt sich also nicht mehr aus den Gesetzmäßigkeiten von Metrum und Reim; früher eher selten (z.B. einige Dichtungen Klopstocks oder Goethes), ist der freie Rhythmus heute ein gängiges formales Prinzip in der lyrischen Dichtung.

    Jambus: ist ein antiker Versfuß, in welchem auf eine "leichte" eine "schwere" Silbe folgt. Im Deutschen wie in anderen modernen Sprachen zeigt der Jambus das Schema: unbetont - betont (Beispiele: Ersatz, genau). Beispiel einer vierhebigen Jamben-Zeile: „Wer nie sein Brot mit Tränen aß“ (Goethe). Der Blankvers ist eine fünfhebige Zeile aus Jamben ohne Reim. Blankverse kennzeichnen viele Dramen der deutschen Klassik.

    Trochäus: ist ein antiker Versfuß in dem auf eine schwere (lange oder betonte) Silbe eine leichte (kurze oder unbetonte) folgt. Weil er oft in griechischen Chorliedern vorkommt, wird er auch Choreus genannt. (Beispiele: Hilfe, können.) Beispiel einer vierhebigen Trochäen-Zeile: „Tiefe Stille herrscht im Wasser“ (Goethe, Meeresstille).

    Essay: ist eine kurze, geistreiche Abhandlung, in der ein Autor subjektive Betrachtungen zu kulturellen oder gesellschaftlichen Phänomenen liefert. Während der Verfasser einer wissenschaftlichen Untersuchung sein Thema systematisch aufarbeiten und eine umfassende Darstellung liefern sollte, wird der Verfasser eines Essays durchblicken lassen, dass er in seinem Thema eine Herausforderung für seine stilistischen und gedanklichen Fähigkeiten sieht.



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