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Re: Vergleich Landstrasse mit unterschiedl. Motorisierungen
ts1 - 09.01.2008, 16:35Vergleich Landstrasse mit unterschiedl. Motorisierungen
Hallo Leute,
geschäftlich habe ich manchmal eine Strecke von 284km (einfache Strecke, lt. Routenplaner) zurückzulegen.
In diesen Fällen fahre ich solo - ohne Sozius.
Teilweise bietet sich eine Kfz-Strasse an, erspart Ortsdurchfahrten, aber ergibt gleiche Streckenlänge.
Ohne Autobahn.
Mit 3 verschiedenen Rollern bin ich schon gefahren, dabei wurde keiner dauerhaft am Limit bewegt, aber doch relativ zügig.
Immer war ein Tankstop dabei, sämtliche Stopps und Pausen sind in der Gesamtzeit berücksichtigt.
Imho interessant, welche Motorisierung (indirekt welcher finanzielle Aufwand) welches messbare Ergebnis erbringt.
- 500ccm 37 PS Xciting Maxiroller, 147km/h eingetragen (doch seine Höchstgeschwindigkeit kann auf der Landstrasse nicht ausgenutzt werden, deswegen auch nicht volle Drehzahl und nicht volle Leistung)
- 125ccm 10 PS Suzuki Leichtkraftroller, 90km/h eingetragen
- 50ccm 3 PS Baotian "Baumarkt"roller, entdrosselt, angestrebte Reisegeschwindigkeit ca. [echte] 50km/h
Zuerst die Rahmendaten:
Gesamtzeit für 284 km und berechnetes Stundenmittel
Xciting 4:31 h:mm 62.9km/h 100% Fahrzeit
Suzuki 5:04 h:mm 56.1km/h 112% (infolge einer heftigen Umleitung ca. 8km schnell befahrbarer Umweg und ca. 5 min Zeitverlust)
Baotian 7:00 h:mm 40.0km/h 155% (alles ohne Kfz-Strasse)
Stundenmittel laut GPS (welches während Tankstopps, Pausen und Empfangsschwierigkeiten nicht lief, wohl aber während Ampelstopps etc.)
Xciting 65.1km/h
Suzuki 60.1km/h
Baotian 42.4km/h
Alle hatten vergleichabere Motorentechnik (4T, Vergaser), hier die durchschnittlichen Verbräuche:
Xciting 5.0 Liter / 100km (allerdings Winterbetrieb)
Suzuki 2.9 Liter
Baotian 1.7 Liter
Einzelne typische Streckenabschnitte (aus den GPS-Tracks ermittelt):
"Hochgeschwindigkeits-Landstrasse" mit seltenen (teils größeren) Orten, Ludwigshafen (BASF) - Mainz (Rheinbrücke), 65.6km
Öfters Kfz-Strasse.
Xciting 53:05 74.1km/h 100%
Suzuki 1:01:18 64.2km/h 115%
Baotian 1:37:59 40.2km/h 185%
"Hochgeschwindigkeits-Steigungsstrecke" ausserorts, Wiesbaden - "Platte" (Richtung Limburg, 300 Höhenmeter, nur anfangs kurvig)
Xciting 3:40 100%
Suzuki 5:35 152%
Baotian 8:59 245%
"Hochgeschwindigkeits-Landstrasse" mit seltenen kleineren Orten, "Platte" - Limburg (auf Höhe Autobahnanschluß), 34.6km
Xciting 27:09 76.5km/h 100%
Suzuki 30:10 68.9km/h 111%
Baotian 47:21 43.8km/h 174%
"Niedergeschwindigkeits-Landstrasse" mit häufigen Orten, in das und durch das Lennetal, 75.6km
Nur selten 100km/h erlaubt, meist nur 70km/h. Zwar flach und wenig Kurven, aber imho mit Tourenstrecke vergleichbar.
Xciting 1:24:48 53.5km/h 100%
Suzuki 1:27:54 51.6km/h 104%
Baotian 1:57:35 38.9km/h 139%
Meine Schlußfolgerung:
Der Vorteil eines (selbst kleinen) 125er gegenüber einem 50er ist deutlich.
Der 50er hält nur im Stadtverkehr einigermaßen mit, bergauf und über Land verliert er schnell den Anschluß.
Wobei "den Anschluß verlieren" bei typischen Touren und ihren Fahrtintervallen manchmal nur einer kleinen Kaffeepause entspricht.
So könnte ein ausdauernder Fahrer, der wenig Pausen braucht, eventuell mit Fahrern viel größerer Maschinen mithalten, also z.B. am Abend das gleiche Quartier beziehen.
Der Vorteil eines Maxirollers gegenüber einem kleinen 125er kann ernüchternd gering ausfallen.
Am deutlichsten wird der relative Unterschied noch steil und gerade bergauf, wo der Maxi immer noch die erlaubten 100km/h ausnutzt, der Kleinere aber schon trotz Dauer-Vollgas einbricht.
Auf der Landstrasse mit Geschwindigkeitsbegrenzungen, dafür ohne nennenswerte Steigungen, kann der Maxi nur in Beschleunigungsphasen die eine oder andere Sekunde rausholen.
Subjektiv hat mir die Fahrt mit dem Maxiroller mehr Spaß gemacht als mit den anderen, trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt (4.1.2008) und obwohl ich noch am Abend die Strecke wieder zurück gefahren bin.
Man muß nicht "auf den Roller warten", wenn man Gas gibt.
Auch fand ich es müheloser als mit den kleinen Rollern, bei denen infolge geringerer Eigenstabilität dauernd mehr nachkorrigiert werden muß. Das geschieht zwar unbewußt, aber es muß doch getan werden.
Sollte ich mal stundenlang nur Stadtverkehr fahren, mögen sich bei den dann üblichen niedrigen Geschwindigkeiten und grösseren Lenkausschlägen natürlich die höheren Handlingkräfte des Maxirollers ermüdender auswirken.
Es ist nicht einfach, einen Maxiroller vor seiner "Finanzministerin" rational zu rechtfertigen.
Zum Glück fährt meine sehr gerne mit, wiegt mehr als ich und braucht unten rum ganz schön viel Platz. Da ist ein kleiner 125er nur Notlösung, ein 50er indiskutabel.
Re: Vergleich Landstrasse mit unterschiedl. Motorisierungen
tom_s - 11.01.2008, 19:14
Moin,
bist Du im Hauptberuf Statistiker? :D :D
Interessante Auswertung. Da ein Roller eigentlich kaum rational begründbar ist, kommen im Endeffekt meist doch "hingebogene" subjektive Einschätzungen zum Zug.
Ich habe damals mit einem stärkeren 125er (Suzuki AN 125) angefangen und hatte mit dem Teil auch in gemischten Gruppen keine Probleme. "Damals" war der größte Roller der 250er Majesty. Der war aber wiederum so schwer, dass ich bei entsprechender Fahrweise (Gas stehen lassen und Schwung nutzen am Berg) auch bei einer mehrtägigen Harztour locker mitkam.
Auf den 400er bin ich eigentlich nur umgestiegen, weil ich plante weitere Strecken (Ausland) und öfter zu zweit zu fahren.
Auch wenn ich die beiden 400er wirklich gern gefahren habe, waren sie doch immer relativ behäbig (~200 kg) gegenüber dem kleinen 125er.
Letztlich kann man aber auch mit der kleinsten 50er Möhre (Hallo Pfurgel :D ) glücklich werden, wenn man seine Ansprüche an die Möglichkeiten des Fahrzeugs anpasst.
Re: Vergleich Landstrasse mit unterschiedl. Motorisierungen
furgl - 22.02.2008, 21:50
tom_s hat folgendes geschrieben: Moin,
bist Du im Hauptberuf Statistiker? :D :D
Interessante Auswertung. Da ein Roller eigentlich kaum rational begründbar ist, kommen im Endeffekt meist doch "hingebogene" subjektive Einschätzungen zum Zug.
Ich habe damals mit einem stärkeren 125er (Suzuki AN 125) angefangen und hatte mit dem Teil auch in gemischten Gruppen keine Probleme. "Damals" war der größte Roller der 250er Majesty. Der war aber wiederum so schwer, dass ich bei entsprechender Fahrweise (Gas stehen lassen und Schwung nutzen am Berg) auch bei einer mehrtägigen Harztour locker mitkam.
Auf den 400er bin ich eigentlich nur umgestiegen, weil ich plante weitere Strecken (Ausland) und öfter zu zweit zu fahren.
Auch wenn ich die beiden 400er wirklich gern gefahren habe, waren sie doch immer relativ behäbig (~200 kg) gegenüber dem kleinen 125er.
Letztlich kann man aber auch mit der kleinsten 50er Möhre (Hallo Pfurgel :D ) glücklich werden, wenn man seine Ansprüche an die Möglichkeiten des Fahrzeugs anpasst.
Hai, Tom !
Du sprichst mir aussem Schalldämpfer ;)
Als kleine Ergänzung kann ich vielleicht noch hinzufügen:
Bin wechselweise (SR50, Hero150, GPZ1000RX) unterwegs,
die meisten Kilos macht aber der 150r-
in der Praxis (?) (50km einfach aufe Maloche) hat sich der
"langsam gefahrene" 150r als praktikabelstes/wirtschaftliches Gefährt herausgestellt.
Den höchsten FunFaktor hat der SR50:
99% der Strecke Vollgas (!),
alles rechts am Fahrbahnrand (keine Drängler)
Kaffeepausen aufen Dörfern und
Feldwege sind Pflicht -> relaxtes fahn.
>=1Stunde Fahrtzeit, SpritVerbrauch:2,75l/100km
Kaffeeverbrauch:bis zu 3Tassen pro einfache Tour ;)
Der 150r hat die besten Winterreifen und das leichteste Handling,
wichtig bei nichtmehrganzwolkenlos30gradimschatten-Wetter ;)
Aufer Landstrasse wirste aba halt von
so ziemlich jedem Bauernporsche bedrängt.
(egal wie schnell de fährst)
>=45Minuten Fahrtzeit, 3l/100km
Kaffeeverbrauch:bis zu 2Tassen pro einfache Tour ;)
Na ja, und den strammsten Klingeldraht hat halt die Kawa ...
Is aba handlingstechnisch n Flugzeugträger.
>=30Minuten Fahrtzeit, 6l/100km
Gruss aus de dunkle Pfalz,
Re: Vergleich Landstrasse mit unterschiedl. Motorisierungen
koelle2 - 03.10.2008, 13:47
Danke für diesen statistisch eindrucksvollen Bericht.
Als Fazit würde ich sagen: Wenn die 125er den Platz eines Maxirollers hätte, wäre diese das beste Preis-Leistungsverhältnis.
Allerdings nur Solo. Da am Berg weniger Reserven bereitstehen.
Obwohl die Kymco ja bekannt ist für ihre rel. hohen Verbräuche.
Wenn ich meine 125er Ex-Yager GT mit einem Verbrauh von etwa 3,7 vergleiche mit meiner jetzigen Burgmann 400 K8, die etwa 4 l braucht, verschiebt sich allerdings die Sache zugunsten der 400er.
Nur meine Meinung.
LG koelle
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