Lotaryel: Bollwerk des Lichts

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    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 07.01.2008, 19:30

    Lotaryel: Bollwerk des Lichts
    Bollwerk des Lichts

    Inhalt:
    1. Vorwort
    2. Prolog
    3. Zum Paladin berufen
    4. Dramatische Ereignisse
    5. Die Eingebung
    6. Hal und der Krieg
    7. Der dritte Krieg beginnt
    8. Ein seltsamer Brief
    9. Die Versammlung
    10. Ein alter Freund
    11. Die Reise in den Tot?
    12. Andorhal
    13. Darroheim
    14. Sieg oder Niederlage
    15. Höllenfeuer



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 26.01.2008, 14:54


    Vorwort
    Ich möchte an dieser Stelle weniger meine Worte sprechen lassen, als die eines Liedes das mich zu der Hintergrundgeschichte des Charakters zum Teil inspiriert hat. Ich finde den Text sehr aussagekräftig:

    Life is a misery, don't know how it's come to be
    Death, the epitome of all of our days
    In the past we had no choice to hear or to be the voice
    Close your eyes and visualize the demon to arise

    You know that sanity is not as it was meant to be
    And now that misery has taken a new stand
    In the land of a thousand souls we will carry on through the rain
    In the sun we will move along with the memories of the slain
    When I see this humanity and the evil that they have come to be
    We've come to the point of no return and you beg for just...

    One more time to escape from all this madness
    One more time to be set free from all this sadness
    And one last time to be the one who understands
    My soul and my spirit will go on, for all of eternity

    Foreign the currency, your payment in blood to be
    Death is the destiny for all of our ways
    In the dark you hide away for who or what you can't say
    When I see the power of the demon come alive

    You know that sanity is not as it was meant to be
    And now that misery has taken a new stand
    On the wings of eagles flying staring on to the sun
    Reaching for the gold horizon when the war shall be won
    Can you see the debauchery and the blade of death that has come for thee
    In winds of torment forever more you will cry for just...

    One more time to escape from all this madness
    One more time to be set free from all this sadness
    And one last time to be the one who understands
    My soul and my spirit will go on, for all of eternity

    In the land of a thousand souls we will carry on through the rain
    In the sun we will move along with the memories of the slain
    When I see this humanity and the evil that they have come to be
    We've come to the point of no return and you beg for just...

    One more time to escape from all this madness
    One more time to be set free from all this sadness
    And one last time to be the one who understands
    My soul and my spirit will go on, my soul and spirit will go on, for all of eternity



    Deutsche Übersetzung (so in etwa^^)
    Das Lebend ist ein Elend, ich weis nicht wieso
    Tot, der Inbegriff all deiner Tage
    In der Vergangenheit hatten wir keine Wahl die Stimme zu hören oder zu sein
    Schließ die Augen und erwarte den Dämon der erwacht

    Du weist das Vernunft nicht immer das ist was sie sein sollte
    Und nun hat das Übel eine neue Stufe ereicht
    im Land aus tausend Seelen bleiben wir weiter standhaft im Regen
    Bei Sonnenschein werden wir die Toten bedenken
    Wenn ich die Menscheit sehe und das Böse das sie hervorgebracht hat,
    Sind wir am Punkt angelang an dem es kein Zurück mehr gibt und bittest um nur...

    ein weiteres mal dem Irrsinn zu entkommen
    ein weiteres mal die Trauer zu überwinden
    und um ein weiteres Mal, das wir die jenigen sind die verstehen:
    Meine Seele und mein Geist werden die Ewigkeit überdauern

    Wir zahlen unsere Schuld mit Blut
    Der Tod ist das Schicksal auf all deinen Wegen
    In der Dunkelheit versteckst du dich, vor wem oder was weist du nicht
    Wenn ich die Macht der Dämonen sehe die ins Leben gerufen wurden

    Du weist das Vernunft nicht immer das ist was sie sein sollte
    Und nun hat das Übel eine neue Stufe ereicht
    Auf den Schwingen des Alders fliegen wir der Sonne entgegen
    Werden den goldenen Horizont erreichen wenn dieser Krieg gewonnen ist
    Siehst du das Schlachten? Das Schwert des Todes das für uns gekommen ist?
    Im Wind der Qual wirst du schreien um..

    ein weiteres mal dem Irrsinn zu entkommen
    ein weiteres mal die Trauer zu überwinden
    und um ein weiteres Mal, das wir die jenigen sind die verstehen:
    Meine Seele und mein Geist werden die Ewigkeit überdauern

    im Land aus tausend Seelen bleiben wir weiter standhaft im Regen
    Bei Sonnenschein werden wir die Toten bedenken
    Wenn ich die Menscheit sehe und das Böse das sie hervorgebracht hat,
    Sind wir am Punkt angelang an dem es kein Zurück mehr gibt und bittest um nur...

    ein weiteres mal dem Irrsinn zu entkommen
    ein weiteres mal die Trauer zu überwinden
    und um ein weiteres Mal, das wir die jenigen sind die verstehen:
    Meine Seele und mein Geist werden die Ewigkeit überdauern



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 26.01.2008, 14:54


    Prolog

    Ein recht übersichtliches Bauwerk, das schon einige Jahre auf dem Buckel hat, gelegen in einem kleinen Garten Eden, unweit der Tore von ‚Neu Sturmwind’. Saftiges grünes Gras und ein Obstgarten umgeben von Bergen und einer hohen, aus weißen Steinen bestehenden Mauer. Die Abtei von Northshire. Eine Hand voll Mönche, Priester und Paladine lebt hier, bewirtschaftet das Land und erweitert ihr Verständnis für das heilige Licht und die Natur der Dinge in der Bibliothek. Dies ist der Ort an dem Lotaryel geboren wurde. Nun, er wurde nicht wirklich hier geboren – sein genauer Geburtsort und –tag sind unbekannt – aber hier wurde er als Säugling vor den Toren der alten Abtei gefunden. Ein Findelkind. So was passiert ab und an, wenn die Eltern – meist arme Landbewohner – Angst haben ihr Kind nicht ernähren zu können.
    Es war ein alter Mönch Namens Pavel Ehrenfeld, der das Kind fand. Normalerweise werden solche Weisen in das Weisenhaus nach Sturmwind gebracht, doch aus irgendeinem Grund tat Pavel es diesmal nicht. Er war ein gutmütiger Mann und er konnte die anderen davon überzeugen den Jungen in Northshire zu behalten. Dies geschah vor 61 Jahren.



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 26.01.2008, 14:54


    Zum Paladin berufen

    Der Junge, der von Pavel den Namen Lotaryel bekam, wuchs rasch heran und entwickelte sich prächtig. Schon früh half er den Bewohnern der Abtei bei den täglichen Arbeiten. Als „Kind der Kirche“ besaß er keinen Nachnamen und keine richtigen Eltern. Irgendwie waren alle dort seine Eltern und jeder mochte den Jungen Burschen, der schnell begriff und fleißig war.
    Bald hatte er das 10 Lebensalter erreicht und Pavel entschied ihn als Novizen zu nehmen. Priester sollte er werden. Pavel erkannte in ihm ein großes Potential.
    Wenige Monate später ereignete es sich das Gareth Hohenstein, der ranghöchste Paladin des Ordens Lotaryel bei der täglichen Feldarbeit beobachtete und es kam ihm der Gedanke, dass dieser Junge vielleicht auch ein Fähiger Ritter des Lichts werden könne. Immerhin war er für sein Alter recht kräftig und zäh. Er sprach mit Pavel darüber und sie beschlossen das Lotaryel selbst wählen sollte. Zunächst nahm er an einigen Übungen der Jungpaladine teil, die schon früh den Umgang mit dem Schwert übten – eher im meditativen Schattenkampf als in Duellen oder Übungsatrappen. Lotaryel war begeistert von der Lehrstunde und nach einem Gespräch mit Gareth über die Aufgaben eines Paladins, war er Feuer und Flamme, als heiliger Ritter des Lichts eines Tages auf dem Schlachtfeld der Ehre zu stehen und ruhmreich sein Land zu verteidigen. Das mag auch an Gareths unumstrittener Fähigkeit liegen die Leute zu begeistern... Wie dem auch sei, Pavel willigte ein und von nun an sollte Lotaryel ein Paladin werden.

    Zwei Jahre später – Lotaryel war nun 12 Sommer jung – starb Garteh bei einem Unfall: Eine Pferdekutsche war nach Northshire gekommen um die üblichen Lieferungen an Wahren zu bringen und die Erzeugnisse der Mönche abzuholen, als ein verirrter Bär den Weg ins Tal gefunden hatte. Als der große Braune – vermutlich verängstigt – tobte und brüllte wurden Pferde scheu und ritten rücksichtslos davon... Gareth stand zufällig im Weg und wurde von den Zugtieren überrannt und einige hundert Meter mit geschliffen. Er erlag wenige Minuten später seinen Verletzungen, noch bevor ihm jemand zur Hilfe kommen konnte.

    Nach diesem tragische Unglück sannte die Kirche von Sturmwind einen neuen Lehrmeister nach Northshire, der Gareths Position einnehmen sollte: Malcolm Horgath. Ein eitler Paladin aus einem alten Adelshaus. Von nun an ging es für Lotaryel Berg ab. Sein neuer Meister mochte ihn aus irgendeinem Grund nicht sonderlich und strich ihm den kleinsten Fehler an den er bei anderen übersah. Er war der erste Mensch der ihm begegnete der ihn nicht auf Anhieb mochte.
    Die Jahre zogen ins Land. Bald zählte Lotaryel 20 Sommer und stand kurz vor seiner Weihung zum Paladin. Er war zu einem sportlichen, Gutaussehenden jungen Mann herangewachsen. Auch seine Fähigkeiten mit dem Kriegshandwerk waren erstaunlich. Selbst der Umgang mit der Macht des Lichts war außergewöhnlich gut ausgeprägt und es gab nur wenige die besser waren in seinem Lehrjahr. Trotzdem suchte Malcolm immer wieder Gelegenheiten ihm eins auszuwischen und ihm das Leben schwer zu machen. Dabei hatte er keine große Mühe denn Lotaryel war ein Querdenker. Er konnte Stundenlang über die Auslegung der Heiligen Schriften debattieren und stellte manche Gebote und Erlasse der heiligen Kirche in frage ohne mit der Wimper zu zucken. Oft musste er Strafarbeiten verrichten. Die meisten Mönche hielten sich aus den Angelegenheiten heraus, denn Malcolm hatte einen beträchtlichen Rückhalt aus Sturmwind und es war nicht klug sich mit ihm anzulegen. Einzig Pavel, der inzwischen der älteste Abteibewohner war verteidigte seinen Schützling.



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 26.01.2008, 14:55


    Dramatische Ereignisse

    Dann eines nebligen Sommermorgens brach Lotaryels Welt in sich zusammen: Pavel starb. Es war das Alter. Und als wäre dieser Verlust für ihn nicht schon genug Schmerz, nutze Malcolm die Gelegenheit das Zepter der Abtei an sich zu reißen. Die Hohepriesterin Laurena, die in der Kathedrale des Lichts zu Sturmwind residierte, gab ihm weit reichende Vollmachten über Northshire. Jeder Fehltritt des jungen Mannes hatte nun weit reichende Folgen und Malcolm sprach immer öfter davon, dass er Lotaryel noch die Weihe untersagen würde, wenn er so weitermache und die Kirche kritisiere. Und Lotaryel indes sah es nicht ein sich den Mund und das Denken verbieten zu lassen. Er stellte immer mehr unbequeme Fragen und warf Debatten auf, über die Auslegung der Worte des heiligen Lichts.

    Und dann kam es zum ‚großen Knall’: Die Hohepriesterin Laurena veröffentlichte eine Schrift zum Thema ‚Von heidnischen Göttern und Teufelsanbetern’. Darin beschrieb sie die Lehren der Druiden und Schamanen und defamierte sie als Aberglaube und faule Magie. Zwar niemals im direkten Ton, aber über alle 220 Seiten des Pergaments zog sich ein „Wir sind das Licht und wir sind gut und alle anderen Glaubensrichtungen haben hier nichts verloren“... Das erzürnte Lotaryel. Er diskutierte heftig mit den anderen Novizen über das Schriftstück. Das blieb Malcolm natürlich nicht verborgen. Er befahl Lotaryel in sein Arbeitszimmer und sprach das Thema an. Es ist müßig hier mehr zu berichten außer das es zu einer sehr lauten Diskussion kam, die in der ganzen Abtei vernehmbar war, trotz der massiven Eichentür.
    Nur eine Woche vor der Weihe zum Paladin wurde Lotaryel, wegen rebellischem Verhalten, der Abtei verwiesen. Er sollte keine Weihe erhalten.

    Nun stand er vor dem Nichts. Pavel war tot... in der einzigen Heimat die er je gehabt hatte wurde er nicht mehr geduldet... und 10 Jahre seines Lebens hatte er hart und mit Begeisterung auf sein Ziel, ein Ritter des Lichts zu werden, hingearbeitet – umsonnst.




    Die Eingebung
    Er nächtigte in heruntergekommenen Spelunken und verdiente sich seine, eher mageren, Mahlzeiten mit Tagesarbeiten bei der ländlichen Bevölkerung. Er hatte kein Ziel mehr vor Augen und alles schien im Fade und Grau. Drei Monate vegetierte er so vor sich hin. Er war schon schrecklich heruntergekommen und hatte deutlich an Gewicht verloren, als ihm eines Nachts etwas passierte: Torkelnd und stark alkoholisiert schwankte er aus der Hafenkneipe in Teremore, wo er die ganze Nacht mit den Jungs vom Werft gezecht hatte. Er stolperte allerdings nur wenige Meter weit und ließ sich dann am Pier zwischen den Frachtkisten fallen. Er entschied das dies ein guter Platz sei um seinen Rausch auszuschlafen, und viel auch bald in tiefen Schlaf.

    Er stand wieder im Northshiretal, auf den Zinnen der Wehrmauer und blickte in das Sonnengeflutete Land hinunter. Neben ihm Stand Pavel Ehrenfeld. Er lächelte ihn an und sprach zu ihm: „Mein Junge... du bist so ein guter Junge. Ein reines Herz, ein wacher Verstand, aus dir wird mal ein bedeutender Diener des Lichts. Ich spüre diese Kraft in dir ruhen kleiner.“ Dies waren die Worte die Pavel ihm mitgegeben hatte als er sich entschied ein Paladin zu werden. Damals war er noch ein kleiner Junge gewesen... Pavel, das Tal, die gelangweiltenWachen am Torbogen... alles war wie an jenem Tag vor gut zehn Jahren. Nur eines war anders: Er war erwachsen. Pavel lächelte ihn milde und wohlwollen an. Dann plötzlich wurde es dunkel um ihn herum. Pavel, die Mauer, die Wachen, das ganze Tal drifteten schlagartig von ihm davon und er fand sich in einer gähnenden schwarzen Leere wieder. Ein gleißendes Licht schien auf ihn herab. Dann vernahm er... naja es war keine Stimme im eigentlichen Sinne... es war als würde ihm Jemand oder Etwas die Worte einfach in den Kopf legen: „Wölfe werden kommen! Du musst die Herde beschützen! Du musst sie verteidigen! Wölfe werden kommen! Eins Tages werden sie kommen mit scharfen Klauen und Zähnen! Wölfe werden kommen! Die Welt braucht Licht! Sie werden das Licht fürchten! Du musst die Herde beschützen! Wölfe werden kommen! Lotaryel!“

    Schlagartig erwachte Lotaryel. Es war Mittag, die Sonne schien, er lag am Pier und sein Schädel brummte. Es dauerte einen Moment bis er seine Gedanken verarbeitet hatte. Und in dem sich seine Sicht lichtete und er seine Umwelt und das rege Treiben um sich herum wahr nahm erkannte er seinen Pfad: Ich muss die Herde beschützen...
    Er dachte eine ganze Weile über das Erlebte nach, aber mit jeder Minute die verging wurde die Erinnerung fahler, seine ‚Erleuchtung’ jedoch stärker. Zum Teufel mit Malcolm, mit Laurena und mit der Kirche. Zum Teufel mit der Weihe... wie KONNTE es doch! Er wusste alles was ein Paladin wissen musste wenn er die Weihe erhielt. Er konnte alles was er können musste um seinen Weg des Lichts zu gehen. Die Menschen beschützen, ihnen in schlimmen Zeiten beistehen und sich um die Kranken und Schwachen kümmern.
    An diesem Tag wurde er neu geboren. Er verkaufte das wenige was er besaß und kam mit einem Schmied überein, eine alte Rüstung von ihm zu bekommen im Austausch für vier Monate Arbeit. Nach dieser Zeit bewaffnete er sich mit einem klobigen Schwert das er sich selbst gezimmert hatte – es war bei weitem keine gute Waffe aber für den Anfang würde sie reichen. Das Kettenhemd das er bekam war auch keine Augenweide. Rostig und verstaubt. An einigen Stellen schon hundert Mal geflickt. Aber es bot erstmal notdürftig Schutz. So zog er in die Welt hinaus...



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 26.01.2008, 14:55


    Hal und der Krieg

    16 Jahre gingen ins Land. In vielen Regionen war sein Name nicht mehr unbekannt. Er half den Menschen wo er konnte mit Heilung, Schwert und Tatkraft. Hin und wieder studierte er alte Bücher in der Bibliothek von Sturmwind und manches Mal kämpfte er mit den Soldaten der einzelnen Königreiche gegen Trolle, Oger und Plünderer. Inzwischen hatte er einen gut gearbeiteten Plattenharnisch an, breite Schulterstücke aus feinstem Mithril und nannte einen gut gearbeiteten Echtsilberchampion sein eigen. Niemand fragte ihn nach seiner Weihe... er war das was die Menschen als waschechter Paladin bezeichnen würden. Und er sah keinen Grund gegenteiliges zu behaupten. Er trug jetzt auch offiziell den Namen Ehrenfeld, aus Gedenken an Pavel. Sogar ein stolzes Ross hatte er als Geschenk für gute Dienste vom Baron Silberstahl bekommen.
    Dann kam der „Erste Krieg“ wie er später genannt wurde. Die Horde viel ins Land ein und verwüstete ganze Landstriche. Lotaryel kämpfte Seite an Seite mit den Königlichen Soldaten und mit den Paladinen der Kirche.
    Dies war auch die Zeit in der Hal kennen lernte. Hal Krumfeld war ein Mann in seinem Alter und ein viel versprechender Ritter des Lichts. Und obwohl er mehr oder weniger unter den Fittichen der Kirche stand, verstand er sich hervorragend mit Lotaryel. Schnell lernten sie sich kennen und es ergab sich eine Freundschaft die über das Schlachtfeld hinaus bestand hatte. Tagsüber stritten sie Rücken an Rücken um jeden Meter Boden und am Abend Zechten sie im Heerlager. Nachdem die Allianz eine herbe Niederlage erlitten hatte und die verbliebenen Menschen übers Meer flüchteten, halfen die Beiden beim Wiederaufbau. Zumindest eine Zeit lang, bis Hal neue Befehle aus der wieder errichteten Hauptstadt bekam.

    Es dauerte sechs Jahre bis die beiden sich erneut auf dem Feld der Ehre begegneten. Der „Zweite Krieg“ gegen die Horde zog rasch herauf. Lotaryel und Hal kämpften wie schon zuvor im selben Regiment. Schon jetzt zeigte sich das Lotaryel eine besondere Gabe als Schlachtenführer hatte. Er konnte die Männer motivieren wie kein anderer. Hal indes war der Taktiker. Er hatte ein unheimliches Verständnis für Schlachtpläne und so gewannen die beiden mit ihrem recht kleinen Heer viele Gefechte. Ob es nun letzten Endes ihre Siege waren die der Horde den Untergang brachte, lassen wir mal dahingestellt. Endlich zog wieder Frieden ins Land ein und die Beiden wurden erneut getrennt. Lotaryel widmete sich wieder seiner ursprünglichen Tätigkeit: Er zog rastlos durch das Land und half den Menschen wo er konnte.



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 26.01.2008, 14:56


    Der dritte Krieg beginnt

    Zwanzig Jahre waren nun vergangen seit dem ersten Kontakt zwischen Menschen und Orks. Lotaryel ging nun auf sein 56stes Lebensalter zu. Zwölf Jahre lang herrschte mehr oder weniger Frieden im Land. Hier und da ein paar Scharmützel mit Trollen und Ogern und natürlich die stetigen Konflikte zwischen den Reichen der Menschen selbst, aber dennoch verhältnismäßig friedlich.
    In all der Zeit, seit er die Kirche hinter sich gelassen hatte, war er rastlos geblieben. Er zog umher von Dorf zu Dorf und Land zu Land. Zeitweilig machte er Bekanntschaften oder fand den ein oder anderen Weggefährten aber nichts von langer Dauer. Auch die Liebe zu einer Frau war ihm in all den Jahren verwehrt geblieben. Er hatte sich bereits damit abgefunden, dass er nie eine Familie haben würde – das ließ sein Lebensstiel gar nicht zu. Auch Hal hatte er aus den Augen verloren. Irgendwo tief in seinem Innern war er einsam, aber die meiste Zeit störte ihn das wenig. Er war zufrieden mit seinen Taten. Mal abgesehen von den glorreichen Schlachten die er miterlebt hatte, meisterte er die ein oder andere brikäre Situation und für so manchen Menschen, dem er geholfen hatte war er ein Held. Er konnte sich nicht beklagen.

    Wie allgemein bekannt ist, zog in jenem Jahr der ‚dritte Krieg’ herauf. Nicht genug damit dass die Orks zwei Jahre zuvor aus den Lagern ausgebrochen waren und unter dem Kommando eines jungen Schamanen namens Thrall über das große Meer flohen. Nein Ner’zul – der selbsternannte Lichkönig war erneut zu Macht gekommen. Und er demonstrierte diese in dem er die schrecklichste Seuche über die Welt brachte die es jemals gegeben hat: Die Geißel war erwacht.
    Lotaryel beschränkte seine Taten diesmal auf Hilfe für die Zivilbevölkerung anstatt mit dem jungen Prinzen Arthas und seinen Soldaten in die Schlacht gegen die Untoten zu ziehen. Zwar konnte er die Seuche nicht kurieren – das lag außerhalb seiner Macht – aber er konnte den Schmerz der Überlebenden lindern und die ‚üblichen Opfer’ die ein Krieg mit sich brachte durch seine heilenden Hände retten – zumindest den ein oder anderen. Die meiste Zeit trieb er sich deshalb in den notdürftig eingerichteten Flüchtlingslagern und den provisorisch anmutenden Lazaretten rum.
    Hal hatte er zu Beginn des Konfliktes ein einziges Mal kurz gesehen. Auch er war nicht mehr der jüngste aber er schloss sich Arthas’ Streitmacht an.
    Nachdem der Prinz aus Northrend zurückkehrte und vom Geist des Lichkönigs verseucht war, vermutete er dass auch sein alter Freund gefallen war – wie so ziemlich alle die mit Arthas ritten.



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 26.01.2008, 14:56


    Ein seltsamer Brief

    Im Herbst des Jahres hielt sich Lotaryel kurzzeitig in Goldshire auf. Die grausamen Fänge des Krieges hatten hier noch nicht zugeschlagen und es war ein Idealer Ort um sich etwas zu erholen. Sein Pferd brauchte neue Hufeisen und seine Rüstung war auch schon ziemlich heruntergekommen. Er beauftragte den Schmied sich um diese Dinge zu kümmern und nächtigte in der Zwischenzeit im Gasthaus von Goldshire. Es war eine regnerische Jahreszeit. Es lag viel Laub auf dem Boden und vermischte sich mit der aufgeweichten Erde zu einem braunen Schlamm der so manchen Kutscher zum verzweifeln brachte weil die Räder ständig stecken blieben. Doch Lotaryel mochte das Wetter irgendwie. Er stand unter dem Vordach der Schmiede, rauchte ein Tabakröllchen und lauschte dem prasselnden Regen der auf das Dach trommelte. Sicher es war kalt, nass und windig, aber immerhin friedlich.

    Er konnte Hufgetrappel hören. Nun Getrappel ist der falsche Ausdruck. Es war eher ein matschiges Schmatzen von Pferdehufen die knöcheltief im Schlamm eintauchten. Durch den dichten Regenschleier nahm er eine Gestallt war die schnell näher kam. Regelmäßig kamen Boten vorbei die Post von Sturmwind brachten das nicht weit von Goldshire liegt. Auch Northshire war nicht fern – obwohl Lotaryel diesen Gedanken zu verdängen versuchte.
    Der Reiter, eine schlanke Person, brachte seinen Rappen mitten auf der überschaubaren Kreuzung von Goldshire zum stehen, stieg ab und verschwand im Gasthaus. Wenige Augenblicke später kam er wieder heraus geeilt und hielt auf Lotaryel zu, der immer noch unter dem Dach der Schmiede stand. Der Mann war noch recht jung und auch nicht besonders kräftig gebaut. Über seiner dicken Lederkleidung trug er einen blau-goldenen Wappenrock. Es war das Symbol der Kirche von Sturmwind darauf zu erkennen.
    „Seid Ihr Lotaryel Ehrenfeld, Herr?“ fragte der Bursche. Er sprach sehr förmlich fand Lotaryel, und nickte im zu.
    „Ich habe eine Eilbotschaft an Euch, Herr. Man sagte mir es sei sehr dringend!“ Er reichte dem Paladin einen kleinen versiegelten Umschlag. „Einen schönen Tag noch, Herr, und möge das Licht mit Euch sein.“ Mit diesen Worten stieg der Bote wieder auf sein Pferd und galoppierte Richtung Sturmwind davon.

    Ein Brief aus Sturmwind? Überbracht von einem Boten der Kirche? Noch dazu versiegelt und „dringend“? Lotaryel war sich nicht ganz sicher was er davon halten sollte. Was will denn die Kirche von ihm? Seit dem Vorfall vor 36 Jahren hatte er absolut keinen Kontakt mehr zu ihr gehabt – wenn man von Hals Bekanntschaft mal absieht.
    Er wendete den Brief in seiner Hand und betrachtete ihn aufmerksam als erwarte er dass er jeden Moment explodiert. In sauberer schnörkliger Handschrift stand sein Name darauf und der Name des Absenders: Laurena, Hohepriesterin der Kathedrale des Lichts zu Sturmwind.
    „Dringende Post also...“ murmelte er zu sich selbst. Mit einer Bewegung seines Zeigefingers öffnete er das Sigel und nahm das Schriftstück in Augenschein:

    Anlässlich einiger sehr dringlicher Ereignisse, bitte ich Euch, Lotaryel Ehrenfeld, Euch in der Abtei von Northshire einzufinden. Dort wird es am morgigen Tag eine Versammlung geben, in der alle wichtigen Details der betreffenden Angelegenheit erläutert werden. Solltet Ihr Euch zum gegenwärtigen Zeitpunkt in einem Kommando der Königlichen Armee befinden, wird dieser Brief als rechtsgültige Befreiung von der Wehrpflicht anerkannt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Laurena, Hohepriesterin der Kathedrale des Lichts zu Sturmwind

    Lotaryel las den Brief drei mal aufmerksam durch, als erwarte er das sich neue Worte und Zeilen bemerkbar machen würden die er beim ersten und zweiten mal überlesen hatte. Dann drehte er das Blatt. Nichts.
    „Diese arrogante, blöde Schnepfe...“ schimpfte er. Für ihn war es einfach unfassbar mit welcher Selbstherrlichkeit sie ihm diesen nichts sagenden Schrieb hat zukommen lassen. Erst entlassen sie ihn aus der Kirche und verweigern ihm seine Weihe zum Paladin, auf die er 10 Jahre lang hingearbeitet hatte, und dann nach 36 Jahren kommt dieser Brief daher, ohne ein Wort über die Geschehnisse der Vergangenheit zu verlieren. Im Gegenteil, er wurde aus Lotaryels sicht im ‚Befehlston’ verfasst. Warum sollte ausgerechnet ER Befehle von dieser... von der Kirche annehmen? Er war wütend. Mit zorniger Miene zerknüllte er das Papier in seiner Hand und war es in den Schlamm der Straße vor sich.
    Nachdem er sich einige Minuten über die Botschaft geärgert hatte, kam Elmor – der Schmied – zu ihm nach draußen und erklärte ihm dass seine Rüstung morgen fertig sein würde. Umso besser, dachte Lotaryel. Er hatte nicht vor länger in dieser Gegend zu verweilen.

    Am Abend ging er früh zu Bett, denn er wollte morgens früh aufbrechen. Jedoch fand er keinen Schlaf. Dieser bescheuerte Brief ging im nicht mehr aus dem Kopf. Fragen mischten sich in seine wutgetränkten Gedanken. Was war dieser Anlass? Wie wichtig würde er sein, wenn er damit sogar ausreichte um – mitten im Krieg – von der Wehrpflicht zu entbinden? Es war ohne Zweifel ein Standartschreiben gewesen in dem nur der Name der angeschriebenen Person eingefügt wurde, aber wieso war er einer der Empfänger? Nach einigen schlaflosen Stunden wurde im immer klarer dass er doch zu diesem Treffen gehen würde. Seine Neugier war einfach stärker als sein Zorn und er konnte ja jederzeit wieder gehen, dachte er sich. Aus irgendeinem Grund kamen ihm die Worte „Wölfe werden kommen! Du musst die Herde beschützen!“ in den Sinn.



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 26.01.2008, 14:57


    Die Versammlung

    Am nächsten Morgen sattelte er sein Pferd, hüllte sich in seine Rüstung und machte sich auf den Weg nach Northshire. Je näher er dem Ort seiner Kindheit kam, desto unwohler fühlte er sich. Aber er würde nicht umkehren und wenn es nur dem Zweck diente sich mit der Sache ein für alle mal auseinander zu setzen.

    Kurze Zeit später lenkte er sein Pferd durch die Tore des Northshiretals. Anhand der zahlreichen Reittiere, die vor der Abtei angebunden waren und von zwei Stallburschen versorgt wurden, erkannte er, dass es wohl einige solcher Brief gegeben haben muss. Er zählte an die 40 Tiere.
    Einer der Stallburschen kam auf ihn zugelaufen. „Herr, die anderen sind bereits in der Halle. Wenn Ihr euch beeilt schafft ihr es noch bevor sie anfangen.“ Ja er hatte es ja auch so eilig... Kommentarlos überließ er sein Pferd dem Jungen und schritt in das Gebäude. Ein mulmiges Gefühl machte sich in ihm breit als er durch die alten Gänge lief. Seine ganze Kindheit hatte er hier verbracht und war schon so oft über diesen Boden gelaufen oder gerannt, dass es ihn fast wunderte dass dieser keine Laufrillen davon getragen hatte.
    Die große Halle war voller Menschen. Ein reges Gemurmel erfüllte die Luft. Es waren nicht nur 40 Personen im Raum... es waren mehr als hundert! Kaum zu glauben dass die Halle wirklich so viele Leute aufnehmen konnte ohne zu zerplatzen. Lange schlichte Bänke waren aufgereiht und es sah so aus als würde tatsächlich für jeden Gast ein Sitzplatz bereit stehen. Dennoch bevorzugte es Lotaryel sich rechts neben die Eingangspforte an die Wand zu lehnen und das Spektakel von Hinten zu betrachten.

    Und da schritt auch schon die grauhaarige, in weiten weiß-goldenen Gewändern gehüllte Hohepriesterin in den Saal. Sie bezog am Altar Stellung und wartete einige Augenblicke bis sich der Lautstärkepegel gesenkt hatte. Rechts von ihr stand ein alter Paladin, den Lotaryel als Malcolm erkannte. Linker Hand eine, ihm unbekannte, männliche Person höheren Alters. Vermutlich ein Priester. Und dann war da noch eine Gestalt. Sie stand im Schatten eines Türbogens hinter dem Altar. Lotaryel konnte sie nicht erkennen, und es machte den Eindruck als sei genau das die Absicht der Gestalt gewesen – nicht aufzufallen.

    Laurena begann zu sprechen und ihre wohl gewählten Worte hallten an den Wänden leise wieder:
    „Ich heiße euch alle herzlich in diesen Hallen des Lichts willkommen. Trotz des düsteren Anlasses, oder grade deswegen, erfüllt es mich mit Stolz, das ihr so zahlreich erschienen seid. Ihr alle wisst, um die jüngsten Ereignisse. Der Krieg vordert viele Opfer und die gottlose Geißel schreitet immer weiter vor“
    Es folgten einige pathetische Worte zur allgemeinen Situation der Dinge – als müsste sie jemanden der die letzten Monate im Koma lag, erklären das Krieg war. Doch schließlich blieb ihr nichts anderes übrig als auf den Punkt zu kommen.
    „Unsere Kundschafter konnten sich ein Bild der aktuellen Truppenbewegungen des Feindes machen. So wie die Dinge stehen wird das nächste Ziel Arthas’ Stratholm sein. Ein großer Teil seines Heeres ist bereits auf dem Weg dorthin und ich muss wohl kaum erklären was das bedeutet.“ Sie tat es trotzdem. Stratholm war neben Sturmwind eine der größten Städte der Menschen. Die Baroni, die schon seit ewigen Zeiten in Besitz der Familie Rivendare war, hatte allgemein eine sehr hohe Bevölkerungsdichte. Ein Angriff der Geißel in diesem Gebiet konnte Opfer im fünfstelligen Bereich kosten.
    „Daher ist es unsere Pflicht einzugreifen. Ziel der Operation ist es die Geißen möglichst lange aufzuhalten und die Stadt zu evakuieren! Die Soldaten der Allianz kämpfen bereits an vielen andern Fronten, so dass wir, die Kirche, auf uns alleine gestellt sind. Dies ist auch der Grund warum es zu keinem direkten Kontakt mit dem Hauptheer der Geißel kommen darf. Wir haben einfach nicht genug Frauen und Männer um den Feind zu besiegen, aber wir dürfen auch unter keinen Umständen zulassen das sie Stratholm erreichen bevor die Bevölkerung in Sicherheit ist!“
    Weitere Worte gingen im Stimmgewirr unter das nun angehoben hatte. Das Vorhaben der Hohepriesterin war Grund genug, das selbst erfahrene Paladine heftig über die Erfolgchancen der Mission stritten. Dann erhob Malcolm die Stimme und die Menge verstummte augenblicklich:
    „Wir brechen heute Nachmittag auf! Jeder der im Stande ist ein Schwert zu führen oder sich auf sonstige Weise in der Lage sieht zum Erfolg der Aktion beizutragen, meldet sich in zwei Stunde bei mir auf dem Hof. Ich werde dort noch einige Einzelheiten erläutern.“
    Weiter hörte Lotaryel nicht zu. Er verließ die Halle und die Abtei. Zwar sah er die Dinglichkeit des Vorhabens ein, aber niemand konnte von ihm verlangen unter dem Kommando von Malcolm und Laurena in den sicheren Tot zu reiten. Seine Fähigkeiten wurden auch an andere Stelle gebraucht und auf einen ‚nicht-mal-Paladin’ mehr oder weniger kam es ohnehin nicht an, dachte er. Er würde sein eigentliches Vorhaben weiter verfolgen und ins Alterac aufbrechen, wo sich jüngst die Seuche breit gemacht hatte.



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 26.01.2008, 14:58





    Ein alter Freund

    Lotaryel war grade dabei sein Pferd zu satteln, als eine vertraute Stimme nach im rief: „Lota, warte!“ Es war eindeutig Hals stimme. Er wandte sich der Stimme zu um ihn zu antworten und seinen alten Freund zu begrüßen, den er tot geglaubt hatte. Doch statt des erwarteten Anblicks, sah er eine Gestalt in einer merkwürdigen Rüstung.
    Eine, mit schwerem Metal beschlagene Gewandung, wie eine Plattenrobe, in Gold, Weiß, Rot und Schwarz. Breite Schulterstücke mit aufwendig gearbeiteten Verzierungen in Form zweier Bücher und eine Stählerne Maske, die nur zwei Augenschlitze vorwies, ansonsten aber gänzlich das Gesicht verhüllte. Es war eine sowohl prächtige, als auch beängstigende Rüstung. Der große geflammte Zweihänder auf dem Rücken, komplettierte diese Schlachtrüstung.
    „Hallo Hal.“ Sagte Lotaryel, leicht verwundert. „Ich dachte du wärst nach Northrend und in den Tot geritten!“
    „Das bin ich auch Lota...“ antwortet der Verhüllte mit ruhiger Stimme. Lotaryel sah sein Gegenüber mit gemischten Gefühlen an. „Und wie...“ Er kam nicht dazu den Satz zu beenden. „Von tausend Mann haben nur 3 das Gemetzel überlebt. Zwei davon konnten aus Northrend entkommen. Und nur einer hat es bis hier her geschafft. Ich bin der einzige Überlebende der Expedition Lota.“ Hal nahm seinen Helm ab, und Lotaryel sah in ein verunstaltetes Gesicht. Narben zogen sich durch das ganze Antlitz und Hal hatte offensichtlich einige Verbrennungen erlitten.
    „Ich freue mich sehr dich wieder zu sehen Lota, aber dies ist nicht der Moment für lange Geschichten am Lagerfeuer. Du darfst nicht gehen Lota.“
    „Bist du deswegen gekommen? Ich wüsste nicht was mich die Sache angeht. Laurena hat es selbst gesagt: Es ist eine kirchliche Angelegenheit und soweit ich mich erinnere bin ich kein Mitglied der Kirche mehr.“
    Hal sah in mit einem Blick in die Augen, der sowohl mitleidig als auch flehend gedeutet werden konnte. „Lota, ich verstehe dich und ich weis das ist alles nicht einfach für dich, aber hier geht es um etwas wirklich Wichtiges. Wir brauchen dich dort oben.“
    „WIR? Die Menschen im Alterac brauchen mich. Die Kirche ist 36 Jahre lang gut ohne mich zu Recht gekommen.“
    „Ich meine nicht die Kirche. Vergiss die Kirche, vergiss Laurena. Ich meine die mich und die Männer die mir unterstellt sind Lota. Ich brauche dich an meiner Seite in diesem Kampf.“
    Als Lotaryel ihn weiterhin anstarrte fuhr Hal fort. „Leih mir nur 10 Minuten deiner Zeit, alter Freund. Danach kannst du immer noch gehen, wenn es dir beliebt. Bitte, tu es für einen alten Freund.“
    Lotaryel nickte ihm mürrisch zu. Hal setzte sich in Bewegung und schritt hinüber zum Hof, wo sich bereits unzählige Paladine und Priester versammelt hatten.
    „Schau sie dir an Lota, schau in ihre Gesichter...“ Lotaryel tat dies. Er sah Männer und Frauen mit Zweifel. Die wenigsten der hier anwesenden Leute waren im guten Zustand. Alle kräftigen und tapferen Helden, waren bereits an der Front oder waren gefallen. Dies hier war der Rest: Einige hatten bereits zu viele Winter erlebt, andere zu wenige. Er sah mindestens vier Männer denen bereits in früheren Schlachten eine Hand oder ein ganzer Arm verloren gegangen waren. Er sah eine junge Paladine die kaum älter als 17 wirkte... Seine Worte kamen im selbst hart vor, aber wahr: „Das ist keine Armee das ist Resteverwertung, Hal. Wir haben keine Chance da leben wieder raus zu kommen.“
    „Umso dringlicher brauche ich deine Hilfe Lota. Wir haben zusammen viele Schlachten geschlagen. Ich brauche dich an meiner Seite. Du bist eine kleine Legende geworden musst du wissen. Sie achten dich.“ Lotaryel fiel ihm ins Wort, „Dich achten sie auch...“
    „Das ist richtig. Mich achten sie aufgrund meines Ranges und weil ich den nötigen Rückhalt von Oben habe. Dich hingegen achten sie weil du etwas hast was den meisten fehlt: Charisma. Mein Freund du hast eine Gabe. Du kannst die Soldaten motivieren, ihnen Kraft und Hoffnung spenden. Denk mal an die Schlacht bei Grim’Batol: Wir waren wenige und es bestand kaum eine Chance. Aber du hast die Männer motiviert! Du hast sie in die Schlacht geführt! Nur durch dich haben wir dort ausgehalten Lota!“
    Lotaryel widersprach ihm „Es war deine Führung und eine gute Taktik die den Sieg herbeiführte!“
    „Es war deine Ansprache Lota. Glaub es mir oder nicht, aber dein Aufruf vor dem Gefecht hat meiner Taktik erst zum Erfolg verholfen. Wir können noch Stunden darüber debattieren...“
    „Dabei hast du nur noch knappe 4 Minuten meiner Zeit Hal...“ Lotaryel scherzte. Es war ein sicheres Zeichen dafür das er sich grade einige Dinge durch den Kopf gingen lies, das wusste Hal.
    Nach langem zögern kam Lota zu einer Entscheidung: „Den Tot als Gewissheit? Geringe Aussicht auf Erfolg? Ein wahrlich verlockendes Angebot Hal. Ich werde mich jedoch niemals unter das Kom...“
    Hal fiel ihm hastig ins Wort: „Wirst du nicht! Du bist nur einer Person unterstellt und zwar mir. Die Truppe wird aufgespalten. Ein kleiner Stoßtrupp unter Malcolm wird direkt in die Stadt ziehen und sicher stellen das die Evakuierung schnell von statten geht. Der Rest wird unter unserer Führung die Geißel in Schach halten.“
    „Unter diesen Umständen... Bevor wir aufbrechen muss ich aber noch zum Schneider. Ich möchte schließlich gut gekleidet in den Tot reiten...“



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 26.01.2008, 14:58


    Die Reise in den Tot?

    Es war schon spät am Abend, und eigentlich hätte Lotaryel schlafen sollen, denn die Reise die vor ihm lag, würde anstrengend sein. Doch er schlief nicht. Er saß im Gasthaus von Goldshire und starrte in den halbvollen Meetkrug vor sich. Eine kleine Gruppe reisender Schausteller die auf den Weg nach Sturmwind waren, hielt sich ebenfalls in der Schankstube auf und einer von ihnen Sang alte Lieder, während er von einem weiteren auf der Laute begleitet wurde. Der Wirtin und der Koch hatten sich zu ihnen gesellt und lauschten den Musikanten aufmerksam. Lotaryel aber bekam davon wenig mit. Er saß in der hintersten Ecke der Taverne und dachte nach.

    Irgendwie hatte er immer daran geglaubt, dass er eines Tages auf dem Schlachtfeld sterben würde. Spätestens nach der Schlacht bei Grim’Batol, die so erbittert und verzweifelt auf beiden Seiten ausgefochten wurde, wusste er, dass ihm dieses Schicksal bestimmt war. Dass dieser Tag nun schon zum Greifen nahe war, hatte er jedoch nicht gedacht.
    Die Schlacht die ihm bevor stand, war eine, die er nicht überleben würde, das spürte er. Es würde ihn wundern wenn es überhaupt jemand überlebte. Diesmal waren seine Feinde keine Geschöpfe mit Gehirn, mit einem eigenen Willen. Die Geißel kannte keine Furcht. Sie würden nicht desatieren wenn man ihnen respektable Verluste zufügen würde. Es waren hirnlose Monster und die Armee der ach so glorreichen Kirche von Stormwind ein schlechter Witz.
    Dabei war es nicht einmal die Tatsache dass er im Dienste der freien Menschen sterben würde, die ihn so beunruhigte. Wenn er am Morgen in den Tot ritt würde er niemanden hinterlassen. Keine Frau die um ihn trauern würde. Kein Sohn der sein Erbe antreten könnte. Er war sein Leben lang ein einsamer Wolf gewesen. Und bis zu diesem Tag hatte es ihn nicht einmal gestört... Vielleicht war es auch nur der Alkohol dachte er sich, als er versuchte die Gedanken zu verwischen...

    Früh am morgen traf er in Northshire ein und bald darauf setzte sich die Truppe in Bewegung. Die wenigsten der Männer und Frauen redeten während der ersten Tage. Die meisten wussten schon auf welchem Pfad sie ritten, und dass dieser Pfad eine Einbahnstraße war...

    Das Heer kam schnell voran. Sie hatten nicht viel mitgenommen – wozu auch. Außer den Waffen und Rüstungen die ein jeder bei sich trug, hatten sie nur wenig Proviant eingepackt. Sie hatten einfach nicht genug Zeit um sich mit schwerfälligen Versorgungswagen zu belasten.
    Die Reise verlief relativ ereignislos. Sie nahmen die Straße nach Osten, durch das Rotkammgebirge, vorbei an den zerstörten Landen, die als Brennende Steppe bekannt waren und schließlich über das Zwergenland hinauf nach Tirisfal. Sie rasteten wenig und verlangten den Pferden einiges ab. Erst in Süderstade füllten sie ihr Proviant auf und tauschten ein paar Pferde aus.
    Je weiter sie nach Norden kamen desto dunkler wurde das Land und die Stimmung. Manche Dörfer an denen sie vorbei kamen waren bereits ausgestorben. Immer öfter trafen sie auch auf Flüchtlinge, denen sie aber keine Große Hilfe sein konnten.
    Lotaryel fragte sich wie lange sie wohl durchhalten konnten. Würden sie lange genug stehen um Stratholm zu evakuieren? Oder waren ihre Opfer letzen Endes umsonnst?



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 31.01.2008, 18:56


    Andorhal

    Als sie die Provinz Andorhal durchquerten stießen sie immer öfter auf marodierende Untote. Immer nur eine Hand voll und keine größere Bedrohung für sie. Allerdings schwächte die tatsächliche Begegnung mit der Geißel, die Moral, grade unter den Jungpaladinen, die derlei Schrecken bisher nur aus Lehrbüchern und Geschichten kannten. Lotaryel und Hal versuchten die Stimmung der Truppe dadurch aufzubessern, dass sie alte Kriegsgeschichten erzählten – die düsteren Momente ließen sie jedoch außen vor...

    Hellene war eine von diesen Jungpaladinen. Bzw. Paladine. Sie war Lotaryel schon vor Beginn ihrer Reise aufgefallen, da sie kaum älter als 16 sein mochte. Trotzdem schien sie die stabilste von allen zu sein. Lotaryel gefiel das zuversichtliche Gemüt des Mädchens. Er fühlte sich ein wenig an sich selbst erinnert: Immer zuversichtlich, standhaft, loyal. Dies waren die Eigenschaften die Hal an Lotaryel immer so schätze. Sollte Hellene diesen Krieg überstehen, würde sie einst eine gute Heerführerin werden, dessen war Lotaryel sich sicher.
    Aber genau das machte es für ihn so schwer. Je länger er mit den Männern und Frauen zusammen war, umso mehr Einzelschicksale sah er vor sich. Wie sollte er sie alle wieder heile nach Hause bringen?

    Andorhal. Die Stadt war bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Der Gestank von verbranntem Fleisch lag in der Luft und brachte den einen oder anderen Mageninhalt wieder ans Tageslicht. Sie mieden es die Stadt zu betreten, denn Hal vermutete dass sich dort noch immer Truppenreste der Geißel aufhielten. Zwar musste auch Andorhal zurückerobert werden, aber das war nicht ihre Schlacht. Nicht heute. Stattdessen ritten sie gradewegs die einstige Handelsstraße entlang Richtung Darroheim. Darroheim war das letzte Dorf, vor Stratholm. Zwar bestand wenig Hoffnung dort einzutreffen bevor der Fein dies tat, aber vielleicht kamen sie noch schnell genug um ein paar Überlebende anzutreffen und zu versorgen. Das würde dieser ganzen Geschichte vielleicht noch einen Sinn geben, dachte Lotaryel.

    Einen halben Tagesritt hinter Andorhal machten sie Rast. Hal wäre am liebste noch weiter von der Stadt weg gewesen, aber die Pferde waren erschöpft und die Truppe ebenfalls.
    Mitten in der Nacht erwachte Lotaryel plötzlich von klirrenden Waffen. Kampfgeräusche. Schnell war er aufgesprungen und griff nach seinem Schwert. Doch der Kampf war bereits vorbei. „Ein einzelner Untoter, leicht bewaffnet, vermutlich ein Späher.“ Raunte ihm Hal zu, der bereits neben ihm Stand. „Ich sag dir, die beobachten uns schon ne ganze Weile...“
    Lotaryel nickte nur stumm. Er hatte es ebenfalls bereits befürchtet und er wusste was das bedeutete: Der Feind wusste genau über sie bescheid, und sie wussten so gut wie gar nichts über ihn. Er wusste nicht was ihn mehr beunruhigte.
    „Ich tipp auf Darroheim.“ Warf Malcolm ein, der sich zu den beiden gestellt hatte. „Das ist gut möglich.“ Antwortete Hal. „Das Dorf ist von Hügeln und Schluchten umgeben. Ein Engpass...“
    Lotaryel seufzte „Wir werden sehen. Wir haben so oder so keine Wahl mehr. Wenn die Geißel uns in Darroheim abfangen will, dann wird sie das tun. Was willst du machen, umkehren?“
    Die anderen beiden sahen ihn viel sagend an: Sie wussten das er recht hatte. Sie kriegen sie, egal wo oder wann...



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 20.03.2008, 18:34


    Darromheim

    Am nächsten Morgen setzte sich die Truppe erneut in Bewegung. Am späten Nachmittag würden sie Darroheim erreichen. Dann würden sie herausfinden ob Malcolm mit seinen Befürchtungen Recht hatte. Was Lotaryel am meisten missfiel war, das Hal bisher nichts eingefallen war wie sie das überstehen würden. Erstaunlicher Weise hielt sich sogar Malcolm bedeckt. Sie saßen buchstäblich in der Scheiße.
    Am Mittag befahl Hal zwei Soldaten vorzureiten. Sie sollten die Umgebung etwas auskundschaften und nach möglichen Anhaltspunkten für eine Präsenz der Geißel suchen. Und tatsächlich kamen die beiden nach drei Stunden wieder und erstatten Meldung.
    „Nichts, Sir! Keine Spur von den Untoten oder einer anderen Armee. Wir...“
    *ZOOOM*
    Noch bevor er zu Ende sprechen konnte, durchbohrte ein Pfeil seine Kehle, und ließ seine Worte in ein heiseres Gurgeln untergehen.
    Auf einer kleinen Anhöhe stand ein einzelnes Skelett mit einem Bogen bewaffnet und starrte aus leeren Augen in die Menge. „Zu den Waffen!“ schrie Malcolm, leicht überflüssiger Weise, denn kaum war der Späher aus dem Sattel gefallen, waren alle Schwerter gezückt, alle Schilde fest gegriffen.
    Der skelletierte Angreifer fiel urplötzlich in sich zusammen wie eine Marionette der man die Fäden durchschnitten hatte. Und dann herrschte Stille...
    Hal deutete auf einen Hügel, der sich in knapp 100 Schritt vor ihnen aufwölbte. „Ich kann sie spüren. Sie warten bereits auf uns.“
    „Also gut.“ Sagte Lotaryel mit fester, trockener Stimme. „Wir werden sie nicht warten lassen!“
    „Vorrücken Männer! Im Schritttempo! Und macht euch darauf gefasst von Pfeilen begrüßt zu werden!“ Befahl Malcolm und die Truppe setzte sich, angeführt von Lotaryel, hal und Malcolm, in Bewegung.
    Die wenigen Schritte bis zur Hügelkuppe kamen Lotaryel wie eine Ewigkeit vor. Seinen Schild fest umklammert, sein Schwert zum Angriff bereit, fingen seine Gedanken an zu rasen. Es würde nicht sein erster Kampf sein, und es würde nicht seine erste Begegnung mit der Geißel selbst sein. Dennoch fühlte sich der grauhaarige Paladin wie ein kleiner Junge, der zum ersten Mal auf dem Feld der Ehre stand. Der Boden unter ihnen war schlammig und schmatze bei jedem Schritt. Und jetzt fing es auch noch zu nieseln an. Dunkle Wolken zogen sich über ihnen zusammen und verliehen der Szene etwas Bösartiges. Die Sonne ging unter. Wer auch immer Gedichte über die Schönheit von Sonnenuntergängen geschrieben hatte, hatte gewiss niemals einen derartigen erlebt. Neben sich schritt Hal, mit erhobenen Bihänder voran. Hinter sich konnte Lotaryel Hellene schwer atmen hören. Sie hielt sich dicht bei ihm, als erwarte sie einen besonderen Schutz in seiner Gegenwart.
    Als sie die Hügelkuppe erreichten empfing sie nicht der erwartete Pfeilhagel. Stattdessen erstreckte sich vor ihnen das weite Tal von Darroheim, und mit ihm die Untote Herrschaar. Lotaryel schätze sie auf gut zweihundert vermoderte Knochengerippe. Dazu kamen noch mal eine Handvoll Monstrositäten – eine abscheuliche Kreation des Lichkönigs: Zwei Mannslängen hohe Fleischberge aus verschiedenen Leichenteilen zusammengeflickt. Einige hatten mehr als zwei kräftige Arme in denen sie Furchterregende Waffen hielten. Metzgerwerkzeuge. Unter den übrigen Kriegern konnte man den ein oder anderen verrotteten Sturmharnisch von Sturmwind erkennen. Wie ein groteskes Abbild der stolzen Verteidiger Azeroths. Im hinteren Drittel dieser grauenhaften Armee saßen drei Gestallten auf Schindmären übelster Art. Einer davon war in einer dunklen Kutte gehüllt und trug einen langen Stab in der Hand dessen Schaft wohl einst der Oberschenkel eines Ogers gewesen sein mochte. Die Spitze bestand aus einem Orkschädel der in ein unheiliges grünes Licht gehüllt war. Er war vermutlich der Anführer dieser Truppe. Der Nekromant. Todesritter nannte man sie auch. Die beiden Berittenen neben ihm stellten wahrscheinlich die Offiziere dar. Ein grotesk verformter Guhl dem einige Fleischstücke aus dem Körper gerissen schienen und die blanken Knochen enthüllten. Und ein leichenblasser Mensch in einer schweren Rüstung. Vermutlich ein jüngst gefallener Ritter aus Andorhal.
    Sie rührten sich nicht.
    „Beim heiligen Licht!“ Entfuhr es einem der Männer.
    „Hal, ich weis ich nerve, aber wenn du irgendeine verdammte Idee hast wäre das glaube ich ein guter Zeitpunkt sie uns mitzuteilen.“ Hal sah Lotaryel nicht an. Er starrte nur Stumm in die Menge unter ihnen. Nach einem kurzen Moment wandte er sich zu Lotaryel um: „Grim’Batol.“
    Lotaryel nickte stumm und ernst.
    „Grim’Batol?“ fragte Malcolm der offensichtlich keine Ahnung hatte, was die beiden mit einem einzigen Wort grade kommuniziert hatten.
    „Grim’Batol.“ Bestätigte Hal. „Lotaryel du bildest den Schild, ich führe den Speer an. Dann kann Malcolm vielleicht durchbrechen.“
    Lotaryel nickte wieder stumm.
    „Würde mich bitte mal jemand aufklären?!“ warf Malcolm ungehalten dazwischen. Erst jetzt schien Hal endgültig aus seinen Gedanken zurückgekehrt zu sein und drehte sich zu der Truppe um.
    „Das Manöver heißt ‚Schild, Speer und Ross’. Ich werde mit meinen Männern vorpreschen, in das Zentrum der Armee! Lotaryels Truppen werden uns flankieren und die einbrechenden Untoten abfangen. Du Malcolm wirst dich mit 6 schnellen Reitern hinter uns bewegen und versuchen an der rechten Flanke vorbeizupreschen. Dein Ziel ist Stratholm! Die Stadt MUSS unter ALLEN Umständen gewarnt werden! Wenn wir genug Verwirrung in ihren Reihen stiften könnte es euch gelingen unbehelligt durchzukommen!“
    „Du willst die Truppen aufspalten? Das ist Selbstmord!“ erwiderte Malcolm.
    „Diese ganze Mission ist Selbstmord Malcolm!“ Schrie ihn Hal nun an. „die sind uns 10 zu 1 überlegen! Wir haben keine andere Möglichkeit die Mission zu erfüllen!“
    Lotaryel behielt immer noch die Geißeltruppen im Auge, die keine Anstallten machte sich zu bewegen. Sie warteten. Ohne seinen Blick abzuwenden legte er seine Hand auf Hals Schulter und begann im ruhigen Ton: „Lass gut sein Hal. Pass auf Malcolm: Wenn Hal es schafft den Todesritter auszuschalten, ist es gut möglich dass ein Großteil der Armee in sich zusammenfällt. Die meisten dieser Truppen sind noch nicht lange Untot. Das Band zu ihrem Meister ist noch schwach. Es ist unsere einzige Chance das hier zu überleben. Sei vernünftig Malcolm. Hör auf Hal.“
    Malcolms schien kein wenig beschwichtigt. Allerdings entgegnete er auch nichts mehr darauf. Stattdessen reif er 6 Namen auf, und die gerufenen Soldaten eilten herbei. „Ich hoffe ihr beide habt recht!“ sagte er. Dann unterrichtete er die Männer von dem Vorhaben.



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 20.03.2008, 18:37


    Sieg oder Niederlage



    Tatsächlich war sich Lotaryel überhaupt nicht sicher ob Hals Plan aufgehen würde. Sie hatten diese Taktik schon einmal benutzt, damals in Grim’Batol im Kampf gegen die Drachenmaul-Orks. Sie hatten es geschafft den Kommandanten der Horde unschädlich zu machen und mit diesem Blitzangriff den Feind demoralisiert. Dennoch blieben zwei Dinge offen: Zum einen waren Untote keine Orks, und was das Zusammenbrechen der Truppen anbelangte, hatten sie bisher keine Gelegenheit gehabt es zu testen – es war reine Spekulation. Zum anderen hatten sie damals keinen Malcolm an den Orks vorbeischleusen müssen...
    Hal und Lotaryel warfen einen Blick in Richtung Feind. Sie rührten sich immer noch nicht. Stattdessen schienen sich die drei Berittenen Offiziere köstlich über sie zu amüsieren. Sie beobachteten den lächerlichen Haufen Leben der ihrer Armee gegenüberstand.
    „Lota... dein Part...“ Hal deutete auf ihre eigenen Truppen. Er sah in die Gesichter der Paladine. Er sah alte Männer und junge Burschen. Allen stand die Furcht ins Gesicht geschrieben. Besonders lange haftete sein Blick auf Hellene. Sie sah ihn aus großen Augen an, als erwarte sie dass er jetzt mit dem Finger schnippte und sie hätten alles überstanden. Gern hätte er das getan... gern hätte er sie alle nach Hause gebracht. Zu ihren Familien, ihren Geliebten... Er hätte sich selbst geopfert um sie alle zu beschützen. Aber er kannte die Wahrheit. Und die Wahrheit war: Mit großer Wahrscheinlichkeit würde niemand hier das Gemetzel überleben.
    Dann riss er sich zusammen. Er dachte an all die Jahre die er nun durch diese Welt zog. Immer rastlos. Er dachte an all die Menschen denen er begegnet war, all die Männer und Frauen dort draußen. All die Schlachten die er gefochten hatte. Und dann dachte er an die Worte, die er in all der Zeit niemals vergessen hatte. Die ihn immer begleitet haben auf seinem Weg:
    „Wölfe werden kommen! Du musst die Herde beschützen! Du musst sie verteidigen! Wölfe werden kommen! Eins Tages werden sie kommen mit scharfen Klauen und Zähnen! Wölfe werden kommen! Die Welt braucht Licht! Sie werden das Licht fürchten! Du musst die Herde beschützen! Wölfe werden kommen! Lotaryel!“
    Und ihm wurde bewusst dass genau das sein Schicksal war. Das war sein Pfad. Die Dinge standen nie ungünstiger für sie. Niemals war weniger Hoffnung dem zu entgehen als heute in dieser Schlacht. Doch er durfte nicht zulassen dass die Dunkelheit ihn umhüllte. Er musste sie Verteidigen. Er musste ihnen beistehen zu jedwedem Ende. Und er würde ihnen Hoffnung geben. Hoffnung auf einen Sieg, der so weit weg schien. Und auf einmal waren all seine dunklen Gedanken vergangen. Er fühlte sich gestärkt. Aufrecht und mit erhobenem Schwert stand er vor den Soldaten. Und mit fester, lauter Stimme rief er ihnen zu:

    „Heute, hier und jetzt stehen wir geschlossen! Heute kämpfen wir nicht allein um Sieg oder Niederlage! Nicht um Ruhm oder Ehre!
    Nein!
    Heute stehen wir hier um dieser Brut der Verdammnis zu zeigen, dass unser Wille nicht gebrochen werden kann! Wir kämpfen heute für jeden Bürger Azeroths! Für jeden der unter der Kriegsmaschinerie der Geißel gefallen ist!
    Habt keine Angst vor dem Tot! Denn unsere Namen werden in Blut geschrieben, die Ewigkeit überdauern!
    Folgt mir in die Schlacht! Folgt mir ins Licht!“

    Ein gellender Schlachtruf aus allen Mündern schallte über das Schlachtfeld. Die Furcht war aus ihren Gesichtern gewichen. Ihre Minen waren entschlossen. Entschlossen ihm zu folgen – zu jedwedem Ende...



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 26.03.2008, 13:50


    Höllenfeuer

    Noch während ihr Schlachtruf gellend die Luft erfüllte und an den zahlreichen Hügeln und Schluchten gebrochen wurde, warfen sich Malcolm, Hal und Lotaryel vielsagende Blicke zu. Malcolm mochte ein blödes Arschloch in seinen Augen sein, aber jetzt betete Lotaryel für ihn. Wenn sie alle gefallen sein würden, würde all ihre Hoffnungen auf seinen Schultern liegen...
    Dann ging die Welt unter. Das folgende geschah mit unglaublicher Geschwindigkeit, Lotaryel kam es aber wie eine Ewigkeit vor:
    Hal hob seinen Bihänder in die Luft und schrie aus heiserer Kehle „Vorwärts!“ Malcolm und Lotaryel stimmten mit ein. Die Truppe setzte sich in Bewegung. Sie stürmten der Übermacht entgegen. Hals Truppe, die kaum 10 Männer und Frauen zählte preschte Pfeilförmig nach vorne. Malcolm und seine Reiter sprinteten los, während Lotaryel, gefolgt vom rest der Streitmacht, mit gezückten Schild, wie ein Bollwerk vor sich haltend, Hal flankierte.
    Die Todesritter schrie etwas in einer fremden Sprache und es erhallte das Geräusch sich spannender Bögen. In dem Moment als die Untoten ihre Pfeile entließen entfesselten die Paladine einen ebenfalls gewalltigen Schwarm gebündelter Lichtsalven.
    Die vordersten Reihen des Geißelheers kollabierte umgehend. Von den Paladinen wurden nur wenige von den Pfeilen verwundet, nicht einer stürtze zu Boden. Es schien als würde die hölzernen Geschosse an einem unsichbaren Schild abgelenkt werden. Dann prallten die Soldaten aufeinander.

    Das klirrende, fast knallende Geräusch, das entsteht wenn Metal auf Metal, Holz, Fleisch oder Knochen trifft erfüllte die Luft hundertfach.
    Lotaryel rannte den ersten Guhl dem er begegnete einfach über den Haufen. Wie in einer fließenden Bewegung versetzte er einem weiteren rechter Hand einen donnernden Schildhieb, der den Zombie von den Füßen holte, während sein Schwert sich tief in das faulige Fleisch eines Guhls bohrte...
    Malcolm hatte er aus den Augen verlohren. Dieser war nun seinem Schicksal überlassen. Nach diesem ersten Angriff verharrte Lotaryel für ein, zwei Sekunden, und ließ seine Truppen an ihm vorbei rauschen. So konnte er sich eine bessere Übersicht verschaffen und gezielt Eingreifen. Ein kurzer Blick suchte Hal in dem Getümmel. Dieser war tatsächlich einige Meter weiter ins Herz des Haufens eingedrungen und schlug eine schmale Schneise durch Knochen und Fleisch.
    Lotaryels Aufmerksamkeit war einen Augenblick zu lange an seinem Waffenbruder geheftet. Eine riesige Keule tauchte unmiitelbar vor ihm auf und schmetterte ihn zu Boden. Ein gewalltiger Schlag, sein Plattenpanzer aus Thorium hatte gar eine deutliche Delle davon getragen. Ohne seinen Schutz hätte ihn dieser Treffer glatt zermalmen können. Er musste nicht lange nach dem Angreifer suchen. Eine riesige Monströsität baute sich über ihm auf. Schnell reagierte der Niedergeschlagene, sprang auf und schleuderte der Bestie einen Lichtblitz ins Gesicht. Das mochte der Kreatur keinen großen Schaden zufügen, ihm aber die Zeit verschaffen die er brauchte einen sicheren Stand einzunehmen. Tatsächlich waren es nur Sekunden, die sein Gegner geblendet wurde. Doch seine Abwehr stand perfekt. Mit einem geschickten Manöver seines Schildes lenkte er den folgenden Schlag ab, und stieß seinerseits das Schwert tief in den Wanzt des Untoten. Leider verspühren diese Untoten keinerlei Schmerz oder Furcht, und so war dieser Angriff an sich beinahe Wirkungslos an der drei Meter hohen Kreatur vorbeigegangen. Doch dass hatte Lotaryel bereits befürchtet. Ohne seine Klinge aus dem Leib seines Gegenüber zu ziehen, ließ er einen Stoß heilige Energie in sie fließen. Gleißendes, helles Licht überzog das Schwert und die Monstrosität zerviel zu Asche.
    Diese Attacke hatte ihn viel Kraft gekostet. Er atmete schnell. Doch die heiligen Ritter schlugen sich gut. Hal war es gelungen bis auf fünfzig Schritte an den Todesritter heranzukommen. Jetzt schien er jedoch festzustecken. Die Untoten Heerscharen vielen über seine Männer her, wie einbrechendes Wasser. Hal schrie einen Befehl, den Lotaryel nicht verstehen konnte. Drei seiner Männer begannen einen Zauber zu formen, der sie in helles Licht hüllte. Die restlichen sechs waren nicht schnell genug und wurden regelrecht von den Klingen der Geißel zerfetzt.
    Lotaryel fluchte, konnte jedoch von seiner Position aus wenig ausrichten. Dann sah er aus den Augenwinkeln wie Hellene von zwei Monstrositäten attackiert wurde. Die junge Frau war auf die Knie gesunken und hatte offenbar kaum noch Kraft sich erneut aufzurichten. Lotaryel preschte nach vorne.
    Im Spurt steckte er sein Schwert in den Waffengurt und begann einen Zauber zu formen. In der freien Hand erschien ein Hammer aus purem Licht. Dann sprang er:
    In der gleichen Sekunde als eines der Schlachtbeile auf Hellene niersauste, prallte Lotaryel mit seinem Schild gegen den Kopf der Monstrosität und riss diese zu Boden. Zeitgleich warf er den Lichthammer nach dem zweiten Untier. Der Hammer schlug durch den Brustkorb des Untoten glatt durch und ehe der massige Körper zu Boden fiel, löste er sich in dampfende Asche auf.
    Hellene hatte sich inzwischen mit letzter Kraft aufgerichtet und gab niedergeschmetterten Kreatur den Todesstoß.
    Plötzlich fuhr ein gleißender Blitz über das Schlachtfeld und für einen Liedschlag war es Taghell in Darroheim. Viele Untote brachen zeitgleich in sich zusammen. Hal hatte einen mächtigen Exorzismus gewirkt und sich somit Luft verschaft. Allerdings hatte das merklich an seinen Kröften gezerrt. Lotaryel sah seinen Freund, wie er kurz einknickte, sich aber sofort wieder aufrichtete. Er stand nun alleine in einer Staubwolke aus Asche. Seine letzten Männer waren gefallen.
    Doch Lotaryel hatte keine Zeit sich mit Hals Schicksal zu befassen. Seine eigenen Truppen waren inwzschen stark dezimiert worden. „Sammelt euch!“ brüllte er, schwer Schnaubend. „Sammelt euch!“
    Die heiligen Krieger hatten der Geißel starke Verluste bescherrt - dennoch schien das Heer Untoter kaum geschwächt zu sein. Es waren einfach zu viele. Zu viele Feinde, die keiner Erschöpfung unterlagen.
    Lotaryels Befehl folgend, formierten sich die übrigen Soldaten erneut.
    Ein kurzer Blick über die Soldaten sagte alles: Keiner wahr noch unerverletzt. Hellene hatte sich sogar die Hand gebrochen und konnte ihren Schild nicht mehr halten. Lotaryel selbst hatte unzählige Schnittwunden einstecken müssen. Doch das war er gewohnt. Er spürte nicht den Schmerz, wohl aber die aufkeimende Hoffnungslosigkeit. „Hellene hat das Kommando! Haltet sie hin Männer! Haltet sie hin!“ Lotaryels stimme donnerte. Er brüllte seine Befehle grade zu, und dennoch war der Kampflärm so laut, dass es an ein Wunder grenzte dass sie verstanden wurden.
    „Ich muss zu ihm gelangen...“ murmelte er, zu sich selbst gewandt. Eine Sekunde lang schloss er die Augen und konzentrierte sich auf seine heilige Kraft. Als er die Augen erneut öffnete war seine Erschöpfung verflogen. Er wusste dass der Zauber nicht lange anhalten würde. Ohne weiteres zögern stürmte er los. Sein Schild vor sich gestemmt brach er durch die Gegner. Alles was ihm im Weg stand wurde hinweggefegt.
    In wenigen Augenblicken hatte er Hal erreicht. Die beiden standen jetzt Rücken an Rücken und erwehrten sich der erbitterten Angriffe die auf sie niederprasselten. So hatten sie schon oft gestanden. Umzingelt von Feinden. Und doch, dass wusste Lotaryel, war diesmal alles anders. Diesmal würden sie es nicht schaffen ihre Feinde fehrnzuhalten.
    Plötzlich teilte sich die Menge aus Knochen und Fleisch, und der Todesritter stand ihnen in einiger Entfehrnung gegenüber. Seine Hände waren von nebligen Schatten umhüllt. Er schien eine ganz besonders grausame Art von Zauber vorzubereiten.
    Und dann war wieder alles wie in Zeitlupe:
    Bogenschützen, die hinter den Offizieren stellung gehalten hatten, spannten ihre Bögen – durch die Schneise die sich gebildet hatte, hatten sie jetzt freies Schussfeld auf die beiden Freunde. Hal sagte etwas, das Lotaryel nur schwer verstand... aber er verstand es „Möge das Licht dich schützen mein Freund...“ dann stürmte er los.
    Ehe Lotaryel reagieren konnte, stürzte sich Hal mit dämonischer Geschindigkeit dem Todesritter entgegen. Dessen Hände leuchtetn nun regelrecht vor Schatten – der Zauber mochte kurz vor der Vollendung stehen. Pfeile pfiffen durch die Luft.
    Hal hatte sein Schwert zur Lanze nach vorn gestützt. Mehrere Pfeile trafen ihn, durchschlugen seine Rüstung. Doch er ließ sich nicht mehr aufhalten. Statt augenblicklich tot zusammenzusacken, stürmte er weiter vorran. Aus seinem Rücken wuchsen riesige, grell strahlende Engelsschwingen aus reinem Licht. Seine Waffe wurde ebendfalls von heiliger Kraft überströhmt und aus den engen Augenschlitzen seines Helmes quoll reinste Heiligenergie. Seine Klinge durchborte den Todesritter.
    *KAWUMM*
    Ein riesiger Kegel aus Licht formte sich über dem Schlachtfeld. Wie eine heilige Explosion breitete sie sich rasend schnell aus. Die Druckwelle riss Jeden Soldaten, jeden Untoten, jedes Wesen im Umkreis von 100 Metern von den Beinen.
    Auch Lotaryel wurde von der Welle erfasst und umgeworfen.
    Er spührte die heilige Kraft durch sich hindurchströmen. Er spürte eine Macht die er nie zuvor inne hatte. Für einen kurzen Moment stand er auf einer blühenden Wiese im Frühling. Die Sonne strahlte wärmend auf ihn herab. Die Luft duftete nach exotischen Blumen und er hörte Vögel zwitschern.
    Dann hatte ihn die Realität wieder: Hals Körper lag zusammengebrochen am Boden. Neben ihm die Überreste der schwarzen Kutte, die der Todesritter trug – von seinem Leichnahm war nichts zu sehen. In einem Radius von gut 100 Schritt regte sich kein Untoter mehr. Auch die übrigen Geißeldiener kolabierten zum großteil. Lotaryel sprang auf. Er hasstete zu Hal hinüber. „HAL! NEEEEIIN!“ Sein Schrei war kaum hörbar, seine Stimme heiser und schwach. Er schmiess sich vor der leblosen Hülle seines Freundes auf die Knie. Hasstig riss er ihm den Helm herunter und starrte entsetzt in das tot Gesicht seines Gefährten...



    Re: Lotaryel: Bollwerk des Lichts

    lotaryel - 16.04.2008, 14:36


    Hal war tot. Lotaryel wusste genau was geschehen war, auch wenn er es kaum fassen konnte. Sein Freund hatte einen uralten Zauber gewirkt. Ein Zauber der so unglaublich mächtig ist dass er nur den wenigsten überhaupt bekannt ist und noch weniger wissen ihn einzusetzen: Märtyrer. Die Macht des reinen Lichts manifestiert sich im Zaubernden selbst, erfüllt ihn mit unglaublicher Kraft die ALLES bewerkstelligen kann. Doch diese Wirkung hält nur einige Augenblicke an und verbrennt jedlichen Lebensfunken dabei. Ein solcher Tot bedeutet dass man seine Seele hergibt. Hal war tot für immer. Sein Geist würd nicht ins Jehnseits einzug finden. Sein Geist war vergangen. Unwiederruflich.

    Noch immer fassungslos und von Zorn, Wut und Trauer geschüttelt kniete Lotaryel über der leeren Hülle Hals. Um ihn herum tobte immernoch die Schlacht. Zwar waren viele Untote durch das Opfer vernichtet worden aber es standen noch genügend um ein ernsthaftes Problem für die Überlebenden Paladine darzustellen.
    „Lass mich dich mit dem Tod vereinen Mensch.“ Hauchte eine eiskalte, rauhe Stimme in Lotaryels Ohr, der immernoch auf dem Boden kniete. Dann schoss ein stechender Schmerz durch seinen Rücken.
    Lotaryel brach vorüber zusammen und krümmte sich vor Schmerzen. Ein aschfahles Gesicht trat in sein Blickfeld. Es war einer der Offiziere der Geißel. Er war offensichtlich der Vernichtung entgangen. „Und nun...“ rauhnte der Untote „wirst du begreifen das der Tod in Person unaufhaltbar ist..“
    Der Geißel-Offizier schien ihm beim Sterben zu sehen zu wollen. Er stand da und lachte in sich hinein. Er ergötzte sich an dem alten Paladin der da auf dem Boden lag und Blut spuckte. Lansgam stemmte Lotaryel sich hoch. Drei Anäufe brauchte er dafür aber letzlich schaffte er es sich aufzurichten und auch stehen zu bleiben. Sein Gegenüber schien äußerst belustigt über das Schaubild. „Was willst du jetzt tun Mensch... du bist bereits tot du weist es nur noch nicht...“ Tatsächtlich spürte er wie die Lebenskraft mit seinem Blut aus der Wunde herausquoll. Er schloss die Augen für einen Moment, seine Gedanken kreisten. Es kostete ihn viel Mühe sie einzufangen und in gelenkte Bahnen zu bringen. Dann machte er die Augen wieder auf. Er sah das lachende Gesicht des Untoten. Er sah sein Schwert auf das er sich stützen musste. Er sah seinen Schild, der ihn aus der Hand zu fallen drohte vor Schwäche. Dann sah er Hals Körper im Dreck liegen. Es schienen Jahre zu vergehen... Doch schließlich fasste Lotaryel einen Entschluss.
    Amüsiert wenn auch etwas verwundert sah der Geißeldiener zu wie Lotaryel seinen Schild wegwarf. Wie er sich den Dolch aus der Wunde zog, und unter dem Schmerz beinahe erneut zu Boden ging. „Was ich jetzt tun werde?..“ ächzte der Paladin, während er die Halterungen seiner Brustrüstung löste und die Platte scheppernd zu Boden viel. Nun stand er vor ihm, ohne Schild, ohne Rüstung, ohne Kraft...
    Seine Stimme klang verändert. Sie klang heiser und rauh. „Ich werde jetzt sterben... aber zuvor, werde ich dir deinen untoten Arsch aufreißen...“ dann lächelte er. Ja tatsächlich ein echtes Lächeln flog in sein Gesicht.
    Die gute Laune des Untoten verflog schlagartig. Er zog einen weiteren Dolch aus seinem Gürtel. „Wie du willst Mensch, ich werde dich ausweiden!“ Der Dolch schoss nach vorne, Lotaryel wich aus, packte das Schwert mit beiden Händen und die Klinge saußte auf seinen Gegner nieder. Sie durchtrennte Fleisch und Knochen – trennte den Kopf von den Schultern und der Geißel-Offizier brach in sich zusammen. Als würde er genau auf diesen Moment gewartet haben versagte auch Lotaryels Körper entgültig. Ungebremmst viel er zu Boden und blieb reglos liegen. Schwärze umnebelte seine Gedanken... Dunkelheit und endlose Leere...



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