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Re: Papageien
Nachtperle - 06.01.2008, 16:06Papageien
Papageien
Papageien gibt es in allen Farben, Formen und Größen: Der Kleinste ist der nur acht Zentimeter große Spechtpapagei, der Größte mit fast einem Meter der Hyazinth-Ara. Papageienvögel - dazu zählen vor allem Papageien, Loris, Kakadus und Sittiche - stellen eine eigene Ordnung im Vogelreich dar, die Psittaciformes (Handfüßler) mit mehr als 350 verschiedenen Arten. Doch die Bestände sind bedroht. Deshalb stammen die meisten Papageien heute aus Nachzuchten.
>> Typisch Papagei
>> Lebensräume
>> Verhalten und Intelligenz
>> Papageien als Haustiere
>> Bedrohte Vielfalt
Typisch Papagei
Papageien lassen sich äußerlich recht leicht von anderen Vögeln unterscheiden. Für Laien ist wohl das bunte Gefieder und die vielfach ausgeprägte Nachahmungsbegabung am auffälligsten. Experten unterscheiden Papageien von anderen Vögeln durch weitere Merkmale. Am markantesten ist sicherlich der Kopf mit dem kräftigen, gekrümmten Oberschnabel. Er ist über ein bewegliches Gelenk mit dem Vorderkopf verbunden und sorgt so für eine sehr große Beißkraft. Der Schnabel ist für Papageien ein richtiges Universalwerkzeug. Er hilft beim Klettern als so genannte “dritte Hand“, beim Knacken von harten Schalen, beim Aushöhlen von Nistlöchern und bei der Gefiederpflege. Auch die Zunge ist ein typisches Merkmal: Sie ist beweglich und ertastet die verschiedensten Nahrungsbesonderheiten. Ein weiteres typisches Merkmal sind die Füße der Papageien. Hier stehen zwei Zehen nach vorne und zwei nach hinten, außerdem sind die äußeren Zehen verlängert. Dank dieser speziellen Zehenstellung haben Papageien einen besonders guten Griff, der optimal an das Leben in Bäumen angepasst ist. Arten, die ihr Futter am Boden finden, nutzen die Füße auch um samentragende Gräser niederzudrücken. Auch das Gefieder der Papageien unterscheidet sich von anderen Vogelarten. Papageien haben weniger, aber kräftigere Federn.
Lebensräume
Papageien sind in sehr unterschiedlichen Lebensräumen zu Hause - vom tropischen Regenwald bis hin zur antarktischen Klimazone, von Küstenregionen bis zu höchsten Gebirgen oder abgelegenen Inseln. Die meisten Papageienarten haben ihren Lebensraum in tropischen Regenwäldern. Jedoch gibt es auch andere Arten, die beispielsweise Savannengebiete oder Hochebenen bewohnen, wobei Arten, die eher trockene Gebiete bevorzugen, sich zumeist in der Nähe von Flussläufen aufhalten. Auf dem amerikanischen Kontinent sind Papageien von Mexiko bis Chile und besonders im Amazonas-Gebiet verbreitet. In Asien kommen sie von Indien bis Süd-China und auf den Philippinen vor. Eine große Zahl lebt auf dem afrikanischen Kontinent (südlich der Sahara) sowie auf den Inseln Neuguinea, Indonesien, einigen Südseeinseln, in Neuseeland und auf dem australischen Kontinent.
Einige Arten sind stark auf die Gebiete, in denen sie leben, spezialisiert. Allerdings gibt es auch Arten, die sich sehr leicht an eine neue Umwelt gewöhnen konnten. Diverse Amazonenarten und beispielsweise auch Alexandersittiche, die freigelassen wurden oder aus Gefangenschaft entkommen konnten, haben sich mittlerweile auch in amerikanischen und europäischen Großstädten angesiedelt.
Verhalten und Intelligenz
Papageien lieben Gesellschaft. Bis auf wenige Ausnahmen (zum Beispiel den Kakapo aus Neuseeland) leben sie fast immer in größeren Gesellschaften oder Gruppen zusammen. Die größten Verbände bilden hierbei wohl die Wellensittiche, bei denen man schon Schwärme von bis zu 5000 Tieren beobachtet hat. Innerhalb dieser Schwärme ist eine Rangabstufung wahrscheinlich. Sichergestellt aber ist, dass sich die Tiere untereinander kennen. Schwarmfremde Tiere, die der gleichen Art angehören, werden oft abgewiesen oder sogar getötet. Bei Papageien ist die Paarbindung sehr stark, sie dauert in der Regel ein ganzes Leben lang. Es ist sogar schon beobachtet worden, dass ein Vogel, der seinen Partner verloren hatte, vor Kummer starb. In Gefangenschaft bindet die Tiere dieser Gesellschaftstrieb an den Menschen. Dank ihrer großen Lernfähigkeit und der Gabe menschliche Laute nachzuahmen, sind Papageien heute äußerst beliebte Haustiere. Am begabtesten sind dabei Amazonen, Aras, Kakadus und Graupapageien. Neuere Forschungen zeigen, dass sie Wörter nicht nur nachplappern, sondern auch bedeutungsbezogen sprechen können. Besonders bekannt geworden ist hierbei die Biologin Dr. Irene Pepperberg, die mit Hilfe ihres Graupapageis “Alex“ bewies, zu welch erstaunlichen Gedächtnisleistungen Papageien fähig sind.
Papageien als Haustiere
Die Geschichte der Papageien ist mit der des Menschen eng verbunden. In ihren Heimatländern wurden sie von den dort ansässigen Menschen seit jeher als Hausgenossen gehalten. In Europa begann die Geschichte ihrer Haltung erst vor rund 2300 Jahren. Im alten Ägypten wurden zur Zeit des Feldherren Alexander der Große Papageien gehalten. Ein Verwandter dieser damals gehaltenen Papageienart trägt daher auch heute noch den Namen “Großer Alexandersittich“. Im antiken Griechenland wurden Sittiche in den Häusern reicher Leute in Käfigen gehalten um ihnen das Imitieren menschlicher Sprache beizubringen. Bei den Römern wurden Papageien nicht selten teurer als Sklaven gehandelt. Papageien galten als eines der wertvollsten Geschenke, das man seiner angebeteten Dame darbieten konnte. Auch in späteren Jahrhunderten sah man Papageien hauptsächlich als sprechbegabte zähmbare Haustiere an und holte sich die farbenprächtigen Tropenvögel in heimische Gefilde. Im 16. Jahrhundert hatten Papageien bereits Einzug in so manchen europäischen Privatzoo gehalten und wurden so einer breiteren Öffentlichkeit zugängig gemacht.
Bedrohte Vielfalt
Laut einem Bericht der Naturschutzorganisation BirdLife International sind derzeit 100 Papageienarten, also etwa 38 Prozent des Weltbestandes, vom Aussterben bedroht. Weitere 34 Arten werden als gefährdet eingestuft. Hinzukommen noch 89 Arten, denen dringend Schutzmaßnahmen zukommen müssen, will man weitere Bestandsabnahmen und eine damit verbundene akute Gefährdung verhindern. Demnach sind also mehr als 200 Papageienarten beziehungsweise -unterarten mit entsprechenden Schutzmaßnahmen zu unterstützen. Es gibt mehrere Faktoren, die für die Bedrohung der Papageien verantwortlich sind: Neben der ständig fortschreitenden Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume stellen der legale und illegale Fang sowie der Handel für die Haltung als exotische Haustiere eine große Gefahr dar. So wurden allein in den Jahren 1991 bis 1996 insgesamt 1,2 Millionen Papageien aus ihren Herkunftsländern exportiert. Wilderer haben sich besonders auf den Nestraub spezialisiert. Da sich viele Arten aber nur sehr langsam vermehren, hat der Nestraub verheerende Folgen. Eine amerikanische Studie an insgesamt 4200 Brutversuchen in Zentral- und Südamerika bewies, dass 30 Prozent aller Nester von Wilderern und nicht von natürlichen Nesträubern zerstört wurden!
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