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Re: Bruder Roger
Xantos - 06.01.2008, 00:56Bruder Roger
Frère Roger, Communauté de Taizé
12. Mai 1915 - 16. August 2005
Alles begann mit einer großen Einsamkeit, als im August 1940 Frère Roger im Alter von fünfundzwanzig Jahren sein Geburtsland, die Schweiz, verließ und nach Frankreich ging, dem Heimatland seiner Mutter. Seit mehreren Jahren hatte er den Ruf verspürt, eine Gemeinschaft zu gründen, in der die Versöhnung zwischen den Christen täglich Gestalt annimmt, „in der die Herzensgüte konkret gelebt wird und die Liebe allem zugrunde liegt“. Diese Gründung wollte er bewußt in die Not jener Zeit stellen: Mitten im Zweite Weltkrieg ließ er sich in Taizé nieder, einem kleinen Dorf in Burgund, nur wenige Kilometer von der Demarkationslinie entfernt, die damals quer durch Frankreich verlief. Er nahm zunächst Flüchtlinge (vor allem Juden) auf, die wußten, daß sie bei ihrer Flucht aus dem besetzten Teil in seinem Haus unterkommen konnten.
Später schlossen sich ihm weitere Brüder an. Am Pfingstfest des Jahres 1949 verpflichteten sich die ersten sieben Brüder für ihr ganzes Leben auf die Ehelosigkeit, das Leben in Gemeinschaft und auf einen einfachen Lebensstil.
Im Schweigen einer langen Retraite, im Winter 1952/1953, schrieb der Gründer der Communauté die Regel von Taizé, in der er für die Brüder das „Wesentliche für ein Leben in Gemeinschaft“ zusammenstellte.
Seit den fünfziger Jahren suchen einige der Brüder immer wieder Elendsviertel auf und leben dort Seite an Seite mit leidenden Menschen.
Am Ende der fünfziger Jahre nahm der Strom der jungen Leute, die nach Taizé kamen, spürbar zu. Seit 1962 besuchten Brüder und von Taizé ausgesandte junge Menschen auch die abgeschotteten Länder Osteuropas, allerdings sehr unauffällig, um diejenigen, denen sie begegneten, nicht in Gefahr zu bringen.
Zwischen 1962 und 1989 besuchte Frère Roger selbst die meisten osteuropäischen Länder, manchmal anlässlich von Jugendtreffen, die streng überwacht genehmigt wurden, manchmal zu schlichten Besuchen, während der er nicht öffentlich sprechen konnte („Ich werde mit euch schweigen“, sagte er zu den Christen dieser Länder).
Im Jahre 1966 ließen sich Schwestern von Saint-André, einer vor sieben Jahrhunderten gegründeten, internationalen katholischen Gemeinschaft, in einem Nachbardorf nieder. Sie übernahmen einen Teil der Aufgaben im Bereich der Treffen.
Die Communauté von Taizé umfaßt heute ungefähr hundert Brüder. Zum Teil sind sie katholisch, zum Teil aus verschiedenen evangelischen Kirchen. Sie stammen aus mehr als fünfundzwanzig Nationen. Allein durch ihr Dasein ist die Bruderschaft ein konkretes Zeichen der Versöhnung zwischen getrennten Christen und unterschiedlichen Völkern.
In einem seiner letzten Bücher, das den Titel trägt „Gott kann nur lieben” (Herder Verlag), beschrieb Frère Roger seinen ökumenischen Weg:
„Kann ich hier daran erinnern, dass meine Großmutter mütterlicherseits mit ihrer Einfühlensgabe eine Art Schlüssel zur ökumenischen Berufung entdeckt hat und mir einen Weg bahnte, damit ernst zu machen? Ihr Lebenszeugnis prägte mich bereits in jungen Jahren, und nach ihr fand ich meine Identität als Christ darin, in mir den Glauben meiner Ursprünge mit dem Geheimnis des katholischen Glaubens zu versöhnen, ohne mit irgend jemandem zu brechen.“
Die Brüder nehmen weder Spenden noch Geschenke an. Wenn ihnen ein Erbe zufällt, nehmen sie es nicht für sich selber an, sondern machen daraus eine Gabe an die Armen. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie durch ihre Arbeit, und was sie verdienen, teilen sie zudem mit anderen.
Heute gibt es kleine Fraternitäten in Elendsvierteln Asiens, Afrikas, und Südamerikas. Die Brüder versuchen, die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu teilen. Sie bemühen sich, als Zeichen der Liebe bei den Ärmsten zu leben, bei Straßenkindern, Gefangenen, Sterbenden, bei all denen, die durch den Mangel an Liebe und durch den Verlust an menschlichen Beziehungen tief verletzt worden sind.
Woche für Woche versammeln sich heute vor allem junge Menschen aus der ganzen Welt in Taizé. An diesen Begegnungen, die jeweils eine Woche von Sonntag bis Sonntag dauern, nehmen manchmal bis zu sechstausend Personen teil, die oft mehr als siebzig Nationen vertreten. Im Laufe der Jahre kamen Hunderttausende junger Menschen nach Taizé, haben hier nachgedacht über „das innere Leben und die Solidarität mit den Menschen“. Sie suchen an den Quellen des Glaubens nach dem Sinn ihres Lebens und bereiten sich darauf vor, im Alltag Verantwortung zu übernehmen.
Auch Kirchenverantwortliche kommen nach Taizé. Im Laufe der Jahre besuchten die Communauté u. a. Papst Johannes Paul II., drei Erzbischöfe aus Canterbury, orthodoxe Metropoliten, die vierzehn lutherischen Bischöfe Schwedens und unzählige Pfarrer und Pastoren aus der ganzen Welt.
Um die jungen Menschen zu unterstützen, hat die Communauté einen „Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde“ angeregt. Dieser Pilgerweg zielt nicht auf eine organisierte Bewegung, die sich auf die Communauté konzentriert, sondern legt den Jugendlichen nahe, als Boten des Friedens, der Versöhnung und des Vertrauens tätig zu werden: an ihren Wohnorten, Universitäten, Arbeitsstellen, in ihren Gemeinden, und zwar in Gemeinschaft mit allen Generationen. Als Stationen dieses „Pilgerwegs des Vertrauens auf der Erde“ finden jeweils zum Jahreswechsel fünftägige Europäische Treffen statt. Bei diesen Begegnungen kommen jeweils mehrere Zehntausende Jugendlicher in einer europäischen Großstadt zusammen, sei es im Osten, sei es im Westen. So versammelten sich z. B. in Wien am Ende des Jahres 1993 mehr als hunderttausend junge Leute, die aus allen europäischen Ländern gekommen waren.
Aus Anlaß dieser europäischen Treffen verfaßte Frère Roger Jahr für Jahr einen Brief, den „Brief aus Taizé“. Er wird in mehr als fünfzig Sprachen übersetzt und dient während eines Jahres bei den Begegnungen der jungen Leute zu Hause und in Taizé als Grundlage für Austausch und Meditation. Diesen Brief schrieb der Gründer von Taizé oft an einem Ort der Armut, an den er sich für einige Zeit zurückzog (Kalkutta, Chile, Haiti, Äthiopien, Philippinen, Südafrika…).
Heute steht der Name von Taizé in der ganzen Welt für Frieden, Versöhnung, Gemeinschaft, Vertrauen und die Erwartung eines neuen Frühlings der Kirche: „Wenn die Kirche zuhört, heilt und versöhnt, wird sie zu dem, was sie ist, wo es in ihr am hellsten leuchtet, lauterer Widerschein einer Liebe“ (Frère Roger).
13. Oktober 1974: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, Frankfurt
21. September 1988: UNESCO-Preis für Friedenserziehung, Paris
4. Mai 1989: Internationaler Karlspreis zu Aachen
20. November 1992: Robert-Schuman-Preis, Strasbourg
24. April 1997: Award für internationale humanitäre Dienste der Notre Dame Universität von Indiana, USA
22. Oktober 2003: Dignitas Humana Award der Saint John’s Universität in Collegeville, Minnesota, USA
Bücher von Frère Roger
1958: Im Heute Gottes leben
1965: Dynamik des Vorläufigen
1968: Die Gewalt der Friedfertigen
1971: Ein Fest ohne Ende
1973: Kampf und Kontemplation
1976: Aufbruch ins Ungeahnte
1979: Einer Liebe staunen
1980: Die Quellen von Taizé
1982: Blühen wird deine Wüste
1985: Vertrauen wie Feuer
1988: Son amour est un feu (franz.)
1995: In allem ein innerer Friede
2001: Gott kann nur lieben
2005: Ahnst du ein Glück? (Frühjahr 2006)
1992: Gebet, Quelle der Liebe (gemeinsam mit Mutter Teresa)
Letzte Aktualisierung: 25. August 2005
Quelle
Liebe Regenbogen,
du hast statt der Quelle ein Bild in deine Beiträge gestellt!
Ich habe es nun ausgebessert
LG Deria
Re: Bruder Roger
Xantos - 06.01.2008, 00:58Re: Bruder Roger
Regenbogen:
Bruder Roger wurde August 2005 in Taize während des Abendgebetes mit 2000 jungen Leuten, von einer Frau erstochen die psychisch krank gewesen sein sollte.
Ich war selber drei mal in Taize in meinen jungen Jahren und war sehr beeindruckt mit welcher Liebe und Einfachheit die Brüder von Taize die vielen jungen Menschen empfangen haben.
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