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Re: Ist das NT nur für die 144000?
Xantos - 05.01.2008, 23:34Ist das NT nur für die 144000?
Ist das NT nur für die 144000?
Ist ein Teil der griechischen Schriften, ja der größte Teil dessen, was gemeinhin Neues Testament genannt wird, nur für die 144000 bestimmt?
Auch mir ist diese Lehre bekannt, und ich muß gestehen, daß selbst in der Zeit, als ich die Organisation rückhaltlos bejahte, ich diese Aussage nie annehmen konnte. Ich finde in der ganzen Schrift keine Begründung dafür. Jesus spricht immer zu seinen Nachfolgern und zu denen allen, die durch ihr Wort an ihn glauben (Joh. 17:20). Jesus ist gekommen, um aus allen seinen Schafen eine Herde zu machen, nicht wieder zwei oder mehrere; wir aber machen ein Zwei-Klassen-System aus den Nachfolgern Jesu.
In Johannes 10:16 spricht Jesus davon, daß er andere Schafe habe, die nicht aus dieser Hürde seien, und er würde sie bringen und aus ihnen eine Herde unter einem Hirten machen. Da wird gesagt, diese anderen Schafe seien die Menschen mit irdischer Hoffnung, die aus ‘dieser Hürde’ dagegen jene mit himmlischer Hoffnung. Selbst in der leitenden Körperschaft stieß diese Auslegung auf Widerspruch; allerdings gab es keine Zweidrittelmehrheit für eine Lehränderung.
Aber betrachte doch einfach die biblische Situation: an wenn richtete Jesus seine Worte? Der Bericht beginnt in Johannes 11:40; Jesus sprach dort zu Pharisäern, von denen er sogar sagte, daß ihre Sünde bliebe (Vers 41). Sind das die Glieder der ‘himmlischen Klasse’? Gewiß nicht! Doch wenn er sagt, er habe andere Schafe, die nicht aus der Hürde stammten, zu denen die Pharisäer gehörten, dann entsteht die Frage: zu welcher Hürde gehörten sie denn? Nun, zu den Menschen in der Hürde des Gesetzes! Die Heiden hatten überhaupt keine Hürde. Aber Jesus zeigte ihnen, daß er Menschen zu sich ziehen würde, die sowohl aus der Hürde Israels kämen wie auch aus ganz anderen Bereichen, nämlich aus den Heiden. Das geschah ja auch mit Beginn der Bekehrung des Cornelius. Und es stimmt völlig mit anderen biblischen Aussagen überein, wie zum Beispiel mit Epheser 2:15-18; 3:4-6. So sind – und das bestätigen alle Bibelkommentatoren – die anderen Schafe die Christen aus den Nationen, die mit denen aus den Juden nun eine Herde bildeten; das geschah unter der Leitung des Heiligen Geistes, zwar nicht ohne Schwierigkeiten, wie uns die Apostelgeschichte berichtet, und auch in den Briefen von Paulus wird immer wieder deutlich, wie manche durch Rückfall ins Gesetz die alte Hürde gern wieder aufgerichtet hatten; aber die eine Herde kam zustande! Und in keiner Weise bezieht sich die Bibelstelle auf die künftige Hoffnung von Christen, sei sie himmlisch oder irdisch, und nirgendwo finden wir den Gedanken, daß das Wort Gottes nur für einen winzig kleinen Teil der Jünger Jesu gelten solle.
Dazu noch folgendes: wenn man z.B. Römer 8 liest, dann findest Du zwei Gruppen von Menschen, nämlich jene, die sich vom Geist leiten lassen, die den Geist haben (Röm. 8:9) und jene, die dem Fleische folgen. Wer den Geist Christi nicht hat, ist nicht sein, sagt die Schrift; die im Fleisch wandeln, können Gott nicht gefallen (Vers 8). Findest Du eine Gruppe, die nicht den Geist hat und dennoch Christus angehört? Nicht im Römerbrief und nicht in der ganzen Schrift! Übrigens gehört auch die große Volksmenge Christus an (Offb. 7:14). Es gibt nach der Schrift tatsächlich zwei Klassen: solche, die Christus angehören, und solche, die ihm nicht angehören, aber keine dritte Klasse. Wie kommt ein Mensch – Rutherford – dazu, Dir und mir den größten Teil des Wortes Gottes wegzunehmen? Denke daran, daß Jehovas Zeugen (früher ernste Bibelforscher) während des größten Teils ihrer Geschichte nicht die heutige Meinung vertraten!
Was sagt die Bibel über Jesu Jünger? ‘So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden’ (Joh. 1:12) Und wir sind es (1.Joh. 3:1)! ‘So viele’, das heißt alle, die ihn aufnahmen; und diese wurden durch den Glauben aus Gott geboren (Joh. 1:13). Das ist das Geheimnis der Wiedergeburt: von Gott durch seinen Geist bewirkt an denen, die Glauben haben, die Jesus als Herrn angenommen haben (1.Petr. 1:3,23); auch Paulus spricht von dieser Wiedergeburt (Titus 3:4-5).
Man sagte uns: nur die 144000 sind wiedergeboren und Kinder Gottes, alle anderen sind nur Freunde Gottes. Aber wessen Wort zählt mehr? Das Wort von Menschen oder das der Bibel? Laß uns doch kurz in Johannes, Kapitel 3 schauen; den Vers 36 wenden wir an auf die himmlische und die irdische Klasse; auch der berühmte Vers 16 einschließlich der folgenden Verse wird immer wieder auf beide Klassen bezogen. Aber gerade der Vers 16 ist ja Bestandteil des Gesprächs Jesu mit Nikodemus, dem Mitglied des Hohen Rats. Jesus sprach mit ihm über die Möglichkeit, in das Reich Gottes zu gelangen, es ‘zu sehen’; Nikodemus als Jude dachte hier nicht an eine himmlische Hoffnung, sondern durchaus an eine irdische; und was sagte nun Jesus in diesem Gespräch über jene, die in das Königreich gelangen wollen – sei es im Himmel oder auf Erden? Er sprach: ‘...wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen’ (Vers 3); ‘wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen’ (Vers 5); ‘wundere dich nicht, daß ich dir sagte, ihr müßt von neuem geboren werden’ (Vers 7). Diese Verse gehören mit Vers 16 zusammen; und was sagt Jesu damit? ‘Wenn jemand nicht ... dann nicht’; ‘alle, die ... haben das Recht’! Jesus spricht über die Wiedergeburt im Glauben; er sagt: ‘wenn ... dann’; ‘wenn nicht ... dann nicht’! Es ist ein entweder-oder; aber es gibt keine Gruppe, bei der es heißen könnte: ‘wenn nicht ... dann doch ...’; die nicht wiedergeboren ist, aber dennoch in das Königreich eingehen wird, sei es im Himmel oder auf der Erde; denn daß Menschen auf der Erde leben werden unter der Herrschaft Christi, das zeigt die Bibel deutlich; doch das ist jetzt nicht das Thema, sondern vielmehr, daß wir alle eine Herde Christi sind, wo immer auch wir in Gottes Vaterhaus wohnen werden (Joh. 14:2).
Es ist ja ähnlich wie beim Abendmahl oder Gedächtnismahl: Rutherford hat 1935 entschieden, nur die Personen mit himmlischer Hoffnung dürften die Symbole nehmen; doch lies einmal alle 4 Berichte über die Einsetzung dieses Mahls in Matthäus, Markus, Lukas und in 1.Korinther 11: es geht hier nicht um künftige Hoffnungen – davon wird überhaupt nicht gesprochen -, sondern um die Erinnerung an das Blut Jesu, das für uns zur Vergebung der Sünden vergossen wurde, es geht um Annahme des Opfers Jesu, und Paulus fügt noch hinzu, daß wir durch die Teilnahme den Tod des Herrn verkünden, bis er kommt. Und hat nicht auch die große Volksmenge ihre Gewänder gewaschen und weiß gemacht im Blut des Lammes?
Wenn heute die Gesellschaft ihre Meinung revidieren würde, dann nähmen plötzlich alle Zeugen wieder die Symbole; aber was zählt denn? Das Wort Jesu oder das Wort eines Menschen?
Wenn es der WTG paßt, heißt es: auch die anderen Schafe können daraus Nutzen ziehen, und man wendet die Texte beliebig auch auf sie an; zum Beispiel Matthäus 28:19-20! Da sollen nicht nur die Gesalbten predigen, sondern auch die fälschlich so genannten ‘anderen Schafe’, sogar die Frauen; aber taufen dürfen sie wiederum nicht, obwohl das Taufgebot im gleichen Vers enthalten ist, und obwohl das biblische Beispiel zeigt, daß man die Taufe nicht von über 100 Fragen oder von der Zustimmung von Ältesten abhängig machte; Philippus taufte allein, wie auch Petrus, und Paulus berichtet, daß er in Korinth nur wenige Personen taufte, die meisten wurden von anderen Christen getauft. Der zu Taufende war wichtig, nicht der Täufer! Auch Römer 10:9-10 oder Hebräer 13:15 oder Römer 12:1 sind Texte, die beliebig nicht nur auf Gesalbte angewandt werden. Irgendwie ist das nicht folgerichtig, wohl aber zweckbedingt.
Deshalb sei dies gewiß: alles, was Gottes Wort sagt, ist für alle Jünger Jesu, - es gibt nur eine Herde Jesu - und wir dürfen dankbar sein, daß wir aus Glauben in Gnade gerettet und wiedergeboren sind zu der lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi. Wie traurig, daß so viele Brüder sagen: das ist alles für den Überrest, wir müssen uns das Leben und die Gerechtigkeit selbst erarbeiten; doch damit stünden sie in der Gefahr, das Blut Jesu gering zu achten und den Geist der Gnade zu schmähen (Heb. 10:29); hat doch Jesus mit seinem Opfer alles erfüllt, und wir dürfen im Glauben annehmen, was Gott der Vater uns in ihm geschenkt hat.
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