‘Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern de

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    Re: ‘Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern de

    Xantos - 05.01.2008, 23:36

    ‘Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern de
    ‘Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens’ (1.Kor. 14:33)

    Paulus macht diese Aussage im Zusammenhang mit der gottesdienstlichen Ordnung in der Gemeinde oder Christenversammlung; es ist leicht vorstellbar, dass diese gemeindlichen Zusammenkünfte zur Bühne für ehrgeizige und sich selbst darstellende Personen hätten werden können - wie es ja auch für spätere Zeiten angekündigt wurde (Apg. 20:30) - und damit zur Ursache und Grundlage für Unruhe und Streitigkeiten.

    Die von Paulus gemachte Aussage, die er als Begründung für seine vorhergehenden Ratschläge gibt, wird jedoch als ein Wesensmerkmal Gottes deutlich, und ich möchte diese Aussage hier gern einmal auch auf das alltägliche Christenleben anwenden.

    Durcheinander und Chaos ist etwas, worin Menschen sich normalerweise nicht wohl fühlen; Chaos kann krank machen, Unordnung die Lebensfreude verderben; in einer gewissen - oft sehr persönlichen und individuellen - Ordnung fühlt sich der Mensch dagegen wohl. Doch ist es bezeichnend, ja bedeutungsvoll, dass Paulus als Gegenteil der Unordnung im Zusammenhang mit Gottes Wesen nicht die Ordnung, sondern den Frieden erwähnt. Warum?

    Es gibt auch eine Ordnung, die uns abstößt (z.B. ein Schreibtisch, der so ordentlich ist, als ob nie jemand daran arbeiten wurde, oder eine Wohnung, die so voller Ordnung ist, dass man gehemmt ist, sich überhaupt hinzusetzen oder sich zu bewegen), also eine Ordnung, die das Wohlbefinden geradezu verhindert. Es gibt eine Ordnung, unter der ein Mensch leidet, die an Pedanterie und Perfektionismus grenzt oder sie schon umfasst. Übertriebene Ordnung wird schnell zu einer Welt der Paragraphen und Regeln. Dies kann der Fall sein in Familien, in Gemeinschaften, in Vereinen, Organisationen und auch Kirchen. Alles muß seinen Platz, eben seine Ordnung haben! Doch wo ist dann noch der Platz für jene, die dieser Art von Ordnung nicht so ganz entsprechen? Wo war in der Ordnung der Pharisäer z.B. Platz für einen Oberzöllner Zachäus, für Aussätzige, für Andersgläubige und Ausländer? Wo ist heute z.B. in so einer ‘geordneten’ Gemeinschaft der Platz für Individualisten, Andersdenkende oder Kritiker, Menschen mit neuen Ideen, Menschen aus anderen Kulturen, mit anderen Sitten und Bräuchen? Wie steht es mit den alten Menschen? Werden sie aufgenommen oder abgeschoben? Dürfen Kinder Kinder sein oder werden sie zu kleinen Erwachsenen getrimmt, weil das ja viel mehr in die ‘Ordnung’ passt? Viele wollen eine Welt der Ordnung; da landet dann vieles auch im Abfall; selbst Menschen werden aussortiert, im Namen der Ordnung und der Einheit.

    Doch für Gott ist das Gegenteil von Chaos und Unordnung nicht Ordnung an sich, sondern Friede. Es liegt Gott nicht an einer Ordnung als solcher; ihm lag daran - im Beispiel des Paulus - dass jeder in der Christengemeinde das für sein Glaubensleben Bedeutsame empfing und er auch seinen Glauben ausleben konnte; gewiß, Chaos, wildes Durcheinander, Unordnung würden Gott nicht ehren und ihn falsch darstellen; aber er ist nicht der Gott einer kalten und herzlosen ‘Ordnung’, die oft sogar als Mittel zur Autoritätsausübung und Unterwerfung mißbraucht wird, sondern ein Gott, dessen Ziel der ‘Friede’ ist; verbunden mit diesem Wort ist in den alten Sprachen die Vorstellung von Harmonie (was nicht das gleiche ist wie Uniformität), von Wohlbefinden und ruhiger Zufriedenheit. Gott möchte, dass sein Volk in Frieden wächst und gedeiht, nicht in perfekter Ordnung. Zu diesem Frieden gehört dann aber auch Toleranz, gehört, dass einer den anderen höher achtet als sich selbst (Phil. 2:3). Das aber wiederum bedeutet Liebe, Liebe zum Nächsten in seiner Eigenart und seinem Wesen. Wird die Ordnung zum Selbstzweck oder gar als Machtmittel instrumentalisiert, dann bleiben Menschen auf der Strecke! Der Gott des Friedens und der Liebe jedoch sprengt solche Ordnungen, Abgrenzungen und Mauern, die die Menschen knechten. Schau doch die Schöpfung! Gott ist kein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, der Raum bietet für Vielfalt in Harmonie, für Individualität in Gemeinschaft, für Bereicherung durch Verschiedenheit.

    Doch dazu braucht es viel Liebe, und Er ist der Gott der Liebe!



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