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Re: Stellung beziehen für die WTG
Nachtperle - 05.01.2008, 20:57Stellung beziehen für die WTG
Stellung beziehen für die WTG?
Verfasser: Regina
(07.12.2001 - 18:14)
Jetzt wird es aber wirklich Zeit, dass hier mal jemand Stellung für Jehova und seine Organisation nimmt. Gibt es denn hier nur Kritiker?
Jehovas sichtbare Organisation ist doch leicht zu erkennen und von anderen Religionen zu unterscheiden.
1. Sie preist Jehova den allein wahren Gott und verherrlicht seinen Namen. (Mat. 4:10; Joh. 17:3)
2. Sie erkennt völlig die wichtige Rolle, die Jesus Christus im Vorsatz Jehovas spielt- als der Rechtfertiger der Souveränität Jehovas, als Hauptvermittler des Lebens, als Haupt der Christenversammlung, als herrschender messianischer König. (Offb. 19:11-13; 12:10; Apg. 5:31; Eph 1:22-23)
3. Sie richtet sich streng nach Gottes inspiriertem Wort aus und gründet all ihre Lehren und Verhaltensregeln auf die Bibel. (2.Tim. 3:16-17)
4.Sie hält sich von der Welt getrennt. (Jak. 1:27; 4:4)
5. Sie achtet darauf, dass sich ihre Angehörigen an einen hohen Maßstab sittlicher Reinheit halten, weil Jehova selbst heilig ist. (1.Petr. 1:15-16; 1.Kor. 5:9-13)
6. Ihr Hauptbestreben gilt der Durchführung des in der Bibel für unsere Tage vorhergesagten Werkes, nämlich der Verkündigung der guten Botschaft von Gottes Königreich zu einem Zeugnis in der ganzen Welt. (Mat 24:14)
7. Trotz menschlicher Unvollkommenheit, entwickeln ihre Glieder die Früchte des Geistes Gottes- Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung- und das in einem Außmaß, durch das sie sich von der Welt im allgemeinen unterscheiden. (Gal 5:22-23; Joh. 13:35)
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"E. F.", der noch immer die ZJ-Zusammenkünfte besucht, hat eine Antwort an "Regina" verfasst, es ist ziemlich umfangreich.
Liebe Regina,
Leider ist mir Dein Brief vom 07.12.2001 erst jetzt zur Kenntnis gelangt, und er bewog mich, Dir – als einer Schwester, wie ich unterstelle – einige Gedanken dazu zu unterbreiten Vor allem bewog mich dazu der Eindruck von Dir: von einem aufrichtigen und ehrlichen Menschen, der Jehova, den Gott der Wahrheit, verherrlichen möchte.
Ich begrüße es, dass du Stellung beziehen willst für Jehova und seine Organisation, wie Du sagst, d.h. sie verteidigen möchtest. Ich denke, das bezieht sich mehr auf die Organisation (WTG), denn Jehova wurde ja nicht angegriffen. Übrigens: auch ich verteidige Jehovas Zeugen und ihre Organisation, wenn sie zu Unrecht angegriffen werden; wenn jedoch zutreffende Dinge geäußert werden, auch wenn sie mir nicht gefallen mögen, bin ich in meiner Haltung nicht Menschen, sondern dem Gott der Wahrheit verpflichtet. Ich finde es gut, wenn jemand einen Angeklagten verteidigt – was jedoch nicht heißt, berechtigte Kritik und wahre Aussagen zu bestreiten, denn dann würden wir nicht mehr dem Gott der Wahrheit dienen und dem Anspruch, in der Wahrheit zu sein (Joh. 14:6), genügen, obwohl viele diesen Ausspruch gebrauchen, um ihre Zugehörigkeit zur WTG zu kennzeichnen –, ja, ich denke, jeder Angeklagte sollte einen Verteidiger haben; deshalb wird ja auch von der WTG das israelitische wie auch das amerikanische Rechtssystem in ihren Schriften gelobt; leider gibt es im 'theokratischen Rechtssystem' nichts Vergleichbares; Brüder, die vor ein Rechtskomitee kommen, finden dort keinen Verteidiger vor; sie finden mehrere Ankläger, die zur gleichen Zeit Richter sind; das ist das Modell der mittelalterlichen Inquisition, und diese Art von Rechtsprechung hat schon ungezähltes Leid verursacht; ich wünsche Dir von Herzen, Du mögest nie die Erfahrung mit solch einem Komitee machen, denn selbst wenn es einzelne Älteste mit Mitgefühl geben mag, müssen sie sich ja doch an die strikten Vorgaben einer Organisation halten, die dieses Rechtsmodell verfügt hat.
Die Situation wird – auch für Älteste – besonders bedenklich, wenn jemand Kritik an der Organisation oder an Lehrpunkten äußert; da steht man in Gefahr, als 'Abtrünniger' verurteilt zu werden; Älteste, die es gut meinen, sagen dann oft: 'Du kannst ja denken, was du willst, aber halte doch den Mund; dann geschieht dir nichts'. Aber wird hier nicht Heuchelei angeraten, und schweigt man dann nicht, weil man in 'Gottes Volk' nicht sagen kann, was man denkt, wenn man nicht 'linientreu' denkt? Könntest Du Dir ein Gespräch mit Christus unter Angst vorstellen? Und nochmals zur Verteidigung: hast Du schon erlebt, dass man in den Zusammenkünften die 'Abtrünnigen aus Gewissensgründen' verteidigt? Ich habe leider immer nur erfahren, dass diese ehemaligen Brüder, gestern noch liebe Freunde und ethisch qualifizierte Menschen, plötzlich mit Eigenschaften belegt werden, die ihren Ruf nicht verbessern, so als wolle man den Gemeinschaftsentzug auch noch moralisch rechtfertigen. Auf jeden Fall wagt niemand, für sie Stellung zu nehmen und sie zu verteidigen. Wo bleibt hier das Gerechtigkeitsempfinden, das Bemühen, die 'Verlorenen zu suchen'?
Du hast in Deinem Schreiben 7 Punkte erwähnt, an denen Jehovas sichtbare Organisation leicht zu erkennen sei, und hast an Franz Graf-Stuhlhofer geschrieben, man dürfe diese Punkte nur im Zusammenhang sehen, ja es gehe nicht an, dass man sich einen Text aus der Bibel heraushole, ihn drehe und wende, wie man ihn gut gebrauchen könne und ihn dann nur in diesem einen Punkt verwende. Darin stimme ich Dir voll zu! Darum will ich hier auch auf alle 7 Punkte nacheinander eingehen, wenn auch nur kurz, denn sonst würde ein Buch entstehen. Du siehst, wie viele Brüder, sehr deutlich, wenn andere Personen oder Gruppen Texte fehlerhaft anwenden oder gar mißbrauchen. Aber prüfe doch einmal unsere Schriften; wir machen das doch ständig. Ist es nicht das Gleiche, wenn zwei das Gleiche tun? Messen wir mit zweierlei Maß?
Dazu gibt es eine Fülle von Beispielen; ich will nur zwei anführen. Wir lieben den Text aus Sprüche 4:18 über das 'heller werdende Licht'. Wenn du diesen Vers im Zusammenhang mit Vers 19 liest – auch im Zusammenhang mit dem ganzen Kapitel –-, dann erkennst Du, dass hier der Lebensweg eines Gerechten mit dem eines Gottlosen verglichen wird. Nirgends gibt es hier einen Hinweis auf Änderung von Lehren und Lehrpunkten, auf 'neues Licht der Erkenntnis' in der WTG. Aber wir benutzen diesen Text so, immer wieder. Oder nimm das neue Jesaja-Buch der WTG, Band 1, S.238-242: dort wird eine historische Begebenheit auf Grund von Jesaja 22:15-25 geschildert. Ein schlechter Verwalter, Schebna, wird von Gott aus seinem Amt gestoßen (Verse 15-19), ein anderer guter Verwalter, Eljakim, wird wie ein 'Pflock' in das Amt eingesetzt (Verse 20-25); Wenn sich jedoch seine ganze Sippe an ihn hängen würde (Vers 24), dann würde schließlich auch er fallen (Vers 25). Im Kommentar des WTG-Buches wird jedoch der Vers 25 ohne Grund – der Text spricht von 'er', von dem bisher die Rede war, nämlich von Eljakim – wider auf Schebna angewandt. Warum? Weil ja nach Auslegung Schebna die Christenheit darstellt, Eljakim dagegen die Gesalbten unter den Zeugen, daher darf es nicht sein, dass auch der Fall Eljakims angekündigt wird.
Die WTG schrieb recht zutreffend im Wachtturm vom 15.08.1976, S.490:
"Es ist eine schwerwiegende Sache, Gott und Christus zuerst auf eine bestimmte Weise zu vertreten, dann festzustellen, daß das Verständnis wichtiger und grundlegender Lehren der Bibel falsch war, aber danach ausgerechnet zu den Lehren zurückzukehren, die man aufgrund jahrelangen Studiums als verkehrt erkannt hatte. Christen dürfen hinsichtlich solch grundlegender Lehren nicht unschlüssig oder gar wankelmütig sein. Wenn sie es wären, könnte man ihnen dann Vertrauen schenken und sich auf ihre Aufrichtigkeit oder auf ihr Urteilsvermögen verlassen?"
Doch muß man diesen Maßstab auch auf sich selbst anwenden. Tun wir das?
Wie viele Fehldeutungen hat es in den Lehren der WTG gegeben; verglichen mit anderen, hätte sie wohl die Chance, in das Buch der Rekorde zu kommen; wer heute noch die Lehren von Russell oder von Rutherford vertreten würde – damals als 'Wahrheit' und 'neues Licht' angesehen –, müßte sich heute als Abtrünniger bezeichnen lassen. Doch Gott und Wahrheit ändern sich nicht! Bei anderen sehen wir die Fehler! Auch bei uns selbst? Beachten wir Jesu Wort über das gerechte Gericht (Joh. 7:24)? Doch will ich nun auf die 7 Punkte eingehen, und ich bitte um Nachsicht, wenn meine Ausführungen vielleicht 'biblischer' sind, als es sonst hier im allgemeinen üblich ist.
1. Jehova als den allein wahren Gott preisen und seinen Namen verherrlichen
Ein lobenswertes Bestreben! Und worin besteht die Verherrlichung des Namens? Auch die WTG schrieb, dass man nicht schon deshalb den Namen verherrlicht, weil man ihn bei jeder Gelegenheit gebraucht, sondern indem man für das eintritt, wofür der Name steht. Ein ständiger und plapperhafter Gebrauch kann auch sehr leicht zu gedankenlosem Gebrauch oder auch zu Mißbrauch führen. Wohlgemerkt: ich bin durchaus nicht gegen den Gebrauch des Namens Gottes. Den Namen jedoch in einer Ansprache von 50 Minuten über 60 Mal zu gebrauchen, macht den Redner noch nicht automatisch zu einem Lobpreiser Gottes. Ich habe anläßlich eines Bezirkskongresses eine solche Ansprache gehört; kein Wunder, dass bei dieser Häufigkeit keine Zeit mehr war, Christus auch nur zu erwähnen. Ein Außenstehender hätte kaum bemerkt, dass es sich bei dem Redner um einen Christen handeln sollte! Und ich habe derartige Vorträge schon oft gehört; man kann eine Ansprache halten, ohne Christus zu erwähnen – oder nur selten –, bestimmt aber nicht, ohne immer wieder das Wort 'Jehova' zu erwähnen. Ich spreche hier auch nicht von der Aussprache, obwohl wir alle wissen, dass 'Jehova' eine mittelalterliche Konstruktion zwischen dem 'Tetragrammaton' und den Vokalen aus 'Adonai' ist; zwar sagt die WTG, dass nicht ganz sicher sei, ob die Aussprache 'Jahwe' richtig sei - das mag sein -, aber sie weiß, dass die Aussprache 'Jehova' ganz bestimmt falsch ist. Bei den vielen Korrekturen, die sie schon veranlaßt hat, hat sie hier naheliegende Gründe, hier auf eine Änderung zu verzichten.
Was ich in den Zusammenkünften viel seltener höre als 'Jehova' ist das Wort, unter dem uns von Christus erlaubt ist, Gott zu nahen: 'Vater' und 'Abba' (Joh. 1:12). Diesen Namen würde ich gern öfter hören! Die Israeliten der Tage Mose gebrauchten den Namen 'Jehova' (bleiben wir jetzt bei dieser Aussprache), aber es hinderte sie nicht, selbst ein goldenes Kalb unter diesem Namen zu verehren. Oft habe ich den Eindruck, dass viele Brüder 'Jehova' sagen und die Organisation meinen. Sie sprechen von Anweisungen Jehovas, Einladungen Jehovas, Speise Jehovas usw., wo eigentlich von der Organisation die Rede sein müßte. Wenn z.B. der Papst zu einer Pilgerfahrt nach Rom einladen würde mit den Worten, Gott habe die Katholiken dazu eingeladen, dann würden wir dies doch als anmaßend empfinden und sagen: die Kirche hat eingeladen! Aber wie ist das bei uns?
Mißbrauch – auch durch Gedankenlosigkeit und Gewohnheit – ist möglich, ja der Name 'Jehova' wird sogar von Okkultisten mißbraucht; man kann ihn auch wie eine magische Formel, gleichsam als 'Schutzamulett' verbal vor sich her tragen. Auch die von Dir verwendete Formulierung 'Jehova und seine Organisation' ist bei vielen schon zu einer Formel geworden. Man kann sie ständig in Ansprachen hören. Es scheint keinem aufzufallen, dass Christus darin nicht vorkommt; beobachte das einmal in den Zusammenkünften!
Wir sagen auch, dass uns Jehova 'neues Licht' gibt, d.h. er wird verantwortlich gemacht für das neue Licht, das wir empfangen. Es wird gern dafür das Beispiel angeführt, wie Gott fortschreitend das Geheimnis des Messias offenbarte: Weibessame, Abrahams Same, aus dem Stamm Juda, Davids Sohn usw.; auch der Heilige Geist leitete die Jünger erst nach Pfingsten in das tiefere Verständnis göttlichen Wollens, wie z.B. die Ausdehnung der Botschaft Gottes auf Nichtjuden durch den Glauben an Christus. Aber wenn Gott auf diese Weise 'neues Licht' gab, wurde das frühere Verständnis nie falsch, sondern nur ergänzt; es blieb Wahrheit! Wenn aber durch 'neues Licht' das frühere sich als Irrtum, als falsch erweist, dann war dieses Licht nicht von dem Gott der Wahrheit!
Auch dazu zwei Beispiele:
Nachdem zu Zeiten von Russell das Verständnis von Römer 13 über die obrigkeitlichen Gewalten bezüglich ihrer Identität das gleiche war wie heute, kam 1929 eine Änderung, die bis 1962 dauerte. Im WTG-Buch Die Wahrheit wird euch frei machen wird dazu auf S.313 gesagt:
'Im Jahre 1929 brach das helle Licht hervor. In jenem Jahre veröffentlichte „Der Wachtturm“ die biblische Erklärung über Römer, Kapitel 13. Er zeigte, daß nicht weltliche Herrscher und Regenten, sondern Jehova Gott und Christus Jesus „die obrigkeitlichen Gewalten“ sind, und daß die christlichen Seelen „Gott mehr gehorchen müssen als Menschen“, sowie daß 'alle menschliche Einrichtung', der sie untertan sein müssen, alle schriftgemäße Einrichtung jener Menschen ist, die unter dem König Christus Jesus in Gottes Organisation als Diener tätig sind.'
Im Klartext: eigentlich haben Jehovas Diener nur den Vertretern ihrer Organisation zu gehorchen. Im Jahre 1962 wurde diese Erklärung wieder geändert, als 'neues Licht'. Doch wer, welcher Geist war für die eindeutig falsche Erklärung von 1929 verantwortlich? Selbst die Vertreter 'Babylons der Großen' hatten hier das 'hellere Licht'.
Zweites Beispiel: nach der Lehre der WTG durfte bis 1974 mit Ausgeschlossenen nicht gesprochen werden; dann kam der Wachtturm mit der Abhandlung über das Gleichnis vom verlorenen Sohn, und man durfte Ausgeschlossene jetzt wenigstens menschlich behandeln, mit ihnen sprechen, sie grüßen, auch wenn man ihre Ansichten nicht teilte. Aber seit 1981 ist wieder jeder Kontakt mit ihnen untersagt, und dieses Mal nicht nur mit Ausgeschlossenen, sondern auch mit denen, welche die Gemeinschaft freiwillig verlassen haben. Hat Gott seine Meinung so schnell und so grundsätzlich geändert? Ich habe in der Bibel keine solchen Änderungen finden können, und die emotionalen Schmerzen, die durch solche Anweisungen entstehen – wer hat sie zu verantworten? War irgendwann einmal wieder jemand mit sich selbst zu streng gewesen, wie beim zivilen Ersatzdienst?
Sollten wir Gott die Verantwortung für 'Irrlicht' geben? Manche Brüder versuchen, alles zu entschuldigen mit der Bemerkung: 'Die Brüder sind nicht inspiriert'; dann sollte man aber Deutungen nicht als von Jehova kommend bezeichnen und sich in seiner Lehrautorität auch nicht so behandeln lassen, als wäre man inspiriert, um nur dann, wenn es nötig ist, auf eine solche Entschuldigung zurückzugreifen!
2. Völlige Anerkennung der Rolle, die Jesus Christus im Vorsatz Jehovas spielt
Eine sehr schöne Aussage, wenn mir auch die Formulierung nicht sehr gefällt, nämlich dass Jesus 'eine Rolle spielt'. Aber völlige Anerkennung: sehr gut. Ich bemerkte schon, dass man den Eindruck haben könnte, dass die Formel 'Jehova und seine Organisation' häufiger und mit mehr Nachdruck erwähnt wird als die Person Christi – von bestimmten Themen abgesehen. Man kann Zusammenkünfte erleben, in denen Christus nur am Ende der Gebete genannt wird. Ich erinnere mich an das Schlußgebet in einer Dienstzusammenkunft, in welchem der Bruder dreimal Jehovas Organisation, zweimal den Kanal Gottes und einmal den treuen und verständigen Sklaven erwähnte; Christus 'kam nur vor' in der Schlußformel 'in Jesu Namen'.
Wie sieht ihn die Schrift 'in seiner Rolle'? Da fällt die Auswahl der Texte schwer wegen ihrer Fülle!
Joh. 5:23 er soll geehrt werden wie der Vater; wer ihn nicht ehrt, ehrt auch den Vater...nicht, selbst wenn er beständig den Namen Gottes im Mund führen würde
Joh.16:14...Gottes Geist verherrlicht Christus! Und wir? Was tun wir?
1.Petr. 4:16 wir sollen Gott verherrlichen weil wir den Namen 'Christ' tragen
In diesem Zusammenhang möchte ich ein willkürlich gewähltes Beispiel nehmen; heute ist der 18.01.2002; nehmen wir also den Tagestext vom 18.01.2002; er ist entnommen aus Zeph. 2:3. Der Kommentar sagt:
'Wer dann [in der großen Drangsal] geborgen sein möchte, muß jetzt entschlossen handeln. Was ist zu tun? Er muß, ehe es zu spät ist, Jehova suchen, Gerechtigkeit suchen und Sanftmut suchen'
Obwohl hier vom Entrinnen, von Rettung gesprochen wird, kommt Jesus nicht vor; aber wo böte es sich mehr an als bei diesem Thema? Völlige Anerkennung der Rolle Jesu? Das war kein ausgesuchter Text, sondern einfach der Text von heute!
Beim letzten Kreiskongreß gab der Kreisaufseher Jugendlichen den Rat – als Mittel gegen Langweile –, doch bei den Vorträgen zu zählen, wie oft der Name 'Jehova' und wie oft der Name 'Jesus Christus' erwähnt würde. Ein sehr guter Rat; man sollte ihn befolgen!
Im WTG-Buch Die Offenbarung – ihr großartiger Höhepunkt ist nahe! wird auf S.36 in einem herausgehobenen Kasten betont, dass in einem alten Liederbuch der WTG in doppelt so vielen Liedern Jesus gepriesen wurde als Jehova Gott; das heutige Liederbuch enthält jedoch viermal so viele Lieder, in denen Jehova gepriesen wird, als Lieder zum Lobe Jesu Christi. Ich will mich hier nicht zum Statistiker machen; aber wer sich einer solchen Veränderung rühmen kann, der hat wohl nie gelesen: 'wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihm gesandt hat'. Vielleicht wird ja in einem künftigen Liederbuch nur noch Jehova gepriesen; spielt dann Jesus unter den Singenden die Rolle in Gottes Vorsatz?
Den Ausdruck 'Hauptvermittler' (Hebr. 12:2 u.a.) für Jesus hat ja Ingrid schon beanstandet [bei "Bechhaus"], und Du hast ihr zugestimmt. Aber wieso dann 'Hauptvermittler'? Keine andere Übersetzung gebraucht diesen Ausdruck, denn er erweckt sofort die Frage nach dem oder den Nebenvermittlern. Aber weißt Du nicht, dass nach der Lehre der WTG Jesus überhaupt nicht Dein Mittler ist, falls Du Dich zur 'großen Volksmenge' zählst, da er laut Wachtturm vom 15.08.1989 (ausführliche 'Leserfrage') nur und ausschließlich der Mittler der 144000 ist. Die 'anderen Schafe', die ja auch nicht 'wiedergeboren' sind (Joh.3:3) und deshalb auch nicht vom Brot und Wein des Gedächtnismahls nehmen dürfen‚ die auch nicht mit dem Heiligen Geist gesalbt sind (Römer 8:9), 'ziehen Nutzen' aus seinem Opfer, sind aber nicht aus Glauben gerechtgesprochen, sondern müssen sich ihre Rechtfertigung erst noch erarbeiten (siehe das Buch Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes). Ich wünsche Dir sehr, dass Deine Antwort an Ingrid aus dem Herzen kam und nicht nur der Unwissenheit der Lehre der WTG entsprang. Übrigens war zu Zeiten von C.T. Russell die Auffassung der Notwendigkeit eines Mittlers gerade umgekehrt. Dort brauchte die kleine Herde der Heiligen keinen Mittler. Wahrlich erstaunliche Lichtblitze!
Für einen Christen ist Jesus einziger Retter und Erlöser, er ist Herr und Hirte, er ist die Grundlage von allem (1.Kor. 2:2; 3:11). Vielleicht ist er das ja auch für Dich, und dann danke ich Gott dafür; aber wie steht es mit seiner 'völligen Anerkennung' in der Organisation?
Die Bibel zeigt auch, dass sein Lösegeld zur Versöhnung, Rechtfertigung und Rettung völlig ausreicht; wir können durch eigene Leistung nichts hinzufügen, ja wir würden sogar den Wert seines Opfers mindern (Eph. 2:8; Röm. 3:21-26; 2.Kor. 5:18-21). Wie kommt es aber dann, dass man immer wieder unter Brüdern die Frage hört: tue ich auch genug, um gerettet zu werden?' Erkennen sie nicht die 'Rolle Christi' als das von Gott 'völlig anerkannte' Lösegeld für die, welche glauben und ihn als Herrn annehmen? Erkennen sie nicht, dass gute Werke der Erweis, nicht die Bedingung der Rettung sind (Eph. 2:10)? Meinen sie, sich das Leben verdienen zu müssen durch eigene Leistung? Dann ist allerdings das 'vielleicht' aus Zeph. 2:3 angebracht, denn nach Gal. 5:4, Röm. 11:6, Tit. 3:5 würden wir ja Gottes unverdiente Güte und Barmherzigkeit gering schätzen.
Als ich einem Ältesten einmal am Ende eines Briefes 'die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit dir' wünschte, schrieb er mir zurück, das sei bei uns nicht üblich; bei uns müßte das heißen 'die Gnade Jehovas'. Hat er nie gelesen, wie Paulus und Petrus ihre Briefe, Johannes die Offenbarung abschloß? Wie ist so etwas möglich? Völlige Anerkennung der Rolle Jesu? Ich wünschte es sehr!
Müßte nicht jeder Christ dem 'vielleicht' Zephanias, das für die Juden seiner Zeit durchaus zutreffend war, die Gewißheit gebenden Worte Jesu gegenüberstellen wie z.B. in Joh. 5:24; 6:40,47; 10:9,28-29; 11:25? Eine Schwester sagte einmal zu mir: 'Bist du wieder auf dem Jesus-Trip?' Ich hoffe es; ich möchte, bei aller Liebe zu den Brüdern, nie auf einem 'Organisations-Trip' sein. Denn wer ist für uns gestorben? Wer rettet (Röm.10:9)? Und wer ist auferstanden und hat schon seit damals 'alle Macht'? Eine Organisation? Von welcher irdischen Organisation Gottes spricht eigentlich die Bibel? Doch nur vom 'Leib Christi'. Anerkennen wir Jesus wirklich völlig nach der Bibel? Gott sei gedankt, wenn dem so ist!
3. Alle Lehren und Verhaltenslehren sind auf Gottes Wort gegründet
Als Ziel ist diese Aussage lobenswert, als behauptete Tatsache muß sie natürlich geprüft werden, denn wir fordern ja andere Menschen auf, ihre Religion zu prüfen, weil diese Behauptung von einer ganzen Anzahl von Gemeinschaften vorgetragen wird.
Natürlich taucht sofort die Frage auf: Warum gibt es so viele Lehränderungen, wenn doch alles auf die Lehre der Bibel gegründet ist?
Da gingen z.B. Tausende von jungen Männern ins Gefängnis, um den 'von der Bibel verbotenen' Ersatzdienst nicht verrichten zu müssen. Doch heute erlaubt ihn 'die Bibel' plötzlich!
Da lehrte 'die Bibel', dass die Generation von 1914 nicht vergehen würde, bis Harmagedon käme; wer seine Zweifel kundtat, wurde zumindest von Dienstämtern entbunden, da er eine so klare biblische Lehre nicht glauben könne. Doch seit 1995 ist das nun anders, und die Zweifler hatten recht.
Man nannte auch Jahre: 1914, 1925, 1975. Alles auf die Bibel gegründet? In den neuen Jesaja-Büchern werden viele Auslegungen auf 1919 bezogen; wo finde ich das in der Bibel? Dort soll Babylon die Große gefallen sein: als das alte Babylon fiel, haben die Bewohner es deutlich gemerkt; die modernen 'Babylonier' merkten es bis heute nicht.
Als Gott sein Bundesvolk wählte am Sinai und die Christenversammlung zu Pfingsten, hat er das deutlich bekundet; wie hat er dies heute getan? Es gibt zahlreiche Gemeinschaften, die sich elitärer Erwählung rühmen; wir sollten die Geister prüfen, das verlangt Gottes Wort (1.Joh. 4:1).
Wie ist das mit den Bewohnern von Sodom? Mal sollten sie ewig vernichtet sein, mal durften sie auferstehen; das wechselte mehrmals. Wie stand und steht es mit Daniel 4 (Nebukadnezars Traum und die Zeitrechnung)? Und warum gibt es über Zweifelsfragen keine offene Diskussion? Warum haben manche Brüder Angst, ihre Zweifel zu äußern?
Du hast geschrieben, man dürfe Texte nicht einfach drehen und wenden, wie man sie gut gebrauchen könne. Das ist richtig. Doch warnt uns Röm. 2:1, das gleiche zu tun, was wir an anderen beanstanden. Bis 1935 nahmen alle Brüder am Gedächtnismahl die Symbole ein; in den vier Berichten über die Einsetzung steht nichts von bestimmten Hoffnungen, sondern von Vergebung der Sünden; auch die Große Volksmenge wäscht ihre Kleider im Blut des Lammes. Doch 1935 wurde von Rutherford die bisherige Verfahrensweise geändert. Ich spreche hier nicht über 'Hoffnungen', sondern über den veränderten Gebrauch von unveränderten Bibeltexten. Und es gibt nun einmal Punkte, in denen Menschen nach dem eigenen Gewissen und Verständnis handeln müssen (Röm. 14:23), und niemand darf sich zum Herrn des Glaubens anderer machen (2.Kor. 1:24). Sie sollten deshalb nicht diszipliniert und zu Abtrünnigen erklärt werden.
In diesem Bereich ließen sich noch viele weitere Beispiele anführen. Das heißt nicht, dass es nicht Brüder gibt, die anstreben, sich in Lehre und Raterteilung nach der Bibel zu richten. Aber die Schrift sagt: wir erkennen nur stückweise (1.Kor. 13:9,12). Daher sollten wir in unseren Behauptungen bescheidener sein.
4. Sie hält sich von der Welt getrennt
Die einzelnen Brüder haben in der Vergangenheit vieles auf sich genommen, um ihrem Verständnis dieses Textes zu entsprechen. Doch ist ja bekanntlich gerade die Diskussion im Gange über die auch von der WTG zugegebene zehnjährige Mitgliedschaft der WTG als Nichtregierungsorganisation (NGO) bei den Vereinten Nationen. Die von der WTG vorgebrachten Begründungen sind nicht stichhaltig und würden vergleichsweise keinem einzelnen Zeugen abgenommen. Man saß 'auf dem wilden Tier', hat die Neutralität verletzt; dabei kündigte man gleichzeitig den Unterstützern der Vereinten Nationen Vernichtung an. Hier gilt ebenfalls der Grundsatz aus Jakobus 2:10.
Und wie war das im zweiten Weltkrieg? Während in Deutschland die Brüder in den Konzentrationslagern litten, durften in der Schweiz die Brüder mit Billigung der WTG ihren Militärdienst leisten. Präsident Knorr hat sich 1947 dafür 'mutig entschuldigt', wie ein Wachtturm von 1948 es formulierte. War der Grund für dieses Verhalten vielleicht darin zu suchen, dass man vermeiden wollte, dass das letzte Zweigbüro auf europäischen Boden geschlossen würde? Heiligt der Zweck die Mittel?
Gewiß, andere haben weit Schlimmeres getan, und die Leiden der Brüder verdienen Achtung und Respekt. Aber die oben aufgestellte Behauptung ist doch wohl nicht so ganz aufrecht zu erhalten.
5. Ein hohes Maß sittlicher Reinheit
Dies sollte natürlich das Ziel einer christlichen Gemeinschaft sein. Ich stimme auch keineswegs allem zu, was in manchen Gemeinschaften gestattet wird; aber ich bin auch nicht zum Richter berufen. Ich muß nach meinem Gewissen handeln. Und man kann nicht bestreiten, dass auch andere christliche Gemeinschaften mit hohen ethischen Ansprüchen ein ähnliches Ziel anstreben. Der Unterschied liegt wohl mehr darin, wie man mit 'Sündern', mit Übertretern umgeht. Da gibt es welche, die lassen 'verlorene Schafe' einfach laufen ('es ist ja ihr Leben'), andere suchen das, was verloren ist, und suchen zu heilen, und wieder andere versetzen den 'verlorenen Schafen' dann noch 'Abschiedsfußtritte', werfen sie hinaus, oder stellen äußerst unchristliche oder unmenschliche Regeln für eine Rückkehr auf.
Viele streben nach einer reinen Gemeinschaft, einer reinen Organisation. Aber gibt es die? Jedes Jahr werden Tausende wegen Verfehlungen aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, und während ich hier schreibe, laufen schon wieder Hunderte von Rechtskomiteefällen. Gibt es denn eine reine Organisation, können sich Menschen so vor Gott rühmen? Oder gilt Röm. 3:9-12 nur für andere, nicht auch für uns? Bedürfen wir der Barmherzigkeit Gottes so wie auch alle übrigen Menschen? Willst du Dich rühmen, besser zu sein als viele Schlechtere (was ich gern glaube und wovon ich überzeugt bin) oder mißt Du dich am Beispiel Jesu mit dem Maßstab Gottes? Wenn Du Dich selbst rühmst oder auch Deine Gemeinschaft – ungeachtet dessen, dass man christliche Normen anstrebt –, dann bist Du wie der Pharisäer im Gleichnis von Luk. 18:9-14: er log nicht, aber er erkannte nicht sein Versagen!
Aber es gibt Dinge, die sogar zu bemängeln sind; gerade gegenwärtig läuft in den Vereinigten Staaten eine Welle der Kritik, weil man der Organisation vorwirft, sie würde Kinderschänder in ihren Reihen dadurch decken, dass sie versuche, die Tatbestände zu vertuschen, um den Ruf der Organisation nicht zu gefährden. Träfe das zu, dann wäre das sicher nicht im Einklang mit dem obigen Ziel. Und wenn man von 'Theokratischer Kriegslist' hört, d.h. vom Verschweigen der Wahrheit gegenüber denen, 'die keinen Anspruch darauf haben, sie zu erfahren' (siehe auch im Einsichten-Buch der WTG, Band 2, S.237, Abs.5), so könnte das in bestimmten Fällen als eine Großzügigkeit gegenüber Täuschung und Lüge verstanden werden, z.B. in Sorgerechtsverfahren usw.
Wir sollten als Christen vielmehr als Unwürdige danken für Gottes Gnade statt uns in elitärer Selbstbeweihräucherung zu erheben. Wenn andere uns loben sollten, dann ist das etwas anderes (Spr. 27:2). Aber achte doch einmal darauf, ob Du nicht in den eigenen Reihen eine Fülle von Selbstlob liest oder hörst, eine Selbstgerechtigkeit wie die der Pharisäer (Spr. 30:12).
6. Predigen der guten Botschaft vom Königreich
Bestimmt war es immer ein Merkmal gläubiger Christen, ihren Glauben zu bekennen und Gottes Werk zu tun (Joh. 6:29). Und die WTG lehrt ja ausdrücklich, dass niemand außer uns die 'gute Botschaft vom Königreich' predigt. Sicher tut das wohl keiner in der gleichen Weise wie wir; aber predigen andere gar nicht, und woher kommt dann ihre Zunahme an Mitgliedern?
Es ist interessant, einmal den Begriff 'gute Botschaft vom Königreich' in der Konkordanz der WTG (oder einer anderen) nachzuschlagen. Der Ausdruck erscheint dreimal bei Matthäus, zweimal bei Lukas und einmal in Apg. 8:12, dort aber schon als 'Gute Botschaft vom Reiche Gottes und vom Namen Jesu Christi'. An allen anderen Stellen wird einfach von der 'Guten Botschaft' gesprochen. Warum erscheint nun dieser Ausdruck 'Gute Botschaft vom Königreich' nicht mehr nach Pfingsten und in den Briefen der Aposteln, warum nur in den Evangelien?
Die Antwort ist einfach, Jesus hatte seinen Lauf auf Erden noch nicht vollendet; daher sprach er von der 'Guten Botschaft vom Königreich'. Er konnte nicht gut die 'Gute Botschaft von sich selbst' verkünden; doch nach Pfingsten änderte sich die Bezeichnung. Auch die Apostel gebrauchten den Ausdruck 'Gute Botschaft', aber sie gebrauchten nun auch 18 Mal – also ein Mehrfaches der fünfmal in Verbindung mit dem Königreich – den Ausdruck 'Gute Botschaft über Jesus Christus', wie gesagt, ohne die Stellen, an denen einfach von der 'Guten Botschaft' die Rede ist. Die Apostel sprachen auch von Reich Gottes oder vom Reich Christi, aber dieses Reich war eingeschlossen in die Dinge, die Christus betrafen, wie z.B. Apg. 28:31, denn ohne Christus kein Reich! Und diese Botschaft wurde verkündigt (2.Kor. 4:3-5). Sie wurde verkündigt als gute Botschaft über den Christus, gewiß manchmal entstellt, mitunter mißverstanden oder falsch motiviert, aber sie wurde gepredigt (Philipper 1:18). Und das taten in der Vergangenheit – und auch heute – viele. Wer immer die gute Botschaft über den Christus verkündigt, verkündigt auch das Reich Gottes, um das ja in Jesu Gebet gefleht wurde.
Aber vielleicht sagst Du: wir verkünden dennoch etwas anderes, nämlich die Botschaft vom 1914 aufgerichteten Königreich! Doch warnt uns die Schrift, von der Lehre Jesu und der Apostel abzuweichen (2.Joh. 9 und Gal. 1:6-9). Ich sage das keineswegs als Angriff (Gal. 1:10; 4:16), sondern aus aufrichtiger Sorge; ein 'Evangelium von 1914' gibt es nicht in der Bibel und ist darin auch nicht vorhergesagt. Man sollte nicht von dem Evangelium der Bibel, dem Evangelium über den Christus, dem und zu dem das Reich gehört (1.Kor. 15:24) abweichen und auch andere, die den Christus predigen, nicht gering achten.
7. Frucht des Geistes mehr als in der Welt
Wie sollte man denn 'Gottes Organisation', einen treuen und verständigen Sklaven, erkennen können? An der Liebe der einzelnen Glieder untereinander und an ihren Früchten. Nun fragte schon Franz Graf-Stuhlhofer [bei "Bechhaus], ob nicht auch andere Gemeinschaften solche Früchte aufweisen, und Du sagtest ja, man müsse alle sieben Punkte im Zusammenhang sehen, nicht einen allein.
Man darf nicht vergessen, dass auch ethisch hochstehende Menschen und humanistisch eingestellte Personen viel Gutes tun; das war auch in den Tagen Jesu schon so, und Jesus hat in Gesprächen die guten Taten bestimmter Personen auch nicht bestritten. Doch sprechen wir hier ja von Christen und deren Frucht des Geistes. Bestimmt wäre es kaum ein Zeichen des Geistes, sich seiner Taten zu rühmen; selbst ein Paulus, der andere Christen achtungsvoll als 'Geistesmenschen' bezeichnete (Gal. 6:1), sagte das niemals von sich selbst, sondern bekannte sich bescheiden als immer noch 'im Fleische' (Römer 7:18). Das Selbstrühmen scheint mir aber ein großes Problem zu sein.
Auch was gute Werke betrifft, sollten wir uns nicht selbst loben; wir sollen als Christen eifrig sein in guten Werken (Tit. 2:14; 3:8). Und wenn man z.B. Römer 12:9-21 oder Eph. 5:25-6:9 liest – neben zahlreichen anderen Stellen und Worten Jesu –, dann ist zu erkennen, dass gute Werke nicht nur im Predigen bestehen. Gewiß, einzelne Brüder und Schwestern versuchen auch, gute Werke im Sinne der Worte der Schrift zu tun, aber als Gemeinschaft besteht unser Ziel ausschließlich im Predigen. Auch Freundlichkeit und Milde sind Kennzeichen, ja, aber nicht nur gegen Brüder und am Glauben interessierte Personen, sondern auch gegenüber Kritikern und Gegnern, wenn es denn die Frucht des Geistes wirklich ist.
Oft hört man in Versammlungen: 'Es ist so wenig Liebe da', 'Niemand kümmert sich um mich' usw. Ich will hier keine Einzelfälle untersuchen, die auch unberechtigt sein können, aber die glänzende Rüstung eines Ritters ohne Furcht und Tadel dürfen wir uns doch wohl nicht anziehen und gleichzeitig auf die Flecken anderer hinweisen. Wir sagen: 'wir predigen kein soziales Evangelium'. Ich will mich nicht an diesem Wort 'aufhängen'. Christen predigen das Evangelium Jesu Christi, und wenn wir ihn nachahmen, dann ist es unerheblich, ob andere das 'sozial' nennen; aber er predigte und praktizierte Liebe, half Armen auch materiell, und gab ein Beispiel. Auch Jakobus führt in seinem Brief Beispiele an (Jak. 2:15-16). Gutes zu tun gegenüber jedermann, selbst gegenüber Gegnern: für mich ist das sozial. Und gibt es da nicht wirklich Personen und Gruppen, die in diesem Bereich auf Grund ihres Glaubens mehr tun als wir? Wir setzen andere Schwerpunkte; aber der Richter aller ist Christus, der Herr!
Meine Erfahrungen in Jahrzehnten zeigten mir: hier steht mehr die Loyalität zu einer Organisation im Vordergrund als gute Werke für Bedürftige. Vielleicht hat jemand andere Erfahrungen gemacht. Auf jeden Fall erkenne ich keinen Grund, sich zu rühmen. Kennst Du die Menschen anderer Gruppen so gut, um Dich zu einem Urteil berufen zu fühlen? Wenn ich die Frucht des Geistes suche, auch unter Brüdern, auch bei mir selbst, dann komme ich immer wieder auf Römer 7:24-25 zurück.
Zusammenfassung
Liebe Regina, ich kann nur hoffen, dass Deine Leselust Dich bis hierhin geführt hat. Sei meines tiefen Respekts und meiner besten Wünsche für Dich versichert und gewiß. Ja, man muß alle Punkte – und es gibt deren noch mehr – im Zusammenhang sehen, aber auch mit 'unverdecktem Gesicht' und mit dem Licht des Wortes Gottes. Folgen wir dem Lamme nach, wohin immer es geht! Das wünsche ich Dir jedenfalls von ganzem Herzen.
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Erklärungsurl - gepostet von Nachtperle am Montag 23.04.2007
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