Sollte man es nicht Heuchelei nennen?

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    Re: Sollte man es nicht Heuchelei nennen?

    Nachtperle - 05.01.2008, 21:00

    Sollte man es nicht Heuchelei nennen?
    Sollte man es nicht Heuchelei nennen?

    Beim Lesen der Ausgaben des Wachtturms, der Hauptveröffentlichung der Wachtturm-Gesellschaft (WTG) und Grundlage der Betrachtung in einer der wöchentlichen Zusammenkünfte von Jehovas Zeugen, sind mir in den Ausgaben vom 1.12.2006 und vom 15.12.2006 zwei Äußerungen aufgefallen, die vielleicht in all den dort geäußerten Gedanken von Vielen überlesen werden, die mir aber wieder einmal zeigen, wie unaufrichtig religiöse Führer sein können und welche noch so unscheinbaren Mittel eingesetzt werden, um vertrauensvolle Menschen zu manipulieren und zu indoktrinieren.

    Es ist bekannt, daß in den Schriften und Publikationen der WTG der folgender Text aus Apostelgeschichte 17:11 häufig zitiert wird:

    Diese [gemeint sind die jüdischen Bewohner der altgriechischen Stadt Beröa] nun waren edler gesinnt als die in Thessalonich, denn sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese Dinge so verhielten.


    Der Text wurde dann regelmäßig als Beispiel oder als Ermunterung oder Aufforderung für die Menschen angewandt, die keine Zeugen sind, damit sie ihre eigene Religion prüfen sollten; dazu sollten sie auch die ihnen von Jehovas Zeugen in ihrer Predigttätigkeit an den Türen und in den Wohnungen überbrachten Lehren bereitwillig aufnehmen und mit dem Schriften, also der Bibel, gemäß den Erläuterungen der Zeugen vergleichen, also im Sinne der WTG ‚sorgfältig erforschen‘. Die Beröer wurden regelmäßig als beispielhaft für diese Leute hingestellt, wobei der Nachdruck auf dem ‚sorgfältigen Forschen‘ lag.

    So weit, so gut! Dagegen wäre nichts zu sagen! Es gab und es gibt glücklicherweise immer wieder Menschen mit einer solchen Grundeinstellung, die aufrichtig und ehrlich zu forschen suchen; doch wie äußert sich die WTG, wenn sie den Text auf Jehovas Zeugen selbst, auf ihre Anhänger oder Gläubigen anwendet? Im Wachtturm vom 1.12.2006 schreibt sie auf Seite 22, Absatz 10:

    Wie bei Jesus zeigt sich auch unsere Liebe zu Gott durch Gehorsam. .....Alle, die Jehova wirklich lieben, lassen sich gern von ihm leiten. Sie vertrauen auf Gottes Weisheit und befolgen seine liebevollen Anweisungen, weil sie anerkennen, daß sie ihre Schritte nicht selbst lenken können (Jeremia 10:23). Sie gleichen den edel gesinnten Beröern, die Gottes Botschaft "mit der größten Bereitwilligkeit" aufnahmen und denen viel daran lag, den Willen Gottes zu tun (Apostelgeschichte 17:11). Sie forschten sorgfältig in den Schriften, um Gottes Willen noch besser zu verstehen.

    Kein Wort mehr vom Prüfen, sondern Anweisungen befolgen. Die edle Gesinnung, die sich nach Lukas gerade in der Bereitschaft, Aussagen in Frage zu stellen und an Hand des Wortes Gottes zu prüfen, zeigt, wird hier einfach in Gehorsam umgedreht. Was bei Außenstehenden gelobt wird, kommt natürlich bei den eigenen Mitgliedern nicht in Betracht. Nennt man das nicht Heuchelei?

    Ein anderer Punkt fiel mir auf im Wachtturm vom 15.12.2006, Seite 26, Absatz 5; dort schreibt die WTG:

    Jesus war also darum besorgt, Satans Welt könne auch seine Nachfolger so sehr ablenken, daß sie möglicherweise ‚zu den Dingen zurückkehren, die dahinten sind‘ (Lukas 17:22, 31). Und auf einige trifft das tatsächlich zu. Jahrelang sehnten sie den Tag herbei, an dem Jehova der bösen Welt ein Ende macht. Als Harmagedon entgegen ihrer Erwartung ausblieb, wurden sie mutlos. Ihre Überzeugung, daß das Strafgericht Jehovas nahe ist, schwand. Sie ließen im Predigtdienst nach und gingen allmählich in weltlichen Dingen derart auf, daß sie für geistige Bedürfnisse kaum noch Zeit fanden (Lukas 8:11, 13,14). Schließlich ‚kehrten sie zu den Dingen zurück, die dahinten sind‘. Wie schade!

    ......ihre Erwartung? Ihre Überzeugung? Schämt sich die WTG nicht, wo etwas zu schreiben? Wer hat diesen Menschen denn eine solche Erwartung und Überzeugung eingeflößt, eingetrichtert, eingebleut, zur Glaubensfrage hochstilisiert, selbst unter Anwendung von Druck, wer hat Daten für das Ende festgesetzt, hat zum Endspurt auf der christlichen Rennbahn aufgefordert, und das nicht einmal, sondern immer wieder! Zweifler wurden diskreditiert, in Verruf gebracht, mißachtet. Wer hatte denn ‚ihre Erwartung‘ und ‚ihre Überzeugung‘ zum allgemeinen Glaubensgut, zur verpflichtenden Überzeugung von einigen Millionen Menschen festgesetzt? Und nun war all das plötzlich nur noch die – natürlich falsche – Erwartung und Überzeugung von ‚einigen‘!

    Hier zeigt die Heuchelei ganz offen ihr Gesicht für jeden, der sehen will. Und man kann absehen, wie von Seiten der Führung reagiert werden wird, wenn wieder einmal Lehren, Erwartungen und Überzeugungen aufgegeben werden müssen, die heute noch von dem ‚treuen und verständigen Sklaven‘ und seinen offiziellen Vertretern im Namen der Einheit durchgesetzt, ja erzwungen werden, so daß man Zweifel gar nicht mehr zu äußern wagt. Stelle Dich nur rechtzeitig darauf ein, daß auch Du einmal zu den ‚Einigen‘ gehören kannst, die verkehrte Erwartungen und Überzeugungen hatten; der ‚Sklave‘ hat dann nichts mehr damit zu tun; er ist ja nur der treue Ausführer des Willens Gottes.



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