Sieben Worte

Nachtperle's Plauderecke
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    Re: Sieben Worte

    Nachtperle - 05.01.2008, 21:02

    Sieben Worte
    Sieben Worte

    Wenn Christen den Ausdruck ‘sieben Worte‘ hören, dann denken sie unwillkürlich an die sieben Worte, die Jesus auf Golgatha bei seiner Hinrichtung geäußert hat und die uns von den Evangelisten überliefert worden sind. Obwohl in der Bibel die Zahl ‘sieben‘ oft in symbolischer Weise benutzt wird, besteht kein Anlaß, in diesem Fall an symbolische Deutungen zu denken. Keiner der Evangelisten hat alle sieben Worte berichtet; jeder berichtete von den Worten, die sich ihm besonders eingeprägt hatten – Johannes, der anwesend war – oder von denen ihm berichtet wurde und die er für wichtig hielt – Matthäus, Markus und Lukas.

    Man sollte annehmen, daß ein Mensch in einer unerträglichen Situation voller Schmerzen, Pein und Todeskampf, wie Jesus sie hier erlebte, an nichts weiteres mehr denkt als an das Ende seiner Leiden. Doch sehen wir bei Jesus selbst unter diesen Umständen, daß er seine Wesensart, seine Haltung, seine Einstellung, die er vorgelebt hat, auch hier nicht ändert, stets seinen Vater im Blick hat und unentwegt an die denkt, für die er hier gerichtet wird.

    Das erste Wort wird berichtet in Lukas 23:34 ‘Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!’

    Er sprach hier von den Menschen, die ihn gerade – direkt oder indirekt – töteten, von Juden und Römern; sie waren blind für das Licht der göttlichen Wahrheit über den Sohn, den Messias (1.Kor. 2:8); doch bedeutete ihre Unwissenheit nicht Schuldlosigkeit (Joh. 3:19). Aber die Bitte Jesu gerade in diesem Augenblick zeigt seine grenzenlose Barmherzigkeit und die unvorstellbare Gnade Gottes. Jesus erfüllte die Prophezeiung von Jesaja 53:12, er erfüllte aber auch seine eigene Erklärung des Gesetzes nach Matthäus 5:44: ‘Bittet für die, welche euch verfolgen!’ Er bat für seine Mörder, aber auch für die, welche ihn in diesem schrecklichen Zustand noch verspotteten und verhöhnten. Er wurde verspottet von Passanten, von den jüdischen Führern und Priestern, von den Soldaten und sogar von einem Übeltäter, der mit ihm hingerichtet wurde. Man muß diese Berichte lesen, um Jesus zu ‘erkennen’ (Joh. 17:3). Für Sünder starb er, und er gedachte ihrer bis zuletzt. Und er gedachte des Vaters! Der Vater war immer vor ihm, bei ihm, selbst in dieser Situation; er wußte, daß er den Vater jederzeit bitten konnte; der Sohn hatte Zutritt beim Vater, auch in diesem Augenblick!

    Sein zweites Wort wird berichtet in Lukas 23:43 ‘Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein!’

    Selbst in einer so unvorstellbaren und unmenschlichen Situation war Jesus bereit, auf einen noch so geringen Ausdruck des Glaubens an ihn als Erlöser zu hören. Er wurde hier angesprochen als König, und er antwortete als König. Dieses Wort Jesu spricht auch eine deutliche Sprache für die Echtheit der Evangeliumsberichte; einem Erfinder dieser Berichte wäre eine solche Szene niemals in den Sinn gekommen. In dieser Begebenheit drückt sich die Herrlichkeit Christi bei gleichzeitiger tiefster Erniedrigung aus! Erinnert sie nicht auch an das Wort Jesu in Lukas 17:34-36: ‘einer wird genommen, der andere gelassen werden’? Der reuige Übeltäter richtete sich selbst, verurteilte sich selbst (1.Kor. 11:31), und so konnte er in Gnade gerettet werden. Ganze Generationen von Gelehrten haben Gottes Wort erforscht, und das ist gut so! Doch Menschen sind und bleiben blinde Leiter. Aber jener, welcher auf den Sohn Gottes vertraut, wird nicht enttäuscht werden. Hier lag keine Berechnung vor, keine letzte-Minute-Reue, sondern echte, von Herzen kommende Reue. Mit Gottes Gnade kann man nicht spekulieren. Echte Reue wird angenommen, zu irgend einem Zeitpunkt! Glaube und Wiedergeburt waren erforderlich; für Werke hatte der Mann keine Zeit mehr. Aber das Erforderliche hatte er zum Ausdruck gebracht! Und dieses Erforderliche war wirklich, war echt! Jesus sagte: ‘Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen‘ – nicht einmal in dieser Situation (Joh. 6:37). Dieser Bericht über Jesu Tun und sein Wort gibt jedem, der zu ihm kommen will, Trost und Zuversicht!

    Jesu drittes Wort finden wir in Johannes 19:27: ‘Frau, siehe dein Sohn!...Siehe, deine Mutter!’

    Auch dieses Wort unter den gegebenen Umständen zeigt wiederum, wie Jesus unter Todesschmerzen doch nur an andere dachte; hier sorgte er sich um seine verwitwete Mutter und gab sie einem Jünger in Obhut, da damals seine Brüder wohl noch nicht gläubig an ihn waren (Joh. 7:5). Jesus zeigte hier seine Selbstlosigkeit und Sohnesliebe, seine Fürsorge für jene, die zu ihm gehörten.

    Sein viertes Wort wird von Matthäus (27:46) und Markus (15:34) berichtet: ‘Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!’

    Hier sehen wir Jesus, den Stellvertreter für unsere Sünden, wie er den Zorn Gottes empfindet; hier kann er nicht zum ‘Vater’ sprechen, sondern zu dem heiligen Gott, der Sünde nicht duldet, sich von der Sünde abwendet. Wie schmerzlich für ihn, der immer in der Nähe des Vaters war! Es war der ‘tiefste’, der schlimmste Augenblick in diesem Erlösungswerk! In diesem Tiefpunkt verwandte Jesus die offizielle Anrede – Gott! Mächtig war dieses Wort in seinem Anspruch: ‘MEIN GOTT!’ Jesus fühlte die Gegenwart Gottes nicht mehr, fühlte vielmehr etwas vorher nie Gekanntes: das Verlassensein von Gott! Und noch einmal mußte Jesus Spott über sich ergehen lassen. Doch dieses Wort Jesu konnte nur der äußern, der völlig auf den Gott der Wahrheit und Heiligkeit vertraute! Prophetisch war dieses Wort in Psalm 22:1 vorausgesagt worden; und auch sein nächstes Wort finden wir angekündigt in Psalm 69:21.

    Das fünfte Wort Jesu lautete gemäß Johannes 19:28 ‘mich dürstet!’

    Jesus erkannte, daß sein Tod unmittelbar bevorstand; alles war erfüllt bis auf das angekündigte Ereignis in Psalm 69; er äußerte die Bitte nicht nur seines brennenden Durstes wegen, sondern auch, daß die Menschen dort auch noch das letzte von ihrer Seite her tun sollten, um Gottes Wort als wahrhaftig zu erweisen.

    Das sechste Wort Jesu wird berichtet in Johannes 19:30 ‘Es ist vollbracht!’

    Das Wort schließt den Gedanken ein, eine Aufgabe erfüllt zu haben; das vollständige Erlösungswerk war zu Ende gebracht; hier finden wir die Grundlage für unsere Sicherheit und unsere Rettung durch alle Zeitalter hindurch. Das Gesetz war erfüllt, vollständig, im Gehorsam bis zum Tod; die messianische Prophezeiung in ihrer Ganzheit war erfüllt. Jesus hatte die Grundlage gelegt für sein Reich, für eine neue Welt.

    Jesu letztes Wort finden wir in Lukas 23:46 ‘Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!’

    Jesus übergab seinen Geist selbst an Gott, den er hier wieder ‘Vater’ nennt; der Tiefpunkt war überwunden, alles war vollbracht! Und auch hier sprach er in den Worten der Schrift, im Worte Gottes, das beständig auf seinen Lippen war (Psalm 31:5). Hier bringt Jesus noch einmal sein absolutes Vertrauen in seinen himmlischen Vater zum Ausdruck.

    Siebenmal öffnete Jesus seinen Mund auf Golgatha, und seine sieben Worte sind heute noch und für immer Glanzlichter himmlischen Lichts in unserer Dunkelheit, Klänge von oben, die uns die Bedeutung des Geschehens noch einmal klar und deutlich machen.

    Das erste eine Bitte um Vergebung für die, welche ihn mißhandelten, mordeten; das Wort zeigt den Kern seiner Aufgabe, zu der er gekommen war: Erlösung für Sünder.
    Das zweite öffnete sein Reich dem, der an ihn glaubte.
    Das dritte zeigt uns, daß er für die Bedürfnisse der Bekümmerten, Beladenen und Verzweifelten sorgen wird, die ihm gehören.
    Das vierte zeigt die Tiefe der Finsternis, bis zu der unser Erlöser hinabstieg, um uns freizukaufen vom Tod, zeigte, wie er sich selbst zum Fluche machte, um uns vom Fluche zu befreien; es zeigt uns aber auch, daß wir einen Herrn haben, der mit den tiefsten Tiefen der menschlichen Erlebnisfähigkeit vertraut ist, und daß wir in Zeiten tiefster seelischer oder geistlicher Erschütterung zu ihm kommen können; er ist in der Lage, uns aus diesen Tiefen herauszuholen!
    Das fünfte zeigte seinen brennenden Durst an der Grenze der Erträglichkeit der Leiden und gibt uns Gewißheit, daß er mit den Leidenden mitleiden kann, weil er dies alles erlebte.
    Das sechste ist die kürzeste, herrlichste, reichste Verkündigung der guten Botschaft, der Botschaft der Freude für alle und für alle Zeit, ja bis in Ewigkeit!
    Das siebte und letzte ist ein Trostwort und Beispiel für sterbende Gläubige aller Zeiten und unter allen Umständen gewesen und ist es geblieben, ein Wort, das uns nicht nur mit Gewißheit beschenkt, Gott unser Leben, unseren Geist anvertrauen zu können, sondern das uns auch ermöglichst, selbst mit der Kraft und dem ‘angenehmen Geruch’ von Gottes Erstgeborenem unsere Bitte an den Vater Jesu Christi zu richten, unseres Erlösers, durch den auch wir den heiligen Gott ‘Abba, Vater’ nennen dürfen!

    Möge unser Herr, Jesus Christus, allezeit gepriesen sein zur Ehre Gottes.



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