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Re: Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen
Xantos - 05.01.2008, 23:24Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen
Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?
Warum sprach Jesus diese Worte am ‘stauros’ (Kreuz, Pfahl) (Matth. 27:46; Mark. 15:34), obwohl er doch wußte, dass Gott ihn auferwecken würde? War es nur, um eine Prophezeiung zu erfüllen (Psalm 22:2)? Wäre eine solche Deutung angesichts der Situation nicht zu ‘billig’, zu einfach und der Sache nicht angemessen oder gerecht? Jesus, der Sohn Gottes, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt trägt, hier auf Golgotha, angesichts des Todes nur darauf bedacht, eine Prophezeiung zu erfüllen, in dieser entscheidenden, besonderen Stunde, der Stunde des Erlösers?
Nur Gottes Geist kennt die Tiefen Gottes und auch die Tiefen Jesu (1.Kor. 2:10-11), doch will ich versuchen, hier darzulegen, was ich bei diesen Worten empfinde, im Gedenken an 1.Kor. 2:12-13: ‘Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind. Davon reden wir auch, nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist, indem wir Geistliches durch Geistliches deuten’.
Gewiß war Jesu sehr und stets darauf bedacht, alles zu erfüllen, was geschrieben steht und was über ihn vorausgesagt worden war; er lebte im Wort seines Vaters; dessen Gesetz war im Innern seines Herzens, nicht nur im Innern seines Kopfes (Psalm 40:8-9; Hebräer 10:7-9), die Worte seines Vaters flossen aus seinem Mund, er brauchte da nicht lange zu überlegen (Joh. 8:26-29); das Wort des Vaters war seine Speise (Matth. 4:4; Joh. 4:34). Daher wußte er auch, dass sein Vater ihn nach seinem Opfertod am dritten Tag auferwecken würde (Matth. 20:18-19; Mark. 8:31; 9:31; 10:33-34; Luk. 18:31-33). Dennoch sprach Jesus die eingangs angeführten Worte. Warum? War dies nur ‘Erfüllung einer Prophezeiung’ oder tiefstes innerstes Empfinden?
Jesus war von Ewigkeiten her - als Logos, als Werkmeister, als Sohn - auf das Engste mit seinem Vater verbunden; dessen Willen zu tun war alle Zeit sein Bestreben und seine Lust, seine Freude. Die Gemeinschaft und Übereinstimmung mit seinem Vater war so tief, dass Jesus sagen konnte: ‘Ich und der Vater sind eins’ (Joh. 10:30); ferner: ‘Der Vater ist in mir und ich im Vater’ (Joh. 14:9-11). Er war nie ohne den Vater, nie getrennt von ihm, sprach mit ihm beständig, hörte auf seine Willensäußerungen, wie schon die vielen aufgezeichneten Gebete und Bitten bezeugen, und wurde während seines Erdenlebens in bestimmten Situationen sogar von Engeln gestärkt (Matth. 4:11; Luk. 22:43). Diese Gemeinschaft mit dem Vater war für ihn stets das Erste, das Wichtigste und zugleich das Selbstverständlichste, so wie für einen Menschen das Atmen etwas Selbstverständliches ist. Er war immer im Einklang mit dem Willen des Vaters, auch auf seinem Leidensweg aus Liebe zur Rettung von Menschen, wie ja auch der Vater die Menschen liebte und deshalb den Sohn gesandt hatte (1.Joh. 4:9). Jesus, der Gerechte, war bereit, die Sünden der Menschen zu tragen, die Strafe mit seinem Blut zu bezahlen und so Gerechtigkeit zu wirken, die vor Gott gilt, und die Sünden zu tilgen, (1.Joh. 1:7-9; 2.Kor. 5:21). Das Wort ‘vergeben’ in 1.Joh.1:9 bedeutet buchstäblich ‘hinweg senden’. Unsere Sünden, unsere Schuld werden hinweg gesandt, so weit hinweg gesandt, wie Ost von West entfernt ist (Psalm 103:12), d.h. sie existieren nicht mehr vor Gott. Seht doch, welche Liebe uns der Vater erwiesen hat! (1.Joh. 3:1).
Jesus war bereit, den Willen des Vaters bis zum Äußersten zu tun. Er hing nun am Holz, trug die Sünden der ganzen Welt, und nicht nur einige oder bestimmte Sünden, sondern alle, denn das Blut Jesu macht uns rein von aller Sünde und von aller Ungerechtigkeit (1.Joh. 1:7,9). Er trug die Sünden aller, auch Deine und meine. Und er wußte: Jehova Gott ist ein heiliger Gott; er hat mit Sünde nichts gemein und wird sie auch nicht ungestraft lassen; er wird den Sündenträger verlassen, denn auf diesem ruhte nun Gottes Zorn, Gottes Gericht über die Sünde, deren Lohn Tod ist, in unbeschreiblichem Masse.
Jesus wußte das; aber er war noch nie ohne die Gemeinschaft mit dem Vater gewesen, hatte dies noch nie erlebt oder empfunden. Dieses Erlebnis, von Gott, dem Vater, verlassen zu sein. Todeseinsamkeit zu erfahren, dieses Unergründliche, zutiefst Erschütternde zu erleben - obwohl er auch hier in allem Sohn Gottes blieb, denn selbst in dieser Situation spricht er zu Jehova als: mein Gott - zwingt ihm diese Worte auf die Lippen.
Nicht Gottes Liebe zu seinem Sohn endete hier - nein, nie! - sondern Jesus trug die Sünden bis in das tiefste Gericht, suchte aber dennoch Zuflucht bei seinem Gott und Vater! Der Vater im Himmel hatte in diesem Augenblick - in jenen 3 Stunden - die Lebensgemeinschaft mit seinem Sohn, dem Sündenträger, zerschnitten; Jesus starb! Das Erlebnis des Gottverlassenseins war für Jesu aufwühlend und bitter (die Worte besagen zu wenig, doch mir fehlen hier die rechten Worte!), aber nie war seine Liebe und sein Vertrauen zum Vater gebrochen. Jesus erlebte Gottes Zorn über die Sünde des ganzen Menschengeschlechts; nicht, dass der Zorn gegen ihn persönlich gerichtet gewesen wäre, aber er mußte die Wirkung tragen, die Strafe traf seine Person. Er hat eigentlich unsere - Deine und meine - Strafe getragen. Er wurde für uns zur Sünde und zum Fluch (2.Kor. 5:21; Gal. 3:13). Jesus hat das ‘Verlassen Werden’ und ‘Verlassen Sein’ von Gott mit einzigartigem Schmerz empfunden, hat die tiefste Bitterkeit des Todes geschmeckt. Er erfuhr die ganzen Schrecknisse der Sünde, die von Gott trennt, und wie sie von Gott trennt! Diese Trennung muß für ihn, den einzig gezeugten Sohn, unausdenkbar qualvoll gewesen sein. Doch nur so wurde der volle Preis für unsere Sünden bezahlt.
Doch war Jesu eingangs angeführtes Wort nicht das letzte in seinem Erdenleben; seine Ausrufe ‘Es ist vollbracht’ und ‘Vater, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist’ zeigen sein Wissen und völliges Vertrauen, dass Gottes Willen bis zum Ende ausgeführt worden war.
Und wir? Könnten wir eine so große Rettung aus Gnade mißachten, ja verachten? Sind wir uns bewußt, dass es keine Gemeinschaft mit Jehova Gott, dem Vater, gibt und geben kann außer in Christus und mit Christus (1.Joh. 1:3 und 1.Joh. 2:24)? Lasst uns vor ihm unsere Knie beugen zur Ehre des Vaters (Phil. 2:10-11), und lasst uns in seinem Licht wandeln, damit wir auch selbst nach seinem Gebot Lichter in der Welt sein können!
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