Zweifel

Nachtperle's Plauderecke
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    Re: Zweifel

    Nachtperle - 05.01.2008, 20:29

    Zweifel
    Zweifel - Woher kommen sie? Wofür sind sie ein Anzeichen?

    Jemand mag sagen: 'Ich zweifle ... ich suche Ihn mein ganzes Leben lang und seinen Sohn - Depressionen ... Gehe ich hin, habe ein gutes Gewissen ... Werde ich Harmagedon überleben oder nicht?'

    Diese Gefühle sagen deutlich: etwas stimmt hier nicht! Hier ist keine Glaubensgewißheit oder Heilszuversicht! Müßten denn nicht von Christus befreite Menschen glücklich, ja, wie kürzlich ein Kreisaufseher angesichts der trüben Mienen in der Versammlung es formulierte, ,die glücklichsten, die strahlendsten' sein? statt dessen Unsicherheit, Ungewißheit, Schuldkomplexe, Freudlosigkeit, Depressionen und Ängste bei so vielen! Warum??? Eben weil sie nicht von Christus befreite Menschen sind!

    Ich bin seit Jahrzehnten mit Jehovas Zeugen verbunden und stimme zu, daß die meisten sehr aufrichtig und ihrer Organisation ergeben sind, ihre Kinder lieben und glauben, ihrem Nächsten mit ihrem Predigen etwas Gutes zu tun. Allerdings gibt es auch Fälle - -zu viele - wie der Fall Judiths, der mein Mitgefühl von Herzen gilt. Das elitäre Gefühl, das die Wachtturm-Gesellschaft (WTG) ihren Gläubigen vermittelt, um sie enger an sich zu binden und nach außen abzugrenzen, ist in keiner Weise gerechtfertigt. Selbst gläubige Christen sind noch keine besseren Menschen, bloß, weil sie Christen sind (Römer 3:12); eine solche Überheblichkeit stützt die Bibel keineswegs.

    Ich habe Verständnis für die manchmal barsche Kritik, die manchen verletzte und überzogen erschien, so wie sie ab und zu geäußert wurde Die bitteren Erfahrungen mancher und die in ihren Augen verlorenen Jahre erschweren eine ruhige und sachbezogene Verarbeitung und Stellungnahme; außerdem kann man das Verhalten der Organisation und leider auch das der meisten Ältesten, deren Hauptbestreben 'Loyalität' gegenüber dem 'Sklaven' ist, gar nicht genügend deutlich aufzeigen.

    Es geht mir an dieser Stelle nicht um die Lehren der WTG. Irrtümer gibt es überall, obwohl man schon unterscheiden muß zwischen unwesentlichen Interpretationen oder so wesentlichen Aussagen wie die Lehre von der Bedeutung des Jahres 1914, an welchem ja andere Lehren wie die erste Auferstehung, die Einsetzung des 'Sklaven' usw. hängen; diese Lehre, die auf der eindeutig falschen Annahme des Jahres 607 v.Chr. als Zeitpunkt der Zerstörung Jerusalems beruht, ist die Grundlage vieler Sonderlehren der WTG; doch weiß sie genau, daß ihre Grundlagen falsch sind, und dennoch täuscht sie ihre Gläubigen, läßt nicht einmal Diskussionen darüber zu, weil es ihr wichtiger zu sein scheint, ihre Anhänger unter 'Endzeitdruck' zu halten, zu einem schon seit Jahrzehnten dauernden 'Endspurt' anzuspornen.

    Noch schlimmer erscheint mir, wie die WTG die Menschen entmündigt. Diese werden bei den Besuchen im Rahmen des Predigtdienstes zuerst aufgefordert, 'ihre eigene Religion zu prüfen'. Doch wenn sie erst einmal Zeugen Jehovas geworden sind, muß das Prüfen aufhören, auch wenn die Bibel Christen ja zum beständigen, fortgesetzten Prüfen auffordert. Doch das gilt dann nicht mehr. Die vorgesetzte Speise ist anzunehmen.
    Prüfen würde ja Zweifel am 'Sklaven', unabhängiges Denken, ja rebellischen Geist und Neigung zur Abtrünnigkeit verraten! Hier wird schon Schuldbewußtsein vermittelt jedem, der noch eigene Gedanken hat! Plötzlich gilt der Wachtturm, der als 'Hilfe zur Bibel' eingeführt wurde, mehr als diese. Wie oft höre ich, wenn ich auf die Bibel verweise: 'ja, aber der Wachtturm sagt doch...'.

    So lange man voll auf der Linie der Organisation liegt, verspürt man wirklich 'Nestwärme', Verbundenheit, Zuneigung usw. Das trifft aber zu auf alle kleinen Gemeinschaften, die sich gegen ihr Umfeld mehr oder weniger abgrenzen und abschotten und ist keineswegs ein Beweis von 'Wahrheit' an sich. Doch was ist von solchen Gefühlen zu halten, wenn sie sofort in Eiseskälte umschlagen, sofern Du Dein Recht in Anspruch nimmst, eigenständig zu denken und auch noch darüber zu sprechen. Du wirst als einer angesehen, der Spaltungen verursacht. Dieser Umschwung der Gefühle liegt jedoch nicht in den Herzen der Menschen sondern ist eine Folge der angeblich von Gott kommenden Anweisungen der Organisation. Die einzelnen Zeugen haben ja zumeist selbst Angst zu sagen, was sie bewegt und was sie denken, wenn sie nicht so denken, wie sie sollen. Die Organisation bestimmt zum Beispiel, daß Du mit Menschen - selbst Angehörigen - nicht mehr sprechen darfst, nur weil sie von ihrem Recht Gebrauch machen, die Gemeinschaft zu verlassen, und die Zeugen gehorchen ohne zu prüfen, ob die so gern angeführten Bibeltexte aus 1.Kor. 5 und 2.Joh. eine solche Handlungsweise überhaupt fordern oder rechtfertigen - was sie nämlich nicht tun.

    Die WTG und ihre 'Leitende Körperschaft', dieser 'Kanal Gottes' hat seine Gläubigen nicht zu Christus, sondern in die Abhängigkeit von der eigenen Organisation geführt, welche sie für ihre Rettung 'arbeiten' läßt.
    Denn über allem steht immer das Wort 'vielleicht; wahrscheinlich; möglicherweise', das Zephania im Hinblick auf die Juden bei der Eroberung durch die Babylonier äußerte (Zeph. 2:3). Von christlicher Gewißheit wird den gläubigen Zeugen nichts vermittelt. Viele fragen ja 'Werde ich Harmagedon überleben?', andere fragen oft 'Tue ich auch genug, um gerettet zu werden?'. Wenn jemand Probleme hat gibt man ihm den Rat, 'mehr zu studieren, mehr zu predigen, mehr die Zusammenkünfte zu besuchen', und wenn die Probleme dann noch anwachsen, bist ist er letztlich selbst schuld. Werden 'von oben' Irrtümer berichtigt, so sind dies keine Irrtümer, sondern 'Neues Licht', und dieses neue Licht muß sofort von allen angenommen werden: jeder muß die neue Deutung vertreten, schon um der 'Einheit' willen; eine 'Prüfung' ist nicht vorgesehen. Manche fühlen Schuldbewußtsein, wenn sie Zusammenkünfte versäumen, daß sie im Königreichssaal zwar ein 'gutes Gewissen' haben, aber anscheinend doch nicht 'erquickt' werden. Ich kann jedem versichern, das es vielen so geht! Aber wenn dem so ist, wessen Sklaven sind diese Menschen? Bestimmt nicht Sklaven oder Jünger Jesu Christi!

    Jesus sagte, er würde Menschen, die zu ihm kommen, erquicken (Matth. 11:28). Man erhält vom ihm, was die WTG nie gab: die Vollmacht, Gottes Kind zu sein (Joh. 1:12). Die WTG erlaubt den Verkündigern höchstens, Gottes Freunde zu werden; doch in Christus gehören Christen zur Familie Gottes; wovor sollten sie sich dann fürchten oder Angst haben?

    Angst ist das Gefühl der Schutzlosigkeit; auch Christen kennen Lebensängste, vor allem, wenn sie sich ihrer Hilfe im Herrn nicht erinnern; doch sie haben Christus zum Trost: sie haben jemanden, der für sie eintritt (1.Joh. 2:1-2) Aber wenn sie sich an ihren Herrn erinnern, bergen sie sich bei ihm, suchen bei ihm Zuflucht und Schutz und sind geborgen. Die Angst vergeht. Wenn Du Gottes Kind bist, wovor solltest du Dich fürchten? Du bist in den sichersten Händen (Joh. 10:28-29): vertraue ihnen! Du brauchst Dir Deine Rettung nicht zu erarbeiten; sie wird Dir geschenkt (Römer 3:22-26; Epheser 2:5,8-9). Bei Jesus gibt es kein 'vielleicht oder 'wahrscheinlich'. So sagt er zum Beispiel in Joh. 5:24. "Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen". Lies doch bitte auch in diesem Zusammenhang Joh. 3:18, Joh. 3:36: Joh. 11:25, Römer 8:1. Das sind Aussagen, denen Du vertrauen darfst. Warum also in Angst vor Harmagedon oder vor einer Organisation leben, was Dein tägliches Leben vergiften kann und Dir die Freiheit raubt, sich der schönen Dinge des Lebens zu erfreuen. Solche Angst vor Menschen gab es auch in den Tagen Jesu (Joh. 9:22), doch nicht mehr bei Christen (Römer 8:38-39).

    Die Wahrheit, die Christen frei macht (Joh. 8:32) ist nicht ein Lehrgebäude wie das der WTG, sondern eine Person, Christus, der Gottes Wahrheit ist (Joh. 14:6). Der Weg in die christliche Freiheit ist der Glaube an den Sohn und das beständige Vertrauen auf die Gnade Gottes. Wir dürfen durch die Kraft des Evangeliums (Römer 1:16) in Freiheit leben. Und wenn Du als Mensch strauchelst, 'abstürzt' - was jedem widerfährt - dann hast Du das Netz des Evangeliums und der Gnade. Das ist nicht als Freibrief zum Schlechten gesagt, sondern als mein Wunsch an dich, daß Du Dich an Deinem Heil in Christus und seiner Heilstat auf Golgatha freuen und ihm vertrauen kannst. Du brauchst zu Deiner Rettung vor Gott nichts zu tun: Er, Jesus, hat bereits alles getan! Du brauchst keine Leistungen vorzuweisen, aber auch kein schlechtes Gewissen zu haben, denn Du hast einen Retter und Fürsprecher. Was immer Du in Deinem Leben als Christ tun willst, entscheide selbst und tue es dann aus ganzem Herzen und freien Stücken, denn Du bist nicht mehr Sklave von Menschen.

    Darum werde auch nicht wieder Sklave von Menschen - auch nicht von solchen, die sich Brüder nennen - (Gal. 5:1) und wende Deinen Blick weg von der belastenden Wolke von Brooklyn hin zu der Herrlichkeit des Lichtglanzes Jesu Christi, in welchem Du auch den Vater erkennst (2.Kor 4:4,6; Hebr. 12:2; Joh. 14:9). Du sagtest: 'Ich suche Ihn mein ganzes Leben lang und seinen Sohn'. Ich glaube, er hat Dich schon gefunden (Joh. 6:37).

    Ich wünsche dir von Herzen Freude und Friede, die sein Geist bringt (Gal. 5:22), und die kein Mensch, keine Organisation Dir geben wird.

    Ich fragte mich oft, warum man im Saal nicht an der Garderobe ein Schild anbringt: 'bitte Gehirn abgeben'! Wie kann man freien Meinungsaustausch, Fragen, auch Kritik so fürchten, wenn man 'die Wahrheit' hat? Wovor hat diese Gesellschaft Angst? Warum will sie mit all ihren Lehren, ihrem Tun nicht ins Scheinwerferlicht der Diskussion, der Faktenabwägung und Beurteilung kommen? Warum kein freier Gedankenaustausch? Nur vor Götzen muß man sich ducken! Warum dieser Anspruch auf bedingungslosen Gehorsam und Autorität, wie ihn nicht einmal ein Paulus vertrat (2.Kor 1:24)? Warum nicht die Toleranz, wie sie in Römer 14 zum Ausdruck kommt - ganz gleich, wer hier der 'Schwache sein mag - eine Toleranz, die man von Außenstehenden für die Organisation fordert, aber den einzelnen Zeugen nicht zubilligt. Scheut man das prüfende Licht (Joh. 3:20-21)? Spricht sich eine solche Organisation nicht selbst ein Urteil? Leider werden die meisten durch die beständige Wiederholung der 'WTG-Speise' in den Versammlungen und natürlich auch durch das übrige Umfeld so beeinflußt, daß sie nicht einmal merken, wie sie ihre Willens- und Entscheidungsfreiheit, ihre Denkfähigkeit einer 'Leitenden Körperschaft' und ihren Funktionären opfern, ja selbst ihr persönliches Gewissen gleichsam 'fernsteuern' lassen.

    Es gibt genügend Beispiele:

    1. Besuch von Beerdigungen Andersdenkender.
    Obwohl Jesus uns doch die goldene Regel gab, nämlich andere so zu behandeln, wie wir selbst behandelt zu werden wünschen, ist es Menschen gelungen, uns ein 'Schuldbewußtsein' zu vermitteln, obwohl wir hier Nächstenliebe üben.
    2. Verhalten zu ausgeschlossenen Verwandten
    Wie ist es möglich, daß die Zeugen sofort prüfen, ob sie sich weisungsgemäß verhalten, aber daß kaum einer prüft, ob das Verlangen der Organisation biblisch ist? Haben nicht auch die Pharisäer das Gebot, die Eltern zu ehren, übertreten um ihrer Anweisungen willen? Es gibt Bibeltexte, die das geforderte Verhalten zurückweisen, aber anscheinend sind die Weisungen des 'Sklaven' höher einzustufen als Gottes Wort.
    3. Schriften wie z.B. die von Ray Franz lesen
    Haben wir als Christen nicht die eigene Verantwortung und Entscheidungsfreiheit, zu lesen, was wir möchten? Wer hat das Recht, uns unserer Entscheidung wegen zu kritisieren, zu bevormunden oder zu disziplinieren? Was Ray betrifft, so atmen seine beiden Bücher den Geist der Wahrheit, Aufrichtigkeit und Liebe, und wenn ihr mit ihm sprecht, dann spürt ihr auch diese Eigenschaften.

    Eine Gemeinschaft, in der man Angst haben muß und hat, kann nicht die Versammlung Jesu Christi sein; das hat nichts zu tun mit menschlichen Unvollkommenheiten oder auch zwischenmenschlichen Mißhelligkeiten, die es überall gibt. Wenn aber eine Organisation, die der 'Kanal Gottes' sein will, bei ihren vielen Irrtümern in der Vergangenheit stets als Entschuldigung in Anspruch nahm, 'nicht inspiriert' zu sein, aber gleichzeitig verlangt, daß man sie 'de facto' so behandelt, indem alles kritiklos angenommen werden muß, was 'von oben' kommt, dann stimmt hier einiges nicht zusammen!
    Jetzt veröffentlicht man einen Wachtturm (01.11.2002) mit dem Thema 'Warum sollte man sich entschuldigen'. Hat sich die WTG je entschuldigt? Nicht einmal in der Angelegenheit ihrer Mitgliedschaft als Nichtregierungsorganisation bei den Vereinten Nationen noch bei ihren vielen Fehlberechnungen in den Endzeitdaten!

    Und warum ist es nötig, Gottes Namen für Alles und Jedes zu 'mißbrauchen'? Nichts kommt von der Organisation, sondern alles von 'Jehova'. Jehova lädt zu den Kongressen ein, Jehova gewährt uns neue Literatur, Jehova sendet den Kreisaufseher und legt das Versammlungsprogramm fest: daher ist auch jegliche Kritik immer gleich Kritik an Jehova.

    Natürlich darfst du Fragen stellen, so lange die das Ziel haben, dich besser für den Predigtdienst auszurüsten; kritische Fragen aber sind unerwünscht. Fragen, welche die Erwählung des Sklaven und seine Zuverlässigkeit antasten, grenzen schon an Rebellion. Ein Beispiel: in dieser Woche betrachten alle Versammlungen im WTG-Buch 'Die Prophezeiung Jesajas - Licht für alle Menschen, Band II, auf Seite 31-32 den auf die geistlichen Führer der Juden bezogenen Text: 'Sie versuchten Gerechtigkeit zu erlangen, indem sie einem Kodex von starren Gesetzen folgten; nicht wenige davon hatten sie selbst geschaffen. Ihre legalistische Gerechtigkeit kannte keine Barmherzigkeit und kein Mitgefühl'

    Müßte hier nicht jeder Zeuge feststellen: 'Haargenau wie bei uns!'. Müßten hier nicht Fragen kommen? Die unzähligen Regeln, Verbote, Anweisungen, Richtlinien, Empfehlungen usw.! Und wie steht es mit Barmherzigkeit und Mitgefühl gegenüber kritisch Denkenden und Leidenden? Aber keiner stellt solche Fragen.

    Noch ein Beispiel:
    die WTG lehrt, Christus sei 1918 unsichtbar zu seinem 'Tempel' gekommen und habe dann 1919 den 'Sklaven' eingesetzt nach Matth. 24:45-46, weil er ihn 'tuend', also 'aktiv' gefunden habe. Gleichzeitig wird aber gesagt, die damaligen Bibelforscher entsprachen den 2 Zeugen in Off. 11:9-11, die 3 ½ Tage (=Jahre) der Zeit von 1914 bis 1918, weil sie damals untätig waren, gleichsam tot. Und dann heißt es an anderer Stelle, daß sie noch unrein waren, mit 'babylonischen' Lehren befleckt, welche sie sogar noch bis in die dreißiger Jahre beibehielten. Je nach Bedarf wird eine dieser Deutungen auf die Sklavenklasse angewandt; aber keiner fragt: ja was waren sie denn nun? Aktiv, tot oder befleckt? Das würde Kritik an Gottes Kanal bedeuten. Freut euch, daß eure Kritikfähigkeit noch lebt!

    Was den 'Abgang' betrifft, so ist die Art und Weise sicher individuell: manche hoffen - nicht zu Unrecht - daß ein 'Abgang mit Knall' einige zum Denken anregen könnte; aber das ist nicht jedermanns Sache. Wichtiger ist vielmehr, meine ich, wohin ihr geht. Es wird das Beispiel vieler Zeugen angeführt, die von Kindheit an dabei waren, nach dem Abgang aber anscheinend jeglichen Glauben verloren haben. Auch ich kenne eine ziemliche Anzahl solcher aus unserer Versammlung und den Nachbarversammlungen; ich schreibe die Verantwortung dafür der WTG zu, welche die jungen Menschen nie zu einem Glauben an den Vater und den Sohn geführt hatte, sondern nur zum Glauben 'an eine siegreiche Organisation', an den 'treuen und verständigen Sklaven'. (Ich selbst fragte einmal vor Jahren einen leitenden Bruder, wie ich denn ein gutes, ein persönliches Verhältnis zu Gott finden und behalten könne: er antwortete mir: 'Wenn du ein gutes Verhältnis zur Organisation hast, dann hast du ein gutes Verhältnis zu Jehova!' - Christus erwähnte er gar nicht).
    Wenn aber dieser Glaube an die Organisation zerbricht, dann ist in aller Regel nichts mehr da. Ich danke Gott, daß mir der Glaube an Ihn und seinen Sohn nicht verloren ging, als es bei mir so weit war, obwohl auch ich ziemlich 'abrutschte' in ein Gefühl des Verlorenseins und der Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit. Hier wurde mir herausgeholfen, und es freut mich sehr für euch, daß ihr das Gefühl des Verlangens nach Gott verspürt; denn Jesus sagte ja: "Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, daß der Vater ihn ziehe" (Joh. 6:44). Damit will ich nicht Gott der Parteilichkeit bezichtigen, denn er versucht, jeden zu ziehen, der will (Joh. 7:17); ich freue mich einfach mit euch über euer Verlangen.
    Jedenfalls heißt die von Zeugen so gern gestellte Frage 'Wohin sollen wir gehen?' in Wirklichkeit 'Zu wem sollen wir gehen?' (Joh.6:68 Antwort: zu Christus, dem Herrn), und gerade zu Ihm sollen, dürfen, können wir gehen, jederzeit! Und dazu möchte ich euch als ein Echo von Off 22:17, als ein Wegweiser auf Christus hin (1.Kor. 2:2; 3:11) von Herzen einladen.



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