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Re: Werde ein Freund Gottes
Nachtperle - 05.01.2008, 20:43Werde ein Freund Gottes
Werde ein Freund Gottes - statt einem Kind Gottes?
Die Wachtturm Gesellschaft (WTG) hat während ihrer diesjährigen Bezirkskongresse eine Broschüre mit dem Titel "Werde ein Freund Gottes" veröffentlicht. Diese Broschüre mit dem scheinbar anspruchsvollen Titel, die nun von Zeugen Jehovas (ZJ) der Öffentlichkeit angeboten wird, kann m.E. von einem überzeugten Christen und Nachfolger Jesu, niemandem empfohlen werden.
Gründe:
Abgesehen von dem niedrigen Niveau der Darstellung, sind es vor allem zwei Gründe, die zu nachfolgendem Schluß führen:
1. in der Broschüre werden zahlreiche "Erfordernisse" und "Lehrpunkte" angeführt. Jesus Christus kommt dabei mit einem kleinen Absatz auf S. 15 – zwischen den Punkten "Satan" und "Engel" – sehr kurz weg. Dagegen wird viel darüber gesagt, was man tun muß, um ein "Freund Gottes" werden zu können (S. 22-29). Das wichtige Bibelthema der Rechtfertigung aus Glauben und der Rettung aus Gnade wird nicht erwähnt.
2. Freunde Gottes? Nur Freunde? Gab uns Jesus nach Joh. 1:12 nicht die Vollmacht, Kinder Gottes zu sein, auf Grund des Glaubens an ihn, also Mitglieder seiner Familie? Selbst in der Bibel-Konkordanz der WTG findet man keine Textstellen, in denen der Ausdruck "Freund Gottes" auf Christen angewandt ist; lediglich Abraham, der Glaubensmann aus vorchristlicher Zeit, wird so bezeichnet. Dagegen finden sich zahlreiche Texte bezüglich "Kinder Gottes, Söhne Gottes, Sohnschaft, Adoption usw.", wie z.B. in Römer 8:15-17,21; Galater 4:5-7; Epheser 1:5 und 5:1; Philipper 2:15; 1. Joh. 3:1-2,10; sowie andere mehr. Darum dürfen wir Gott auch nach den Worten Jesu unseren "Vater" nennen. Die Bibel kennt nur Kinder Gottes und Kinder der Welt, Kinder des Geistes oder des Fleisches. Wer uns die Kindschaft Gottes nehmen will, wer uns die "Familienzugehörigkeit" absprechen und uns zu bloßen "Freunden Gottes" machen will, kann unser Freund nicht sein, er setzt sich in Widerspruch zur Schrift!
Jesus gab uns Vollmacht, im Glauben Kinder Gottes zu sein; das ist eine Gabe, eine bleibende Gabe, die über jede Vorstellung hinaus geht! Gott nimmt uns als seine Kinder an! Wir haben Gemeinschaft mit IHM! In einer Gemeinschaft von "Freunden" besteht ein gegenseitiges Geben und Nehmen; doch hier ist Gott allein der Gebende; er erklärt uns zu seinen Kindern. Deshalb erkennt uns auch die Welt nicht. Doch haben wir Gott als Vater und er behandelt uns auch als seine Kinder. Er hört unsere Gebete und zeigt uns seine Liebe. Wir sind seine gesegneten Kinder in Christus Jesus, unserem Herrn. Wie könnten wir uns zu bloßen "Freunden" degradieren lassen und das Geschenk der Kindschaft mißachten?
Einwände und Antworten
Ich besprach die beiden erwähnten Punkte u.a. mit zwei Ältesten in getrennten Unterredungen. Beide antworteten mir in gleicher Weise:
Zu 1.: man könne in einer solchen Broschüre, die nur zur Bibel heranführen solle, nicht alles bringen.
Gewiß, man muß sich auf das Wesentliche beschränken; wenn man aber sieht, wie genau man alle Erfordernisse und eigene Leistungen, die zu erbringen sind, benennt, dann fragt man sich, ob die Rechtfertigung aus Glauben, diese freie Gabe Gottes, die auf dem Opfertod Jesu gründet, bei der WTG und unter ZJ einen so geringen Stellenwert hat. Diese Gabe Gottes sollte eigentlich, wie bei den Aposteln, im Vordergrund stehen.
Zu 2.: Die Unterscheidung zwischen Kindern und Freunden, die als Einwand vorgebracht wurden, sei doch Haarspalterei und hätte keine Bedeutung.
Die WTG ist in ihren Formulierungen äußerst genau und ändert auch oft ihren Gebrauch um der Genauigkeit willen, ohne daß Älteste wagen würden von Haarspalterei zu reden.[...] Es wurden nun Wort-Beispiele aus der Vergangenheit genannt...
Es trifft nicht zu, daß die WTG mit dem Gebrauch des Wortes "Freund" gegenüber "Kind" keinen Unterschied machen will; vielmehr soll m.E. damit ihre "Zwei-Klassen-Lehre": 144000 Gesalbte = Kinder; und die "anderen Schafe" = Freunde; gestützt werden. Das geht so weit, daß im WT vom 15.09.1974 (S.568) sogar geschrieben wurde: "[...] Auch ist der größte Teil des Inhalts der Christlichen Griechischen Schriften, einschließlich der Verheißungen hinsichtlich des ewigen Lebens, an die geistgesalbten Christen gerichtet, die in diesem Königreich regieren werden."; d.h. einschließlich der Verheißungen des ewigen Lebens.
Auch wurde in einem späteren WT Jesus Christus, der biblische Mittler zwischen Gott und den Menschen, umgedeutet zum Mittler zwischen Gott und den Gesalbten. Die "anderen Schafe" sind nur Freunde Gottes; sie stehen nicht im Neuen Bund (s. WT 15.02.1986, S.13; 01.07.1995, S.15; 01.02.1998, S.18-23).
z.B.:
"Doch die Glieder der gesalbten, himmlischen Klasse erfreuen sich dieser Gemeinschaft jetzt auf besondere Weise, da sie durch die Anwendung des Verdienstes des Opfers Jesu gerechtgesprochen worden sind. Daher können sie vom Geist gezeugt werden mit der Aussicht, Miterben Jesu Christi zu werden. Sie bekennen ihre Annahme an Sohnes Statt, indem sie sagen: "Der Geist selbst [Gottes zeugende wirksame Kraft] bezeugt mit unserem Geist [unserer vorherrschenden Gesinnung], daß wir Gottes Kinder sind" (Römer 3:23, 24; 5:1; 8:15-18).
Diejenigen, die Aussicht auf irdisches Leben haben, werden jetzt als Freunde Gottes gerechtgesprochen, so wie einst Abraham, Rahab und andere. Während der Tausendjahrherrschaft Christi werden sie allmählich zu menschlicher Vollkommenheit gebracht, so daß nach einer Schlußprüfung "die Schöpfung selbst auch von der Sklaverei des Verderbens frei gemacht werden wird zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes" (Römer 8:19-21; Jakobus 2:21-26). So werden gehorsame Menschen zu ewigem Leben auf der Erde gerechtgesprochen."
Das ist wahrlich keine "Haarspalterei" und sollte für keinen Christen bedeutungslos sein. Hier wird Menschen, die Christus im Glauben angenommen haben und die ihre Kleider weiß gewaschen haben "im Blute des Lammes", denen Jesus die Befugnis gab, "Kinder Gottes" genannt zu werden, die Gott mit "Vater" – nicht mit "Freund" – anreden, die Kindschaft genommen, abgesprochen!
Eine Broschüre dieses Inhalts kann man als Christ wahrhaftig nicht vertreten und verbreiten. Ob ihre Verfasser "Christen" sind, das zu beurteilen überlasse ich Christus dem Herrn.
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