Wenn nicht eure Gerechtigkeit ...

Nachtperle's Plauderecke
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    Re: Wenn nicht eure Gerechtigkeit ...

    Nachtperle - 05.01.2008, 20:44

    Wenn nicht eure Gerechtigkeit ...
    Wenn nicht eure Gerechtigkeit ...

    Als Jesus in der Bergpredigt (Matthäus 5:20) die Worte sprach: ‘Wenn nicht eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer weit übertrifft, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen’, muß dies seine Zuhörer überrascht und zum Nachdenken gebracht haben; auch uns sollten diese Worte heute noch Ursache zum Nachsinnen sein. Aber nicht selten ist unsere heutige Reaktion so: die Pharisäer waren ja Heuchler; folglich ist es kein Problem, gerechter als sie zu sein, denn wir, wir sind ja keine Heuchler! Aber ist die Sache so einfach?

    Die Pharisäer waren sehr am Beachten der Gebote Gottes, wie sie im Gesetz standen, und an den entsprechenden Werken interessiert, ja sie hatten unzählige zusätzliche Vorschriften erlassen, um auch nur die kleinste Übertretung des Gesetzes zu vermeiden. Und sie strengten sich an; sie wollten sich mit ihrer Leistung Gottes Rettung ‘verdienen’. Daran arbeiteten sie hart, bis hin zum Zehnten von geringen Dingen wie Minze, Dill und Kümmel. Jesus bestritt ihr Tun auch nicht (Lukas 18:9-14). Sie waren sehr auf die Reinhaltung der wahren Anbetung bedacht und sandten Boten, Kontrolleure, wenn irgendwo ein neuer Prediger auftauchte, um dessen Botschaft zu überwachen (Lukas 20:20; Joh. 1:19). Ja, sie verachteten das Volk, das nicht in der Lage war, die Feinheiten ihrer Vorschriften zu verstehen und zu beachten (Joh. 7:49).

    Wenn Jesus sie Heuchler nennt, dann deshalb, weil sie nicht den Geist des Gesetzes Gottes im Sinn hatten und Werke der Liebe verrichteten, sondern nur auf die Äußerlichkeiten achteten (Matthäus 23:23-26; Lukas 11:38-43). Sie verurteilten die Sünder und Schwachen (Lukas 7:39; 15:3). Ja, sie waren von ihrer eigenen Gerechtigkeit völlig überzeugt (Lukas 18:9), und auch die Juden waren das und gaben ihnen deshalb immer Ehrensitze und Vorrechte und erwiesen ihnen jederzeit große Ehre.

    Die Pharisäer hielten sich für die ersten, die Zutritt in das messianische Reich erhalten würden, aus zwei Gründen:

    1. sie waren Nachkommen Abrahams, und nach ihrer Meinung was der Verdienst Abrahams so groß, daß alle seine Nachkommen noch davon profitieren konnten;
    2. keiner arbeitete so angestrengt wie sie, um Werke des Gesetzes hervorzubringen; zwar benötigten auch sie wegen ihrer Unvollkommenheit die vorgeschriebenen Sündopfer, aber sie waren überzeugt, daß bei der ‘Abrechnung’ ihre ‘Verdienste’ die Sünden weit überwiegen würden.

    Keiner unter den Juden konnte ‘gerechter’ sein als die Pharisäer; und nun sagte Jesus die obigen Worte! Das mußte zu der Überlegung führen: wer kann dann gerecht sein vor Gott, wer kann gerettet werden? Wie sollte die Gerechtigkeit des einfachen Volkes größer sein als die der religiösen Elite?

    Gewiß, das war nicht möglich! Doch Jesu deutete die später durch den Heiligen Geist deutlich gemachte Lösung schon an in Lukas 18:13-14! Ein Sünder, völlig ohne eigene Leistung, gerecht gesprochen durch Glauben und aus Gnade! Die Juden konnten lernen: keine Gerechtigkeit durch Werke und durch Verdienst kann vor dem Gott der Heiligkeit bestehen! Gewiß, Gott verachtet nicht gute Werke, er will sie sogar, sieht sie als Merkmal der Nachfolger seines Sohnes (Epheser 2:10), aber es sieht sie niemals als Mittel zur Rechtfertigung vor Ihm! Unsere Gerechtigkeit vor Ihm muß wirklich weit größer sein! Doch wie könnten sündige, fleischliche Menschen je zu einer solchen Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, gelangen?

    Diese Frage mußten sich die Jesus zuhörenden Juden stellen, und auch wir heute. Auch heute gibt es Menschen, die für ihren Glauben viel einsetzen an Zeit, materiellen Werten, sozialen und familiären, beruflichen und anderen Opfern, wie zum Beispiel Jehovas Zeugen. Auch sie halten sich - bewußt oder unbewußt - für eine religiöse Elite; niemand tut das, was sie tun; ‘es gibt ja nichts Besseres’ ist eine häufige Redensart unter ihnen; davon sind sie zutiefst überzeugt! Zwar sehen sie sich auch als Sünder, aber doch nicht so schlecht wie die ‘Weltmenschen’; und wer leistet das Predigtwerk? Nach ihrer Meinung nur sie selbst! Doch wenn sie glauben, sich damit die Rettung zu verdienen, dann sind sie weit von der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, entfernt. Dann fragen sie zu Recht: ‘Tue ich auch genug?’, und die Antwort muß sein: ‘Nein, du tust nie genug’! du bist ein ‘unnützer Knecht’ gewesen; dein Werk kann vor dem Gott der Heiligkeit nicht bestehen, soweit es deine Rechtfertigung vor Ihm betrifft (Römer 3:12). Deine eigene Gerechtigkeit ist bei weitem nicht ausreichend, ganz gleich, was man dir gesagt hat, wie du sie verdienen solltest. Doch Gott hat die Gerechtigkeit, die vor Ihm gilt, für jeden beschafft, der da glaubt. Er sagt: ‘Gottes Gerechtigkeit aber durch den Glauben an Jesus Christus für alle, die glauben. Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes [wie immer sie sich auch anstrengen mögen] und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist’ (Römer 3:22-26). ’Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm’ (2.Kor. 5:21).

    Diese Gerechtigkeit, von Gott geschenkt, ist weit größer als die der Schriftgelehrten und Pharisäer und auch weit größer als die unsrige, wer immer wir auch seien. Doch wenn du in deinem Herzen darauf bestehst, durch deine eigenen Werke dir diese Gerechtigkeit - vielleicht ‘ein bißchen’ - zu verdienen, dann laß dir sagen: du bist aus der Gnade gefallen (Galater 5:4; Römer 11:6; Epheser 2:8-9; Titus 3:5-7). Wer möchte die freie Erlösung durch Gottes Sohn zurückweisen, auf Verdienst bestehen und damit den Geist der Gnade schmähen (Hebräer 10:29)?

    So möchte ich gerade Jehovas Zeugen - aber nicht nur diesen - sagen: wenn nicht eure Gerechtigkeit die eurer Leitenden Körperschaft und eurer Aufseher weit übertrifft, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen! Auch wenn in dem Buch Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes, S.386-396, deutlich erklärt wird, wie sich die anderen Schafe Gerechtigkeit auf Grund eigenen Verdienstes beschaffen werden, weil ja Christus nur der Mittler für die 144000 sei: die Bibel sagt, sie können es nicht! Nur durch die Annahme von Gottes Geschenk in Christus Jesus, dem Mittler aller Gläubigen (l.Timotheus 2:5) können sie die Gerechtigkeit erlangen, die vor Gott gilt! Es gibt nur eine Gerechtigkeit, die vor Gott gilt: die Gerechtigkeit Christi (2 Korinther 5:21); es gibt nur eine Tür, die zu dem schmalen Weg führt: Jesus Christus (Johannes 10:9), und es gibt nur einen Weg, der zu Gott führt, vom Land des Todes zum Land des Lebens, zum Königreich des Sohnes seiner Liebe: Jesus Christus (Johannes 14:6). Was immer du tust, tue es mit Freuden, jedoch tue es aus Dankbarkeit, denn Gott hat in Jesus schon alles für dich getan! Und er ist der Retter; nicht eine Kirche, nicht eine Organisation, sondern nur Er allein!



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