Für wen räume ich auf?

klaraputzich
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    Re: Für wen räume ich auf?

    Anonymous - 14.02.2013, 21:06

    Für wen räume ich auf?
    Aktuell liege ich krank auf meiner Couch, mich hat es erkältungsmäßig auch erwischt. Nachdem ich mich nun ein paar Tage von unterirdischem Fernsehprogramm habe berieseln lassen und es mir langsam wieder etwas besser geht, schweift mein Blick wieder durch die Wohnung und ich kann berichten, dass sich nichts getan hat. Ich habe angefangen, aufgehört und wieder angefangen. Zu sehen ist nicht wirklich was.
    Ich hatte jetzt ein paar völlig ereignislose Tage und auch viel Zeit zum grübeln über den Sinn des Lebens im allgemeinen und meinen aktuell eher armseligen Anteil im Besonderen.
    Mit Engelchen auf der linken und Teufelchen auf der rechten Schulter hat sich eine nette Runde zusammengefunden, die zugegebenermaßen leicht multiple Züge hat.
    Auf der einen Seite bin ich betrübt darüber, wie übersichtlich meine sozialen Kontakte mittlerweile sind, wenn ich auch nicht ganz unschuldig daran bin. Und doch habe ich zwei sehr nette Gesellschaftsangebote nicht angenommen, weil ich hier in meine Höhle keinen reinlassen mag.
    Dabei habe ich mich über die Tage trotz Chaos und ersten Dreckansammlungen gar nicht so unwohl in meiner Wohnung gefühlt. Weil wer krank ist, muss sich pflegen.
    Und als sei dies eine akzeptable Absolution, konnte ich alles ohne schlechtes Gewissen so lassen wie es war. Zumindest solange sich kein Besuch angekündigt hat.
    Und mir stellt sich die Frage: Für wen räume ich auf?
    Ich bin Single und wohne seit einer Woche auch ganz schrullig mit zwei Katzen zusammen. Wenn nicht für mich, für wen sollte ich sonst aufräumen? Immerhin soll auch meine Wohnung mich widerspiegeln, nicht irgendwelchen Trends und Eindruck auf andere machen.
    Aber stimmt das? Würde ich manches nicht liegenlassen, wenn nicht jemand käme? Wäre ich spontaner was Besuch und generell Freizeit anginge, wenn nicht immer die Wohnung im Mittelpunkt stünde? Klar genieße ich es, wenn es um mich herum aufgeräumt ist. Aber das reicht mir nicht als Motivation es einfach zu tun.
    In zwei Woche werden hier acht Leute sein, ich bin sicher, vorher werde ich reichlich hektisch werden....
    Wenn sich meine Mutter ankündigt, oder auch andere Freunde, mag ich das selten spontan, ich brauche immer vorher Zeit zu räumen und zu putzen. Und für jeden gibt es einen anderen Status, den ich zeigen möchte. Räume ich nur für andere? Warum ist denn das, was für mich reicht, nicht gut genug für andere? Aus Scham, als unordentlich zu gelten? Angst, das jemand ahnt, wie nah ich oft dran bin zu einem Messie zu werden?
    Loslassen lernen. Nicht nur von Dingen, sondern auch von Vorstellungen.

    Grüße,
    Sternenzauber



    Re: Für wen räume ich auf?

    Pearl - 14.02.2013, 22:05


    Uiii, Dich hat das aber gut erwischt auf allen Ebenen :hug:

    Du musst nicht aufräumen, keiner kann Dich zwingen.

    Du musst auch keine Wohnung haben wie das da (klick).

    Wenn Du in Deinem eigenen Häuschen wohnst, kannst Du das prinzipiell so zuschlamasseln wie Du möchtest :mrgreen:

    Spirituell gesehen, gibt es den Satz "Wie oben, so unten - wie aussen, so innen" - das hat mir persönlich zu denken gegeben.
    Ich kann Dinge, die ich als gut und heilsam erkannt habe, aber nicht selbst umsetze, nicht glaubhaft weitertransportieren. Dann bin ich eine Fassade ohne Inhalt.
    Ich brauche diese Klarheit und es macht mir Freude, die Dinge, mit denen ich umgehe, gut zu halten. Das ist spürbar im Umgang mit anderen Menschen, ob einer schwallt oder auch tut.
    Ausserdem möchte ich so gut mit anderen Wesen umgehen, wie es mir möglich ist - wenn ich noch nichtmal Dinge pflegen kann - wie soll ich einen anderen dann lieben können :gruebel: wie soll ich mich dann lieben können ?

    Ich hab mir vorgestellt, was passiert, wenn ich heute sterbe. Und dann bin ich durch meine Wohnung und habe mich erinnert, wie ich Wohnungen von schlampigen Verstorbenen aufgeräumt habe und was das für eine Belastung für mich war.
    Ich will sowas nicht hinterlassen :shock:
    Ich tu das für mich und ich tu das, damit die Wesen, mit denen ich zu tun habe, ein Wohlgefühl haben können. Dann fühle ich mich nämlich auch wohl, wenn es meinen Lieben gutgeht. dann kann ich mich entspannen :freu:
    Ich muss kein Putzteufel sein, will ich garnicht.


    Guck mal bitte: das hat Wollmaus ausgebuddelt:
    http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=94135567nx64153&t=2406&highlight=putzen+liebeserkl%E4rung++gegenwart

    Gute Besserung Dir :knuddel:



    Re: Für wen räume ich auf?

    Messina - 14.02.2013, 22:20


    Ich hab früher auch nur aufgeräumt, wenn ich einen besonderen Anlass hatte,
    weil ich es für mich nicht so wichtig fand / ich es mir nicht wirklich wert war. :oops:

    Und in den letzten Tagen, als ich wieder bisschen abgegluckert bin, :schwimm:
    wurde es mir auch wieder egal und vieles blieb liegen.
    Als dann noch ne Erkältung zu meinem Seelen-Aua dazukam (typisch)
    hab ich mich 2 Tage gar nicht gekümmert. :(

    Nun bin ich wieder kräftiger (körperlich und auch seelisch) und mag das so nicht mehr haben. :atritt:
    Aber jedenfalls ärger ich mich nicht mehr so sehr über mich selbst wie früher.

    Andererseits finde ich es auch normal, dass man noch mal etwas genauer guckt, wenn man Besuch erwartet.
    Dann "schaut man mit den Augen des Besuchers" und das geht meinen Normalo-Freundinnen auch so.
    Ist also scheinbar nicht typisch messiehaft. :mrgreen:



    Re: Für wen räume ich auf?

    Haderlump - 14.02.2013, 23:06


    :wave: Interessantes Thema! Ich denke, bei mir ist es auch eine Mischform.
    Mich selbst nervt es, wenn ich im Wohnzimmer erst einmal das Sofa freilegen muss, damit ich mich drauf setzen kann, ich mag nicht mehr ständig alles suchen müssen, und ich möchte auch pfleglicher mit meinen Sachen umgehen. Gleichzeitig möchte ich aber auch die Tür aufmachen können, und im Gesicht des Spontanbesuchers eben nicht die Reaktion "Boah, wie schauts denn hier aus?!" :shock: sehen.
    Blitzsauber und porentief rein wird es auch bei uns nie sein - es gibt so viele Dinge, die weitaus interessanter sind als putzen, und ich will sie erkunden! - aber so wie bisher geht es eben auch nicht.
    (Zu dem Minimalismus-Bild von Pearl dachte ich übrigens spontan: Die Fliesen sind super, aber wieso haben die Johannisbeerbüsche im Wohnzimmer, und was soll die Gasflasche davor? :lol2: :lol2:)



    Re: Für wen räume ich auf?

    Anonymous - 15.02.2013, 22:51


    Hallo Ihr Lieben,

    Pearl, toller Link an den Du Dich da erinnert hast! Danke :)

    Ich bin immer noch nicht sicher, was eigentlch das Problem mit mir und meiner Wohnung ist, warum mir andere mehr wert sind, als ich mir selber. Ich würde jetzt gerne sagen, weil ich soviel besseres zu tun habe, Dinge, die mir mehr Spaß machen. Aber die Stunden, die ich mit Buch, Fernseher und stumpfsinnigen Internetspielen verbringe nehmen wieder zu. Keine gute Grundlage um die Motivation wiederzufinden.
    Ich kann aufräumen, kann wegwerfen, es macht mich nur nicht glücklich.
    Irgendwie läuft alles in meiner momentanen Situation darauf hinaus, das ich aufhören muss wütend auf mich selber zu sein und auch auf alles um mich herum. Ich möchte so viel tun, aber alles was ich anfange scheint nicht das Richtige zu sein. Also ist es egal was ich tue, oder auch nicht.
    Wenn ich nur wüßte, was mich motiviert.

    Ich habe in meinem Leben schon oft erlebt, dass etwas Neues kam, wenn etwas Altes zu Ende ging. Nur stockt die Energie bei mir grade total. Daher wohl auch die dicke Bronchitis, Zeit für mich, meine Gedanken und ein paar Einsichten. Als ob das Universum weiß, dass ich momentan ohnehin keine Möglichkeiten erkennnen und ergreifen könnte :(

    Ich glaube es wird Zeit, dass ich mal wieder unter Menschen gehe, ich werde noch seltsam....

    Liebe Grüße und eine heiße Tasse Kirschtee für alle angeschlagenen!

    Sternenzauber



    Re: Für wen räume ich auf?

    Messina - 16.02.2013, 12:06


    Zitat: das ich aufhören muss wütend auf mich selber zu sein
    Ich übe grade, mir selbst zu verzeihen, wenn ich wieder mal...

    Marshall Rosenberg mit seiner Gewaltfreien Kommunikation sagt so nett:
    "Das Ziel ist nicht perfekt zu sein,
    sondern zunehmend weniger dumm!"

    Und dass wir uns unserer Fehler verzeihen können und daraus lernen.
    Aber bis ich aus den Selbstvorwurf-Karussell aussteigen kann,
    dreh ich wohl noch paar Ehrenrunden, alte Gewohnheiten sind ganz schön klebrig!



    Re: Für wen räume ich auf?

    Rumpelnöff - 16.02.2013, 12:52


    Selbstvorwürfe sind nie gut,
    ich hab das Gefühl, dass ich es mir früher nicht wert war, es MIR schön zu machen,
    ich hatte zwar tausend Ideen, aber konnte nichts umsetzen.

    Ich bekomme auch nicht viel Besuch, aber ich fühle mich wesentlich besser damit,
    dass ich es (vom Zustand der Wohnung her) KÖNNTE
    und vor allem erfreue ich mich inzwischen selber daran, dass es hier irgendwie gemütlich ist und auch inzwischen mich selber wiederspiegelt.

    Wie ich dahin gekommen bin, kann ich allerdings nicht sagen,
    es hat sich irgendwann eingestellt, nachdem ich mit Klara gelernt habe, dass ich das ich selber mein Chaos zumindest in Grenzen halten kann
    ...und vielleicht hat sich so emotional auch was getan ;)



    Re: Für wen räume ich auf?

    Anonymous - 16.02.2013, 13:25


    Hm, ich denke schon, dass ich es mir Wert bin ein schönes Zuhause zu haben, ich bin ja kein schlechter Mensch, dennoch fällt mir die Umsetzung unglaublich schwer.

    Gut, ich kannte bisher Klara nicht, sondern nur meine Pläne u. Ideen aus dem Sumpf rauszukommen und habe mich jetzt erstmals hier im Internet (wenn auch anonym) geoutet.

    Ich weiß nicht, ob ich mich schon verändere. Jetzt hilft es mir schon mal zu schreiben und mich auszutauschen. Es hilft mir am Ball zu bleiben und ich hoffe sehr, dass ich mich hier auch täglich sehen lasse, damit das Thema present bleibt und nicht wieder mal unter den Teppich gekehrt wird.



    Re: Für wen räume ich auf?

    Kugelrund - 27.09.2013, 23:47


    Das ist ein sehr interessantes Thema hier.

    Mein Zimmer habe ich für mich aufgeräumt und geputzt. Eigentlich habe ich es gar nicht für mich, sondern aus mir heraus geputzt.
    Als ich auf das Forum gestoßen bin, befand ich mich schon auf dem Weg mich zu verändern. Im Grunde entwickelt man sich ja ständig, aber im Moment bin ich auf dem Weg zu meinem gesunden, sportlichen und selbstständigen Ich. Es ist so, dass mein Zimmer, meine persönliche Entwicklung widerspiegelt und mir zeitgleich hilft mich weiter zu entwickeln.

    Der Kreislauf nach unten musste sich nur in den Kreislauf nach oben verändern. Das ist nicht von heute auf morgen passiert und es gab auch kein Schlüsselerlebnis. Es gab nur irgendwann den Moment, an dem ich bemerkte, dass es aus eigener Kraft und eigenem Antrieb wieder nach oben ging.

    Ich räume also alleine für mich auf und die Umwelt kann ich dabei als Motivation und Unterstützung nutzen. Sei es die aktive Unterstützung durch das Forum oder die passive Motivationshilfe durch einen angekündigten Besucher.



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