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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Yasha - Lenchen Forum: Welt der Träume Forenbeschreibung: Für alle, die das Träumen noch nciht verlernt haben aus dem Unterforum: Geschichten Antworten: 2 Forum gestartet am: Samstag 20.10.2007 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Deep Letzte Antwort: vor 15 Jahren, 2 Monaten, 22 Tagen, 11 Stunden, 1 Minute
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Re: Deep
Yasha - 27.12.2007, 23:52Deep
Und meine dritte, unvollendete Geschichte -.- bei mir stappeln sich schon im Kopf die Ideen und ich komm mit den laufenden Geschichten kaum nach...
Prolog
Tief, tief, in der unendlichen Weite des Ozeans leben Wesen, die schon seit Urzeiten den Stoff für zahlreiche Märchen und Legenden lieferten: Die Meerjungfrauen. Was niemand weiß; Es gibt sie wirklich, und nicht nur sie…
Kapitel 1: Die Mutprobe
„Hey, wartet doch auf mich!“ rief Mizu und schwamm aufgeregt ihren Freunden hinterher. Brag, Shain und Dana, ihre drei besten Freunde, wollten zum Schlund, einem tiefen Loch, in das sich noch niemand hinein zu schwimmen getraut hatte. Der Schlund war ein beliebter Ort für Mutproben und diesmal wollte Brag es versuchen. Mizu sah gerade noch Shains Flosse um den nächsten Stein verschwinden und schwamm schneller. Sie wusste genau, dass die anderen nicht auf sie warteten, um sie zu ärgern. Sie hatte mal wieder verschlafen und das, obwohl heute die Mutprobe war. Mit zusammengebissenen Lippen schwamm sie schneller.
„Hey, ihr habt mich jetzt lange genug warten lassen!“ Tatsächlich schwamm Dana langsamer und wartete auf Mizu.
„Na, wieder verschlafen? Macht nichts, wir wollten sowieso am Schlund auf dich warten, du Schlafmütze.“ Sie lachte und boxte Mizu in die Seite.
„Komm, schwing die Flosse. Oder willst du die arme Shain mit Brag allein lassen?“ Das wollte Mizu nicht, Brag würde keine Gelegenheit verstreichen lassen um Shain auf den Arm zu nehmen. „Ja, ich komme schon.“ Gemeinsam kamen sie kurz nach Shain und Brag an, zum Glück noch rechtzeitig, denn gerade wollte Brag einen seiner berühmten Sprüche loslassen. Mizu war nicht zum ersten Mal am Schlund, aber jedes Mal verschlug es ihr den Atem.
Der Schlund war riesig, ein tiefes Loch von mindestens 25 Meter Durchmesser. Ein leiser, aber beständiger Sog ging von ihm aus, die Wasserpflanzen in der Umgebung bogen sich unter der Strömung. Schon nach ein paar Metern nach unten war es pechschwarz und man sah nichts mehr. Mizu wusste nicht genau, ob sie sich täuschte, aber sie meinte ein leises Dröhnen von unten zu hören.
„Und da willst du wirklich runter?“ Brag, der genau wie die anderen in die Tiefe gestarrt hatte, erwachte aus seiner Versteinerung.
„Natürlich will ich da runter.“ Mit einem lässigen Schwanzschlag war er bei Mizu und starrte sie prüfend an. „Du hast doch nicht etwa Angst?“ feixte er. Shain meldete sich leise „Ich jedenfalls habe Angst, ich möchte nicht, dass du da runter gehst.“ Sie lief bei ihren Worten immer mehr rot an und senkte den Blick. Es war ein offenes Geheimnis das Shain in Brag verliebt war. Dana rettete die peinliche Situation.
„Brag, na mach schon, oder hast du am Ende selbst Angst? Schwing deinen Arsch da runter und bring mir was mit.“ Brag schaute sie halb ärgerlich an. Die Geschwister liebten es sich gegenseitig zu necken. Nach einer halben Minute voll stechender Blicke zwischen den beiden schwamm er auf den Schlund zu. „Wir sehen uns dann morgen, Mädels.“ Mit einem letzten Zwinkern drehte er sich um und ließ sich in die Tiefe sinken. „Wenn das unsere Eltern wüssten“, murmelte Shain ängstlich. Mizu hatte auch kein gutes Gefühl bei der Sache
„Brag, du rufst ab und zu, ja?“ Von unten kam Brags gedämpfte Stimme, er war nur noch als Silhouette zu erkennen. „Klar, wenn ihr es wünscht, Prinzessin.“ Mizu zog einen Schmollmund. Wütend brüllte sie ihm hinterher „Du weißt genau, dass ich es hasse wenn du mich so nennst!“ Diesmal kam keine Antwort, Brag war nicht mehr zu sehen. Dana schien die ganze Sache nichts auszumachen, sie suchte am Boden nach Muscheln und warf sie gleich Brag hinterher in den Schlund. Shain und Mizu sahen sich ängstlich an. „Brag? Brag? BRAG?“ Wieder kam keine Antwort. Jetzt schien es auch Dana mulmig zu werden, sie schwamm zum äußersten Rand des Schlunds und kniff die Augen angestrengt zusammen. Dann rief sie auch. „Komm schon, Brüderchen, das geht zu weit.“ Die Stille, die nun folgte, wurde immer unbehaglicher. Dana sah Shain und Mizu an. „Ich schwimme ihm nach.“ Shain blickte sie erschrocken auf. „Nein, bitte nicht…“ Mizu straffte die Schultern. „Ich komme auch mit. Shain, du bleibst hier oben. Wenn wir nicht mehr antworten oder innerhalb von 10 Minuten wieder hier oben sind, dann holst du Hilfe.“ Sie schwamm zu Dana und ergriff ihre Hand. „Komm.“
Gemeinsam schwammen sie los. Es wurde immer kälter und der Sog wurde stärker. „Hoffentlich ist die Strömung nicht so stark geworden, dass sie Brag abgetrieben hat.“ In Danas großen braunen Augen funkelte Angst um ihren Bruder. Mizu war zutiefst erschrocken, Dana ließ sich nie Angst anmerken. Mittlerweile schwammen die beiden Freundinnen in trübem Halbdunkel. Mizu blickte nach oben und sah Shain ruhelos auf und ab schwimmen. Sie war froh, dass sie oben geblieben war, Shain hätte so etwas nie ausgehalten. Es wurde dunkler und dunkler und plötzlich sah man überhaupt nichts mehr. Mizu drückte Danas feste und beruhigend ruhige Hand, ihre Freundin würde nicht so schnell die Kontrolle verlieren. „Dana? Sollen wir es noch einmal versuchen?“ Dana drückte zur Bestätigung Mizus Hand und gemeinsam fingen sie an zu rufen. Wie zu erwarten kam keine Antwort, jedenfalls nicht von Brag, nur die zitternde Stimme von Shain. Plötzlich hörte Mizu wieder dieses Dröhnen. „Was ist das?“ Ihre Stimme wiederholte sich in vielen Echos. Ihr kam der Gedanke, dass das nicht sein konnte. Wenn ihre Stimme Echos warf, dann konnte der Schlund nicht mehr so groß sein, er musste sich nach unten hin verengen. „Dana, wir haben nicht mehr so viel Platz, wie vorher. SHAIN?“ Von oben kam eine leise und schwache Antwort. „Also, hier muss er schon vorbei sein, wenn wir Shain noch hören können“, murmelte Dana.
Mit einem Mal ließ die Strömung nach, sie wurde nicht langsam schwächer, sie war von einer Sekunde auf die andere nicht mehr da. „Mizu?“ – „Dana?“ ängstlich sprachen die Freundinnen die Worte wie zur Bestätigung aus, dass jetzt etwas passieren würde. Sekundenlang war alles still, Mizu schwamm weiter, doch Dana hielt an. Plötzlich war da keine Hand mehr, die die beiden verband. Panik ergriff Mizus Herz und quetschte es zusammen. „Dan…“ weiter kam sie nicht. Mit einem ohrenbetäubenden Brüllen setzte die Strömung wieder ein, hundert mal stärker als zuvor. Mit aller Macht versuchte sie gegen die Strömung nach oben zu schwimmen, doch sie wurde Zentimeter um Zentimeter unerbittlich nach unten gezogen. Neben sich hörte Mizu Danas angestrengtes Keuchen, doch es entfernte sich von ihr. Die wenigen Meter, die Mizu voraus geschwommen war, wurden ihr zum Verhängnis. Die Strömung schien nachzulassen, je höher man kam, Dana war kräftiger als sie und so konnte sie der Strömung widerstehen. Überall wirbelten kleine Steine, Muschelstücke und Algen durch die Gegend. „Hoffentlich werde ich nicht von etwas getroffen“, dachte Mizu. Genau in diesem Moment schlug etwas hart gegen ihren Kopf und sie wurde ohnmächtig…
Kapitel 2: Das andere Reich
Als Mizu aufwachte, dröhnte ihr Kopf und sie schmeckte Blut. Sie musste sich auf die Zunge gebissen haben, als sie den Schlag abbekommen hatte. Sie fühlte sich, als hätte sie eine Woche lang nicht geschlafen. Mit äußerster Willenskraft öffnete sie die Augen, doch das Ergebnis blieb das gleiche: schwarz.
Wo bin ich hier nur gelandet?
Angestrengt starrte sie vor sich hin, mit der Zeit konnte sie einige Umrisse erkennen. „Dana?“ rief sie zaghaft. Sie erwartete den Widerhall ihrer Stimme und Danas Antwort, doch nichts passierte. Ohne zu wissen warum, spürte sie, dass sie sich nicht mehr im Schlund befand.
Jetzt wissen wir auch… nein, weiß ich, was mit Brag passiert ist. Bis jetzt habe ich die Legenden, dass Meermenschen im Schlund verschwunden sind, ja nur für ein Gerücht gehalten, aber jetzt?
Vorsichtig streckte sie die Hand aus und tastete um sich. Da fühlte sie rauen Stein. Banalerweise klammerte sie sich an dieses vertraute Gefühl wie ein kleines Kind sich an seinen Teddybär. Plötzlich hörte sie etwas, und dann sah sie es. Ein kleiner Lichtschein schwamm auf sie zu. Er kam immer näher und im Zwielicht konnte sie eine Silhouette erkennen. Sie riss die Augen auf, ohne nennenswert besser sehen zu können. Konnte hier unten ein Hai überleben? Wieso leuchtete er? Die Lichtkugel kam immer näher, Mizu drückte sich fest gegen den Stein und unterdrückte einen Aufschrei. Sie hatte sich bei der schnellen Bewegung die Hand aufgeschürft. Der Umriss kam immer noch näher, doch er schien sie nicht bemerkt zu haben. Mizu bewegte sich unbehaglich und schürfte sich die Wunde weiter auf. Die Fläche um ihre Hand färbte sich dunkel, soweit sie das erkennen konnte.
Können Haie nicht Blut riechen?
Kaum hatte sie das gedacht, bewegte sich das Licht rasend schnell auf sie zu. Jede Sekunde konnte sie mehr erkennen, die für Haie typische Seitwärtsbewegung, den langen, glatten Schwanz mit der scharfen Floße auf dem Rücken, die tigerähnliche Färbung und – den Oberkörper eines ungefähr 17 Jahre alten Jungen, der einen Dolch in der Hand hielt und in der anderen eine Kette. Fasziniert musterte sie das Schmuckstück, obwohl sie im Moment ja wirklich anderes zu tun hatte, wegschwimmen zum Beispiel. Die Kette war an eine einfache Schnur mit einem Anhänger befestigt, ein bläulich schimmernder Kristall, von dem auch das Licht ausging, baumelte an ihrem Ende. Der Junge hatte ein strenges Gesicht, etwas längere schwarze Haare und er war offensichtlich entschlossen, kein Wort zu reden. Mizu war sich nicht einmal sicher, ob sie die gleiche Sprache sprachen. Sie bewegte sich leicht und sofort verkrampfte sich die Hand des Jungen um seinen Dolch und er sah sie wütend an.
Ich mache lieber, dass ich hier wegkomme.
Sie unternahm einen halbherzigen Versuch weg zu schwimmen, aber wo sollte sie in der Dunkelheit hin? Da war der Junge auch schon heran und versperrte ihr den Fluchtweg, denn im Licht des Kristalls sah sie, dass sie in einer Sackgasse war. „Wer bist du? Was willst du hier?“ Der Junge sprach mit emotionsloser, strenger Stimme. Obwohl Mizu ihn verstand, betonte er die Wörter irgendwie… falsch. Jedenfalls für ihre Ohren. Sie stotterte und suchte nach den richtigen Worten, sie wusste nicht, was sie diesem Jungen erzählen durfte. „I-Ich bin Mizuna. Ich war beim Schlund und mein Freund ist hinein geschwommen und… und nicht zurückgekommen und da bin ich hinterher….“ Sie verstummte und sah den Jungen aufmerksam an. Er schien ein wenig enttäuscht zu sein, auch wenn Mizu nicht wusste, warum. „Wenn du die Freundin von diesem vorlauten Brag bist, dann muss ich dich mitnehme…“ – „Du hast Brag gesehen? Geht es ihm gut?“ Sie schien zu viel gesagt zu haben, denn das Gesicht des Jungen verfinsterte sich. „Stell keine Fragen, sondern komm mit.“ Er legte die Kette um seinen Hals und zerrte Mizu grob am Handgelenk zu sich heran und dann hinter sich her. Sie versuchte halbherzig sich zu wehren, aber dieser unfreundliche Kerl war viel stärker als sie, also versuchte sie sich einzuprägen, wo sie lang schwammen. Sie schaffte es nicht, hier unten sah für sie alles gleich aus. Nach einiger Zeit konnte sie in weiter Ferne die gewaltigen Umrisse einer Stadt erkennen. Sie verkniff sich die Frage, denn es war offensichtlich, dass der Junge dort hinwollte. Irgendwann hielt sie es nicht mehr aus und fragte doch, sie hatte tausend Fragen auf den Lippen. „Wie heißt du eigentlich und warum soll ich mitkommen? Wer gibt dir das Recht dazu?“ Ärgerlich beschleunigte der Junge sein Tempo und blieb immer noch stumm. Wütend redete Mizu sich wahrscheinlich um Kopf und Kragen. „Hey, ich rede mit dir. Hast du deine Zunge verschluckt?“ Sie erwartete, dass der Junge sie jetzt anfahren würde und sie hatte den Dolch nicht vergessen, der jetzt in einer Schlinge um seine Hüfte baumelte, aber stattdessen seufzte er tief. „Ich heiße Deek und du kommst mit, weil du eine Kriegsgefangene bist.“ Mizu starrte ihn an. Sie war eine Gefangene? Ihre letzte Frage schien er übergangen zu haben und sie hatte das Gefühl, schon jetzt erstaunliches Glück zu haben. Stur und verbissen schwamm sie hinter Deek her, bis sie die Grenze der Stadt erreicht hatten. „Ab jetzt verhältst du dich besser ruhig, es gibt einige hier die dich erstechen, nur weil du den Mund aufmachst.“ Mizu glaubte ihm das aufs Wort. Der erste „Haimensch“, wie sie diese Wesen im Stillen nannte, war groß, grobschlächtig und offensichtlich nicht ganz so klug. Trotzdem hätte sie sich nie auf eine Diskussion mit ihm eingelassen, denn seine ausladenden, Muskelbepackten Arme und die eindeutig spitzen Zähne würden sicherlich mehr wiegen als ein paar gute Argumente. Deek schwamm schweigend durch die Straßen und zerrte Mizu hinter sich her, bis sie an ein großes Tor kamen. Deek pfiff einmal laut und das Tor ging auf. Ein älterer Mann kam auf ihn zu und fuhr ihn an. „Prinz, euer Vater hat euch doch verboten, alleine draußen herumzustromern. Er wird sicher…“, dann fiel sein Blick auf Mizu und er schluckte schwer. „Noch einer?“ Deek nickte nur und ließ Mizu los. Sofort kam ein Wachmann heran, der bis jetzt still in seiner Ecke gestanden hatte. Er senkte seinen Speer und deutete auf einen Tunnel, der unter die Erde führte. Es war offensichtlich das Mizu dort hinein schwimmen sollte. Sie schluckte einmal nervös, drehte sich zu Deek um und schwamm dann los, bevor der Wächter auf die Idee kam, seinen Speer zu gebrauchen. Sie wurde in einen Gang geführt, der von allerlei Türen gesäumt wurde. Man hätte genau so gut „Verließ“ auf jede einzelne schreiben können, denn ihre Bedeutung war eindeutig. Der Wächter schloss eine der Türen auf und versetzte Mizu einen groben Stoß in den Rücken, der sie haltlos nach vorne warf. Die Zelle war beleuchtet und am anderen Ende konnte sie eine Gestalt erkennen. Ein roter Fischschwanz, was war Mizu froh einen von ihrer Art zu sehen, denn sie hatte doch ziemliche Angst, ein ebenso roter Haarschopf und ein muskulöser Oberkörper. „Brag!“ rief sie glücklich und schwamm auf ihn zu. Er wirbelte herum und in seinen Augen erschien ein aufgebrachter Ausdruck. „Warum bist du hier?“ Er schwamm auf Mizu zu und schüttelte sie. „Du hättest direkt zu deinem Vater schwimmen sollen. Wenn sie herausfinden, dass du… du weißt schon was bist, dann bist du eine wichtige Geisel für sie!“ Mizu löste sich von ihm und antwortete „Hätte ich das ahnen können? Dana weiß, was passiert ist, sie wird Hilfe holen. Warum.. redest du mich nicht an?“ Brag sah sich verstohlen um. „Die Wände hier haben Ohren“, murmelte er, dann sah er Mizus Hand. „Du Tollpatsch musst dich ja immer verletzten“, sagte er herzhaft und holte Verbandszeug aus seiner Tasche, die er immer dabei hatte. Dann nahm er Mizus Hand und umwickelte sie vorsichtig, sie biss die Zähne zusammen um einen Schmerzenslaut zu unterdrücken. „Und was tun wir jetzt?“ fragte sie schließlich, als Brag ihre Hand für ihren Geschmack etwas zu lange festhielt. „Warten, nehme ich an“, sagte Brag und schwamm zu einem Bett. „Du solltest dich auch etwas schlafen legen.“ Mizu nahm den Vorschlag dankend an und ließ sich auf ein anderes Bett sinken. Kaum hatte sie die Augen geschlossen, schlief sie auch schon ein.
Kapitel 3: Die Flucht
Mizu erwachte, als sie jemand grob an der Schulter schüttelte. Sie öffnete die Augen und war einem Moment geblendet, direkt vor ihrem Gesicht schien ein helles Licht zu schweben. Erst nach ein paar Sekunden erkannte sie einen der Leuchtkristalle, der um den Hals eines Wächters baumelte. Dieser rüttelte sie noch einmal und fuhr sie an: „Steh endlich auf!“ Mizu wagte nicht zu widersprechen und richtete sich auf, Brag war schon in Gewahrsam eines zweiten Wachmannes. Seine Hände waren offensichtlich mit einem Algenstrick zusammengebunden und er sah ziemlich verwuschelt drein.
Bestimmt hat er sich gewehrt, so wie ich ihn kenne.
Mizu seufzte und dreht dem Wachmann den Rücken zu, nachdem dieser eine auffordernde Geste gemacht hatte. Auch ihr wurden die Hände gebunden, sie zischte leise, als der Wächter die Seile straff zog. Ein wenig zu straff, sie spürte schon jetzt, wie ihre Fingerspitzen taub wurden, aber sie wagte nicht, den grimmig dreinblickenden Kerl darauf aufmerksam zu machen. „Wo sollen wir hin?“ Natürlich bekam sie keine Antwort, die Wachen hoben ihre Speere und deuteten Richtung Zellenausgang. Mizu und Brag schwammen gleichzeitig los. Sie durchquerten viele Gänge, doch keiner von beiden konnte sich den Weg merken, die vielen Abzweigungen ließen erkennen, dass sie sich in einem wahren Labyrinth befanden. Nach einer kleinen Ewigkeit konnte Mizu vor sich endlich einen Lichtschimmer erkennen, offenbar führte dieser Weg nach oben, in die zwar ebenfalls dunkle, aber immerhin ein wenig hellere Tiefseewelt. Brag sog das Wasser tief ein, sodass die kleinen Kiemen an beiden Seiten seines Halses leicht flatterten. Er flüsterte: „Endlich wieder frisches Wasser, da unten war es ja nicht zum aushalten!“ Er grinste Mizu an, diese lächelte dankbar zurück.
Er will mich aufheitern.
Die Wachen blieben ruckartig stehen und hätte Brag Mizu nicht leise zugerufen, wäre sie gegen einen von ihnen geprallt. Sie war so in Gedanken versunken gewesen, dass sie nichts mehr um sich herum wahrnahm. Sie waren vor einem großen Tor angelangt, das von beiden Seiten von riesigen Säulen eingerahmt wurde. Die Säulen glichen Schneckenhäusern, sie waren ineinander verdreht und dazu noch kunstvoll verziert. Trotz ihrer Lage konnte Mizu nicht umhin, diese Architektur zu bewundern. Einer der Wächter öffnete sein fangzähniges Maul und rollte mit tiefer Stimme: „Ihr werdet jetzt vor unseren König Whur geführt, dabei habt ihr folgende Regeln zu beachten: 1. Redet nur, wenn ihr gefragt werdet. 2. Ihr werdet ihn mit „Eure Majestät“ anreden. 3. Der direkte Blickkontakt ist strengstens untersagt.“ Brag schluckte einmal schwer und nickte dann, aber Mizu, die immer in den unmöglichsten Situationen aufmüpfig wurde, zauderte erst. Schließlich gab sie aber unter einem strengen Blick der zwei Wachen und auch Brag nach und nickte widerstrebend. Einer der Wachen pfiff, wie schon Deek gepfiffen hatte, und das Tor öffnete sich.
Der Blick wurde frei auf einen erstaunlich hell erleuchteten Raum, der Mizu in einer anderen Situation und mit anderen Inwohnern sicher sehr gut gefallen hätte. Doch die Großgewachsenen Wachen, der armselig aussehende Junge, der dem König ein Tablett mit Krebsen hinhielt und der fette König selbst machten die warme Atmosphäre irgendwie zunichte. Mizu und Brag sahen sich um, immer auf der Suche nach einem möglichen Fluchtweg. Mizu erschrak, als sie einen Schatten hinter einer Säule sah, doch dann erkannte sie Deek.
Wieso versteckt er sich denn? Ist er nicht der Prinz?
Re: Deep
Lenchen - 05.01.2008, 00:13
Das ist klasse!
*auf Fortsetzung wart* Bin schon richtig gespannt!
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