Vorgeschichte

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    Re: Vorgeschichte

    anima - 13.12.2007, 22:55

    Vorgeschichte
    Es war einmal...

    In einem kleinen Ort, der direckt an einer riesigen Kreuzung lag, herrschte ein reger Handel.
    Egal was, dort konntest und kannst du auch heute noch alles finden, was das Herz begehrt.
    Und die größte Handelswahre, in diesem sonst so einsamen Gebiet, ist das Pferd! Seit Jahren vergöttet, geliebt und verehrt - zugleich von Händlern misshandelt, für gutes Geld in schlechte Hände verkauft und missachtet.
    So kam es dazu, das verschiedene Händler dem ersten Vorbeireisenden sein Tier billig abkauften und dem Zweiten wieder teuer verkauften.

    Eines Tages kam ein Fahrer mit einem riesigen Transporter an dieser Kreuzung vorbei. Der zuerst kleine Ort, war schon zu einer Stadt herangewachsen und trotzdem war rund herum nur leeres Land zu erblicken.
    Im Transporter stand die edelste Zuchtstute eines weit entfernten Gestüts. Sie war gerade auf der Rückreise eines anderen Gehöfs, auf dem sie von einem wunderschönen Hengst gedeckt worden war.
    Einige Händler versuchten dem Fahrer mit guten Angeboten die Stute abzukaufen, wild entschlossen sie noch viel teurer wieder anzubringen.
    Doch der Fahrer blieb seiner Aufgabe treu und hielt daran fest, dass es nicht sein eigenes Pferd sei.
    Zu allem übel musste er jedoch mit seiner wertvollen Fracht in der rasant wachsenden Stadt übernachten, damit das Pferd rasten konnte und auch der Lenker des großen Transporters fit war für die weite Strecke, die noch vor den beiden lag.
    In der Nacht stand die Stute auf einem kleinen Paddock und ihr Behüter hatte sich mit seinem Schlafsack unter freiem Himmel, neben dem kleinen Auslauf platziert.
    Doch all sein guter Wille, die Stute zu beschützen, half ihm nichts, denn er wurde hinterlistig überrumpelt.
    Zwei Händler taten sich zusammen, um die wunderschöne Stute zu stehlen.
    Sie hatten den Fahrer mit einem Schlag auf den Kopf K.O. gehen lassen und die Stute am Strick gepackt.
    Sie brachten sie auf eine kleine Weide, etwas abseits der Stadt.
    Dort waren dutzende abgemagerte, alte, kaputte, oder sonst beschädigte Pferde zu finden. Händlerpferde, die den größten und vermutlich schöneren Teil ihres Lebens schon hinter sich hatten.
    Inmitten dieser armseelig aussehenden Tiere stand nun die trächtige, reinrassige Stute, mit erregt erhobenem Kopf, blähenden Nüstern und Panik erfüllten Augen.



    In dieser Nacht sprang ein Pferd über den alten Zaun der Händlerweide und verschwand im Dunkeln...

    Am nächsten Morgen lachte die Sonne vom Himmel hinunter, welcher sich wolkenlos und blauklar über der Welt erstreckte. Die ersten Lichtstrahlen des frischen Frühlingstages berührten schneeweißes Fell.
    Die Stute graste friedlich. Überall blühte es und das Gras war saftig und kernig. Vögel zwitscherten und Heuschrecken tummelten sich, wagten jedoch kaum zu zirpen.
    Ein wunderschöner Morgen, eine wunderschöne Stute auf offener Landschaft und eine kleine Herde von Pferden, die sich aus allen Himmelsrichtungen angesammelt hatten, beäugten die Fremde neugierig.
    Die Herde näherte sich, doch die Stute rührte sich kaum vom Fleck, erhob nicht einmal ihren Kopf um zu sehen, wer da kam.
    Bald schlossen sie Bekanntschaft und bald auch hatte sich die Schneeweiße zur Leitstute durchgekämpft, obwohl sie der schwere Bauch belastete.
    Die Tiere der Herde kamen hauptsächlich von der Händlerweide. Viele waren schon über den morschen Zaun gesprungen, wenige hatten noch genug Kraft gehabt um danach zu überleben, doch einige schon.
    Diese wenigen vermischten sich mit Pferden, die aus ganz anderen Regionen kamen, von wo sie ausgebüchst waren, verdrängt wurden, oder warum auch immer sich einen anderen Lebensort gesucht hatten.
    Die Stute war eine seltene Schönheit unter den restlichen Wildpferden.
    Sie hatte nicht einmal Narben, von Schlägen mit Peitschen, oder Stöcken, wie es viele der anderen gequälten Tiere trugen.
    So zogen die Tage ins Land. Gelegentlich schloss sich ihnen ein ausbebrochenes Pferd an, gelegentlich starb eines an den Folgen der schweren Misshandlungen, die nicht einmal genügend Nahrung, Wasser und die Freiheit heilen konnten.

    Ziemlich genau ein Jahr nachdem die Stute ihre neue Heimat gefunden hatte, gebahr sie ein wunderschönes feuerrotes Stutfohlen.
    Es hatte große tiefschwarze Augen, in denen sich das Feuer ihres eigenen Felles wiederspiegelte und bewachsen mit einer langen Mähne, welche beim Galoppieren wie Flammenzungen sprühte.
    Die ersten Lebensmonate des Fohlens, lief es an der Seite seiner stolzen Mutter her, über Wiesen, durch Seen, über Gebirge und überall hin, wo sich die Landschaft erstreckte.
    Nur vor den Menschen machte die Schneeweiße einen Bogen. Sie hatte ihren Herrn gemocht, er war immer nett gewesen, aber das freie Leben, an diesem wunderschönen Ort war etwas anderes.
    Die weiße Stute wollte ihr Fohlen erst mit den oftmals brutalen Menschen vertraut machen, wenn es seine Jugend in Unschuld und Freiheit genossen hatte.
    Doch dies gelang nicht...

    Eines Nachts überraschten Menschen die Herde. Es war das erste Mal, dass sie in dieses Gebiet der Wildpferde eingedrungen waren. Sie wurden gut bezahlt, um die Pferde zu beteuben und einzufangen. Zur Sicherheit hatten sie Gewehre dabei, denn selbst tote Tiere waren mehr wert, als freie.
    Der Hinterhalt schlug an. Betäubungspfeile legten ein paar der Tiere lahm, während die anderen flühteten und teilweiße sogar niedergeschossen wurden.
    Die Stute wollte ihre Herde nicht im Stich lassen, aber wusste, dass das Wichtigste das feuerrote Fohlen war, welches an ihren Flanken klebte und zitterte.
    Sie galoppierte mit bebenden Hufen an, auf und davon. Zwei andere Pferde folgten ihr, wurden aber auf der Flucht erschossen, gingen einfach hinter ihr zu Boden, standen nicht mehr auf.
    Die Stute hatte eine schwere Wunde an ihrem Hinterbein erlitten.
    Sie humpelte Tage lang mit ihrem Fohlen umher, auf der Suche nach einem Ort an dem es sicher war.
    Sie kamen nur langsam voran und die Schneeweiße wurde von Tag zu Tag schwächer, bis sie endlich über den großen Berg, den Immanis (lat. riesig)gelangten und den verborgenen Canyon erreichten, in dem ein halb vertrockneter See ruhte, welcher der Stute vorerst lindernde Kühle spendete, aber sie nicht retten konnte.
    Die Wunde blutete stark und die rote Flüssigkeit aus den Venen der Schneeweißen vermischte sich mit dem klaren, kalten Wasser, welches sich zu einer rötlich schimmernden Brühe entwickelte.

    In dieser Nacht starb die das Wesen im klarweißen Fell und ließ ein tief trauerndes Fohlen zurück. Das letzte seiner Herde.

    Am nächsten Morgen war das Wasser wieder klar, doch es behielt einen Teil der Schneeweißen in sich, weshalb heute noch Pferde dort hin gehen, um die heilenden Kräfte des kühlen Nass auf sich wirken zu lassen.
    Das kleine Fohlen verschwand mit dem Leben der Stute in jener Nacht spurlos.

    Ein Jahr lang war das Land, welches die Schneeweiße mit ihrer Herde belebt hatte, leer. Bis ihre Tochter wiederkam.
    Das feuerrote Fell schien wie eh und jeh und die schwarzen großen Augen waren schön wie nie, aber der Glanz war daraus verschwunden.
    Der Glanz der Freiheit und Unschuld, den die Mutter in ihrer Tochter erhalten wollte, bis in den Tod.
    Dies ist einige Jahre her. Seitdem lebt die Feuerrote in dem Land, das einst ihre Mutte durchquerte, auch wenn nicht für allzu lange Zeit.
    Sie kennt keine Menschen, sondern nur Ungeheuer mit Waffen, die stärker sind, als der Wille eines freien Pferdes. Das jagt der Feuerroten Angst ein.
    Seit damals hat nie wieder ein Pferd seinen Weg in das Gebiet gefunden. Keines wollte ausbrechen von der Händlerwiese, oder aus der Ferne hier her ziehen, weil es gehört hatte von dem Blut, welches floss, als dutzende Tiere eingefangen und hingerichtet wurden.
    Und vorallem von der weißen Stute, welche schöner war, als der Vollmond bei Nacht und die Sonne an einem klaren Morgen.
    Sie fürchteten, dass das Schicksal sie einholen würde und sich die Geschichte zu widerholen vermochte.

    Die Tochter der klarweißen Stute lebt immer noch dort. Blieb immer versteckt und gut geschützt, so reifte sie zu einer starken und schönen Getsalt heran und ist nun bereit...
    Den Wunsch ihrer Mutter wahr zu nehmen und die Landschaft neu aufblühen zu lassen, indem sie wieder eine Herde gründet und Pferde aufnehmen will welche am meisten ihre Hilfe brauchen.
    Der größte Wunsch von Anima, wie die Schneeweiße ihre Fohlen taufte, ist es, die Pferde wieder zu freien Seelen zu machen, auch wenn sie Jahre lang von Menschen gefangen gehalten wurden und bereits freilebenden Pferden ein Zuhause zu geben, in einem Land, das schöner ist als alle anderen irdischen Orte.



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