Meine erste Geburt (LARS) - Notkaiserschnitt

KAISERSCHNITT-FORUM
Verfügbare Informationen zu "Meine erste Geburt (LARS) - Notkaiserschnitt"

  • Qualität des Beitrags: 0 Sterne
  • Beteiligte Poster: nati1978 - leandra
  • Forum: KAISERSCHNITT-FORUM
  • Forenbeschreibung: Hilfe zur Selbsthilfe
  • aus dem Unterforum: NOTKAISERSCHNITT
  • Antworten: 2
  • Forum gestartet am: Montag 07.11.2005
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: Meine erste Geburt (LARS) - Notkaiserschnitt
  • Letzte Antwort: vor 15 Jahren, 3 Monaten, 13 Tagen, 19 Minuten
  • Alle Beiträge und Antworten zu "Meine erste Geburt (LARS) - Notkaiserschnitt"

    Re: Meine erste Geburt (LARS) - Notkaiserschnitt

    nati1978 - 13.12.2007, 23:11

    Meine erste Geburt (LARS) - Notkaiserschnitt
    Geburtsbericht:

    (unmittelbar nach der Geburt geschrieben!)

    Einen Tag vor dem errechneten Entbindungstermin (11. Februar 2004) war unser Baby – entgegen meiner Hoffnung – immer noch nicht geboren, sodass ich mich morgens planmäßig auf den Weg zu meiner Frauenärztin machte. Große Wassereinlagerungen im gesamten Körper sowie Eiweiß im Urin veranlassten meine Ärztin, mich in die Klinik einzuweisen.

    „Schwangerschaftsvergiftung“ – das war so ziemlich das Einzige, was noch fehlte an negativen Begleiterscheinungen in der Schwangerschaft. Monatelange Übelkeit, Nierenstau und vorzeitige Wehen hinderten mich daran, die Schwangerschaft wirklich genießen zu können. Der einzige Vorteil, der sich daraus ergab, war die Tatsache, dass ich die Geburtsklinik, wo ich nun auch entbinden würde, aus zahlreichen ambulanten Besuchen in der Polyklinik, aber auch aus stationären Aufenthalten kannte und Vertrauen zu Ärzten und Schwestern schöpfen konnte.

    Im Krankenhaus angekommen (meine Mutter hat mich hingefahren) wurden zunächst einmal die üblichen Untersuchungen gemacht – und zwar von der diensthabenden Oberärztin, die mir während der Schwangerschaft das Geschlecht unseres Babys verraten hatte. Sie war derselben Meinung wie meine Hausärztin: Ich sollte im Krankenhaus bleiben, mich einem Wehenbelastungstest unterziehen, und da es keinen Grund gab, noch länger zu warten, würden einen Tag später (am eigentlichen Geburtstermin) die Wehen eingeleitet.

    Leider habe ich genau an diesem Tag über 39°C Fieber und eine fette Erkältung bekommen, sodass mir für eine Geburt einfach die Kraft gefehlt hätte. Daher haben die Ärzte mir über den Tag - als Vorbereitung auf eine Geburt am Tag danach - Nelkentampons gelegt. Die sollten bewirken, dass der Muttermund weicher wird. Abends hat einer der Ärzte noch eine Ultraschalluntersuchung gemacht, weil unser Baby den ganzen Tag über so ruhig gewesen bist, was mich beunruhigt hatte. Wahrscheinlich war ihm das mit dem Fieber auch zuviel… Jedenfalls war alles in Ordnung. Nach einigen Paracetamol-Tabletten ging es mir am nächsten Morgen viel besser, was ich der Visite auch deutlich sagte in der Hoffnung, sie würden nun voran machen. Die dann diensthabende Ärztin, die übrigens selbst schwanger war, hat mir dann gegen 10:00 Uhr morgens eine Tablette vor den Muttermund gelegt. Ich wartete stundenlang auf das, was da kommen sollte, aber leider tat sich zunächst gar nichts. Abends um 18:00 Uhr wiederholte eine andere Ärztin das Ganze, sodass beim abendlichen CTG leichte Wehen zu verzeichnen waren. Ehrlich gesagt, spürte ich davon nicht sehr viel. Die Ärztin meinte, dass Andy, mein Mann, in dieser Nacht ruhig bei mir schlafen könnte – für den Fall, dass es losgehen würde. Ich habe ihn aber dann gegen 22:00 Uhr nach Hause geschickt. Ein fataler Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Nicht ganz eine halbe Stunde später gingen die Wehen dann richtig los – und das alle 1,5 bis 2 Minuten. Schon nach kurzer Zeit verließen mich meine Kräfte. Das Kreuzworträtsel, das ich kurz vorher angefangen hatte, ließ ich einfach liegen und rief stattdessen die Schwester. Diese bat ich, mich in den Kreißsaal zu begleiten. Sie wollte, dass ich mich in mein Bett legte, aber dazu fühlte ich mich schon nicht mehr in der Lage. Ich wollte den Weg zu Fuß bewältigen. Ich hielt mich an meinem Bett fest, das die Schwester hinter sich her zog und schlenderte hinterher. Just in diesem Augenblick platze mir die Blase, sodass ich eine Fruchtwasser-Spur hinter mir her zog. Aber an dieser Stelle war mir bereits alles egal. Ich wollte nur einfach schnell bei den Leuten ankommen, die mir hoffentlich die Schmerzen nehmen würden. Ich blieb einige Male stehen, wandte die eben von der Schwester gelernte Atemtechnik an und kreiste die Hüften. Das erleichterte das Ganze wenigstens ein bisschen.
    Im Kreißsaal wurde ich von einer sehr netten Hebammenschülerin empfangen. Wie jedes Mal sollte sie zunächst alle Werte inklusive CTG überprüfen. Aber nie war das Ganze so lästig wie heute. Ich wollte endlich die Hebamme bei mir wissen, die uns durch die Geburt helfen würde. Nach mehrmaligem Drängeln kam sie dann auch. Meinem Wunsch, mir eine PDA zu legen, wurde nicht nachgegeben, da der Muttermund erst 2cm geöffnet war. Ich rief Andy an und bat ihn, sich schnell auf die Socken zu machen, sodass er schon kurze Zeit später wieder im Krankenhaus war. Zu dieser Zeit war ich gerade auf dem Weg in die Badewanne. Ich dachte, dass ich es dort besser aushalten würde. Das war anfangs auch so, aber schon eine halbe Stunde später waren die Wehen so heftig, dass ich nur noch rummeckerte, endlich eine Spritze gegen die Schmerzen haben wollte und deshalb wieder aus der Wanne stieg. Auf die Versuche der Hebammen, mich mit einem Handtuch trocken zu reiben, reagierte ich wie allergisch. Mich sollte bloß niemand anfassen… So verbrachte ich noch einige Zeit im Badezimmer, bis ich mehr oder weniger von alleine getrocknet war. Wieder im Kreißsaal angekommen wurde ich derart ungemütlich, dass die Hebamme die Oberärztin zu Hilfe rief. Ich wollte endlich diese PDA haben. Eigentlich wollten sie mir die gar nicht mehr geben, da der Muttermund inzwischen 9cm geöffnet war. In diesem Stadium setzen normalerweise die Presswehen, die ein Ende der Geburt absehbar machen, ein. Insofern haben sie die PDA erst dann gelegt, als ich mehr als deutlich zu verstehen gegeben habe, dass ich sie unbedingt haben wollte. Ich glaube, mein Mann ist an dieser Stelle bereits verzweifelt. Er konnte es mir einfach nicht recht machen. Ich wollte einfach nur in Ruhe gelassen werden. Die Ärztin bereitete alles vor, um mir die PDA nun doch noch zu legen. Dafür musste ich mich aufrecht hinsetzen und einen Katzenbuckel machen. Das Ganze tat nicht weh – wer einmal Wehen gespürt hat, den kann wohl keine Spritze mehr schocken – es fühlte sich nur sehr kalt an. Kurze Zeit später durfte ich mich wieder hinlegen. Ich konnte leider immer noch keine Erleichterung des Wehenschmerzes spüren. Das lag aber daran, dass die Ärztin zunächst nur eine Probedosis gespritzt hat, um zu gucken, ob der Körper möglicherweise allergisch reagieren würde. Das tat er aber glücklicherweise nicht. Nun setzten die Presswehen ein. Nach wenigen Presswehen wurden sie jedoch wieder leichter und weniger, sodass die Hebamme mir auf Anweisung der Oberärztin ein wehenförderndes Mittel in Form einer Infusion verabreichte. Zunächst wurde das Gerät auf Stufe 2 eingestellt, zum Schluss waren wir bei 8. Andy hatte sich inzwischen hinter mich gesetzt und half mir kräftig beim Pressen, indem er meinen Kopf nach vorne auf den Bauch drückte. Die Hebamme und die Schülerin fühlten abwechselnd, wie weit das Köpfchen schon durch den Geburtskanal gerutscht war und die Ärztin half von oben schieben, indem sie sich auf meinen Bauch legte. Und das tat wirklich weh. Nachdem sich gar nichts mehr tat, schielte die Ärztin immer wieder besorgt zu dem CTG rüber. Ich ahnte, was nun kam: Die Herztöne unseres Babys wurden so schlecht, dass man sich für einen Notkaiserschnitt entschied. Das Ganze wurde unter Vollnarkose gemacht, weil eine Rückenmarksnarkose zu lange gebraucht hätte bis sie wirken würde. Ich musste noch irgend so ein ekeliges Zeug trinken, weil ich noch zu Abend gegessen hatte und die Ärztin Angst hatte, dass mir das unter der Narkose wieder hochkommen würde. Außerdem spritze sie mir ein Mittel gegen die Wehen, die dann auch zügig nachließen. Danach durfte ich noch kurz eine Unterschrift leisten – über Risiken bin ich aufgrund der Eile nicht aufgeklärt worden – aber ich vertraute der Ärztin blind. An dieser Stelle musste ich mich von Andy verabschieden. Er durfte wegen der Narkose bei der Operation nicht dabei sein, versprach mir aber, im Kreißsaal auf mich zu warten. Eine Schwester schob mich in meinem Bett Richtung OP. Dabei fiel mein Blick auf eine riesige Wanduhr. Es war zu dieser Zeit genau 03:30 Uhr in der Nacht. Im OP angekommen, war das gesamte Team bereits startklar. Ich frage mich, wie die so schnell so viele Leute zusammen bekommen haben, zumal es ja mitten in der Nacht war. Von dem Kaiserschnitt habe ich nicht viel mitbekommen, eigentlich weiß ich nur noch, dass mich der Narkosearzt einige Sachen zu Gewicht, Größe und Allergien gefragt hat, und dass mir einige Schwestern auf den OP-Tisch geholfen haben. Und dann verließen sie mich…

    Als ich zwei Stunden später wieder wach geworden bin, wollte ich der Reihe nach folgende Sachen von meinem Mann wissen:“ Ist unser Baby gesund…? Ist es wirklich ein Junge…? Ist unser Baby schön…?“ Andy wollte mir unser Baby sofort zeigen. Es lag nämlich in seinem Arm. Leider konnte ich in diesem Augenblick nur verschwommen sehen, sodass ich ihn bat, mir unseren Kleinen später noch einmal zu zeigen. Kurze Zeit danach haben sie ihn mir an die Brust gelegt. Ich glaube, das war der glücklichste Moment meines Lebens. An dieser Stelle konnte ich auch wieder sehen und empfand ihn als schönstes Baby der Welt. So ein süßes Baby hatte ich bis dahin noch nie gesehen!!! Das hatten wir wunderbar hinbekommen! Wirklich!

    Nun stellte sich zunächst einmal wieder die Frage nach seinem Namen…
    Die Ärztin fragte mich, wie er denn heißen sollte, aber mir war in diesem Moment alles egal. Ich war einfach nur überglücklich, dass er gesund und munter das Licht der Welt erblickt hattest. Also sagte ich ihr, dass sie bitte Andy fragen sollte – aber das hatte sie wohl bereits getan. Auf dem Namensschild an seinem Bett stand nämlich bereits „LARS“. Andy hatte mir meinen Herzenswunsch erfüllt!!! Dafür durfte er den zweiten Namen aussuchen und entschied sich für „Alexander“.

    Wir beide fanden die Geburt – trotz des Zwischenfalls mit dem Kaiserschnitt – wunderschön, denn Schwesternschülerinnen, Hebammen und Ärztinnen gaben sich größte Mühe, uns das Ganze „natürlich“ erleben zu lassen. Daher hatten wir auch beide keine Angst vor dem Eingriff, sondern vertrauten auf den Rat der Ärztin.

    Ich kann nur jeden empfehlen, sich eine Klinik auszusuchen, die im Jahr vielen Babys auf die Welt helfen. Unser Krankenhaus hat im Jahr mehr als 2.000 Geburten. Vor der Geburt haben mir viele davon abgeraten in dieser „Fließbandklinik“ zu entbinden. Aber ich bin sehr sehr froh darüber. Anderswo hätte man möglicherweise abgewartet, und dann wäre es vielleicht zu spät gewesen. Außerdem habe ich noch in keinem Krankenhaus so bemühtes Personal kennen gelernt wie in diesem. Außerdem haben sie sich alle Zeit der Welt genommen.

    DIE GEBURT VON NURIA WERDE ICH IN DEN NÄCHSTEN TAGEN HIER EINSTELLEN!

    lg, nadja



    Re: Meine erste Geburt (LARS) - Notkaiserschnitt

    leandra - 14.12.2007, 11:57

    PUH
    Diese Berichte spielen sich wie im Film vor mir ab...Es ist wirklich sehr emotional und man kann alles sehr gut nachempfinden. :respekt_2



    Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken



    Weitere Beiträge aus dem Forum KAISERSCHNITT-FORUM

    kleiner Cartoon - gepostet von leandra am Montag 07.11.2005
    Huhu, ich bin die Neue ;) - gepostet von Tinka am Dienstag 26.12.2006
    Leandra - gepostet von leandra am Donnerstag 16.03.2006
    Was mich nervt - gepostet von kissi am Donnerstag 21.09.2006



    Ähnliche Beiträge wie "Meine erste Geburt (LARS) - Notkaiserschnitt"

    habe meine oma erreicht... - cath (Sonntag 23.10.2005)
    lila Riemchenpumps - Damenschuhträger (Montag 11.04.2011)
    Wer will meine Inseln? - WurstwasserJoe (Freitag 02.09.2005)
    Ich grüße meine Mami... - Zafkiel H. (Montag 13.02.2006)
    Meine neue HP - nadinchen (Mittwoch 19.04.2006)
    ~meine vph~ - Tatanka (Donnerstag 29.03.2007)
    Meine GPZ 600 - gpzler (Montag 30.01.2006)
    (Meine Werke) lustige bilder - GodfatherOfGothmetal (Montag 26.03.2007)
    Meine Bewerbung - Anonymous (Freitag 23.06.2006)
    Meine Lieblingslieder - oliver (Mittwoch 11.07.2007)