Verfügbare Informationen zu "Adventskalender 2012"
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Alle Beiträge und Antworten zu "Adventskalender 2012"
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 01.12.2012, 07:36Adventskalender 2012
Weihnachten ist nicht für jeden dasselbe. (Für viele Menschen ist Weihnachten der absolute Horror...Diese drei Tage sind so überfrachtet mit :ach: )
Bei uns gehören ein paar Dinge dazu, für uns ist es eher ein sechswöchiges Lichterfest mit Tannenduft in der Wohnung...
Es gibt Dinge, die wir einfach brauchen, damit wir in die Ruhe kommen können.
Eins davon ist der Adventskalender :mrgreen: Mit Apfel, Nuss und Mandelkern nadürlsch ;)
So, dann geh ich mal die Türchen für den Adventskalender gebacken zu kriegen ;)
Wenn jemand anderes Türchen hat und was für dahinter : bitte sehr ...Ich hangele mich nicht grundlos von Tag zu Tag :idea: das ist ein "offener" Kalender :mrgreen: :wave:
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 01.12.2012, 08:001.12.
Mummenschanz hat Ideen ! (klick)
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 02.12.2012, 00:142. Dezember
Die Tür heute geht
zur wunderschönen Site des kleinen Prinz (klick) ...
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 02.12.2012, 13:363. Dezember
Nu, dies Türchen wird erst gegen Montag mittag geöffnet ;) Eins ist sicher: Schoki ist keine drin :mrgreen:
Ein wenig lebe.lache.liebe. (klick)
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 04.12.2012, 08:31Dienstag 4.12.12
Das vierte Türchen enthält ein Gedicht, auf dass mich eine ironische freundin gestern aufmerksam gemacht hat.
Morgen Kinder, wird´s nichts geben
Morgen, Kinder, wird´s nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man´s bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Doch ihr dürft nicht traurig werden,
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden,
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.
Lauft ein bißchen durch die Straßen!
Dort gibt´s Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.
Tannengrün mit Osrambirnen -
Lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt´s an Holz!
Stille Nacht und heil´ge Nacht -
Weint, wenn´s geht nicht! Sondern lacht!
Morgen Kinder, wird´s nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit...
Ach, du liebe Weihnachtszeit!
Erich Kästner
Re: Adventskalender 2012
Locki - 04.12.2012, 11:29
Dieses Gedicht ist wirklich sehr ironisch .
Liebe Pearl danke schön :herz:
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 05.12.2012, 00:205.Dezember 12
5.Dezember ...
und hier finden wir einen ganz besonderen Schlitten ;) - es ist
"Eine Plastiktüte
(auch Plastiktragetasche oder Kunststofftüte; in Österreich: Sackerl, Plastiksackerl oder Nylonsackerl, in Ostdeutschland häufig Plastetüte oder Plastebeutel, in Süddeutschland Plastikgug) ist eine Tüte oder ein Beutel aus Kunststofffolie (meist aus Polyethylen oder Polypropylen, deswegen auch Polybeutel genannt). (Wikipedia)
Wenn Schnee da ist und ihr sofort rodeln müsst und kein Schlitten ist da, schnappt euch eine gute stabile Einkaufstüte (die aus meinem Lieblingsdiscounter sind hervorragende Qualität zum Rodeln) und gondelt auf dem Po den Hügel runter.
Ehrensache, dass ihr die Reste von der Plastiktüte zum krönenden Abschluss in den Mülleimer wegwerft.
Ein-, zweimal muss das genehmigt sein, Müsli hin, Bio her - denn der Spass, den das bringt, der ist einfach unbezahlbar.
Für die, die oft und gerne Schlitten fahren, empfiehlt sich aber weiterhin etwas stabileres !
Re: Adventskalender 2012
MÜLLerchen - 05.12.2012, 23:126. Dezember 2012
St. Nikolaus in Not
Es fielen noch ein paar mollige Flocken aus der wegziehenden Schneewolke, und da stand auf einmal auch schon der runde Mond leuchtend über dem weissen Turm.
Die beschneite Stadt wurde eine silberne Stadt.
Es war ein Abend von flaumweicher Stille und lilienreiner Friedsamkeit. Und wären die flimmernden Sterne hernieder gesunken, um als Heilige in goldenen Messgewändern durch die Strassen zu wandeln - niemand hätte sich gewundert.
Es war ein Abend, wie geschaffen für Wunder und Mirakel. Aber keiner sah die begnadete Schönheit des alten Städtchens unter dem mondbeschienenen Schnee.
Die Menschen schliefen.
Nur der Dichter Remoldus Keersmaeckers, der in allem das Schöne sah und darum lange Haare trug, sass noch bei Kerzenschein und Pfeifenrauch und reimte ein Gedicht auf die Götter des Olymps und die Herrlichkeit des griechischen Himmels, die er so innig auf Holzschnitten bewundert hatte.
Der Nachtwächter Dries Andijvel, der auf dem Turm die Wache hielt, huschte alle Viertelstunden hinaus, blies eilig drei Töne in die vier Windrichtungen, kroch dann zurück in die warme, holzgetäfelte Kammer zum bullernden Kanonenöfchen und las weiter in seinem Liederbüchlein: "Der flämische Barde, hundert Lieder für fünf Groschen".
War eins dabei, von dem er die Weise kannte, dann kratzte er die auf einer alten Geige und sang das Lied durch seinen weissen Bart, dass es bis hoch ins rabenschwarze Gerüst des Turmes schallte. Ein kühles Gläschen Bier schmierte ihm jedes mal zur Belohnung die Kehle.
Trinchen Mutser aus dem „Verzuckerten Nasenflügel“ sass in der Küche und sah traurig durch das Kreuzfensterchen in ihren Laden.
Ihr Herz war in einen Dornbusch gefallen. Trinchen Mutsers Herz war ganz durchstochen und durchbohrt, nicht weil all ihr Zuckerzeug heut am Sankt-Nikolaus-Abend ausverkauft war - ach nein! weil das grosse Schokoladenschiff stehen geblieben war. Einen halben Meter war es hoch und so lang wie von hier bis dort! Wie wunderschön stand es da hinter den flaschengrünen Scheiben ihres Lädchens, lustig mit Silberpapier beklebt, verziert mit rosa Zuckerrosetten, mit Leiterchen aus weissem Zucker und mit Rauch in den Schornsteinen. Der Rauch war weisse Watte.
Das ganze Stück kostete so viel, wie all die kleinen Leckereien, die Pfefferkuchenhähne mit einem Federchen am Hintern, die Knusperchen, die Schaumflocken, die Zuckerbohnen und die Schokoladenplätzchen zusammen. Und wenn das Stück, das Schiff aus Schokolade, das sich in rosa Zuckerbuchstaben als die „Kongo“ auswies, nicht verkauft wurde, dann lag ihr ganzer Verdienst im Wasser, und sie verlor noch Geld obendrein.
Warum hat sie das auch kaufen müssen? Wo hat sie nur ihre Gedanken gehabt! So ein kostbares Stück für ihren bescheidenen kleinen Laden!
Wohl waren alle gekommen, um es sich anzusehen, Mütter und Kinder, sie hatte dadurch verkauft wie noch nie. Aber kein Mensch fragte nach' dem Preis, und so blieb es stehen und rauchte immer noch seine weisse Watte, stumm wie ein toter Fisch.
Als Frau Doktor Vaes gekommen war, um Varenbergsche Hustenbonbons zu holen, da hatte Trinchen gesagt: "Sehen Sie nur mal, Frau Doktor Vaes, was für ein schönes Schiff! Wenn ich Sie wäre, dann würde ich Ihren Kindern nichts anderes zum St. Nikolaus schenken als dieses Schiff. Sie werden selig sein, wie im Himmel."
"Ach", sagte Frau Vaes abwehrend. "Sankt Nikolaus ist ein armer Mann. Die Kinder werden schon viel zu sehr verwöhnt, und ausserdem gehen die Geschäfte von dem Herrn Doktor viel zu schlecht. Wissen Sie wohl. Trinchen, dass es in diesem Winter fast keine Kranken gibt? Wenn das nicht besser wird, weiss ich gar nicht, was wir anfangen sollen." Und sie kaufte zwei Pfefferkuchenhähne auf einem Stäbchen und liess sich tagelang nicht mehr sehen.
Und heute war Nikolausabend; aller Kleinkram war verkauft, nur die „Kongo“ stand noch da in ihrer braunen Kongofarbe und rauchte einsam und verlassen ihre weisse Watte. Zwanzig Franken Verlust! Der ganze Horizont war schwarz wie die „Kongo“ selber. Vielleicht könnte man sie stückweise verkauft" oder verlosen! Ach nein, das brachte noch nicht fünf Franken ein, und sie konnte das Ding doch nicht auf die Kommode "teilen neben die anderen Nippsachen.
Ihr Herz war in einen Dombusch gefallen. Sie zündete eine Kerze an für den heiligen Antonius und eine für Sankt Nikolaus und betete einen Rosenkranz, auf dass der Himmel sich des Schiffes annehmen und Gnade tauen möge. Sie wartete und wartete. Die Stille wanderte auf und ab.
Um zehn Uhr machte sie die Fensterläden zu und konnte in ihrem Bett vor Kummer nicht schlafen.
Und es gab noch ein viertes Wesen in dem verschneiten Städtchen, das nicht schlief. Das war ein kleines Kind, Cäcilie; es hatte ein seidig blondes Lockenköpfchen und war so arm, dass es sich nie mit Seife waschen konnte, und ein Hemdchen trug es, das nur noch einen Ärmel hatte und am Saum ausgefranst war wie Eiszapfen an der Dachrinne.
Die kleine Cäcilie sass, während ihre Eltern oben schliefen, unter dem Kamin und wartete, bis Sankt Nikolaus das Schokoladenschiff von Trinchen Mutser durch den Schornstein herunterwerfen würde. Sie wusste, es würde ihr gebracht werden; sie hatte es jede Nacht geträumt, und nun sass sie da und wartete voller Zuversicht und Geduld darauf; und weil sie fürchtete, das Schiff könne beim Fallen kaputtgehen, hatte sie ihr Kopfkissen auf den Arm gelegt, damit es weich wie eine Feder darauf niedersinken könnte.
Und während nun die vier wachenden Menschen im Städtchen: der Dichter, der Turmwächter, Trinchen Mutser und Cäcilie, ein jedes mit seiner Freude, seinem Kummer oder seiner Sehnsucht beschäftigt, nichts sahen von der Nacht, die war wie ein Palast, öffnete sich der Mond wie ein runder Ofen mit silberner runder Tür, und es stürzte aus der Mondhöhle eine solche strahlende Klarheit hernieder, dass sie sich auch mit goldener Feder nicht beschreiben liesse. - Einen Augenblick lang fiel das echte Licht aus dem wirklichen Himmel auf die Erde. Das geschah, um Sankt Nikolaus auf seinem weissen, schwer beladenen Eselchen und den schwarzen Knecht Ruprecht durchzulassen.
Aber wie kamen sie nun auf die Erde? Ganz einfach. Das Eselchen stellte sich auf einen Mondstrahl, stemmte die Beine steif und glitschte nur so hinunter, wie auf einer schrägen Eisbahn. Und der schlaue Knecht Ruprecht fasste den Schwanz vom Eselchen und liess sich ganz behaglich mitziehen, auf den Fersen hockend. So kamen sie ins Städtchen, mitten auf den beschneiten grossen Markt.
In Körben, die zu beiden Seiten des Eselchens hingen, dufteten die bunten Leckereien, die Knecht Ruprecht unter Aufsicht von Sankt Nikolaus in der Konditorei des Himmels gebacken hatte, Und als man sah, dass es nicht reichte und der Zucker zu Ende ging, da hatte Knecht Ruprecht sich in Zivil geworfen, um unerkannt in den Läden, auch bei Trinchen Mutser, Süssigkeiten zu kaufen, von dem Geld aus den Sankt-Nikolaus-Opferstöcken, die er alle Jahre einmal in den Kirchen ausleeren durfte. Mit all den Leckereien war er an einem Mondstrahl in den schönen Himmel hinaufgeklettert, und nun musste das alles verteilt werden an die kleinen Freunde von Sankt Nikolaus.
Sankt Nikolaus ritt durch die Strassen, und bei jedem Haus, in dem ein Kind wohnte, gab er je nach der Artigkeit des Kindes dem Knecht Ruprecht Leckereien, welche dieser, mit Katzengeschmeidigkeit an Regenkandeln und Dachrinnen entlang kletternd und über die Ziegel krabbelnd, zum Schornstein brachte; da liess er sie dann vorsichtig hinunterfallen durch das kalte zugige Kaminloch gerade auf einen Teller oder in einen Holzschuh hinein, ohne die zerbrechlichen Köstlichkeiten auch nur etwas zu bestossen oder zu schrammen.
Knecht Ruprecht verstand sich auf seine Sache, und Sankt Nikolaus liebte ihn wie seinen Augapfel.
So bearbeiteten sie das ganze Städtchen, warfen herab, wo zu werfen war, sogar hier und da eine harte Rute für rechte Taugenichtse.
"Da wären wir bis zum nächsten Jahr wieder mal fertig", sagte der Knecht Ruprecht, als er die leeren Körbe sah. Er steckte sich sein Pfeifchen an und stiess einen erleichterten Seufzer aus, weil die Arbeit nun getan war.
"Was?" fragte Sankt Nikolaus beunruhigt, "ist nichts mehr drin? Und die kleine Cäcilie? Die brave kleine Cäcilie? Schscht!“
Sankt Nikolaus sah auf einmal, dass sie vor Cäciliens Haus standen, und legte mahnend den Finger auf den Mund. Doch das Kind hatte die warme, brummende Stimme gehört wie Hummelgesumm, machte grosse Augen unter dem goldenen Lockenkopf, glitt ans Fenster, schob die Gardinchen weg und sah Sankt Nikolaus, den wirklichen Sankt Nikolaus. Das Kind stand mit offenem Mund staunend da. Und Während es sich gar nicht fassen konnte über den goldenen Bischofsmantel, der funkelte von bunten Edelsteinen wie ein Garten, über die Pracht der Mitra, worauf ein diamantenes Kreuz Licht in die Nacht hineinschnitt wie mit Messern, über den Reichtum der Ornamente am Krummstab, wo ein silberner Pelikan das Rubinenblut pickte für seine Jungen, während sie die feine Spitze besah, die über den purpurnen Mantel schleierte, und während sie Gefallen fand an dem guten weissen Eselchen, und während sie lachen musste über die Grimassen von dem drolligen schwarzen Knecht, der die weissen Augen herum rollte, als ob sie lose wie Taubeneier in seinem Kopf lägen, während alledem hörte sie die zwei Männer also miteinander reden:
"Ist denn gar nichts mehr im Körbchen, lieber Ruprecht?"
"Nein, heiliger Herr, so wenig wie in meinem Geldsäckel."
"Sieh noch einmal gut nach, Ruprecht!"
"Ja, heiliger Herr, und wenn ich die Körbe auch ausquetschte, so kommt doch nicht so viel heraus wie eine Stecknadel."
Sankt Nikolaus strich kummervoll über seinen schneeweissen Lockenbart und zwinkerte mit seinen honiggelben Augen.
"Ach", sagte der schwarze Knecht, "da ist nun doch nichts mehr zu machen, heiliger Herr. Schreib der kleinen Cäcilie, dass sie im kommenden Jahr doppelt und dreimal soviel kriegen soll."
"Niemals! Ruprecht! Ich, der ich im Himmel wohnen darf, weil ich drei Kinder, die schon zerschnitten und eingepökelt waren, wieder zum Leben gebracht und ihrer Mutter zurückgegeben habe, ich sollte nun diese kleine Cäcilie, das bravste Kind der ganzen Welt, leer ausgehen lassen und ihm eine schlechte Meinung von mir beibringen! Nie, Ruprecht! Nie!"
Knecht Ruprecht rauchte heftig, das brachte auf gute Gedanken, und er sagte plötzlich: "Aber heiliger Herr, nun hört mal zu! Wir haben keine Zeit mehr, um noch einmal zum Himmel zurückzukehren. Ihr wisst, für Sankt Peter ist der Himmel kein Taubenschlag. Und ausserdem, der Backofen ist kalt und der Zucker zu Ende. Und hier in der Stadt schläft alles, und es ist Euch sowohl wie mir verboten, Menschen zu wecken, und zudem sind auch alle Läden ausverkauft."
Sankt Nikolaus strich nachdenklich über seine von vier Falten durchzogene Stirn, neben der schon Löckchen glänzten, denn sein Bart begann dicht unter dem Rande seines schönen Hutes.
Ich brauche euch nicht zu erzählen, wie Cäcilie langsam immer bekümmerter wurde von all den Worten. Das reiche Schiff sollte nicht bei ihr stranden! Und auf einmal schoss es leuchtend durch ihr Köpfchen. Sie machte die Tür auf und stand in ihrem zerschlissenen Hemdchen auf der Schwelle. Sankt Nikolaus und Knecht Ruprecht fuhren zusammen wie die Kaninchen. Doch Cäcilie schlug ehrerbietig ein Kreuz, stapfte mit ihren blossen Füsschen in den Schnee und ging zu dem heiligen Kinderfreund. "Guten Tag, lieber Sankt Nikolaus", stammelte das Kind. "Alles ist noch nicht ausverkauft ... bei Trinchen Mutser steht noch ein grosses Schokoladenschiff vom Kongo ... wie sie die Läden vorgehängt hat, stand es noch da. Ich hab' es gesehen!"
Von seinem Schreck sich erholend, rief Sankt Nikolaus erfreut! "Siehst du wohl, es ist noch nicht alles ausverkauft! Auf zu Trinchen Mutser! Zu Trinchen ... aber ach!" ... und seine Stimme zitterte verzweifelt, "wir dürfen niemand wecken."
"Ich auch nicht, Sankt Nikolaus?" fragte das Kind.
"Bravo!" rief der Heilige, "wir sind gerettet, kommt!"
Und sie gingen mitten auf der Strasse, die kleine Cäcilie mit ihren blossen Füssen voran, gerade nach der Eierwaffelstrasse, wo Trinchen Mutser wohnte. In der Süßrahmbutterstrasse wurde ihr Blick auf ein erleuchtetes Fenster gelenkt. Auf dem heruntergelassenen Vorhang sahen sie den Schatten von einem dürren, langhaarigen Menschen, der mit einem Büchlein und einer Pfeife in der Hand große Gebärden machte, und sein Mund ging dabei auf und zu. "Ein Dichter", sagte Sankt Nikolaus und lächelte. Sie kamen vor Trinchen Mutsers Haus. Im Mondlicht konnten sie gut das Aushängeschild erkennen: "Zum verzuckerten Nasenflügel".
"Weck sie rasch auf", sagte Sankt Nikolaus. Und das Kindchen lehnte sich mit dem Rücken an die Tür und klopfte mit der Ferse gegen das Holz. Aber das klang leise wie ein Samthämmerchen. "Stärker", sagte der schwarze Knecht. "Wenn ich noch stärker klopfe, wird’s noch weniger gehen, denn mein Fuss tut mir weh", sagte das Kind. "Mit den Fäusten", sagte Knecht Ruprecht. Doch die Fäustchen waren noch leiser als die Fersen.
"Wart, ich werd meinen Schuh ausziehen, dann kannst du damit klopfen", sagte Knecht Ruprecht.
"Nein", gebot Sankt Nikolaus, "kein Dreh’n und Deuteln! Gott ist heller um uns als dieser Mondschein und duldet keine Advokatenkniffe." Und doch hätte der gute Mann sich gern einen Finger abgebissen, um Cäcilie befriedigen zu können.
"Ach! Aber den Kerl mit den Affenhaaren auf dem Vorhang!" rief Knecht Ruprecht erfreut, "den darf ich rufen, der schläft nicht!"
"Der Dichter! Der Dichter!" lachte Sankt Nikolaus. Und nun gingen sie alle drei schnell zu dem Dichter Remoldus Keersmaeckers.
Und kurzerhand machte Knecht Ruprecht kleine Schneebälle, die er ans Fenster warf. Der Schatten stand still, das Fenster ging auf, und das lange Gestell des Dichters, der Verse von den Göttern und Göttinnen des Olymp hersagte, wurde im Mondschein sichtbar und fragte von oben; "Welche Muse kommt, um mir Heldengesänge zu diktieren?"
"Du sollst Trinchen Mutser für uns wecken", rief Sankt Nikolaus, und er erzählte seine Not.
"Ja, bist du denn der wirkliche Sankt Nikolaus?" fragte Remoldus.
"Der bin ich!" Und darauf kam der Dichter erfreut herunter, jätete allen Dialekt aus seiner Sprache, machte Verbeugungen und redete von Dante, Beatrice, Vondel, Milton und anderen Dichtergestalten, die er im Himmel glaubte. Dann stand er ihnen zu Diensten.
Sie kamen zu Trinchen Mutser, und der Dichter stampfte und rammelte mit so viel Temperament an der Tür, dass das Frauenzimmer holterdiepolter aus dem Bett stürmte und erschrocken das Fenster öffnete.
"Geht die Welt unter?"
"Wir kommen wegen dem grossen Schokoladenschiff", sagte Sankt Nikolaus, weiter konnte er ihr nicht erklären, denn sie war schon weg und kam wieder in ihrer lächerlichen Nachtkleidung, mit einem bloßen Fuss und einem Strumpf in der Hand,
und machte die Tür auf.
Sie steckte die Lampe an und ging sofort hinter den Ladentisch, um zu bedienen. Sie dachte, es müsse der Bischof von Mecheln sein. "Herr Bischof", sagte sie stotternd, "hier ist das Schiff aus bester Schokolade, und es kostet fünfundzwanzig Franken." Der Preis war nur zwanzig Franken, aber ein Bischof kann ja gern fünf Franken mehr bezahlen.
Aber nun platzte die Bombe! Geld! Sankt Nikolaus hatte kein Geld, das hat man im Himmel nun einmal nicht nötig. Knecht Ruprecht hatte auch kein Geld, das Kind hatte nur ein zerschlissenes Hemdchen an, und der Dichter kaute an seinem langen Haupt- und Barthaar vor Hunger - er war vier Wochen Miete schuldig.
Niedergeschlagen sahen sie einander an.
"Es ist Gott zuliebe", sagte Sankt Nikolaus. Gerne hätte er seine Mitra gegeben, aber alles das war ihm vom Himmel geliehen, und es wäre Heiligenschändung gewesen, es wegzugeben.
Trinchen Mutser rührte sich nicht und betrachtete sie finster.
"Tu es dem Himmel zuliebe", sagte Knecht Ruprecht. "Nächstes Jahr will ich auch deinen ganzen Laden aufkaufen."
"Tu es aus lauter Poesie", sagte der Dichter theatralisch.
Aber Trinchen rührte sich nicht, sie fing an zu glauben, weil sie kein Geld hatten, dass es verkleidete Diebe seien.
"Schert euch raus! Hilfe!" schrie sie auf einmal. "Schert euch raus! Heiliger Antonius und Sankt Nikolaus, steht mir bei!"
"Aber ich bin doch selbst Sankt Nikolaus", sagte der Heilige. "So siehst du aus! Du hast nicht mal einen roten Heller aufzuweisen!"
"Ach, das Geld, das alle Bruderliebe vergiftet!" seufzte Sankt Nikolaus.
"Das Geld, das die edle Poesie verpfuscht!" seufzte der Dichter Keersmaeckers.
"Und die armen Leute arm macht", schoss es der kleinen Cäcilie durch den Kopf.
"Und ein Schornsteinfegerherz doch nicht weiss klopfen machen kann", lachte Knecht Ruprecht. Und sie gingen hinaus.
In der Mondnacht, die still war von Frostesklarheit und Schnee, tönte das "Schlafet ruhig" hart und hell vom Turm.
"Noch einer, der nicht schläft", rief Sankt Nikolaus erfreut, und sogleich steckte Knecht Ruprecht auch schon den Fuss zwischen die Tür, die Trinchen wütend zuschlagen wollte.
"Haltet ihr mir die Frau wach", sagte der schwarze Knecht, "ich komme sofort zurück!" Und damit stiess er die Tür auf, und zwar so heftig, dass Trinchen sich plötzlich in einem Korb voll Zwiebeln wiederfand.
Und während die andern aufs neue hineingingen, sprang Knecht Ruprecht auf das Eselchen, sauste wie ein Sensenstrich durch die Strassen, hielt vor dem Turm, kletterte an Zinnen, Vorsprüngen und Zieraten, Schiefern und Heiligenbildern den Turm hinauf bis zu Dries Andijvel, der gerade "Es wollt ein Jäger früh aufsteh’n" auf seiner Geige kratzte.
Der Mann liess Geige und Lied fallen, aber Knecht Ruprecht erzählte ihm alles.
"Erst sehen und dann glauben!" sagte Dries. Knecht Ruprecht kriegte ihn am Ende doch noch mit hinunter, und zu zweit rasten sie auf dem Eselchen durch die Strassen nach dem „Verzuckerten Nasenflügel“.
Sankt Nikolaus fiel vor dem Nachtwächter auf die Knie und flehte ihn an, doch die fünfundzwanzig Franken zu bezahlen, dann solle ihm auch alles Glück der Welt werden.
Der Mann war gerührt und sagte zu dem ungläubigen, hartherzigen Trinchen: "Ich weiss nicht, ob er lügt, aber so sieht Sankt Nikolaus doch aus in den Bilderbüchern von unseren Kindern und im Kirchenfenster über dem Taufstein. Und wenn er's nun wirklich ist! Gib ihm doch das Schiff! Morgen werde ich dir's bezahlen ...!"
Trinchen hatte grosses Vertrauen zu dem Nachtwächter, der aus ihrer Nachbarschaft war. Und Sankt Nikolaus bekam das Schiff.
"Jetzt geh schnell nach Hause und leg dich schlafen", sagte Sankt Nikolaus zu Cäcilie. "Wir bringen gleich das Schiff." Das Kind ging nach Hause, aber es schlief nicht, es saß am Kamin mit dem Kissen auf den Ärmchen und wartete auf das Niedersinken des Schiffes.
Der Mond sah gerade in das armselig-traurige Kämmerchen.
Ach, was sah Cäcilie da auf einmal!
Dort auf einem glitzernden Mondstrahl kletterte das Eselchen in die Höhe mit Sankt Nikolaus auf seinem Rücken, und Knecht Ruprecht hielt sich am Schwanz fest und ließ sich mitschleifen. Der Mond öffnete sich; ein sanftes, grosses Licht fiel in funkelnden Regenbogenfarben über die beschneite Welt. Sankt Nikolaus grüßte die Erde, trat hinein, und wieder war da das gewöhnliche grüne Mondlicht.
Die kleine Cäcilie wollte weinen. Knecht Ruprecht oder der gute Heilige hatten das Schiff nicht gebracht, es lag nicht auf dem Kissen.
Aber siehe! was für ein Glück, das Schiff, die „Kongo“, stand ja da, in der kalten Asche, ohne Delle, ohne Bruch, strahlend von Silber, und rauchte für mindestens zwei Groschen weiße Watte aus beiden Schornsteinen! Wie war das möglich! Wie konnte das so in aller Stille geschehen?
Ja, das weiss nun niemand, das ist die Findigkeit und die grosse Geschicklichkeit vom Knecht Ruprecht, und die gibt er niemand preis.
Felix Timmermans
(Aus dem Flämischen von Anna Valeton-Hoos)
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 07.12.2012, 14:367.Dezember
Timmermanns ,der alte Flame, den lieb ich sowieso :freu: da hüte ich das Tryptichon von den heiligen drei Königen und was von den Beginen :freu:
Engel
Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.
Sie gehen leise, sie müssen nicht schrein,
oft sind sie alt und hässlich und klein,
die Engel.
Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand,
die Engel.
Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
oder er wohnt neben dir, Wand an Wand,
der Engel.
Dem Hungernden hat er das Brot gebracht,
der Engel.
Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
und er hört, wenn du ihn rufst, in der Nacht,
der Engel.
Er steht im Weg und er sagt: Nein,
der Engel.
Groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein
es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel. Rudolf Otto Wiemer
So ein nettes Engelchen wie der auf dem Bild wünsche ich Euch heute allen und mir auch :mrgreen: Ich würde ihm sogar Kleidung gestatten :mrgreen:
Re: Adventskalender 2012
Messina - 07.12.2012, 16:09
Bei den Schuhen fällt mir dieser Vers von Hedwig Distel ein:
Flügel möchte ich besitzen
bis zum blauen Himmel dringen,
wo die hellen Sterne blitzen;
schöner Engel, schenk mir Schwingen!
Als der Engel mich vernommen,
griff er in die Silbertruhe -;
und was habe ich bekommen ?
Gute, feste Wanderschuhe !
Hedwig Distel
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 08.12.2012, 01:528.Dezember 12
Gute Schuhe sollten im Grundgesetz festgeschrieben sein ;)
Eine Kommode mit einem Weihnachtsstern kann auch eine Tür sein...
Nur wohin...? Ob es daran liegt, dass es eine Badezimmerkommode ist ??? (klick)
Re: Adventskalender 2012
Messina - 10.12.2012, 15:59
Was es ist
Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Quelle: Erich Fried “Es ist was es ist. Liebesgedichte, Angstgedichte, Zorngedichte”, Berlin 1996
Re: Adventskalender 2012
Rumpelnöff - 10.12.2012, 18:38Re: 7.Dezember
Pearl hat folgendes geschrieben:
So ein nettes Engelchen wie der auf dem Bild wünsche ich Euch heute allen und mir auch :mrgreen: Ich würde ihm sogar Kleidung gestatten :mrgreen:
DANKESCHÖÖÖÖN!
der hat mir grad den letzten Rest Entnervtheit weggeschippt
:lol2: :lol2: :lol2:
Re: Adventskalender 2012
Rumpelnöff - 10.12.2012, 22:20
übrigens ist Dein 'Adventskalender' echt schön,
viel besser als Schokolade!!
hier macht eine Kirchengemeinde einen 'lebendigen Adventskalender'
jeden Tag öffnet eine Familie oder Schule oder Einrichtung,... zu einer bestimmten Zeit ein Fenster,
sprich, es wird etwas vorgelesen / gesungen / Tee und Keks verteilt,
immer nur so 15-20min. und meistens draußen vor dem Fenster/Tür
ich war erst 3x dort, aber die Male waren echt schön!
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 12.12.2012, 00:18
Danke, Rumpel, schön, dass du wieder ein Läppi hast :freu: das finde ich toll, wenn die Leute so aktiv werden - übrigens habt ihr ein schönes Lichternetz über dem einen Teil des Weihnachtsmarkts
Dafür habe ich aber den Adventskalenderfaden verloren :roll:
Noch'n Gedicht und ich meine , eines Heinz Erhardt würdig ;) Autor leider unbekannt.
When the last kalender sheets
flattern durch the winterstreets
and december wind is blowing
than it ist nicht allzuweit
bis she comes,the Weihnachtszeit.
All the Menschen, people soon
flippen out in ihr warm room,
run to Kaufhof or to Aldi
shoppen CD of Vivaldi,
kaufen this and jenes Dings
and the Churchturmglocke rings.
Manche holen little Tännchen
when it brennt, they cry "Attention!"
rufen for the Firewehr
"please come soon quick löschen hier!"
Goes the Tännchen off in Rauch,
they are standing on the Schlauch.
In the kitchen of the house
mother makes the Christmasschmaus.
And she knets and quirls and bakes:
The resultat are Yoghurtcakes.
Day by day did so vergang
and the Holy Night does come.
Then the childrenlein are coming,
candlewax is abwärts running
Bing of Crosby Christmas sings
while the Churchturmglocke rings.
And the angels look so fine
weil it ist the christmastime.
Die kleinen pets all in the house
the hund, the katz ,the bird, the mouse,
die dancen round the Weihnachtstree
N'Joy the day as never nie
and they will find a Dos of Chappi
in a package from the Pappi...
Then they allzusammen sing
and wieder does the Glocke ring.
Zum Song vom grünen Tannenbaum
the Tränen runnen down and down,
weil mother cries and alle hör'n's:
The christmasgoose is angeburns..
Re: Adventskalender 2012
Rumpelnöff - 12.12.2012, 07:46
oh, Weihnachtsmarkt am Roncalliplatz :D
am Neumarkt hängen Myriaden von Leuchtsternen, das ist wesentlich hübscher!
ich war trainingsgründen schon auf nahezu allen Weihnachtsmärkten, die Stände sind dasselbe wie jedes Jahr und hoffnungslos überteuert,
die Besucher sind größtenteils Briten, Holländer und Asiaten ...the German Weihnachtsmarket...
und dieses Geruchskonglomerat aus Zimtstern, Rievkooche und Glühwein bringt meinen Magen jederzeit ins Rotieren :oops:
sehr schönes Gedicht!!!
...da sind meine Weihnachtskarten ja gesichert ;)
Re: Adventskalender 2012
Messina - 13.12.2012, 22:32
Ein Adventsgedicht von Loriot... :mrgreen:
Nichts für zarte Gemüter
http://www.youtube.com/watch?v=gwduN7jpt1E
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 14.12.2012, 16:3814. Dezember
Das klappt ja prima with a little help from my friends :freu: :mrgreen: Pfft, Türchen hat doch jeder, wir holen uns gleich den ganzen Bauwagen!
Gerade eben habe ich festgestellt, dass wir total out sind hier mit unseren Ordnungsbemühungen -es gibt da noch eine Option an die keiner von uns je gedacht hat - Kalifornien hats in die Wege geleitet :lol2:
Neben zwei Golfbällen und einem weissen Müllsack liegen auf dem Mond unter anderem :
http://www.n-tv.de/wissen/Denkmalschutz-fuer-Mond-Muell-article705466.html hat folgendes geschrieben:
Nach jüngsten Medienberichten hat die zuständige staatliche Kommission einstimmig beschlossen, den Landeplatz der Apollo-11-Mission unter Denkmalschutz zu stellen - und damit zwei kleine Urinbehälter, vier Spucktüten für den Fall von Weltraum-Übelkeit und Dutzende andere Überbleibsel. Das Gremium hoffe, dass der Platz samt dem Müll dann eines Tages zum Weltkulturerbe erklärt wird, hieß es in der "New York Times".
Und dann wäre da noch der Weltraumschrott: (Computersimulation erstellt von der Nasa)
Klaras aller Länder: wofür putzen wir eigentlich? Lasst uns unsere Häuser unter Denkmalschutz stellen !!! :lol2:
Re: Adventskalender 2012
Messina - 14.12.2012, 20:44
O was für eine reizende Villa mit Dachterrasse. :super:
Diese besondere Treppe nennt man wohl Stuhlgang? :lol2:
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 14.12.2012, 22:46
:super: :lol2: :ach: Das ich nicht auf die Idee gekommen bin :ach: Die Ukulele neben der Tür heisst Klaus-Dieter :lol2: und ob das wirklich der Stuhlgang ist -das kann man sicher hier in Freudenberg in Westfalen erfragen : http://www.peter-lustig-ausstellung.de/ausstellung.html#
Wenn wir schonmal bei "Freudenberg" sind - da gibt es auch noch das Schloss Freudenberg bei Wiesbaden/Hessen , da kann man was erleben - allerdings kostet es Eintritt -aber wenn man den zusammenbekommt (oder sich schenken lässt ;) ), hat man etwas unvergessliches vor sich - unter anderem den "Finsternisgang" :bäh: -aber ich will nicht zuviel verraten :
http://www.schlossfreudenberg.de/content.php?st_ID=qblek
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 15.12.2012, 11:4815. Dezember
15. Dezember
Es war einmal gestern vor langer Zeit oder auch morgen,wer will das so genau wissen...
da hatte ein Ehepaar zwei Söhne - ein Zwillingspärchen.
Beide Kinder waren gesund und es hätte eitel Freude sein müssen, jedoch machte es den Eltern schwer zu schaffen, dass ihre Kinder so unterschiedlichen Gemütes waren:
Der eine fand in allem dem er begegnete Gutes und der andere Sohn entdeckte in jeder Situation immer nur das Negative.
Extreme Sachen sind niemals gut, dachten sich die Eltern und grübelten verzweifelt um Abhilfe.
Kurz vor dem Geburtstag der Kinder hatte der Vater eine Idee, um beide endlich zu kurieren.
Dem Pessimisten müsste man etwas sehr gutes tun, damit er begriffe, dass nicht immer alles übel wäre und den Optimisten von Wolke sieben holen, ein wenig dämpfen im Überschwang...
Der Vater füllte zwei Zimmer - eines mit den auserlesensten Spielsachen und das andere bis unter die Decke mit Pferdemist.
Am Geburtstagsmorgen führte der Vater nun seine Söhne vor die zwei Türen, hiess den Pessimisten die linke öffnen und dem Optimisten wies er die rechte Tür zu.
Dann ging er fröhlich pfeifend einen Kaffee trinken.
Wie er erwartet hatte, hörte er nach kurzer Zeit ein jämmerliches Weinen und ein Scheppern und frohlockte - gewiss kam das Scheppern aus dem Spielzimmer und der immer gutgelaunte Sohn hatte endlich entdeckt, dass es Situationen gab,die nicht besonders fein waren...
Er öffnete die eine Tür und da sass sein pessimistisches Söhnchen inmitten der allerschönsten Spielsachen und greinte .
„Aber Sohn, was hast du denn? Sind das nicht feine Sachen? Hast du keine Lust zu spielen -warum freust du dich nicht ?“Da schluchzte der Pessimist: „Vater, das ist alles so schlimm - Meine Freunde werden alle neidisch sein ; ich muss mich jetzt durch einen Wust von Anleitungen lesen , bevor ich anfangen kann zu spielen; ständig werde ich für die meisten Sachen von meinem Taschengeld Batterien kaufen müssen und viele Sachen werden beim Spielen kaputtgehen - das ist alles ganz entsetzlich...“.
Verblüfft ging der Vater ins nächste Zimmer (das er mit Pferdeäpfeln angefüllt hatte ;) ) und sah erstaunliches:
Da stand der zweite Sohn schwitzend knietief in der Pferdekacke und schöppte gutgelaunt den Mist zum Fenster heraus, was das Zeug hielt : „Mein Sohn, was tust du da?“ fragte er erstaunt.
„Dad „, grinste der vergnügt beim weiterschöppen: „ Soviel Mist gibt es nur da wo Tiere sind – irgendwo in dem Haufen steckt das Pony, dass ich mir schon lange wünsche und das arme Tier grabe ich jetzt aus.“
:lol2:
Diese Geschichte hat mir Tyler erzählt und ich gebe sie hier so gut wieder, wie es mir möglich ist ;)
Re: Adventskalender 2012
Messina - 15.12.2012, 19:58
Dank dir, die Geschichte ist herrlich, und soooo wahr! :lol2: :lol: :lol2:
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 16.12.2012, 00:1116.Dezember
Taj Mahal, AgraCC-BY-2.0/Flickr images reviewed by File Upload Bot (Magnus Manske)/Wikipedia Commons
Ich liebe die Art wie Raymond Briggs beobachtet und malt und hätte euch gerne "The Snowman" hier eingestellt, den kann ich aber nicht finden :(
Viel Spass trotzdem beim rausfinden, was Father Chris so das Jahr über tut - das wollten wir doch schon immer mal wissen ;)
Link
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 18.12.2012, 23:44
17.Dezember
Das ist einer meiner Lieblingsengel
- Ernst Barlach hat ihn erfunden und später erstaunt festgestellt, dass der Engel das Gesicht von Käthe Kollwitz hat .
hatte ich die geschichte des Engels schon mal erzählt? Dann möchte ich mich entschuldigen, aber er liegt mir sehr am Herzen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Schwebende hat folgendes geschrieben: Der Schwebende, auch Güstrower Ehrenmal, ist eine von Ernst Barlach im Jahr 1927 geschaffene bronzene Skulptur. Der Künstler schuf sie als Mahnmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen für den Güstrower Dom zur 700-Jahr-Feier des Bauwerks. Das Original wurde 1937 als sogenannte Entartete Kunst aus dem Güstrower Dom entfernt und später eingeschmolzen. Ein von Freunden des Künstlers erstellter und während des Krieges in der Lüneburger Heide versteckter Nachguss befindet sich seit 1952 in der Kölner Antoniterkirche. Da das Werkmodel bei einem Bombenangriff zerstört wurde, diente der Kölner Zweitguss als Vorlage für eine neue Gussform. Diese ermöglichte einen Drittguss des Barlachschen Engels, der seit dem 8. März 1953 auch wieder an ihrem ursprünglichen Ort im Güstrower Dom schwebt. Ein weiterer 1987 geschaffener Nachguss hängt im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte auf Schloss Gottorf in Schleswig.
Seine Freunde hielten seine Arbeit auch nach Barlachs Tod für schützenswert und haben Leib und Leben riskiert, damit dieses Kunstwerk weiteren Generationen erhalten bleibt - vielleicht ist es genau das, was mich an diesem Engel so fasziniert.
Die Nazis wollten ihn für immer zerstören und jetzt gibt es Drillinge .
Für mich ist der Schwebende ein Denkmal für echte Freundschaft über den Tod hinaus ...
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 18.12.2012, 23:55
18.Dezember
Durch diese Tür bin ich schon oft gegangen und ich erlaube mir, sie einzustellen, weil sie in den Weiten des Internet in einem anderen Zusammenhang auch zu sehen ist :wave:
Dieser hier sitzt angeblich auf dem Weihnachtsmarkt in Stuttgart und sein Bruder sollte noch in Heidelberg über einem Spielwarengeschäft pusten -das ist schön, wenn man im Sommer durch das schöne Heidelberg läuft und plötzlich wehen einem vorwitzige Seifenblasen um die Nase - sowas macht mich Jahrzehnte jünger :mrgreen:
und auch den Kindern von heute kann man noch ne Freude machen, mit so etwas einfachem wie Seifenblasen :freu2:
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 19.12.2012, 08:27
19,Dezember
Heut mal ein schlauer Spruch:
übersetzt etwa:
Leben heisst nicht, ständig auf den hereinbrechenden Sturm zu warten,
sondern zu lernen, im Regen zu tanzen.
Es geht übrigens auch ohne Kuss - Mitsingen und Mitsteppen gestattet (klick)
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 20.12.2012, 11:56
20.Dezember
Heute ist die Tür mal wieder ein Bauwagen.
Immerhin hat er einen Ofen ;)
Spruch des Tages:
"Ich geh nur mal schnell Zigaretten, äääh, Kunst holen ..." :mrgreen:
Oder Euch inspirieren lassen, selbst auch mal sowas zu machen :super:
Die Kapazität und das Potential an Fantasie ist hier im Forum definitiv vorhanden :mrgreen:
Das macht Spass. Bei den Pfadfindern hier gibt es die Survivalbox, da haben sie sich hingesetzt und sich ausgedacht, was alles not-wendendes für erste Hilfe in eine herkömmliche Streichholzschachtel passt. Leider hat man mir noch keine geschenkt :hm:
"Ist das Kunst oder kann das weg ?" :wave:
http://artomaten.net/fr_start.htm
Und für die, die meinen, das wäre absoluter Blödsinn - ein kleiner Gruss aus dem Garten meiner Nachbarin - man wohnt gut neben Euch :wave: - sie ist die Göttin der Marmeladen und Gelees sowie die Göttin des grünen Daumens.
Und das ist eine der Blüten, die ein knubbelig-hässlicher Kaktus (von wegen!!!) einmal im Jahr an sie verschenkt, weil er sich gut aufgehoben fühlt.
Eine tolle Frau so und so und so - kleine Verbeugung :bitte:
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 20.12.2012, 21:42
Ihr Mädels und ihr Buben!
http://www.sueddeutsche.de/kultur/towel-day-das-wichtigste-dont-panic-1.422588
http://de.wikipedia.org/wiki/Towel_Day hat folgendes geschrieben:
Der Towel Day (dt. Handtuch-Tag) ist ein Gedenktag für den britischen Autor Douglas Adams. Der Towel Day findet seit 2001[1] alljährlich am 25. Mai statt.
An diesem Tag tragen Fans des Schriftstellers ein Handtuch mit sich herum. Dies ist eine Reminiszenz an das Buch Per Anhalter durch die Galaxis, in dem ein Handtuch als „so ziemlich das Nützlichste“ bezeichnet wird, was man auf Reisen durch die Galaxis mit sich führen kann. Der Held Arthur Dent nimmt nur ein Handtuch mit auf die Reise ins Weltall, kurz bevor die Erde einer Hyperraum-Expressroute weichen muss und deshalb zerstört wird.
Ein Handtuch ist eine geniale Sache von wegen Multifunktion - Vergesst auf keinen Fall, ein Handtuch bei Euch zu haben _ Ich rufe für Morgen den "Welt - Handtuch - Tag" aus.
Gehabt's Euch wohl.
Es war sehr interessant, gut ,lustig, ernsthaft, herzwärmend und erfreulich Euch kennengelernt zu haben. :knuddel: :knuddel: :knuddel:
Ich kann jetzt in meiner Wohnung leben und nicht nur hausen :super: Schade, dass ich das erst vor einem halben Jahr begriffen habe :ach:
Bei Freunden findet eine Henkersmahlzeit statt :super: Aber ich habe vor am 22. die weltweite und auf allen öffentlichen und nichtöffentlichen Plätzen stattfindende ":yeah: :yeah: :yeah: Hurra, wir leben noch!"- Party und seh das alles ein bisschen anders ;) Bis denne und...
Foto von User Ammit/Wikipedia
Re: Adventskalender 2012
Haderlump - 20.12.2012, 23:20
Pearl hat folgendes geschrieben:
Ein Handtuch ist eine geniale Sache von wegen Multifunktion - Vergesst auf keinen Fall, ein Handtuch bei Euch zu haben _ Ich rufe für Morgen den "Welt - Handtuch - Tag" aus.
Gehabt's Euch wohl.
Es war sehr interessant, gut ,lustig, ernsthaft, herzwärmend und erfreulich Euch kennengelernt zu haben. :knuddel: :knuddel: :knuddel:
Ich kann jetzt in meiner Wohnung leben und nicht nur hausen :super: Schade, dass ich das erst vor einem halben Jahr begriffen habe :ach:
Bei Freunden findet eine Henkersmahlzeit statt :super: Aber ich habe vor am 22. die weltweite und auf allen öffentlichen und nichtöffentlichen Plätzen stattfindende ":yeah: :yeah: :yeah: Hurra, wir leben noch!"- Party und seh das alles ein bisschen anders ;) Bis denne und...
Foto von User Ammit/Wikipedia
Zitat Lumperich soeben: "Die Welt geht nicht unter, die Matrix wird nur neu gebootet." :lol2: ;)
DON'T PANIC! Solange jeder weiß, wo sein Handtuch ist, ist alles geritzt! :+wech:
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 21.12.2012, 11:4921.Dezember 2012
:ach: Ach so, Lumpi :mrgreen:
Für mich ist diese Stelle das Elfentor :mrgreen: Nicht wie bei den Hobbitsen, ich denke mir die eher unsichtbar. ;)
Heute schwere Kost, zum Tagesthema passend ;) und dranrumdenken. Der Doktor war übrigens Atomwaffen + Atomkraftgegner.
Dr. Albert Schweitzer hat folgendes geschrieben:
Das Wesen der Erscheinungen erkenne ich nicht,
sondern ich erfasse es in Analogie zu dem Willen zum Leben, der in mir ist. ...
Das zum Erleben werdende Erkennen läßt mich der Welt gegenüber nicht als rein erkennendes Subjekt verharren, sondern drängt mir ein innerliches Verhalten zu ihr auf.
Es erfüllt mich mit Ehrfurcht zu dem geheimnisvollen Willen zum Leben, der in allem ist.
Indem es mich denkend und staunend macht, führt es mich immer höher hinan auf die Höhen der Ehrfurcht vor dem Leben. Hier läßt es meine Hand los.
Das denknotwendige Grundprinzip des Sittlichen bedeutet aber nicht nur Ordnung und Vertiefung der geltenden Anschauungen von Gut und Böse, sondern auch ihre Erweiterung.
Wahrhaft ethisch ist der Mensch nur, wenn er der Nötigung gehorcht, allem Leben, dem er beistehen kann, zu helfen, und sich scheut, irgendetwas Lebendigem Schaden zu tun.
Er fragt nicht, inwiefern dieses oder jenes Leben als wertvoll Anteilnahme verdient, und auch nicht, ob und inwieweit es noch empfindungsfähig ist.
Das Leben als solches ist ihm heilig.
Er reißt kein Blatt vom Baume ab, bricht keine Blume und hat acht, daß er kein Insekt zertritt.
Wenn er im Sommer nachts bei der Lampe arbeitet, hält er lieber das Fenster geschlossen und atmet dumpfe Luft, als daß er Insekt um Insekt mit versengten Flügeln auf seinen Tisch fallen sieht.
Geht er nach dem Regen auf der Straße und erblickt den Regenwurm, der sich darauf verirrt hat, so bedenkt er, daß er in der Sonne vertrocknen muß, wenn er nicht rechtzeitig auf Erde kommt, in der er sich verkriechen kann und befördert ihn von dem todbringenden Steinigen hinunter ins Gras.
Kommt er an einem Insekt vorbei, das in einen Tümpel gefallen ist, so nimmt er sich Zeit, ihm ein Blatt oder einen Halm zur Rettung hinzuhalten ...
Heute gilt es als übertrieben, die stete Rücksichtnahme auf alles Lebendige bis zu seinen niedersten Erscheinungen herab als Forderung einer vernunftgemäßen Ethik auszugeben.
Es kommt aber die Zeit, wo man staunen wird, daß die Menschheit so lange brauchte, um gedankenlose Schädigung von Leben als mit Ethik unvereinbar einzusehen.
In meinem Willen zum Leben erlebt sich der universale Wille zum Leben anders als in den anderen Erscheinungen.
In diesen tritt er in einer Individualisierung auf, die, soviel ich von außen bemerke, nur ein Sich-Selbst-Ausleben, kein Einswerden mit anderem Willen zum Leben erstrebt.
Die Welt ist das grausige Schauspiel der Selbstentzweiung des Willens zum Leben.
Ein Dasein setzt sich auf Kosten des anderen durch, eines zerstört das andere.
Ein Wille zum Leben ist nur wollend gegen den andern, nicht wissend von ihm.
In mir aber ist der Wille zum Leben wissend von anderm Willen zum Leben geworden.
Sehnen, zur Einheit mit sich selbst einzugehen, universal zu werden, ist in ihm.
Warum erlebt sich der Wille zum Leben so nur in mir?
Liegt es daran, daß ich die Fähigkeit erlangt habe, über die Gesamtheit des Seins denkend zu werden?
Wohin führt die in mir begonnene Evolution?
Auf diese Fragen gibt es keine Antwort. Schmerzvolles Rätsel bleibt es für mich, mit Ehrfurcht vor dem Leben in einer Welt zu leben, in der Schöpferwille zugleich als Zerstörerwille und Zerstörerwille zugleich als Schöpferwille waltet.
Seligkeit, die die Welt nicht geben kann, empfange ich aus ihr. Wenn in der Sanftmut des Andersseins als die Welt ein anderer und ich uns in Verstehen und Verzeihen helfen, wo sonst Wille andern Willen quälen würde, ist die Selbstentzweiung des Willens zum Leben aufgehoben.
Wenn ich ein Insekt aus dem Tümpel rette, so hat sich Leben an Leben hingegeben und die Selbstentzweiung des Lebens ist aufgehoben.
Wo in irgendeiner Weise mein Leben sich an Leben hingibt, erlebt mein endlicher Wille zum Leben das Einswerden mit dem unendlichen, in dem alles Leben eins ist ...
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 22.12.2012, 01:15
22. Dezember
...oder ein Fenster ...
auf dem Tisch steht der Pausensnack ;)
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 23.12.2012, 10:20
23. Dezember
:herz: Nicht vergessen - das vierte Kerzlein ist das letzte Kerzchen - es gibt eigentlich kein fünftes, wenn man sich nicht blamieren möchte...
Hiermit grüße ich all meine lieben Schweizer :wave:
Ihr wollt einem Schweizer eine Weihnachtsfreude machen?
Ganz einfach: Als Hochdeutscher versuchen, die untenstehende Weihnachtsgeschichte zu rezitieren - so kann man einen Schweizer Tränen lachen sehen.Und wer über sich selbst lachen kann, lacht dann einfach mit ;) Zitat: D Wiehnachtsgschicht
Maria und Josef händ d’Heimat verloh,
um de wiiti Wäg nach Bethlehem z’goh.
Es Chindli erwartet d’Maria gli,
drum schiint die Reis so mühsam z’si.
Es herzigs Eseli, chliie und grau,
treid hie und do die müedi Frau.
So schlendered sie uf holprige Wäge,
beschützt und behütet vo Gottessäge.
Es dämmeret langsam, d’Sterne funkle,
do erkennt mer es Dorf im Dunkle.
Die beide pressiered, sie reded keis Wort,
endlich erreicheds der Heimatort.
De Josef chlopft bi de Herberg aa,
a d’Türe chunt en rundliche Maa.
De Josef fragt, ob’s möglich wär
do z’schloffe, sie chämid vo wiitem här,
Do lärmet de Wirt im e böse Ton:
„Kei Platz für so Lüüt mit wenig Lohn!“
Denn wiist er de Josef zur Türe us,
zeigt mit em Finger zurm nächschte Huus.
Mit wenig Hoffnig, Muet und Chraft
versuecht er’s bi der Nachbarschaft.
De Josef bitted und bettled so sehr.
doch für sie isch keis einzigs Lager leer.
So gönd die beide mitenand
ziehllos dur das düstere Land.
Es dumpfs Liecht erschiint im Gländ,
d’Maria faltet voll Hoffnig d’Hängd.
En Stall nur, einsam und verlasse,
absiits vo allne Hütte und Gasse,
es chliises Fläcklli Geborgenheit,
stoht do für Maria und Josef bereit.
S’Schloss wird uftue vomene Hirt,
en liebe Maa, kei riiche Wirt.
Er schickt die zwei Mensche nümme fort,
het Freud a ihrne dankbare Wort.
Wo de Josef am Eseli s’Fuetter git,
goht d’Maria zur Hütte mit schwere Schritte.
Erschöpft betritt sie de chalti Ruum,
d’ Armselikeit beachtet sie chuum.
Und sie hed i dere gweihte Nacht
de Gottessohn uf d’Welt bracht.
En Engel erschiint am Himmelszelt
verchündet luut i die wiiti Wält:
„Freued euch, Hirte, es Chind isch gebore,
Gott Vater im Himmel hed ihn erkore,
de Sohn vom Schöpfer vo üsere Wält,
lueged nur, wie sich d’Nacht erhellt!
S’Himmustor isch für d’Mensche no zue,
de Herr Jesus Christ wird’s für eu uftue,
um das z’erfülle, chunt er uf de Erde“
D’Hirte schared sich um eri Herde,
de Engel, wo immer no über sie wacht,
redt wiiter i dere heilige Nacht:
„Drum singed ihr Hirte, es trägi de Wind
eue Wiehnachtsgsang here zum Chind,
und lüütid d’Glogge, das es schallt,
vo de Berge bis id Täler hallt,
gönd zum Stall, de Erlöser z’gseh!
Verzelled de Lüüt, es Wunder sig gscheh!
En Stern wird euch nach Bethlehem leite,
gönd dem Chindli e Freud go bereite“
D’Hirte packed do druf eri Sache,
beschlissed, sich grad uf de Wäg z’mache.
Bevor sie aber de Stall betreted,
chnüled sie here, danked und beted.
Drei Könige us em Morgeland
chömed gritte im edle Gwand.
De Wiehnachtsstern händ sie entdeckt,
er hed i ihne d’Neugier gweckt.
Sie ghöred vo wiither Glockenklang
folged dem herrliche Hirtegsang.
Jetzt schenked sie Weihrauch,
Myrrhe und Gold
dem chliine Königssohn, zart und hold.
Maria und Josef bedanked sich sehr.
De Stall isch jetzt nümme kahl und leer.
Das ganze Volk, wo sich do vereint,
hed’s so guet mit em Jesus gmeint.
Die Mensche gspüred irgendwie
en wunderbari Harmonie.
Gott het sie gern, und alli gliich,
öb Hirt oder König, öb arm oder riich.
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 24.12.2012, 00:03
24. Dezember 2012
Kleiner Kunstgriff - :gruebel: denn eigentlich war ja kein "Pearl-Verherrlichungs-Fred" geplant und ich dachte, der wird gemeinsam gestopft :mrgreen: - so habe ich Euch alle noch hineingebracht :bäh: Indem ich mal die sichtbaren Weihnachtsfreddies noch mehr sichtbar gemacht habe - warum immer durchs Internet schweifen, wenn das Gute doch so nahe liegt :mrgreen: :
:lesen: http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=94135567nx64153&t=1313&highlight=lametta
:gruebel: http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=94135567nx64153&t=953&highlight=weihnachten
:gift: http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=94135567nx64153&t=942&highlight=weihnachten
:gift: http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=94135567nx64153&t=946&highlight=weihnachten
:santa: :dance: http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=94135567nx64153&t=2134&highlight=weihnachten
:gift: :tonne: http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=94135567nx64153&t=1760&highlight=weihnachten
:herz: :gift: http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=94135567nx64153&t=1318&highlight=weihnachten
- die gibt es mittlerweile auch aus widerstandsfähigem Plastik :freu: Macht Euch auch mal Gedanken drüber...
:idea: http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=94135567nx64153&t=1306&highlight=weihnachten
:baum: http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=94135567nx64153&t=1298&highlight=weihnachten
:baum: couch :sonne: http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=94135567nx64153&t=78&highlight=weihnachten
:baum: :pakete: http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=94135567nx64153&t=529&highlight=weihnachtent=2134
Als Abschluß ein paar Impressionen aus meiner Zeit als Weihnachtsmarktfrau vor ein paar Jahren -vis-a-vis vom Karussell :roll: vier Wochen von morgens bis abends sieben Tage die Woche "O je, du Fröhliche" - Weihnachtslieder sind seitdem ein No-Go bei mir :lol: Aber da habe ich die drei heiligen Könige gesehen ,die alle drei fast bewegungslos andächtig das Karussell eine halbe Stunde angestaunt haben - ich habe die Zeit damals gestoppt ;) gefahren sind die Süßen nach dieser halben Stunde jedes einmal - und sie waren wirkliche Könige :freu2: Fotografieren war dann aber nicht , denn es war Kundschaft da :mrgreen:
Ich wünsche Euch gesegnete Weihnachtstage, egal wie ihr sie verbringt, habt Euch lieb und entspannt Euch ! :wave:
Re: Adventskalender 2012
Rumpelnöff - 24.12.2012, 09:46
ooh Danke,
Dir und allen anderen ebenso :hug: :knuddel:
ich wollte eigentlich auch mal etwas zum Adventskalender beitragen,
aber außer Loriots Gedicht, mit dem mir Messina zuvor kam :evil: ;) , fiel mir nichts passendes ein
sorry :bitte:
es war nämlich eine wunderschöne Idee, liebe Pearl!!!
Re: Adventskalender 2012
Pearl - 24.12.2012, 12:45
:mrgreen: Rumpeli, lass es uns nächstes Jahr nochmal probieren, wenn wir alle können ;) Dann fangen wir schon im Mai an ;) Schönes getrüffeltes Fest :wave:
Re: Adventskalender 2012
Messina - 27.12.2012, 19:37
Danke für den schönen Adventskalender! :hug:
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