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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Peter Rast - Roy DIGGER Forum: Misanthrop-Society Forenbeschreibung: Always Look On The Dark Side Of Life aus dem Unterforum: Süd-Amerika Antworten: 2 Forum gestartet am: Donnerstag 16.03.2006 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Hitze, Hoehe, Loch im Tank Letzte Antwort: vor 15 Jahren, 4 Monaten, 14 Tagen, 3 Stunden, 20 Minuten
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Re: Hitze, Hoehe, Loch im Tank
Peter Rast - 12.11.2007, 18:20Hitze, Hoehe, Loch im Tank
Zum Reisebericht ist folgendes erklaerend naeher zu bringen:
Nach dem fluchtartigen Verlassens des sich eindeutig in der Hand der Stechfliegen befindlichen Urwaldes, fuehrte uns der Eigensinn der kuenstlichen Intelligens unseres Mietfahrzeuges, welche es gegen einen kleinen Aufpreis dazu gab, in den tiefsten, auf dieser Seite der Erdhalbkugel sagt man besser hoechsten, Norden.
Die einzige Strasse dieser Himmelsrichtung entsprechend fuehrt nach Bolvien. An den Raender liegen kleine Staedte wie Tilcara, Humauaci und den Rest kann ich nicht schreiben. Die Landschaft veraendert sich drastisch. Waren eben noch dichte Urwaelder rechts und links der Strasse, verschwinden diese auf Grund der gewonnen Hoehe. Man faehrt in einem Flusstal, rechts und links unendlich Hoehe Berge, mit knallbunter Faerbung. Tiefes rot wird von ploetzlichem blau durchbrochen, dahinter wieder sandfarben und ab und zu eine riesige, weisse Minaralader. Das Flussbett ist komplett ausgetrocknet und ewig breit (c.200-300m). Die Raender sind saftig, gruen bewachsen. An den Haengen und bis hoch auf die Kanten der Berge wachsen Waelder von Kantelaberkakteen.
Unser erster Stopp ist in einen Indianerdorf, dessen Hoehepunkt eine renovierte Inkasiedlung darstell. Eine Anhaeufung von Lehmziegelhaeuschen in ausgestorben verschlafenen Sandstrassen. Wir kommen zur Mittagszeit an, was umgerechnet 50Grad im Schatten entspricht. Nach dem Verzehr eines Lamafleischgerichtes, was meiner Meinung nach dem Geschmack von Schweinefleisch misstrauisch aehnlich war, fahren wir weiter bis zum noerdlichsten Dorf Argentiniens. Hier wird die Nacht auf einem Zeltplatz verbracht.
Zeltplatz muss hier naeher definiert werden: Ein Besitzer einer Ziegenherde dachte sich, den jenigen mehrerer Teile seiner Weide, welche von seinem Getier bereits abgefressen war, als Stellplatz fuer Zelte zu verkaufen, bis hier das Gras wieder entsprechend dem Verzehr geeignet fuer die Ziegen freigegeben werden konnte.
Der naechste Tag brachte eine neue Himmelsrichtungsausrichtung unserer Fahrtrichtung. (man beachte: 3xrichtung im letzten Satz) An einen weiterem Dorf angehalten, an dem die Felsfaerbung besonders schoen war, fuhren wir ueber den ersten hohen Andenkamm bis auf 5000m Hoehe. Welch beeindruckende landschaftliche Buehne dies ergab, muss hier wohl nicht erwahnt werden. Ich vergass ab und an die Augen durch wiederholtes Blinzeln zu befeuchten und es liefen mir dadurch Traenen. Mit der einbrechenden Dunkelheit kam dann das Unglueck. Die verhalten befestigte Strasse praesentierte dem Fahrer, ich war dieser nicht, ein attraktives Prachtstueck eines Fels-Kravensmannes, der auch gleich danken angenommen, mittig am Fahrzeugunterboden dem Gefaess unseres Triebmittels einen Gnadenstoss versetzte. Benzinspur zeichnent hatten wir das Glueck an der naechsten Stadt anzukommen, bevor der Tank erleerte. Die Bedeutung unseres Glueckes wird klar, wenn man sich die Entfernungen der Stadte hier anschaut. In der westlichsten Stadt Argentiniens hin zur chilenischen Grenze, schwang sich der beleibte Indianer um halb zwoelf Uhr nachts unter unser Vehicle. Das Flick- und Stopf-Vorhaben wurde auf den naechsten Morgen verschoben. Die Nacht wurde im Auto verbracht. Die Temperatur sank auf unter Null, zu erkennen daran, dass die Schwitzfluessigkeit an den Scheiben hart und undurchsichtig wurde. Wir waren ja immernoch auf 4000m Hoehe. Die Nacht musste trotzdem von uns im Auto verbracht werden, da man befuerchtete, die Sonnenlicht-fremden Gestalten der Indianer-doerflichen Nacht taeten Vergnuegen an der Veredelung unseres KFZs zu haben. Am naechsten morgen erfolgte dann die Talabfahrt mit gepflicktem Tank. Die wohl beeindruckenste Landschaft, welche ich je gesehen hatte und mittendrin wilde Lamaherden. Eine Erektion meines primaeren Geschlechtsorganes konnte ich daher nicht unterbinden. An der naechsten Tankstelle erschlafte diese jedoch Flucks, als sich der naechste Tankloch-Schock manifestierte. So wie Sprit oben reinkam, lief er unten wieder raus. Irgendwo war noch ein Loch, denn der Indianer ist nicht schuld, er hat mit seiner Paste gute Arbeit gelestet. An dieser Stelle noch mal ein Lob an den Indianer, den ich fest in mein Herz geschlossen habe, denn er war nett und habe ihn lieb.
Aktuell sitze ich in einem Internetcafe, schreibe den sinnlosen Text hier runter und warte mit den anderen beiden Trotteln zusammen auf die Fertigstellung der wiederholten Reparatur unseres Kraftstofftankes. Kosten ca.80Pesaltonies (25euro), Zeitverlust ein Tag und schlechte Laune. Demnaechst wollen wir dann mit verknapptem Zeitplan weiter zu einem Kakteenpark, Chili-Feldern und dem hoechsten Indianerdorf ever auf 6000m mit angeschlossenem Indianer-Periodekaktus-Markt.
Das Motto immer schoen Koka kaun. Bis dahin, ich hab mich lieb.
Re: Hitze, Hoehe, Loch im Tank
Roy DIGGER - 13.11.2007, 10:17
achtungachtungachtungachtung (man beachte: 4x ACHTUNG in meinem "reply")
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