Was ist nur geschehen?

Sturmschreiterkriegshalle
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    Re: Was ist nur geschehen?

    Fratos Kyrar - 02.02.2006, 16:04

    Was ist nur geschehen?
    Knöchrige Finger bewegten sich langsam in Richtung dieses verstaubten, in Leder gebundenen Buchs. Er hatte diese ungute Vermutung hier schon mal gewesen zu sein, in dieser dunklen und feuchten Kammer. Die Steintafel am Eingang war nicht zu lesen. Die Gezeiten hatten schon zu sehr an ihrer Form und den darauf eingeschlagenen Zeichen genagt.
    Er pustete den Staub vom Einband und las darauf die Initialen "F.K.". Sollte das wohl sein Buch sein? Er erinnerte sich nicht jemals in dieses geschrieben zu haben. Wahllos schlug er es auf und fand folgenden Eintrag:


    Fratos Kyrar, Eintrag irgendwann...wen kümmert schon die Zeit.

    Es ist eine Schande, auch heute sitze ich hier in meiner dunklen Ecke, gefangen in der Gestalt eines Untoten, um über die Vergangenheit nachzudenken. Seitdem ich mich durch die Hilfe von Lady Sylvana von der Geißel losreißen konnte, schwelgen immer wieder bruchstückhafte Erinnerungen in mir auf mit denen ich nichts anzufangen weiß. Erinnerungen an ein unbeschwertes Leben, Feldarbeit und lachenden Kindern. Immer wieder ziehen sie verschwommen durch meinen Geist. Aber nur eine ist klar zu erkennen, diese Getreidelieferung. Danach wandelt sich alles. Kämpfe verbunden mit Leid und Qual erfüllen die Erinnerungen bis zu dem Zeitpunkt meiner Befreiung. Aber nicht nur die Erinnerungen kamen mit dieser Befreiung zurück, sondern auch eine Teil der Fähigkeit zu empfinden.
    Somit stieg in mir der Drang zu entschlüsseln, was mit mir und meinen Artgenossen geschehen ist. Ich weiß nicht wieviel Zeit ich in das lesen von angesammelten Schriften gesteckt habe, aber das spielt auch keine Rolle, denn Zeit verlieren kann ich sowieso nicht mehr. Ich fand keine direkte Überlieferung, also habe ich mir aus den vielen Behauptungen einen möglichen Werdegang zusammen gereimt. Aber in fast allen Niederschriften las man Sätze wie "die Seuche brach aus und verwandelte Unschuldige in Bestien" und auch ein Name fiel immer wieder "Arthas". Nach meinen Nachforschungen scheint Arthas ein Königssohn gewesen zu sein. Auch er fiel der Geißel zum Opfer, weil er sich hinterführen ließ. Das ist das was ich mittlerweile an den Menschen hasse! Jawohl, HASSE! Sie sind schwach und einfältig. Hätte er damals nicht so verbissen dem einen Ziel hinterhergejagt, hätte er sich wohl nicht von diesem Schwert vergiften lassen.

    Ich weiß bis heute nicht, ob die Überlieferungen wirklich der Wahrheit entsprechen, aber die heutigen Konstellationen scheinen zumindest den Werdegang der unterschiedlichen Rassen zu bestätigen.

    I h sit ier imm och im dunk


    Weiter lesen konnte er nicht, denn der Rest ist durch Feuchtigkeit und daraus resultierendem Schimmel unkenntlich geworden.


    Da stand doch tatsächlich sein Name über dem Eintrag. Verwundert schlug er das Buch wieder zu und lag es zur Seite. Er grübelte über die gelesenen Worte und versuchte sich zu erinnern. Doch ohne jeglichen Erfolg. Die Frage, was wohl in der letzten Zeit seit diesem Eintrag geschehen sein mag, verleitete Ihn sich zu setzen und noch ein wenig in dieser Kammer zu verharren...



    Re: Was ist nur geschehen?

    Fratos Kyrar - 02.02.2006, 16:05

    -Teil II-
    Als er so dasaß und versuchte sich irgendwas, was dieses seltsame Buch erklären könnte, ins Gedächtnis zu rufen, betrachtete er sein Gesicht in der Pfütze vor sich. Er konnte sich nur wage erkennen, denn mittlerweile war die Sonne schon längst verschwunden und lediglich der schwache Mondschein brachte ein bißchen Licht in diesen Raum. Er nahm seine Kopfbedeckung ab und legte sie auf dieses Buch, in der Hoffnung, es damit auch aus seinen Gedanken aus zu grenzen. Aber es half nichts. Er versank wieder in Gedanken.
    Er rief sich den Text aber und abermals ins Gedächtnis. Über eine Aussage stolperte er immer und immer wieder. Da stand geschrieben, dass mit der Erlösung von der Geißel auch ein Teil der Empfindungen wieder kam. Spricht der Autor da von dem Hass der in ihm ruht? Das ist die einzige Empfindung die er zur Zeit verspüren mag. Aber es passt einfach nicht mit der Aussage überein, dass Bilder der Erinnerung in ihm aufsteigen.
    Er versuchte die Geschehnisse der vergangenen Tage zusammen zu fassen. Da waren Begegnungen mit zwei Priestern, mit denen er Unterredungen über die königliche Apothekervereinigung der Unterstadt hatte. Auch teilte einer der beiden ihm mit, dass er in einem früherem Gespräch sehr verwirrt, eher sogar Geisteskrank, mitteilte, dass er sich in Behandlung bei den Apothekern geben würde. Er erinnerte sich an eine Begegnung mit einem Troll, der versuchte ihm die Erinnerung an irgendwas wieder zu beschaffen. Dinge die im gesamten einfach keinen Sinn ergaben.
    Er fuhr mit seiner Fingerspitze durch die glatte Oberfläche der Pfütze und mit der verschwimmenden Abbildung seines Gesichts und dem Gedanken, dass er später zu den Apothekern reisen würde, entglitt sein Geist seiner Kontrolle.



    Re: Was ist nur geschehen?

    Fratos Kyrar - 03.02.2006, 14:06

    -Teil III-
    "Prioritäten setzen"

    Als er wieder zu sich kam stand die Sonne schon weit im Zenit.
    Er erinnerte sich an seinen vorhergegangen Entschluss die Apotheker der Unterstadt auf zu suchen, um sie zur Rede zu stellen. Nach kurzem Abwägen, ob er nun eine kostbare Rune benutzt, um sich direkt vor Ort zu teleportieren oder doch lieber auf konventionelle Art reisen würde, entschloss er sich für letzteres. Er richtete sich auf, setzte sich seinen Hut auf und schnallte sich sein Schwert um. Nach kurzem überlegen griff er ebenfalls nach dem Buch und verstaute es tief in seiner Tasche.
    Die Tür öffnete sich mit einem Knarzem von rostigen Scharnieren. Er trat ins Freie und das flimmern der Luft verriet ihm, dass es wohl schon zwei oder drei Stunden nach Mittag sein musste. Er schien recht lang weggetreten gewesen zu sein.
    Als er so über die staubigen Wege wanderte und sich im Kopf eine Vorgehensweise ausdachte, wie er den Apothekern am besten gegenüber tritt, viel ihm ein, dass er zur frühen Abendstunde einem Treffen in Ratchet zugesagt hatte. So entschied er, dass die Apotheker wohl noch einen Tag warten müssen. Vielleicht würde ihm ein bißchen Ablenkung vorerst auch nicht schaden. Außerdem könnte er eventuell einen der beiden Priester, die anscheinend etwas über die Situation wissen, treffen.
    Plötzlich stockte er und blickte sich zum ersten Mal seitdem er hier ist in der Gegend um. Aber wo war er? Und wie sollte er wieder hier her finden? Die Frage verwarf er sofort wieder, denn eigentlich schien es nicht von solcher Bedeutung. Wenn es nötig sein sollte, würde er es wieder finden. Nach dieser Erkenntnis entschloss er sich nun doch eine seiner Runen zu nutzen. Er entschied sich für die Hauptstadt der Tauren, denn von dort ist der Fußmarsch nach Ratchet erträglich und meist auch einsam genug.
    Die Dämmerung setzte schon ein als er seinen Zielort endlich erreichte. Als er sich der Taverne näherte hörte er schon die Feierlichkeiten, das Gelächter und die ausgiebigen Gespräche. Das Gebäude schien auf jeden Fall einigermaßen gefüllt.
    Ihm war überhaupt nicht nach Feiern zumute. Trotzdem bewegte er sich in Richtung Eingang und erspähte auch sofort den gewissen Priester von dem er gehofft hatte, dass er anwesend sei. Das seltsame war nur, dass dieser das Gespräch eröffnete mit der Frage, ob denn noch eine Behandlung bei den Apothekern erfolgen würde. Es machte ihn stutzig, aber klärte auf eine gewisse Art auch gleichzeitig den Entschluss den er sowieso schon in Bezug auf die Apothekervereinigung gefasst hatte. Er berichtete dem Priester kurz was vorgefallen war, gab ihm aber das Buch, damit er sich selbst ein Bild machen konnte was er dann wohl auch tat.
    Anscheinend ist wirklich eine Wandlung vorgefallen. Etwas wie eine Amnesie oder sogar etwas wie Persönlichkeitsspaltung, denn in vielen Gesprächen schienen Personen teilweise mehr über ihn zu wissen als er selbst. Wenn solche Situationen auftraten siegte bisher seine Skepsis, gerade gegenüber den Lebenden. Aber dieser Priester schien auf eine gewisse Art vertrauenswürdig zu sein.
    Letztendlich bekräftigte dieses Zusammentreffen seinen Entschluss in die Unterstadt zu reisen. Er beschloss auch, dass er noch diesen Abend losziehen würde, was er in letzter Konsequenz eigentlich auch tat.



    Re: Was ist nur geschehen?

    Fratos Kyrar - 06.02.2006, 15:15

    -Teil IV-
    -Das Treffen-


    Im Endeffekt dauerte es noch zwei volle Tage bis er die Unterstadt erreichte. Er wusste nicht wieso er nicht auf dem direkten Weg zu seinem Ziel reiste, sondern noch Abstecher nach Winterspring, Silithus und in die Pestländer machte. Auch zu sagen, dass er nach einem Gefühl gehandelt hätte, wäre definitiv falsch gewesen. Etwas trieb ihn, ein Drang den er selbst nicht erklären konnte. Man könnte vielleicht von "Bestimmung" oder "Schicksal" reden, irgendwann, wenn es sein soll, wird er schon sein Ziel erreichen. Schließlich spielt ja die Zeit auch kaum eine Rolle, denn darüber war er sich immer bewußt, dass die Ewigkeit das Vermächtnis seines Schicksals sein sollte.
    Er schlenderte noch ein wenig durch die Katakomben der Unterstadt. Traf das eine oder andere bekannte Gesicht, aber er war nur halb anwesend. Eigentlich auch nicht anders als sonst, aber diesmal schien nichts anderes von wirklicher Bedeutung. Sein vielleicht letzter kleiner Umweg führte ihn noch zu seiner Ausbilderin, der er seines Erachtens nach viel zu viel Gold für Unfähigkeit in den Rachen geworfen hatte. Nur einen positiven Aspekt hatte dieses Zusammentreffen, trotz der weiteren unzähligen Goldmünzen die er ihr gab. Sie offenbarte ihm, dass er nun am Ende seiner Ausbildung angekommen sei.
    Auf dem Weg zu den Apothekern, er ging bestimmt wieder nicht den direkten Weg, traf er diesen Priester. Doch diesmal, erwähnte dieser nichts, als wüsste er was passieren würde. Er spazierte an den Mondfestfeiernden vorbei, immer noch nicht wissend, für was die da eigentlich Tag ein Tag aus rumstehen und ignorierte sie mal wieder, wie jedes Mal.
    Das unausweichliche Treffen kam. Er stand dort in ihren Laboratorien und ließ seinen Blick schweifen. Von einem Gesicht zum anderen, einige weichten seinem Blick aus, andere schienen erhaben oder überheblich zu grinsen. Doch sie ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Er erhob seine Stimme und stellte die Frage, ob jemand der Anwesenden ihn kennen würde. Er bekam keine Antwort, lediglich die gleichen Gesichtsausdrücke wie schon zuvor. Er flüsterte eine ihm mittlerweile sehr bekannte Formel und es formte sich Magie in seinen Händen zu einem mächtigen Eiszauber. Er ließ nochmals seinen Blick über die Runde schweifen. Sie ignorierten ihn, schienen fast belustigt über sein Verhalten. Er merkte, dass er so nicht weit kommen würde. Aber, im Augenwinkel sah er eine Person zurück weichen. Das war wohl seine Chance. Er tat so, als würde er aufgeben. Er wandte den Apothekern den Rücken zu und folgte der mysteriösen Bewegung im Augenwinkel. Er folgte dieser Bewegung in einen Gang und erspähte eine Person etwa zwanzig Schritt vor ihm. Er sprach eine weitere sehr bekannte Formel, seine Gestalt verblasste, verschwand, um sich neben der Person vor ihm wieder zu formen. Als diese ihrem Verfolger bewusst wurde, erschrak sie sichtlich und blieb wie angewurzelt stehen. Fratos blickt sich kurz um, ob auch niemand sonst in der Nähe war und fixierte sich dann auf die Augen seines Gegenübers. Er sah etwas eigenartiges. Etwas, was er nur bei den lebenden bisher gesehen hat. Seine dunklen Augenhöhlen spiegelten sich in denen der Person. Als er sich dessen bewusst wurde, leuchteten die seinigen aus dem Spiegelbild kurz auf. Unbewusst wich er einen Schritt zurück und musterte die immer noch absolut starre Person. Mit leiser Stimme und einem unheilvollem Unterton stellte er die Frage warum sein Gegenüber davon geschlichen sei. Darauf folgte eine Reaktion. "Ich kenne Euch, Fratos Kyrar, doch es ist mir untersagt mit Euch zu sprechen". Fratos Gesicht näherte sich dem anderen und er drohte unmissverständlich was passieren würde, wenn er nicht sofort ein paar Antworten erhalten würde. Doch er bekam sie nicht. "Ihr habt das Buch gefunden, sonst wärt Ihr nun nicht hier. Ihr solltet wissen, dass das was in diesem Buch noch steht, nicht alles ist, was es beinhaltete. Kontaktiert mich in den nächsten Tagen nochmal, denn ich denke zu wissen, wo sich der Rest befinden könnte." Damit verschwand die Gestalt und Fratos stand dort, unterbewusst seine rechte Hand fest das Buch in seiner Tasche umklammernd.



    Re: Was ist nur geschehen?

    Fratos Kyrar - 15.02.2006, 13:42

    -Teil V-
    -Die Suche-


    Er stand dort noch einige Augenblicke und suchte nach einer Erklärung für das eben Geschehene. Aber als ihm klar wurde, dass dies ein weiterer ergebnisloser Versuch werden würde, wandte er sich ab und schlich ohne Ziel durch die Gassen der Unterstadt. Ohne jegliches Wahrnehmungsvermögen für verstrichene Zeit wurde dies zu seiner Hauptbeschäftigung der nächsten Tage, stets auf der Suche nach dieser Person aber ohne Erfolg.
    Sie gab ja auch keinen Hinweis wie er sie kontaktieren könne, lediglich, dass er es tun sollte.
    Einige Zeit später erreichte ihn ein Bote mit einer Nachricht die mit deutlich gehetzter Hand verfasst wurde. Er laß:

    "Sie scheinen Verdacht geschöpft zu haben. Eilt in die Kanalisation, Ihr werdet die Stelle finden."

    Es schien eindeutig, wer diese Notiz verfasst und versendet hatte.

    Es muss viel Zeit vergangen sein, denn anscheinend hatte das nächste Fest der Lebenden Einzug in der Unterstadt gehalten. Er verstand es einfach nicht. Was ist mit den Verlassen los, dass sie anfangen jeder absolut abscheulichen Mode der Lebenden hinterher zu rennen. Auch, dass sie Abgesandten Druiden, die ja nun scheinbar überhaupt keine Verbundenheit zu seiner Rasse hegte, gewährten für ihre Festlichkeiten zu werben. Als er so über diese Gegebenheiten nachdachte fielen ihm noch Einzefälle auf. Beispielsweise diese Hexenmeisterin, die sich erkundigte, ob sie ihm gefallen würde und auf ihre schönen, glänzenden Haare aufmerksam machte. Die Magierin, die ihm vor wenigen Minuten gegenüberstand und anscheinend den Ritualen des aktuellen Festes nach, einen Pfeil auf ihn abschoss worauf hin ihn ein Engel verfolgte und Blütenblätter auf ihn herab fielen. Er fing an an seiner eigenen Rasse zu zweifeln. Sollte er sich lieber abspalten von solch geistig schwachen Wesen?



    Re: Was ist nur geschehen?

    Fratos Kyrar - 15.02.2006, 16:14

    -Teil VI-
    -Ein weiterer Fund-


    Er ließ die Feiernden deutlich angewidert hinter sich und bahnte sich seinen Weg vom Zentrum zur Kanalisation. Scheinbar waren nicht alle von diesem Virus betroffen, sonst hätte er sich wohl am Grunde des Abwasserkanals zu Boden gelegt, in der Hoffnung das alles doch hinter sich lassen zu können.

    Er wanderte durch die verzweigten Gänge der Kanalisation und grübelte darüber, welche Stelle wohl in dieser Notiz gemeint war. Nicht, dass es ihm danach verlangte, legte er dennoch an einer leicht erleuchteten Stelle eine kurze Rast ein. Er kramte aus seiner Tasche das Buch hervor und zum ersten Mal blätterte er es komplett durch. Er entdeckte, dass es tatsächlich unvollständig war. Die letzten Beiden Seiten wurden deutlich sichtbar herausgerissen. Das bestätigte die Aussage dieser ominösen Person die er zu treffen versuchte. Nachdem ihn es auf eine gewisse Art reizte dieses Rätsel aufzulösen war die Rast nur von kurzer Dauer.
    Er zog weiter die schier endlosen und weit verzweigten Gänge entlang. Er hatte kein Muster und auch keine Idee nach welchem Raster er das unterirdische Netz absuchte. Er war nicht mehr wirklich anwesend, eher lief alles wie mechanisch ab. Und wieder klammerte sich sein Griff unbewusst am Buch in seiner Tasche.
    Und da war es. Eine Art Gefühl, ein Erkennen von etwas ihm bekannten. Es schien sich mit den magischen Kräften die er in sich barg zu vereinen. Mit jedem Schritt wurde es stärker. Am Höhepunkt dieser Vereinigung sah er es. Ein Stein, Bestandteil der Mauer, trug ein Zeichen, es sah aus wie eine Rune die durch Magie erschaffen wurde und leicht glimmte.
    Er mussterte diesen Stein und erkannte, dass er nur provisorisch in die Mauer eingefasst war. Er griff zu seinem Dolch und versuchte diesen Mauerbrocken frei zu hebeln, was im letztendlich auch gelang.
    Als der Stein herausfiel entdeckte er ein sich dahinter befindendes Fach in dem ein sorgfältig geschnürtes Bündel lag. Er griff danach, zögerte aber deutlich.
    Schließlich öffnete er das Bündel und blickte auf den Inhalt. Oben auf lag ein Pergament das seinen Namen trug. Er entfaltete es und erkannte die Schrift sofort wieder. Es war die gleiche wie er sie schon auf der letzten Notiz vernommen hatte:

    "Fratos, wie ich sehe hat Euch der Bote erreicht und Ihr habt, wie ich es annahm, mein verstecktes Fach gefunden.
    Wie ich Euch schon angekündigt hatte, liegt diesem Paket eine der beiden fehlenden Seiten aus Eurem Buch bei. Die zweite war nicht auffindbar, Ihr werdet selbst danach suchen müssen. Weiterhin habe ich Euch ein paar Phiolen mit einem seltenen und unter den Apothekern sehr geächtetes Elixier beigelegt. Ihr solltet dieses schon kennen, denn ein Troll gab Euch einst eins davon.
    Nun, hört auf meinen Rat. Lest diese Seite, Ihr werdet abstreiten, dass Ihr das Geschriebene verfasst habt. Trinkt danach eines dieser Elixiere, dann könnte sich einiges für Euch klären.
    Aber seid gewarnt, es birgt Gefahren in sich. Das letzte Mal als es angewandt wurde ist die Testperson....
    Ich muss diese Zeilen nun abschließen, es ist kaum noch Zeit. Aber wie gesagt, seid gewarnt und auf alles gefasst, überlegt jeden Schritt den Ihr ab jetzt unternehmt!"

    Er schnürte das Bündel wieder zusammen und steckte es ein. Er dachte sich, dass die Zeit kommen würde, aber nicht jetzt an diesem Ort.



    Re: Was ist nur geschehen?

    Fratos Kyrar - 03.03.2006, 14:40

    Teil VII
    Veränderungen


    Es ist einige Zeit vergangen seitdem er die Unterstadt verließ. Das Bündel immer noch fein säuberlich zusammengeschnürt zog er durch das Land und bestritt das eine oder andere Abenteuer. Erst als er die gefallene Stadt namens Stratholme betrat erwachte wieder etwas wie Neugierde in ihm. Er rief sich nochmals die Zeilen der Notiz die er in der Tasche trug ins Gedächtnis und entschloss sich in der nächsten Zeit einen ruhigen Ort aufzusuchen an dem er ungestört sein würde.
    Er entschied sich diesen Ort in den östlichen Pestländern zu suchen, wo er schließlich auch einen fand.
    Er setzte sich in den Staub und lauschte. Aus der Ferne erklang das Flappen von Fledermausflügeln und das Bellen und Jaulen der Seuchenhunde.
    Er zog zögerlich das Bündel aus seinen Taschen und legte es vor sich nieder. Langsam entschnürte er es und las nochmals die kurze Notiz in ihm, legte diese dann zur Seite und breitete den restlichen Inhalt fein säuberlich vor sich aus. Er griff zu der angeblichen Seite aus dem Buch und hielt inne. Er packte das Buch ebenfalls aus und schlug es an der Stelle, an der die Seiten fehlten auf, um zu vergleichen, ob diese Seite wirklich dort entnommen wurde. Und sie wurde es.
    Er fing an zulesen.



    Was ist nur geschehen? ... Irgendwann Mitternachts

    Ich weiß noch immer nicht warum ich jeden Abend wieder in diese Gruft zurück kehre, aber irgendetwas verbindet mich mit ihr. Jeden Abend das gleiche Trauerspiel, jeden Tag die gleichen Bilder. Auf der Suche nach der Erkenntnis, was diese Bilder nun zu bedeuten haben tappe ich auch noch auf der gleichen Stelle. Nun nicht ganz, sie machen mich langsam verrückt. Ich weiß nicht wie lange ich dies noch ertragen werde. Aus diesem Grund habe ich heute mit den Apothekern der Unterstadt gesprochen. Ich habe ihnen alles erzählt. Sie reagierten merkwürdig, aber sie teilten mir auch mit, dass sie etwas dagegen zu unternehmen wüssten. Ich solle mich morgen bei ihnen melden, sie würden derweil alles vorbereiten.
    Was soll ich nur tun?
    So viele Empfindungen auf einmal. Sehe ich einen Menschen verspüre ich Hass, Zuneigung und Mitleid zugleich. Manchmal will ich ihn in den Boden stampfen, manchmal umarmen und manchmal einfach nur weinen. Das zerrt an meinem Geist. Ich bin zu schwach.
    Wenn ich nur wüsste woran ich bin. Was ich bin. Was in mir schlummert oder auch nicht.
    Wenn ich nur eine Erklärung für all das hätte und ich nicht Tag ein Tag aus an meiner Vernunft zweifeln müsste. Auch traue ich mich nicht dieses Geheimnis der Öffentlichkeit preis zu geben. Wie würden sie auf einen fehlgeleiteten Verlassenen reagieren?
    Nun, ich denke, dass ich morgen zu den Apothekern gehen werde. Auch wenn dieser Eintrag vielleicht der letzte sein wird den ich Dir widme.


    Unbeeindruckt der Zeilen die er soeben las, griff Fratos zu einer dieser Phiolen. Er öffnete sie und setzte zögerlich dazu an, einen kräftigen Schluck zu nehmen. Nach dem kurzen Innehalten und einem symbolischen Achselzucken leerte er das Gefäß auf einen Zug.
    Alles um ihn herum verschwamm bis es sich wieder in absoluter Schwärze faste. Er sah sich, fallend, im Nichts, aber gleichzeitig war er fallend im Nichts. Um ihn herum formten sich Bilder. Wahrscheinlich Bilder seines Werdeganges. Diese formten sich zu Köpfen. Teilweise bekannte Gesichter, teilweise unbekannte. Verschiedene sprachen zu ihm. Sie sagten Dinge wie "bewahrt diese Gabe, sie ist etwas außergewöhnliches" oder "Schwächling, Ihr zuckt zusammen und wollt Euch als stark präsentieren". Zuletzt sah er sich, wie er die Einträge des Buches verfasste und sich auf den Weg zu den Apothekern machte.

    Als er wieder zu Sinnen kam, spürte er wie sich seine Knochen erst mit dem Brennen von Flammen überzogen, danach mit einem eisigen Hauch erstarrten. Diese Wahrnehmungen endete mit einem ausgeglichenen Gefühl von Wärme. Dennoch wiederholte sich diese Prozedur aber und abermals. Es dauerte, bis er verstand, dass er fühlte. Verzweiflung packte ihn. Dieses Wechselspiel der Emotionen waren zuviel für ihn. Ohne nachzudenken griff er zu einer weiteren Phiole und nahm einen Schluck, in der Hoffnung, dass es sich neutralisieren würde. Wieder versank er in der Schwärze des vermeintlichen Nichts. Doch diesmal existierten nur drei leuchtende Punkte wie am Rande seines Sichtfeldes. Doch so sehr er auch bemüht war diese Punkte auszumachen, vermochte sein Blick sie nicht zu fassen.
    Er beruhigte sich und konzentrierte sich auf das Scheinen in seinen Augenwinkeln. Es wurde ihm klar. Es waren die drei Magien die er in sich verband. Feuer für Verbissenheit, Eis für Unbeschwertheit und das Arkane für Ausgeglichenheit. Mit dieser Erkenntnis erlangte er sein Bewusstsein wieder. Nun fühlte er auch nicht mehr direkt, lediglich indirekt wie die drei Quellen der Magie um die Vorherrschaft kämpften. Sie hatten sich getrennt und jede einzelne spiegelte gleichzeitig eine Art Gemütszustand wieder. Er wusste, dass es an ihm lag diese drei Gewalten wieder zu beschwichtigen und zu vereinigen. Er sprach jeder einzelnen eine Daseinsberechtigung aus und balancierte Schwerpunkte aus bis sie sich wieder zu einer gesamten Quelle vereinten.
    Dieses Prozedere schien endlos gedauert zu haben, aber wenigstens war es von Erfolg gekrönt. Er merkte aber auch, dass hin und wieder ein eisiger Hauch oder eine züngelnde Flamme in ihm aufstieg, aber das Arkane hielt ihn im Gleichgewicht.

    Nun schien es so als habe er die Behandlung der Apotheker rückgängig gemacht und gleichzeitig eine Methode gefunden mit den Emotionen, die ihn damals plagten, umzugehen.



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