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Re: Avatar - Kamigawa
Der eine mit dem Hut - 20.07.2008, 00:03Avatar - Kamigawa
Hui, an diese FF bin ich richtig euphorich rangegangen xD Allein heute schon fast drei Kapitel geschrieben^^
Ich hoffe, sie gefällt euch einigermaßen xO
Here we go:
Avatar - Kamigawa
"Die Landschaft schimmerte, und ich fühlte eine kühle Brise . Als sich meine Sicht klärte, fand ich mich alleine zwischen den Leichen meiner gefallenen Freunde."
-Tagebuch, gefunden in Numai.
-1-
Es war stockdunkel.
Nichts war zu hören. Oder doch? Ein fernes Geräusch, dass wie dumpfes Trommeln aus der Ferne klang, nicht verstummend, erfüllte die Schwärze um Yamato herum.
Hallo?
Stille.
Hallo, hört mich jemand?
Immer noch fühlte sich Yamato zu schwach, um zu sprechen. Jemand war da...aber wo? Es war nur dunkel um ihn herum, obowohl er die Augen geöffnet hatte. Blind, wie ein Vogel unter der Erde, begann er, mit seinen Händen in der Umgebung herumzustasten. Irgendwann trafen sie auf etwas hartes, kaltes, dessen Oberfläche sich anfühlte, als wäre sie von mächtigen Fangzähnen durchbohrt worden. Yamato dachte angestrengt nach.
Wo zum Geier war er hier?
Haaaaaaaallo! Ertönte die Stimme, diesmal aber etwas genervter.
Wieder hatte der Unbekannte gerufen, und wieder begann der junge Mann, um sich zu tasten und versuchte, etwas aus seinem Mund herauszubringen.
„Ich bin...“ ein Hustenanfall durchschüttelte ihn, ein stechender Schmerz schoss sein linkes Bein empor und explodierte in seinem Kopf. Yamato schrie auf.
Zur gleichen Zeit fasste seine Hand etwas zerknittertes. Es fühlte sich an, wie eine der Papierlaternen, die an manchen Häusern im Dorf an den Veranden hingen...
Plötzlich, und mit einer Stärke wie ein Blitz, der in einen dürren Baum einschlägt, kehrte alles wieder in Yamatos Gedächtnis zurück, was vorher verschleiert gewesen war.
Der Angriff! Die Kami!
Das Dorf war zerstört! Wahrscheinlich war keiner mehr am Leben!
Yamato schoss etwas durch den Kopf.
War er etwa...
Entschuldige, dass ich den Moment deiner schaurigen Erkenntnis unterbreche, aber ich bin auch noch hier. Kannst du mich hören? nörgelte die Stimme.
Der junge Mann sah abermals sich um, aber er hätte genausogut im Nebel eine Stecknadel suchen können. Das einzige, was er sah, war Schwärze.
Ich bin in deinem Kopf, du Hirni. Und jetzt antworte.
Das ist verrückt. Dachte sich Yamato. Ich befinde mich in einem Nichts und rede mit mir selber. Was haben die Kami mit mir nur angestellt?
Abermals ertönte der seltsam Fremde klang in seinem Kopf.
Ich nehme an, eins von ihnen hat dir gerade das Leben gerettet. Also sei mal nicht so verwirrt und sieh zu, dass du dein linkes Bein wieder frei kriegst.
Yamato seufzte. Auch wenn er es selber war, mit dem er da redete, immerhin wusste er durch die Stimme, dass er am Leben war und unter irgendetwas eingeklemmt lag. Er hätte nie gedacht, dass Shizophrenie in einer Notlage weiterhelfen könnte...
Der junge Mann begann, sich zu krümmen und zerrte mit aller Kraft an seinem linken Bein, beide Arme benutzend.
Derselbe stechende Schmerz wie vorher durchzuckte ihn, drang in jede Ecke seines Körpers, sich wie Wasser durch jede Ritze schlängelnd, aber Yamato gab nicht nach. Wenn er hier rauskommen wollte, musste er das hier überwinden! Wenn er hätte sehen könne, wäre ihm von den Anstrengungen garantiert schwarz vor Augen geworden. Auch in seinem Kopf schienen kleine Klagelaute nachzuhallen, allerdings deutlich schwächer.
Pass auf, Idiot! Das tut ja höllisch weh!
Jaja, nur noch ein kleines Stück! HAAAAA!
Es gab einen Ruck und Yamatos Bein schnellte unter dem Ding, was es herunterdrückt hatte, hervor, und der Kopf des jungen Mannes knallte sogleich gegen den Stein, den er vorher gefühlt hatte.
Okay. Den ersten Schritt hätten wir. Wenn du dich noch einmal so dämlich anstellst, dürften wir hier bald raus sein. Dreh dich mal um.
Yamato schüttelte den Kopf. Er fühlte sich ausgehungert, durstig und schwach, und die ganze Zeit über kamen die ganzen Erinnerungen zurück, die wie ein Sperrfeuer aus Pfeilen auf ihn einhagelten. Er erinnerte sich an das Feuer. Die Leichen, die zwischen den Häusern lagen, von eisernen Waffen durchbohrt...alles kam zurück, alle Laute, alles, was er gesehen hatte, schien sich noch einmal vor ihm abzuspielen...
Verdammt nochmal! Du wirst nachher noch genug Zeit dazu haben, an grausamen Erinnerungen zu leiden, aber beweg eindlich mal deinen Hintern hier raus!
Die Stimme verärgerte den jungen Mann. Aber sie hatte Recht. Er konnte nicht ewig hier unten bleiben. Wie befohlen drehte er sich um und sondierte einmal mehr die Umgebung.
Mitten in der Schwärze, nicht weit von ihm entfernt, war ein Spalt. Graues, getrübtes Licht sickerte hindurch. Noch immer drang das leise Trommeln von draußen in Yamatos Ohren.
Schnell begann er, den Unrat, der den Spalt bedeckte, zur Seite zu räumen. Er hatte eine dumpfe Ahnung, wo er sich befand...es sei denn, er könnte durch Raum und Zeit reisen, dann wäre seine These ruiniert gewesen.
Guuuut. Immer weiter so, irgendwann bist du draußen. Komm schon. Noch ein Stückchen.
Die Stimme schien eindeutig einem männlichen Wesen zu gehören. Sie entsprach ungefähr der eines Mannes im Alter von Yamato selbst, vielleicht drei oder vier Jahre älter, und hatte einen glatten Klang, der ihre Kommentare leicht höhnisch erscheinen ließ.
Immer weiter kämpfte sich Yamato voran, bis er schließlich an der Oberfläche ankam. Das Loch, das er geschaufelt hatte, war groß genug, um den Kopf hindurchzustecken.
Sanfter Regen fiel auf das Gesicht des jungen Mannes, und frische Luft, vermischt mit einem schwachen Wind, umwehte ihn. Yamato atmete tief ein. Das war vielleicht der beste Atemzug in seinem Leben.
Langsam öffnete er die Augen.
Und mit einem mal bewahrheitete sich alles, was er sich im Dunkel ausgemalt hatte.
Ein einziges Trümmerfeld umgab ihn. Hier und da ragten die Schafte von Lanzen zwischen den Überresten der Häuser auf.
An einer hing ein Banner, das halb zerrissen schwach mit dem Wind wehte.
Oben das Zeichen des Erdkönigreichs, unten ein Smbol eines Bären, der einen Baum umschloss.
Yamato hörte für einen Moment auf zu atmen.
Sein Heimatdorf – zerstört.
Re: Avatar - Kamigawa
Katara204 - 20.07.2008, 14:02
Die Idee gefällt mir eigentlich, du hast auch einen sehr schönen Schreibstil aber der Anfang ist meiner Meinung ein bisschen zu spontan. Ich hab angefangen mit lesen und schon höre ich etwas von Krieg. Das war etwas zu schnell. Naja vielleicht irre ich mich auch.
Schreib aber weiter! Ich glaub das wird ne spannende ff.
Re: Avatar - Kamigawa
Der eine mit dem Hut - 02.08.2008, 18:40
Ui, danke, dass es dir gefällt. Im HdE-Forum interessiert sich keiner dafür...ich hab da erst einen Kommi bekommen, der noch nicht mal was mit dem eigentlichen Text zu tun hatte =(
Egal, es geht weiter:
-2-
Der Erdbändiger kroch nun ganz aus dem Loch und ließ seinen Blick schweifen.
Schlimm, hm? fragte die Stimme in seinem Kopf.
Aber der junge Mann überhörte sie nur. Er war beinahe gelähmt. Hier hatte er gelebt. Er und alle Menschen, die er je gekannt oder gemocht hatte, oder mit denen er jemals im Leben ein Wort gewechselt hatte.
Und jetzt...sollte das alles einfach...zertrümmert sein? Seine ganze bisherige Lebensgeschichte, zerschlagen von der Faust eines Kamis, das tausenden anderen Menschen auf dieser welt dasselbe Schicksal brachte?
Das konnte nicht sein.
Das durfte nicht sein.
Yamatos Knie wurden zittrig. Jeder einzelne Regentropfen erschien ihm wie ein Gewicht von einhundert Tonnen.
Aber es war nicht wegen dem Dorf.
Wut, Verzweiflung und Hilflosigkeit rangen in seinem Inneren miteinander, aber keines von denen war es, was ihn zum Wanken brachte. Er war einfach nur...schwach?
Halb ohnmächtig fiel er auf die Knie. Immer noch rasten die Erinnerungen wie ein wilder Sturm in seinem Kopf herum. Yamato hob den Kopf zum Himmel empor, sodass die dünnen Fäden über sein Gesicht flossen. Das gab ihm ein winziges Gefühl von Leben...
Komm schon, für melancholisches Nachgedenke hast du dein ganzes Leben lang Zeit, aber besorg uns doch erstmal was zum Essen. Hm? Wie wäre das?
Der junge Mann schloss die Augen und wurde noch wütender. Diese Stimme...
Wer bist du überhaupt?! Und wieso sprichst du zu mir?
-Oh, na endlich gehst du mal auf mich ein. Kam mir schon vor wie ein Phantom. Darf ich mich vorstellen, ich bin ein Geist. Ich bin in deinem Körper, wir sind ein Ganzes, also hey, wieso nicht was zu Futtern holen, nachdem du schon fast 'ne Woche unter diesem Müll hier gelegen hast und wir ansonsten verhungern.
-Eine Woche? Das...das...
Unfassbar, nicht wahr? Ich würde es auch nicht glauben, wenn ich es nicht genau mitbekommen hätte.
-Warte mal. Du bist ein Geist?
Ja.
-Also ein Kami?
Die Stimme bekam wieder einen leicht genervten Unterton.
Jaaah, so nennt man Geister auch. Und was...
-WAS HABT IHR MIT DEM DORF HIER ANGESTELLT?!
Hey, hey, immer mit der...
-WAS HABT IHR GETAN?!
Tja, tut mir Leid, wenn du dazwischenbrüllst, kann ich nicht ausreden, außerdem ist meine Kraft sowieso im Moment nicht so gut...also immer mit der Ruhe, ja?
-Ich will trotzdem wissen, wieso ihr hunderte von Menschenleben runiert!
Ich mach ja schon, ich mach ja schon. Aber bevor ich dir das sage, müssen wir etwas essen.
-Wieso?
Weil du dadurch, dass wir in einem Körper sind, enorm geschwächt bist. Du kannst dich doch jetzt kaum noch auf den Beinen halten. Was soll dann später erst daraus werden?
-Also na gut...da drüben ist ein umgekippter Gemüseladen.
Yamato begann, zu dem herrenlosen Karren zu wanken, der auf einer halb verschütteten Straße lag. Der Regen hatte den Boden so aufgeweicht, dass er regelrecht schlammig war und kleine Bäche sich ihren Weg durch die Trümmer suchten.
Erst jetzt merkte er, wie hungrig er war. Seit Tagen musste er schon nichts mehr gegessen haben...wenn die seltsame Stimme in seinem Kopf Recht hatte. War sie wirklich ein Kami? Irgendwie konnte es sich Yamato nicht vorstellen, dass ein solches Wesen in ihm wohnte, ohne ihn umzubringen. Das taten sie sonst bei jedem.
Hab da mal keine Zweifel. Ich bin schon ein Kami, keine Sorge.
-Du kannst meine Gedanken lesen?
Wie oft denn noch, wir sind Eins. Wir teilen also auch dasselbe Gehirn. Nur unsere Seelen sind verschieden, sonst nichts.
Yamato entschied sich dafür, nicht zu antworten, und ging weiter, bis er schließlich an dem Karren angekommen war. Mühsam und erschöpft lehnte er sich gegen einen abgebrochenen Holzpflock einer Veranda, die neben dem Wagen im Schlamm lag. Eine Weile lang verschnaufte er.
Dann glaubte er, soviel Kraft zu haben, den rechten Arm auszustrecken und eine mit nasser Erde übersähte Rübe aufzuklauben. Mit der linken hand versuchte er eine Bewegung zu machen und konzentrierte sich. Anstatt des gewünschten Effekts versetzte ihm der Versuch aber einen stichartigen Schmerz im Geist.
Nene, kein Bändigen vorerst. Dazu musst du erst wieder bei Kräften sein.
-Soll ich die Rübe etwa so essen?
Tja, alles hier ist mit Schlamm bekleckert. Du hast die Wahl: Sterben oder Überleben, natürlich ist ersteres die bessere Variante. meinte der Kami sarkastisch.
Angewidert nahm Yamato einen Happen von der Rübe.
Er hatte zwar schon besseres probiert, aber dafür, dass er gerade schlammübersähtes Gemüse aß, war es doch ziemlich lecker. Er machte einen zweiten Biss, und ehe er es groß bemerkte, war alles in seinem Magen verschwunden.
Obwohl der Erdbändiger wusste, dass es nichts im Vergleich zu seiner Verfassung war, fühlte er sich schon viel besser.
Noch einmal sah er sich um, immer noch in Gedanken versunken. Die Kami hatten das hier angerichtet. Und in ihm selbst befand sich einer. Irgendwie hatte Yamato den Verdacht, dass ihm der Geist in seinem Kopf noch viele Fragen zu beantworten schuldig war.
Trotz des Essens fühlte er sich immer noch betrogen, wütend und niedergeschlagen, genau das, was die Umgebung auch ausdrückte.
In dem kleinen Bach, der vor seinen Füßen hin zu Wald floss, platschten die Regentropfen wie Tränen der Menschen, die hier unter den Trümmern lagen.
Am Horizont bedeckte ein schwarzer Streifen den Himmel, eine dunkle Mauer, die sich wie in Yamatos Gedanken vor ihm aufbäumte und ihn vor sich selbst klein erschienen ließ.
Also...begann Yamato, die Zähne immer noch zusammengepresst, wieso tut ihr das alles? Alles, was ich je hatte, meine Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, ist hier von euch zerstört worden. Nichts ist übrig geblieben.
-Doch. Du.
SEI STILL UND HÖR MIR ZU! Die Kami haben keinen Grund, das zu tun! Sie überfallen uns, ohne das wir ihnen je etwas schlechtes getan haben! Wie kann man nur so...grausam sein?
-Das wir euch angreifen, habt ihr euch selbst zuzuschreiben.
ERZÄHL KEINE LÜGEN! Schrie der Erdbändiger innerlich und hieb so stark auf den Boden, dass die Erde unter ihm zu bröckeln begann. IHR HABT KEIN RECHT, DAS ZU TUN!
-Doch, das haben wir. Geister sind normalerweise keine Zerstörungsmaschinen. Ihr Menschen seid nur zu blind, um zu bemerken, was ihr getan habt.
-NEIN! DAS STIMMT ALLES NICHT! ICH...
Sei still. Ich werde dir alles später erklären, was wir erst einmal brauchen, ist Ruhe, Emtspannung, und was zu Futtern. Dann können wir uns mit solchen Fragen beschäftigen.
-Wieso eigentlich immer WIR? Seit wann will ICH, dass DU in meinem Körper bist? Wer hat dir das erlaubt? Ich will alleine sein, über alles nachdenken, was geschehen ist, und nicht von einem hämischen Kami verspottet werden, der in meinem Kopf herumschwirrt! Lass mich in Ruhe!
-Du kriegst deine Ruhe, wenn du schläfst. Also sei ganz still und mach erstmal überhaupt nichts weiter. Morgen können wir denke ich erstmal ein Stück weit gehen.
Yamato knirschte mit den Zähnen und richtete sich ruckartig auf.. Aber dann ließ er sich schließlich doch wieder gegen Pfahl sinken und schloss die Augen. Er spürte den Regen, der immer noch auf sein Gesicht fiel, und wieder den Wind, der in den Baumkronen ein beruhigendes und gleichzeitig klagendes Lied zu spielen schien.
Der Erbändiger zupfte an seiner Kleidung. Sie war vollkommen durchnässt, aber noch nässer konnte sie nicht werden, also war es ihm egal.
Es war im ihm Moment so ziemlich alles egal.
Alles, was er wollte, was Zeit für sich um das Geschehene zu verarbeiten. Langsam drehte er seinen Kopf auf die linke Seite und legte seine Hand darunter, wie ein kleines Kissen, und ließ seine Gedanken schweifen.
Und ach ja, noch so 'ne Rübe wäre nicht schlecht. meinte der Kami.
Re: Avatar - Kamigawa
Der eine mit dem Hut - 05.08.2008, 21:15
Was mach ich eigentlich falsch? Andere bekommen wenigstens einen Leser, der die Geschichte wirkllich liest. Ich bin schon bei Kapitel 5 und habe erst einen einzeigen Kommentar...ich schreibe zwar nicht, um Kommentare zu bekommen, aber irgendwie isses schon doof wenn keiner antwortet...
-3-
"Wach auf!"
Es knallte, und Yamato spürte einen heftigen Schmerz an seiner Wange.
Erschrocken schlug er blitzartig die Augen auf.
Zuerst war seine Sicht noch ein wenig verschwommen, aber als er ein paar mal geblinzelt hatte, sah er die Gestalt, die ihn so unsanft aus dem Schlaf gerissen hatte, vor sich.
Es war ein schwarzhaariges, vielleicht ein Jahr älteres Mädchen als Yamato selbst. Sie trug relativ praktische Sachen, nicht wie die Frauen aus der Oberschicht weite Kleider und teure Kimonos. Ihre Hose war schon wohl sehr lange nicht mehr gewaschen worden, denn es waren überall Dreckflecken zu sehen. Auch ihr Obergewand, das eine Art zusammengeschlagenes Tuch war, sah ziemlich schäbig aus, auch wenn es an den Rändern feine Verzierungen hatte. Über der Brust der Frau kreuzten sich zwei Gürtel.
Ihre Gesichtszüge schienen normal etwas anfter zu sein, aber jetzt schienen sie vor Anstregung ein wenig verspannt.
Von ihrem linken Auge aus verlief eine Zeichnung mit grüner Farbe in einer bogenartigen Form über ihre Wange.
"Na endlich. Ich dachte schon, du würdest überhaupt nicht mehr zu dir kommen. Davon gabs heute schon genug, glaub mir...okay, wie auch immer, jetzt bist da ja wach. Also der nächste..."
Die Schwarzhaarige wandte sich ab und verschwand aus Yamatos Blickfeld.
"Warte!" krächtzte dieser im letzten Moment heraus.
Argwöhnisch schauend kam sie zurück.
"Was denn?" fragte sie, als ob sie in Eile wäre.
"Wo bin ich hier?"
"In einer Krankenstation in Tamagata. Du hast also nichts zu befürchten."
Tamagata? Das ist weit entfernt von unserem Dorf, mindestens zwei Tagesreisen! Wie komme ich hier her?
Würde es einen Preis für den dümmsten Fragensteller geben,würdest du ihn bekommen.
DU SCHON WIEDER!
Es tut mir ja Leid, aber ja, ich bin immer noch da. Dieses nette Mädchen von vorhin hat dich übrigens aufgelesen. Alle Leute, die hier sind, sind Verletzte aus den neueren Kami-Angriffsgebieten. Der Erdkönig lässt immer wieder Suchtrupps ausschicken, um Überlebende zu finden.
Und woher weißt du das alles?
Während du geschlafen hast, war ich nicht untätig. Deine Augen waren ja zu, aber wozu teile ich denn noch alle anderen Sinne mit dir?
Yamato fasste kurz noch einmal alles für sich zusammen. Anscheinend war er von einem Suchtrupp mitgenommen worden, der ihn nach Tamagata gebracht hatte. Langsam richtete sich der Erdbändiger auf.
Er befand sich in einer Art Bambushütte, in der mindestens noch fünfzig andere Verletzte lagen. Manche hatten üble Schnitte und Narben, manche fehlte ein Arm oder ein Bein...er schien der einzige Unversehrte zu sein. Durch ein paar Fenster auf der gegenüberliegenden Raumseite drang helles Licht. Das Mädchen, was ihn eben geweckt hatte, ging soeben durch einen Vorhang, der anscheinend nach draußen führte.
Vielleicht sollte ich zu ihr gehen, und mich über die tatsächliche Lage informieren. Sie muss es ja wissen, wenn sie mich hierher bugsiert hat.
Jetzt bin ich aber sauer. Reicht es denn nicht, wenn ICH dir alles erzähle? Pfff, sowas ignorantes hab ich noch nie erlebt. erklang die Stimme in seinem Kopf.
Yamato verdrängte sie, so gut es ging, stand auf und ging immer noch ein wenig mitgenommen auf die Tür mit dem Vorhang zu. Niemand sah ihn an, alle waren zu beschäftigt mit sich selbst und ihren Wunden.
Als der Erdbändiger den Vorhang durchschritt, umwehte ihn frische und kühle Luft. Um das Haus herum war ein kleiner Bambushain, und ein kleines Stück den befestigten Weg hinunter konnte man ein großes Haus erkennen, in dem sich viele Leute tummelten. Von dem Weg, der von dem großen Haus ausging, spalteten sich mehrere Pfade ab, die tief ins Bambusdickicht hineinführten. Das musste die Hauptstation der Krankenstation sein.
Yamato ging los, sich an den grünen Halmen der ihn umwachsenden Pflanzen abstützend.
Glaubst du echt, dass es dir was bringt, wenn du jetzt da hin gehst?
Was etwas "bringt" entscheide immer noch ich!
Wieso freundest du dich nicht einfach damit an, ein Kranker zu sein? Du bekommst jeden Tag Essen, Trinken und so...immer noch besser als dich allein durchzuschlagen, oder?
Du Verstehst das nicht. Es gibt noch mehr, was mich antreibt.
Ach echt? Was denn?
Das geht dich nichts an.
Langsam erreichte Yamato das große Haus. Viele der Menschen, die hier versammelt waren, sahen wie Krieger aus. Auf dem Rücken hatten sie, wie die Frau von vorhin, zwei Gürtel befestigt und trugen jeweils zwei Schwerter.
Als er näher kam, sahen sie ihn mit genervten Blicken an.
"Lasst, ich mach das schon." ertönte es von Yamatos rechter Seite.
Es war das Mädchen, was Yamato zuvor auch gesehen hatte. Ihre Haare waren kurz zusammengebunden und noch ein wenig zerzaust. Mit eisernem Griff packte sie ihn am Handgelenk und zerrte ihn über den gepflasterten Platz vor dem Haus, auf einen der Nebenwege, die zu den Krankenlagern führten.
"Du kriegst schon noch dein Essen, also sei nicht so ungeduldig. Fast jeder kommt hier angekrochen und fragt nach zusätzlichen Rationen, aber das geht nunmal nicht. Es ist..."
"Darum geht es ja eigentlich auch gar nicht." meinte Yamato forsch.
Überrascht blickte sie ihn an. In ihren braunen Augen reflektierte sich das Licht und der grüne Schimmer des Bambusses.
"Es geht um die Kami. Es geht um...den Krieg. Wieviele Dörfer wurden verwüstet?"
"Im Raum Taragata ungefähr 16 oder 19, das ist noch nicht sicher. Hajima ist auch gefallen." ein wenig betrübt blickte sie zu Boden. Inzwischen waren beide stehen geblieben.
"Um ihr seid...ein Bergungstrupp?"
"Ja. In den letzten zwei Wochen haben wir ununterbrochen gearbeitet. Es gibt so viel zu tun."
"Ha...haben noch andere aus meinem Dorf überlebt?"
"Es hat nicht den Anschein...jedenfalls wurde außer dir niemand gefunden."
Yamato blickte auf den Boden. Er war der einzige Überlebende...war das möglich? Was war mit seiner Schwester und seinen Eltern, was war mit ihnen? Wieso konnten sie es nicht geschafft haben?
"Ich habe alles verloren..." sagte er leise.
Eine Weile lang war es still. Ein starker Wind rauschte durch die Bäume, einen kleinen Vogel aufscheuchend. Mit lautem Geschrei flüchtete er von seinem Platz.
"Das kenne ich auch." meinte das Mädchen.
"Hm?" machte Yamato, den Kopf hebend.
"Meine Geschwister wurde vom Kaiser zum Kriegsdienst einberufen, genau so wie mein Vater, und meine Mutter musste in die nördliche Provinz und die Verletzten behandeln. Ich bin die einzige, die hier von unserer Familie übrig ist."
Sie richtete ihren Blick auf einen unbestimmten Punkt im Bambusdickicht.
"Wie heißt du?" fragte der Erdbändiger.
"Midori. Midori Retashima."
Langsam finf Yamato wieder an zu gehen, den schmalen Weg entlang. Er drehte sich nicht um, als wüsste er, dass Midori ihm folgen würde.
"Fragst du dich nicht auch manchmal, wieso das alles passiert?"
Keine Antwort. Nur ihre Schritte auf dem Stein waren zu hören.
"Wieso müssen hunderte, nein tausende von Menschen jeden Tag sterben? Bändiger, Krieger, Dörfler, alle werden sie von den Kami gnadenlos niedergemacht. Was soll dieser Krieg?"
Yamato hatte sich diese Fragen schon oft gestellt, aber nun, wo er sie endlich loswerden konnte, hörten sie sich seltsam merkwürdig für ihn an. Er musste wieder an sein Dorf zurückdenken. Was hatten sie damals getan? Jeden Morgen, noch vor dem Frühstück, was er mit seinem Vater zusammen in den Wald gegangen, um den Kami ihr Räucherwerk an die Schreie zu bringen.
Siebzehn Jahre lang hatte er die Geister um Schutz gebeten.
Und was hatten sie nun getan?
Flashback (klick hier für passende Musik)
"Yamato, komm rein! Es gibt Essen!" rief eine helle Stimme über den Marktplatz.
Zwischen dem Getümmel drängelte sich ein kleiner, braunhaariger Junge hindurch, in vom Spielen zerzausten und zahlreichen Grasflecken an den Kleidern.
"Mann, Mama, hab ich einen Hunger! Du kannst gar nicht glauben, wie gut wir waren! Zehn zu eins gegen die anderen! Und ich hab' drei Punkte davon gemacht!"
Die junge Frau lächelte.
"Gut gemacht!" sagte sie und wuschelte dem Jungen durch die Haare. "Aber jetzt komm erstmal mit. Heute gibt es die leckere Nudelsuppe!"
Sie nahm ihren Schützling an der Hand und steuerte auf eine relativ leere Straße zu, in der nur ein paar Läden waren und wo das Getümmel etwas gemildert war. Der Weg war mit feinem, staubartigem Sand überdeckt, und am Himmel näherte sich die Sonne ihrem höchsten Standpunkt. Ein paar wenige Wolken waren am Horizont zu sehen.
Heute sollte es Gewitter geben.
Die beiden erreichten ein kleines Haus, zu dessen Veranda eine Treppe hinaufführte.
"Papa ist auch schon da." meinte die junge Frau, als sie durch die aus dunklem Holz gefertigte Tür schritten.
"Eeecht? Schon so früh?"
"Ja, heute hatte er mal Glück und konnte früher Nach Hause kommen."
Sie durchquerten den Flur, der von roten Laternen beleuchtet wurde, die sich wie rote Augen in der Dunkelheit von der Wand abhoben. Aus dem Zimmer ganz am Ende des Gangs drang ein verlockender Duft, der dem Jungen das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ.
Die Küche war eher sporadisch eingerichtet. In der linken Ecke stand der Herd mitsamt allen anderen Küchengeräten, und in der Mitte ein wuchtiger, robuster Tisch aus hellem Holz, der so ganz überhaupt nicht zu dem Farbton der Wände passen wollte, mit ein paar Stühlen. Auf einem davon saß der Vater.
"Setz dich doch." sagte die junge Frau und huschte um den Tisch herum, während der Junge auf einem ihm viel zu kleinen Stuhl Platz nahm.
Plötzlich wurde es seltsam still im Raum.
Der Junge blickte sich um. Seine Mutter hatte sich auch gesetzt, aber sah ihn seltsam schweigend an.
"Ist irgendetwas?"
Einen Moment lang Stille. Dann ergriff der Vater das Wort. Seine Stimme klang warm und gleichzeitig ein wenig traurig.
"Wir müssen dir etwas sagen." begann er.
"Papa kann leider nicht mehr lange hier bleiben. Er muss bals weg nach Ba Sing Se, zum Erdkönig." fuhr die Mutter fort.
Flashback Ende
Midori ergriff das Wort.
"Das weiß niemand, oder? Niemand weiß, wieso die Kami uns angreifen!"
Eine einsame Träne rollte Yamatos Wange hinunter.
"Vielleicht...kann ihn jemand finden?"
Die schwarzhaarige seuftzte leise.
"Wer soll das denn tun?"
"Ich."
Re: Avatar - Kamigawa
toph - 05.08.2008, 22:10
Doch!!!Sei nicht traurig hut, ich lese deine story!!!Ich habe gesehen, dass du eine neue FF geschrieben hst, bin draufgegangen und dachte mir:
"WHOA!!Das ist aber viel...ich habe keine lust so viel noch heute zu lesen(es war schon spät), das mach ich morgen."
Aber dann hab ich es vergessen.Als du dann dein 2. Kapitel reingestellt hast, hab ich das erste und das 2. gelesen, hatte danach aber keine lust mehr einen kommi zu schreiben (So sorry!!), dass wollte ih am nächsten tag machen, hab es aber auch vergessen.....(Soooooo sorrrry >.<!!)
Und jetzt stellst du dein drittes Kapitel rein und ich lese es und schreibe sogar einen kommi, du musst zugeben, ich habe mich verbessert^^......trotzdem sorry, weil ich durch nichts angedeutet habe, dass ich auch eine leserin von Kaigawa bin^^
So jetzt zudeiner FF:
Ich denke nicht dass du VIEL falsch machst.Eigentlich garnichts, außer einer GRUNDLEGENDEN sache: du scheinst es für selbstverständlich zu halten, das dein leser alles versteht.Wenn du uns auf die folter spannen willst, okay, aber pass auf, dass du die antworten nicht zu lnge hinauszögerst, snst verlieren die leser das interesse, eil immer mehr fragen aufkommen.Du musst immer daran denken, dass die leser nicht wissen was in deinem kopf vorgeht.Einige fragen von mir:
-Was zur hölle ist ein Kami?
-Was haben die menschen getan um die Kami so zu verärgern?
-Wie kommt es das einer dieser "Kami" sich es in Yamatos körper bequem gemacht hat?
-Wie ist überhaupt der name dieses Kamis?
-Was sind seine absichten?
-Woher kommt er?
Also wenn ich Yamato wäre, dann hätte ich mich erstmal gründlich übe diesen "Kami" in seinem kopf informiert -.-...aber naja, darum geht es ier nicht^^.
Ach ja ich denkle ein weiteter grund, warum du nur wenig leser hast, ist das hier alle zu faul sind, deine laaangen kapitel zu lesen, also mach dir nix draus, okay^^(Naja ich kann nicht von laaaaangen kapiteln reden....ich glaube meine sind genauso lang, wenn nicht länger...-.-)
(Ps:Wenn du sagst, "für Flashback-music hier klicken", dann sollte da auch was zum klicken sein^^)
Re: Avatar - Kamigawa
Der eine mit dem Hut - 06.08.2008, 14:07
Dankeeeeeeeeeeee! *umarm* xD
Und ich dachte schon alle finden die FF langweilig...
Zu den Punkten: Der Großteil folgt noch. Also eigentlich alles außer der ersten Frage. Der Name und Der Grund, wieso er in Yamatos Körper ist, kommen im 6. Kapitel, da der Geist da einige Aufklärungsarbeit leisten muss ^^*
-Was zur hölle ist ein Kami? Ein Geist aus der stinknormalen Geisterwelt. Ich dachte, das wäre deutlich geworden? xD Naja, vielleicht muss ichs nochmal extra erwähnen.
-Was haben die menschen getan um die Kami so zu verärgern? Tja, das ist ein Geheimnis, höhöhöhö. Diese Frage wird wahrscheinlich schrittweise in den Flashbacks beantwortet.
-Wie kommt es das einer dieser "Kami" sich es in Yamatos körper bequem gemacht hat? Kapitel 6.^^
-Wie ist überhaupt der name dieses Kamis? schon wieder Kapitel 6.
-Was sind seine absichten? Die werden vorerst noch ein wenig im dunkeln liegen. Man kann sie aber schon ein wenig erahnen, wenn man den Grund kennt, wieso er in Yamatos Körper ist.
-Woher kommt er? Aus der Geisterwelt. Wieso Geister plötzlich in die Menschenwelt können, wird man auch noch erfahren. xD
Und ja, bei der Flashback Musik hab ichs nen bissel vermasselt xD Eigentlich war im HdE-Forum ein Link vorhanden, aber als ich das Kapitel hier rein gestellt hab, wars schon spät und ich hab nur im Halbschlaf die "Gedankenstellen" kursiv gemacht...ich wusste noch nichtmal mehr dass es überhaupt Flashbackmusik gab xD Werd sie aber jetzt noch einfügen.
Und wenn ich gleich dabei bin, hier das neue Kapitel.
-4-
Kapitel 4
Midori lachte leise.
"Aber wie willst du das tun? Um das zu schaffen, müsstest du schon einen Kami persönlich kennen."
Sie wandte sich ab, um wieder zu dem großen Gebäude zurück zu gehen.
"Du wirst es nicht schaffen. Diese Vision, den Krieg zu stoppen, hatten schon viele.Viele haben sich auf die Suche nach dem Ursprung des Ganzen gemacht. Und was ist mit ihnen passiert? Sie wurden getötet.
Sie es ein. Wir können diesen Krieg nicht gewinnen."
Yamato trat wütend auf dem Boden auf und knickte einen der Bambuszweige ab, an dem er sich festgehalten hatte. Sein Griff umklammerte das dünne Gewächs.
"Woher willst du das wissen?" fragte er laut.
Die Kriegerin blieb stehen und lachte wieder kurz auf.
Als sie dann wieder zu sprechen begann, war ihre Stimme klanglos, als ob sie das alles für gleichgültig hielt.
"Was sollen wir tun gegen die Stärke von fünftausend Blitzen, die Geschwindigkeit des Schalls und die Macht von hundert Königen? Wie sollen wir uns gegen diese Gewalten verteidigen? Die Antwort ist simpel. Wir können nicht. Es ist aussichtslos."
Langsam entfernte sie sich. Die filigranen Blätter der dünnen Bambusstangen verdeckten langsam ihre Gestalt, die wie ein geschlagener Samurai den schmalen Weg entlangging.
Das Holzstück, was Yamato abgebrochen hatte, fiel zu Boden.
"Nichts ist aussichtslos. Ich werde es schaffen! Egal, was ich dafür tun muss! Meine ganze Geschichte soll nicht umsonst vernichtet sein!"
Sie antwortete nicht. Der Erdbändiger wusste noch nicht einmal, ob sie ihn überhaupt gehört hatte. Aber es war ihm egal.
Wütend drehte er sich um und ging zu dem Krankenlager zurück.
-Hui Hui, warst du da jetzt nicht ein bisschen übereifrig? "Egal, was ich dafür tun muss?" hört sich ziemlich hochtrabend an.
--DU!
-Mensch, immer dieses Rumgeschreie.
--Wenn du schon in meinem Körper bist, macht es dir ja nichts aus, oder? Du bist mit mir verschmolzen. Du bist der einzige Kami, der je einen Menschen am Leben gelassen hat. Also verrate mir die Wahrheit! Und wage es nicht, zu lügen!
-Das könnte schwierig werden...
--SAG ES MIR!
-Ich würde es wirklich liebend gerne.
--DAS IST MIR EGAL! SAG MIR WIESO IHR DAS ANSTELLT! DU HAST ES MIR VERSPROCHEN!
-Halt, halt, lauf mir mal nicht aus dem Ruder. Ich sag es dir ja schon. Oder besser gesagt, ich sage es dir nicht...weil ich es nicht kann.
--DU KANNST ES NICHT? ICH HABE SCHON VON KLEINEN KINDERN BESSERE LÜGEN GEHÖRT!
-Es ist so. Ich kann es nicht.
--AAAAH JA. UND WIESO KANNST DU ES NICHT? LIEGT VIELLEICHT IRGENDEIN "BUHUHU" MYSTISCHER ZAUBER AUF DIR?
-Ähm, das klingt jetzt vielleicht doof, aber ja.
--DAS IST...
-Halt die Klappe, wenn du wissen willst, wieso, du hirnloser Idiot!
Yamato schwieg.
-Auf uns niederen Geistern liegt ein Bann. Hier in dieser Welt sind wir von allen unseren Pflichten und Aufgaben befreit, wir können tun, was wir wollen, nur liegen zwei Zauber auf uns, denen wir gehorchen müssen. Ansonsten sterben wir. Unser Kaiser, Takouhirashu, hat sie uns auferlegt.
Regel nummero eins: Wir müssen den Befehlen des allmächtigen Kaisers gehorchen.
Regel nummero zwei: Wir dürfen auf keinen Fall etwas über die Ursache des Kriegs erzählen.
Sonst sind wir futschfinito. Also erwarte nicht, dass ich dir irgendwas sage. Kapiert?
--Also kannst du mir wirklich nichts sagen?
-Nö. Tut mir echt Leid.
--Pff. Als ob das ein Hindernis wäre.
-Hm?
--Dann such ich eben so! Irgendwann muss ich dahinter kommen!
-Vergiss es.
--Was?
-VERGISS ES.
--Denkst du, damit kannst du mich von meinem Vorhaben abhalten? Du kannst mich noch nichtmal umbringen, also sei still.
-Trotzdem sind deine Pläne aussichtslos.
--Wo hat das alles begonnen?
-Du weißt, ich darf nicht darüber...
--Ich will nicht wissen wie, sondern WO es begonnen hat.
-Ach so...meinst du den Krieg?
--Was sonst.
-Du bist echt der größte Depp, der mir je unter die Augen gekommen ist. Deine Naivität übersteigt die eines Dreijährigen. Aber na gut. Wenn du unbedingt sterben willst, bitte...der erste Ausgangspunkt unserer Angriffe war die Minamo-Schule
--Die Minamo-Schule?
-Jaaa, du hast keine Hörschwäche.
--Gut! Dann werde ich dorthin gehen!
-Mein Gott. Glaube mir, es wäre viel einfacher, einfach irgendwo in einer Ecke sang- und klanglos zu sterben.
Der Erdbändiger antwortete nicht. Gedanklich war er schon auf dem Weg zu den großen Wasserfällen. Sein Hirn arbeitete auf Hochtouren, immer wieder neue Ideen und Einfälle ausspuckend wie ein Feuer-Kami seine Flammen.
Er wollte diesen Menschen helfen.
Durch den jahrelangen Krieg war all die Hoffnung zerstört worden.
Aber es musste einen Ausweg geben!
***
Es war Nacht. Der Mond, der blass zwischen dem dichten Geäst hindurchschien, schien sich im leichten Wind, der die Blätter zum Rascheln brachte, mitzubewegen, wie zu einer stummen Melodie.
Im Lager war es vollkommen still. Das einzige, was man hörte, waren die langgezogenen, tiefen oder schnellen und kurzen Atemzüge der vielen Menschen, die auf ihren Matten gebettet schliefen.
An der Decke des Raumes baumelte eine kleine metallerne Laterne, die nur noch ein schwaches Flimmern aussandte, einen Teil der Wand in ein schwaches und schummriges Licht tauchend.
Der Vorhang, der aus groben Leinen gemacht war, glitt ein Stück zur Seite, öffnete seinen weit aufgesperrten Mund und entließ eine huschende Gestalt aus dem Raum. Ihre Schritte hallten kurz auf dem hölzernen Boden nach.
Eine Eule rief.
Eine Stunde vor Mitternacht.
Alles war bereit.
Yamato ging mit leisen Schritten die Veranda der Hütte entlang, sich an den Pfeilern, die das Vordach stützten, festhaltend.
Sein Atem ging ruhig und gedämpft.
Alles war soweit fertig. Er hatte sich ein Straußenpferd aus den Ställen in der Nähe gestohlen, einem der Wächter etwas Geld abgeluchst und sich aus einer Garderobe der Krieger im großen Haus einen weiten Reisemantel beschafft. Das einzige Hindernis war nur noch die Nachtwächterin, die nun ungefähr fünf Meter vor ihm im Tiefschlaf auf dem Boden saß, in der Hand noch die halb erloschene Laterne.
So leise wie es ging, schlich sich der Erdbändiger an der Gestalt vorbei. Mit nur minimalen Schritten kam er vorwärts. Jetzt war er genau neben der Person. Sie schien wirklich vollkommen im Tiefschlaf zu sein.
Yamatos Schritte wurden etwas schneller. Er raffte den Mantel zusammen und fasste mit der rechten Hand erneut nach dem Geldbeutel. Gut. Alles war noch da. Kein Grund zur Aufregung.
-Gottchen, wieso bist du denn so aufgewühlt? hörte er den Geist in seinem Inneren fragen.
--Du weißt doch selber, was der Aufseher gesagt hat. Das Lager hier ist wie ein Gefängnis. Die Leute hier werden aufgepäppelt, um anschließend als Kanonenfutter aufs Schlachfeld geschickt zu werden. Niemand darf hier weg. Der Erdkönig braucht jeden, der nur irgendwie kämpfen kann.
Der junge Mann bog um die südliche Ecke der Veranda und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
-Weiter gehts.
Das Straußenpferd stand schon bereit. Es war wie mit dem Parnter verabredet an die östliche Seite des Außengangs gebunden und machte keinen Laut.
Yamato griff in eine seiner Manteltaschen und holte ein wenig Futter heraus. Straußenpferde waren zwar eher anspruchslose Geschöpfe, aber sie ließen gewöhnlich nie jemanden ohne eine kleine Gabe vorneweg auf ihnen reiten.
Der Erdbändiger streckte die linke Hand aus und reichte dem Tier die getrockneten Pflanzensprossen. Nachdem es ein wenig daran geschnuppert hatte, begann es, langsam zu fressen.
Yamato trat von einem Bein aufs andere. Er hatte nicht mehr viel Zeit! In ein paar Minuten würde die Wache gewechselt werden!
Endlich war das Tier fertig. Der junge Mann ging um es herum und schwang sich mit einem Sprung hinauf. Endlich konnte es losgehen. Obwohl er es noch nicht ganz geschafft hatte, fiel ihm schon ein Stein vom Herzen.
Mit einer kleinen Bewegung der Zügel ließ er das Reittier kehrt machen, und verließ den Schutz des Vordaches der Veranda. Innerlich dankte er seinem Vater dafür, ihm das Reiten gelernt zu haben.
Plötzlich ein Geräusch.
Ein lautes Rascheln oder Rauschen ertönte, Yamato wusste es nicht richtig einzuordnen, und kurz darauf landete eine Gestalt neben ihm auf dem Boden. Sie trug die Zeichen eines der Wächter. Wahrscheinlich hatte sie ihn die ganze Zeit vom Dach aus beobachtet.
Wenn ihm jemals leicht ums Herz gewesen war, sackte ihm dieses nun in die Hose. Wieso hatte das passieren müssen? Der Erdbändiger machte sich kampfbereit.
Doch er kam nicht dazu, seine Kräfteeinzusetzen.
"Hier bist du also." ertönte eine erst seit kurzem vertraute Stimme.
"Midori." antwortete Yamato tonlos.
"Falls du mich aufhalten willst, ich werde das nicht zulassen. Ich..." fuhr er fort, aber die junge Frau schnitt ihm das Wort ab.
"Deine Idee ist die Idee eines Kranken im Fieberwahn. Das einzige, was ich möchte, ist, meinen Vater und Bruder noch einmal zu sehen. Ich komme mit dir mit."
Einen Moment lang musterte Yamato die Kriegerin. Es erschien ihm ein wenig merkwürdig, dass sie sich ihm anschließen wollte. Aber für große Überlegungen war keine Zeit. Jedenfalls jetzt nicht.
"Gut. Steig auf."
Ohne weitere Worte schwang auch Midori sich auf das Straußenpferd. Mit einem leichten Peitschen der Zügel bedeutete Yamato dem Tier, weiter zu gehen.
Sie folgten einem dunklen Pfad durch den Bambuswald, der unendlich schien. Immer öfters sah man die schwach erleuchteten Häuser durch das Dickicht hindurchschimmern.
Irgendwann erreichten sie ein Tor. Es war halb geöffnet, aus robusten Holz und ein paar eisernen, blitzartigen Plaketten für die Kami, die diesen Ort beschützen sollten.
Der Erdbändiger schnaubte verächtlich.
"Das hier ist der Nordausgang des Geländes. Wo willst du hin?" hörte er Midori fragen.
"Zu Minamo-Schule."
"Dann nehm nach diesem Tor den rechten Abzweig. Alles andere sage ich dir später. Ich werde ich bis Numai begleiten, dann geh ich alleine weiter."
"Gut."
Yamato ritt durch die abgenutzten Stänge des Tores hindurch, in die Dunkelheit, nichts ahnend, was ihn erwartete. Wieder schrie eine Eule in die Nacht hinein.
Ihr Ruf wurde von dem auffrischenden Wind davongetragen.
-Minamo - Ich komme!
Re: Avatar - Kamigawa
Katara204 - 07.08.2008, 15:31
Ich find die Story auch gut und les auch weiter bloß ich war in Urlaub und ich konnt net an pc! DArum konnt ich net lesen aber jetz bin ich wieder da.
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Die Prinzessin von Ba Sing Se - gepostet von mayu-chan am Mittwoch 19.09.2007
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