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Re: Angst vor Menschen
Talon - 31.10.2007, 20:21Angst vor Menschen
Hallo,
die Liebesschüchternheit im Bezug aufs andere Geschlecht ist schon sehr schwerwiegend und wird gerade dann fatal, wenn man auch noch eine Angst vor Menschen generell hat. Damit meine ich in diesem Fall keine soziale Phobie, sondern eher eine Angst vor Zurückweisung, ein Gefühl des Nicht-Dazugehörens und Ausgegrenzt-Werdens, Isolation und Außenseitertum. Nicht nur die Frauen sind mein Problem, auch soziale Gruppendynamik ist für mich ein Mysterium. Ich schaffe es einfach nicht, in Gruppen reinzufinden und werde ganz schnell Außenseiter und dann irgendwann auch direkt oder indirekt Mobbing-Opfer.
Kann sich Jemand damit identifizieren, hat Jemand Kommentare, Anmerkungen usw.?
Viele Grüße
Re: Angst vor Menschen
Ganta - 31.10.2007, 21:06
Hallo Talon!
Ja, ich kann mich mit Dir identifizieren. Früher war ich selbst immer der Außenseiter (oder hab mich dazu gemacht), in den letzten Jahren hat sich das aber bei mir wesentlich gebessert. Gerade in letzter Zeit bin ich von einem Job in den anderen gereicht worden, und konnte mich eigentlich überall gut integrieren.
Den Grund, warum Einzelne oder Gruppen anders mit mir umgehen, sehe ich in den Prinzipien einiger meiner persönlichen Lieblingsratgeber, die ich über die Jahre versuche zu verfolgen. Das ist natürlich mein subjektiver Standpunkt.
Einzelne und Gruppen sind etwas verschiedene Paar Schuhe, und zu letzterem gibt es leider sehr wenig Literatur. In Kombination wichtig sehe ich 3 Punkte:
- Selbstbewußtsein / für sich selbst einstehen
- Wirkliches Interesse am anderen zeigen
- Anpassung / Befolgung an Gruppenidentität und Regeln
* Selbstbewußtsein benötigt man, um den Respekt vor sich selber und den anderen zu gewinnen. Ich merke wirklich einen Unterschied, auch wenn es ein ewig gepredigtes 08/15 Argument zu scheinen seint.
* Wirkliches Interesse am anderen gewinnt Dir Sympathien und erleichtert die Gespräche. Dazu empfehle ich Dale Carnegie (zB. "Wie man Freunde gewinnt").
* Anpassung an die Gruppe, oder Identifizierung mit ihr ist nötig, weil das ihren Zusammenhalt ausmacht. ZB. Eine Gruppe Fussballfreunde wäre nichts ohne Fussball. Damit einher gehen bestimmte Riten, Formen und Gewohnheiten. Etwa was man trinkt, was man unternimmt etc. Auch wenn mir dieses Konzept als eingefleischter Einzelgänger schon vom Prinzip widerstrebte: ich erkannte aber, dass man es sich unnötig schwermacht, wenn man nicht "mitmacht". Zweitens betrifft das meistens kleinere Punkte, die man hinnehmen sollte, etwa weil sie einem selber nicht so wichtig sind. Kann man mit der Idee der Gruppe oder ihrer Mentalität nichts anfangen, macht es keinen Sinn dazuzugehören.
Ich empfehel auch sehr www.succeedsocially.com . Irgendwo war ein Artikel genau zu letzterem Punkt, finde ihn aber gerade nicht. Literaturmässig kann ich den hinteren Teil von "Emotionalle Intelligenz" von Goleman empfehlen. Dort geht es zwar um Gruppenintegration bei Kindern, aber das Prinzip ist das gleiche: Gruppenregel und -identität erkennen. Sich nicht gleich in den Vordergrund spielen, sondern mitmachen.
Meistens findet man ein bis zwei Personen der Gruppe sehr sympathisch, der Rest bleibt normal kollegial. Deswegen bringt es was, bei Personen die man mag in eins-zu-eins Situationen den Kontakt zu intensivieren (Interesse zeigen, in den Pausen gemeinsam essen etc.). Dann wird man über diese Personen, wenn sie nicht gerade die Außenseiter sind, besser in die Gruppe eingebracht. Man wird zB. zu einem Feierabendbier in einer Teilgruppe eingeladen mit neuen Leuten. Das ergibt einen kleinen Schneeballeffekt. Zudem muß man nicht mit allen gleichermassen gut auskommen!
Wenn es also irgendwelche Gruppenaktivitäten oder Einladungen gibt, egal wie klein, möglichst immer mitmachen. Dazu die verschiedenen Einzelkontake unter "4 Augen" nicht vergessen, da dort die Menschen offener sind und sich die Verbindung besser und schneller aufbaut.
Der Zeitfaktor ist dabei nicht ganz unwichtig. Man sollte diese Punkte sobald man zu der Gruppe kommt umsetzen, da auch hier der erste Eindruck entscheidend ist. Später lässt sich so etwas schwer zurechtbiegen.
Hoffe der Text konnte Dich etwas anregen.
Re: Angst vor Menschen
p1nky - 31.10.2007, 21:48
also obwohl mir der theoretische background wie bei ganta fehlt, kann ich mich damit auch recht gut identifizieren. ich konnte mich früher auch nur extrem schlecht in gruppen integrieren, wobei ich dazu neben vielen anderen dingen auch mein umfeld verantwortlich mache. eine deratige ansammlung von sozial gestörten menschen wie bei meinen schulkollegen ist mir in meinem späteren leben nicht mehr untergekommen.
ich wundere mich dann immer wieder, wieviele sympathische menschen es gibt, und wie sehr sich diese von meinen früheren schulkollegen unterscheiden.
die integration in gruppen ist mir vor allem durch meinen job mittlerweile ganz gut gelungen und werde von eigentlich allen respektiert, anerkannt und ich denke von den meisten auch als recht sympathisch angesehen.
wobei das ganze wahrscheinlich nicht nur an meinem bemühen liegt, sondern dass meine firma und meine kollegen diesbezüglich ein echter glücksfall sind.
also ich glaube ich bin da, zumindest im vergleich zu früher, schon recht weit gekommen, trotzdem gibt es immer noch momente, wo ich die gruppe dann irgendwie alle als "feinde" sehe, die sich gegen mich verschworen haben. vor allem beim thema rauchen ist es schon zu vorfällen gekommen, wo ich meine intergration in die gruppe auf eine arge probe gestellt habe...
mir "fremden" gruppen stehe ich immer noch extrem skeptisch, ja teilweise ängstlich gegenüber. wenn die dann etwa lachen, ohne dass ich weiß warum, dann habe ich gleich immer befürchtungen, die könnten mich aus unbekannten gründen auslachen...
Re: Angst vor Menschen
JFM - 31.10.2007, 22:10
Ich habe auch so meine Probleme mit Menschen. Allerdings nur wenn es um Freundschaft oder gar Liebe geht.
Bei Geschäftlichem oder im Unterricht kann ich gut mit Menschen kommunizieren. Das habe ich im meinem Threat genauer beschrieben. Du bist also nicht alleine.
Das Buch "Wie man Freunde gewinnt" von Dale Carnegie ist wirklich gut. Habe es aber leider erst einmal gelesen. Man soll es ja mehrmals lesen...
Die letzten drei Absätze von Ganta finde ich interessant. Sollte ich mir vielleicht als Merkzettel übers Bett hängen ...
Stand letztens mit ein paar Mitschülern in der Pause, das war ein Freitag, und wir haben uns über die Partys am Wochenende unterhalten.
Dann sagte eine zu mir:"Habe gehört das du da heute Abend auch hinkommst" und hat mich angelächelt.
Ich habe dann nur irgendwas gesagt von wegen, das ich ja soweit weg wohne usw ... :roll: ...wusste einfach nicht wie ich sonst hätte reagieren sollen. Ich glaube das kam sogar leicht abwertend rüber, was aber nicht meine Absicht war.
Ich habe auch das Problem, das ich mich immer angesprochen fühle wenn irgendwo in meiner nähe gelästert oder gelacht wird ...
Re: Angst vor Menschen
Freiwild - 31.10.2007, 22:24
JFM hat folgendes geschrieben: Dann sagte eine zu mir:"Habe gehört das du da heute Abend auch hinkommst"
Wie ist Dein Eindruck von der, was hältst Du von ihr? Daß sie das gesagt hat, muß nicht heißen, daß sie was von Dir will, noch nicht mal, daß sie Single ist. Aber es ist Sympathie da, die "nach oben offen" ist. Und wenn es der so geht, dann auch anderen. Das nächste mal würde ich da mitgehn. Denn wie Ganta schon gesagt hat, irgendwann wirds deutlich schwerer mit dem Anschluß...
Re: Angst vor Menschen
JFM - 31.10.2007, 23:32
Ich glaub nicht das sie was von mir will, obwohl sie eigentlich ganz süß ist ...,
aber darauf wollte ich eigentlich nicht hinaus.
Ich finde im nachhinein meine Reaktion einfach total bescheuert.
Ich hätte ja einfach was sagen können wie:"Heute habe ich was anderes vor aber demnächst feiern wir bestimmt mal zusammen." oder so was.
Weil das was ich gesagt habe wirkte so ein wenig wie:"Ihr seid es mir nicht wert 30KM zu fahren ..." und so ist das wohl auch rüber gekommen.
Aber das ist auch so ein Problem von mir:
Ich rede erst und denke dann ..., naja aber darum geht es ja nicht.
Re: Angst vor Menschen
p1nky - 01.11.2007, 01:00
erst reden und dann denken dürfte aber bei frauen gar kein so schlechter ansatz sein.
schließlich sind sie mit dem prinzip ja selbst bestens vertraut :lol:
nein im ernst, das ist immer noch weit besser, als erst stundenlang zu sinnieren und planen, bevor man was rausbringt.
nächstes mal kommt dann schon wie aus der pistole geschossen und mit einem augenzwinkern, dass du bei so netten teilnehmerinnen natürlich gerne dabei wärst, aber an dem abend leider verhindert bist (und jetzt bekomm ich vielleicht haue von ganta und freiwild, weil das das absolut schlechteste wäre, was man in der situation sagen könnte - ich persönlich find's aber gut. naja war ja auch mein einfall... hoch, jezt führ ich schon selbstgespräche :lol: )
Re: Angst vor Menschen
Talon - 01.11.2007, 02:51
Hallo!
Bin schonmal überrascht, daß dieses Thema eine vergleichsweise große Resonanz erzeugen kann.
Succeedsocially.com kenne ich schon, das ist eine fantastische Seite! Diese ganzen sehr gut ausgearbeiteten Überlegungen und Beobachtungen konnten mir aber bislang nicht sonderlich helfen, weil ich sie nicht umsetzen kann.
Du sprichst auch einen wichtigen Punkt an: Soziale Interaktion passiert schnell und der erste Eindruck ist entscheidend. Mittlerweile bin ich in allen Fachbereichen, in denen ich aktiv bin, gebrandmarkt und deshalb wollen auch viele Leute keinen 1on1 Kontakt. Ich werde größtenteils ignoriert. Es fühlt sich manchmal so an, als hätte ich die ganze Welt gegen mich, wenn ich an die Uni gehe. Dabei ist meine hauptsächliche Angst, daß ich einen Schlag in irgendeiner Form bekomme. Wenn ich in einen Raum reinkomme, auch wenn es alles wildfremde Menschen sind, dann denke ich sofort, alle lästern über mich und würden mich nicht in die Gruppen reinlassen. Als Folge glaube ich, etwas besonderes tun zu müssen, damit ich wahrgenommen und anerkannt werde, und das ist dann erst das Verhalten, das mich komisch dastehen läßt.
Manchmal glaube ich, man sollte nicht so viel Energie in Frauen investieren, sondern eher in Gruppen. Wenn man in Gruppen ist und sich da wohl fühlt, besteht eine Möglichkeit, daß sich das mit Frauen von selbst ergeben könnte. Außerdem kommt man so sehr schnell zu Kontakten. Und es beweist einer Frau, daß man "sozial gesund" ist.
Dale Carnegies Buch habe ich vor Jahren mal gelesen, habe aber das meiste wieder vergessen. Das ist mal ein guter Ansporn, es nochmal zu lesen. Wobei ich auch da das Gefühl habe, daß Menschen meine Aufmerksamkeit nicht interessiert und sie sogar froh wären, wenn ich sie ihnen gar nicht geben würde.
Viele Grüße
Re: Angst vor Menschen
Ganta - 01.11.2007, 10:28
Moin moin!
Talon, ich glaube es liegt aber auch etwas an deiner eigenen Wahrnehmung. Wie p1nky geschrieben hat gibt es natürlich auch Idioten. Selbst wollte ich mal als Jugendlicher in die Jugendfeuerwehr. Eine Gruppe Halbstarker hat mich aber dort gleich wortwörtlich in den Schwitzkasten genommen, und ich war damals noch nicht in der Lage das vielleicht geregelt zu kriegen und bin deshalb erst gar nicht eingetreten. Im Psychotherapieforum habe ich auch einen Fall von früherem schweren Mobbing mitverfolgt. Das lässt sich also gar nicht bestreiten.
Trotzdem nimmt man sich in der Regel zu wichtig. So besonders ist man nicht, daß jetzt alle über einen lästern oder ausgrenzen. In den meisten Fällen wird man in dem Fall gar nicht wahrgenommen und bleibt unsichtbar. Mir ist zB. passiert, daß ich mir in einer Vorlesung aufgrund Dünnschiß in die Hose schiß. Das was mir ultrapeinlich und versuchte mich diskret auf die Toilette zu verdrücken. Ich glaubte jeder beobachte mich oder starre auf meine Hose. Im Endeffekt hat es aber keiner mitbekommen oder interessiert. Der Punkt zu glauben man stehe ständig unter Beobachtung und Wertung der anderen ist ein Teil der Sozialphobie. ZB. ständig heftiges erröten ist für die anderen weniger ein Problem als für den Betroffen in der Wahrnehmung selbst, der sich angestarrt fühlt.
In "EQ" gibt es eine erstaunliche Studie über aggressive Kinder in der Schule. Der Grund ist, daß sie neutrale Situationen wie anrempeln bedrohlicher empfinden als eine Vergleichsgruppe (gemessen über Schweißabsonderung etc.) und deshalb entsprechend reagieren. Abhilfe schafften Kurse in denen sie lernten, das richtig einzuordnen. Ähnlich stelle ich mir diese Art von Überreaktion auch bei Ablehnung vor.
In einer anderen Gruppe ging es um unbeliebte Kinder, die man weniger mitspielen lässt. Wie sich zeigte war der Unterschied darin, wie man mit Ablehnung umgeht, weil auch beliebte Kinder zu, frag mich nicht nach der genauen Zahl, 20% nicht mitspielen lässt. In einer Fördergruppe wurde den unbeliebten Kindern gezeigt, wie man "richtig Spiele spielt", und es hatte einen sehr guten Erfolg.
Beim Roulette heißt es "rien ne va plus", wenn die Kugel im Rollen ist. Man kann nicht mehr einsteigen, aber in der nächsten Runde. Wenn es irgendetwas neues gibt, Erstsemester die dich nicht kennen, neue Lerngruppen, eine neue AG, neue Aktivitäten etc., ist dies eine neue Gelegenheit dort einzusteigen. Evtl. kommt man über Dritte wieder in eine alte Gruppe rein.
Re: Angst vor Menschen
Talon - 01.11.2007, 11:11
Hallo Ganta!
Sehr interessante Studien, über die Du berichtest. Habe schon viel über EQ gehört, ich muß es mal lesen.
Und ich stimme Dir insofern zu, daß es nur die eigene Wahrnehmung ist, die einen dann erst dazu veranlasst, sich "abweisungswürdig" zu verhalten. Denn soweit bin ich mit meinem Verstand auch - was könnte eine Gruppe Erstsemester, die mich noch nie in ihrem Leben gesehen haben, gegen mich haben? Das Gefühl ist da ein ganz anderes.
Auch stimme ich Dir zu, daß man die eigene Wertigkeit überinterpretiert. Dein Beispiel finde ich dafür sehr beeindruckend. Hier kann ich nur von mir selbst ausgehen. Wahrscheinlich haben die anderen Menschen (bzw. meine Versuche, sie für mich zu gewinnen) eine so hohe Bedeutung, daß ich davon ausgehe, daß ich in ihrer Welt eine ebensogroße Rolle spiele. Dem ist aber nicht so.
Viele Grüße
Re: Angst vor Menschen
Freiwild - 01.11.2007, 14:41
Talon hat folgendes geschrieben: Manchmal glaube ich, man sollte nicht so viel Energie in Frauen investieren, sondern eher in Gruppen ... Außerdem kommt man so sehr schnell zu Kontakten. Und es beweist einer Frau, daß man "sozial gesund" ist.
Ja! Wenn Fähigkeiten im Umgang mit Menschen vorhanden sind und ein Sozialleben besteht (was auch unter Beibehaltung des Rückgrats möglich ist), dann ergibt sich auch ein engerer Kontakt zu Frauen. Bei "sozialen Teilleistungsstörungen", die sich nur auf den Umgang mit dem weiblichen Geschlecht beziehen, nützt die Sicherheit im Verhalten zum "geschlechtslosen" Mitmenschen recht wenig. In Deinem Falle mußt Du aber zunächst mal die bestehende allgemeine Kontaktstörung angehen. Hier gleich mit PU einsteigen zu wollen, würde sich als kontraproduktiv erweisen. Es wäre allerdings nicht unwichtig zu wissen, ob es sich um eine manifeste Sozialphobie oder nur entsprechende Symptomatiken handelt, die noch als extremform einer nicht pathologisch zu nennenden Schüchternheit durchgehen könnten. Auch sozialphobische Aspekte einer anderweitigen (evtl. Persönlichkeits-) Störung wären denkbar*. Da es für diese Fälle keine generallösung gibt, wäre professionelle Hilfe oder aber ein vorsichtiges Antesten verschiedener "Re-Sozialisierungs" Ansätze in Eigenregie zu empfehlen (s. hier unter anderem die Hinweise von Ganta).
Jedenfalls stellen authentisches Selbst-Bewußtsein und Selbst-Sicherheit Aspekte von Attraktivität dar, welche bei Frauen die Bereitschaft erhöhen, einen Mann näher kennenzulernen, so wie er ist.
* Je nachdem, ob die Überzeugung, ausgelacht zu werden, angstbedingte Fehlinterpretationen sind, bzw. eine Beziehungswahn-Symptomatik oder gar teil einer Paranoia darstellen. Ferner ist es nicht unwichtig zu wissen, ob dies mit der (unzutreffenden) Überzteugung einhergeht entstellt, dysproportioniert oder sonst irgendwie negativ optisch auffällig zu sein.
Re: Angst vor Menschen
Talon - 01.11.2007, 22:36
Hallo Freiwild!
Du scheinst zu wissen, wovon Du sprichst. Darf ich fragen, wo Du Dein Hintergrundwissen her hast?
Also bei mir ist es wohl keine Sozialphobie, denn ich habe keine Panikattacken oder sowas. Sondern es ist eher die Angst davor, daß man sich über mich lustig macht, mich auslacht, mich irgendwie angreift oder man mich nicht mag. Das geht mehr in Richtung Persönlichkeitsstörung, wobei dieser Anteil sicherlich der Ängstlich-Vermeidenden Persönlichkeitsstörung zuzuordnen wäre. Dazu kommen noch Zwänge, das ist zwar ein anderes Thema, aber Zwängler haben öfters mal Probleme mit ihren Mitmenschen.
Re-Sozialisierung wird wohl am ehesten sein, was ich brauche. Das Problem dabei ist nur, daß man mich jetzt schon kennt. Wißt ihr, die Menschen vergeben oder vergessen heutzutage nicht mehr so leicht. Zumindest fühlt sich das so an. Ich gehe an die Uni und fühle mich, als würde ich auf einen Kriegsschauplatz gehen, überall Menschen, die mich hassen oder nicht mögen und über mich lästern, die sich kichernd und schmunzelnd wegdrehen, wenn ich ihnen begegne, oder gleich gar nichts sagen und mich ignorieren. Ich habe Angst, auf sie zuzugehen, weil ich dann eine wortlose Ablehnung der ganzen Gruppe zu spüren bekomme. Da sind vielleicht auch paranoide Anteile dabei. Ich weiß es noch nicht genau.
Viele Grüße
Re: Angst vor Menschen
Freiwild - 03.11.2007, 08:20
Ja, in Deinem Fall wäre, denke ich, zuerst am Umgang mit Menschen generell zu arbeiten, erst dann würde ich spezielle Aspekte angehn (also beispielsweise mit PU anfangen, wenn das etwas für Dich ist). Als wichtig erachte ich für ABs/Love-Shys die anstehenden großen Veränderungen nicht dem Frauenproblem unterzuordnen, also nicht alles darauf auszurichten. Dann rückt man diesen Punkt nämlich nur noch mehr ins Zentrum seiner Gedanken und es kreist dann letztlich alles darum. Aber grad das ist ja äußerst kontraproduktiv. Deshalb die einzelnen Anstrengungen unternehmen, um sich fitter zu fühlen, sich lieber im Spiegel zu sehn, soziale Kontakte mit möglichst wenig Belastung zu meistern, Unerledigtes abzuarbeiten, um Kopf und Rücken freizukriegen etc. Die Kontakte zu Frauen werden sich dann allmählich und von fast selbst in ihrer Art (zum besseren) verändern. Aber leider nicht schlagartig, dessen muß man sich bewußt sein. Hierbei ist es wichtig sich nicht (das gilt besonders im Vorhinein) für bekannte eigene Schwächen zu entschuldigen. soweit möglich, diese erst gar nicht ansprechen, und falls sie angesprochen werden, einfach als (momentanes) Faktum benennen. Daß man der betreffenden dadurch etwas abverlang, muß einem bewußt sein, ist aber zunächst nicht vermeidbar. Wenn dadurch ein näheres Kennenlernen vereitelt wird, hätte die Sache ohnehin keine Zukunft gehabt. Denn unterwürfige und selbstabwertende "Warnungen" schrecken noch eher ab. Schwachstellen dieser Art können jedoch ein zusätzlicher Anreiz sein, verstärkt an den jeweiligen Problemen zu Arbeiten.
Re: Angst vor Menschen
Talon - 07.11.2007, 12:52
Hallo Freiwild!
Dem stimme ich völlig zu. Ich glaube, daß erstmal ein wenig Grundlagenarbeit nötig ist, bevor ich versuchen sollte, konkret Frauen in mein Leben zu bringen.
Die bekannten Teufelskreise: Es geht einem schlecht und man denkt, wenn man eine Freundin hätte, dann würde alles besser werden, und dann versucht man ohne Ende, eine Freundin zu finden, was aber nicht klappt, weil es einem schlecht geht. Die Lösung, die mir langsam dämmert, ist, daß ich mich aus diesem Zirkel befreien muß. In meinem jetzigen Zustand eine Freundin zu haben käme einem Zirkelschluß gleich. Lebe ich jetzt ein attraktives Leben? Achte ich mich selbst, so daß ich mich auch so kleide und pflege wie ein Mann, der auf Frauen attraktiv wirkt? Könnte ich jetzt theoretisch ein guter Vater sein? Könnte ich Ihr ein starker Mann sein, ohne mich an sie anzulehnen, wie sich ein Kind an eine Mutter anlehnt? Ein vierfaches Nein.
Viele Grüße
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