Das Leben mit Depressionen

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    Re: Das Leben mit Depressionen

    medicalinfo - 25.01.2006, 19:38

    Das Leben mit Depressionen
    (Autor bekannt)

    Sie kamen schleichend, kaum merkbar, ich verdrängte sie immer wieder. Dann 30.4.03. Ein Brief, der warf mich total aus der Bahn. Der Inhalt dieses Briefes, mit dem kann ich nicht umgehen. Es schwankt zwischen nein, nein, nein und die Starre. Einfach gerade ausschauen, keine Bewegung, keine Regung. Nur zwischendurch ein Zucken bei einem Geräusch. Höllenqualen wenn es an der Haustüre klingelt, was kommt? Wer will wieder was von mir? Ebenso beim Telefon. Nur nicht aus dem Haus müssen. Am liebsten würde ich den Draht der Klingel durchschneiden. Wenn nicht zu Hause wo kann ich mich noch sicher fühlen? Dann kommt das Wochenende. Eine Erleichterung. Da kommt nichts unangenehmes. Eigentlich ein Grund sich zu freuen. Aber nein, geht auch nicht. Es regnet. Das Wetter macht mich traurig. Es scheint die Sonne. Ich möchte gerne was unternehmen. In die Natur. Aber wohin? Und mit wem? Es macht mich ebenfalls traurig. Die Gedanken müssen weg. Ich tröste mich auf irgendwelche Art und Weise. Einfach sich benebeln, egal wie und wie viel. Das nächste Problem ist da. Eigentlich weiss ich ganz genau, dass damit die Probleme nur grösser werden. Aber ich kann trotzdem nicht anders. Auf den Moment tröstet es. Es braucht immer mehr. Die Abstände werden immer kürzer. Es schwankt, es zerreisst mich. Was ist richtig? Was soll ich tun? Was ich am liebsten tun würde das kann ich nicht. Ich hab Verantwortung für meine Tiere. Aber der Gedanke ist da, sehr oft. Wie geht es weiter? Gibt es überhaupt ein "weiter"? Eigentlich möcht ich meine Ruhe haben, nix hören, aber eigentlich möcht ich auch dass jemand für mich da ist. Was will ich? Ich weiss es nicht. Am liebsten nichts, aber doch sehr viel. Es ist alles ungewiss. Manchmal möcht ich schreien, aber ich mag gar nicht. Manchmal möcht ich weinen, aber ich kann gar nicht. Dann, irgend eine kleine Bemerkung, die trifft mich und ich möchte gar nicht weinen aber es kommt. Ich möcht mich mal wieder über etwas richtig freuen können. Oder auf irgend etwas. Es gibt nichts. Freude über etwas, das war ein anderes Leben.

    Ein Jahr später:
    Gestern hat sich der Tag meines grossen Zusammenbruches zum ersten Mal gejährt. Es gab in dem Jahr mal kurze Hochs, aber leider halt auch sehr viel mehr Tiefs. Ich komm da nicht mehr raus. Seit dem Rausschmiss von meinem Therapeuten ist bei mir alles Dicht. Gegen aussen haben alle das Gefühl es ginge mir sehr gut. Aber eben, es ist nur eine Schutzmauer, eine Maske um nicht wieder neu verletzt zu werden. Innerlich zerreist es mich, ich möchte so gerne, dass wer da ist für mich. Aber kann das nicht mehr ausdrucken, nicht mehr rauslassen. Ein neuer Therapeut, wieder alles von Vorne Anfangen? Mit einer wildfremden Person? Das kann ich mir absolut nicht vorstellen. Muss ich mich nun einfach abfinden, dass dies nun mein Leben ist?
    (geschrieben: 1. Mai 2004)

    Wieder ist Zeit vergangen. Zeit wieder voller Leiden, voller Qual. Ich versuch mich zu erinnern. Was war schön? Was gab mir ein Lachen? Ich finde nichts. Immer wenn ich denke ich bin zuunterst kommt wieder was und drückt mich noch weiter runter. Warum lebe ich überhaupt noch? Wieder ein Therapeut der mich herausgeworfen hat. Sobald es nicht genau so läuft wie sie das wollen fehlt wohl die eigene Bestätigung deren. Könnten sie überhaupt helfen oder ist es einfach nur eine Erwebsquelle? Oder noch anders gefragt wollen sie überhaupt helfen? Sie wollen doch nur ihr eigenes Ego stärken. Ohne Rücksicht auf Verluste. Die Ämter machen einem das Leben schwer. Krampfhaftes Bestreben jeden nur noch weiter in Depressionen zu treiben!
    (geschrieben 10. Oktober 2005)



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