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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Pearl - Kellervoll - Messina Forum: klaraputzich Forenbeschreibung: Hilfe zur Selbsthilfe in Putz- und Ordnungsfragen aus dem Unterforum: Körper und Seele - Fragen und Tipps Antworten: 6 Forum gestartet am: Donnerstag 26.10.2006 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Das innere "Helferlein" - Mogelpackung? (Trigger) Letzte Antwort: vor 10 Jahren, 12 Tagen, 7 Stunden, 42 Minuten
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Re: Das innere "Helferlein" - Mogelpackung? (Trigger)
Pearl - 17.08.2012, 22:18Das innere "Helferlein" - Mogelpackung? (Trigger)
(Keine HL :) )
Da sind wir grade auf das Thema gestossen; ein heisses Eisen- besonders bei Frauen (ich kenne aber auch einige Männer, denen es so geht...).
Von klein auf wird uns beigebracht, lieb und nett und hilfreich zu sein...
Wolli meinte, es wäre eine gute Idee, das Thema loszulassen, ohne anderen ihren Thread vollzumachen.
Vielleicht kommen wir uns ja in der Diskussion selbst auf die Schliche -schön wäre es.
Ob da vielleicht auch Miss Perfection mitmischelt ???
pearl hat folgendes geschrieben: Hmmm, wir haben Klara entdeckt und das Konzept geht heilsam für uns auf
( Troubadix hat mich vor 2 Jahren gefragt, ob ich ihm aufräumen helfe - mein Engagement geht also auf eine Anfrage/eine Bitte zurück.)
Der Versuch, Troubadix zu motivieren, selbst Hand an seinen Müllrecyclinghaufen zu legen, ist beim dritten Versuch fehlgeschlagen. Heisst für mich Ende dieser Bemühung, heisst für mich, dringe nicht weiter in ihn, denn es ist sein Leben und sein Konzept - möge er glücklich werden damit.
Sein Konzept ist nicht mein Konzept, ich merke, ich möchte für mich Struktur und Ordnung.
Aber ich muss keinen dazu zwingen wollen, das auch zu wünschen. Die drei Vorstösse waren schon zuviel, ich hätte meine Klappe halten sollen. Ich weiss ja nicht, welche Problematik der Troubadix unter seiner Halde versteckt und ich bin vielleicht lebenserfahren, aber kein Psychologe...
Will sagen: Wir selbst müssen aufpassen, dass wir nicht in einen euphorischen Missionierungseifer für Klara verfallen. Wir wissen, das Klara gut und hilfreich ist und können darauf vertrauen, dass die, die Klara finden wollen/sollen, Klara auch finden werden -ganz ohne O und Pearls Hilfe...
Was für O und Pearl gut ist, muss es noch lange nicht sein für O-schwesterchen und Troubadix.
Die sind beide mindestens 3 x 7 und erwachsen , für sich selbst verantwortlich.
Das ist doch wunderbar - wir können deren Probleme als "Probleme anderer Leute" elegant loslassen, weil wir wissen, dass jeder nur das eigene Leben leben kann und muss.
Bei der Arbeit in der Psychiatrie habe ich hart gelernt, dass ich jemandem besser und effektiver helfen kann, wenn ich mein grenzwertiges Helferlein (das sich einbildet, einen Heiligenschein zu haben...dabei ist das ein hinterhältiges Biest, das uns zu einem Monster macht ! ) -wenn ich es wegsperre und die Leute auf sich selbst zurückwerfe !!! das heisst nicht, dass ich nicht bereit bin , jemandem zu helfen - ich möchte darum gefragt werden und die Zeit haben, mir das sachlich anzuschauen und "Nein" sagen zu können.
Einfaches Beispiel, Frau X.
Sie brauchte zehn Minuten, um sich eine Socke anzuziehen. Für meine und ihre Bequemlichkeit war es einfacher, dass ich ihr die Socken anzog (drei Minuten). So ging es mit allen und Frau X. war nur noch am kommandieren und ihre Diener zu schicken und wurde immer unbeweglicher. Mir wurde klar, dass ich sie behindert mache, wenn ich ihr die Socken anziehe -sie muss diese Bewegung nicht mehr tun, die Muskulatur wird nicht dafür beansprucht und verkümmert - ich sorge also dafür, dass sie immer behinderter wird in ihrer Verrichtung, indem ich ihr Dinge abnehme, die wichtig sind für ihre Selbständigkeit - die Selbständigkeit , die ich ihr jeden Tag ein bisschen wegnehme und auch noch stolz bin, was ich geleistet hätte....Also wurde ich "gemein" und liess sie selbst pusseln und siehe da, nach einer Woche dauerte es nur noch fünf Minuten für 2 Socken. Sie konnte stolz auf sich sein und ich habe ihr das auch gesagt und honoriert.
Bei anderen Sachen musste ich ungefragt helfen -wenn sie es nicht auf den Topf geschafft hat, habe ich die Sache weggeputzt ,das konnte sie selbst nicht tun. Aber hinterher anziehen, das durfte sie alleine zwinkern Als sie ging, hat sie sich bei mir bedankt: "Ich hab sie am Anfang überhaupt nicht gerne gehabt...lachen..."
Verstehst du, was ich meine? Manchmal ist die beste Hilfe keine Hilfe und wir müssen fein unterscheiden lernen, wann es nützlich ist, einzugreifen.
Das Leben deiner Schwester ist nicht Deins. Das ist nicht dein Problem und belastet dich unnötig. Du bist da und hörst zu.
Aber du musst ihr Leben nicht aufräumen.
Wenn sie Leidensdruck hat, richtig fett mit der Nase im Dreck liegt und kommt und sagt: "Bitte, hilf mir!" Dann, ja.
Bis dahin sei einfach nur entspanntes Vorbild; sie hat ja Augen und Verstand lachen
Nochmal: das ist nicht böse gemeint, mit meinem inneren Helferchen kloppe ich mich seit Anbeginn und habe in den letzten jahren immer mehr bemerkt, dass es mir und den anderen nicht hilfreich ist, sogar dafür sorgt, dass ich mir selbst Schaden zufüge im vermeintlichen "Helfen"
Gupi,dieWindbärin hat folgendes geschrieben: Hallo,das ist ein interessantes Thema - ich weiß nicht, X, ob das okay ist, wenn ich da jetzt auch hier in Deinem Thread darauf antworte.
Es ist ja eigentlich auch mehr so ein allgemeines Diskussionsthema:
wo setze ich Grenzen, inwieweit mische ich mich ein in das Leben anderer mit Ratschlägen, Tipps, mit Kommentaren und Vorwürfen.
Ich kenne dieses Syndrom auch gut: ich gebe anderen auch gerne Ratschläge, was sie tun soll. Mach doch mal dies, warum machst Du nicht...
aber das ist ziemlich zweischneidig
manchmal möchten die Leute nur Dampf ablassen, wollen aber nicht, dass ich ihnen die Lösung präsentiere, die nicht ihre Lösung ist und die sie sowieso nicht machen wollen.
Bei meinem Ex bin ich auch oft so. Da ich ungeduldiger bin als er und die Dinge gerne zack zack und sofort mache, werde ich dann leicht kribbelig, wenn er sie in seinem Tempo macht.
aber das ist nicht okay, finde ich. Also habe ich mich gestern z.B. beim Aufräumen gezwungen zu akzeptieren, dass er längere Pausen macht, dass er selbst an bestimmte Dinge denkt, ohne das ist es sagen muss.
Man kann von bestimmten Dingen erzählen, aber wenn andere nicht "gecoacht" werden wollen, kann man sie nciht an die Hand nehmen und sie zu dem Weg überreden, den man selbst geht.
Denn das ist ja unser Weg, aber nicht unbedingt ihr Weg.
Und, wie Pearl schreibt, macht man manchmal Menschen hilfloser als sie sind. Sie müssen oft selbst erst durch Leiden, das Tal der Tränen, durch Selbsthass, Wut, Schmerz, egal - durch ihre Erfahrungen und dann den Weg daraus finden.
Sorry, das lag mir auf der Zunge
lg, Gupi
Re: Das innere "Helferlein" - Mogelpackung? (Trigger)
Pearl - 18.08.2012, 11:28
myvideo.de/watch/1796322/Helfersyndrom
Momo 84 hat diesen Video gebastelt [/url] -es sind zwar "nur" Texte , Bilder und eine gute Musik, aber dieser sehr mitfühlende Video macht auch sehr betroffen...
Wolfgang Schmidbauer, der das Thema 1977der breiten Öffentlichkeit ins Gewahrsein brachte und den Begriff prägte. Ich erinnere mich gut daran, dass wir das Buch "Die hilflosen Helfer" stapelweise im Lager hatten und täglich beobachteten, wie ein Stapel von 55 Büchern mal eben so dahinschmolz...
Im Aufgreifen des Begriffes Abgrenzung bin ich auf diese sehr interessante Seite gestossen, sie heisst
hochsensibilitaet.ch/content/e11223/e11606/index_ger.html - Das Potential der Hochsensiblen und beschäftigt sich auch sehr viel mit Strategien, sich abzugrenzen und mit sich selbst heilsam umzugehen.
Ich surfe grade mal und werde immer mal wieder den ein oder anderen Link hierlassen.
Dabei wird mir :wirr: im Kopf, denn die Vermutung, dass hier wieder Suchtstrukturen greifen, scheint sich für mich persönlich immer deutlicher abzuzeichnen (wobei ich eh der Meinung bin, dass in jedem ein kleiner Suchtie steckt ;) )
Hier habe ich noch einen (Messina, ist das nicht eine Seite, auf der du auch ab und an stöberst?) .psychotipps.com/selbstverwirklichung-egoismus.html - psychotipps -"gesunder Egoismus" mit einer witzigen Geschichte am Ende[/url]
Re: Das innere "Helferlein" - Mogelpackung? (Trigger)
Pearl - 17.03.2013, 09:00
Hallo,
Vielleicht ein bisschen provokativ und aus einer anderen Ecke kommend, bin ich auf das Buch/die Doktorarbeit von Cora Constanze Steinbach gestossen "Masochismus – Die Lust an der Last?"
web. psychosozial-verlag.de/psychosozial/details.php?p_id=2230
Hier kann man sich auch eine Leseprobe holen .
Ich stell das mal so in den Raum ;)
Wolfgang Mertens/Geleitwort hat folgendes geschrieben:
Die vorliegende Arbeit wendet sich einem Thema zu, welches die Psycho-
analyse lange Zeit im Fokus ihrer Untersuchung hatte, in den letzten Jah-
ren aber zunehmend aus den Augen verlor: dem moralischen wie sexuellen
Masochismus. Dabei besitzt dieses Thema selbstverständlich weiterhin
große Bedeutung.
Zum einen, weil masochistische Denk- und Verhaltens-
weisen in Form des moralischen Masochismus in unserer Kultur weit ver-
breitet sind, zum anderen aber auch, weil masochistisches Erleben in vielen klinischen Störungsbildern vorkommt.
Der Untertitel »Über Alltagsmasochismus, Selbstsabotage und SM«
verweist auf das große Spektrum an masochistischen Denkstrukturen und
Verhaltensweisen. Der Laie assoziiert spontan mit Masochismus die durch
Schmerz und Erniedrigung erzeugte sexuelle Lust. Doch neben dieser Art
existiert zusätzlich die nicht-sexuelle Form des Masochismus,
der sogenannte psychische Masochismus. Dieser imponiert in seiner ausgeprägten Form durch wiederholte Selbstsabotage, aufreibende Beziehungsgestaltung und der Unfähigkeit, das eigene Potenzial zu entfalten. C.C.Steinbach hat folgendes geschrieben: Jedoch ist dies nur eine Art von Maso-
chismus. Es existiert auch eine Form des Masochismus, die nicht sexueller
Natur ist: der sogenannte moralische respektive psychische Masochismus....
Je stärker der psychische Masochismus ausgeprägt ist, desto mehr kann
er das Leben erschweren oder gar ein glückliches, gelingendes Leben ver-
hindern. Denn jeder Erfolg, wenn überhaupt möglich, kann nur mühsam
errungen werden und Entscheidungen, die getroffen werden, gelangen
meist dem Betroffenem zum Nachteil. So entscheidet sich der Betroffene
beispielsweise stets für einen »falschen« Partner.
Steinbach hat folgendes geschrieben:
Möglicherweise kann frei nach Descartes bezogen auf maso-
chistisches Empfinden formuliert werden: »Ich leide, also bin ich.« Ich de-
finiere mich, meine Identität über das Leiden, gehöre zur Gruppe der
Leidenden sowie der Tapferen. Ich unterwerfe mich und gehorche, so er-
halte ich Zuneigung und Liebe. Ich ecke nicht an und falle daher nicht aus
der Gemeinschaft. Ich bin gut, im Sinne von moralisch gut und ich bin gut
im Sinne einer Leistung. Ich ertrage Leiden und Schmerzen und gewinne
dabei noch Lust. Ich werde – tatsächlich oder verbal – geschlagen und ge-
demütigt, also gibt es ein Gegenüber. Ich bin nicht allein. Ich spüre
Schmerz, also existiere ich.
Re: Das innere "Helferlein" - Mogelpackung? (Trigger)
Kellervoll - 17.03.2013, 13:18
Huch, Pearlsche ist ganz schön belesen! ;)
Die meisten Werke kenne ich auch. Mein inneres Helferlein jammert ganz schön, wenn es nicht darf, regt sich aber über alle auf die meinen "uns" mit Ratschlägen bombardieren zu müssen. Hier bei Klara ist es so angenehm, dass es eher ein "hast Du schon probiert?" als ein "Du solltest das und das tun" ist.
Wer mal auf die Suche gehen will ist mit "Wenn Frauen zu sehr lieben" ganz gut bedient. Das lässt sich wirklich gut lesen, ist sehr anschaulich und klärt auf warum wir manche Sachen tun, von denen wir wissen, dass sie nicht gut für uns sind.
Aber mir Dir, liebes Pearlsche, fachsimpel ich gerne weiter! :D
Re: Das innere "Helferlein" - Mogelpackung? (Trigger)
Pearl - 17.03.2013, 13:42
Kellervoll hat folgendes geschrieben: Huch, Pearlsche ist ganz schön belesen! ;) ...
Aber mir Dir, liebes Pearlsche, fachsimpel ich gerne weiter! :D
Da danke ich artig :oops: Der Buchhändler in mir ist genetisch verankert und unkaputtbar :mrgreen: Kostet 30 Euro :shock: das Buch, mich interessiert eigentlich eher der moralische Masochismus - ob die mir den Teil auch einzeln verkaufen, damit ich was für mein Pile'n File habe? :lol2:
Wenn Frauen zu sehr lieben - Robin Norwood, gelle?
Nachdem ich bei Männern ständig mit beiden Händen in die Kanalisation gefasst habe, habe ich das Lieben-in-Beziehungen weitestgehend eingestellt :mrgreen: Sozusagen Strategiewechsel :mrgreen: Rückblickend habe ich mich aber bannich klein gemacht vor den Zipfen und vor dem eigenen Leben :doof: - wäre ich bei einem der Kinderväter geblieben, tät ich heute geübt unterm Teppich laufen und fände es in Ordnung....
Re: Das innere "Helferlein" - Mogelpackung? (Trigger)
Messina - 17.03.2013, 20:07
Wenn Frauen zu sehr lieben hab ich vor Jahren auch mit Interesse gelesen,
war damals aber nicht bereit, da was draus zu lernen.
Das kam erst später und dafür um so schmerzhafter. :(
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