Kirche u. Jugend

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    Re: Kirche u. Jugend

    Anonymous - 23.10.2007, 21:00

    Kirche u. Jugend
    Lieber Hans-Jürgen,

    vielen Dank für Deine Mail. Die Zusammenfassung der Stellungnahmen zu Deinem Augustforum habe ich mit Interesse gelesen. Auffällig ist aus meiner Sicht, dass sich die Teilnehmer nur mit der einen Seite der Frage beschäftigen, nämlich damit, wie die Kirche sein muss, um die Jugendlichen anzusprechen, und warum es derzeit so schwer fällt, die Jugend für Kirche zu gewinnen. Das betrifft aber nur die Fragestellung "Braucht die Kirche die Jugend?". Die Frage, ob die Jugend die Kirche braucht, ist dagegen unmittelbar nicht angesprochen worden, höchstens mittelbar in dem Beitrag, der den Glauben als Schatz bezeichnet.

    Für mich ist die Frage danach, ob die Jugend die Kirche eigentlich noch braucht, allerdings die interessantere von beiden, denn dass die Kirche auf die Dauer ohne Jugend nicht auskommt, liegt schon rein logisch auf der Hand und folgt auch ohne weiteres daraus, dass die Kirche für alle Menschen da ist/sein sollte.

    Ob aber die Jugend die Kirche noch braucht, das ist nicht so einfach zu beantworten, wenn man auch den Eindruck hat, dass man die Frage angesichts des derzeitigen Istzustandes schlicht mit "nein" beantworten könnte. Aus meiner Sicht brauchen Jugendliche im Wesentlichen Vorbilder, und zwar in allen Bereichen, die ihr Leben bestimmen: Elternhaus, Schule, Vereine - und eben auch in der Kirche. Vorbilder, an denen sie sich reiben können, in deren Augen sie sich aber auch spiegeln können (das heißt, von denen sie sich angenommen fühlen) und die ihnen Lebenswerte vorleben. Überall da, wo es Menschen gibt, die Vorbildfunktion haben, gelingt der Diskurs mit der Jugend, gewinnt man die Jugend für sich. Überall wo Vorbilder fehlen, wenden Jugendliche sich ab.

    Die Kirche hat aus meiner Sicht unter anderem besonders deswegen Probleme damit, Vorbildfunktion wahrzunehmen, weil diejenigen Priester, die die altersbedingte Nähr zur Jugend aufweisen, schon selbst aus einer Generation stammen, in der sie Außenseiter waren. Soll heißen: Priester, die sagen wir 45 und jünger sind, waren schon in ihrer Jugend "besonders", indem sie sich zur Kirche bekannten. Schon sie haben nicht mit den Wölfen geheult und die für Jugendliche üblichen Erfahrungen auch selbst schon nicht oder nur nicht umfassend gemacht. Ihr Abstand zur heutigen Jugend ist daher doppelt groß.
    Damit zusammen hängt ein anderes Problem: Da die Eltern der Jugendlichen überwiegend selbst keinen großen Kontakt mehr zu Kirche unterhalten, ist es auch doppelt schwer für Kinder und Jugendliche, überhaupt an das Thema Kirche und Glauben herangeführt zu werden. Hier läge m.E. die eigentliche Aufgabe z.B. des Religionsunterrichts in der Schule. Diese Aufgabe wird allerdings so gut wie gar nicht gesehen bzw. nicht wahrgenommen. Der Religionsunterricht erschöpft sich vielmehr auch weiterhin darin, Kirche in Frage zu stellen und kirchenunabhängig Sinnfragen zu stellen (ohne sie zu beantworten).

    Alles in allem sehe ich derzeit keine große Hoffnung, dass sich die Situation in absehbarer Zeit ändern könnte. Für die meisten Menschen ist Kirche so fern wie China; sie haben nichts dagegen, aber für ihr eigenes Leben hat sie keine Bedeutung.

    Abgesehen von der Vorbildfrage ist aus meiner Sicht auch von Bedeutung, dass Jugendliche - wie die meisten Menschen - hauptsächlich das zu brauchen glauben, was für sie von praktischem Nutzen ist. In einer Welt, in der es nur noch wenig Pflichten für Jugendliche gibt und das ausgeprägte Freizeitverhalten ausschließlich konsumorientiert ist, leuchtet der Nutzen von Glaube und Kirche nicht ein. Die Frage "was habe ich davon?" durchzieht alle Lebensbereiche, und es hat nur das Bestand, dessen praktischer Nutzen - Spaß haben, Besitz vermehren, eventuell noch "wichtig für den Lebenslauf" - für Jugendliche offensichtlich ist. In diesen Bereichen kann sich Kirche nicht tummeln und deswegen auch keine Rolle spielen. Existentielle Fragen, auf die Kirche Antwort geben kann, stellen sich den meisten Jugendlichen nicht, und ethische Fragen (wie werde ich ein guter Mensch) stehen im Wertekanon ganz unten, werden daher auch nicht als lebenswichtig erkannt.

    Ich glaube, so hart muss man das sehen, alles andere wäre Augenwischerei.
    Es gibt sicher noch viele Ursachen mehr, und mir fallen auch noch manche Aspekte ein, aber ich wollte Dir ja eigentlich nur kurz antworten auf die Mail und keinen Vortrag halten...



    Re: Kirche u. Jugend

    P - 23.10.2007, 21:08


    super Analyse! Respekt!



    Re: Kirche u. Jugend

    Anonymous - 24.10.2007, 07:46

    Man spürt die Sorge
    Vielen Dank für den Beitrag. Man spürt Ihre Sorge für das Thema "Jugend und Kirche". Es wäre schön, wenn Sie sich als Eltern öfter äußern wüden. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Sie für den Bischof gute Berater wären![b]



    Re: Kirche u. Jugend

    Anonymous - 24.10.2007, 20:41

    Braucht die Jugend die Kirche-Braucht die Kirche die JUgend.
    Herzlichen Dank, Pater Franz, für den Beitrag zu Kirche und Jugend.
    Jeder Christ ist verantwortlich und muss seinen Glauben ausstrahlen
    und selbstverständlich leben. Das ist doch die Basis für gelebten Glauben.



    Re: Kirche u. Jugend

    Anonymous - 25.10.2007, 10:20

    Kommt die Kirche mit der Jugend ins Gespräch
    Folgende Fragen sind aktuell:
    Wie und wo erreiche ich die Jugend?
    Welche Sprache hat die Kirche zu sprechen, wenn sie mit der Jugend heute redet?
    Welche Themen sind für Jugendliche interessant?
    Welche Forderungen hat und muss die Kirche stellen, wenn sie die Kirche Christi sein will?



    Re: Kirche u. Jugend

    P - 26.10.2007, 18:54


    forderungen stellen ist lustig, wenn man keinen gegenwert zu bieten hat, worum sich ja der text oben dreht.... wenn man einfach nicht interessant ist, kann man auch nichts fordern.



    Re: Kirche u. Jugend

    Anonymous - 27.10.2007, 22:49

    Ohne Jugend sieht die Kirche alt aus!
    In diesem Beitrag haben die Eltern das Problem erkannt.
    Aufgeschlossene Eltern haben mich gebeten, eine Podiumsdiskussion über Jugend und Kirche ins Leben zu rufen. Auf diesem Podium sollten vertreten sein:
    Vertreter der Kirche, der Eltern, der Schule, der Politik, des Gerichtes.
    Ich werde mich bemühen, den Wunsch der Eltern in die Tat umzusetzen.



    Re: Kirche u. Jugend

    P - 13.11.2007, 04:20


    habe heute wieder von einem fall gehoert, wo eine leiterrunde den seelsorger aus der jugendarbeit der kjg "rausgetrieben" hat in ihrem autonomiebestreben. 2 von ca 20 leitern dort hatten auch nur entfernt was mit kirche am hut. einige der leiter waren nichtmal derselben konfession (nicht wichtig, aber faellt halt doch auf).

    interessant?



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