Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

Tokio Hotel - Fanfictions
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    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 16:56

    Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)
    Autor: LiL´Babe [Jessi :wink: ]
    Genre: Depri , Drama & Death
    Altersempfehlungen: ab 16..kommt drauf an, wie Leute damit umgehen können..
    Warnung: An vielen Stellen sehr depressive Phasen >SVV, aber auch mitten aus dem Leben erzählt ! NICHT alles stammt aus meinem Leben !!
    Pairing: Bill x Jessi , Tom x Tanja
    Inhalt: Am Anfang geht es um ein ziemlich "normales" Leben, doch schon bald stellt sich heraus, dass hinter geschlossenen Türen sehr viel verschwiegen wird. [ Alkoholkonsum der Mutter, SVV, Hass]
    Die Frage stellt sich : Wird die Liebe trotz Karriere überleben ?Und was passiert nach dem Tod ?


    Also im FC-Board hab ich die Story ja auch schon gepostet, aber ich denke, dass ich erstmal von vorne anfangen werde .. aber halt in größeren Sprüngen (= .. Wer die FF gleich als ganzes haben möchte [Bis zu dem Teil, wo ich im board aufhören musste], schreibt mir ne Pn :wink:

    Also das was ich erstmal hier poste is der Anfang von meiner ersten FF .. *räusper* .. ich finds da mal nüsch so gut xDD .. aba naja... hoffe mal, dass wir schnell zu dem Teil kommen, wo ich aufhören musste.. *drop*

    Das hier ist der ERSTE Teil der Story. Der zweite Teil ist der Teil, ab da wo ich im Board aufhören musste ^^


    1.
    Die Stunde wollte einfach nicht zu Ende gehen.
    Gelangweilt stützte ich mein Gesicht mit einer Hand ab und tippelte mit den Fingern auf dem Tisch herum.
    Meine Erdkundelehrerin erzählte irgendwas von Vegetationszonen und dem Monsunwald und ich war mit meinen Gedanken gerade echt woanders.

    Gähnende Leere herrschte im Raum und ich ließ meinen Blick durch den Klassenraum schweifen.
    Die Snoobs in der ersten Reihe schrieben eifrig mit und waren in ihrem Element.
    Dahinter sitzt die komplette Jungs Reihe.
    ’Mein Gott was für Kinder’,fährt es mir nur duch den Kopf und ich frage mich : ’Habe ich irgendwas falsch gemacht ?’
    Ich denke mal jeder kennt das Gefühl überflüssig zu sein - Und ja, ich bin es.
    Die Jungs kommen mir vor als wären sie gerade aus der Krabbelgruppe gekommen und wissen gar nicht was sie mit uns Mädels anstellen sollen.
    Sekunde für Sekunde starrte ich auf die Uhr und hoffte, dass mich endlich jemand erlösen würde.
    Plötzlich rollte ein kleiner Papierschnipsel zu mir herüber und Bibi, meine beste Freundin, zwinkerte mir zu.
    Ich faltete ihn langsam auseinander und begann zu lesen: Hey Süße.. Gehe heute zu dem Fotoshooting-termin..ich hab dir davon doch erzählt..und ich bin sooo nervös! Ich brauche dich.. du musst mich unterstützen..bitte..
    Verwirrt sah ich sie an und musste grinsen.
    Sie ist echt verrückt aber deswegen liebe ich sie so.
    Bibi achtet sehr auf ihr Äußeres und ist immer auf dem neusten Stand was Trends angeht. Unsere Gespräche im Unterricht drehen sich entweder um Jungs oder Mode. Davon sind die spießigen Lehrer an unserer Schule zwar nicht so begeistert , aber ein aufgesetztes Lächeln reicht bei vielen und einem ist verziehen.
    Ich kenne sie jetzt schon seit über 9 Jahren und wir haben echt viel durchgemacht.

    Bibi ist um einiges kleiner als ich, blond und hat echt eine super Figur. Aber sie sieht das leider anders. Dauernd pendelt sie zwischen Diät und Rückfall hin und her.
    Und ich mache es ihr nicht gerade leichter, wenn ich meine Tafel Schokolade aus der Tasche ziehe. Aber im Gegensatz zu ihr kann ich es mir leisten, denn ich kann essen und essen was ich will und nehme trotzdem nicht wirklich zu.
    Ich fange an zu träumen, wie es wär, selber mal professionell Fotos zu machen, als ich plötzlich durch ein Klingeln geweckt werde.

    "Endlich.. ",seuftze ich und schnapp mir meine Tasche.
    "Na was ist ?.. Kommst du mit ?.. Bittteeeeeee…"
    Sie hüpft vor mir hin und her wie ein kleiner Flummi und ich nicke nur kurz.
    "Du bist die Beste!",quiekt sie und fällt mir um den Hals.


    2.
    Wir gingen beide den langen kahlen Flur entlang und Bibi fummelte nervös in ihrer Tasche herum.
    "Sagmal was suchst du denn ?",fragte ich sie.
    "Hast du meine Kippen gesehen ?"
    Ich guckte sie entsetzt an und schüttetle mit dem Kopf.
    Ich bin sicher die letzte die ans Rauchen denkt. Vor einiger Zeit habe ich gelegentlich mal geraucht, aber wirklich süchtig war ich nie und habe es auch nicht wirklich gebraucht.
    Was sagt man nochmal dazu ? Partyraucher nenn ich das ganze einfach mal.

    Mit zitternden Händen hatte sie ihre Zigarettenschachtel gefunden und zündet sie an. Ich musste laut loslachen. Sie stellt sich immer so tüffelig an,wenn sie nervös ist.
    "Hey Süße.. wir haben noch endlos viel Zeit bis heute Abend…",ermutigte ich sie und gab ihr einen kleinen Kuss auf die Wange.
    Mit ihren großen, strahlenden Augen schaute sie mich an und ihre Mundwinkel zogen sich leicht nach oben.
    "Ja..Du hast ja Recht..",murmelte sie vor sich hin und hielt mir die Tür auf.
    "Weißt du denn schon was du anziehen willst ?"
    "Oh mein Gott.. darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht…also wenn ich dich nicht hätte.."
    Ich verdrehte die Augen und wich einem kleinen Jungen auf dem Fußboden aus.

    Zwei ältere Jungs hatten ihn auf den Boden geschupst und nun lag er da und weinte.
    "Ey.. ihr kleinen Pisser.. könnt ihrs nicht einmal lassen ?", fauchte ich wie eine Katze auf der Mäusejagd. [xD]
    "Hey Püppi..wie wärs ?..", kam es einem der beiden nur über die Lippen.
    Hat der nicht mehr drauf ?, fragte ich mich und winkte dankend ab.
    "Vollidiot!",sagte Bibi und zog genüsslich an ihrer Zigarette.
    Ich schaute auf die Uhr und sah wie der Bus direkt vor unserer Nase vorbei fuhr.
    "Fuck..und jetzt?", fluchte Bibi und lief von einer Seite zur anderen.
    "Let´s walking..",lachte ich und lief durch den Regen.

    Ich liebte diese Regentage.
    Wenn der kühle Regen mir über die Wangen läuft und sich die Regentropfen in meinen langen Haaren verfangen.



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    engeL - 04.01.2006, 18:12


    warum hassu taiLshn nich da gepoStet woH du auFgehöRt haS? das dauert nuH wieda aLLes vieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeL zu Lange ^.^xD
    naja egaL... dann poSTeSTe ebn hier den ganzn müLL vonna Story & dann mchste waiDa Ya? xD



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 18:19


    Ich muss mir noch irgendwas überlegen wiesch das mache o.O .. *gg* ..
    Weil irgendwie üs das auch dumm ^^..



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 18:23


    3.

    "Das ist nicht dein Ernst oder?"
    Bibi kam mir hinterhergelaufen und versuchte ihre Haare mit ihrer Tasche zu schützen.

    Nach einer Stunde waren wir endlich bei mir zu Hause angekommen.
    Ich ließ mich auf mein Sofa fallen und atmete tief ein.
    "Jessi..jetzt komm..wir haben nicht mehr viel Zeit !",nörgelte sie und sah sich verzweifelt in meinem großen Ikea- Spiegel an.
    "Zieh dich erstmal um.. dann schminken wir dich und machen dir die Haare..", sagte ich genervt und drückte mir das Kissen ins Gesicht.

    Ich holte noch einmal tief Luft und setzte mich aufrecht hin.
    Genau vor mir war der Spiegel.
    Meine Haare hingen mir wie kalte Spaghetti herunter und meine Schminke war in dunklen Furchen über mein Gesicht verschmiert.
    Ich hätte echt an einem Horror-Film teilnehmen können und würde sicher als Hauptrolle eine gute Figur machen.
    Ich drehte mir dir Haare hoch und setzte ein Modelgesicht auf.
    Naja,ich versuchte es zumindest.
    "Gar nicht mal so schlecht..",lachte ich und formte einen Kussmund.

    "Jessiiii…",hörte ich sie aus dem Badezimmer schreien.

    Mühselig tappste ich aus meinem Zimmer und sah schon das Elend auf mich zukommen.

    Bibi hatte versucht ihre Haare lockig zu machen. Leider hatte sie die Rechnung ohne den bösen, bösen Lockenstab gemacht.
    Der hatte sich jetzt nämlich fest in ihre Haare verknotet und sie stand mit Tränen in den Augen vor mir.

    „Och Süße…“, sagte ich mitleidig und umarmte sie kurz.
    “Helf mir..autsch..das tut voll weh..“,wimmerte sie und schaute sich im Spiegel an, „aber nichts abschneiden!“
    Ich versuchte verzweifelt den Lockenstab aus ihren Haaren zu bekommen – doch vergebens. Ich zog und drehte ihn herum doch nichts passierte.
    “Was hast du damit bloß gemacht?“, fragte ich sie und bekam einen Lachanfall.
    “Toll danke.. ja ich hab vielleicht versucht mir Locken zu machen ?.. “
    “Das seh ich..“,giggelte ich vor mir hin und bekam eine Idee :“Süße.. pack deine Sachen zusammen, die du anziehen willst und wir fahren zu Unisex!“
    “Das ist nicht dein Ernst oder ? So wie ich aussehe ? Ich renn da doch nicht mit nem Lockenstab im Haar hin..“

    Unisex ist ein Szenefriseur und zu ihm gehen wir, wenn wir irgendwelche Haarprobleme haben. Das Motto von Unisex : Sex, Luxus und ein geiler Haarschnitt.
    Man muss einmal in seinem Leben dort gewesen sein - Entweder man kommt nie wieder oder immer wieder. Wir sind diejenigen, die schon fast süchtig danach sind :').
    Für die Leute dort ist das ganze Leben wie eine kleine Party und man fühlt sich wie in einer großen Familie.

    4.
    Draußen regnete es immer noch in Strömen und ich schaue verträumt in den Himmel.
    "Wie war das noch Bibi ?.. Mit dem Monsunwald ?.."
    Wir fingen beide an zu lachen und sie zog sich ihre Kapuze tiefer ins Gesicht, damit nicht jeder das Malleur sehen konnte.
    So wie sie da stand sah sie echt zum totlachen aus. Fluchend über das Wetter und verzweifelt mit ihren Haaren.
    Wir stellten uns an die Bushaltestelle, die glücklicherweise genau vor meiner Haustür war, und warteten auf den Bus.
    Ich wackelte mit meinen Beinen hin und her und machte sie damit komplett nervös.
    "Jessi..bitte..hör auf.."
    "Was denn ?",fragte ich verständnislos und träumte vor mich hin.
    Plötzlich fiepte mein Handy in der Tasche vor sich hin und ich holte es schnell heraus.

    Eine neue Nachricht.

    Von Nico:
    Hey Babe.. wie geht’s dir ?.. Ich wollte dich heute eigentlich von der Schule abholen. Wo warst du denn ? Hab ich was falsch gemacht ?
    Melde dich bei mir ..

    Nico.. Ja Nico.. Mein Exfreund.. Er kommt immer noch nicht über unsere Trennung hinweg und läuft mir hinterher wie ein Rüde der läufigen Hündin. Für mich ist er nur noch ein guter Freund aber ich muss zugeben, dass er mich immer noch mit seinen Blicken in den Bann zieht. Er hat das gewisse Etwas.. Aber nein, es ist aus und vorbei und ich will da jetzt auch nicht weiter drüber nachdenken.

    "Wer ist es denn ..?",fragte mich Bibi und lächelte leicht, "ne komm sags nicht..lass mich raten.. Nico ?"
    "Japp.. du sagst es.. Scheiße verdammt.. ich hab vergessen, dass er mich heute abholen wollte. Naja was solls.."
    Ich ließ mein Handy schnell wieder in meiner Tasche verschwinden und stand auf.
    Der Bus kam angerollt und als wäre die Lockenstab-panne nicht genug gewesen, fuhr er direkt in eine Pfütze und spritze uns beide von oben bis unten nass.
    Ok, nass waren wir ja schon, aber die dreckige Pfützenlache gab uns echt den Rest.

    "Einmal nach Pinneberg.",sagte sie genervt und der Busfahrer musste sich das Lachen sichtlich verkneifen.
    "Was lachen sie denn so blöd ?",entgegne ich ihm und leg ihm 1,30€ auf seine Ablage.
    "Nichts nicht..",antwortete er verwirrt und ich lachte los.
    "Komm jetzt..die Leute gucken schon..",murmelte Bibi und zog mich am Ärmel zu einem Platz in der letzten Reihe.

    5.
    Die Bäume flogen vorbei wie im Traum und die Scheiben waren von innen beschlagen. Ich setzte meine Kopfhörer auf und geriet wieder ins Träumen.
    Ich kenne mich so gar nicht, so vertäumt. Aber irgendwas ist im Moment mit mir los. Es kommt mir so vor, als wenn ich in meiner eigenen kleinen Welt lebe. Und wenn ich ehrlich bin gefällt sie mir sogar ein bisschen.

    Ich schaute nach draußen und beobachtete die Leute die draußen vorbei zu fliegen scheinten.
    Alle flüchteten vor dem Regen und zogen lange Gesichter.

    Es lief Engel fliegen einsam in meinem MP3-Player und ich sang leise vor mich hin.

    "Jessi ?"
    Ich spürte einen harten Stoß in meiner Seite und riss die Augen auf.
    "Du bist eingeschlafen..", sagte sie besorgt und stuppste mich an.
    "Echt ?.. Oh.. hmn.."
    Wir standen beide von unseren Plätzen auf und quetschten uns durch die Menschenmasse, die verzweifelt in der Busmitte halt suchte.
    Die Luft war stickig und heiß und das einzige was ich dachte : Raus hier!
    Die Bustür öffnete sich und ich sprang hinaus.

    "Endlich..",seuftzte ich und atmete tief ein.
    Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und die Sonne kam aus den Wolken hervor.
    Sie strahlte mir ins Gesicht und ich lächelte ihr entgegen.
    Eine Rauchwolke pustete sich mir ins Gesicht und ich warf Bibi böse Blicke zu. Wie ausgehungert zog sie an ihrer Zigarette und lief vor mir her.
    Von weitem sah ich schon das UNISEX – Schild leuchten und es glitzerte wieder in meinen Augen.

    Völlig fertig und immer noch patschnass betraten wir den Raum und Claudia, die Chefin des Salons, fing laut an zu lachen.
    "Na ihr zwei Süßen was haben sie denn mit euch gemacht?"
    Sie kam auf uns zu und umarmte uns.
    “Frag bloß nicht.. also Claudia.. Bibi muss heute zu einem Fotoshooting und naja.. schau dir das mal an..“
    Ich zog ihre Kapuze hinunter und Claudia brach wieder in einem lauten Gelächter aus.
    "Okay.. dann setzt euch da mal hin.. wir schaffen das schon..Luxus Babe.. Luxus.."

    Nach ca. 45 Minuten kamen wir Top gestylt aus dem Laden raus und strahlten übers ganze Gesicht. Umgezogen hatten wir uns natürlich auch und waren nun frohen Mutes auf dem Weg zur Modeagentur.

    Und da waren wir.
    Das Gebäude war größer als ich gedacht hatte.
    "Wow..",murmelte ich und sah wie Bibi schockiert nach oben schaute.
    "Hilfe.. aaah.. nein ich will nicht.. ich geh da nicht rein.."
    Sie drehte sich um und machte einen Schritt nach vorne.
    "Nee.. das tust du mir jetzt nich an ! Du gehst da jetzt rein..!",fauchte ich und zog sie wieder zurück.

    Ich ging auf den Eingang zu und suchte verzweifelt den richtigen Knopf.
    So viele Klingeln hatte ich zuvor noch nie gesehen.

    "Modeagentur..Modeagentur..Videotrends..Film und Schauspielschule..",flüsterte ich vor mich hin und fuhr mit dem Finger über die Tasten.



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 21:10


    6.

    Ich drückte auf den Knopf und es ertönte ein Surren in der Tür.
    "Jetzt komm schon..",sagte ich zu Bibi und nahm ihre Hand, "boah sind die kalt.. Hey Süße.. klapp mir jetzt nicht hier zusammen.."
    "Nene.. ich schaff das schon", lächelte sie und ich zog sie hinter mir her.
    Die Treppenstufen kamen mir endlos vor und ich hielt mich am Geländer fest.
    "Ziemlich hoch hier..",seuftzte ich und merkte wie meine Knie langsam weicher wurden.
    "Also normal müssten wir gleich da sein.."
    Bibi kam mir jetzt schon ziemlich gelassener vor als wir an der Tür ankamen und ich atmete tief ein.
    Normal müsste sie diejenige sein, die nervös ist aber in mir stieg die Unruhe immer mehr auf.

    Bibi klopfte an die große Glastür und wir traten hinein.
    Der Raum war groß und luftig und ich fühlte mich direkt ein bisschen wohler.
    Wir gingen zur Rezeption und Bibi sagte, dass sie einen Termin habe.
    "Setzt euch mal in den Nebenraum. Von dort aus werdet ihr dann gerufen. Das ist unser so genannter Zentralpunkt. Hier warten alle Leute dieser Etage, dass sie in ihr jeweiliges Studio gerufen werden. Und übrigens.. Viel Glück.."
    Sichtlich verwirrt ging ich geradewegs auf das Nebenzimmer zu und war völlig perplex.
    So ein großer Raum und nur 4 Jungs saßen gemütlich auf der großen, roten Ledercouch und warteten gelangweilt.

    "Hey..guck mal..",flüsterte ich ihr zu und stuppste ihr in die Rippen.
    "Aua..Spinnst du ?",schrie sie auf und lenkte damit die Blicke der Jungs auf uns.
    Ein schwarzhaariger Junge drehte seinen Kopf zur Seite und flüsterte einem Hip-Hopper gestyltem etwas ins Ohr.
    Ich war leicht irritiert als Bibi geradeaus auf sie zu steuerte.
    Mit schnellen Schritten holte ich sie auf und lächelte die Jungs an.
    "Hey.. was machen denn zwei so hübsche Mädels hier?Ich glaube der Tag ist doch nicht so langweilig wie ich gedacht hatte.",sagte der Schwarzhaarige und grinste mich an.
    "Ähm..sie hat ein Termin zu einem Fotoshooting und ich bin ihre seelische Unterstützung..", sagte ich und zeigte auf Bibi, "Ach übrigens ich bin Jessi und das ist Bibi, meine beste Freundin."
    "Ich bin Bill, das ist Tom, Gustav und Georg."
    Ich bekam gar nicht richtig mit, was er sagte, weil seine Augen mich total faszinierten.
    Zugegeben, er sah nicht aus wie der Boy von nebenan aber gerade das machte mich neugierig.
    Irgendwie zog er mich magisch an und war mir sofort sympatisch.
    Er hatte eine außergewöhnliche Frisur und seine Augen hatte er mit einem Kajal und schwarzem Lidschatten geschminkt. Ich war einfach hin und weg.


    7.
    "Also.. du kannst dich ruhig auch hinsetzen..",sagte Tom lachend und riss mich aus meinem kleinen Tagtraum.
    Ich schaute die 5 verwirrt an und setzte mich neben Bill.
    Bibi hatte sich zwischen Gustav und Georg gesetzt und man sah ihr an, dass sie tierisch nervös war.

    "Und was macht ihr hier so ?..", fragte ich und grinste.
    "Also wir wollen Fotos machen. Für unsere erste Single. Wir drehen auch bald ein Video in Berlin und naja.. Unser Filmteam kommt von hier, aus Hamburg.",sagte Gustav schüchtern und nahm einen Schluck aus einer Red-Bull Dose.
    "Echt ? Ihr macht Musik ?",fragte Bibi und nahm ein Gummibärchen aus der Schale.
    "Bist du nicht auf Diät Süße ?",warf ich dazwischen und kicherte los.
    "Jaja..aber ein klitzekleines Gummibärchen macht doch wohl nichts..", sagte sie ein wenig eingeschnappt.
    "Ja..schon seit ich denken kann singe ich..", lachte Bill mich an und schaute mir direkt in meine Augen.
    'Sie sind fast schwarz',fuhr es mir durch den Kopf und ich antwortete :"Dann sing mir..äh ich meine uns doch mal was vor.."
    Er räuspert kurz und fängt an ein paar Zeilen zu singen : Ich muss durch den Monsun.. hinter die Welt.. ans Ende der Zeit bis kein Regen mehr fällt.. gegen den Sturm.. am Abgrund entlang und wenn ich nicht mehr kann denk ich daran.. irgendwann laufen wir zusammen.. durch den Monsuuuun..
    Ich bekam Gänsehaut und beobachtete ihn dabei, wie leidenschaftlich er singen konnte.
    Es bedeutete ihm wohl sehr viel seine Gefühle durchs singen zu verarbeiten.
    Gustav trommelte dabei auf seine Oberschenkel und plötzlich ertönte eine Stimme.

    "Bianca Schmidt ?",sagte eine Frau und blickte mit ihrem Notizblock zu uns herüber.
    "Ja hier..", antwortete sie und wedelte mit dem Arm in der Luft herum.
    "Gut dann komm mal mit.. Übrigens.. Ich soll euch Jungs noch ausrichten, dass sich euer Termin noch mal um 2 Stunden verzögern kann, weil euer Manager im Stau steht."
    "Das ist nicht sein Ernst oder ?",fauchte Bill und verdrehte die Augen.
    "Woah suuuper..", sagte Tom genervt und donnerte die Red-Bull Dose auf den Tisch.
    Ich schaute leicht irritiert um mich und fragte :"Könnten wir vielleicht mitkommen und zugucken ?"
    Sie schaute über ihre Brille und lächelte uns dann an :" Ja das ist sicher kein Problem."

    Wir gingen zusammen den langen Flur entlang und man öffnete uns eine große Tür zum Fotostudio.
    Bibi kam noch mal auf mich zu und ich drückte sie ganz fest und flüsterte ihr ins Ohr : "Du packst das Süße.. du bist ja nicht allein.."
    "Setzen wir uns dahinten hin ?",fragte mich Bill, nachdem Bibi zum Fotographen gegangen ist.
    "Ja klar.."
    Ich genoss die Anwesenheit der Jungs und es kam mir vor, als würden wir uns schon ewig kennen.
    Beim Sprechen erblickte ich sein Zungenpiercing und ich fragte ihn frech : "Küsst es sich eigentlich damit besser ?"


    8.
    Er guckte mich etwas verwirrt an und antwortete :"Hmn..joa doch....du hast also noch nie jemanden mit einem Zungenpiercing geküsst ?"
    Ich schüttelte mit dem Kopf und spitzte meine Lippen.
    Er lächelte mich an legte seine Hand auf mein Knie.
    'Wie ? Hilfe ? Aaaah Jessi sag was ! Was ? Wie ? Woo ?..'
    Ich war völlig überfordert und tat zuerst so als würde es mich nicht interessieren.
    'Oh mein Gott..nein Bill hör bloß nicht auf.. !'
    Meine Gedanken spielten völlig verrückt und ich sah ihm tief in die Augen.
    Seine warme Hand streichelte schüchtern über mein Knie und ich genoss diesen Moment einfach nur.

    "Warum stehst du eigentlich nicht da vorne ?",fragte er mich.
    "Wie meinst du das jetzt?"

    Was passiert nur hier mit mir ?
    Ein warmes Gefühl machte sich in mir breit und in meinem Bauch kribbelte es wie tausend Schmetterlinge.
    Er lächelte mich an und sagte : "Für mich bist du die Schönere und du solltest da vorne stehen."
    Das gab mir den Rest .
    Schüchtern strich ich mir eine Strähne aus dem Gesicht und mein Ärmel rutschte bis zum Ellenbogen hoch.

    "Heh..", flüsterte er mir zu und nahm meinen Arm in die Hand, "warum hast du so was gemacht ?"
    Bill strich mit seinem Zeigefinger über meine Narben und ich verspürte einen leichten Schmerz. Ganz tief in mir.
    Längst hatte ich ihre Bedeutung vergessen und zog meinen Arm zurück.
    Ich kniff die Augen zusammen und brachte nur einen Satz über die Lippen :" Es ist Vergangenheit.."
    Sein Blick wirkte besorgt und er nahm meine Hand.
    Wie ein Blitz traf es mich und mein ganzer Körper war wie elektrisiert.

    Ich blickte zu Bibi und sah wie sie ihr schönstes Lächeln aufsetzte.
    "Wie gerne wäre ich an ihrer Stelle.. ich beneide sie..", seufzte ich und mein Blick schweifte zurück.
    Tom saß tierisch gelangweilt auf dem Sofa und spielte an seinem Lippenpiercing. Ich schaute auf seinen Mund und schwenkte rüber zu Bill.
    'Die gleichen Augen ..der gleiche Mund..'
    Jetzt wusste ich woher es mir bekannt vorkam : "Sag mal seit ihr Zwillinge ?",brach ich heraus und Toms Blick wurde wacher und er grinste mich an.
    Gustav und Georg waren in ihrem kleinen Machtkampf vertieft und Georg klatschte ihm kräftig gegen den Hinterkopf.
    Immer noch wartete ich auf eine Antwort und stuppste Tom gegens Bein :"Also ?"
    "Ja wir sind Zwillinge..sieht man das nicht?", antwortete er ironisch und wuschelte mir durch die Haare.
    Ich gluckste vor mich hin und blickte überrascht auf, als Bill plötzlich aufstand ..

    9.
    ..und geradewegs auf den Fotographen zuging.
    Er flüsterte ihm etwas ins Ohr und dann winkte er mich zu sich.
    Wie in Trance stand ich auf, klopfte mir die Chips-krümel von der Hose und atmete tief durch.
    ’Du packst das’, redete ich mir zu und machte einen Schritt vor den anderen.
    „Jetzt komm schon..“,rief Bill und schenkte mir sein schönstes Lächeln.
    Bibi stand genauso irritiert vor mir wie ich.
    “Ich hab mir gedacht, dass du eine genauso gute Figur machen würdest.. Also worauf wartest du noch..“,er grinste mich an und schupste mich vor die Kameralinse.
    ’Wie jetzt ? Ich ?’ ,dachte ich und stand leicht irritiert im Mittelpunkt.
    Bibi kicherte los und drückte mir die Daumen.
    “Na super..“,seufzte ich und war aber insgeheim froh über seine Idee.
    “Ja und jetzt lächeln.. genauso.. super.. jaaaa.. zeigs mir..“
    Ich wurde mit der Zeit lockerer und ließ mich einfach gehen. Ich wusste gar nicht, dass ich soviel Talent hatte. Jedenfalls schien es mir nun ziemlich einfach, perfekt auf Kommando zu posen.
    Früher war ich echt Kamerascheu und bin auf jeder Feier geflüchtet, wenn es hieß : „Und jetzt alle mal aufstellen zum Erinnerungsfoto.“

    Das Licht blitzte mir ins Gesicht und ich genoss diesen Augenblick.
    Plötzlich trat Bill an meine Seite und wir machten Fotos – zusammen.
    Ich war überglücklich, als der Fotograph sagte, dass er sich vorstellen könnte uns zwei professionell für die Modemarke Esprit abzulichten.
    Er gab uns ein paar Anweisungen und schon fand ich mich auf Bills Armen wieder.
    Ich umschlang seinen Hals mit meinen Händen und tat so als würde ich ihn küssen wollen.

    Stille.
    Bitte, lass diesen Moment niemals vorübergehen.
    Wir kamen uns langsam näher und ich spürte seinen warmen Atem auf meiner Haut.
    Nur noch ein kleiner Funke trennte uns voneinander.
    Er strich mir eine Strähne aus dem Gesicht und fuhr mir mit seiner Hand über meine Wange.
    Doch soweit durfte es nicht kommen - noch nicht.

    Ich lächelte ihn an und wendete wieder meinen Blick ab.
    Frech blickte ich in die Kamera und wurde richtig wild.
    Es machte mir unendlich viel Spaß vor der Kamera eine Art Geschichte zu spielen.
    Ich zeigte meine Zähne und fauchte wild. Bill bekam einen Lachflash und auch ich konnte mich nicht mehr halten.
    “Super..ihr seid echt dafür geboren..“,sagte Fernando unser, wie Tom behauptete, –Schwuler- Fotograph.
    Er klatschte in die Hände und zum Schluss machten wir noch zu dritt ein Gruppenfoto.
    “So das wars.. ich melde mich bei euch..Madamé ..reichen sie mir das Wasser bitte..“
    Er fuchtelte nervös mit den Armen hin und her und wir verabschiedeten uns schnell von ihm.

    Bibi war schon vorgelaufen und verabschiedete sich von Gustav, Tom und Georg, da sie noch einen Termin beim Arzt hatte.
    “Treffen wir uns irgendwann noch mal ?“,fragte Tom uns.
    “Ich denke schon.. du kannst dich ja bei mir melden.“
    Sie schob ihm einen kleinen Zettel in die Hosentasche und Tom zwinkerte ihr zu.
    „Na was geht denn hier ab ?“,lächelte ich und hob schon mal meine Tasche vom Fußboden auf.
    Bill packte meinen Arm und zog mich hoch : „Musst du schon gehen ?“
    Oh gott, wie er mich ansah. Am liebsten wär ich über ihn hergefallen und hätte ihn nie mehr losgelassen. Seine Augen glänzten im Scheinwerferlicht und ich bekam Herzklopfen.
    “Ähm… ja leider.. ich komm sonst nicht nach Hause.“
    “Ich muss dich wieder sehen..“,flüsterte er mir ins Ohr und es bereitete mir Gänsehaut.
    Lächelnd schaute ich ihm in seine tiefbraunen Augen und nahm seine Hand.
    “Ich dich auch.. aber.. ich muss gehen.. viel Spaß noch beim Shooting.. und Bill ?.. ich..ich.. der Tag war wunderschön..“
    Er nahm mich fest in den Arm und kam mir mit seinem Gesicht immer näher.
    ’Soll ich ?Nein- ich kann das nicht !’
    Ich wendete meinen Kopf zur Seite und er küsste mir sanft auf die Wange.
    “Bis bald..“, hauchte ich ihm ins Ohr und drehte mich um. Ein letzter Blick zurück und ich verließ zusammen mit Bibi das Studio.
    Mit einem wohligen Gefühl blickte ich auf das riesige Gebäude zurück.
    Für mich war alles perfekt, doch wie sich bald raustellen sollte,war das nur von kurzer Dauer.

    Ohne etwas zu ahnen drehte ich den Schlüssel im Schloss herum und betrat unser Haus..



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 21:14


    10.
    Wir wohnen in einem abgelegenen Dorf in der Nähe von Hamburg. Unser Haus ist nicht das Größte, aber ich liebe es einfach.
    Hier habe ich meine bisherige Kindheit verbracht und trotz all dem Schmerz, den ich mit diesem Haus, bin ich gerne hier.. meißtens jedenfalls...

    Ich schaute mich um und merkte, dass das Licht gedimmt war.
    Wie in Trance ließ ich meinen Schlüssel fallen und ging in die Küche.
    Meine Mum saß weinend am Küchentisch und blickte mir mit ihren aufgequollenen Augen ins Gesicht.
    Mir verschlug es die Sprache als ich auf den Boden sehe – überall Scherben.
    “Was.. was ist passiert?“, flüsterte ich und ging einen Schritt auf sie zu.
    Mein Herz fing an zu pochen und ich spürte einen Kloß in meinem Hals.
    “Verdammt.. was ist passiert ??“,schrie ich sie an und eine warme Träne lief mir über die Wange.
    “Er hat uns verlassen..“
    Ihre Stimme zitterte und sie vergub ihr Gesicht in ihren Händen.
    “Nein…nein !!“, schrie ich und schüttelte sie, „sag das das nicht wahr ist !!!“
    Sie nickte nur mit dem Kopf und ich spürte wie mir ein Schnitt durchs Herz fuhr.

    ’Verlassen..’
    Ich hatte es gespürt, dass nichts mehr so sein wird, wie es einmal wahr.
    Ich saß vor einem Scherbenhaufen voller Trauer und Hass.
    Hass auf meinen Vater !
    Wie konnte er uns das antun – mir..
    Ich strich mir übers Gesicht und ging mit weichen Knien den dunklen Flur entlang.
    Alles war verschwommen und mein Kopf dröhnte fürchterlich.
    Ich sah keinen anderen Ausweg mehr !
    Meine Familie ist und war der einzige Halt in meinem Leben.. und jetzt ?
    Nichts blieb mir übrig als die Erinnerungen die ich hatte.

    Schon in meiner Kindheit lag ein dunkler Schatten über der Ehe meiner Eltern und früh bemerkte ich,dass etwas nicht stimmen konnte.
    Wenn Freunde im Haus waren, spielten wir zusammen die kleine Heile Welt.
    Alles lachte und nichts schien so, wie es wirklich war.
    Wenn man die Türen schloss, verstummten sie und die Kälte breitete sich aus.
    Sie lebten nur zusammen, um uns (meiner Schwester und mir) den Kummer zu ersparen. Und – eine Familie ohne Eltern ? – Nein..
    Doch eine Familie waren wir schon lange nicht mehr. Jeder lebte sein Leben und hinter unseren Mauern wurde geschwiegen.

    Ich suchte verzweifelt in meiner Tasche nach einem spitzen Gegenstand.
    Langsam blickte ich zur Seite und ich sah ein in die Augen eines Mädchens.
    Tränenüberströmt und hilflos.
    Ich trat näher heran und wollte ihr helfen – sie berühren.
    Ich streckte meine Hand aus und berührte einen kalten Spiegel.
    Die schwarze Träne rollte mir über die Lippen und ich schloss meine Augen.

    ’ Warum hast du so was gemacht ?’, hörte ich eine Stimme sagen und ich blickte fest entschlossen auf die Rasierklinge.
    Sie glänzte im Licht und ich drehte sie in meiner Hand um.
    Meine Hand zitterte und ich versuchte mich zu konzentrieren.
    Mein Atem wurde ruhiger und ich hielt ihn für einen Moment an.
    Langsam setzte ich an und schnitt mir quer über den Unterarm.
    Dickes, dunkelrotes Blut quoll aus der Wunde und ich presste meine Lippen gegeneinander.
    Ich verspürte einen kurzen Schmerz und doch fühlte ich nichts anderes mehr als Erleichterung.

    Ich setzte erneut an und schnitt tiefer.. und tiefer..


    Die Klinge sank zu Boden und das Blut strömte mir durch die Finger.
    Verzweifelt rannte ich ins Badezimmer und rollte etwas Klopapier ab.
    Es kam mir vor, als würde es immer dunkler werden und ich hielt mich am Waschbecken fest.
    Ein roter Tropfen perlte herunter und ihm folgten meine Tränen.
    Ich drückte das Papier auf meine Wunde ..
    Stille.
    Leere.
    Nichts..

    11.

    Ich hörte das Zwitschern der Vögel und öffnete blinzelnd die Augen.
    Die Sonne schien mir ins Gesicht.
    ’Wo bin ich ?’, dachte ich und sah mich um.
    Das Zimmer kam mir bekannt vor.
    Ich drehte mich auf die Seite und blickte ins Gesicht meiner Mutter.
    Sie schlief friedlich und man sah ihr die letzte Nacht nicht an.
    ‚Wie bin ich nur hierhin gekommen ?’
    Ich richtete mich auf und fuhr mir mit den Fingern durch die Haare.
    Mein Arm schmerzte tierisch und ich strich mit der Hand über das angetrocknete Blut.
    Schmerzvoll kniff ich die Augen ein Stück zusammen und erinnerte mich nur schwer an die vergangene Nacht.
    Ich schlug die Decke auf und tappste leise durch das Schlafzimmer meiner Elte.. meiner Mum..
    Bei diesem Gedanken traf es mich wieder – dieser unendliche Schmerz und ich versuchte es zu verdrängen.

    Während ich den Flur entlang ging strich ich mit der Hand die raue Tapete entlang und hob mein Handy von der Kommode auf.

    6 Anrufe in Abwesenheit
    3 Neue Nachrichten

    Ich rieb mir die Augen und las mich verschlafen durch das Handymenü.


    1.Papa
    2.Bill
    3.Bill
    4.Bill
    5.Bill
    6.Bibi

    „Papa ?“,seufzte ich und merkte, wie mir die Tränen in die Augen schossen.
    Tausend Gedanken schwirrten in meinem Kopf herum und ich fühlte mich, als hätte ich nächtelang nicht geschlafen.
    Mit dem Handy in der Hand ging ich in mein Zimmer und spürte etwas unter meinen Füßen.
    Mein Blick wendete sich nach unten – die Rasierklinge.
    Ich hob sie mit zitternden Händen auf und legte sie zurück in meine Kulturtasche.
    Der Kloß in meinem Hals wurde immer größer, als ich begann die Sms zu lesen.

    Nachricht 1
    Absender : Bill

    Hey Süße..
    Hoffe du bist gut nach Hause gekommen.
    Wir sind gerade fertig mit den Aufnahmen für unsere Single.
    Ich fand den Tag echt wunderschön .. und.. du bist einfach unbeschreiblich.
    Jessi, ich muss dich wieder sehen .. nicht irgendwann.. jetzt !
    Ich muss unbedingt mit dir Reden ..
    Melde dich ja ?

    Bill..
    -23:26 -

    Nachricht 2
    Absender : Bill

    Hoffe du bist schläfst noch nicht.
    Ich kann einfach nicht einschlafen.. irgendwas hält mich wach.
    Denke dauernd über den Tag nach und ich finde einfach keine Antwort auf meine Frage..

    Bill..
    -02:35-

    Nachricht 3
    Absender : Papa

    Hallo mein kleiner Engel.
    Es tut mir Leid, doch ich kann es nicht mehr rückgängig machen.
    Ich kann dir nicht oft genug sagen, wie schuldig ich mich für all das hier fühle und ich wollte nicht, dass du es so erfährst.
    Hast du Zeit ? Irgendwann ?
    Ich will dir alles erklären..
    Bitte gib mir noch eine Chance. Du bist doch das letzte was mir noch bleibt..

    Ich liebe dich kleine..
    Papa
    -11:23-

    Mit zitternden Händen wählte ich Bills Nummer.
    Ich saß auf meinem Bett und starrte auf die Wand gegenüber von mir.
    Sie war kahl.
    Kahl und kühl.

    12.
    Kein einziges Poster hing an der Wand.
    “Aus dem Alter bin ich doch raus..“ , hatte ich immer zu Mama gesagt und..
    Ich hörte ein leises Atmen am Telefon und Stimmen im Hintergrund.

    “Bill ?“
    “Jessi ? Bist du das ? Ich versteht dich voll schlecht..“
    Mein Herz pochte mir bis zum Hals und ich hoffte, dass er es nicht spüren konnte.
    “Ich ruf dich später noch mal an..“Mit diesem Satz legte ich auf und ließ das Telefon neben mich fallen.

    Meine Hand fuhr über meine weiche Bettdecke und ich blickte zum Spiegel.
    “Was machst du hier eigentlich noch ?“, sagte ich laut zu mir und stand auf.
    In meinem Schrank suchte ich nach meinem Lieblingstop und einem Minirock, holte beides heraus und zog mich an.
    Ich ging noch kurz ins Badezimmer um mich ein wenig zu Schminken, denn die letzte Nacht sah man mir an.
    Tiefe, schwarze Furchen durchzogen sich in meinem Gesicht und meine Wimperntusche war in der Nacht über mein Gesicht gelaufen.
    Das Wasser spritzte mir ins Gesicht und ich erstarrte für einen Moment.
    Traurig blickte ich in den Spiegel und versuchte zu Lächeln, doch der Schmerz saß einfach zu tief.
    Zu tief.. in mir drin..

    Mit einem schwarzen Kajal umrandete ich meine Augen und mit meiner Wimperntusche verlängerte ich meine Wimpern.
    Ich ging aus dem Badezimmer und schrieb meiner Mum noch eine Nachricht bevor ich ging. :

    Guten Morgen Mama..
    Ich halt es hier nicht mehr aus.. überall sind Erinnerungen ..
    Such mich nicht und mach dir keine Sorgen..
    Ich werde mich bei dir melden

    Ich liebe dich

    Ich legte ihn auf unseren Küchentisch und verließ leise unser Haus.
    Draußen schien die Sonne auf mich herab und der warme Sommerwind spielte mit meinen Haaren.
    Mein Handy fing an zu klingeln :

    Ich zieh mich vor dir aus ich sag dir alles was falsch ist.. Es wird nie wieder gut.. doch ich komm hier nicht mehr raus und ich zieh mich vor dir aus.. und alles was falsch ist – wird nie wieder gut..

    Ich liebte diesen Song und ließ mein Handy noch ein paar Sekunden klingeln.
    Dann blickte ich gespannt aufs Display :

    Bill ruft an.

    Meine Hand zitterte ein wenig und ich nahm den Anruf entgegen.
    “Ja ?“
    “Warum hast du denn einfach aufgelegt ?“
    “Ja also..“
    “Naja ist ja auch egal ! Du musst unbedingt hierher kommen.. du glaubst gar nicht was passiert ist.. Treffen wir uns an der Alster ? Beim Hauptbahnhof?“Ich war völlig irritiert und sagte :

    “Was ist denn eigentlich los ?“
    „Süße.. das kann ich dir jetzt nicht sagen. Komm so schnell wie möglich her okay ? Du wirst mir eh nicht glauben ,wenn ich es dir jetzt erzähle.“

    Jetzt machte er mich echt neugierig und ich versuchte es herauszubekommen – doch vergebens. Das einzige was er dazu noch zu sagen hatte :

    “Schwing deinen süßen Hintern hier her und sei nicht immer so neugierig..“

    Lachend legte ich auf und meine Augen glänzten vor Freude.

    Bill gab mir mein Lachen zurück, nach Stunden voller Tränen und Trauer.
    Ich freute mich riesig auf den Tag und.. ich freute mich auf Bill.
    Ich wollte ihn endlich wieder umarmen und in seine braunen Augen blicken.
    Dieses Gefühl.
    Es wurde immer stärker.

    Ich stieg in den Bus und schloss meine Augen..



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 21:17


    13.

    Der Wind aus dem Fenster rauschte mir ins Gesicht und ich schaute mit halbgeöffneten Augen nach draußen.
    ’Was war das ???’
    Ich drehte meinen Kopf schnell nach hinten und sah nur noch von weitem ein riesiges Plakat an der Straßenseite.
    Irgendwie kam es mir bekannt vor.

    ’Nein.. das kann nicht sein.. Bilde dir nicht immer so was ein..’

    Ich blickte wieder nach vorne und beobachtete eine ältere Dame in der ersten Reihe.
    Sie hatte ihr halbes Leben schon gelebt und viele Dinge in ihrem Leben erfahren.
    Mir selbst fehlte einfach noch die Lebenserfahrung, die man haben sollte um alles im Leben verstehen zu können.
    Tausend Fragen hatte ich, die mir keiner beantworten konnte.
    Sie waren kindisch, das gebe ich zu.. aber irgendwie ließen sie mich nicht los.

    Warum weint man und lacht nicht, wenn man trauert?
    Warum wird das Atmen schwerer, wenn die Tränen fließen ?
    Warum zerbricht so schnell die Seele und wird schwarz ?
    Warum.. verliebt man sich so schnell und meistens in die falschen Personen ?

    Ich bemerkte nicht, dass sie mich die ganze Zeit anstarrte und ich wich ihrem Blick schnell aus.

    "Nächster Halt . Hamburger Hauptbahnhof."

    Ich drückte auf den STOP- Knopf und ging langsam zur Tür.
    Sie öffnete sich und die Wärme von draußen drang in den überfüllten Bus.
    Ich schaute mich um und überquerte die Straße.

    Die Mittagssonne stand am Himmel und schien auf den Asphalt.
    Die Luft war stickig und die Leute, die an mir vorbei gingen, fächerten sich Luft zu.
    Ein sah ein verliebtes Pärchen nach dem anderen und merkte seit langem wieder ein Gefühl : Eifersucht..
    Wie gerne würde ich jetzt jemanden haben, der mich umarmt, mich küsst und mir einfach nur sagt : „Ich liebe dich .“

    Plötzlich wurde es dunkel und ich blieb erschrocken stehen.
    Mein Herz schlug mir bis zum Hals und ich tastete mich vorsichtig mit meinen Händen zu meinen Augen hoch.
    Ich spürte einen Ring und zwei Hände, die sich auf meine Augen legten.

    “Bill!“, flüsterte ich und drehte mich um.
    Ich strahlte übers ganze Gesicht und fiel ihm um den Hals.
    “Heeey.. nicht so stürmisch..“, lachte er und drückte mich an sich.
    “Ich habe dich vermisst!“,gab ich zu und ließ ihn langsam wieder los.

    Er schaute mich an.
    Stille.
    Ich hörte nur seinen und meinen Atem.
    Alles um uns herum schien verschwommen.
    Mein Bauch fing an zu kribbeln und ich schaute schüchtern zu Boden.
    Ich genoss diesen Augenblick und wollte die Zeit am liebsten anhalten.

    Er fuhr mir mit seiner Hand über meine Wange und sagte :
    “Lass uns gehen ! Ich muss dir was zeigen..“
    Er berührte mich kurz an der Hand und zog sie dann doch schnell wieder weg.
    Ich ging langsam neben ihm her und wir schwiegen und an. Bis..


    14.
    ..er plötzlich stehen blieb.
    Ich richtete meinen Blick zu ihm und ich ging langsam weiter.
    “Was ist denn ?“ ,fragte ich ihn und streckte ihm meine Hand entgegen.
    “Da sind wir..“
    Er griff nach meiner Hand und zog mich wieder zurück.
    Ich schaute auf seine Augen und folgte seinem Blick.
    Mein Atem blieb stehen und mein Puls raste immer schneller.
    Ein Glückgefühl breitete sich aus und mir lief eine Träne die Wange herunter.
    “Bill.. ich..“
    Mein Körper fing an zu zittern und ich war einfach nur unendlich glücklich.
    „Hab ich die zu viel versprochen ?“,flüsterte er mir zu und lächelte.
    „Nein..ich weiß gar nicht was ich sagen soll..“

    Wie gebannt starrte ich auf das Plakat. Unser Plakat.
    Ein riesengroßes Foto von uns beiden hing am Esprit Gebäude.
    Es war das Foto, wo Bill und ich uns das erste mal näher gekommen sind und wo es so aussah, als würden wir uns gleich küssen.

    Ich konnte mein Glück nicht fassen und hüpfte in die Luft.
    “Danke danke danke.. du bist ein Engel!“, schrie ich und fiel ihm weinend um den Hals, „danke..für alles..!“
    Ich hielt ihn fest und er strich mir mit der Hand durch meine Haare.
    “Für dich würde ich alles machen..“, hauchte er mir ins Ohr und ich traute meinen Augen nicht.
    ’Hat er das wirklich gesagt ? ’

    Meine Augen füllten sich wieder mit Tränen.
    Tränen voller Glück und Hoffnung.
    Ich ging einen Schritt zurück und schaute ihn nun direkt an.
    Unsere Blicke trafen sich und langsam kam ich ihm näher.
    Die Schmetterlinge, die ich lange nicht mehr gespürt hatte, flogen wie wild in meinem Bauch herum und mein Herz fing wieder an zu schlagen.
    Er wischte mir meine Tränen von der Wange und strich mir den Arm hinunter.
    Ich nahm seine Hand und zog ihn langsam an mich heran.
    Mir lief ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter, als er immer näher auf mich zukam.
    “Ich liebe dich“, sagte ich leise und unsere Lippen berührten sich das erste Mal.
    Sie waren so sanft und ich hatte das Gefühl, dass die Zeit für einen Moment stehen blieb.
    Wir küssten uns zärtlich und ich ließ mich einfach fallen.
    Es kam mir vor wie in einem Roman und wir beide waren die Hauptrollen.
    Bill legte seine Arme um meine Hüften und ich umschlang zärtlich seinen Hals.
    “Hast du das irgendwo gelernt ?“, fragte ich ihn, als wir uns voneinander gelöst hatten.
    Er schüttelte mit dem Kopf und gab mir noch einen Kuss auf den Mund.
    “Ich bin so glücklich ..“,hauchte ich ihm ins Ohr und knabberte zärtlich an seinem Ohrläppchen.
    Er fing an zu lachen und rieb sich am Ohr : „Ich bin da voll kitzelig.. Du willst mich doch nicht hier vor allen Leuten rattich machen oder?“
    Die Leute um uns herum starrten uns irritiert an.
    Ich hörte jemanden tuscheln :“Guck mal.. das sind doch die vom Plakat oder?“
    Ich drehte mich um und sagte frech : „Ja..das sind wir..!“
    Lachend nahm ich Bills Hand und rannte die Mönckebergstraße (Shoppingmeile in Hamburg ^^) entlang.
    “Wo willst du hin ?“,fragte er mich und fing an zu lachen.
    “Ich will dir was zeigen,.. lass dich überraschen..“

    15.

    Ich hielt an und drehte mich um :“ Da sind wir..“
    Bills Blick folgte meinem und wir schauten beide auf die Elbe.
    Ruhig strömte das Wasser durch die Speicherstadt und die Sonne spiegelte sich.
    “Wow..“
    Er kam mir näher und wollte ich mich küssen, doch ich drehte meinen Kopf zur Seite und grinste :“Hey.. wir haben noch ewig Zeit..“
    Leicht enttäuscht aber mit einem lächeln auf den Lippen strich er mir über die Wange.
    „Wollen wir zur Strandbar?“
    Ich steckte meine Hand in Bills Arschtasche (xDD) und wir gingen Richtung „Strand“.

    In Hamburg gibt es einen kleinen nachgebauten Strand, mit Palmen, Musik und kleinen Bars.
    Wenn die Sonne scheint, ist es dort immer rappelvoll und die Menschen drängen sich nur so an einem vorbei.

    Dort angekommen zog ich meine Schuhe aus und lief Barfuß durch den warmen Sand.
    Bill fing an zu lachen und ich schaute ihn fragend an.
    “Hoch Baby .. du siehst so süß von hinten aus.“
    Schockiert drehte ich mich um und stellte mich auf zehenspitzen vor ihn : „ Was hast du gesagt ? Von hinten ? Gut.. dann guck ich dich jetzt nicht mehr an.. püh.“
    Mit ernster Miene verschränkte ich meine Arme vor meinem Oberkörper und ignorierte seine Annäherungsversuche.
    “Och Süße.. das kannst du mir jetzt nicht antun..“
    Verzweifelt versuchte er meine Arme auseinander zu bekommen, doch ich blieb hart und schaute ihm nicht in die Augen.
    Er kam mir immer näher und pustete mir über die Wange und küsste mich auf den Mund. Da wurde ich wieder Schwach und auch wenn ich es nicht wollte, erwiderte ich leidenschaftlich seinen Kuss.

    Er nahm mich wie eine Braut auf den Arm und schleuderte mich im Kreis herum.
    Glücklich giggelte ich vor mich hin und strampelte mit den Beinen.
    Wir beide fielen um und landeten übereinander im Sand.
    Meine Haare strichen ihm durchs Gesicht und ich blickte ihm in seine braunen Augen.
    Sie waren fast schwarz.. Und so unendlich.. Alles um mich herum verschwamm und ich beugte mich weiter zu ihm herunter.
    Ich legte meinen Kopf auf Bills Oberkörper und hörte seinen Herzschlag.
    “Bumm Bumm.. Bumm Bumm..“,flüsterte ich leise und merkte, dass es immer schneller schlug ,“nicht dass du mir hier gleich umkippst..“, lachte ich und merkte, dass er ja eh schon unter mir lag.
    Bill schwieg und sah mich an.
    Er nahm seine Hand und strich mir eine Strähne hinters Ohr.
    Ich schloss die Augen und genoss seine Berührungen.
    “Wetten du traust dich nicht ins Wasser zu hüpfen ?“, fragte er mich plötzlich und ich riss meine Augen auf.
    “Jetzt ? Hier ? Das ist nicht dein Ernst oder ?“
    “Doch das ist mein Ernst.. ich könnte eine Abkühlung jetzt dringend gebrauchen.“

    Er stand auf und ich rollte zur Seite.
    Unglaubwürdig schaute ich ihm hinterher, als er auf die Elbe zulief.
    “Du bist verrückt!“, schrie ich und stand auf, klopfte mir den Sand aus den Klamotten und ging langsam auf das Wasser zu.
    Bill sprang hinein und ich fing an zu lachen.
    “Süße.. komm her..!“, rief er mir zu, als er wieder auftauchte und sich das Wasser aus den Augen wischte.
    Er öffnete seine Arme und ich rannte auf ihn zu. Das Wasser spritzte an mir hoch und ich kreischte los.
    Bill fing mich auf und wir tauchten gemeinsam unter Wasser.
    Ich umschlang mit den Beinen seinen Körper und zog ihn an mich heran.
    Das erste Mal küsste ich jemanden Unterwasser und es war gar nicht so leicht, wie ich dachte.
    Unsere Lippen pressten sich fest aneinander und ich schoss nach oben.
    Nach Luft japsend, verschluckte ich mich und Bill klopfte mir sanft auf den Rücken.
    “Geht’s ?“ Er grinste mich an und ein Tropfen perlte ihm vom Kinn herunter..


    16.

    Ich strich ihm übers Kinn und fuhr die Linien seiner Lippen nach.
    Ich war überglücklich.. – doch dann überkam mich wieder die Trauer, das Vergessene.
    Das Wasser strömte langsam an uns vorbei und ich strich mit meiner Hand über mein Arm.
    Mir wurde langsam kalt und ich blickte traurig auf den Boden des Wassers.
    „Hey.. was ist denn los ?Warum bist du so traurig ?“, Bill nahm mein Kinn in die Hand und richtete meinen Blick auf sich.
    „Also.. meine Eltern.. sie haben sich getrennt..“
    Eine warme Träne kullerte mir über die Wange und tropfte ins Wasser.
    Bill nahm mich fest in den Arm und ich schluchzte vor mich hin.
    “Wir schaffen das.. zusammen.. „
    Er strich mir sanft über den Rücken und ich fühlte mich geborgen.
    Doch der Schmerz war einfach zu groß, um alles herunterzuschlucken.
    Ich weinte alles aus mir heraus und krallte mich an ihm fest.
    Bill schwieg und hielt mich einfach nur im Arm.
    Es tat mir so unendlich gut, denn endlich hatte ich jemanden, dem ich meine Probleme erzählen konnte und der mich verstand.
    Ich hatte damals alles herunter geschluckt und fand keinen Ausweg mehr - deswegen fing ich mit dem Ritzen an.
    Ich erhoffte mir, dass ich durch Bill andere Wege finde, damit klar zu kommen. Denn er war die Person die ich liebte..

    Noch nie hatte ich solche starken Gefühle für eine Person, wie für Bill.
    Er gab mir einfach den Halt, der mir immer gefehlt hatte.
    Auch nach so kurzer Zeit vertraute ich ihm einfach.

    Langsam gingen wir aus dem Wasser und setzten uns in den Sand. Ich vergrub meine Füße darin und malte ein Herz in den Sand.
    Bill lächelte mich an, legte seinen Arm um mich und ich lehnte mich an ihn.
    Auch wenn wir schwiegen, kam es mir vor, als würden wir reden, denn wir verstanden uns auch ohne Worte.
    Ich blickte Bill in die Augen und er fragte mich :“ Sollen wir gehen ?“ Ich nickte und wir gingen händchenhaltend aus der Strandbar.

    Plötzlich klingelte mein Handy.

    Unbekannter Teilnehmer ruft an.

    Ich schob mein Handy auseinander und nahm den Anruf entgegen.

    “Ja hallo ?!“
    “Wer ist denn da ? Spreche ich mit Jessica ?“
    “Ähm.. ja genau.. „
    “Hallo hier ist Fernando.. „
    “Ach, du bists“ Ich zwinkerte Bill zu und musste mir das Lachen verkneifen.
    “Ich habe Neuigkeiten für dich.. Die Modezeitschrift Vogue hat uns angerufen, weil sie euch beide auf dem Plakat gesehen haben. Sie laden dich zu einem Fotoshooting ein und wollen Fotos für ihre neue Ausgabe aufnehmen. Sie sind begeistert von dir.“
    Ich riss die Augen auf und schrie los :“ WAS ? Das ist nicht wahr oder? Aaaahh .. ich kanns nicht fassen !!!“

    Bill schaute mich verwirrt an, als ich ihm schreiend um den Hals viel. Wie ein Flummi hüpfte ich hin und her und vergaß, dass Fernando noch am Telefon war.

    “Hallo ? Jessica ?“
    “Entschuldigung.. aber.. das ist jetzt kein Scherz oder ?“, lachend nahm ich mein Handy wieder in die Hand und versuchte mich zu konzentrieren.
    “Nein natürlich nicht.. Du sollst am Sonntag um 11:00 Uhr dort sein. Klamotten bekommst du vor Ort. Ich freu mich für dich!“
    “Ich kanns immer noch nicht fassen.. ich glaub das nicht.. Danke danke danke!“

    Er erklärte mir noch, wie ich zum Studio hinkomme und danach legten wir auf. Ich erzählte Bill vom Telefonat und er nahm ich auf den Arm und wirbelte mich herum.
    “Woah wie geil !!“
    Auch er war fassungslos und freute sich einfach nur für mich.
    “Das muss ich morgen unbedingt Bibi erzählen..“, lächelte ich ihn an und küsste ihn.

    Den Abend verbrachten wir zusammen im Restaurant an der Alster.
    Ich hätte es schön gefunden, wenn er die Nacht bei mir geblieben wäre, aber sie hatten noch weitere Termine auf dem Plan.
    “Sehen wir uns morgen ?“,fragte ich ihn und gab ihm einen Kuss auf den Mund.
    “Ich muss gucken.. was unser Produzent noch alles vorhat..“
    Bill nahm mich noch einmal fest in den Arm, küsste mich und stieg in den nächsten Bus.

    Überglücklich und doch ein wenig traurig wegen Bill fuhr ich nach Hause.
    Es war leer.
    Meine Mutter war nicht zu Hause.
    Alleingelassen ging ich durchs Haus und schaltete alle Lichter aus.
    Mit einem Lächeln auf den Lippen und meinen Gedanken bei Bill schlief ich ein…



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 21:22


    17.

    Jessi… ich kriege dich .. lauf nicht weg.. ich kriege dich .. bleib stehen ! .. jessi.. jessi.. bleib hier !..

    Schweißgebadet schreckte ich hoch und mein Herz raste mir bis zum Hals.
    ’Was war das ?’
    Ich blickte auf die Uhr : 06:00h
    'Noch eine halbe Stunde und mein Wecker klingelt' , dachte ich und schlug die Decke zur Seite.
    Draußen war es noch dunkel, als ich die Jalousien hochzog und auf unsere Terasse blickte.
    Völlig verschlafen tappste ich durch den Flur und ging in die Küche. Gähnend setzte ich mich an den Tisch und legte meinen Kopf auf die Knie.
    Plötzlich hörte ich mein Handy klingeln.
    Aufgeregt sprang ich auf und rannte zurück in mein Zimmer.

    Bill ruft an.

    Schaaaatz !!,schrie ich ins Handy.

    Hey Süße.. sorry das ich dich wecke..

    Ach quatsch.. ich war eh gerade wach und sitze in der Küche..

    Ich sitz gerade mit den Jungs im Tourbus Richtung Pinneberg. Ich wollte dich noch mal sehen bevor ich erstmal wieder zurück nach Loitsche muss.

    Kreischend rannte ich ins Badezimmer und lachte laut los.

    Süße ?.. Geht’s dir gut ? .. Alles okay ??

    Jaja.. natürlich .. woah ich freu mich so.. seht zu,dass ihr herkommt !

    Mit zitternden Händen ließ ich das Wasser durch meine Finger laufen und wusch mir mein Gesicht, während ich mit Bill telefonierte.

    …so und wo müssen wir jetzt lang ?...

    Also immer gerade aus..und ääähm.. dann kurz vor der Brücke rechts..

    Okay .. EY ! Wir müssen hier gleich rechts ab !

    Ich schminkte mir die Augen mit einem schwarzen Kajal, stieg in meine neue Jeans und zog mir ein T-shirt über.
    Plötzlich hörte ich, dass Bill aufgelegt hatte und schaute verwirrt auf mein Handy.

    Hüpfend bewegte ich mich in unserem Haus fort und steckte meine Haare locker nach oben.
    Mein Herz pochte wie wild, als ich einen schwarzen Bus auf unseren Hof fahren sah.
    Ich riss die Tür auf und rannte aus dem Haus.

    “Bill!!“,schrie ich und lief auf ihn zu.
    “Süße..“
    Bill nahm mich in den Arm und wirbelte mich herum. Ich liebte es wenn er das tat, denn ich fühlte mich immer frei – frei wie ein Vogel, dessen Flügel durch den Wind gleiteten.
    Ich blickte ihm tief in die Augen und unsere Lippen berührten sich zärtlich.
    In meinem Bauch kribbelte es und ich hoffte, dass die Zeit nie vorbei ging.
    Sanft strich er mir über die Wange und ich biss mir schüchtern auf die Lippen.

    “Ich liebe dich..“, sagte ich leise und hörte ein dumpfe Geräusche.

    Tom, Gustav und Georg klopften gegen die Autofenster und gröhlten vor sich hin.
    Bill lächelte und schüttelte den Kopf : „Die sind doch nur neidisch..“
    Mit diesen Worten küsste er mich erneut und ich umschlang seinen Hals mit meinen Armen.
    “Bill ! Wir müssen los .. beeil dich !“,sagte sein Manager und winkte ihn zu sich.
    Traurig blickte ich ihn an und schluckte schwer.
    “Ich will nicht, dass du gehst.. bleib hier..“
    Ich hielt ihn an der Hand fest und zog ihn ein letztes Mal an mich heran.
    „Ich .. liebe .. dich..“
    Seit diesem Augenblick war ich der glücklichste Mensch der Welt und strahlte übers ganze Gesicht.
    “Ey Bill.. jetzt komm..“, rief Tom und schaute mitleidig.
    “Wann sehen wir uns wieder?“
    Meine Stimme wurde leiser und meine Augen füllten sich mit Tränen.
    Und wieder spürte ich diesen Schmerz ganz tief in mir, der mir fast das Herz zeriss.
    Langsam kullerte eine einsame Träne mein Gesicht hinunter und Bill strich sie vorsichtig weg.
    “Wir werden uns wieder sehen.. so schnell wie es geht ! ..“, sagte er und presste seine Lippen ein letztes Mal auf meine.
    Ich umarmte ihn fest und trat einen Schritt zurück.
    Langsam drehte sich Bill von mir weg und ging in Richtung Tourbus.
    Immer wieder quollen mir Tränen aus den Augen und tropften auf mein T-shirt.
    Bill drehte sich um und sagte : „Ich liebe dich..“
    Ich küsste meine Hand und pustete ihm den Kuss zu : „Ich dich auch..! Vergiss mich nich..“
    Er öffnete die Tür, stieg langsam ein und schloss sie.
    Traurig blickte ich auf den kahlen Steinboden und meinem Blick folgte eine Träne.
    Ich wollte ihn einfach nicht verlieren – gerade jetzt – wo es doch erst begonnen hatte.
    Mein Blick richtete sich wieder auf und ich winkte ihm hinterher, als der Bus langsam anfuhr.
    “Ich liebe dich „ ,formte Bill mit seinen Lippen und strich mit der Hand die kalte Fensterscheibe entlang.
    “Ich liebe dich !!“, schrie ich so laut ich konnte und drehte mich um…

    Ich schaute auf die Uhr und erschrak : 6:55
    Ein letzter Blick zurück, als der Bus gerade in die Kurve fuhr.
    Schnell rannte ich ins Haus zurück und packte meine Sachen zusammen.
    Gleich würde ich Bibi begegnen.
    Ob sie sich wohl für mich freuen würde ?
    Sie wusste ja nichts davon, dass ich nun mit Bill zusammen war. Und erst Recht wusste sie nichts von dem Plakat.

    Einen letzten Schluck nahm ich aus der Cappuchino Tasse und schloss die Tür hinter mir ab.



    18.

    Vertrau mir…

    Reich mir deine Hand und lass dich fallen..
    Es wird nichts passieren!
    Glaub ganz fest an unsere Liebe..
    Gleich ist es soweit!
    Siehst du den Abgrund???
    Folge meinen Blicken..
    3…2….1
    Los komm lass uns springen!
    Hab keine Angst…
    Ich bin bei dir…
    Ich werde dich auffangen und dir eine andere Welt zeigen..!
    Nur wir zwei..
    Niemand wird uns trennen!
    Du sagst du hast Angst??
    Nein...vertrau mir doch…
    Nimm meine Hand und schließ die Augen!
    Siehst du das Licht?
    Riechst du Blumen?
    Lass uns in das Licht schweben..
    Nur wir alleine!

    Vertrau mir…

    Der Bus kam zum stehen und ich trat hinein.
    Die Luft war stickig und ich drängelte mich durch die Menschenmasse.
    Ängstlich steckte ich mir die Stöpsel meines MP3-Players in die Ohren und drehte die Musik laut.
    Traurig blickte ich nach draußen und malte ein Herz an die beschlagene Fensterscheibe.
    Das geschmolzene Wasser perlte an der glatten Oberseite herunter und floss in die Furchen der Scheibe.
    Plötzlich spürte ich einen Stoß in meinen Rippen und verkrampfte meinen Blick.

    “Pass doch auf !“, brüllte ich und drehte mich wieder zur Seite.

    Ich nahm einen langen Atemzug und spürte die heiße Luft in meiner Nase.
    Hustend strich ich mir übers Gesicht und wischte mir so die Tränen von den Wangen.

    Jessi… ich kriege dich .. lauf nicht weg.. ich kriege dich .. bleib stehen ! .. jessi.. jessi.. bleib hier !..

    Meine Augen rissen sich weit auf und ich hörte wieder diese dunkle Stimme.
    Irritiert schaute ich um mich, doch ich fand nicht die Person, die ich suchte.
    Langsam stand ich auf und suchte nach Halt.
    Die Tür öffnete sich und kalte Luft drang hinein.
    Ich atmete tief ein und ging mit dem Strom nach draußen.
    Winkend stand Bibi mir gegenüber und ich drückte sie fest an mich.

    “Wie geht’s dir ?“, kam es ihr über die Lippen und ich spürte ihren Atem an meinem Hals.
    “Es geht mir gut..lass uns reingehen..“
    Ich wusste nicht, ob ich sie jetzt schon mit meinen Neuigkeiten belasten sollte.
    Ich dachte an die vergangenen Tage.

    Trauer.
    Schmerz.
    Hass.
    Glück.
    Liebe.
    Freude.

    „Irgendwas ist doch mit dir.. nun sag schon..!“
    Bibi riss mich aus meinem Traum und ich blickte ihr verwirrt in die Augen.
    “Was ist denn nur los mit dir ? .. Warum weinst du denn ?“
    Langsam kullerte mir eine Träne über die Wange und verlor sich auf meinem Hals.
    Ich blieb stehen und spürte den zarten Griff von Bibis Armen.
    Schluchzend schwiegen wir uns an und ich war ihr so unendlich dankbar, dass sie immer für mich da war. In all der Zeit, in der wir uns kannten.

    Sie ließ mich wieder los und blickte mir in die Augen : „Wenn du reden willst.. dann komm zu mir..!“
    Mit diesen Worten drehte sie sich um und wendete sich von mir ab.
    Allein stand ich nun auf dem Schulhof und merkte, wie alles an mir vorbei rauschte.
    Das Gesprochene entfernte sich immer weiter von mir uns ich spürte nur noch den Wind, der mir durch die Haare wehte.


    "Engel fliegen einsam.. du und ich gemeinsam .. "


    19.

    Langsam ging ich Richtung Eingang und lief den langen rot- gepflasterten Flur entlang.

    Ich blickte nach rechts und sah wie sich ein Blatt vom Wind treiben lies.
    Es wurde aufgewirbelt und flog durch die Unendlichkeit..
    Wie gerne wollte ich in diesem Augenblick selber ein Blatt sein, dass weit weg von hier schwebt..Weit weit weg..

    Ich griff nach der Türklinge und betrat die Klasse.
    Vivi kam auf mich zugerannt und fiel mir um den Hals.

    “Na Süße..wie geht’s dir ?“
    Sie strahlte mir ihr schönstes Lächeln entgegen.
    Ihr schwarzes, schulterlanges Haar glänzte im Licht der Sonne und sie strich sich mit den Fingern eine Strähne hinters Ohr.
    “Könnte besser sein..“
    Sie schaute mich mitleidig an und ihre Lippen verstummten.

    Mit gesenktem Kopf rückte ich meinen Stuhl zur Seite und setzte mich neben Bibi auf den Platz.
    Sie fasste mich am Handgelenk an und drückte fest zu.
    Ich kniff die Augen zusammen und wollte sie anschreien, doch ich konnte nicht.
    Stumm saß ich da und schluckte den Schmerz hinunter.

    “Du hast es wieder getan ?“, fragte sie mich und ihre Augen waren getrübt von glasigen Tränen.
    Ich nickte und merkte, wie es mir langsam den Atem nahm.
    Bibi suchte meinen Blick und umarmte ich vorsichtig.
    Doch damit machte sie alles nur noch viel Schlimmer !
    Ich riss mich von ihr los und schob sie weg.
    “Es geht mir gut! Ich bin drüber weg..“, sagte ich mit zitternder Stimme.
    Eine Träne verirrte sich aus ihren Augen und rollte ihre geschminkte Wange hinunter.

    Ich atmete tief ein und erzählte ihr, dass meine Eltern sich scheiden lassen wollen und mein Vater ohne ein Wort uns verlassen hat.
    Sie hörte mir aufmerksam zu und nickte nur zwischendurch.
    Ich bemerkte gar nicht, wie die Zeit verging, als plötzlich mein Mathelehrer mit hochrotem Kopf vor mir stand.

    “Jessica ? .. Ich hoffe mal, dass du gemerkt hast, dass ich bereits in der Klasse bin.. das gleiche geht für dich Bianca!“

    Wortlos erhoben wir uns von unseren Plätzen.
    Die nächsten Stunden vergingen wie im Flug und ich erzählte ihr auf dem Weg nach Hause mein ganzes Wochenende.
    Als ich ihr erzählte, dass Bill und ich als Werbeplakat am Esprit Gebäude hingen verschlug es ihr die Sprache.

    “Was denn ? Freust du dich denn gar nicht für mich ?“,fragte ich sie und merkte, dass sie mir auswich.
    “Doch doch.. Klar freu ich mich..“

    Ihr Blick wurde leer und hasserfüllt.
    Ich kannte diesen Blick, denn genau vor 2 Jahren wäre unsere Freundschaft fast für immer zugrunde gegangen.
    Ein Jahr lang haben wir nicht miteinander geredet und sind wie hungrige Hyänen aufeinander losgegangen.
    Den Grund für diesen riesigen Streit ?
    Ich kann mich selber nicht mehr dran erinnern, doch es durchfuhr mich wie ein Blitz, als sie mich mit diesem Blick anguckte – wie früher !

    Wir schwiegen uns an und ich blickte traurig auf den Boden.
    Was war bloß los mit ihr ?
    War sie etwa eifersüchtig ?

    “Was ist denn nur los mit dir ?“, fragte ich sie und presste meine Lippen aufeinander.
    “Nichts..“, zischte sie und mein Herz fing an zu pochen. Mir wurde heiß und ich spürte, wie es mir innerlich weh tat.
    “Was habe ich dir denn getan ?“
    Sie ballte ihre Hände zu Fäusten und schaute mich an :“ Jessica ! Es ist nichts okay ? .. Lass mich jetzt in Ruhe !“
    Sie bog in die nächste Straße ein und ich blieb geschockt zurück.
    Ich schluckte und ging langsam weiter.

    ’Noch 6 Tage.. dann stehst du wieder vor der Kamera’
    Zu Hause blickte ich in den Spiegel und notierte meine Maße.
    86/67/90
    Dann stellte ich mich auf die Waage : 60Kilo bei 176cm Größe
    Eigentlich war es völlig okay, doch ich sah es damals anders.
    Enttäuscht kniff ich die Augen zusammen : ‚Du musst abnehmen.. du schaffst es sonst nicht.. !’
    Doch wie sollte ich es bloß schaffen, in so kurzer Zeit abzunehmen ?

    Plötzlich surrte mein Handy vor sich hin und ich schaute auf das Display.

    Eine neue Nachricht.
    Absender : Bibi mobil

    Bin echt enttäuscht vor dir.. Hätte nicht gedacht, dass du mir meinen Traum vor der Nase wegschnappst !
    Warum ? Und so was nennt sich beste Freundin ? .. Da kann ich echt nur drüber lachen.. werd glücklich mit Bill und deinem "Ich-bin-ja-eh-die-Beste-" Leben.

    Ich ließ das Handy auf den Boden fallen und sah ihm geschockt nach.
    Was fällt ihr eigentlich ein ? Warum hat sie denn nie was gesagt ?
    Ich fing an zu weinen und kauerte mich auf dem Fußboden zusammen, umschloss meine Beine mit den Armen.
    Schniefend wischte ich mir übers Gesicht.

    Warum glaubt mir denn keiner,…?

    Ich sitze hier und weine..
    Sitze vor einem Haufen Scherben inmitten eines dunklen Zimmers
    Nur zwei Sekunden würde es dauern und mein Leben wäre beendet..
    Nur zwei Sekunden die allen Schmerz von mir fließen lassen würde..
    Der Schmerz würde mir von der Seele fließen und endlich würde ich befreit sein..

    Doch was tue ich..?
    Der Schmerz durchbort langsam meine Seele und ich finde keinen Halt mehr.
    Warum hilfst du mir nicht ?
    Ich werde immer zerbrechlicher doch niemand sieht es...

    Die zeit läuft mir davon..
    Zu oft hat man mir das Herz gebrochen..
    Zu oft wurde ich verletzt…
    Alle haben die Augen verschlossen, wenn ich geweint habe.
    Alle haben weggehört, wenn ich leise nach Hilfe geschrieen habe.

    Den Glauben an mich selbst habe ich längst verloren..
    Der Kampf ist vorbei..und ich bin der Verlierer..
    Alle sagen es gibt bessere Zeiten..
    Alle sagen es geht vorbei..

    Aber was geht vorbei ..?

    Der Schmerz? –Nein, der bleibt solange bis ich sterbe…
    Die Tränen ? –Nein, die haben sich schon längst in meine
    Haut eingetrocknet…
    Die Liebe? – Nein, die wird wohl ewig bleiben…
    Die Narben?- Nein, denn längst sind sie ein Teil von mir…
    Das Leben? – .. ?



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 21:25


    20.

    Mittlerweile ist gut eine Woche vergangen und ich saß wieder allein auf meinem Sofa und blickte in den gewellten Ikea-Spiegel.
    Die letzten Tage waren der reinste Horror für mich.

    “Ich hasse dich !!..“

    Gedankenverloren schrieb ich in mein Notizbuch, verfasste all meine Gedanken auf mehrere Seiten Papier und klebte ein kleines Bild dazu…
    Einen schwarzen Engel.. gefangen in seiner eigenen, dunklen Welt..


    Sanft strich ich die Linien nach und versuchte für einen Moment alles zu vergessen..

    Der Streit zwischen mir und Bibi wurde immer heftiger und in der Schule gingen wir uns immer aus dem Weg.
    Eine Antwort auf meine Frage habe ich bis heute nicht bekommen.

    Warum ?

    “Ich will dich nie wieder sehen !..“

    Als wir klein waren schworen wir uns ewige Freundschaft und das uns niemand trennen könnte.
    Wir wollten für immer zusammen bleiben, egal was passiert.
    Doch alles wurde anders.. nichts war geplant..
    Bill meldete sich so oft es ging bei mir und wir redeten die ganze Nacht hindurch.
    Er erzählte mir, dass sie heute in Berlin sind um ihr Video aufzunehmen.
    Verträumt lauschte ich seiner Stimme.
    Ich liebte es wie er “Ich vermisse dich..“ sagte oder : “ Süße ?!“
    Plötzlich verstumme er und auch ich sagte keinen Ton.
    Ich hörte, wie er leise atmete und schloss die Augen.

    “Singst du für mich ?“, hauchte ich nach kurzer Zeit ins Telefon.
    Leise fing Bill an zu singen und ich bekam Gänsehaut - am ganzen Körper.


    Zum ersten Mal alleine
    In unserem Versteck .. ich seh noch unsre´ Namen an der Wand und wisch sie wieder weg.
    Ich wollt dir alles anvertraun´.. warum bist du abgehaun – komm zurück.. nimm mich mit..
    Komm und rette mich – ich verbrenne innerlich..
    Komm und rette mich – ich schaffs nicht ohne dich !

    Ich fing laut an zu schluchzen und ließ meinen Tränen freien Lauf.
    Sie perlten langsam an meinen Wangen entlang, hinunter bis zu meinem Hals und fielen wortlos auf meine Bettdecke.
    Mit zitternden Händen vergrub ich mein Gesicht.
    Bill verstummte und er sagte mit vorsichtiger Stimme : “ Süße ?.. Geht’s dir gut?“
    Ich konnte ihm einfach nicht antworten, denn der Kloß in meinem Hals war einfach zu groß.
    Panisch schnappte ich nach Luft und schaute geschockt zur Tür, als sie aufging.

    “Schatz.. ich .. ich.. ruf dich ..später.. noch mal an.. o.. okay ?.. Ich liebe dich !“
    “Ich dich auch .. melde dich ..“

    Ich legte mein Telefon zur Seite und blickte in zwei glasige Augen.
    Die Haut war blass und mit dunklen Furchen überzogen.
    Die Augen rot geschwollen und das Glänzen fehlte.
    Wortlos nahm ich die Person in den Arm und streichelte ihr über den Rücken.
    Es roch nach Alkohol und ich kniff verzweifelt meine Augen zusammen.

    “Alkohol ? Du weißt, dass ich nie was trinke..!“

    Ich löste meine Umarmung und streichelte über die nasse Wange.

    Was ist bloß passiert?
    Wortlos..
    Schweigen..
    Warum ?

    “Wo ist der Ausweg ? Ich kann ihn nicht finden..“

    Ich muss hier raus..
    Befrei mich .. rette mich..

    “Ich schaffs nicht mehr allein..“

    21.

    “Es tut mir leid.. ich wollte es nicht..“

    Der Raum schien mir immer kleiner zu werden und mein Blick richtete sich auf den Fußboden.

    “Du tust mir weh ! .. Papa .. ! Nein ! Hör auf.. ich will das nicht !.. Papa .. !“

    Meine Augen wurden glasig und ich spürte eine weiche Hand an meinem Arm.
    Ich schaute meine Mutter enttäuscht an.
    Ihr Ausdruck war leer und es tat mir weh, sie so zu sehen.
    Ich atmete leise und unterdrückte meinen Schmerz.

    “Du hast Papi doch lieb oder?.. und nun schlaf mein Kind..!“

    Meine Mutter setzte sich aufm mein Bett und faltete die Hände : „Es tut mir Leid..Ich wusste einfach nicht wie ich anders damit umgehen soll. Es gab keinen anderen Ausweg mehr..!“
    “Doch Mama !! Den gibt es .. immer !“, ich schrie sie an und sackte auf den Fußboden.
    Meine Hände verkrampften sich und ich spürte die Kälte in mir.

    “Nein ! Nein ! Nein!“

    “Wir schaffen das.. gemeinsam.. “, flüsterte ich leise und schaute verträumt zu ihr hoch.
    Sie biss sich auf die Unterlippe und war froh, dass ich ihr verziehen habe.

    Doch vergessen ?
    Nein.
    Das konnte ich nicht..
    Zu tief saßen die Erinnerungen, die man nicht einfach wie einen Bleistiftstrich ausradieren konnte.
    Ich wollte vergessen…

    Langsam stand ich auf und verließ mein Zimmer.
    Meine Mutter saß immer noch völlig verstört auf meinen Bett und versuchte ihre zitternden Hände zu beruhigen.

    Alkohol war schon immer ein großes Thema in meiner Familie.
    Mein Vater trank fast regelmäßig in seiner Stammkneipe Alkohol und..
    ..und ich musste darunter leiden.
    Jeden Tag stritten sich meine Eltern nur um das eine Thema.
    Ich konnte es einfach nicht mehr hören.
    Stundenlang saß ich weinend auf unserer Treppe und hielt mir die Ohren zu.
    Ich wollte es einfach nicht wahrhaben, dass es langsam zu Ende ging.
    Alleingelassen von meiner Schwester musste ich alleine da durch.

    Alleine.
    Verstört.
    Ängstlich.
    Klein.

    “Mein Engel.. ich liebe dich doch..“

    Getrübt setzte ich mich auf die Terasse und blickte auf unseren frisch gemähten Rasen.
    Rasen konnte man es eigentlich nicht nennen. Zustand würde es eher treffen.
    Strohig und braun.
    Ich musste ein bisschen lächeln, denn ich habe mit Bibi damals immer auf dem saftigen Rasen gespielt.
    Aber jetzt ?
    Nur ungern blickte ich auf mein altes Leben zurück und wollte einfach alles vergessen, was bisher geschehen war.
    Doch wie konnte sie mir das nur antun ?
    Gerade jetzt ?
    Warum gönnt sie mir nicht einmal im Leben meine größte Chance ?
    Ich war enttäuscht von ihr..

    Ich holte meinen Schlüssel aus dem Haus und rannte den kleinen Weg entlang zu unserer Garage.
    Ich stieg auf mein Fahrrad und fuhr die befahrene Hauptstrasse entlang.

    “Komm und rette mich .. ich verbrenne innerlich..“

    Der wind wehte mir durch die Haare und ich genoss die warme Sommerluft.
    Ich fühlte mich frei.
    Frei wie ein Vogel.

    “Ich dachte Engel können auch fliegen ?“

    Nach etwa 10Minuten stieg ich ab und ließ mein Fahrrad in den Rasen fallen.
    Ich atmete tief durch und ging die Treppenstufen hinauf.
    Mit den Fingern fuhr ich die Klingeltasten ab und drückte zögerlich.
    Die Tür öffnete sich und ich schaute zu Boden.
    Mein Herz klopfte mir bis zum Hals...


    22.
    „Was machst du denn hier ?“
    “Ich muss mit dir reden..“, sagte ich mit zitternder Stimme und war völlig aufgelöst.
    “Komm rein..es ist zwar nicht aufgeräumt aber..“
    “Ist schon okay..“

    Ich ging den langen Flur entlang und ließ meine Blicke durch die Wohnung schweifen.
    Überall lagen zerknüllte Zettel und Klamotten herum.
    Die Umzugskartons stapelten sich in jeder kleinen Ecke.

    “Willst du was trinken ?“
    “Nein danke.. ich will auch nicht lange bleiben..“

    Schüchtern betrat ich das kleine Wohnzimmer, schob einen Stapel Unterlagen zur Seite und setzte mich auf die Couch, die bei jeder kleinsten Bewegung anfing zu quietschen.
    Der Raum war hell durchflutet und die Sonne strahlte in jede Ecke des Zimmers.

    “Und du möchtest wirklich nichts ?“
    “Nein ! .. danke .. “, ich wurde langsam nervös und konnte meine Wut im Bauch spüren.
    “Warum bist du denn hier ? Warum hast du dich die ganze Zeit nicht gemeldet ?“
    “Das fragst du noch ? Warum ich hier bin ?? “
    “Du wirst langsam wie deine Mutter..!“
    “Papa..“, ich schluckte laut und dachte an die letzten Bilder meiner Mutter – traurig und hilflos.

    Mich faszinierten schon immer traurige Menschen, denn sie wirken so verletzlich und sprechen nur noch von der Wahrheit.
    Ich bin gerne in ihrer Nähe, denn sie strahlen etwas ganz besonderes aus.
    Etwas das unbeschreiblich ist.
    Sie leben in ihrer eigenen kleinen, dunklen Welt und fühlen sich wohl.
    Wenn die Tränen fließen, spült es den Schmerz aus einem heraus.
    Meine Mutter hat immer gesagt, dass es die schwarze Seele reinigt.
    Mit der Trauer bin ich groß geworden, denn meine Oma starb mit 75 Jahren.
    Mein Vater fand sie in ihrem Wohnzimmer.
    Sie hatte sich an einem Seil aufgehängt, weil sie keinen anderen Ausweg mehr fand.
    Bis heute ist mein Vater über die Bilder nicht hinweg gekommen und spricht auch nie darüber.
    In meiner Familie schweigen wir lieber und versuchen mit dem Schmerz alleine klar zu kommen. Doch niemand von uns hat es jemals geschafft.

    Ich erzählte meinem Dad, wie schlecht es ihr ging und das ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll.

    “Ich schaff es nicht allein Papa!“
    Sein Blick wirkte kalt und ich bekam ein ungutes Gefühl.
    “Sie muss da jetzt durch.. sie wird es schon schaffen ..!“
    “Papa! Sie hat getrunken ! Wie lange hat sie keinen einzigen Tropfen Alkohol angerührt ? Ich schaff es einfach nicht.. Papa, ich kann nicht mehr..!“
    Eine Träne floh aus meinen Augen und tropfte auf den dunkelbraunen Holzboden.
    Die Hand meines Vaters legte sich auf mein Knie und ich zuckte zusammen.


    “Ich werde mit ihr reden, okay ?“
    “Als wenn das noch was nützen würde.. Du hast uns einfach allein gelassen !! Hast du jemals daran gedacht, wie es mir dabei geht ? NEIN! Hauptsache ihr habt euren Machtkampf.. und wie ich darunter leide ist euch völlig egal!“
    Ich schrie ihn an und verspürte unendlichen Hass ! Wie konnte er mir das nur antun ? Es ließ ihn völlig kalt, dass mich der Schmerz durchbohrte..

    “Es ist besser wenn du jetzt gehst..!“, sagte er und deutete auf die Tür.
    “Mehr fällt dir dazu nicht ein ? Als deine Tochter rauszuschmeissen ? Immer ziehst du dich zurück und lässt uns einfach fallen ! Du bist so feige !Super ! Tolle Familie hab ich .. und auf einen Vater, wie du es bist ,kann ich verzichten !! Ich komm auch euch klar!“

    Wütend und heulend zugleich rannte ich aus der Wohnung und knallte die Tür hinter mir zu.
    Alles drehte sich und ich war völlig benommen.
    Ich setzte mich draußen auf den Bürgersteig und vergrub mein Gesicht in den Händen..

    23.

    Ich hoffte ich könnte alles vergessen..
    Doch wer sagt mir denn, dass es falsch ist, was hier passiert ?
    Vielleicht musste es einfach so kommen ?
    Schicksal.

    Mein Handy klingelte, doch ich wollte niemanden hören.

    Ich zieh mich vor dir aus ich sag dir alles was falsch ist.. Es wird nie wieder gut.. doch ich komm hier nicht mehr raus und ich zieh mich vor dir aus.. und alles was falsch ist – wird nie wieder gut..

    Genervt blickte ich auf mein Display und war wie gelähmt,als ich sah wer mich anrufte.

    Nico ruft an.

    "Nico ?", flüsterte ich leise und schob mein Handy auseinander.

    "Ja ?"
    "Hey Süße.. wo steckst du denn ?"
    "Ich .. ich .. bin war gerade bei meinem Vater..!"
    "Sagmal weinst du ?"
    "Nein.. ich bin nur bissel erkältet."
    "Ich rufe eigentlich an, weil Bibi meinte, dass du.."
    "Das ich was ??"
    "Oh ne, ist schon okay.. ich muss dann auch jetzt .. also .. äh ich leg dann mal auf.. bay..!"

    Ich legte irritiert mein Handy zur Seite.
    'War das nicht Bibis Stimme im Hintergrund?'
    Langsam stand ich auf, hob mein Fahrrad hoch und fuhr los.
    Aus meinen Augen flossen immer noch die schmerzvollen Tränen und ich konnte einfach nicht fassen, was passiert war.
    Mein eigener Vater hat mich bei sich rausgeschmissen und ließ uns einfach allein.

    Warum ?
    Warum..

    So schnell ich konnte fuhr ich nach Hause.
    Ich wollte einfach nur alleine sein.

    "Lass mich hier raus!"

    Mit meinem Schlüssel in der Hand ging ich auf unsere Haustür zu und drehte ihn im Schloss herum.
    Alles war so still.
    Ich ließ meine Tasche fallen als ich sah wie ein kleiner Weg aus leuchtenden Kerzen durchs Haus zog.
    "Mama .. ?", rief ich und schaute mich um Flur um.
    Langsam und mit zitternden Händen folgte ich den Kerzen in mein Zimmer.
    Nun stand ich vor der Tür.
    Ich atmete tief ein und berührte mit der Hand die Türklinke.
    Mir kam es vor wie in einem Traum, als ich hineintrat.
    Das konnte nicht sein !
    Nein!
    Träum ich etwa ??

    "Bill !",schrie ich und fiel ihm um den Hals , "was machst du denn hier ?"
    Ich umklammerte ihn fest und küsste ihn zärtlich.
    Tränen kullerten mir über die Wange und ich war so unendlich glücklich.
    "Sag jetzt nichts..", flüsterte er mir ins Ohr und legte seinen Zeigefinger auf meine Lippen.
    Es fuhr mir eiskalt über den Rücken und ich fing an zu zittern.
    "Hab keine Angst.."
    Bill nahm meine Hand und zog mich hinter ihm her.
    Wir legten uns langsam auf mein Bett und ich hielt den Atem an.
    Ich wusste nicht ob es richtig war, was ich tat, doch ich wollte ihm vertrauen.
    Er fuhr mir mit seinem Finger über meinen Oberkörper und strich mir sanft über den Bauch.
    "Ich liebe dich..", sagte ich und lächelte ihn an.
    Ich schloss meine Augen und meine Erinnerungen holten mich langsam wieder ein.
    Was passiert hier mit mir ?
    Was mach ich denn nur ?

    "Du tust mir weh ! .. Papa .. ! Nein ! Hör auf.. ich will das nicht !.. Papa .. !“

    Ich fing an zu weinen und wischte mir mit den Händen übers Gesicht.
    "Was ist denn los ?",fragte Bill geschockt und legte sich neben mich.
    "Es.. es tut mir leid.. ich kann das nicht..!", sagte ich mit zitternder Stimme und schluckte schwer.
    "Es ist alles okay Süße.. "
    Er nahm mich in den Arm und küsste meinen Hals.
    "Danke..",flüsterte ich und kuschelte mich an ihn.
    Bill strich mir sanft die Tränen weg.
    Sein Blick war traurig und leer.

    Was hab ich nur getan ?
    Versteht er es überhaupt ?
    Ich weiß nicht, was mit mir los is..

    24.

    "Schatz ?",flüsterte ich und schaute ihm in die Augen.
    "Hmn..?"
    "Es tut mir so Leid.. ich würde es dir gerne erklären .. aber.."
    "Ist okay Süße.. mach dir keine Gedanken.. ich will einfach nur bei dir sein..!"
    Erleichtert presste ich sanft meine Lippen auf seine und mein Herz pochte wie wild.
    "Warum bist du hier ?",fragte ich.
    "Ich hab es ohne dich einfach nicht mehr ausgehalten und morgen hast du doch deinen großen Tag ! Da kann ich dich nicht alleine lassen."
    Ich strahlte übers ganze Gesicht und strich ihm durch die Haare.
    "Danke, dass du hier bist."
    Bill fuhr mir mit seiner Hand über meinen Bauch.
    Seine Hand war warm und ich genoss die Nähe zu ihm.
    Er strich mit seinen Fingern über meine nackte Haut und ich schloss langsam die Augen.


    Du allein…

    …zauberst mir ein Lächeln auf die Lippen!
    …wischt mir meine Tränen von den Wangen!
    …weißt wann es mir schlecht geht!
    …bist immer bei mir wenn ich dich brauche!
    …verstehst mich auch ohne Worte!
    …gehst mit mir durch jede Phase meines Lebens!
    …gibst mir das Gefühl einen Wert zu haben!
    …hast einen unersätzlichen Platz in meinem Herzen!
    …vertraust mir deine Geheimnisse an!
    …glaubst immer an mich!

    Ich weiß nicht wie ich dir danken soll..
    Du bist einfach der kleine Engel auf meiner Schulter auf mich wacht und mir leise zuflüstert
    was ich zu tun habe wenn ich den Mut verliere!
    Du schaffst es immer mich zum Lachen zu bringen und
    nur du gibst mir halt..!

    Ich würde dir die Sterne vom Himmel holen wenn ich könnte!
    Dir das ganze Meer schenken!
    Ich würde dir mein Herz anvertrauen!
    Ich würde für dich sogar sterben nur damit DU am Leben bleibst!
    Ich gebe dir meine Flügel,damit du glücklich bist..
    Lass dich fallen und vertrau mir…

    Die Sonne schien mir ins Gesicht und ich blinzelte leicht.
    Neben mir lag Bill.
    Seine Augen waren geschlossen und seine Haare waren verwuschelt.
    Ich fand es unglaublich sexy, wie er so dalag und küsste ihn sanft.
    Ich setzte mich aufrecht hin und sah auf die Uhr. : 7:00H
    'Wann sollte ich nochmal dasein ?' , fuhr es mir durch den Kopf und ich rieb mir die Augen.
    Ich stand auf und schlurfte müde durch mein Zimmer.
    Im Badezimmer angekommen wusch ich mein Gesicht und erstarrte.
    Arme umschlungen mich von hinten und ich drehte mich lächelnd um.
    "Guten Morgen mein Schatz.."
    Wir küssten uns und ich legte meine Hand auf seinen Po. (xD)

    Ich schaltete das Radio ein und schaute in den Spiegel.
    Bill lächelte : "Du bist so wunderschön.."

    Immer wenn es regnet muss ich an dich denken.. wie wir uns begegnet sind.. ich kann mich nicht ablenken.. nass bis auf die haut.. so stand sie da.. um uns war es laut und wie kamen uns nah..

    Ich summte leise mit.

    Auch wenn wir noch nicht lange zusammen waren, haben wir uns von Anfang an vertraut.
    Ich sah die Welt mit anderen Augen, wenn er bei mir war und ich fühlte mich geborgen.
    Mit Bill verband ich ein besonderes Wort : Liebe
    Die Gefühle in mir wurden immer stärker und ich ließ mich einfach fallen.

    "Schatz ? Wann müssen wir denn da sein ?", fragte er mich und setzte sich auf den Badewannenrand.
    "So um elf Uhr."
    Ich steckte mir meine Haare hoch und schminkte mich ein wenig.
    "Okay..dann bin ich ja mal gespannt, ob unser kleiner rosa-Freund wieder da ist", sagte Bill lachend und auch mir huschte ein Grinsen über die Lippen.
    Ich zog mir mein T-shirt über den Kopf und Bills Blick richtete sich auf.
    Er stand langsam auf und küsste meinen Hals.
    Seinen warmen Atem spürte ich auf meiner Haut und ich bekam Gänsehaut.
    Seine braunen Augen glänzten im Licht und mein ganzer Körper fing an zu kribbeln.
    Mit meiner Hand fuhr ich ihm durch seine verwuschelten Haare.
    Ich genoss es wie er mich überall berührte.
    Plötzlich öffnete jemand die Tür und Bill ließ erschrocken von mir ab.
    Meine Mutter schaute durch den Spalt und sah wie ich halbnackt vor ihm stand.
    "Ähm.. guten Morgen..",stotterte sie und schloss die Tür schnell wieder zu.
    "Ups..!",kicherte ich und wurde leicht rot im Gesicht.
    "Scheisse..",murmelte Bill und schaute schüchtern auf den Boden.
    Ich lachte laut los und fragte ihn :" War das jetzt alles ? "
    Mit hochgezogener Augenbraue grinste er mich an.



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 21:31


    25.

    "Ich schau dich an als wärst du von einem anderen Stern.. so wie wir beide sind wärn die anderen gern.."

    Er kam immer näher und hob mich hoch.
    Mit den Beinen strampelnd quieckte ich los und umschlang seinen Hals.
    "Süße ? Ich hab Hunger,..", sagte er und ich hörte wie sein Bauch grummelte.
    Ich nahm seine Hand und zog ihn hinter mir her.
    Meine Ma rief aus dem Wohnzimmer nach mir und ich deutete auf den Tisch.
    Bill setzte sich gähnend auf den Stuhl und ich lief zu meiner Mutter.

    "Wo warst du gestern ?"
    Mein Herz krampfte sich zusammen und ich sagte leise :"Bei Papa..!"
    Ich beobachtete wie sie still auf den Boden blickte.
    "Mama ? Es tut mir Leid.."
    "Geh jetzt .."
    "Mama.."
    "Geh ! Und über deinen neuen Freund reden wir später!", fauchte sie mir entgegen und ich schluckte.
    "Ich.."
    Sie drehte ihren Kopf zur Seite und ging an mir vorbei.

    Währendessen war Bill wieder aufgestanden und fand in meinem Zimmer mein kleines Buch.
    Meine ganzen Gedanken verfasste ich darin und versuchte so Schicksalsschläge hinweg zu kommen.

    Warum ?
    Gedankenverloren sitze ich in meinem Zimmer vor einer spitzen Klinge.
    Ich weiß nicht warum ich es getan habe, aber ich wusste einfach nicht weiter.
    Er hat mir wieder wehgetan.
    Hilflos.
    Warum mach er das ?
    Was habe ich ihm getan ?
    Sie schauen weg wenn ich verstumme.
    Das Blut ist längst eingetrocknet, doch meine Seele ist langsam zerissen.
    Ich weiß nicht, wie ich es noch schaffen soll..
    Langsam glaube ich, dass ich hier alleine nicht mehr rauskomme...

    Er blättert weiter und findet die Zeilen, die mein ganzes Leben veränderten.

    ..seine Hände.. überall ! Ich will das nicht ! ..es tut mir weh.. ich fühle mich leer..alles ist dunkel ..Stille..warum ?

    Ich saß zusammengekauert in der Küche als Bill mit dem Buch in der Hand zu mir kam.
    "Warum hast du das in der Hand ? Hast du das gelesen ?"
    "Ist das der Grund,warum du gestern..?"
    Mir viel keine Anwort auf seine Frage ein, denn ich war enttäuscht von ihm.
    "Warum ?", flüsterte ich leise und hielt mir meine Hände schützend vors Gesicht.
    "Du hast mir nie gesagt, dass.. "
    "Bill hör auf !"
    Meine Hände wurden kalt und ich umklammerte meine Knie.
    Bill setzte sich neben mich und legte das Buch auf den Tisch.
    Seine Blicke durchbohrten mich förmlich und ich konnte es nichtmehr zurückhalten.
    "Gib mir mal bitte das Buch..",sagte ich und schaute auf den Holztisch.
    Er schob es wortlos zu mir herüber und ich blätterte mich durch die Seiten.
    Unter Tränen las ich ihm ein paar Zeilen vor.

    Enttäuscht von meinem
    bisherigen Leben.

    Den Glauben
    an die grosse Liebe
    längst verloren.

    Die Sehnsucht
    einfach nur glücklich zu sein
    längst aufgegeben.

    Aber die Hoffnung
    ein Schimmer noch
    ein kleiner Funke
    das es anders kommen könnte.

    Du bist in mein Leben getreten,
    ohne ein Wort.
    Alles ist anders.
    Seitdem du da bist bin ich glücklich.

    Das Vetrauen,
    das ich längst vergaß
    habe ich durch dich neu gelernt.

    Die Liebe,
    die du mir gibst macht mich einfach nur glücklich.
    Ich hoffe ich kann dir zeigen, wie sehr ich dich liebe.

    Meine Seele,
    war schwarz und völlig zerissen,
    doch du hast mir geholfen mich wiederzufinden.

    Ich liebe dich.

    Bill schaute mich traurig an und umarmte mich.
    "Ich wusste nicht, dass es dir so scheiße geht..!"
    Er kam näher an mich heran und unsere Lippen verschmolzen miteinander.
    Ich schloss meine Augen und fühlte mich wie in einem Traum.
    Meine Mum kam wieder hereingeplatzt und ich löste mich von ihm.
    "Was ?"
    "Wir müssen reden..",sagte sie und warf Bill böse Blicke zu.
    "Nein Mama! Nicht jetzt ! Ich habe es satt immer für dich da zu sein wenn du mich brauchst! Warst du je für mich da,wenn es mir schlecht ging ?"
    Meine Stimme war hasserfüllt und ich war erleichtert, dass ich es endlich ausgesprochen hatte.
    Sie drehte sich irritiert um und knallte die Tür zu.
    "Schatz ? Wir müssen bald los.. wir sollten uns langsam mal anziehen..",kicherte ich.

    Nach einer halben Stunde stand ich mit meiner Schminktasche und einer dünnen Jacke im Flur.
    "Bill ? Seh zu .. wir müssen in einer Stunde da sein.."
    "Jahaaaa. gleich.. ich muss nur noch kurz meine Haare machen.."
    Seufzend rollte ich die Augen und starrte nervös auf die Uhr.
    Ich hörte ein sprühen aus dem Badezimmer, gefolgt von einer dichten Nebelwolke.
    "Schaaaatz..",brüllte ich und hüpfte von einem Bein auf das andere.
    "Ja ! Ich bin gleich soweit..", entgegnete er mir.
    Nach unendlichen 15 Minuten kam er endlich aus dem Badezimmer gerannt und küsste mich als Entschuldigung.
    "Normalerweise brauche ich länger..",lachte er und nahm meine Hand.
    "Das ist nicht dein Ernst oder ?Naja.. wir müssen uns jetzt echt beeilen."
    Ich schloss die tür hinter uns ab und wir rannten zum Bus, der gerade anhielt.


    26.

    "Zweimal nach Pinneberg..",sagte ich und nahm die zwei Tickets entgegen.
    Bill nahm meine Hand und ich blickte zu ihm hoch.
    Ein Lächeln zeigte sich auf seinen Lippen und wir gingen in die letzte Reihe.
    Ich schaute aus dem Fenster und beobachtete zwei kleine Mädchen, die im Garten spielten.

    Die Gedanken quälen mich...
    Ich denke ständig nur an Dich...
    Wir waren glücklich uns gehörte die Welt...
    Ich dachte nie das die Freundschaft zerfällt...

    Die Erinnerung ist alles was mir bleibt...
    Eine Erinnerung an die schönste Zeit...
    Die Erinnerung ist alles was mir bleibt...
    Eine Erinnerung an die schönste Zeit...

    Wenn starke Gefühle auseinander geh´n...
    Kann ich das Leben nicht mehr versteh´n...
    Waren all die Jahre nur ein Traum...
    Nein ich glaub es kaum...

    Die Erinnerung ist alles was mir bleibt...
    Eine Erinnerung an die schönste Zeit...
    Die Erinnerung ist alles was mir bleibt...
    Eine Erinnerung an die schönste Zeit...

    Werden wir uns einmal wieder seh´n...
    Lernen wir das Leben zu versteh´n...
    Bleib bei mir und verlass mich nicht...
    Ich halt Dich fest, Ich brauche Dich...
    Bleib bei mir bitte verlass mich nicht...
    Ich halt Dich fest denn ich brauche Dich...

    Die Erinnerung ist alles was mir bleibt...
    Eine Erinnerung an die schönste Zeit...
    Die Erinnerung ist alles was mir bleibt...
    Eine Erinnerung an die schönste Zeit...

    Nur Erinnerung was mir jetzt noch bleibt!

    Bibi fehlte mir sehr, denn mit ihr konnte ich immer über alles reden.
    Sie war meine beste Freundin und es tat mir weh die beiden Mädchen zu sehen.
    Zu sehr erinnerten sie mich an Bibi und die Zeit, die wir zusammen verbracht haben.

    Bill berührte mein Knie und riss mich aus meinen Gedanken.
    "Hey, wo warst du denn eben ?",lachte er und ich schaute ihn verwirrt an.
    "Ich weiß auch nicht so wirklich.."
    Ich verfolgte mit meinen Blicken einen alten Mann, der gerade aus dem Bus ausstieg.
    Sein Gesicht war finster und sein Ausdruck sprach Bände.
    Er hatte seine Kapuze tief ins Gesicht gezogen und ging auf ein kleines Haus zu.
    Plötzlich spürte ich Bills Atem auf meiner Wange und ich drehte mich wieder zu ihm.
    Mit meiner Hand fuhr ich ihm den Arm entlang und streichelte zärtlich seinen Hals.
    "Ich liebe dich..", formte ich mit meinen Lippen und küsste ihn.

    Nächste Haltestelle. Pinneberger Bahnhof.

    Ungern lösten wir uns voneinander und stiegen aus.
    "So.. und jetzt müssen wir in die Bahn.. wuah ich bin so aufgeregt!"
    Nervös hüpfte ich neben Bill her und merkte, wie mein Herz klopfte.
    Ich nahm Bills Hand und hielt sie an meine Brust.
    Bill schaute mich geschockt an und machte den Mund ein Stück auf.
    "Merkst du was ?",fragte ich ihn und hielt seine Hand immer noch fest.
    "Ähm ähm ähm.. ",stotterte er.
    "Mensch Schatz .. ob du spürst wie wild mein Herz pocht..",lachte ich und ging weiter.
    "Ja ähm natürlich..",grinste er und zwinkerte mir zu.

    Die Bahn rollte heran und kurze Zeit später saßen wir auf dem Weg zum Fotoshooting.
    "Ich kann es immer noch nicht glauben, dass die mich fotografieren wollen..", sagte ich und schüttelte meinen Kopf.
    "Du hast es dir verdient."
    Bill beugte sich zu mir rüber und gab mir einen kleinen Kuss auf die Nase.
    Ich kicherte los.
    Bill war so liebevoll und schaffte es immerwieder mich glücklich zu machen.

    Nach 35 stand ich mit weichen Knien auf und ging mit Bill Richtung Rothenbaumchaussee.
    Meine Hände wurden zittrig und ich versuchte mich zu beruhigen.
    "Ich glaube wir sind da..",sagte Bill und blieb stehen.
    Er deutete auf ein großes Gebäude.
    Überall hingen große Plakate von Models und ein kleines Schild hing an der riesigen Eingangstür.
    "Vogue,.ja.. ich glaube wir sind richtig.."
    Es verschlug mir die Sprache.
    "Wollen wir nicht mal reingehen ?",fragte Bill mich, nachdem wir 5 Minuten wortlos nebeinander gestanden hatten.
    "Ja..",sagte ich leise und betätigte die Klingel.
    Ein surren ertönte und ich drückte gegen die Tür.
    Endlos lange Stufen zogen sich nach oben und mit jedem Schritt mehr bekam ich das Gefühl, dass sich alles um mich herum drehen würde.
    Bill ging vor und öffnete die Glastür zum Studio...

    27.


    Ich hörte ein klackern an mir vorbeirauschen, als ich mich an Bill kammernd endlich hinein traute.
    Ich senkte meinen Kopf zu Boden und spürte Bills Arm an meiner Hüfte.
    "Komm schon.. du packst das..",hauchte er mir ins ohr und schob mich zur Anmeldung.
    Ich holte tief Luft und sagte mit zittriger Stimme :"..Ich wurde zu einem Shooting eingeladen."
    Die Frau schaute mich mit hochgezogener Augenbraue an und musterte mich.
    "Ja einen Augenblick bitte.. sie können sich schonmal im Nebenzimmer hinsetzen."
    Ich hob meine Tasche vom Fußboden auf und ging mit weichen Knien den Marmorflur entlang.
    Links und rechts an den Wänden hingen Fotos von Topmodeln, wie z.B. Heidi Klum.
    Mein Herz fuhr inzwischen Achterbahn und ich war froh, dass Bill mich begleitete.

    "Schatz ? Ich liebe dich ..",sagte Bill und küsste mich zärtlich.
    Ich war unendlich glücklich darüber, dass er immer für mich da war.
    Mein Lächeln überspielte meine innere Nervosität.
    Über meine Eltern machte ich mir in diesem Moment keine Gedanken, denn es würde mich nur ablenken.
    Überhaupt wünschte ich mir, dass ich nie mehr nach Hause zurück muss.

    Tokio Hotel stand kurz vor der Veröffentlichung ihrer Single "Durch den Monsun" und es machte mir schwer zu schaffen, dass ich dann auf Bill für mehrere Wochen verzichten muss.

    Kreischend kam ein rosa gekleideter Fotograph auf uns zu und umarmte mich herzlich.
    "Fernando..",sagte ich leise und drückte ihn fest an mich.
    Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich jetzt hier stehe. Ihm und Bill..
    Doch ich habe einen großen Verlust hinnehmen müssen, nämlich Bianca.
    Meine Mutter hatte früher immer gesagt, dass man Opfer bringen muss, doch ob es richtig war konnte mir keiner beantworten.
    Der Verlust war enorm und es zeriss mir innerlich die Seele, bei jedem Gedanken der sich um Bibi drehte.
    Einerseits hatte ich gewonnen, aber war doch der Verlierer.

    "Zieh dich um .. du bist gleich dran Madame..", sagte Fernando mit seinem französischen Akzent und zupfte an meinen Klamotten herum.
    Ich kicherte los und verschwand mit Bill in der Gaderobe.
    Das Fenster war weit geöffnet und der warme Sommerwind zog seine Kreise.
    Ich suchte mir ein rotes Sommerkleid aus mit weitem Rückenausschnitt.
    Bill strahlte übers ganze Gesicht als ich auf ihn zuging und ihn küsste.
    "Du bist wunderschön..",hauchte er mir ins Ohr, doch wir wurden von einem energischen Klopfen gestört.

    "Madame ? Bist du fertisch ? Wir müssen anfangen!"

    Fernando.
    Hastig faltete ich meine Hose zusammen und legte sie hin.
    Bill klappste mir auf den Po und fing laut an zu lachen.
    "Psstt..",sagte ich und ging auf meinen Higheels stacksend zur Maske.

    Ich spürte einen weichen Pinsel, der meine Nase umspielte und rümpfte sie leicht.
    Meine Augen wurden in einem sanften Goldton umrandet und mit Glitzernden Steinchen verziert.
    Ich klimperte mit meinen Wimpern und betrachtete mich im Spiegel.
    Lange habe ich mich nicht mehr so gesehen und fragte mich : Habe ich eigentlich so jemanden wie Bill verdient ?
    In mir kamen selbstzweifel auf und ich atmete schwer.
    Doch alles war wie weggeblasen als er seine Hand auf meine Schulter legte und mir Mut zusprach.

    "Danke..",formte ich mit meinen Lippen und ging selbstbewusst zum Aufnahmestudio.
    Plötzlich fiebte mein Handy und ich lief schnell zurück.

    Eine neue Nachricht.
    Absender : Bibi mobil

    Du wirst es noch bereuen. Ich lass mich doch nicht von dir verarschen !


    28.

    Meine Augen füllten sich mit Tränen.

    Danke, das habe ich jetzt echt gebraucht ! Doch ich kann auf sojemanden wie dich verzichten ! Ich bin es Leid dir hinterher zu rennen !

    Bill schaute mich an und fragte mich :"Was ist denn los ?"
    Traurig zeigte ich auf mein Hand und schüttelte gekränkt mit dem Kopf.
    Er kam auf mich zu und wischte mir die Tränen von den Wangen :"Sei stark.. nur dieses eine Mal! Schatz, es ist dein Traum. Geb nicht auf ..nicht jetzt!"
    Ich umarmte ihn und eine große Last fiel von meinen Schultern.
    Ich konnte es nicht fassen, dass ich endlich jemanden hatte, der mir Halt gab und immer für mich da war.

    "Jessica ? Wo bleibst du denn ?", rief Fernando und zog mich an der Hand hinter ihm her.
    Ich wischte mir die schwarzen Tränen unter den Augen weg und schluchzte leise.
    Fernando riss eine große Glastür auf und schupste mich nach vorne.
    "Viel Glück..",lachte er und drückte mir die Daumen.
    Hilflos stand ich nun in einem riesigen Saal.
    Weiße Seide hing an den Wänden und inmitten von quietschgelben Sonnenblumen stand der Fotograph, der sehnsüchtig auf mich wartete.

    "Du bist Jessica,stimmts?",sagte er freundlich und reichte mir seine Hand.
    Ich hoffte, dass er meine Anspannung nicht merkte, denn innerlich brodelte ich wie ein Vulkan.
    "Danke, dass ich hier sein darf."

    Ich ging langsam ein paar Schritte nach vorne und befolgte die Anweisungen des Fotographen.

    "Guck nicht so betrübt. Zeig mit dein schönstes Lächeln."
    'Super', dachte ich, 'wie soll ich das denn jetzt machen ?'
    Verkrampft lächelte ich in die Kamera und versuchte lockerer zu werden.
    "Jaa... nochmal bitte! Nein .. hier her gucken!"
    Er wedelte mit dem Arm hin und her.
    Plötzlich kam Bill aus der Tür und stellte sich hinter den Fotographen.
    "Tus für mich ..",rief er und lächelte mich an.
    'Spinner', dachte ich und streckte ihm die Zunge raus.

    Innerhalb von 2 Stunden musste ich mich 10Mal umziehen und wurde jedesmal wieder übergeschminkt.
    Es schlauchte an meinen Nerven, denn ich war diesen Stress nicht gewohnt.
    In einer dunklen Ecke des Raumes stand ein Mädchen.
    Langsam ging ich auf sie zu.
    Irgendwie kam sie mir bekannt vor, doch ich konnte mich einfach nicht daran erinnern.
    Je näher ich ihr kam, desto mehr erkannte ich ihre Gesichtszüge.
    Wie ein Blitz traf es mich und ich rannte auf sie zu.

    "Tanja!Was machst du denn hier?", ich umarmte sie und konnte es einfach nicht fassen.
    Entsetzt schuppste sie mich zurück und schaute mich irritiert an :"Ähm.. kennen wir uns ?"
    "Du kannst dich nicht mehr an mich erinnern ?"
    "Nein ! Das kann nicht wahr sein..", weinend fiel sie mir um den Hals und schluchzte los.
    Wir zogen die Blicke der gesamten Crew auf uns, doch das war mir in dem Moment egal.
    Tanja war jahrelang meine beste Freundin gewesen.
    Damals waren wir Nachbarn, doch sie musste umziehen, da ihr Vater in Amerika sich bessere Chancen im Berufsleben erhoffte.
    Ich kannte sie, seitdem ich klein war und mit 13 Jahren wurden wir beide förmlich auseinander gerissen.
    Von einem Tag auf den anderen musste sie Deutschland verlassen und der Kontakt brach mit den Jahren immer mehr ab.
    Das ich sie nochmal wiedersehen würde habe ich bis jetzt nie geglaubt.
    Bill kam auf uns zu und stand völlig verwirrt neben uns.
    Ich erzählte ihm die ganze Story über Tanja und mich und er freute sich für mich.

    "Also ihr zwei süßen..was machen wir denn jetzt noch ? Der Tag ist noch lang",lachte Bill und küsste mich auf den Mund.
    "Schatz.. ich muss noch kurz zu Fernando und dem Fotographen. Danach können wir ja zur Alster gehen , oder?"
    Tanja und Bill nickten und ich lief schnell in den Nebenraum.

    "Fernando ? Ich wollte dann jetzt gehen. Wann weiß ich denn, wie die Fotos geworden sind ?",fragte ich neugierig.
    Er lächelte mich an und hielt mir ein weißes Papier unter die Nase.
    Ich zog eine Augenbraue nach oben und schaute ihn irritiert an.
    "Worauf wartest du noch ?Unterschreib endlich!",gluckste er und hielt mir einen Stift hin.
    Meine Hände wurden feucht vor Nervosität und ich fing an am ganzen Körper zu zittern.
    "Ein Vertag ? Das ist nicht wahr oder?"
    Ich war überglücklich und fiel ihm um den Hals.
    Mein Traum wurde endlich war und ich war ihm so unendlich dankbar.
    Ich unterschrieb schnell, drückte ihm einen Kuss auf die Wange und ging wie in Trance zurück zu Bill und Tanja.

    Ahnungslos saßen sie auf der weißen Ledercouch und unterhielten sich über mich.
    "Leute! Es gibt was zu feiern!!",schrie ich und holte den Champagner aus dem Kübel.

    29.

    Fragend blickten sie mich an und ich kam aus dem grinsen nicht mehr heraus.
    "Aaaaaaaaaah sie nehmen mich!!", quietschte ich los und ließ den Korken knallen.
    Bill zuckte zusammen und ging in Deckung.
    Tanja schaute mich erst skeptisch an und rannte auf mich zu :"Ich wusste immer, dass du es schaffen wirst !"
    Sie umarmte mich fest und wünschte mir viel Glück.
    Nachdem ich den Champagner durch den Raum gesprüht hatte kam Bill auf mich zu und küsste mich zärtlich.
    "Baby ich liebe dich !", hauchte er mir ins Ohr und sein Atem auf meiner Haut bereitete mir Gänsehaut.
    Er nahm mich hoch und schleuderte mich hin und her.
    Glücksgefühle machten sich breit und ich wollte diesen Moment am liebsten für immer festhalten.
    All meine Erinnerungen an die dunkle Vergangenheit meines Lebens lösten sich auf wie glitzernde Luftblasen.
    Ich war einfach nur glücklich !

    Kurzerhand beschlossen wir Hamburg unsicher machen, denn Tanja und ich hatten noch viel nachzuholen. Denn all die Jahre die wir getrennt waren, haben wir nicht ein Wort voneinander gehört.
    "Warum hast du dich nie gemeldet ? ",fragte ich leise und schaute in ihre dunkel braunen Augen.
    "Es tut mir Leid. Der Stress war so groß und ich .."
    Ich nickte stumm und schaute auf die beleuchtete Alstermetropole.
    Bills Hand schob sich in meine hintere Hosentasche und ich lächelte ihn frech an.
    "Und wie lange seid ihr jetzt schon zusammen ?"
    Wie ein Blitz durchfuhr es uns und wir blickten uns an.
    "Also.. noch nicht soooo lange",kicherte ich.
    "Jaja genau!",entgegnete Bill.

    Inzwischen wurde es dunkel und man hatte einen wunderschönen Ausblick auf den Brunnen der Alster.
    Hellerleuchtet waren die bunten Ketten an den Bäumen und wir setzten uns auf einen kleinen Stein.
    Unser Atem wurde durch den leichten Nebel deutlich und ich genoss die Stille die zwischen uns herrschte.
    Gerne wäre ich in diesem Moment mit Bill alleine gewesen, doch ich freute mich einfach zu sehr, dass ich Tanja endlich wieder gefunden hatte.

    Ich spürte seine Hand an meiner Wange und richtete meinen Blick auf :"Ist dir kalt ?",fragte er besorgt und rutschte näher an mich heran.
    "Nein.. ist schon okay..", antwortete ich.
    Mein Blick ruhte auf dem Wasser und ich sah, wie der Mond sich funkelnd auf die Wasseroberfläche niederlegte.
    Mein Kopf war völlig frei von Gedanken und ich war froh, dass ich mit so zwei wunderbaren Menschen diesen Abend genießen konnte.
    "Leute ?", unterbrach Tanja meinen kleinen Traum, "ich will Party machen ! Lasst uns auf die Reeperbahn!"
    Ja, das war Tanja.Immer guter Laune und immer nur auf feiern aus.
    So war sie auch schon früher, obwohl wir mit unseren 13 Jahren noch nicht ganz so viel unternehmen konnten.

    Bill nickte begeistert, schnappte meine Hand und zog mich nach oben.
    "Komm, lass uns gehen !"
    Mit seiner Freude steckte er mich an und ich ging strahlend neben den beiden her.

    Wir stiegen in die nächste UBahn.
    Nach ca. 10Minuten waren wir endlich da und uns schienen schon von weitem große Leuchtschilder auf.
    'SEX SHOP' 'Dollhouse'
    "Hier bin ich ja richtig..",grinste Bill und ich sah das funkeln in seinen Augen.
    Ich stuppste ihm in die Seite und schaute ihn ernst an : "Ja was denn ?", entgegnete er und ich fing an zu lachen.
    "Wo ist eigentlich Tom ?", fragte ich ihn und schaute mich um.
    "Der hockt zu Hause. Er wollte nicht mitkommen,.. naja verstehe ich ja auch irgendwie. So ganz alleine.. mit uns beiden.."
    Ich strahlte ihn an und presste meine Lippen auf seine : "Naja, jetzt wo Tanja hier ist..", zwinkernd schaute ich ihn an und malte mir die schönsten Träume aus.

    "Oh fuck!",schrie Tanja und schaute geschockt auf die Uhr, "ich muss schon seit einer Stunde zu Hause sein."
    Seufzend schaute ich sie an :"Süße.. das kannst du uns jetzt nicht antun.. ich dachte wir wollten feiern?"
    "Es tut mir Leid.. ich melde mich bei dir okay ?"
    Ich nickte traurig und wir verabschiedeten uns von ihr.

    Bill umarmte mich und pustete mir ins Gesicht.
    Ich rümpfte die Nase und schaute ihn verwirrt an.
    "Wann musst du eigentlich zu Hause sein ?"
    Ich zuckte mit den Schultern und in mir breitete sich ein unwohles Gefühl aus.
    "Komm lass uns gehen !", sagte er leise und nahm meine Hand.
    "Nein ! .. "

    .. es war zu spät..
    Warum war ich nicht da ?



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 21:32


    30.

    Sein Blick durchdrang mich wie ein Stich ins Herz.
    "Es tut mir Leid Schatz.. ich kann nicht zurück.."
    Still schaute ich auf den kalten Steinboden und erhoffte mir, dass er mich verstehen würde.
    "Du musst zurück ! "
    Mein Herz schlug langsamer und ich atmete tief ein.
    Der kalte Atem sog sich in mir auf und ich wurde innerlich betäubt.
    Tränen rollten mir über die Wange und ich blinzelte leicht.
    Meine Hand suchte seine und mich durchzog eine Kälte.

    "Kommst du mit ?",murmelte ich leise und drückte seine Hand fest zusammen.
    Ich hatte Angst nach Hause zu gehen.
    Angst vor meiner Mutter, denn ihr Blick machte mich immer schwächer.
    Ihre Seele wurde immer schwärzer und ich spürte, wie sehr sie litt.
    Ich konnte nichts tun, denn es verletzte mich innerlich sie so zu sehen.
    Bill nickte und nahm mich fest in den Arm.
    Er tat das einzig richtige - er schwieg.
    Fest krallte ich mich an seine Jacke und lehnte mich an seinen Oberkörper.
    Seine Wärme übertug sich auf mich und ich fühlte mich ein bisschen wohler.

    Händchenhaltend gingen wir zur U- Bahn Station zurück und stiegen ein.
    Die kleinen Lichter flogen regelrecht an uns vorbei und ich starrte geistesabwesend aus dem Fenster.
    Bill hauchte gegen die Scheibe und malte mit dem Finger ein kleines Herz.
    'B&J'
    Mein Bauch kribbelte wie tausend Schmetterlinge, die ihren ersten Flugversuch starteten.
    Verliebt blickte ich in seine Augen und zog ihn an mich heran.
    Ich spürte seine weiche Zunge auf meinen Lippen und schloss die Augen.
    Alles verging wie in Zeitlupe.
    Wir waren gedanklich verschmolzen, nicht mehr auseinander zu denken und Bill strich mir sanft eine Stähne aus dem Gesicht.

    Der Gong ertönte und ich öffnete langsam meine Augen.
    Bill lächelte mich an und nahm meine Hand in seine.
    "Komm Engel.. wir müssen hier raus.."
    Ich schaute ihn irritiert an. Engel ?
    Während er vor mir lief betrachtete ich seinen Knackarsch in seiner Jeans und umarmte ihn von hinten.
    "I love your sexy ass baby..", lachte ich ihm leise ins Ohr und er drehte sich überrascht um.

    Richtige Erfahrungen hatte ich mit Jungs noch nicht gemacht.
    Mal hier und da ein bisschen rumgeknutscht aber mehr ?
    Nein, dafür war ich bisher noch nicht bereit, denn ich hatte immer Angst.
    Angst vor der Vergangenheit.
    Bill erzählte ich noch nichts von meinem früheren Erlebnis, denn ich wollte ihn einfach nicht enttäuschen.

    Meine Augen funkelten im Mondlicht und ich schaute über die dunkle Straßenseite.
    Es war 11Uhr und wir mussten uns beeilen, damit wir noch den letzten Bus bekamen.

    Die Luft war stickig und der Staub brannte mir in den Augen.
    Bill lehnte seinen Kopf an meine Schulter und strich mir mit seiner Hand über den Oberschenkel.


    Das Blut floss über den Asphalt.
    Es war zu spät..

    31.

    Langsame Schritte durchdrangen mein Ohr.
    Immer schneller.
    Hilfe, nein hör auf !
    Was willst du hier ?
    Lass mich !

    Der Schlüssel drehte sich im Schloss herum und ich öffnete leise die Tür.
    Ich zog Bill küssend ins Haus und legte ihm meinen Finger auf seine warmen Lippen.
    "Sie darf uns nicht hören..",flüsterte ich und ging den Flur entlang.

    Das Licht war gedämmt und ich hörte nur ein leises atmen aus dem Schlafzimmer.
    Ihre Augen waren verkrampft geschlossen und ihre Hand lag ruhig auf der Bettdecke.
    Eine beunruhigende Atmosphäre durchströmte den Raum und ich schloss die Tür.

    Bill fuhr mir mit seinen Fingern sanft über den Nacken und öffnete meinen Reißverschluss.
    Raschelnd gleitete meine Jacke zu Boden.
    Ein Schauer zog sich durch meinen ganzen Körper, doch ich wollte ihm vertrauen.
    Wenigstens ein letztes Mal wollte ich einer Person mein Vertrauen schenken, obwohl es sooft missbraucht wurde.
    Ich schloss die Augen und folgte seinen Berührungen.
    Zitternd berührte er meine Schulter und schob mein T-shirt ein wenig zur Seite.
    Seine Lippen hauchten mir auf meine nackte Haut und wieder spürte ich ein warmes Kribbeln.

    Im Hintergrund lief die Musik von Counting Crows - Color Blind.
    Ich liebte diesen Film : Eiskalte Engel
    Immer wenn ich mir diesen Film mit Freunden ansah, saß ich danach tränenüberströmt auf der Couch und kriegte mich nicht mehr ein.

    Langsam fuhr ich mit meiner Hand über seinen Oberkörper und zog sein T-shirt nach oben.
    Ich strich ihm mit dem Finger über seine nackte Haut und zog ihn zu mir aufs Bett.
    Wir saßen uns gegenüber und mein Blick wanderte durch den Raum.
    Innerlich schäumte es in mir über und ich wusste keinen Ausweg mehr.
    Ihn wieder enttäuschen ? - Nein !
    Ich liebte ihn dafür viel zu sehr, doch ich hatte Angst..

    Wir küssten uns leidenschaftlich und ich wuschelte ihm leicht durch die Haare.
    Vorsichtig legten wir uns aufs Bett und ich war endlich bereit dafür..
    Unsere Hände berührten sich und eine Spannung baute sich auf.
    Ich strich ihm mit meinen Haaren über seinen Bauch und er lächelte mich an ..
    Die Zeit schien stillzustehen..

    32.

    Ich wusste nicht, was ich in diesem Augenblick für Gefühle hatte, denn ich war überwältigt.
    In meinem Bauch kribbelte es und es kam mir vor als würde ich fliegen.
    Wie ein Engel auf einer weichen Wolke, hoch über der Erde.

    Bill schaute mir in meine Augen und nahm mir all die Angst, die ich in dem Moment hatte.
    “Bist du dir auch sicher ?“, fragte er zögernd und küsste meinen Hals.
    Seine Hand fuhr mir sanft über die Wange und er strich mir mit seinem Finger über die Lippen.
    Ich wagte mich nicht in dieser Situation etwas zu sagen,denn ich genoss die Stille die um uns herrschte.
    Ich wollte mich fallen lassen, ihm voll und ganz vertrauen.
    Auch wenn es mir schwer viel genoss ich es so nah bei ihm zu sein.

    Ich spürte seinen warmen Atem auf meiner prickelnden Haut.
    “Ich liebe dich..“, hauchte ich ihm ins Ohr und kuschelte mich in das Kissen.

    Überall waren seine Hände und ich seufzte leicht auf.
    Sein Blick beruhte auf mir und ich lächelte ihn an.
    “Ich vertrau dir...“, sagte ich leise und zog seinen Kopf zu mir hoch.
    Unsere Lippen berührten sich und ich merkte wie nervös er war.
    Mein ganzer Körper wurde heiß und ich leckte mir über die Lippen

    Ich gab mich ihm völlig hin und für mich war es die wunderschönste Nacht, die ich je erlebt hatte.
    Tränen voller Glück liefen mir über die Wange und perlten meinen Hals entlang.
    Bill küsste sie sanft weg und streichelte mir über den Arm.
    Ich drehte mich zu ihm und schaute ihm in seine dunklen Augen.
    “Es war wunderschön..“, flüsterte ich und wischte mir erneut die Tränen von den Wangen, die sich aus meinen Augen verlierten.
    Leise tropften sie auf meine Bettdecke und verloren sich in der Dunkelheit.

    All meine Erinnerungen schienen vergessen zu sein, denn ich spürte weder Angst noch Trauer.
    Bill gab mir das Gefühl einen Wert zu haben und es tat mir gut geliebt zu werden.

    Ich rückte näher an ihn heran und umarmte ihn fest.
    Er strich mir durch die Haare und drehte sie zu kleinen Locken.
    Ich grinste ihn an und gab ihm einen Kuss.
    “Ich liebe dich Baby..“, formte er mit seinen Lippen, zog mich näher an sich heran und schloss die Augen.
    Ich kuschelte mich an seinen warmen Oberkörper und dachte noch über viele Dinge nach, die mir Kopf herumkreisten.
    Lange fand ich keine Antwort auf meine Fragen...

    33.

    Wie auf Wolken
    bewege ich mich fort.
    Es hält mich
    weder da
    noch dort -
    dieses Gefühl der
    Unruhe in mir.
    Du hast mich wieder
    aufgewühlt,
    hast mir gezeigt,
    wie man was fühlt.
    Ich kannte das alles.
    Fühlte wie auf Wolken,
    daß er nie wiederkommen wird.
    Doch als er mich zum
    ersten Mal berührte,
    wußte ich tief in meinem Herzen,
    daß es wahre Liebe ist.
    Und als er mich zum ersten Mal
    küßte, wußte ich,
    daß er mein Schicksal ist.

    Meine Atmung war ruhig und ich fühlte mich befreit – befreit von all den Sorgen, die ich mir gemacht hatte.
    Glücklich fing ich an zu lächeln und küsste sanft seinen Unterarm.
    Bill schlief tief und fest – wie ein Engel.
    Ich betrachtete sein Gesicht. Er sah so friedlich aus.
    Ich wusste, dass es das es richtig war und ich hatte es keinen Moment bereut.
    Erschöpft schloss ich die Augen und ließ mich in meinem Traum treiben.

    Engel können fliegen.. ich habs dir immer gesagt !
    Halt mich fest.. ich falle !

    Ein sanfter Hauch streichte mir übers Gesicht.
    Meine Augen öffneten sich leicht und sahen nur verschwommene Umrisse.
    “Schatz ?“, flüsterte er und lächelte mich an.
    Ich drehte mich zur Seite und schaute auf die Uhr.
    05:30
    Ich gähnte leise und schaute ihn fragend an.
    “Komm..“
    Bill zog mich nach oben und umarmte mich.
    Ich war wie gelähmt und brachte keinen Ton heraus.
    “Was hast du vor ?“, sagte ich schläfrig und tappste ihm verträumt hinterher.
    Er öffnete die Tür zur Terasse und ließ mich vorgehen.
    Die Kälte der Luft durchzog meinen gesamten Körper und ich fing an zu zittern.
    Hilflos verschränkte ich die Arme und schaute in den nebligen Himmel.
    Ich spürte eine Decke auf meinen Schultern.
    Sie war kuschelig warm und ich umschloss sie fest.
    Bill nahm mich an die Hand und ging mit mir zum Rasen.
    Ich atmete tief ein und spürte den Tau, der mir in der Nase kitzelte.

    Plötzlich spürte ich zwei Hände die sich über meine Augen legten.
    Meine langen Wimpern kitzelten seine Handflächen und ich spürte sein Lächeln, dass sich auf seinen Lippen breit machte.
    “Was hast du vor ?“,fragte ich orientierungslos.
    Bill sagte kein Wort und ich folgte widerwillig seinen Schritten.

    Seine Hände lösten sich und ich hielt mir die Hand vor den Mund.
    “Schatz du bist verrückt!“, flüsterte ich ungläubig und schüttelte mit dem Kopf.
    Verliebt umschlang ich seinen Hals und küsste ihn zärtlich.
    Auf dem Rasen waren Kerzen in Form eines Herzens aufgestellt.
    Ich freute mich riesig und mein Herz klopfte wie verrückt.

    Er reichte mir seine Hand und führte mich in die Mitte der Kerzen.
    Vorsichtig legte ich die Decke auf den feuchten Rassen und lehnte mich an Bills Schulter.
    Er deutete in den Himmel und ich sah wie die Sonne langsam den Horizont streifte.
    Der Himmel färbte sich dunkelrot und war hellerleuchtet.
    Gänsehaut überzog meinen Körper und ich schaute verträumt nach oben.
    Ich hätte nie gedacht, dass ich so was erleben würde.
    In diesem Moment war ich mir sicher, dass es Schicksal gewesen sein muss, dass ich ihm begegnet bin.
    Er füllte all die Lücken aus, die in meinem Leben verursacht wurden und er war das passende Puzzelstück in meinem Herzen..


    Ich möcht mit dir sterben
    Im Sturm heute Nacht..

    Siehst du das Meer,
    Die stürmische See?
    Halt mich ganz fest,
    Bevor ich vergeh`.

    Spürst du den Wind,
    Des Himmels Gewalt?
    Küss meine Lippen
    Bald werden sie kalt.

    Hörst du den Donner,
    Gewitters Beginn?
    Hör auf, dich zu wehren
    Es hat keinen Sinn.

    Ich möcht mit dir sterben
    Im Sturm heute Nacht..


    34.

    Mit glitzernden Augen betrachtete ich ihn, als er mir erzählte, dass er gehen muss.
    “Wo willst du hin ?“, sagte ich leise und strich mit der Hand durch das nasse Gras.
    Er küsste mein Ohr und flüsterte : “Wir müssen nach Köln ..Ich weiß nicht, wann ich wieder hier sein kann..“
    Ich biss mir auf die Unterlippe und versuchte stark zu sein, doch mein Herz blutete innerlich.
    Keinen klaren Gedanken konnte ich mehr fassen, als er es aussprach.
    Ich wollte gar nicht daran denken.

    Die Sonne schien mir mitten ins Gesicht und ich suchte die Nähe von Bill.
    Ich lehnte meinen Kopf auf seine Schulter und genoss die letzten gemeinsamen Minuten, die wir zusammen verbrachten.
    “Ich werde dich vermissen..“, seufzte ich und schaute ihm in seine dunklen Augen.
    Sanft strich er mir durch die Haare und küsste meine Stirn.
    Um uns herum war es still und ein seichter Wind wirbelte durch die Luft.

    Zögernd stand er auf, steckte seine Hände in die Hosentasche und ging mit gesenktem Kopf auf die Strasse zu.
    Bill stand unter enormen Druck, auch wenn es noch nicht einmal richtig angefangen hatte.
    Ich hatte Angst, dass ich ihm im Weg stand.. denn eine Freundin ist sicherlich das letzte was man für eine Karriere braucht.

    Die Autos rauschten an ihm vorbei und betrübt blickte er in den Himmel.
    Ich schaute mich um, stand auf und ging hinter ihm her.
    So konnte es nicht weiter gehen !
    Warum verlassen mich immer Menschen die ich liebe ?

    Meine Arme umschlungen seinen Körper und ich drückte ihn fest an mich.
    Der Himmel wurde grau und dunkle Wolken zogen auf.
    Regentropfen fielen vom Himmel und tropften mir aufs Gesicht.
    Sie vermischten sich mit meinen Tränen und perlten mein Kinn hinunter.

    Starr blieben wir stehen und der Regen wurde immer stärker.
    Die Kälte sog sich in unsere Körper auf und ich fing an zu zittern.
    Plötzlich blitze es am Horizont und wir zuckten zusammen.
    Klitschnass standen wir draußen, doch ich liebte Sommergewitter.
    Der Asphalt kühlte sich ab und Dampf stieg nach oben.
    Alles um uns herum verschwomm und ich stellte mich vor ihm.

    Mit eiskalten Händen fuhr ich ihm mit der Hand über den Bauch und zog ihn langsam an mich heran.
    Unsere nassen Lippen trafen sich und wir küssten uns zärtlich.
    Mein T-shirt klebte mir an der Haut und meine Wimperntusche lief mir in Furchen die Wangen hinunter.

    Wir lösten uns voneinander als ein schwarzer Bus neben uns anhielt.
    Tom winkte uns zu und öffnete die Autotür.
    “Ihr seid doch verrückt..was steht ihr hier draußen ?“
    Meine Haare hingen strähnig an den Seiten hinunter und Bill sah auch so aus, als wäre er gerade in einen tiefen See gesprungen.
    Ich begrüßte die drei mit einer Umarmung und wünschte ihnen viel Spaß.
    Langsam drehte ich mich zu Bill zurück und sagte ihm ,dass ich ihn über alle Liebe und ihn jetzt schon vermisse.
    “Du packst das Süße.. Ich liebe dich!“, er besiegelte seine Worte mit einem letzten Kuss, nahm mich noch einmal in den Arm und stieg in den Bus.
    Meine Hand berührte das kalte Glas und Bill legte seine dagegen.
    Nur ein dünnes Glas trennte uns voneinander und es schmerzte in mir.
    Ich unterdrückte meine Tränen, doch es war schwer loszulassen.

    Der Bus rollte los und ich ging noch ein paar Schritte mit.
    Ein letzter Faustschlag gegen die Scheibe.
    “Ich liebe dich !“, formte ich mit meinen Lippen und bliebt stehen.
    Bill drehte sich um und winkte mir zu.
    Seine Augen waren traurig, doch auch er kämpfte dagegen an..

    Verlassen blieb ich zurück und sah wie ein kleines Licht in unserem Haus brannte.
    Gedankenverloren ging ich zurück und schloss die Tür hinter mir.
    Ich packte meine Sachen zusammen und schaute auf mein Bett.
    Ein kleiner Zettel lag auf meinem Kopfkissen und ich las ihn mir durch.
    “Bill.. “, flüsterte ich leise und drückte das Papier fest an mich.


    Von Gefühlen getrieben
    Die sonst keiner hat
    Ist es schwierig zu lieben
    Das dünne Eis ist auch glatt
    Ich kenn diese Stelle - Ich war da selbst schon
    Du siehst deine Felle
    Doch sie schwimmen davon
    Vielleicht hilft es ein bisschen
    Dort wo du gerade bist
    Zu hören und zu wissen
    Dass ich weiss, wie es ist
    Ich spreche von Herzen
    Glaub mir ich seh
    Das Leid und die Schmerzen

    Es tut weh, so weh, so weh
    Ich will in dein Herz hinein
    Um dir ein Trost zu sein

    Allein und verlassen
    Vom Rest dieser Welt
    Beginnt man zu hassen
    Was die Seele entstellt
    Ich sing diese Zeilen
    Um ein Trost zu sein
    Vielleicht helfen sie einem
    Mich loszuschreien

    Es tut weh, so weh, so weh
    Ich will in dein Herz hinein
    Um dir ein Trost zu sein

    Verdammt und verraten
    Verloren und verkauft
    Kann man lange drauf warten
    Doch der Schmerz hört nicht auf
    Das von Kröhnung durchbohrte Herz erstickt an der Last
    Vielleicht geben meine Worte
    Dir ein wenig mehr Kraft..

    35.

    Von Gefühlen getrieben stiegen mir die Tränen in die Augen und ich sah nur verschwommen die Umrisse im Raum.
    Mein Herz pochte wie wild bei dem Gedanken an Bill.
    “Ich liebe dich ..“,sagte ich leise und starrte an die kahle, weiße Decke.

    Ich nahm meine Tasche in die Hand und ging nach draußen.
    Das Gewitter war vorüber gezogen und eine stickige Hitze lag in der Luft.
    Die Vögel zwitscherten verliebt und ein leichtes lächeln zeichnete sich auf meinem Gesicht ab...

    Die Schulglocke ertönte und alle gingen in ihre Räume.
    Verlassen stand ich auf dem Hof und schaute hoch zum Fenster.
    Ich spielte mit dem Gedanken umzudrehen, doch ich wollte mich nicht lächerlich machen.
    "Du packst das..", hörte ich Bills Stimme sagen.

    Nervös betrat ich unseren luftigen Klassenraum und schaute mich um.
    Ich sah sie nirgends.
    Bibi.
    Ich hörte ein lautes Klackern vom Flur und drehte mich um.
    Ihre Haare waren hochgesteckt und sie schaute mich mit einem gekünselten Lächeln an.

    “Hey Schlampe..“, war das einzige was sie über die Lippen brachte.
    “Tz..“, sagte ich und schaute sie schräg an , “komm Baby .. so was geb ich mir nicht!“
    Ich war überrascht über meine Schlagfertigkeit und grinste triumphierend.
    “Na wie geht’s denn deinem Billi- Boy ? Haste ihn endlich mal rangelassen ?“, ihre Augen waren voller Hass gegen mich und ich schaute auf den Boden.
    Jessi, sag was.
    Nein !
    Hör auf !
    Reiß dich zusammen.

    Gekränkt biss ich mir auf die Unterlippe.
    Einst waren wir wie Schwestern. Doch jetzt ?
    Uns verband nur noch der Hass den wir füreinander übrig hatten und ich wusste noch nicht mal warum !

    “Halt einfach deine Klappe!“, schrie ich und meine Augen glitzerten im Licht.
    Sie kam näher auf mich zu und schaute mich von oben bis unten an.
    “Pass auf was du sagst!“, fauchte sie zurück und erhob ihre Faust.
    “Wie lächerlich..Du weißt doch selber nicht den Grund dafür.. In dir spricht doch nur der pure Neid! Aber schlag doch zu!“
    Meine Augen kniffen sich ein wenig zusammen und ich stand ihr gereizt gegenüber.
    Sekundenlang bewegten wir uns nicht und man hörte nur unser leises Atmen.

    Wie in Zeitlupe bewegte sich alles um mich herum und ich hörte ein leises Rauschen in meinen Ohren.
    Ein Schlag.
    Schreie.
    Blut.
    Stille.

    36.

    Ich wollte nur mal kurz sagen, dass nicht ALLES was ich schreibe der Wahrheit entspricht O.o ..^^.. also vieles stimmt aba nich das was jezz kommt .. ^^.. also nur mal zur Info .. viel spaß beim lesen..

    Schweigend blickte ich auf den Boden und sah wie das Blut sich in die Fliesenrillen einsog.
    Geschockt fasste ich mir ins Gesicht und dunkelrotes Blut klebte an meiner Hand.
    Es lief mir die Wangen hinunter und tropfte auf mein weißes T-shirt.
    Fassungslos stand ich vor Bibi und sah ihr in die Augen.

    “Du miese Schlampe!“, schrie ich und rannte auf sie zu, doch ich spürte zwei Hände die mich festhielten.
    “Lass mich los!“, kreischte ich und wehrte mich mit all meiner Kraft, die mir noch übrig blieb.
    Bibi wich einen Schritt zurück und taumelte wie in Trance nach hinten.
    Ich blickte nach hinten und sah wie Vitali mich fest umarmte : “Hör auf verdammt!“
    Geschwächt sackte ich zusammen und kniete mich auf den kalten Fußboden.
    “Warum hast du das getan ?“, flüsterte ich leise vor mir hin und starrte nach unten.
    Das Blut tropfte immer wieder auf den Boden und ich presste verzweifelt meine Hand vor das Auge.

    Vivi standen die Tränen in den Augen als sich auf mich herabsah.
    Ihre Blicke schweiften zu Bibi herüber und sie hatte nichts mehr als Mitleid für sie über.
    “Du bist so feige !“, zischte sie,kniete sich zu mir herunter und drückte mir ein Tuch auf die Augenbraue.
    “Autsch..“
    Schmerzerfüllt presste ich die Augen zusammen und biss mir auf die Oberlippe.
    Meinen Traum konnte ich jetzt wohl vergessen.
    Alle Termine musste ich streichen, denn wer will schon ein Model mit einer Platzwunde im Gesicht ?
    Das letzte an was ich mich erinnern konnte war ein helles Licht und dann überkam mich die Dunkelheit.

    Mein Kopf dröhnte und ich wischte mir erschöpft übers Gesicht und zuckte zusammen.
    Langsam öffnete ich die Augen und starrte an eine kahle weiße Decke.
    “Wo bin ich ?“, sagte ich leise und schaute mich um.
    Alles war steril und unter mir war eine weiße Liege.
    Ich versuchte aufzustehen doch ich war zu schwach und sackte wieder zusammen.
    Ein fremder Mann kam auf mich zu und redete auf mich ein.
    “Hallo ? Hören sie mich?“
    Irritiert schaute ich ihn an und fragte ihn nur :“Wo bin ich ?“
    Er schüttelte mit dem Kopf, notierte etwas auf seinem Zettel und schaute mich ernst an :“Ich muss wohl ihr Mutter benachrichtigen..Sie sind psychisch krank.“
    Was ?
    Das hat er jetzt nicht wirklich gesagt oder ?
    Psychisch krank ? Ich ?

    “Sag mal was fällt ihnen eigentlich ein ?“, schrie ich ihn mit weit geöffneten Augen an und öffnete fassungslos meinen Mund.
    “Legen sie sich mal wieder hin ! Schreien brauchen sie schon gar nicht.. ich werde ihre Mutter anrufen. Eine Freundin von ihnen hat uns von ihren psychischen Anfällen erzählt und DAS sagt jawohl alles!“, er deutete auf meinen Arm.
    Schnell legte ich meine Hand über meine Narben und schaute geschockt zu Boden.
    Bibi.
    Diese miese Schlampe!
    Warum ?!

    37.

    Stille.
    Verzweiflung.
    Hilflosigkeit.

    Ich konnte es nicht fassen! Warum hat sie das getan ?
    Tränen kullerten mir über das Gesicht und ich krallte mich in das sterile weiße Laken.
    Schwarze Linien zeichneten sich auf meinem Gesicht ab und ich starrte an die kahle Wand.
    Wortlos schüttelte ich mit dem Kopf und wischte mir mit meinem Ärmel meine Wangen trocken.
    Mir ging es richtig beschissen und das letzte was ich brauchte war meine Mutter!
    Warum müssen die Ärzte sie mit einer weiteren Last überfordern ? ’WARUM VERDAMMT?’
    Verzweifelt rang ich mit mir.
    Ich schloss meine Augen und versuchte ruhig zu bleiben. Meine Atmung wurde ruhiger und ich legte meine Hände auf meinen Bauch.

    Tränen,
    wie Schnitte in die Haut,
    Blurot, schmerzend, verletztend.
    Sie lassen Dich nicht los.
    Sie sickern.
    Tief.
    Tief in dein Herz.
    Und schneiden sich hinein.
    Hinein in dein Herz.
    Wo Sie sich sammeln und verweilen.
    Bis es zu spät ist, und der Schmerz,
    der Tränen dich zerstört.

    Wie in einem Traum sah ich Bill vor mir wie er mir das erste Mal tief in die Augen sah und sagte, dass er mich liebt. Ich spürte ein Kribbeln das meinen gesamten Körper durchzog.
    Eine wohlige Wärme machte sich breit und es zeichnete sich ein leichtes Lächeln auf meinen Lippen ab.
    Doch meine Haut schmerzte, denn die Tränen hatten mein Gesicht ausgetrocknet.
    Mein Verlangen nach ihm wuchs mit jedem Ticken der Uhr und mit jeder schweigenden Stunde die ich hier verbrachte. Doch warum ?
    Warum bin ich hier?
    Mit zitternden Händen fasste ich mir an die Stirn und spürte das getrocknete Blut auf meiner Haut.

    “Sie sind psychisch krank.“

    Ich legte meine Hände auf meine Augen und weinte los.
    Jahrelang hatte ich alles verschwiegen, denn niemand wusste die reine Wahrheit.
    Alle kannten nur die eine Seite von mir – die Helle, fröhliche Seite.
    Doch in Wirklichkeit war meine Seele schwarz voller Hass und Verzweiflung.
    Niemand von meinen Freunden wusste, wie es mir wirklich ging, denn sobald sich die Tür hinter mir schloss legte ich mein gekünzeltes Lächeln ab und schwieg.
    Sie hätten mich eh nie verstanden und ich wollte sie auch nicht damit belasten.

    Ich spürte eine eiskalte Hand auf meiner Haut und öffnete die Augen.
    Das Licht schien mir grell ins Gesicht und alles um mich herum war verschwommen.
    “Mama?“, sagte ich leise und hielt meine Hand gegen das Licht.
    Ich spürte wie sie mir über den Kopf strich und eine Träne auf mich herab fiel.
    Geschwächt stützte ich mich ab und setzte mich aufrecht hin.
    Zum ersten Mal seit langer Zeit schloss sie mich in die Arme und drückte mich fest an sich.
    Tränen liefen mir über das Gesicht und tropften auf ihre Schulter.
    “Ich liebe dich Mama..“, schluchzte ich leise und schaute in ihre glasigen Augen.
    Eine einsame Träne entfloh sich aus ihren Augen und sie antworte :“Was hab ich dir nur all die Jahre angetan ? Mein Engel es tut mir so Leid !“
    Sie strich mir über die Wange und ich bekam Gänsehaut.
    Lange hatte ich auf diesen Moment gehofft und endlich hatte sie verstanden wie sehr ich sie brauchte.
    “Hol mich hier raus..“, sagte ich mit verweinter Stimme und biss mir verzweifelt auf die Unterlippe.
    Sie nahm meinen Arm in ihre Hände und schob meinen Ärmel nach oben.
    Vorsichtig strich sie über meine Narben und schaute mir mit Tränen in den Augen ins Gesicht.
    “Warum ?“, war das einzige was sie über die Lippen brachte.
    “Es tut mir Leid..“
    Ich drehte meinen Kopf zur Seite und fing an zu zitterrn.

    Konzentrier' dich kleines Herz
    du wirst herausgefordert

    Die Welt erwartet von dir
    das du deine Taten
    und Worte rechtfertigst

    Wie du alles erlebtest
    und es dich formte
    ist nebensächlich
    in deren Verlangen um
    deinen Geist

    Kalte Augen starren dich an
    und zähnefletschend warten sie
    auf die Erlaubnis über dich
    herfallen zu dürfen und dir
    das Letzte zu nehmen
    was dich am Leben hält:

    die Erinnerung ...



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 21:36


    38.

    “Du darfst mich nicht verlassen ..“ Ihre Stimme klang ängstlich und ich wandte meinen Blick zurück zu ihr.
    Mein Arm schmerzte, denn sie drückte ihn zwischen ihren Fingern zusammen.
    “Du tust mir weh..“, schrie ich sie an und meine Augen fingen an zu funkeln.
    In den letzten Jahren hatte sie mir so unendlich weh getan und jetzt soll alles wieder wie früher sein ?
    Ich konnte nicht einfach meine Erinnerungen für immer löschen, denn sie hatten mein gesamtes Leben geprägt.
    Stille herrschte im Raum und ich zog meinen Arm zurück.
    Schmerzend hielt ich mein Handgelenk fest und schaute auf den Boden.
    Eine Träne folgte meinem Blick und ich sagte :“Es ist nicht mehr so wie früher..Mama ich kann nicht mehr! Ihr könnt nicht alle Wunden schließen, die ihr mir angetan habt...“
    “Aber..“
    “Es ist zu spät Mama!“, schrie ich und stand auf.
    Alles drehte sich um mich herum und meine Knie zitterten.
    Plötzlich öffnete jemand die Tür.

    Papa.

    Ich schaute ihn an und sah wie Mama aufstand und den Raum verließ.
    Stumm stand ich vor der Wand und strich mit meiner Hand über die kalten Fließen.
    „Es tut mir leid..“
    Verständnislos schüttelte ich mit dem Kopf und betrachtete meine Handgelenke : “Und das alles nur, weil ihr nie wusstet wie es mir geht.. nie habt ihr ein einziges Mal an mich gedacht ! Ich hab euch gebraucht, doch ihr wart nie für mich da..“
    Er legte seine Hand auf meine Schulter.
    Einerseits fühlte ich mich verstanden, doch ich konnte es einfach nicht vergessen.
    Ich wagte immer wieder den Sprung dem Tod näher zu kommen, doch irgendwas hielt mich immer fest und wollte mich nicht loslassen.
    Mein größter Halt war Bill, denn er war die Person die mich wirklich verstand.
    Bill.
    “Ich kann es doch auch nicht mehr ändern..“, sagte er und setzte sie auf die Liege.
    “Ja genau das ist der Punkt! Ihr könnt es nicht mehr ändern !“
    Ich rutschte mit dem Rücken die Wand entlang und zog meine Knie fest an meinen Körper.
    Zitternd umklammerte ich meine Beine und stützte mein Gesicht darauf ab.

    Mitten in der Nacht stehe ich auf
    gehe vor die Türe
    weiß nicht, was mich ruft.

    Mitten in der Nacht stehe ich im Freien
    sehne mich nach etwas
    das ich nicht definieren kann.

    Mitten in der Nacht rufe ich
    - nach Dir?
    Nein - einfach nur nach dem fernen
    Mondlicht

    das weiß und milchig seine Strahlen sendet
    mich nicht blendet und doch Licht spendet
    das ferne ist - so wie ich selbst
    und doch einfach da ist.

    Und dann gehe ich wieder hinein
    und lege mich schlafen
    behütet und gestreichelt
    vom Mondlicht.

    Mein Handy klingelte leise und ich holte es aus meiner Tasche. Es war das einzige was sie mir nicht weggenommen hatten.

    Bill ruft an.

    “Schatz..“, hauchte ich leise ins Telefon und merkte wie mir mein Herz bis zum Hals klopfte.
    “Pscht seit mal still..Hey süße wie geht’s dir ?“
    Ich ließ meinen Blick schweifen und überlegte ob ich im die Wahrheit sagen sollte.
    “Schatz... ich lieg im Krankenhaus..“
    “Was ? Was ist denn passiert?!“
    Ich nahm das Handy von meinem Ohr weg und starrte es wie in Trance an.
    “Ich denke ich sollte besser gehen..“, sagte mein Vater, stand auf und schloss die Tür hinter sich zu.

    “Hey ? Bist du noch dran ? Rede mit mir!“
    Erschrocken nahm ich es wieder in die Hände :“Es tut mir Leid..“
    “Was ist denn überhaupt passiert?“

    Ich musste es ihm einfach sagen, obwohl ich ihn nicht ablenken wollte, denn sie hatten einen wichtigen Termin in Köln.
    Ich erzählte ihm was in der Schule passiert ist und warum ich hier nicht so schnell weg konnte wie ich erhofft hatte.
    “Sie sagen ich bin krank Schatz..“
    “Diese kleine Schlampe! Was fällt ihr denn ein so was zu..“
    “Hör auf! Es hat keinen Sinn!“, unterbrach ich ihn und vergrub mein Gesicht in meine Hand.
    Tränen flossen mir über das Gesicht und ich schluchzte laut ins Telefon.
    “Wo bist du ?“, fragte er mich und ich hörte viele Stimmen im Hintergrund wild durcheinander reden.
    “Altona..“
    Plötzlich hörte ich ein tuten und ließ das Telefon fallen.
    Mit der Faust schlug ich auf den harten Boden und spürte einen erleichternden Schmerz.
    Ich weinte laut los und krümmte mich.
    Die Tränen flossen mir wie kleine Bäche zwischen den Fingern hindurch und suchten ihren Weg nach unten.
    Ich legte mich auf meinen Rücken und schloss die Augen.
    Beruhig dich ! Hör auf ! Beruhig dich !

    Immer wenn es regnet muss ich an dich denken.. wie wir uns begegnet sind.. ich kann mich nicht ablenken.. nass bis auf die haut.. so stand sie da.. um uns war es laut und wie kamen uns nah..

    Ich musste eingeschlafen sein, denn lautes Hämmern an meiner Tür weckte mich.
    “Ja ?“,sagte ich verschlafen und hob meinen Kopf nach oben.
    Langsam öffnete sich die Tür und Bill stand im Raum.
    Er sah müde aus, denn sein Gesicht war blass und seine Augen waren leer.
    Gänsehaut durchfuhr meinen Körper und ich stand benommen auf.
    Ich fühlte mich schwach und so hilflos.
    Er kam auf mich zu und umschlang meinen zitternden Körper.
    Sanft strich er mir über die Wange und küsste mich vorsichtig.
    “Du hast mir so gefehlt .“
    “Was machst du hier ?“, fragte ich ihn und krallte meine Hände in seine Jacke.
    “Wir konnten dich nicht alleine lassen...“
    Nach diesem Satz trat er beiseite und ich sah wie Tom,Gustav und Georg hereinkamen.
    Ich schüttelte mit dem Kopf und stand wie gelähmt vor ihnen.
    Tom kam auf mich zu und nahm mich fest in den Arm : “Wir holen dich hier raus.. egal wie..“
    Ich nickte leise und gab ihm einen kleinen Kuss auf die Wange : “Danke dass ihr hier seid.“
    Im Raum herrschte eine ungewohnte Stille, die auch mir zu schaffen machte.
    Bill saß mit mir auf meinem Bett und schaute gerade nach unten.
    Sein Blick zeigte mir, dass er Angst hatte und ich legte meine Hand auf seinen Oberschenkel.

    Draußen tobte ein Sommergewitter und der kalte Wind wirbelte hinein.
    Der Regen fiel vom Himmel und die Blätter ließen sich in die Unendlichkeit treiben...


    39.

    Ich sehe in die Dunkelheit,
    bin zum Leben nicht bereit.
    Meine Augen sind schon lange leer
    und genau so lange fühle ich nichts mehr.

    Freude, Liebe, Frieden, Glück,
    alles prallt an mir zurück.
    Nur Trauer, Schmerz und Leid
    kommen zu meiner Einsamkeit.

    Mit weinenden Augen blicke ich umher,
    suche ein Licht immer mehr.
    Kein Geräusch, kein Ton dringt an mein Ohr,
    so stelle ich mir meine Seele vor.

    Die Worte rauschten an mir vorbei und abwesend nahm ich dran teil.
    “Süße?“, Bill schaute mir tief in die Augen und strich mir über die Wange.
    “Hm?“
    Ich hätte in diesem Augenblick in seinen Blicken versinken können, denn sie waren so tief wie das dunkle Meer in einer stürmischen Sommernacht.
    Wortlos sah er mich an und küsste sanft meine Lippen.
    Ein eiskalter Schauer fuhr mir über den Rücken und ich umschlang seinen Hals.
    Tom räusperte laut und grinste uns an : “Sollen wir gehen ?“
    Bill winkte mit der Hand Richtung Tür und schon standen die drei von ihren Plätzen auf und öffneten die Tür.
    “Wir gehen nach draußen..“, sagte Gustav leise.
    Ich nickte und wandte mich wieder Bill zu.

    Er war so unbeschreiblich.
    Ich konnte ihn nie in Worte fassen, genauso wie ich nicht sagen konnte, wie sehr ich ihn eigentlich liebte.
    Ich brauchte ihn einfach zum Leben, denn ohne ihn würde ich fallen..
    Damals hatte ich niemanden, der mich einfach mal in den Arm genommen hatte und mir gesagt hat, dass er mich braucht.
    Mir fehlte die Zuneigung und so versuchte ich anders mit meinem Schmerz umzugehen, wie es andere vielleicht auf normalem Wege können.
    Ich war nicht stark genug, unterlag dem unermesslichen Druck.
    Doch endlich hatte ich jemanden gefunden, dem ich alles erzählen konnte und der mich verstand – einfach jemand, der für mich da war.

    “Schau mich an..“
    Ich blickte nach oben und sah ein trauriges Lächeln.
    Er war gezeichnet von der Angst die ihn umgab.
    “Mach dir keine Sorgen..“, antwortete ich leise und strich ihm über das Gesicht.
    “Du hast gesagt du machst es nicht mehr..“
    Stille.
    Seine Hand malte die Narben auf meinem Handgelenk nach und ich fühlte mich schlecht.
    Ich hatte ihn belogen, ihn verletzt.
    Tränen kullerten meine Wangen hinunter und tropften auf seine Hand.
    Sein Blick fühlte meinen Schmerz und er nahm mich fest in den Arm : “Wir schaffen das..zusammen!“
    Mein Kinn zitterte und ich brachte keinen Ton heraus.

    Eine Stunde lang saßen wir nebeneinander und sprachen über meine Vergangenheit und über uns.
    Die Zeit verging so unendlich schnell und mir fiel eine Last von den Schultern, die ich immer mit mir trug.
    Ich sprach Worte und Gedanken aus die ich sonst immer verschwieg.

    Mir ist so kalt,
    Kälte in meinem Herzen, in meinem Kopf, meiner Stimme.

    Augen lachen über mich,
    ein Blick der keiner ist.

    Ich fühle mich stumpf,
    einsam in einer Welt voller Kälte

    Eine Frage keine Antwort,
    ein Blick kein Lächeln,
    eine Berührung keine Wärme,

    ich schreie stumm, möchte weinen
    über Menschen, die nicht verstehen
    und mit einer Maske im Gesicht
    die Sonne nicht sehen.

    “Sie weiß nichts davon..“, unterbrach ich ihn und legte meine Hände auf meine kalten Beine.
    “Wer ?“
    “Tanja..“
    Bill schaute mich verwirrt an.
    “Ich habe ihr nichts von all dem gesagt..rufst du sie für mich an ?“
    Ich hielt ihm mein Handy entgegen und blickte ihn bittend an.
    Er nahm es in seine Hände und wählte langsam die Nummer.
    Danke, formte ich mit meinen Lippen und küsste ihn auf die Wange.

    “Ja?“

    “Hey hier is Bill..“

    “Ähm ja ? Was ist los?“

    "Jessi liegt im Krankenhaus und.....“

    Er erzählte ihr alles von Anfang an, doch warum ich genau hier war sagte er ihr nicht.
    Schweigend saß ich neben ihm und legte meinen Kopf auf seine Schulter.
    Müde schloss ich meine Augen und fing an zu träumen.


    Ich sehe aus dem Fenster!
    Sehe in eine Welt, die von einem dunklen Schleier umhüllt ist.
    Der Himmel weint, doch ich verstehe nich recht warum!
    Weint er, weil du nicht bei mir bist? Weint er, weil ich mich einsam fühle?
    Ich weiß es nich und er selbst kann es mir nicht beantworten!
    So gerne wüsste ich was ihn bedrückt.
    Ich spüre seine kalten, sanften Tränen, die durch das geöffnete Fenster in mein dunkles Zimmer, welches nur durch ein paar Kerzen erhellt wird, eindringen.
    Dieses Gefühl lässt mir fast das Blut in den Adern gefrieren.
    Ein tiefes Grollen kommt näher
    Mir läuft ein eiskalter Schauer den Rücken runter und ich frage mich, wann wir uns endlich sehn.
    Frage mich, wann ich endlich in deinen Armen liegen kann und dann... weine ich mit, doch ich weiß, weshalb ich weine.


    40.

    Ein Hauch von Einsamkeit & doch geborgen.
    Träume ich oder ist es die Realität?
    Ich suche nach dem Ausweg doch er ist so weit entfernt.
    Hol mich hier aus!
    Ich kann nicht mehr..
    Deine Blicke sind so starr, so kalt.
    Wach auf!
    Bitte.
    Wach auf!
    Verlass mich nicht..

    Ich sah ein warmes Licht auf mich zukam und lief darauf zu, spürte wie es mich in sich aufnahm und fühlte mich frei.

    “Du weißt doch, dass Engel fliegen können...“

    “Schatz..“

    “Schatz..“

    “SCHATZ!“

    Gähnend öffnete ich die Augen und schaute ihn an.
    Sein Gesicht war genau über mir und er lächelte.
    Langsam zog ich ihn zu mir herunter und küsste seine Lippen zärtlich.
    Sie waren so sanft und ich spürte das Kibbeln in meinem Bauch.
    Vorsichtig schob ich meine Hand unter sein T-shirt und strich ihm über seine warme Haut.
    Ich spürte, wie er Gänsehaut bekam und fuhr mit meinen Lippen seinen Hals entlang.
    Ich lies mich einfach fallen und genoss es endlich wieder so nah bei ihm zu sein.
    Seine Hände waren überall und ich warf meinen Kopf in den Nacken.
    “Ich liebe dich..“, hauchte ich ihm ins Ohr.
    Vorsichtig pustete er mir auf meine nackte Haut und ich schloss genießend die Augen.
    Es tat so gut seine Liebe zu spüren..

    Mittlerweile war Tanja am Krankenhaus angekommen und lief Richtung Eingang.
    Verwirrt ging sie die Gänge auf und ab und suchte mein Zimmer.
    Plötzlich öffnete sich eine Tür und sie stoß mit jemanden zusammen.
    “Pass doch auf!“, fauchte sie und rieb sich den Kopf.
    Vor ihr stand ein Junge mit einer außergewöhnlichen Frisur.
    Seine Augen wanderten schüchtern nach unten :“Sorry.. war keine Absicht..“
    “Ja..is okay..“
    Mit diesen Worten wandte sie sich von ihm ab und ging den langen Flur entlang.
    Draußen schob sich die Sonne an den dunklen Wolken vorbei und strahlte mit voller Kraft auf die Erde hinab.
    Alles schien sich zu beruhigen und wieder normal abzulaufen..

    “Kann ich ihnen helfen ?“, fragte sie eine freundliche Stimme und Tanja blickte auf.
    “Ich suche eine Freundin von mir. Jessica.. Sie ist seit kurzem hier eingeliefert worden und..“
    “Ja, dann kommen sie mal mit.“

    Mit schnellen Schritten ging die Ärztin auf eine große Glastür zu und öffnete sie.
    “Immer geradeaus.. Zimmer 145..“
    Tanja nickte dankend und ging mit zitternden Knien auf die Zimmer zu.
    Mit einer Hand strich sie die kalte Wand entlang und fühlte die Fliesen, die sich aneinander reihten.

    Zimmer 145.

    Zögernd drückte sie die Türklinke hinunter und betrat den Raum.
    Erschrocken schaute ich sie an und tippte Bill auf die Schulter.
    Er drehte sich um und zog sich schnell die Decke über den Körper.
    Ich fing an zu kichern und merkte, wie mir immer wärmer wurde.
    Ich konnte es förmlich spüren, dass ich in diesem Moment rot wie eine Tomate gewesen sein muss.

    “Tschuldigung..“, räusperte sie und drehte sich mit dem Rücken zu uns.
    Schnell zog sich Bill ein T-shirt über und schloss den Reißverschluss seiner Jeans.
    Auch ich suchte meine Klamotten zusammen und zog mich wieder an.
    Mir war das ganze ziemlich unangenehm, doch ich rechnete nicht damit, dass jemand hereinplatzen würde.

    Bill verabschiedete sich mit einem Kuss bei mir :“Ich geh mal zu den Jungs und lass euch alleine..“
    Nickend erwiderte ich seinen Kuss und folgte ihm mit meinem Blicken, als er aus der Tür ging.

    Mit hochrotem Kopf setzte sich Tanja auf einen der ungemütlichen Stühle und schaute nach draußen auf den kleinen Balkon.
    “Warum ?“
    Verwirrt schaute ich sie an :“Was meinst du ?“
    “Warum bist du wirklich hier ? Du kannst mir nicht erzählen, dass du nur wegen deiner Verletzung hier bist.“
    Sie klang traurig darüber, dass ich ihr nicht die Wahrheit sagen konnte.
    Still kniete ich mich neben sie auf den Boden und schaute den Kindern beim Spielen auf der Wiese zu.
    “Es war nicht leicht für mich als du gegangen bist. Auf einmal warst du weg, ohne mir zu sagen warum. Du warst immer für mich da und hast mich allein gelassen.. einfach so! Weißt du eigentlich wie ich mich gefühlt habe ? Ich wusste nicht was ich ohne dich machen sollte, denn du warst ein großer Teil meines Lebens. Plötzlich musste ich alleine mit meinen Problemen klarkommen, doch ich war immer zu schwach. Verstehst du ? Ich habe es einfach nicht geschafft ohne dich..“
    Schweigend schaute sie nach draußen und ich fuhr fort :
    “Deswegen wusste ich nicht was ich tun sollte, denn ich hatte ja niemanden mehr, dem ich alles erzählen konnte. Du warst bis zu diesem Augenblick die einzige Person in meinem Leben die mit mir gelacht und geweint hat und auch wenn wir uns angeschwiegen haben, haben wir uns verstanden..“
    “Ich weiß selber nicht wie ich einfach so gehen konnte. Verstehst du das nicht ? Ich konnte nicht anders.. Was hätte ich denn tun sollen ? Meine Eltern haben mich gezwungen..“

    Eine Träne kullerte über meine Wange und ich wischte mir mit meiner Hand über das Gesicht.
    “Ich will hier raus Tanja..“, schluckte ich leise und schaute sie mit glasigen Augen an.
    Ich erzählte ihr den wahren Grund warum ich im Krankenhaus war : Bianca.

    “Sie sind psychisch krank!“

    Fassungslos stand sie auf und ging im Raum umher :“Du bist nicht krank !“
    Ich senkte meinen Kopf und sah wie sie die Tür hinter sich zuknallte..

    41.

    So mal eben nich wundern xD.. aber jetzt kommt ein Teil wo ich aus der Sicht von Tanja schreibe, da ich so die Gefühle besser ausdrücken kann =D .. danach ist natürlich alles wieder in der gewohnten Ich- Form

    Der Flur kam mir lang und dunkel vor und ich rannte ihn ohne Ziel entlang. Immer wieder kreisten in meinen Gedanken ihre Worte.

    “..ich war immer zu schwach..“

    Sie war so zerbrechlich, so klein. Ich hatte Angst, dass ich sie wieder verlieren würde, denn ich wollte sie nicht schon wieder enttäuschen.

    “Ihr könnt mir nicht die Person nehmen die ich jahrelang gesucht hatte! “

    Alles schien an mir vorbei zufliegen und ich blickte zur Seite.
    Der Arzt saß gerade bei einer warmen Tasse Kaffee an seinem Tisch und las seine Akten durch.
    Ich rannte auf ihn zu und überhörte die Worte :“Sie dürfen hier nicht so einfach rein.“
    In dem Moment war mir alles egal und ich riss die Glastür auf.

    Aus voller Verzweiflung schrie ich ihn unter Tränen an : “Wissen sie eigentlich wie es ist, wenn ihnen jemand das wichtigste in ihrem Leben wegnehmen will ? Wie können sie nur mit ansehen, dass ein Mädchen in ihren kalten Wänden kaputt geht ? Haben sie schon einmal daran gedacht ?“
    Er versuchte mich zu unterbrechen, doch ich wollte ihn nicht zu Wort kommen lassen.
    Ich blickte auf den Boden und sprach weiter :“Kennen sie dieses Gefühl zu weinen und es hört keiner? Sie wissen doch gar nicht was sie zerstören, wenn sie die Türen schließen! In ihrem Haus sterben Seelen!“

    Verständnislos schaute er mich an und schüttelte mit dem Kopf.
    Ich sah ihm an wie überrascht er über meine Worte war.
    “Sie haben doch keine Ahnung wie es ist in einer Anstalt zu sein – ohne jägliche Gründe! Sie ist seit langem wieder glücklich, durch einen Menschen der ihr das Lächeln zurück schenkte.“

    Starr sah ich ihm zu und merkte das er nach den richtigen Worten suchte.
    Ich kehrte ihm den Rücken zu und fasste mit einer Hand die Türklinke an. Tränen rollten mir über mein Gesicht :“Ich weiß das sie es schaffen kann ! Auch ohne ihre Tabletten. Sie manipulieren nur ihr Inneres damit sie schweigt! Jahrelang durfte sie nichts sagen und jetzt ist sie endlich wieder glücklich! Sie lernt die schönen Seiten des Lebens kennen, doch sie wollen sie wegsperren. Sie haben ein eiskaltes Herz!“
    Er öffnete seinen Mund und sagte :“Also ich....“
    “Ja nehmen sie ihr ihr Lächeln und ich schwöre ihnen, dass ich ihnen ihres nehmen werde!“

    Wortlos schloss ich die Tür hinter mir und atmete tief ein.
    Mir war es egal, was er über mich dachte, doch ich musste meine Gedanken einfach loswerden.

    Mit gesenktem Kopf ging ich den Flur zurück.
    “Hey pass doch auf!“, hörte ich jemanden schreien und schreckte hoch.
    Vor mir stand schon wieder dieser Fritze mit seinen komischen Dreads.
    In seiner Hand hielt er eine Red - Bull Dose und einen kleinen Teddybären.
    ’Wie süß’, dachte ich und schaute ihn lächelnd an.
    “Nächstes Mal machste deine Augen besser auf Kleine..“, lachte er und ging weiter.
    “Du Tom ? Nimmst du mal eben ?“, hörte ich eine bekannte Stimme hinter mir und drehte mich um.
    Bill.
    Bill?
    Kennt er den komischen Fritzen etwa ?
    Hilfe.
    “Hey Tanja..was rennst du denn hier alleine im Flur herum ? Wo ist Jessi ?“, fragte er mich während er ihm eine rote Rose in die Hand drückte.
    “Tom heißt er also.“, murmelte ich vor mich hin und schaute Bill verwirrt an.
    “Ihr kennt euch ?“, entfuhr es Tom und Bill nickte grinsend :“Ja das ist eine Freundin von Jessi.“
    Tom zog eine Augenbraue nach oben : “Aha..“
    “Naja wir müssen dann eben auch mal Gustav und Georg aufsammeln. Sag Jessi das ich sie liebe und das wir gleich wieder zurück sind.“
    Gustav und Georg ?
    “Ähm ja klar..“

    Kopfschüttelnd stand ich vor ihrem Zimmer und öffnete die Tür.
    Jessi saß gerade telefonierend auf ihrem Bett und diskutierte anscheinend mit ihrem Chef von der Agentur Vogue.
    “Nein ! Ich kann hier nicht so schnell raus.. Ja aber... es tut mir Leid! Ja ich melde mich bei ihnen .. ja... ja.. okay... danke... tschüss..“
    Erschöpft wischte sie sich übers Gesicht und schaute mich an.
    Wortlos ging ich an ihr vorbei, stellte mich an das Fenster :“Es ist alles gesagt..“

    42.

    (sicht wieder von mir)

    Regen fällt auf uns hinab.
    Es ist kalt.
    Blut fließt auf die Straße..
    Ich habe Angst.

    “Wovon redest du ?“, fragte ich sie verwirrt und folgte ihrem abwesenden Blick.
    Ihre Hände zitterten und ich hatte Angst um sie.
    Wortlos schaute sie in die Unendlichkeit und schüttelte mit dem Kopf.

    Ich stütze mich ab und ging auf meinen geschwächten Beinen zu ihr.
    Vorsichtig legte ich meinen Kopf auf ihre Schulter und uns beiden rollten leise Tränen die Wangen hinunter.
    Schon damals teilten wir uns alle Gefühle : Wenn jemand traurig war, weinten wir zusammen und wenn einer sich freute, war auch der andere glücklich.
    Sie drehte sich zu mir und wir umarmten uns fest.
    Schluchzend lagen wir uns in den Armen als es an der Tür klopfte.
    Ich öffnete meine Augen und blickte ans andere Ende des Zimmers.

    Bill, Tom, Gustav und Georg stürmten hinein und strahlten über das ganze Gesicht, was bei uns gerade nicht der Fall war.
    “Was ist denn mit euch los ?“, fragte Tom und kassierte von Bill einen Stoß in seine Rippen.

    Wir lösten uns voneinander und Bill ging auf mich zu.
    “Schatz.. das hier ist für dich..“
    Er hielt mir eine Rose unter die Nase mit einem kleinen Zettel.
    “Les den wenn du alleine bist..“, hauchte er mir ins Ohr und ich küsste ihn zärtlich : “Ich liebe dich.“
    Grinsend streckte Tom mir einen kleinen Teddybär entgegen :“Der hier ist für dich, von uns allen, damit du uns nicht so schnell vergisst.“
    Ein Lächeln huschte mir über das Gesicht und ich nahm ihn dankend entgegen.
    Fest drückte ich ihn an mich und setzte ihn danach auf meinen kleinen Tisch, der noch kahl und leer neben meinem Bett stand.

    “Georg und ich wollten noch mal zum Studio fahren. Wir holen euch dann später ab ja ?“, sagte Gustav zögernd.
    Bill nickte und verabschiedete sie.
    Tom ging währenddessen auf Tanja zu und gab ihr ein Taschentuch.
    Sie lächelten sich an und beschlossen in den nahe gelegenen Park zu gehen.
    Er war direkt an die Krankenhausanlage angeschlossen und man hatte einen weiten Blick auf die Alster.

    “Wir kommen mit..“, sagte Bill, nahm meine Hand und zog mich hinter sich her.
    “Ich darf nicht raus..“, wehrte ich mich und blieb stehen.
    Er sah, dass ich Angst hatte und sagte mit ruhiger Stimme : “Du musst mal raus Schatz.. komm..“
    Mein ganzer Körper fing an zu zittern und ich folgte ihm, denn es waren die letzten Stunden die wir zusammen verbringen würden.
    Bald würden sie wieder nach Hause fahren und ich müsste alleine zurück bleiben.

    Die Tür öffnete sich automatisch und ich spürte den Wind, der sich in meinen Haaren verfing.
    Ich atmete tief ein und schloss die Augen.
    Die Vögel zwitscherten und überall um mich herum hörte ich leise Schritte, die an mir vorbei zogen.

    “Wir gehen dann mal..“, sagte Tom und zwinkerte Bill zu.
    “Ja macht das. Denk dran, dass wir nachher zurück müssen.“
    Tom nickte leicht genervt und bog mit Tanja rechts ab.

    Bill und ich setzten uns auf eine kleine Bank, die unter einem riesigen Baum stand.
    Der Wind wehte durch die Blätter und ich genoss das leise Rauschen.
    “Bald bist du wieder weg..“, seufzte ich leise und kuschelte mich an ihn.
    “Ja..“, murmelte er und strich mir mit der Hand über seinen Kopf.
    Ich spürte das Kribbeln, das mir durch den gesamten Körper fuhr und fühlte die starke Bindung zwischen uns.

    Tanja und Tom gingen quatschend den Sandweg an der Alster entlang als Tom plötzlich stehen blieb.
    “Ach du Scheisse!“, schrie er und deutete nach vorne.
    “Was ist denn los ?“, fragte Tanja und folgte seinem Finger, der auf ein Mädchen deutete, was still auf einem großen Stein saß.
    “Bibi..“, platzte es aus ihm heraus.
    “Das ist diese Schlampe? Die wird es bereuen!“, fauchte sie und ging mit schnellen Schritten auf sie zu.
    “Tanja! Warte!“, versuchte Tom sie davon abzuhalten, doch die innerliche Wut zwang Tanja nicht stehen zu bleiben...

    43.

    Wenn ich dich sehe überkommt mich der Hass!
    Viel zu oft hast du uns verletzt!
    Du wirst es bereuen!


    Immer schneller rannte sie auf sie zu.
    Bibi blickte irritiert nach oben und wich ihren Blicken aus.
    “Du Schlampe!“, schrie Tanja und atmete tief ein.
    “WAS ? Wer bist DU denn überhaupt ?“, zischte Bianca und schaute sie schief an.
    “An deiner Stelle würde ich mir meinen Namen gut merken..“, fauchte sie zurück und erhob die Faust.
    “Hey hey hey Mädels.. das bringt doch nichts!“, sagte Tom und stellte sich neben Tanja.

    Beide schauten ihn verwirrt an und Tanja senkte den Kopf: “Du bist so falsch! Du wirst es so bereuen ..!“
    Bianca ignorierte ihre Worte und schaute Tom tief in die Augen :“Sag mal.. wer ist das hysterische Weib eigentlich ?“
    “Erstens ist sie nicht hysterisch und zweitens hat sie auch nen guten Grund dazu ! Du hast es verdient!“
    Ihr Blick wurde starr und sie schwieg.
    Stille.
    Nur der Wind der um sie herum rauschte.
    Stille.
    Ein leises Atmen.

    “Ich weiß gar nicht warum ihr euch so aufregt ? Sie ist krank! Warum versteht ihr das denn nicht ? Sie gehört in eine Anstalt- für immer weggesperrt. Man sollte sie vor sich selbst retten ! Tom, an deiner Stelle würde ich auf deinen Bruder aufpassen, man kann für nichts garantieren, wenn jemand mit ihr zusammen ist ! Sie wird ihn psychisch fertig machen, genauso wie sie es mit mir gemacht hat!“
    Tom zog eine Augenbraue hoch und musste sich innerlich zusammenreißen :“Ich weiß, dass sie Bill glücklich macht ! Seitdem die beiden zusammen sind hat er sich zum positiven verändert ! Ich habe ihn noch nie zuvor so glücklich gesehen ! Du solltest dir nicht so das Maul zerreisen, sonst wirst du es noch bereuen ,das schwör ich dir!“
    “Verpiss dich ..“, fauchte Tanja und ging einen Schritt näher auf sie zu.

    Schnell packte Bianca ihre Sachen und stand auf.
    “Ihr seid doch alle krank im Kopf und merkt es nicht einmal..“
    “Tz.. seh zu dass du Land gewinnst..“, lachte Tom los und schaute ihr hinterher.

    Tanja schaute lächelnd zu Tom und ihre Blicke trafen sich.
    Die Welt schien sich langsamer zu drehen, denn es kam ihnen vor, als würde die Zeit stillstehen – für immer.
    Beide spürten ein ungewohntes Kribbeln im Bauch und Tanja wich schnell seinem Blick aus und schaute verlegen zu Boden.
    Sanft strich sie sich eine Strähne aus dem Haar und sagte :“Lass uns zurück.. es ist schon spät.. bald müsst ihr wieder nach Hause..“
    Tanja ging ein paar Schritte nach vorn und wurde von Toms Hand festgehalten :“Warte..“
    Verwirrt drehte sie ihren Kopf zurück und spürte seinen Atem auf ihrer Haut.
    Vorsichtig berührten sich ihre Lippen und Tom schloss die Augen.

    ’Was mach ich hier ? Nein ! Nein!’

    “Ich kann das nicht..“, platzte es aus ihr heraus und sie entzog sich seinem Bann.
    “Aber..“, enttäuscht blieb Tom zurück und schaute Tanja traurig hinterher.

    Tanja hörte seine letzten Worte nicht mehr, sondern rannte den Weg entlang zurück zum Krankenhaus.
    Tausend Gedanken schwirrten ihr im Kopf herum und sie konnte einfach nicht glauben, dass es gerade wirklich passiert ist.
    Ihren Gefühlen war sie sich nicht sicher, denn sie wollte Tom nicht wehtun.

    “Scheisse.. warum lauf ich immer davon weg.. reiß dich doch einmal zusammen..!“, murmelte sie vor sich hin und ging die Treppenstufen hinauf.
    Ich sah wie sie an uns vorbeirauschte, als hätte sie gerade einen Geist gesehen.
    “Was ist denn mit der los ?“, fragte mich Bill und küsste mich auf die Stirn.
    “Ich weiß es nicht..“, seufzte ich und küsste ihn noch einmal zärtlich ,“ihr müsst gleich los, stimmts?“
    Traurig nickte Bill und strich mir mit seiner Hand über den Oberschenkel :“Und bald kommt unser Song im Fernsehen..“

    Um uns herum wurde es immer dunkler und ein eisiger wind wehte mir um die Nase.
    Zitternd saß ich auf seinem Schoß und lehnte meinen Kopf an seinen.

    Das ist der letzte Tag.. ist das der letzte Regen bei dir oben aufm Dach ?
    Ist das der letzte Segen ? Und unsre letzte Nacht ?...



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 21:37


    44.

    Der Regen viel vom Himmel und trauerte.
    Er fiel auf uns herab und meine Haare hingen strähnig an den Seiten hinunter.
    Langsam perlten die Wassertropfen von meinem Gesicht herab.

    Ich schloss meine Augen und spürte wie Bill mir übers Gesicht strich :“Lass uns gehen..“
    Völlig durchnässt gingen wir den Weg zurück ins Krankenhaus und es fiel mir schwer die Stufen zu gehen.
    Ich hatte Angst davor wieder alleine zu sein und nicht zu wissen, wann ich endlich erlöst werden würde.
    In meinen Albträumen drehten sich meine Gedanken nur um Bianca !
    Ich hatte noch nie einen so großen Hass auf eine Person verspürt, die ich eins geliebt hatte, denn sie war meine Bezugsperson – bis heute.

    Stufe für Stufe zog sich unser Weg nach oben und ich nahm Bills kalte Hand in meine.
    Seine Augen blickten mich an und er quälte sich ein lächeln auf die Lippen.
    Täuschen konnte er mich nicht, denn ich wusste, dass es ihn genauso belastete wie mich.
    Wieder voneinander getrennt.
    Ungewiss wann wir uns wieder sehen.
    Angst vor der Zukunft.

    “Ich will dich nicht allein lassen..“, sagte er mit zitternder Stimme, hielt an und zog mich ganz nah an sich heran.
    Ich musste seinen Worten und Blicken widerstehen, denn ich wollte ihm nicht zeigen, wie schwach ich war.
    “Sieh mich an!“, flüsterte er und fasste mir an mein Kinn.
    Zögernd sah ich in an und sah das glitzern in seinen Augen : “Ich liebe dich..“
    Verkrampft standen wir im Flur. Mir war es egal, ob mich jemand sehen würde, denn ich widersetzte mich den Regeln.

    Bill ging vor und drückte die Türklinke nach unten.
    “Hey..“, hörte ich Tanja sagen, als wir den Raum betraten.
    Ich zog eine Augenbraue hoch und fragte sie, wo sie Tom gelassen hatte.
    Stumm starrte sie auf den Boden und zuckte mit den Schultern.
    “Wir müssen gleich los..“, sagte Bill leise und stützte sich an der Fensterbank ab.

    Draußen wurde es ungemütlich und der Wind peitschte durch die Äste der Bäume.
    “Süße ?.. Ich geh dann mal.. ich melde mich bei dir ja ?“, lächelte sie zögernd und gab mir einen Kuss auf die Wange.
    Ich nahm sie fest in den Arm und verabschiedete mich.
    Das die Beiden auf Bianca getroffen waren erzählte sie mir nicht, aber ich hätte eh für nichts garantieren können, wenn ich es gewusst hätte.

    Mit gesenktem Kopf schloss sie dir Tür hinter sich.
    “Hnm..“, murmelte ich vor mir hin und fuhr mir durch meine nassen Haare.
    Plötzlich klopfte es an der Tür und Gustav kam mit Georg hinein.
    “Wo habt ihr denn Tom gelassen ?“, fragte Bill leicht irritiert und schaute immer wieder auf seine Uhr.
    Beide zuckten mit den Schultern, als Tom die Tür öffnete.

    Sein Kopf war auf den Boden gerichtet – wie Tanja.
    Mir war klar, was mit den Beiden los war und ich schrieb etwas auf einen kleinen Zettel.
    “Tom?“, flüsterte ich ihm zu und gab ihm das Stück Papier in die Hand.
    Er schaute mich fragend an.
    “Blind bin ich nicht..“, zwinkerte ich und drückte ihn an mich ,“viel Spaß ..wir sehen uns bald ja ?“
    “Versprochen..“, lächelte er.

    Ein tiefer Kloß saß mir im Hals, als ich mich auch von Gustav und Georg verabschiedet hatte, denn jetzt musste ich den größten Schritt überwinden.
    Leise verschwanden die drei aus meinem Zimmer und winkten mir noch ein letztes Mal zu.

    Mit Tränen in den Augen stand ich ihm nun gegenüber.
    Mein Herz klopfte wie verrückt und ich wollte uns beide nicht zu sehr verletzten.
    Es war schwer genug für uns beide loszulassen, deswegen wollten wir es kurz machen.
    “Denk an mich okay ?“, sagte ich mit verweinter Stimme und küsste ihn ein letztes Mal.
    Bill nickte und ich merkte, dass es ihm nicht gut ging.
    “Ich liebe dich ..“, hauchte er mir ins Ohr und Gänsehaut überzog meinen gesamten Körper.

    Kleine Schmetterlinge – ihr dürft nicht sterben!

    Tief schauten wir uns in die Augen und Tränen rollten mir über das Gesicht.
    “Du schaffst das..“, lächelte er und küsste sie mir von den Wangen.
    Unsere letzte Berührung.

    Ich sackte zu Boden als er den Raum verließ und mir seine Liebe schwor.
    Ich war so hilflos ohne ihn.
    Zitternd vergrub ich mein Gesicht in meinen Händen und weinte laut los.
    Alles drehte sich um mich herum und schien plötzlich dunkler zu werden.
    Ich hörte, wie sie in den dunklen Bus einstiegen und drehte meinen Kopf zur Seite.
    Der Himmel weinte mit mir und ich fühlte mich mit meinem Schmerz nicht allein.

    Geschwächt setzte ich mich auf mein Bett und nahm den Zettel in meine Hand.
    Fest drückte ich ihn an mich und faltete ihn auseinander.

    Hey mein kleiner Engel.

    Ich habe immer versucht, dir meine Gefühle zu erklären und dir zu zeigen
    Wie wichtig du mir eigentlich bist.
    Du schenkst mir so viel Liebe und ich
    Hoffe, ich kann dich so lieben, wie du es tust!
    Ich weiß, dass du stark genug bist,
    das alles hier durchzustehen !
    Denn du musst nur fest an dich glauben.
    Hast du nicht einmal gesagt, dass Engel fliegen können ?
    Für mich bist DU ein Engel, der immer bei mir ist.
    Seitdem ich dich kenne, hat das Leben für mich einen Sinn und ich weiß
    Nicht, wie ich die Tage ohne dich schaffen soll.
    Du bist der Grund warum ich lebe!


    Ich Liebe dich

    Bill



    Die Schatten werden länger
    der Zug fährt ab
    meine Liebe
    lasse ich zurück
    es tut weh
    Dich leiden zu sehen

    Es muss etwas geschehen
    damit auch ich
    nicht mehr leide
    ich sammele Kraft
    für den Neuanfang
    mit Dir

    Leicht wird es nicht
    das wissen wir beide
    unsere Schatten
    begleiten uns
    aber die Wolken
    werden weiter ziehn

    Bewusstsein für den Alltag
    haben wir beide
    unsere Reife
    trägt Früchte
    unsere Liebe
    begleitet uns

    Der Mut
    es zu wagen
    wächst mit jedem Treffen
    wie mein Vertrauen
    in mich
    und zu Dir

    Wir sind beide keine Kinder
    wir träumen
    aber überdenken unsere Pläne
    immer wieder
    und schätzen ab
    was realistisch ist

    Traumtänzer
    auf dem Weg
    in ein gemeinsames Leben
    nicht ohne Probleme
    sondern auch mit Bewusstsein
    sind wir

    45.

    Lächelnd legte ich seinen Brief neben mich und ließ mich in das harte Bett fallen.
    Noch lange starrte ich an die Wand und dachte an die vergangenen Tage nach, bis ich endlich einschlief.


    Das Leben wäre vielleicht einfacher,
    wenn ich dich gar nicht getroffen hätte.
    Weniger Trauer jedes Mal wenn wir uns trennen müssen.
    Weniger Angst vor der nächsten Trennung.
    Und auch nicht soviel von dieser machtlosen Sehnsucht - wenn du nicht da bist,
    die nur das Unmögliche will und das sofort.
    Das Leben wäre vielleicht einfacher, wenn ich dich
    nicht getroffen hätte...

    Es wäre nur nicht mein Leben.

    Ich schreckte hoch als ich ein lautes Schreien aus dem Nebenzimmer hörte.
    Müde knippste ich die kleine Lampe auf dem Nachttisch an und setzte mich hin.
    Meine Beine baumelten von der Bettkante hinunter und ich wischte mir über das Gesicht.
    Ich hörte ein Scheppern und stand auf.
    Langsam tappste ich durch mein Zimmer und betrat den dunklen Flur.
    Vor Kälte fing ich an zu zittern und lief leise über den Holzboden.

    Vorsichtig klopfte ich gegen die Tür.
    “Hallo ?“, flüsterte ich, doch ich bekam keine Antwort.
    Ich hörte, wie ich jemand leise weinte und mir blieb das Herz für einen Moment stehen.
    Mein Herz klopfte laut und ich öffnete die Tür.

    Dunkelrotes Blut zog sich durch das gesamte Zimmer..
    Mein Blick schweifte panisch durch den Raum und ich hielt mir die Hand vor den Mund.
    Meine Augen füllten sich mit Tränen, als ich sie sah.

    Zusammengekauert und ängstlich.
    Blass.
    Zitternd.
    Diese Leere in ihren Augen kam mir bekannt vor.

    “Wach auf!! Wach auf! Hörst du mich ?“, schrie ich und rüttelte an ihrem leblosen Körper.
    Übersäht von tiefen Narben am ganzen Körper.
    Das Blut sickerte noch aus den letzten Wunden.
    Fest umklammerte ich ihre Handgelenke und spürte wie das warme Blut durch meine Finger floss.
    Sie schaute mich verzweifelt an und brachte kein Wort mehr über die Lippen.
    Ich hatte Angst.
    Ihre Seele hatte ihren Körper schon längst verlassen und mich starrte nur noch die leblose Hülle an.

    Verzweifelt stand ich auf und rannte aus dem Zimmer.
    Weinend schrie ich nach Hilfe.
    Stille.
    Das Blut klebte noch an meinen Händen und ich wischte mir über das Gesicht.
    Die Wände schienen immer enger zu werden und merkte, dass etwas nicht stimmte.
    Überall hörte ich Stimmen, die immer näher zu scheinen kamen.
    Schreiend hielt ich mir die Ohren zu und sackte zu Boden.
    Mein ganzer Körper fing an zu zittern und ich schloss die Augen.
    Das Licht fing an zu flackern und alles verschwamm.

    “Was machen sie denn hier?“
    Ich öffnete die Augen und schaute nach oben.
    “Ich muss zurück.. zurück...“, stotterte ich und stand auf.
    Meine Knie wackelten vor Erschöpfung und wie in Trance ging ich zurück zu ihr.
    Hinter mir hörte ich Schritte, die mich verfolgten.
    Ich biss mir auf die Unterlippe und riss die Tür auf.

    Gefallener Engel
    jenseits des Lichts, umgeben von Dunkelheit,
    in Gedanken versunken
    sitzt er schlafend da.
    Die Flügel gebrochen, nie heilende Wunden
    die Augen voll roter Tränen,
    alleine, lautlose Schreie,
    niemand sie hört.
    Zu müde um zu kämpfen, kraftlos sinkt er nieder,
    sich seines Schicksals zu ergeben,
    gefallener Engel


    Ich spürte, dass ihre Seele schon längst Abschied genommen hatte, doch ich wollte nicht, dass sie aufgibt.
    Schreiend kniete ich mich auf den Boden und strich ihr über das kalte Gesicht.
    Ihre Tränen waren längst getrocknet..

    46.

    Mir wurde übel und ich setzte mich auf den Fußboden.
    Die Lichter schienen an mir vorbei zu fliegen und mit geschwächtem Blick starrte ich gegen die Wand.
    Tränen rollten mir über das Gesicht und ich spürte, wie mich der innerliche Schmerz in mir auffraß.
    Mit zitternden Händen berührte ich ihre Wange und schüttelte den Kopf.
    Es tat mir so Leid, sie so zu sehen.
    Ich hatte Angst, dass es mir genauso gehen könnte.

    “Sie sind psychisch krank“

    Wie ein schriller Ton erklang es mir in den Ohren und ich fing an zu schreien.
    Behutsam legte jemand seine Hand auf meine Schulter und ich schluchzte leise.

    “Ich hasse dich! Ich hasse dich ! Warum hast du mir das angetan?“

    Ich betrachtete meine Hände und strich über das getrocknete Blut.
    Immer wieder schweifte mein Blick zurück zu ihrem leblosen Körper du ich biss mir auf die Unterlippe.
    “Komm..“
    Mit Tränen in den Augen schüttelte ich den Kopf und spürte, wie sie mich zu ihr ziehen wollte.

    “Komm mit.. komm doch.. hab keine Angst..!“

    Es fühlte sich an, wie Dornen die sich in mich hineinfraßen.
    Immer schwerer konnte ich die Augen offen halten.
    Mit letzter Kraft versuchte ich zu kämpfen, doch ich war zu schwach.
    Mit zitternden Händen hielt ich den Abschiedsbrief in den Händen..


    Mama ?

    Es tut mir Leid. Ich konnte nicht anders.
    Ich habe einfach keinen Ausweg mehr gesehen! Du hast nie gesagt, dass du mich liebst, dass du mich brauchst! Warum also noch leben ?
    Du hast mich einfach hierher gebracht und dachtest, dass es meine Lücken füllen würde.
    Dachtest, dass meine geschundene Seele wieder leben würde.
    Doch das einzige, was du jemals geschafft hast, ist mich zu zerstören.
    Mein Körper ist leer.
    Meine Augen schwach.
    Mama ? Ich habe Angst, doch ich sehe keinen Sinn mehr zu Leben!
    Du hast immer gesagt, dass jeder Engel fliegen kann und ich will endlich frei sein.
    Bitte weine nicht um mich, denn es wäre verlogen, wenn du es tun würdest !
    Meine stummen Schreie hast du nie gehört..

    Mama ? Ich will nicht mehr.

    Mein Körper fängt an zu kribbeln.
    Alles um mich herum ist schwarz.
    Das Blut sickert aus meinen Armen und ich fange an zu lächeln.
    Das erste Mal seit langem bin ich glücklich, Mama.

    Sag Papa von mir, dass er nicht traurig sein soll, denn sein Engel ist endlich frei.
    Geb meiner Schwester einen Kuss auf die Wange und sag ihr, dass wir uns bald wieder sehen werden.

    Ich habe euch immer geliebt, Mami, doch ihr habt mich einfach nicht beachtet.
    Habt mich nie in den Arm genommen, wenn ich Angst hatte, also sag mir nicht, dass du mich vermisst!
    Ich bin so schwach Mama.. Es gibt kein zurück mehr für mich.
    Es gibt nur einen Weg und ich werde ihn endlich wagen.

    Ich hoffe, dass ich im Himmel endlich glücklich sein werde und das man dort meine Tränen trocknen wird..
    DAS was du nie getan hast.
    Es tut so weh, Mama. So weh.

    Ich geb' nicht auf, denn irgendwann hab ich den Kampf gewonnen, Mama.
    Dann darf ich die Maske fallen lassen und habe keinen Grund mehr mich zu verstecken,
    denn dann kann man ein ehrliches Lächeln auf meinen Lippen entdecken.

    Es rückt immer näher.
    Es gibt kein zurück..




    Mein Blick erstarrte und mein Körper wurde kalt.
    "Lass uns gehen.."
    Ich weinte und schüttelte mit dem Kopf :"Nein !"
    Doch ich war zu schwach mich zu widersetzen.
    Jemand fasste mich an den Händen und zog mich nach oben.
    Mein Knie wurden weich und alles drehte sich um mich herum.
    Den Anblick konnte ich nicht länger ertragen.
    Wie in Trance riss ich die Tür auf und fing an zu laufen.
    Immer weiter.. immer schneller..
    Draußen ging die Sonne langsam wieder auf und streichelte vorsichtig den Horziont.

    "Wie kannst du nur ?", schrie ich in den Himmel und sackte zusammen.
    Meine Hände strichen durch den warmen Sand.
    Ich konnte es nicht fassen, warum nur ?!
    Eine schwarze Träne tropfte auf den Boden und sog sich in die Erde..


    47.

    Erschöpft sackte ich zusammen und meine Augen schlossen sich.

    “Komm mit.. komm doch.. hab keine Angst..!“

    Ich konnte es einfach nicht glauben, was ich mit ansehen musste.
    Sie hatte sich einfach das Leben genommen.. warum ?
    Mit gesenktem Kopf packte ich meine Tasche und hörte dabei Bills CD.
    Er hatte sie extra für mich gebrannt und mir aus Köln mitgebracht.

    “Songs for my Angel“

    Jede Nacht hörte ich mir seine Lieder an und schlief damit ein, denn dann hatte ich das Gefühl, dass er wenigstens ein Stück näher bei mir ist.

    Ich drehte die Musik lauter und legte mich auf mein Bett.
    Starr blickte ich an die Decke und sah Bill vor mir.
    Eine einsame Träne rollte mir übers Gesicht und ich hauchte leise :"Ich will bei dir sein.."

    Sia – Sunday


    Help, I have done it again
    I have been here many times before
    Hurt myself again today
    And the worst part is there's no one else to blame

    Be my friend
    Hold me, wrap me up
    Unfold me, I am small and needy
    Warm me up and breathe me

    Ouch, I have lost myself again
    Lost myself and I am nowhere to be found
    Yeah, I think I might break
    Lost myself again and I feel unsafe

    Be my friend
    Hold me, wrap me up
    Unfold me, I am small and needy
    Warm me up and breathe me


    Mit zitternden Händen wischte ich mir meine Tränen von den Wangen und zog den Reißverschluss zu.
    Seit Tagen hatte meine Mutter sich nicht mehr bei mir gemeldet und ich hatte ein ungutes Gefühl im Bauch, einfach wieder zu Hause aufzukreuzen.
    Das einzige was mich am leben hielt war Bill, denn er schickte mir jeden Abend eine kleine süße SMS oder wir telefonierten zwischendurch. Immoment hatte er wenig Zeit für mich und ich fand es schrecklich ohne ihn einzuschlafen.
    Noch ein letztes Mal blickte ich zurück, hob meine Tasche vom Fußboden auf und schloss die Tür hinter mir.
    Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, als ich an ihrem Zimmer vorbeiging.Ich blieb stehen und berührte mit der Hand die Türklinke.
    Wie ein Blitz durchzog es mich und ich schloss die Augen.

    ”.. Ich geb' nicht auf, denn irgendwann hab ich den Kampf gewonnen, Mama.
    Dann darf ich die Maske fallen lassen und habe keinen Grund mehr mich zu verstecken..“

    Diese Worte klangen in meinen Ohren wie hilflose Schreie und ich schreckte zurück.
    Wie gebannt starrte ich auf die Tür und ging weiter.
    Irgendetwas hielt mich fest.
    Ich drehte mich um.
    Leere.
    Mit zögernden Schritten ging ich den langen Flur entlang und lief die Treppen hinunter.
    Ich war froh endlich wieder frei zu sein.
    All das hatte ich Tanja zu verdanken.

    “Sie sollten froh sein, so eine Freundin zu haben!“

    Draußen schien die Sonne und eine leichte Brise wehte mir durch die Haare.
    Dieses Jahr war der Juli für mich etwas ganz Besonderes.
    Noch nie hatte ich soviele Gefühle auf einmal durchleben müssen..

    Trauer.
    Liebe.
    Hass.
    Schmerzen.
    Glück

    Ich atmete tief durch und ging auf den schwarzen Mercedes - Capriolet zu.
    Meine Hand erstarrte vor Angst, als ich die Tür langsam öffnete und mich in den Wagen setzte.
    “Hey Kleine..“
    Ich nickte nur stumm und quälte mir ein Lächeln von den Lippen.
    “..schön dass du wieder hier bist..“
    “Bringst du mich zu Mama ?“, fragte ich ihn und schaute schüchtern nach oben.

    Die ganze Zeit redeten wir kein Wort mehr miteinander.
    Mit leeren Blicken schaute ich nach draußen und sah wie die Bäume an mir vorbeirauschten.
    Ich drückte auf einen Knopf und das Verdeck schob sich zurück.
    Der Wind wehte mir ins Gesicht und verfing sich in meinen Haaren.
    Ich streckte meine Hände aus und schaute in den Himmel.
    Tränen rollten mir über die Wangen und ich schloss meine Augen.
    Frei..



    48.

    Ich genoss es wie mir die Sonnenstrahlen ins Gesicht schienen.
    Einem Vogel wäre ich in diesem Augenblick nahe gekommen, denn ich fühlte mich frei.
    Suchend nach meinem MP3 Player schaute ich auf den Boden und holt ihn aus meiner Tasche heraus.
    Ich konnte die Stille nicht mehr ertragen, die zwischen uns herrschte und steckte mir die Stöpsel ins Ohr.
    Gänsehaut durchzog meinen Körper als ich seine Stimme hörte :“Engel ? Das ist nur für dich.. Ich hoffe du freust dich.. Ich liebe dich!”
    Ich lächelte innerlich und schaltete durch die Lieder.

    I don't want to go another day
    So I'm telling you exactly what is on my mind
    Seems like everybody is breaking up
    Throwing their love away
    I know I got a good thing right here
    That's why I say (Hey)

    Nobody's going to love me better
    I must stick with you
    Forever
    Nobody's going to take me higher
    I must stick with you
    You know how to appreciate me
    I must to stick with you
    My baby
    Nobody ever made me feel this way
    I must to stick with you

    “Jessi ?”

    ”Jessi ?”

    ”JESSI?”

    Ich öffnete die Augen und starrte in sein ernstes Gesicht.
    ”Hmn?”
    ”Wir sind da..steig aus..”
    Gähnend schnallte ich mich los und öffnete die Tür.
    Schlapp hingen die Äste der Bäume nach unten und verwirrt schaute ich mich um.
    ’War ich so lange weg ?’
    ”Du, ich komm nicht mit rein. Grüß Mama von mir “,sagte er und drückte mir einen Kuss auf die Wange.
    Ich nickte und nahm meine Tasche in die Arme.
    ’Jessi, was hast du bloß alles eingepackt?’, seufzte ich leise und ging den Weg entlang zu unserem Haus.
    Mittlerweile wurde es dunkel draußen und die Sonne sank dem Horizont entgegen.


    Vorsichtig drehte ich meinen Schlüssel im Schloss herum und die Tür klackte auf.
    Endlich zu Hause, dachte ich und atmete tief ein.
    Ich fühlte mich wohl in meinen gewohnten 4 Wänden und lächelte meiner Mutter entgegen.
    ”Schön, dass du wieder hier bist.”
    Sie nahm mich zärtlich in den Arm und meine Tasche sackte zu Boden.
    ”Ich habe dich vermisst Mama..”, seufzte ich und eine kleine Träne tropfte auf ihre Schulter.
    Sie strich mir über den Kopf, wie man es als Baby von Müttern gewohnt war.
    Ein Lächeln huschte mir über das Gesicht und ich klammerte mich an sie.
    ”Jetzt wird alles besser, ja ? Ich versprechs dir..”
    Ich nickte.
    ”Ich glaube wir haben viel nachzuholen. Ich wusste nicht, wie es dir in der letzten Zeit ging, denn du hast dich einfach in deinem kleinen Schnecken Haus verkrochen.. und.. Wer war eigentlich der Junge ? “
    Bei den Gedanken an Bill fing mein Herz innerlich an zu Bluten.
    Ich vermisste ihn so schrecklich.
    Stumm starrte ich auf den Boden :”Mama ? Wir reden nachher okay ?”
    Mit diesen Worten ging ich in mein Zimmer und schmiss mich auf mein Bett.
    Es war so weich, dass ich sofort hätte darin schlafen können.
    Ich erinnerte mich an die erste Nacht mit Bill und kuschelte mich in mein Kissen.
    Plötzlich fiepte mein Handy.

    Ich zieh mich vor dir aus ich sag dir alles was falsch ist.. Es wird nie wieder gut.. doch ich komm hier nicht mehr raus und ich zieh mich vor dir aus.. und alles was falsch ist – wird nie wieder gut..

    Nervös suchte ich dieses kleine, verflixte Ding und nahm den Anruf entgegen.

    Unbekannt ruft an.

    ”Hallo?”

    ”Süße ?”

    ”Schatz?”

    ”Hey..wie gehts dir ? Bist du schon wieder zu Hause ?”

    ”Ja seit eben. Lieg in meinem Bett und naja.. hab gerade über uns nachgedacht.”

    ”Über uns ?”

    ”Ja...”

    ”Ich vermiss dich Süße. Soll dich von allen ganz lieb grüßen. Tom geht mir hier schon tierisch auf die Nerven wegen dem Video. Das kommt ja übernächste Woche raus.”


    Ich hörte ein Stimmengewirre am anderen Ende und hörte lachend zu :”Ist doch gar nicht wahr.. was laberst du denn fürn scheiss..” “Tom .. lass mich dochmal in Ruhe..” “HALLO ? Gehts euch noch gut ?” -BUMM-



    ”Schatz ?”

    ”Äh ja sorry.. Ich musste Tom eben abwimmeln.”

    ”-lach- Ahja.. du wann sehen wir uns wieder ? “

    ”Wir sind für nächste Woche in Hamburg und danach fahren wir wieder nach Loitsche.Du hast aber doch eh Ferien jetzt oder ?”

    ”Ja..Aber ich weiß nicht, was jetzt mit meinem Chef ist. Er meinte ja ich soll mich bei ihm melden, sobald ich wieder zurück bin.”

    ”Ich muss dich sehen”Überrascht starrte ich mein Handy an :”Du musst ?”


    Ich hörte ein lautes Lachen im Hintergrund :”Give it to me Billy.. aha aha..” “Tom halt deine Fresse...ja ich muss dich wiedersehen.. Du fehlst mir..”


    ”Du mir auch ! Ich melde mich bei dir okay ? Wir telefonieren morgen weiter.. Bin ziemlich kaputt..Ich liebe dich und grüß die anderen kleinen Nervensägen von mir..”

    ”Ich dich auch.. Schlaf schön..”

    ”Du auch..”

    Lächelnd ließ ich das Telefon auf den Boden fallen und stand auf.
    Ich betrachtete mich im Spiegel.
    Schlapp hingen meine Haare an den Seiten hinunter.
    ’Unisex’
    Wie gerne würde ich jetzt mit Bianca zum Frisör fahren.
    Mit der alten Bianca..
    Denn die neue war mir fremd, so kalt und herzlos.
    Von ihr hatte ich lange nichts mehr gehört und ich wollte auch keinen weiteren Gedanken mehr an sie verschwenden.

    Während ich meine Sachen in den Schrank räumte fiel mir meine Kulturtasche entgegen und zerstreute sich auf den Fußboden.
    Ich kniete mich auf den Bode und hob alles wieder auf.
    Plötzlich hielt ich die Rasierklinge in den Händen und erstarrte.

    Help, I have done it again
    I have been here many times before
    Hurt myself again today
    And the worst part is there's no one else to blame

    Sie glänzte im Licht und ich drehte sie mit meinen Fingern um.
    Wie im Film spielten sich die letzten Szenen in meinem Kopf ab.
    NEIN!
    Entschlossen ließ ich sie fallen und zog den Reißverschluss zu.
    Endlich war ich stark genug..


    49.

    Ich schreckte hoch als ich ein lautes Surren an der Haustür hörte.
    Schnell packte ich meine Tasche in den Schrank und ging den Flur entlang.
    Wieder schellte die Klingel und ich schrie :“Moment..“
    “Erwartest du noch jemanden ?“, fragte mich meine Mutter und kam aus dem Wohnzimmer.
    Ich zuckte mit den Schultern und öffnete die Tür.
    Ein Lächeln machte sich breit und ich fiel ihr um den Hals.

    “Tanja, was machst du denn hier ?“
    Ich blickte an ihr vorbei und sah, dass sie eine Tasche in der Hand hielt.
    “Ich dachte ich komm mal vorbei, jetzt wo du endlich wieder zu Hause bist.“
    Fest drückte ich sie an mich und freute mich riesig.
    “Mama ? Kannst du dich noch an Tanja erinnern ?“
    Fragend schaute sie uns beide an und überlegte einen Moment.
    “Tanja.. Tanja.. du bist doch nicht etwa.. ? Nein ! Das ..“
    Wir beide nickten und meine Mutter umarmte Tanja herzlich :“Lange nichts von dir gehört, wie geht’s dir ?“
    “Ich bin froh wieder hier zu sein und na ja.. ich dachte mir ich bleib heute bei Jessi. Also wenn das kein Problem für euch ist ?!“
    Grinsend schüttelte ich den Kopf und nahm ihre Tasche in meine Hände.

    Wir gingen beide lachend in mein Zimmer, doch plötzlich wurde es still.
    “Sag mal.. warum bist du eigentlich einfach so abgehauen? Ich mein, hatte es was mit Tom zu tun ?“
    Verwirrt blickte sie mich an und setzte sich auf mein Bett :“Nein.. also.. wie kommst du denn darauf ?“
    Kichernd knuffte ich ihr in die Seite :“Jaja, das kannste dem Papst erzählen.. Ich seh doch, dass du ihn toll findest !“
    Ihre Hautfarbe färbte sich leicht rosa und sie schaute schüchtern auf den Boden : “Du kennst mich einfach zu gut.“
    Ich bejate ihre Aussage mit einem kräftigen Nicken und freute mich innerlich mit ihr, denn ich wusste, dass Tanja für Tom auch nicht ganz ohne Bedeutung war.
    Klar, es war nicht die Liebe auf den ersten Blick, aber ich dachte mir :Was nicht ist, kann ja noch werden.

    Die Zeit verging wie im Flug, denn wir quatschen die ganze Zeit über Gott und die Welt.
    Ich kniete mich auf den Fußboden und holte ein altes, verstaubtes Fotoalbum unter meinem Bett hervor.
    “Was hast du denn jetzt vor ?“, fragte sie mich und setzte sich mit mir auf den Boden.
    Ich pustete über die Seiten des Albums und der Staub wirbelte durch die Luft.

    Gespannt blätterten wir uns durch die Fotos.
    “Oh gott wie peinlich!“, quietschte sie los, „guck mal wie ich da aussah!“
    Ich hielt mir vor Lachen den Bauch, denn ich hatte schon lange nicht so viel Spaß gehabt.
    Als wir 11 Jahre alt waren, waren die Back Street Boys für uns das größte.
    Ich schwärmte für Nick Carter und tat alles dafür um so auszusehen.
    Das größte Highlight war für uns ein Konzert bei ‚Happy Family’ , denn dort trafen wir zum ersten Mal auf unsere großen Idole.
    Schreiend saßen wir auf den Schultern unserer Mütter und schossen pausenlos Fotos.

    Kurzerhand griff ich neben mich und holte meine Kamera aus der Tasche.
    “Den Moment müssen wir jetzt festhalten..“, lachte ich.
    Einer meiner kleinen Ticks war es, alles und jeden auf Fotos festzuhalten.
    All die schönen Momente, aber auch die traurigen.
    Zich Fotoalben zierten meine Regale, aber ich kam mit meinem kleinen Chaos gut zurecht.
    Während unseres kleinen Fotoshootings entstanden viele kleine Bilder der Erinnerungen.

    Plötzlich fiepte mein Handy und ich starrte auf das Display.

    Eine neue Nachricht.
    Absender :+491621256311

    “Treffen uns um 20:00Uhr im Alster Hotel. Bis dann.”

    Lachend schmiss ich mein Handy auf das Kissen und schüttelte den Kopf.
    ”Was war denn ?”
    Ich winkte ab und sagte :”Ach.. da muss sich einer verschrieben haben..Nicht für mich..”
    Neugierig versuchte sie mich auszuquetschen und ließ nicht locker :”Jetzt sag doch ! Vielleicht ist es wichtig ?”
    Skeptisch zog ich eine Augenbraue hoch und nahm mein Handy wieder in meine Hände :”Treffen uns um 20:00 Uhr im Alster Hotel... Bis dann.. Ach quatsch das ist nicht für mich!”
    ”Los schreib zurück! Worauf wartest du noch ?Wir haben jetzt 19:00Uhr.. das könnten wir locker schaffen...”



    50.

    Wo kommst du her, so was wie dich
    Habe ich noch nie gesehen
    Voller Glanz, wunderschön
    dir kann Keiner widerstehen

    Nicht zu gut, nicht zu schlecht
    Nicht zu falsch und nicht zu echt

    Du bist perfekt, makellos
    Du bist besser als gut
    Du bist perfekt, einfach groß
    Ich wäre gern wie du

    Am liebsten wär ich aus dem Zimmer gerannt und hätte mich eingeschlossen, denn ich war mit meinem jetzigen Leben immer noch überfordert.
    Kaum wurde ich entlassen prasselten wieder zich Gefühle auf mich ein, doch ich blieb stark.

    “Ich weiß doch gar nicht wer das ist..“, murmelte ich und drehte mein Handy in der Hand hin und her.
    “JETZT SCHREIB!“, fauchte sie und ihr Blicke durchdrangen mich förmlich.
    “Ist ja schon gut..“, flüsterte ich leise und tippte eine Nachricht ein :

    “Ist okay.. würde aber gerne wissen wer du bist..“

    GESENDET

    Erleichtert seufzte ich und ließ mich nach hinten fallen.
    Starr blickte ich an die Decke und legte meine Hand auf meinen Bauch.
    Irgendwie hatte ich ein ungutes Gefühl bei der Sache, was wenn es wirklich nicht für mich war ?
    Ich schloss die Augen und hörte der leisen Musik im Hintergrund zu.
    Ich begann förmlich zu schweben und entfernte mich immer mehr von der Realität.


    Seems like just yesterday
    You were a part of me
    I used to stand so tall
    I used to be so strong
    Your arms around me tight
    Everything, it felt so right
    Unbreakable, like nothin' could go wrong
    Now I can't breathe
    No, I can't sleep
    I'm barely hanging on

    Here I am, once again
    I'm torn into pieces
    Can't deny it, can't pretend
    Just thought you were the one
    Broken up, deep inside
    But you won't get to see the tears I cry
    Behind these hazel eyes

    “Jessi ? Man wach auf! Wir müssen los..”
    Verschlafen öffnete ich die Augen und schaute in ihr Gesicht :“Hmn?“
    “Du bist gerade weggenickt.. du musst dich doch noch fertig machen.. Hast du schon mal auf die Uhr geguckt ?“
    “Du denkst jawohl nicht, dass ich ohne dich gehe oder ?“
    Mit einer hochgezogenen Augenbraue blickte ich sie an und schüttelte den Kopf.
    Im Schneidersitz saß sie mir gegenüber und legte den Kopf schief :“Aber so wie du aussiehst fahren wir nicht ins Hotel..“
    Ich riss meine Augen auf und lehnte mich nach vorne, meinen Blick zum Spiegel.

    Tiefe Furchen meiner Wimperntusche zierten meine Wangen und ich blickte verschlafen in mein Spiegelbild.
    Mir kam dieser Anblick bekannt vor und ich fuhr mir mit den Händen durchs Gesicht.
    “Jaja...“

    Lustlos schlurfte ich aus meinem Zimmer und sagte meiner Mutter, dass wir noch nach Hamburg fahren wollen.
    “Passt auf euch auf..“, sagte sie und küsste meine Stirn.
    Verwirrt wich ich zurück.
    Sonst hatte sie mir nie gezeigt, dass ich ihr wichtig bin.
    Warum ?

    Stumm nickte ich und legte meine Hand auf die Türklinke.
    Das Licht schien mir grell ins Gesicht und ich kniff die Augen zusammen.
    “Beeil dich ! “, hörte ich sie aus dem Zimmer rufen und ich verdrehte genervt meine Augen.
    Eigentlich hatte ich was besseres vor, als abends nach meiner Entlassung nach Hamburg zu fahren und überrascht zu werden.
    Wenn überhaupt!
    Ich wusste ja noch nicht mal was auf mich zukommen würde.

    Vorsichtig kämmte ich meine Haare und steckte sie mir nach oben.
    Mit einem Kajal umrandete ich meine Augen und schminkte meine Lider Schwarz Pink.
    “Was soll ich denn anziehen ?“, schrie ich.
    “Zieh den Jeansmini an ..“, antwortete sie mir und ich seufzte leise.
    Ich zog ihn über meine dünnen Beine und schloss den Reißverschluss .
    Die letzte Zeit hatte mich sichtlich mitgenommen, auch äußerlich..

    Zuletzt besprühte ich meinen Hals noch mit meinem Lieblingsparfüm.
    Puma Flowing <3
    Völlig nervös stand Tanja im Türrahmen und beobachtete mich.
    “Ich hasse es..“
    “Was?“
    “DAS! Ich hasse es wenn man mich anstarrt..“, lachte ich und ging an ihr vorbei ,“dann kommt jetzt auch ! Wir müssen uns echt beeilen..“
    “Ach auf einmal..“, zischte sie und verdrehte ihre Augen.

    Wir schlossen die Tür hinter uns zu und gingen zur Bushaltestelle.
    Schweigend blickte ich in den sternklaren Himmel.
    “Was ist los mit dir ?“
    “Hmn ?.. nichts.. ich bin grad nur woanders..“
    Ein Lächeln huschte mir über die Lippen und mein Herz fing an schneller zu schlagen.
    “Bill ?“
    Ich nickte und wendete meinen Blick wieder geradeaus :“Der Bus kommt in.. ähm.. genau 5 Minuten..Scheiße!Wir schaffen das nicht bis um 8..“
    “Jetzt mal nicht den Teufel an die Wand..Wir schaffen das schon..“, versuchte sie mich aufzumuntern, doch ich war alles andere als gut gelaunt.
    Die Sterne glitzerten in meinen Augen und ich schaute dem Mond zu, wie er sich immer mehr an den Himmel schmiegte..



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 21:39


    51.

    Als der Bus endlich anrollte stieg ich völlig benommen ein.
    Meine Gedanken spielten völlig verrückt, denn ich konnte es einfach nicht abwarten, was mir bevorstehen würde.
    Wir setzten uns in die letzte Reihe und ich blickte aus dem Fenster.

    Lange hatte ich nichts von Fernando gehört, dabei war es mein Traum Model zu werden.
    Traurig biss ich mir auf die Unterlippe und beobachtete die kleinen Lichter, die an uns vorbeizogen.
    Verdammt!
    Ich beschloss eine weitere SMS an den Unbekannten Absender zu schicken, denn ich war einfach zu neugierig.

    “Was erwartet mich denn heute ? P.S: Bin nicht allein..“

    Gesendet.

    Neugierig schielte Tanja über meine Schulter und ich zuckte zusammen :“Boah erschreck mich doch nicht immer so..“
    Wir fingen an zu lachen und ich fühlte mich so unendlich wohl.
    Es war genau wie früher: Wir verstanden uns wie zwei Schwestern, die nie getrennt worden waren.
    Bianca.
    Ein leises seufzen machte sich breit und ich stockte einen Moment.

    “Na wie geht’s denn deinem Billi- Boy ? Haste ihn endlich mal rangelassen ?“, ihre Augen waren voller Hass gegen mich und ich schaute auf den Boden.
    Jessi, sag was.
    Nein !
    Hör auf !
    Reiß dich zusammen.

    Veriwrrt schaute ich mich um und sah, wie Tanja ihren Kopf gegen die Scheibe lehnte.
    Ihre Augen starrten leer auf den Boden und ich spürte, dass sie etwas bedrückte.
    Vorsichtig ruschte ich näher an sie heran und lehnte mich gegen ihre Schulter.
    ”Hmn ..?” Ihr Blick schweifte zu mir.
    ”Ach nichts..”
    Stille.
    Ich wusste, dass ich diese Momente vermisste, denn seitdem wir auseinander gerissen worden waren fehlten mir die Stunden indem wir einfach nur schwiegen.
    Wir brauchten noch nie viele Worte um uns zu verstehen, denn manchmal reicht einfach nur ein Blick umd Gefühle deutlich zu machen.
    Sie war ganz anders als Bianca, nicht so oberflächlich.
    ’Es kommt auf die inneren Werte an’, dieser Satz war für Tanja wie gemacht, denn mit ihr konnte ich mich auch tiefgründig unterhalten und sie war immer die Person, zu der ich als erstes gegangen bin, wenn ich Probleme hatte.
    Auch wenn sie gerade beschäftigt war, nahm sie sich die Zeit für mich und ließ alles stehen und liegen.
    Ich war so unendlich glücklich, dass ich sie wiedergefunden hatte.
    Tanja füllte eine meiner Lücken in meiner Seele und meinem zerborchenem Herzen.
    Ich musste nur das kleine Puzzel zusammensetzten um wieder glücklich zu werden..

    Nächster Halt.Pinneberger Bahnhof.

    Gähnend stand ich auf und stuppste Tanja in die Seite.
    Irritiert schaute sie mich an und ging hinter mir her.
    Draußen lag eine unglaubliche Wärme in der Luft und ich atmete tief ein.
    Ich liebte die Freiheit..

    Wir rannten los, als das Piepen des Zuges ertönte.
    Die Türen schlossen sich mit einem lauten Knall und wir setzten uns in Bewegung.
    Nervös starrte ich immer wieder auf die Uhr.
    Zehn vor 8.
    Meine Hände wurden kalt und ich ballte sie zu Fäusten.
    ”Heh.. enspann dich..”, hörte ich Tanjas ruhige Stimme und sie nahm meine Hand.
    Es durchzog mich wie kleine Blitze und es fiel mir schwer weiter zu atmen.
    Wenn Tanja nicht bei mir gewesen wäre, hätte ich schon mein komplettes Umfeld verrückt gemacht, denn ich war einfach viel zu ungeduldig.

    Als wir endlich am Hauptbahnhof angelangten lief ich mit zitternden Knien in die Nacht.
    Wieder blickte ich auf meine rosane Playboyuhr und ich blieb apprubt stehen.
    ”WAS ?”, zischte Tanja und zog mich an meinem Arm hinter ihr her.
    ”Wir sind jetzt schon 10 Minuten zu spät..”, jammerte ich.
    ”Erst willst du nicht fahren und jetzt maulst du wegen ein paar Minuten schon rum..”, lachte sie und schüttelte den Kopf.

    Wir gingen durch die kleinen, engen Gassen Hamburgs.
    Ein Haus an das nächste gereiht.
    Keine Luft zum atmen.
    Ich ersticke!
    Hilfe!!
    ”Jessi ?”
    Ich spürte einen Stoß in meinen Rippen.
    “Hmn?”
    ”Du träumst zu viel.. “

    Meine Beine schmerzten, als wir am Alster Hotel ankamen.
    Die Autos fuhren in Scharen an uns vorbei und ich ging über den kleinen roten Teppich.
    Eine riesige Glastür öffnete sich und man hörte ein ständiges Klackern in den Ohren.
    ”Denkst du nicht, dass wir draußen warten sollen ?”, fragte ich Tanja als wir vor der Rezeption standen.
    ”Ach quatsch.. ich frag mal, ob irgendwer eine Nachricht hinterlassen hat..”

    Selbstbewusst grinste sie mich an und drehte ihren Kopf zur Rezeption.
    ”Guten Abend. Könnten sie mir sagen, ob eine Nachricht für Jessica H. hinterlassen wurde ? Wir sollten um 20:00 Uhr am Eingang sein..”
    ”Moment..”
    Konzentriert blätterte sie in einem Buch und drückte mir danach einen Schlüssel in die Hand :”Suite Nummer 562, dritter Stock. Nehmen sie am Besten den Aufzug..”

    Völlig perplex blickte ich auf den Schlüssel und brachte kein einziges Wort mehr über die Lippen.
    "Oh ohh..", lachte Tanja und umarmte mich glücklich..


    52.


    Nervös betrat ich den Fahrstuhl und lehnte mich mit geschlossenen Augen an die Wand.
    Stille.
    Langsam fuhren wir nach oben und ich merkte ein leichtes Kribbeln in meinem Bauch.
    Ich war tierisch nervös, denn ich konnte mir einfach nicht vorstellen, was passieren würde.
    Durch ein leises Läuten würde ich aus meinem kleinen Traum gestört und ich öffnete die Augen.
    Tanja stand mir grinsend gegenüber und ich hatte das Gefühl, dass sie wusste, warum ich hier war.
    “Jetzt komm!”, kicherte sie und nahm meine Hand.
    Erschöpft trottete ich ihr hinterher.

    Suite 562 stand mit goldener Schrift auf der dunklen Mahagoni Tür.
    Vorsichtig drückte ich die Türklinke nach unten und betrat den dunklen Raum.
    ”Mach mal das Licht an..”, flüsterte ich ihr zu und tastete die Wand ab.

    Plötzlich sah ich, wie immer mehr Kerzen sich entzündeten und ich blieb stehen.
    Meine Hand suchte Tanjas Arm und ich drückte mich fest an sie.
    Überrascht und glücklich zugleich strahlte ich über das ganze Gesicht und mein Herz fing an zu flattern.
    Hinter mir spürte ich zwei Hände die sich sanft über meine Augen legten und ich zuckte zusammen.
    Ein warmer Atem streichelte meinen Nacken und ich folgte den Schritten.
    “Setz dich hin..”, hauchte mir eine Stimme in das Ohr und ich bekam Gänsehaut.
    Ein Band aus Seide verdeckte meine Augen, als sich die Hände lösten.

    Zitternd saß ich in einem Sessel, die Hände tief in den Stoff krallend.
    Die Schmetterlinge in meinem Bauch flogen ihre Runden.
    ”Tanja ?”, sagte ich leise, doch ich bekam keine Antwort.
    Ich spürte wie mir jemand seine Lippen auf meine presste und ich wich zurück.
    Bill ?
    Nein!
    Das kann nicht sein..
    Neugierig ließ ich mich einfach nach hinten fallen und genoss die zärtlichen Berührungen.
    Wieder spürte ich sanfte Küsse auf meiner Haut und eine Hand strich mir sanft über die Wange.
    ”Wer bist du .. ?”, flüsterte ich und erwartete eine Antwort.

    Als sich das Band endlich von meinen Augen löste sah ich ein Kerzenüberflutetes Zimmer.
    Das Licht flackerte ruhig und ich blinzelte.

    ”Hey mein Engel..”, hörte ich eine leise Stimme und Tränen stiegen mir in die Augen.
    ”..das ist nur für dich..”
    Geschockt hielt ich mir die Hand vor den Mund und wischte meine Tränen von Wangen :”Schatz..”
    Eine Gitarre ertönte und ich blickte neugierig durch den Raum, doch ich konnte niemanden sehen, sondern nur den Kerzenschein, der ein wenig Licht spendete.

    ”Engel.. ich weiß nicht, wie ich dir beweisen kann, dass ich dich unendlich liebe.. Seitdem ich dich getroffen habe, hat sich mein Leben verändert und seit langem bin ich endlich wieder glücklich. Wir haben in so kurzer Zeit sehr viel durchgemacht und ich bin froh, dass ich dich endlich wieder bei mir haben kann..”

    Schluchzend kullerten mir die Tränen in Strömen aus den Augen und ich schüttelte fassungslos den Kopf.

    ”.. ich bin so glücklich mit dir.. Ich liebe dich..”

    ”Ich dich auch” ,hauchte ich leise und drückte Tanjas Hand fest zusammen.
    Wie gebannt saß ich auf dem Sessel, obwohl mich mein Herz am liebsten zu ihm geschickt hätte.

    Eine leise Melodie erklang und Bill fing an zu singen.
    Nur für mich.

    Zum ersten Mal alleine, in unserem Versteck.
    Ich seh´ noch unsere Namen an der Wand
    Und wisch´ sie wieder weg.
    Ich wollt dir alles anvertrauen,
    warum bist du abgehaun?
    Komm zurück, nimm mich mit.

    Komm und rette mich,
    ich verbrenne innerlich.
    Komm und rette mich, ich schaff´s nich ohne dich,
    Komm und rette mich,
    rette mich.
    Rette mich.

    Ich zitterte vor Glück und war mit meinen Gefühlen völlig überfordert.

    Glück.
    Freude.
    Liebe.
    Nervosität.

    Die Tränen kullerten mir über das Gesicht, als er die letzten Zeilen sang.
    Glücklich stand ich auf und lief weinend auf ihn zu.
    Ein durchsichtiges Pflaster überklebte mein gebrochenes Herz und es hörte auf zu bluten.

    Schluchzend umschlangich seinen Hals und wir küssten uns zärtlich.
    Fest drückte ich ihn an mich und spürte seine Wärme, die mich wie ein Funke berührte.
    ”Ich liebe dich.. ich liebe dich..”, sagte ich mit verweinter Stimme und presste meine Lippen erneut an seine.
    Seine Hand strich mir eine Strähne aus dem Gesicht und er zwirbelte die Enden mit einem Finger :”Und ? Ist mir die Überraschung gelungen ?”
    Überwältigt nickte ich und das Kerzenlicht funkelte in seinen dunklen Augen.
    Die Welt drehte sich langsamer um uns herum und er zog mich in seinen Bann.
    Ich konnte weder atmen, noch sprechen.
    Ich war einfach überwältigt.

    Leise verabschiedeten sich die 4 von uns und wir verschmolzen in einem innigen Kuss.
    Noch nie war ich so glücklich, dass ich ihn wieder spüren durfte.
    Er hatte mir sehr gefehlt, denn ohne Bill war ich nur eine halbe Seele..


    53.

    Bill griff nach meiner Hand und legte mir seinen Zeigefinger auf die Lippen.
    Ich hatte das Gefühl, dass mein kleines Herz in dem Moment zersprang, da es so aufgeregt pochte.
    Langsam führte er mich durch die Suite und wir ließen uns auf das weiche Himmelbett fallen.

    Auf der weißen Seidenbettwäsche waren rote Rosen verstreut und auf dem Nachttisch stand eine kleine Schüssel mit Erdbeeren.
    Mein ganzer Körper zitterte, als ich ihm tief in die Augen sah und meine Haut glühte vor Anspannung.
    Vorsichtig berührte er meinen Hals und schob seine Hand unter mein T-shirt.
    Mir stockte der Atem, denn ich hatte lange keine innigen Berührungen mehr gespürt.

    ”Alles okay.. ?”, fragte er mich mit einem sanften Lächeln auf den Lippen.
    Unsicher nickte ich und küsste ihn.
    In meinem Kopf kreisten tausend Gedanken und ich war mir auf einmal nicht mehr sicher, was ich wollte, denn ich hatte Angst.
    ’Warum ich ? Warum liebt er gerade mich ?’

    Schweigend blickte ich an mir herunter, als er mit vielen kleinen Küssen meinen Bauch berührte.
    Gänsehaut durchzog meinen Körper und ich schloss die Augen.
    ”Ich liebe dich..”, hauchte er und malte ein kleines Herz mit dem Finger auf meine nackte Haut.
    Meine Hand griff nach der Schüssel mit den Erdbeeren und ich zog ihn zu mir hoch.

    ”Hmn..”
    Ich tunkte die kalte Erdbeere in die Schokosoße und strich ihm damit über die Lippen.
    Wir küssten uns und ich leckte ihm die Soße von seiner Haut.
    Wild durchwuschelte er meine Haare und ich fing an zu lachen.

    Fest umschlungen lagen wir nebeneinander und blickten uns tief in die Augen.
    Sanft strich er mir über die Wange hinunter bis zum Hals.
    Meine Schmetterlinge in meinem Bauch machten sich wieder bemerkbar und flogen wild durcheinander.
    Ich spürte, wie sein Atem meinen Oberkörper streifte und ließ meine Hände über seinen Rücken wandern.

    Das Mondlicht strahlte durch das Balkonfenster direkt auf unser Bett.
    Es war eine sternenklare Nacht...

    In meinen Ohren fing es an zu Rauschen und ich schloss die Augen.
    Alles um mich herum verschwand in einem leichten Nebel und ich krallte mich an seinen warmen Körper.
    Seine Hand fuhr mir über mein Gesicht und wischte mir eine Träne von der Wange :”Ich bin so glücklich..”
    Ich kuschelte mich an ihn und fühlte mich endlich geborgen.

    I have to learn, have to try, have to trust I have to cry
    Have to see, have to know that I can be myself

    And if I could I would stay
    And if they're not, not in my way
    I'll stare here in the distance
    But I'll grow up to be just like you
    I'll grow up to be just like you

    Eine warme Decke berührte meine Schulter und ich umklammerte sie fest.
    ”Komm ich will dir was zeigen..”, flüsterte er mir ins Ohr und wir gingen an den Balkon.
    Der Wind wehte uns entgegen und die weißen Vorhänge schwebten in der Luft.

    Bills Arme umschlangen mich von hinten und wir setzten uns zusammen auf eine kleine Bank – der Blick direkt auf die wunderschöne Alster, dessen Grund schwärzer war als die Nacht.
    Verträumt blickte ich in den Himmel und lehnte mich an seine Schulter.
    Unsere Hände suchten sich immer wieder und ich küsste ihn unter den Augen der Engel.
    Ein kleiner heller Lichtpunkt zog über den Himmel und ich lächelte ihm entgegen.
    “Jetzt darf ich mir was wünschen oder?“, grinste ich und schloss dabei die Augen.
    “Ich liebe dich...“

    Das Wasser spiegelte das Mondlicht und erschöpft versank ich in seinen Armen...


    54.


    Unser Atem war das einzige was ich hörte und ich schloss meine Augen.
    Ich fühlte mich frei, wie ein kleiner Engel, der von oben herab auf seiner kleinen Wolke sitzt.

    Mit meiner Hand strich ich ihm über den Oberkörper und hörte seinem Herzen beim Schlagen zu.
    Bumm..Bumm Bumm.. Bumm..
    Geborgen wie ein kleines Baby schloss er mich fest in seine Arme und ich schlief ein...
    Ein Windstoß hauchte die Kerzen aus und es wurde dunkel..

    Die warme Morgensonne weckte mich aus meinem ruhigen Schlaf und ich lächelte ihr entgegen.
    Meine letzten Gedanken beruhten immer noch auf der letzten Nacht <3
    Müde streckte ich meine Arme nach oben und schaute mich um.
    Die Alster spülte ihr Wasser streifend an den Stand und die Möven zogen lautstark ihre Kreise.
    Verhüllt unter einer Decke stand ich auf und lehnte mich über das Geländer und schaute der Sonne entgegen.

    Kleine Kinder liefen schreiend durch die Gegend und ließen einen bunten Drachen in die Luft steigen.
    Die Bänder flogen gemeinsam im Wind – frei !

    Barfuss lief ich über den Holzboden und öffnete die Terassentür.
    Ein rosiger Duft stieg mir in die Nase und ich blickte auf das Bett.
    In Schweigen gehüllt lag ein kleiner Zettel auf der Decke und ich faltete ihn auseinander.

    Na mein Engel ?
    Es tut mir Leid, dass du ohne mich die Augen öffnen musstest.. aber wir mussten kurzfristig ins Studio.
    Wir sehen uns heute Abend okay ?
    Danke für die schöne Nacht mit dir ...
    Halt das Bett für mich warm..
    Ich liebe dich !

    Lächelnd schmiss ich mich aufs Bett und blickte verträumt an die Decke.
    Plötzlich klopfte es an der Tür und ich fuhr nach oben.
    ’Moment..’ ,schrie ich und suchte nach meinen Klamotten.
    Langsam ließ ich die Wolldecke nach unten gleiten und zog mir einen weichen Bademantel über.
    Locker band ich ihn zusammen und öffnete die Tür.

    Tanja strahlte mich wie ein Honigkuchenpferd an und ich umarmte sie kurz :”Hey was denn mit dir los ?”
    Kopfschüttelnd ging sie an mir vorbei und fing an zu schreien.
    Völlig perplex drehte ich mich um und starrte sie an :”Jetzt sag schon!”
    Sie ließ sich in den kleinen Korbsessel fallen und überschlug ihre Beine.
    Neugierig setzte ich mich vor ihr auf den Boden und schaute sie an :”Sag jetzt..”
    Stille.

    Sie verzog für eine Zeit lang keine Miene, doch dann platzte es aus ihr heraus :”Tom und ich .. am Strand.. und.. also .. ich weiß ja auch nicht, wie ich das jetzt deuten soll .. aber ich glaube dass er.. und ich .. also du weißt schon.. oh mein gott ich bin so nervös!”

    Ich legte meinen Kopf schief :”Also nochmal ganz langsam.. Ich kann morgens noch nicht so gut denken”
    Tanja fing an zu lachen und ich wär ihr am liebsten an die Gurgel gesprungen, denn sie weiß genau, wie neugierig und ungeduldig ich bin.

    Stumm blickte sie auf den Boden und ignorierte mich.
    Eingeschnappt verschränkte ich die Arme und stand auf :”Ja wenn du mir das nicht sagen willst... dann eben nicht..”
    Insgeheim musste ich mir mein Lachen verkneifen, doch plötzlich sprang Tanja auf und stand völlig hibbelig vor mir : “..

    55.
    So wie versprochen der nächste Teil ßß ..

    ..Ich weiß gar nicht wo ich genau anfangen soll.. Ich kann das gar nicht in Worte fassen!”
    Ein breites Lächeln zeigte sich auf ihren Lippen und anstatt, dass ich sie zu beruhigen versuchte wurde ich genauso nervös wie sie :” Ja und ???”

    Sie nahm meine Hand und zog mich auf den Balkon.
    Mit zittrigen Händen holte sie eine Zigarettenschachtel aus ihrer Tasche und zündete sie an.
    Sie wusste was ich davon hielt, doch ihr schien es egal zu sein.
    ”Also..wir sind ja rausgegangen, weil wir euch nicht stören wollten und Georg ist mit Gustav an die Hotelbar gegangen.. Naja, und dann hab ich Tom gefragt, ob er mit mir noch rausgehen will..”
    Nickend stand ich neben ihr am Geländer und ihre Augen fingen an zu glitzern, als sie es mir erzählte.
    ”...und dann waren wir am Strand spazieren..”
    Ich fing an zu lachen und konnte es mir einfach nicht verkneifen :”Spazieren gehen ? Wenn ich dich frage sagst du immer : Nein ich habe keine Lust.. tz du Faultier..”
    Geschockt blickte sie mich an un redete weiter :”Naja also weißt du noch ? Wo ich dir von der Begegnung mit Tom erzählt hatte ? Ich dachte er wäre mir egal aber seine Augen...”
    Ich wusste genau wovon sie sprach, denn ich kannte diese Augen nur zu gut – Bill!


    ”Also was war denn jetzt am Strand ?”, fragte ich neugierig.
    ”Wir sind an die Alster gegangen und ich hab in den Himmel geschaut. Ich habe diesen Moment so genossen, obwohl ich nicht wusste, was ich mit ihm reden sollte.Meine Gefühle spielten verrückt und naja...plötzlich nahm er meine Hand und ich war völlig überfordert mit der ganzen Situation.”
    Nickend setzte ich mich auf die Bank, auf der ich vor ein paar Stunden mit Bill eingeschlafen bin und ließ meinen Blick schweifen.
    Schweigend setzte sie sich neben mich und atmete tief ein :”Er meinte seine Hände wären immer kalt,wenn seine Gefühle Kopf stehen würden. Jessi was soll ich nur machen ?”
    Ich zuckte mit den Schultern und nahm ihre Hand. Ich wollte ihr das Gefühl geben, dass ich immer für sie da sein werde, genauso wie sie es war in meiner schweren Zeit.
    ”Wir sind dann den Strand weiter entlang gegangen und ich habe mich auf einen Baumstamm gesetzt. Ich spürte wir Tom seine Hand um mich legte und mich ansah, doch ich konnte ihm nicht in die Augen blicken. Irgendwie hatte ich ein komisches Gefühl. Er fragte mich, wann wir uns kennengelernt haben und ich erzählte ihm unsere Geschichte. All das was wir erlebt haben..”

    Ich sah wie ihr eine Träne aus den Augen entfloh und lehnte mich an sie :”Süße ?.. Alles okay ?”
    Nickend schaute sie auf den Boden.
    ”Ich bin einfach aufgesprungen, als er mir näher kam und bin Barfuss durch den warmen Sand gelaufen. Das Wasser spritzte mir entgegen und ich lief einfach weiter..Ich hätte niemals gedacht, dass es so passieren würde..”
    Verwirrt schaute ich sie an :”Wie meinst du das ?”
    Der Rauch ihrer Zigarette zog an mir vorbei und ich wendete meinen Blick ab.
    ”Er hat meine Hände genommen und wir sind zusammen gelaufen.. Als ich dann gestolpert bin lagen wir beide nebeneinander im Sand..”
    ”Wie romantisch..”, seufzte ich.
    ”..dann hat er meine Arme sanft nach hinten gedrückt und ich habe meine Augen geschlossen. Ich hielt dem ganzen einfach nicht mehr stand, denn ich hatte Angst irgendetwas falsch zu machen. Das einzige was ich spürte war sein warmer Atem auf meiner Haut und seine Lippen, wie sie mich berührten.”
    Als sie es mir erzählte bekam ich Gänsehaut, denn ich war froh, dass sie jemanden gefunden hatte, der sie glücklich macht.
    ”Du weißt gar nicht wie glücklich ich war, denn ich hatte es echt vermisst.. Diese Gefühle in meinem Bauch..”
    ”Ich weiß was du meinst..”
    ”Meinst du, dass er es Ernst mit mir meint ?”, fragte sie mich und ihre Augen fingen an zu glitzern.
    ”Warum sollte er es nicht Ernst meinen ?”, schaute ich sie fragend an und schüttelte den Kopf.
    ”Heute morgen als ich neben mich guckte war er nicht da, sondern nur das zerknautschte Kissen..Aber sag mal.. du mit deinem Bademantel ..das muss ja auch ne heiße Nacht gewesen sein..”, lachte sie und ich riss die Augen weit auf..

    56.

    Grinsend standen wir uns gegenüber und ich nahm sie fest in den Arm :”Hör auf dein Herz.”
    Fest krallte sie sich an meinen Mantel und ich strich ihr über den Kopf :” Versuch es einfach.. “
    Ich hoffte, dass ich ihr wenigstens einen Weg zeigen konnte, denn sie war mit ihren Gefühlen genauso überfordert, wie ich zu dem Zeitpunkt.
    Tanja wurde in ihrem Leben sehr oft verletzt und nur ausgenutzt !
    Wir teilten eines gemeinsam – unsere Kindheit.
    Tanja wurde von ihrem Vater oft geschlagen und sie hatte es immer verschwiegen, doch sie konnte anders damit umgehen.
    Mit ihren Gefühlen.
    Ich fand damals keinen anderen Ausweg mehr, als zur Klinge zu greifen und bis heute bereute ich diesen Schritt.
    Wenn es ernst wurde, oder jemand sie verletzte, verschloss Tanja sich und ließ niemanden mehr an sich heran. Wir brauchten Jahre um uns vollkommen zu vertrauen und uns alles zu sagen, doch genau das schätze ich bis heute an ihr !
    Sie hatte es einfach verdient jemanden zu finden, der ihr zeigen kann was Liebe bedeutet und ich hoffte, dass Tom derjenige war.

    Plötzlich klopfte es an der Tür und wir schreckten hoch.
    ”Ja ? Moment..”
    Ich öffnete die Glastür zur Suite und lief über den weichen Teppich.
    Vorsichtig drückte ich die Klinke hinunter und blickte in zwei dunkelbraune Augen.

    ...

    Tom.

    ...

    ”Hey ist Tanja da ?”
    Ich ging einen Schritt zur Seite und er fing an zu grinsen.
    ”Hey..”, hörte ich eine zarte Stimme hinter mir sagen und ich schaute die beiden an.
    Ihre Augen funkelten, doch irgendetwas schien zu stören.
    ”Ich geh dann mal..”, räusperte ich mich und schloss die Tür hinter mir zu.
    Erst in diesem Augenblick realisierte ich mein Outfit.
    Rosa Schuhe aus Plüsch und einen hellgelben Bademantel.
    ”Scheiße!”, fluchte ich und hämmerte gegen die Tür, doch niemand öffnete mir.
    Verwirrt schaute ich mich um und rannte den Flur entlang.
    ’Hoffentlich sieht mich niemand..’, dachte ich und hörte wie sich mir Stimmen näherten.

    Ich drehte mich um und knallte mit etwas hartem zusammen.
    ”Autsch!”, schrie ich und fand mich auf dem roten Teppich wieder.
    Mit einer Hand hielt ich meinen Kopf fest und öffnete die Augen.
    Ich sah wie viele kleine schwarze Punkte sich vor meinem Auge sammelten und wild durcheinander flogen.
    ”Schatz ?”, hauchte mir jemand entgegen und ich fing an zu lachen, “was machst du hier ? Und .. wie siehst du überhaupt aus ?”
    Grinsend reichte er mir seine Hand und hob mich nach oben.
    Unsere Lippen trafen sich in der Mitte und ich spürte das gewohnte Kribbeln in meinem Bauch.
    Genervt deutete ich auf unser Zimmer :”Frag mich jetzt nicht, wer DA drin ist..”
    Kopfschüttelnd stand Bill mir gegenüber und nahm meine Hand :”Du musst erstmal hier aus dem Flur raus..”
    Er konnte es sich einfach nicht verkneifen und lachte laut los.
    ”Pscht.. die müssen mich jawohl nicht so sehen..”, grummelte ich und suchte nach einem geeigneten Fluchtort.
    ”Hier rein!”, schrie Bill und zog mich in eine Damentoillte.
    Zu unserem Glück war gerade niemand da und so waren wir ungestört.
    ”Schatz.. du weißt wo wir hier sind ?”, fragte ich ihn mit einer hochgezogenen Augenbraue und schloss die Tür hinter uns ab.
    Zusammengequetscht in einer Kabine standen wir uns gegenüber und ich setzte mich auf den Toilettendeckel.

    ”Super und jetzt ?”
    Bill zuckte mit den Schultern und beugte sich zu mir herunter..
    Ich konnte seinen Blicken einfach nicht widerstehen,denn sie zogen einen sofort in den Bann.. :”Schatz..”
    Plötzlich hörten wir, wie sich eine Tür öffnete.
    Schritte.
    ”Psst..”
    Ich legte meinen Finger auf Bills Mund und grinste ihn verlegen an.

    57.


    Fest nahm ich ihn in den Arm, sodass er nichts mehr sagen konnte.
    Ich spürte seinen warmen Atem auf meiner Haut und bekam Gänsehaut,die meinen gesamten Körper durchzog.
    ”Ich liebe dich..”, flüsterte er und schaute zu mir hoch.
    Die Neonröhren brannten mir in den Augen und ich blinzelte leicht.
    WUMM.
    Wir wurden in unserer kleinen Romanze gestört und ich seufzte auf :"Schade.."
    Bill grinste mich an und küsste mich zur Entschädigung.

    ”Ist sie weg ?”, flüsterte ich und Bill öffnete langsam die Tür.
    Er drehte seinen Kopf nach rechts und schreckte wieder zurück in die Kabine.

    ”Sie unverschämter Rüpel! Was fällt ihnen ein ? Sie sind hier in einer Damentoilette! Sehen sie zu,dass sie Land gewinnen !!”
    Lachend stand ich auf und nahm Bills Hand :”Lass uns verschwinden..!”
    Mit hochrotem Kopf gingen wir an der alten Dame vorbei und Bill brachte nur ein leises ‘Tschuldigung’ heraus.

    Als wir die Tür hinter uns schlossen konnte ich es nicht mehr zurückhalten und lachte laut los.
    ”Gott war mir das peinlich..”, grinste Bill und wir gingen den Flur entlang.
    Stille.
    ”Sagmal Schatz ? Ich muss sicher auch bald wieder nach Hause. Meine Ma macht sich sicher Sorgen, weil die weiß ja noch nichtmal wo ich bin..”
    Bill nickte mir zu :”Joa..kannst sie ja mal anrufen ?”
    ”Warum seit ihr eigentlich schon jetzt hier ? Ich mein ihr solltet doch erst nächste Woche kommen..wenn das Video rauskommt ?”
    Bill blieb stehen und blickte mir in die Augen :”Ich wollte noch soviel Zeit wie möglich mit dir verbringen, bevor ich gehen muss..”
    Ich schluckte und gab ihm einen zarten Kuss.

    Meine Gedanken kreisten in der Zunkunft.
    Was ist, wenn sie einen riesigen Erfolg haben?
    Was wird dann aus mir ? ..aus uns..

    Seine Hand zog mich hinter sich her und hastig stapfte ich in meinen Puschen den Teppich entlang.
    ”Wohin willst du ?”
    Bill hämmerte gegen die Tür :”Aufmachen!!!”
    Stille.
    ”Macht auf verdammt!”
    Wir hörten wie etwas auf den Boden fiel und in viele kleine Teile zersprang.
    Die Türklinke drückte sich langsam nach unten und ein verschlafener Georg blickte uns in die Augen :”Sagmal gehts euch noch gut ?”
    Grinsend standen wir ihm gegenüber und ich fragte ihn :”Na ? Wohl zu lange durchgemacht gestern wa ?”
    Mit einer Hand hielt er sein Ohr zu :”Jessy mann.. nicht so laut..”
    Er ging einen Schritt zur Seite und wir liefen an ihm vorbei.

    Gustav lag noch verschlafen in seinem Bett und hob schwach seinen Arm :”Moin..”
    ”Sagmal ihr habt euch nicht wirklich nochmal ins Bett gepackt oder ?”
    Beide nickten synchron und ich setzte mich mit Bill auf Georgs Bettkante.

    ”Wo isn Tom ?”, grummelte Gustav und zog sich die Decke wieder bis zur Nasenspitze.
    “Frag nicht..”, murmelte ich,” was meinst du warum ich hier SO sitze..”
    Ihre Blicke wanderten von meinem Gesicht nach unten und beide fingen an zu lachen :”Geile Schuhe!”
    ”Danke..”, zischte ich und warf ein weißes Kissen in Georgs Gesicht.


    Schon komisch.
    Mein komplettes Leben haben diese 4 Jungs auf den Kopf gestellt.
    Seitdem ich sie gesehen habe war alles anders.
    Ich war sehr lange Single, obwohl das eigentlich eher an mir lag, denn ich hatte immer Angst etwas falsch zu machen.
    Es war ziemlich ungewohnt mit drei Jungs alleine auf einem Hotelzimmer zu sitzen unter denen noch zwei halbnackt im Bett lagen..
    Ich hoffte sehr, dass sie mit ihrer ersten Single einen riesen Erfolg haben würden, doch was wäre wenn ?
    Bill hätte weniger Zeit für mich und ich war mir nicht sicher, ob unsere Liebe diesem Druck stand halten würde..

    Abwesend starrte ich auf ein Bild an der kahlen Wand.
    Eine einsame schwarze Rose.
    Sie blutet..

    58.

    “Achtuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuung!!!!!”
    WUMM
    Ohne jeden Widerstand flog ich nach hinten und landete auf dem Rücken.
    ”Danke..”,murmelte ich und nahm das Kissen in meine Hände.
    Mein Blick wanderte an die Decke, die mit kleinen Lichtern verziehrt war.

    Im Hintergrund hörte ich lautes Lachen, dass sich jedoch immer weiter von mir entfernte.
    Alles drehte sich um mich herum und ich hielt mich an der warmen Bettdecke fest.

    ..

    ”Schatz ?”

    ..

    ”Schatz ?? Alles okay ?”

    ..

    Benommen hob ich den Kopf un sah in die irritierten Gesichter.
    Grinsend nickte ich und setzte mich aufrecht hin.
    ”Also irgendwie lebt sie immer in ihrer kleinen eigenen Traumwelt..”, hörte ich Georg und Gustav flüstern.
    Bill warf ihnen böse Blicke zu und knuffte ihnen in die Rippen.
    ”Ja is doch wahr..”, lachte Georg und sah mich an.
    ”Irgendwie ist mir schlecht..”, murmelte ich und hielt mir die Hand vor den Mund.
    ”Ähm.. bitte nicht hier Jessi,.. nicht hier!!!”, schrie Gustav hysterisch und sprang hin und her.
    ”Sehr witzig.. aba .. gott.. also .. ich glaube ...”

    Mit diesen Worten sprang ich auf, rannte ins Badezimmer und schloss die Tür hinter mir ab.
    ”Scheisse..”, flüsterte ich und hielt mich am Waschbecken fest.
    Mein Gesicht war blass und ich kniff die Augen zusammen.
    Mit meinen Händen suchte ich den Wasserhahn und ließ das kalte Wasser über meine Handgelenke fliessen.
    Ich hatte das Gefühl, dass sich meine Knie langsam in Wackelpudding verwandelten und setzte mich auf den Klodeckel.

    ”Jessi ?”
    ”Hmn ?”
    ”Kann ich reinkommen ?”
    ”Ich komm gleich wieder Schatz..”

    Alles um mich herum schien nicht real, denn es verschwand immer wieder vor meinen Augen.
    Ich lehnte meinen Kopf an die Wandfliessen und atmete tief ein :”Was ist nur los mit mir ?”

    Es kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit, als ich beschloss das Badezimmer wieder zu verlassen und vor drei besorgten Gesichtern stand.
    Ich lehnte mich an die Wand und starrte auf den Boden.
    ”Alles klar bei dir?”, hauchte Bill mir entgegen und küsste meine Stirn.
    ”Hmn ? Ja.. alles okay..”

    Plötzlich öffnete sich die Tür und Tom stand grinsend im Türrahmen.
    ”Was ist denn mit euch los ?”
    Seine Freude konnte man einfach nicht übersehen und ich seufzte erleichtert :”Endlich .. seit ihr auch mal fertig ja ?”
    Erst jetzt erblickte ich Tanja, die lächelnd hinter ihm stand und heftig mit dem Kopf nickte.
    Ich freute mich mit ihnen, dass sie sich endlich gefunden hatten, doch ich wusste, dass es auch für sie nicht leicht sein würde.

    ”Gehen wir ?”, fragte ich Bill mit glitzernden Augen und nahm seine Hand.
    Schweigend machten wir uns auf den Weg zu unserer Suite und Bill öffnete die Tür :” Da sind wir Madame..”
    Ich fing an zu lachen und machte einen leichten Knicks bevor ich das Schlafzimmer betrat.
    Bill zog mich hinter sich her, als er sich auf das Bett schmiss.
    Unsere Blicke trafen sich und wir küssten uns vorsichtig.

    Das ist der letzte Tag..
    Ist das der letzte Regen bei dir oben aufm Dach ?
    Ist das der letzte Segen und unsre letzte Nacht ..?


    Ich lag mit dem Rücken zu Bill und er legte seine Hand um meinen Körper und wir kuschelten uns eng aneinander.
    Ich spürte seinen Atem in meinem Nacken und zuckte zusammen.
    Seine Hand streichelte meinen Bauch und ich schloss meine Augen :”Ich liebe dich...”


    59.

    Bills Lippen berührten meine kalte Haut und ich grinste innerlich.
    Er ist so liebevoll – so romantisch und einfühlsam.
    Ich wollte am liebsten nichts mehr aus diesem kleinen Traum aufwachen und einfach nur schweben – gemeinsam auf Wolke 7.

    ”Schau mich an..”, flüsterte er mir ins Ohr und ich legte mich auf den Rücken.
    Sein Kopf beugte sich über mich und er küsste mich zärtlich.
    Überall fing es an zu kribbeln und ich genoss seine warmen Berührungen.
    Mit einer Hand schob er meinen Bademantel zur Seite und streichelte meine Schulter.
    ”Ich liebe dich .. ich liebe jeden Fleck deines Körpers..”, murmelte er und schaute mir in die Augen.
    Der perfekte Moment um alles in einem kleinen Fotoalbum festzuhalten, dachte ich und strahlte über das ganze Gesicht.
    Wie er mich so anblickte – Gänsehaut pur !

    Meine Arme umschlangen seinen Hals und ich zog ihn zu mir herunter.

    ..Das ist der letzte Tag..

    Es war alles so anders, wenn ich mit ihm zusammen war, denn ich konnte alles vergessen.
    Meine Gedanken waren in diesen Augenblicken nicht ein einziges Mal bei Bianca, meinen Eltern oder bei meiner Modelagentur.
    Ich konnte mich einfach fallen lassen und eins mit ihm sein.

    Mit zitternden Händen zog ich ihm sein T-shirt aus und verlor mich dabei in seinen dunklen Augen.
    Immer wieder berührten sich unsere Lippen und ich war mir sicher, dass ich es niemals bereuen würde.
    Seufzend starrte ich auf mein Telefon, als es plötzlich anfing laut zu piepen.

    Ich zieh mich vor dir aus ich sag dir alles was falsch ist.. Es wird nie wieder gut.. doch ich komm hier nicht mehr raus und ... : ich zieh mich vor dir aus.. und alles was falsch ist – wird nie wieder gut..

    Ich fing laut an zu lachen und schnappte nach dem Telefon.
    “Ich zieh mich vor dir aus..“, grinste Bill und setzte sich hin.

    “Ja hallo ?“
    “Jessi wo steckst du denn ? Ich mach mir Sorgen um dich..“

    Genervt verdrehte ich die Augen :“Ich bin in Hamburg mit Tanja .. in einem Hotel .. bei Bill..“

    “Bill ? Dein Freund ?“
    “Ja Mama......“
    “Aha wann kommst du wieder ?“
    “Ich wollte normal.. also heute wieder kommen .. spät abends.. “

    Bill setzte sich derweil auf meine Beine und starrte mich an.
    Irritiert zog ich eine Augenbraue hoch :

    “Lass das!Schatz geh weg..“
    “Was ?“
    “Ich mein nicht dich Mama .. also bis heute Abend dann okay ?“
    “Ja. Tschüss..“
    “Bay..“

    Lachend legte ich auf und griff nach der Decke.
    Mit einem Ruck warf ich sie über Bill und mich.
    Fest umschlungen lagen wir aufeinander und das einzige was man noch hören konnte, war unser leiser Atem ..

    Im Hintergrund lief mein Lieblingslied, denn er erinnerte mich immer wieder an “Eiskalte Engel“..

    ..Pull me out from inside
    I am ready, I am ready, I am ready
    I am fine
    I am covered in skin
    No one gets to come in
    Pull me out from inside
    I am folded and unfolded and unfolding
    I am colorblind..


    60.

    Zärtlich strich er mir über die Wange und ich blinzelte dem Regen entgegen.
    ”Na mein Engel..Du bist eingeschlafen..“
    Ich schreckte hoch und schaute verwirrt durch den Raum :“Wie spät haben wirs ?“
    Seine Hände umfassten meinen Körper und er zog mich wieder nach hinten :“Nein du musst noch nicht los..“
    Ihm wehrlos gegenüber strampelte ich mit den Beinen und fing an zu lachen :“Schatz bitte.. ich krieg riesen Stress mit meiner Ma.. Komm lass mich los.. Bitte..“

    Wehleidig blickte er mich an und seine Augen funkelten im Licht der Nachttischlampe.
    Sie war dunkelrot und mit kleinen Goldtropfen verziert.
    Ihre besten Tage hatte sie auch schon überlebt, denn die Farbe fing an sich vom Holz zu lösen.

    Gähnend stand ich auf und öffnete meinen Bademantel.
    Im Augenwinkel sah ich wie Bills grinste und sich in sein Kissen fielen lies :“Willst du wirklich schon gehen ?“
    Ich nickte :“Ich muss Schatz..“
    “Dann komm ich mit..“

    Diese Worte brannten in mir wie ein Schmerz.
    Mitkommen ?
    Nein.. Es geht nicht..
    Mama würde ausflippen.. auch wenn sie immer sagt : Es ist okay wenn du einen Freund hast..
    Ich war einfach noch nicht bereit dazu ihr meine Gefühle zu offenbaren und ihr zu zeigen WER mein Leben ist und was mich hier hält..

    “Schatz es geht nicht..“
    Hastig kramte ich meine Sachen zusammen und hängte den Bademantel über eine Stuhllehne.
    “Aber warum nicht ? Du weißt, dass wir nicht mehr viel Zeit haben.. “
    Ich schluckte leise und drehte meinen Kopf zu ihm.
    Er tat mir Leid, wie er so dasaß ..Ich wollte ihm ja auch nicht wehtun !

    Meine Hand suchte sein Kinn und ich zog ihn näher an mich heran.
    Unsere Lippen fanden sich und wir küssten uns zärtlich.
    Seine Finger zogen sich durch meine Haare und es tat mir weh es zu unterbrechen.

    “Wir müssen wirklich los.. Ich sag Tanja eben Bescheid okay ?“
    Nickend blickte er mich an und zog eine Augenbrau nach oben :“Ich sag den Jungs eben Bescheid, dass ich die Nacht bei dir bin..“
    “Hmn Bill .. Du kannst doch nicht einfach hier abhauen oder ? Die Jungs brauchen dich doch .. ihr habt nur noch wenig Zeit, bis die Termine anstehen und man euch immer häufiger im Fernsehen sehen wird.“
    “Und genau aus diesem Grund will ich bei dir sein..“

    Ich kam mir vor wie in einem Kindergarten und fing an zu lachen.
    Ein kleiner Junge, der unbedingt seinen Willen durchbringen will und eine Mutter, die pessimistisch in die Welt blickte.

    Seufzend stand Bill auf und ging mit mir zu Toms Zimmer.
    Vorsichtig klopfte ich gegen die Mahagoni Tür und drückte die Türklinke nach unten.
    “Tanja ?“, hallte es durch den großen Raum und ich schaute um die Ecke.
    Arm in Arm lagen die beiden auf dem Sofa und schliefen Seelenruhig.

    “Komm lass uns gehen..“, flüsterte Bill und legte seine Hand um meine Taille.
    “Ja.. ich schreib ihr aber wenigstens einen Zettel...“

    Auf leisen Sohlen tappste ich durch den Raum und hinterlies ihr eine Nachricht :

    Hey Süße..
    Wollten euch zwei nicht stören.. Hoffe du bist mir nicht sauer, aber ich bin mit Bill nach Hause gefahren !
    Mum hat sich schon Sorgen gemacht und ich mein, du kennst sie ja wenn sie wütend wird.
    Naja, ich melde mich morgen noch mal bei dir okay ?
    Sind morgen wieder hier..

    Jessy

    Ich legte ihn auf den Nachttisch, in der Hoffnung, dass die beiden ihn noch lesen würden.
    Vorsichtig schlossen wir die Tür hinter uns und liefen durch den strömenden Regen..


    61.

    Schreiend und mit ausgebreiteten Armen liefen wir durch den warmen Regen.
    Ich bliebt stehen und genoss die Erfrischung auf meiner Haut.
    ”Du bist verrückt..”, lachte Bill, nahm mich in den Arm und schleuderte mich herum.
    Kichernd umschlang ich seinen Hals und wir küssten uns im Regen.

    Der Asphalt spiegelte die Lichter wieder und langsam zog die Dämmerung auf.
    Unsere Hände berührten sich und wir gingen die Straße entlang.
    Die Autos fuhren an uns vorbei und die Pfützen spritzen an uns hoch.

    Triefnass schlurften wir den endlos scheinenden Weg entlang bis zur Bushaltestelle.
    Erschöpft setzte ich mich auf Bills Schoß und wir lehnten uns gegen die Glasscheibe.
    Plötzlich fiebte mein Handy.

    Eine neue Nachricht.
    Absender : Nico mobil

    Mein Herz fing an zu schlagen und ich merkte wie mir immer heißer wurde.
    Ich wollte nicht, dass er erfahen würde, dass Nico noch immer an mir hängt.

    ”Alles okay Schatz ?”
    Nervös nickte ich mit dem Kopf und öffnete die Sms.

    Hey Süße
    Wie gehts dir eigentlich ? Habe lange nichts mehr von dir gehört.
    Sagmal, stimmt das eigentlich ? Ich meine mit dir und Bianca ?
    Als du nicht in der Schule warst sind Gerüchte über die herumgegangen und naja..
    ich wollte eigentlich von dir hören, ob sie stimmen !?
    Mit Bianca hab ich immoment sehr guten Kontakt aber was mich wundert ist, dass sie so abfällig über dich redet..
    Ich mein, ich weiß nicht, was da vorgefallen ist..
    Naja melde dich bei mir okay ?

    Kuss
    Nico

    Hektisch schob ich mein Handy zusammen und packte es in meine Jackentasche.
    ”Wer hat dir denn geschrieben ?”
    Mit großen Augen und einem Lächeln auf den Lippen blickte ich ihn an :”Nico..”
    ”Nico ?”
    ”Ja.. mein Ex..”
    Ich fing an zu husten und hoffte, dass kein blödes Kommentar hinterher kommen würde.
    ”Haste noch guten Kontakt zu ihm ?”
    Scheiße..
    ”Also er rennt mir schon seit über einem halben Jahr hinterher.. Seitdem wir uns getrennt hatten.. Aber ich will ihn auch nicht verletzten, denn anscheinend liebt er mich noch..”
    Ein schwerer Seufzer.
    ”Ahso.. aber jetzt hast du ja mich..”

    Mein Herz fing an zu flattern, als sich unsere Hände wieder berührten.
    ”Ich liebe dich..”
    Müde schloss ich die Augen und hörte seinen Atem an meinem Ohr.

    Nach einer halben Ewigkeit kam endlich der Bus angerollt und wir stiegen ein.
    ’Jetzt wurde es ernst’, dachte ich und setzte mich mit Bill in die letzte Reihe.
    Wir konnten unsere Augen nicht voneinander lassen und zärtlich stuppste er mir gegen die Wange.

    Ich war so glücklich..
    Vor ein paar Monaten hätte ich dies nichteinmal zu träumen gewagt, denn mein Leben war leer .. mit tausend kleinen Lücken..
    Doch Bill vollendete mein Puzzel zu einem kompletten Leben..
    Danke..

    Seine Hand streichelte sanft meinen Oberschenkel und ich blickte ihm verliebt in seine dunklen Augen, die mit schwarzen Lidschatten umrandet waren.
    Eigentlich war Bill so überhaupt nicht mein Typ.
    Zumindest nicht, seitdem ich ihn kennengelernt hatte.
    Ich stand normalerweise eher auf die Typen, die zwar auf ihr Äußeres achten, aber sich nicht schminken oder eine ausgefallene Frisur tragen.
    Und Bill war nunmal der krasse Gegenteil von meinen bisherigen Freunden, aber ich glaube, genau deswegen liebe ich ihn so.

    Als wir endlich vor meiner Haustür ankamen war es schon 20:00Uhr und wir waren völlig durchnässt.
    Nervös durchkramte ich meine Tasche, denn ich wollte meine Mutter nicht wecken.
    Die letzte Zeit, als ich in der Klinik war, hatte sie sehr mitgenommen und seitdem ging sie normalerweise immer sehr früh ins Bett.
    Normalerweise..

    Verschlafen stand uns meine Mutter in ihrem Schlafanzug genüber und grinste mich an.
    ”Und du bist also Bill ?”
    Als hätten sie sich schon ewig gekannt, kam meine Mutter auf ihn zu und umarmte ihn.
    Bill blickte mich aus dem Augenwinkel leicht irritiert an und ich zuckte mit den Schultern.
    ”Du Mama.. sei mir nicht böse ja ? Aber wir wollen erstmal alleine sein.. Wir sind echt müde..”
    Ich musste mir das Lachen verkneifen und nahm Bills Hand.
    ”Jaja.. kein Thema.. viel Spaß..”
    Grinsend gingen wir an ihr vorbei und ich öffnete die Tür zu meinem Zimmer..

    62.



    Es war stockduster in meinem Zimmer und ich ging blind wie ein Maulwurf voran. [O.o XD]
    ”Schatz.. ich seh nichts..”, fluchte ich und Bill stand lachen hinter mir :”Mach das Licht an ?”
    Ich verdrehte grinsend die Augen und tippte gegen den Schalter.

    Geschockt hielt ich meine Hand vor den Mund :”Ähm.. ich hätte noch aufräumen sollen..”
    ”Hach egal..”
    Mit diesem Satz warf sich Bill auf mein Bett und lehnte sich gegen die Wand.

    Lahmen Schrittes machte ich mich auf den Weg Richtung Fernseher.
    Ich kramte in meinen DVD´s herum und fing an zu grinsen.
    ”Aaaaaaaaaaah Schatz guckmaaaaaaal..”
    Augeregt sprang ich hin und her und Bill riss die Augen auf :”WAS?”
    ”Der ist sooo toooolll.. komm den gucken wir jetzt!”, grinste ich und hielt die DVD fest in den Händen.
    ”Eiskalte Engel?”, Bill zog eine Augenbraue hoch, “das ist nicht dein Ernst oder ?”
    ”Oh doch .. und wie das mein Ernst ist..”

    Ich drehte mich um, kniete mich auf den Fußboden und schob die DVD in den Player.
    Ein Seufzer von Bill ertönte und er schaltete das Licht aus.
    Der Vorspann begann und ich kuschelte mich in seine Arme.
    ”Hach Schatz ..du wirst ihn lieben..”
    Gespannt starrte ich auf den Fernseher.

    Ich weiß nicht, wie oft ich ihn schon geguckt hatte, aber mittlerweile konnte ich den Film in und Auswendig und trotzdem :
    Jedes Mal kullerten die Tränen..

    Tapfer hielt Bill die Stunden mit mir durch, in denen ich zwischen Himmelhochjauchzend und Depremiert auf dem Boden lag.
    Er fuhr mir mit seinen Fingern durch die Haare :”Schatz ?”
    ”Hmn ?”
    ”Ich liebe dich..”
    ”Ich dich auch..”
    Zärtlich nahm ich seine Hand und küsste seinen Handrücken.
    Gänsehaut fuhr ihm den Arm entlang und ich grinste.
    Gebannt blickte ich zurück zum Fernseher...

    Seufzend und mit Tränen in den Augen lehnte ich mich an seinen Oberkörper..

    ”Bill.. guck mal..”

    ..
    ”Bill ?”
    ..

    ”Hey Schatz ?”
    Ich drehte meinen Kopf nach oben und sah in sein Gesicht.
    Er schlief.. wie ein Engel..
    Seine Hand stützte seinen Kopf und er atmete ruhig.
    Sanft strich ich ihm über die Wange und eine Träne entfloh mir aus den Augen.
    ’Meine Güte Jessi’ ,dachte ich ,’warum heulst du eigentlich immer bei diesem Film.. ist ja nicht auszuhalten..’
    Mit meinem Ärmel wischte ich mir über das Gesicht und stand auf.

    Der Bildschirm flimmerte und ich drückte auf den Knopf.
    Dunkelheit.
    Stille.
    Vorsichtig tastete ich mich voran, um ja nicht in meinem Chaos unterzugehen.

    ”AUA!”, fluchte ich und fasste mir an das Schienbein.
    Geschockt hielt ich mir die Hand vor den Mund und humpelte Richtung Bett.
    Meine Hände wanderten über die Bettdecke und ich huschte daunter.
    Vorsichtig stuppste ich Bill zur Seite, der mittlerweile wie ein Schluck Wasser in der Kurve an der Wand lehnte.
    Ich legte meinen Arm um seinen Körper und schloss die Augen..

    63.

    Sooou mal wieder aus der Sicht von Tanja xD .. ^_^ .. damid keiner missverständnisse auftreten hia XD

    Erschöpft blickte ich neben mich.
    Ich konnte einfach nicht einschlafen.
    Zu viel ist passiert.. zu viel...
    Irgendwie war ich mir nicht mehr sicher ob ich das richtige getan hatte.

    Neben mir lag Tom mit geschlossenen Augen und er atmete ruhig.
    Das Licht des Mondes schien durch die Vorhänge in unser Zimmer und draußen wehte es leise.

    Ich fuhr mir durch die Haare und dachte über den Tag nach....



    Nachdem Jessi mit ihrem Bademantel fluchtartig das Zimmer verließ war ich allein mit Tom.
    Er zog mich näher an sich heran und irgendwie wusste ich nicht, was ich tun sollte.
    War es Liebe ? Oder nur eine heimliche schwärmerei ?

    Ich bekam die letzten Stunden mit ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf.
    Der Strand..
    Unser erster Kuss..

    Schüchtern blickte ich ihm in die Augen : “Meinst du das eigentlich wirklich ernst mit uns ? Also ich mein ob du dir wirklich deiner Sache sicher bist? Nicht ,dass ich so eine für nebenbei bin die du dir gerade mal angelacht hast, verstehst du? Ich wurde oft genug ausgenutzt. Und wenn ich ehrlich bin habe ich da nicht wirklich Lust drauf denn mit dir ich weiß nicht , es ist einfach irgendwie alles anders und das macht mir ein wenig Angst.“

    Ich war sehr überrascht über seine Reaktion, denn er wich einen Schritt zurück : “Natürlich meine ich das ernst mit dir, warum sollte ich lügen? Ich genieße jeden Augenblick mit dir, auch wenn wir uns bald nicht mehr sooft sehen können, ich werde dir versprechen das ich mich bei dir melde um dir einen guten morgen zu wünschen und dir abends einen schönen Traum wünschen. Auch zwischen durch wenn ich mal zeit habe werde ich dir schreiben, ich vermisse dich jetzt schon wenn ich daran denke das wir bald wieder zurück müssen.Ich mein, wir kennen uns nicht lange.. aber meinst du nicht, dass es die Zeit einfach bringen wird ?“

    Das einzige was ich darauf antworten konnte, war ein Lächeln.
    Ich nahm seine Hände und zog ihn näher an mich heran.
    Unsere Lippen berührten sich kurz und ich merkte die Spannung, die sich zwischen uns staute.

    ’’Das waren die schönsten Worte dich ich bis jetzt in meinem Leben gehört habe. Du machst mich wirklich glücklich dafür danke ich dir’’, sagte ich und legte meine Arme um Toms hals.

    Zusammen gingen wir auf den Balkon und die Sonne stand an diesem Tag hoch und frei am Himmel.
    Ich atmete tief ein und spürte die warme Sommerluft.
    Mittlerweile war es ja August und Tom erzählte mir, dass sie bald ihren Song rausbringen würden.
    Es versetzte mir einen tiefen Schnitt in meinem Herzen, bei dem Gedanken Tom gehen zu lassen.
    Endlich habe ich mal das bekommen wonach ich mich jahrelang gesehnt habe. Tom umschlang mich von hinten und kreuzte vor mir seine Arme und ich legte meinen Kopf an seine Schulter und genoss einfach nur diesen Augenblick.

    ’’Ich liebe dich’’, kam es wie ein Blitz aus meinem Mund.
    Ich erschrak vor mir selber, denn es war das erste Mal das ich so etwas zu einem Menschen sagte.
    Immer diese Angst vor diesen unbeschreiblich kleinen aber bedeutungsvollen Worten..
    Doch dieses mal fühlte ich mich sicher und hatte keine Angst vor ihnen.
    Leicht zögernd blickte er mich an :“Ich dich auch..“
    Ich lächelte und küsste seine so unbeschreiblich weichen und sanften Lippen.

    Da es uns draußen zu warm geworden war gingen wir wieder ins Zimmer und bestellten uns etwas Eis auf das Zimmer.
    Einen Moment nicht aufgepasst und Tom kleckerte sein neues Vocal- Tshirt mit Schokoeis voll und er war gezwungen sich umzuziehen.
    Er zog sich über den Kopf, grinste mich an und schmiss mir sein T-Shirt ins Gesicht.

    “Hey hey.. nicht gucken..“, sagte er und fing an zu lachen.
    “Und was ist, wenn ich’s doch tue ?“
    “Dann..“
    Stille.
    Mein Herz klopfte schneller als ich seine Schritte hörte.
    Neugierig blickte ich unter dem T-shirt hervor : „Mein Gott.. was für ein Körper..“, flüsterte ich und huschte schnell wieder hinter das Shirt....

    64.

    Wie gesagt xD : Nochmal aus Tanjas Sicht und nach diesem Teil wieder aus der gewohnten Ich- sicht [Jessy XD] Ôo ..

    “..dann.. muss ich dich wohl..durchkitzeln !“
    Ich fing an zu lachen und meinte darauf nur :’’ Das musst du tun? Du willst es doch nur. .’’ grinste ich ihn an und warf sein T-Shirt in die Ecke.
    So schnell konnte ich nicht gucken, da kam er auf das Bett gesprungen und sprang auf mich.

    Tom hatte dabei ganz vergessen, sich wieder ein T-shirt anzuziehen und wir lagen nebeneinander und mussten uns erst einmal beruhigen vom ganzen Lachen.
    Meine Hände waren so kalt und in diesem Moment viel mir nur eins ein sie zu wärmen :Tom. Meine Finger konnte ich nicht von ihm lassen und legte meine Hände auf seinen Bauch.
    Schreiend sprang er auf und blickte mich an.

    ’’Was ist denn los mit dir?’’ schaute ich ihn an und musste los lachen.
    “Hast du gewusst dass du kalte Hände hast?“
    ’’Ach echt?’’ sagte ich frech und grinste.
    “Du kleines Biest“, flüsterte er mit einem Grinsen und warf sich sanft über mich.
    Seine dunklen Augen blickten mich an und ich erkannte das Lächeln, dass sie wiederspiegelten.
    Wir küssten uns zärtlich, rollten über das Bett und landeten auf einmal zusammen auf dem Boden.
    Lachend lagen wir aufeinander und ich biss mir auf die Unterlippe.
    Sein warmer Atem auf meiner Haut bereitete mir Gänsehaut und ich legte meinen Kopf auf seinen Oberkörper.
    Er war so warm..
    Toms Hand schob sich unter mein T-Shirt.
    Ich wusste nicht ob ich mir der Sache sicher sein sollte, öffnete meine Augen und
    schaute ihn fragend an.
    “Hey..Ich will dich zu nichts zwingen“, flüsterte er und besiegelte seine Worte mit einem vorsichtigen Kuss.
    Ich nickte und lächelte ihn an.
    Zögernd zog er mir mein T-Shirt aus und küsste meinen ganzen Oberkörper.
    Den Hals runter, meine Brust meinen Bauch.
    Ich schloss in diesem Moment einfach nur meine Augen und genoss die
    Zärtlichkeit die er mir gab.
    Ich legte mein Hände auf seinen Rücken und streichelte ihn zärtlich.
    Als er in meine Augen blickte nickte ich wieder und streichelte ihm über die Wange.
    In diesem Augenblick spürte ich die Schmetterlinge in meinem Bauch, von denen Jessy mir immer erzählt hatte , und wusste das es die richtige Entscheidung war.

    Glücklich schloss ich die Augen und berührte seine warmen Lippen.
    Er öffnete langsam meine Hose und ich kniff die Augen weiter zusammen.
    Ich hatte Angst..
    Doch ich merkte, dass er vorsichtig war und ich vertraute ihm.
    Es war bisher das Wunderschönste was ich jemals in meinem Leben erlebt hatte.

    Ich ließ mich auf Tom ein , denn ich war mir sicher das er mich nicht verletzen würde.
    Tom legte sich befreit neben mich und küsste meine Stirn.
    Ich zog mir ein T-Shirt über und kuschelte mich in seine Arme..
    -----


    Und jetzt lag ich neben ihm und streichelte seine Wange.
    Es war ein unbeschreiblicher Tag..
    Noch nie hatte ich die Worte jemals in meinem Mund genommen..
    Noch nie.. bis heute..

    Ich nahm seine Decke hoch und legte mich in seine Arme.
    Langsam überkam mich die Müdigkeit und ich schloss die Augen.


    65.

    Soo un wieder aus der Sicht von mir .. [Jessy xD]

    Wider Willen schleppte ich mich aus meinem Bett, denn die Sonne schien mir mitten ins Gesicht.
    Gähnend streckte ich mich und blickte neben mich.
    Bill lag eingekuschelt in meiner Decke und schlief ruhig.
    Seine Haare waren wild zerzaust und ich hörte ihn leise Atmen.

    Ich öffnete die Tür zum Flur und ging in die Küche.
    Meine Mutter saß am Frühstückstisch und las ihre Zeitung.
    Ihr Blick wendete sich zu mir, als ich mich verschlafen auf die Bank setzte.
    “Morgen..“, grummelte ich und zog die Knie an meinen Körper.
    “Was hat dich denn gebissen ?“, lachte sie und schob mir ihren Cappuchino vor die Nase.
    “Ich hab nicht so gut geschlafen..“, erwiderte ich und nahm einen großen Schluck aus der Tasse.
    “Bill ?“
    Sie zog eine Augenbraue hoch und schaute über ihre Zeitung.
    “Wie was ist mit dem ?“
    Ich hatte heute Morgen überhaupt keine Lust auf ein Mutter – Tochter Gespräch, denn wer mich kennt, weiß dass ich ein Morgenmuffel bin.
    “Du hast mir immer noch nicht erzählt wo ihr euch kennengelernt habt und überhaupt.. Seit wann seit ihr denn zusammen und wie ist er denn so ? Arbeitet er schon ? Kennst du ihn von der Schule ?“
    “Mama..“, murmelte ich und ließ meinen Kopf auf die Tischplatte fallen.
    Meine Augen ließ ich geschlossen und mein einziger Gedanke war nur : Hilfe!!
    “Ja was denn Jessi.. es wäre schön, wenn ich mal wüsste wer in deinem Bett schläft.“
    Ich grinste die Tischplatte an und schüttelte mit dem Kopf :“Können wir das nicht später besprechen ?“
    “Jaja .. ich sag ja schon nichts mehr.. du bist morgens immer so muffelig..“
    “Ich weiß...“, lachte ich, stand auf und verließ den Raum.
    “Willst du nichts essen ??“, rief sie mir hinter her.
    “Nö ..“

    Ich lehnte mich an die Wand und schloss die Augen.
    Alles drehte sich um mich herum und ich schüttelte den Kopf.
    Langsam ging ich weiter und betrat das Badezimmer.
    Das Licht brannte mir hell in den Augen und ich drehte den Wasserhahn auf.
    Das kalte Wasser floss mir durch die Finger und ich spritze es mir ins Gesicht.
    Mein gesamter Körper krampfte sich zusammen und ich bekam Gänsehaut :“Scheisse ist das kalt..“
    Ich nahm meine Zahnpasta und putzte mir die Zähne.
    Mein Kopf war voll mit Gedanken, die sich immer wieder drehten.
    Was Tanja jetzt wohl macht ?
    Hoffentlich hat sie meine Nachricht gelesen..

    Ich blickte in den Spiegel und spürte einen dumpfen Schmerz.
    Bianca.
    Immer wieder sah ich ihre Augen, wie sie mich durchbohrten und mir die Seele zerissen.
    Noch nie wurde ich von einer Person so verletzt, die mir wichtig war..
    Ihre Augen haben mich gehasst !
    Das Bild..von ihrem Lächeln nach dem Schlag..Ich bekam es einfach nicht mehr heraus...

    Ich nahm einen Schluck Wasser und stellte die Zahnbürste zurück in den Becher.
    Leise öffnete ich meine Zimmertür und sah, dass Bill immer noch friedlich schlief.
    Mittlerweile war es 12:00Uhr und ich beschloss Tanja anzurufen.
    Ich war einfach zu neugierig..

    Ich schnappte mir mein Telefon und setzte mich auf die Terasse.
    Draußen war es sonnig und warm und die Vögel zwitscherten laut.
    Ich blickte auf die Tasten und wählte ihre Nummer.

    “Hallo ?“

    “Süße ?“

    “Ja?“

    “Na wie geht’s dir ?“

    “Joa geht so ne.. bin ziemlich müde.. sagmal warum bist du einfach abgehauen ?“

    “Ich hab dir ne Nachricht hinterlassen ?!“

    “Ähm..nein ?“

    “Doch hab ich .. na ja ist ja auch egal.. Bill pennt noch und na ja.. Ich konnte nicht mehr schlafen..“

    “Ich bin heute auch schon so gegen 9 aufgestanden.. So kenn ich mich gar nicht..“

    Ich hörte, wie sie ins Telefon lachte und auch ich musste grinsen :“Naja, gibt’s was neues ?“

    “Ja du sollst Bill von den Jungs sagen, dass sie heute nach Berlin fahren müssen.. Gegen 18 Uhr wollen sie los oder so .. Am besten ihr kommt zum Hotel oder so ..“

    “Ich werd ihm Bescheid sagen, wenn er denn heute noch mal irgendwann wach wird.. Also wir sehen uns dann nachher ja ?“

    “Kay Süße.. Bis dann..“

    “Bay..“

    Ich genoss noch die warmen Sonnestrahlen und ging barfuss über den nassen Rasen.
    Stumm ließ ich mich nach hinten fallen und landete auf dem weichen Boden.
    Der Himmel war hellblau und nur ein paar weiße Wolken zogen ihre Kreise...



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 21:40


    67.



    Plötzlich hörte ich ein leises Klopfen und ich setzte mich wieder hin.
    Irritiert blickte ich mich um und sah wie Bill an meinem Fenster stand.
    Gähnend legte er seine Hand gegen das Glas und lächelte.
    Ich stand auf und ging über den harten Fußboden zur Hauswand.

    Vorsichtig hob ich den Arm und legte meine Hand gegen seine.
    Nur ein paar Zentimeter trennten uns.. Zentimeter aus Glas..
    Schüchtern schaute ich ihm in die Augen und fuhr mit dem Zeigefinger seine Handlinien nach.
    Bill bewegte seine Lippen, doch ich verstand ihn nicht.
    Ich zog eine Augenbraue nach oben und zuckte mit den Schultern.
    “Ich liebe dich..“, hauchte er gegen die Scheibe und ein leichter Nebel setzte sich auf ihr ab.

    Langsam ließ ich von ihm los und öffnete die Tür.
    Die Kälte zog in meinem Körper ein und ich atmete tief durch.
    Draußen war es ziemlich schwül und ich schloss die Tür um die Kälte zu bewahren.

    Bill kam auf mich zu und streckte mir seine Hand entgegen.
    Lächelnd kamen uns unsere Lippen näher und berührten sich wie kleine Blitze.
    Es kribbelte in meinem Körper und ich legte meine Hand an seinen Nacken.
    Dieses Gefühl war so unglaublich ..endlich geliebt zu werden..
    Küssend zog ich ihn hinter mir her und schloss die Tür hinter uns.
    Vorsichtig drehte ich den Schlüssel im Schloss herum und fuhr ihm durch die Haare.

    Langsam sanken wir zu Boden und lagen aufeinander.
    Bill öffnete seine Augen und lächelte.
    Seine Augen zeigten mir seine wahre Seele..
    Sanft strich er mit seiner Hand über meine Wange und küsste meinen Hals.
    “Guten Morgen Schatz..“, grinste ich und kreuzte meine Hände hinter seinem Rücken.
    “Ich liebe dich mein Engel..“
    Seine Worte lösten ein unglaubliches Glücksgefühl in mir auf und meine Augen fingen an zu funkeln.
    Ich merkte wie ich mich immer weiter von der Realität entfernte, denn es fühlte sich an wie in einem Traum, der hoffentlich niemals enden würde.
    Seine Hände strichen mir über meine Haut und ich genoss seine Zärtlichkeiten.
    “Danke..“, flüsterte ich und er blickte mich fragend an :“Wofür ?“
    “Das es dich gibt..“
    Lächelnd strich er mit seinem Finger über meine Lippen und ich versank in seinen dunklen Augen.
    Ich hatte das Gefühl, dass ich mich immer wieder neu in ihn verliebte, denn ich lernte Seiten an ihm kennen, die ich vorher nicht wahrgenommen hatte.
    Meine Hand fuhr durch seine ungestylten Haare und ich zog seinen Kopf zu mir herunter.
    Immer wieder berührten sich unsere Lippen kurz..
    Wir erstarrten..

    Ich hörte die Stimme meiner Mutter vor der Tür und verdrehte die Augen.
    “Nicht jetzt..“, flüsterte ich und küsste Bill erneut.
    Doch meine Mutter ließ nicht locker :“Jessi ? Mach mal eben auf..“
    Seufzend ließen wir voneinander los und so zerplatzte mein kleiner Traum wie eine Seifenblase.
    “Warte..“, murmelte ich und stand auf.
    Bill setzte sich aufrecht hin und folgte meinen Bewegungen.
    Ich schloss die Tür auf und blickte durch den kleinen Türspalt :“Was denn ?“
    “Ich fahr zu Oma ins Krankenhaus.. ihr geht’s nicht gut.. aber mach dir keine Sorgen ja ?“
    Sie schaute mir über die Schulter und ich sah wie ihre Augen auf Bill ruhten.
    “Was ist denn passiert ?“, schluckte ich und versuchte sie abzulenken.
    “Ich weiß es selber nicht.. na ja.. viel Spaß noch euch beiden..“, räusperte sie und ging zur Haustür.
    Mein Magen fuhr Achterbahn und ich wusste nicht woher es kam.
    War es wegen Bill oder die Sorge um meine Oma ?

    Meine Oma wohnt gegenüber von uns und sie ist schon ziemlich alt.
    In letzter Zeit war sie sehr häufig im Krankenhaus, denn sie hatte Probleme mit dem Herzen.
    Zeitweise konnte sie auch nicht einmal laufen und war an den Rollstuhl gefesselt.
    Eigentlich sollte es langsam Routine für uns sein, doch ich machte mir jedes Mal große Sorgen.

    Ich senkte meinen Blick auf den Boden und drehte mich zu Bill.
    Er saß immer noch auf dem Fußboden und sah mich an.
    ’Wie ein kleiner Welpe..’, dachte ich und schmunzelte.
    “Hey mach dir keine Sorgen..“, versuchte er mich aufzubauen und zog mich zu ihm nach unten.
    Schweigend saßen wir uns gegenüber und ich ließ meine Blicke auf seinem Körper wandern...

    68.

    Er nahm seine Hand und berührte mein Gesicht : “Hey..“
    Ich zuckte zusammen und schaute in seine Augen.
    Sie lächelten mich an und er küsste meine Lippen sanft.
    Als wir voneinander losließen leckte ich mit meiner Zunge über meine Oberlippe und wir fingen an zu lachen.
    “Oh mann..“, grinste Bill und schüttelte den Kopf.
    “Hmn bevor ich es vergesse..Wir müssen gegen 6 wieder am Hotel sein..“
    “Weil ?“
    “Weil Tanja mir das gesagt hatte.. Tom hat nen Anruf von eurem Manager bekommen..“
    Seufzend blickte er zu Boden und streichelte meine Hand.
    “Bald sehen wir uns gar nicht mehr..“
    “Hör auf Schatz..“, flüsterte ich und umarmte ihn fest.
    Sein schwerer Atem lag auf meinen Schultern und ich hörte, wie sein Herz klopfte.
    “So schnell bringt uns nichts auseinander..“, hauchte ich ihm in sein Ohr und strich ihm über den Rücken.

    Ich atmete tief ein,ließ ihn los und nahm seine Hände in meine :“Schatz ?.. Sei mir nicht böse.. Aber ich muss hier raus..Lass uns irgendwo hinfahren..bitte..“
    “Hey Süße.. mach dir keine Sorgen ja ?“, antwortete er mit einem zarten Lächeln und küsste meine Stirn.
    Nickend stand ich auf und öffnete die Tür.
    “Kommst du ?“, fragte ich ihn und sah wie er ins Badezimmer stürmte.
    “Moment..ich brauch nicht lange...“, grinste er und schloss die Tür ab.
    Seufzend rutschte ich die Wand herunter und saß mit angewinkelten Beinen auf dem Fußboden :“Beeil dich..“
    “Jaja.. du kennst mich doch..“
    “Deswegen ja..“, murmelte ich und stützte meinen Kopf auf den Knien ab.

    Ich hörte, wie er die Dusche anstellte und verdrehte die Augen.
    ’Das kann jetzt ja lange dauern..’, dachte ich und gähnte.
    Bill fing plötzlich an zu singen und ich wendete meinen Blick zur Tür.

    Ich bekam nur Bruchstücke mit, doch selbst die bereiteten mir Gänsehaut pur.

    Wenn nichts mehr geht werd ich dein Engel sein..
    Für dich allein..
    Und dir in jeder dunklen Nacht erscheinen...
    Und dann fliegen wir..weit weg von ihr.. wir werden uns nie mehr verliern’..

    Ein Lächeln huschte mir über die Lippen und ich stand auf.
    Das Rauschen der Dusche verschwand..
    Ich legte meine Hand auf die Tür :“Schatz ?“
    “Moment..“
    Ich hörte wie sich der Schlüssel in der Tür umdrehte und blickte in seine Augen.
    Die Wassertropfen perlten seinen Oberkörper hinunter und ich verfolgte sie mit meinen Blicken.
    Er zog seine Spur und perlte hinunter bis zum Bauch..
    Bill sah unglaublich sexy aus, mit nur einem Handtuch bedeckt, dachte ich und grinste.

    Er nahm seine kalte Hand und zog mich an seinen Körper heran.
    Leise atmend legte ich meinen Kopf auf seinen Oberkörper und genoss die Nähe die uns verband.
    Immer wieder tropften die Wassertropfen meine Wange entlang und fielen zu Boden..

    69.

    Ich schloss die Augen und Bill zog mich hinter ihm her.
    Er umarmte mich und drehte den Schlüssel in der Tür herum.
    Ein leises Knacken ertönte..
    Unsere Lippen suchten sich immer wieder und ich spürte das Kribbeln, dass meinen ganzen Körper in den Bann zog.
    Niemals wollte ich mir träumen lassen, dass ich wieder so glücklich sein kann, wie ich es zu dem Zeitpunkt war.

    Bill hob mich hoch und ich umschlang mit meinen Beinen seine Hüften.
    Lachend klammerte ich mich an seinem Oberkörper fest und zuckte zusammen, als er die Duschtür öffnete.
    “Nein Schatz.. nein..“, kicherte ich und küsste seinen Hals.
    Er legte seine Hand auf den Wasserhahn und drehte ihn auf.
    Quiekend riss ich die Augen auf und versuchte mich loszureißen.
    Das kalte Wasser fiel auf uns hinab und meine Klamotten klebten sich an meine Haut.
    Jappsend blickte ich in Bills Augen und merkte, wie sie strahlten.
    Sanft knabberte er an meiner Unterlippe und ich streichelte seinen Rücken.

    Ein einsamer Tropfen hing an meinen Wimpern und ich blinzelte.
    Verloren fiel er in die Tiefe und starb..

    Ich legte meinen Kopf gegen Bills Oberkörper und spürte seinen Herzschlag.
    Mit meiner Hand fuhr ich über seine Haut und Bill beugte sich zu mir herunter, um mich erneut zu küssen.
    Niemand schien unseren kleinen Traum stören zu können..
    Es wäre ja auch zu schön gewesen,..

    Plötzlich klingelte es an der Tür.

    Seufzend blickte ich Bill in die Augen und fuhr ihm mit den Fingern durch seine nassen Haare.
    “Es tut mir Leid..“, flüsterte ich und öffnete die Glastür.
    Die Wassertropfen fielen von mir herab und blickte zurück.
    Bill lehnte sich an die Wandfliesen und das Wasser prasselte auf seine Haut.
    Erneut klingelte es an der Tür und ich fing an zu fluchen.
    ’Irgendwer hat was dagegen..’, flüsterte ich und band mir ein Handtuch um meine Haare.

    Mit meiner Hand strich ich über die Glasscheibe und öffnete die Tür.
    Bill rutschte auf den Boden und blickte mir nach.
    Am liebsten hätte ich alles stehen und liegen gelassen und ihn vernascht, doch das klingeln riss mich immer wieder aus meinem Traum.

    Ich rannte den Flur entlang und stoppte vor der Tür.
    Meine Hand legte sich auf die Türklinke und ich riss sie auf.

    “Dad ?“

    Mein Vater stand mir gegenüber und lächelte mich gequält an.

    “Was ist denn los ??“

    “Oma..“

    “WAS IST MIT IHR ??“

    “Sie muss im Krankenhaus bleiben..“

    Ich schluckte :“Wie lange ?“

    “Für immer ? Bis sie sterben wird...Die Ärzte wissen nicht, wie lange sie sie noch am leben halten können.. Ihr Herz ist sehr schwach aber du weißt ja,was Oma für eine Kämpfernatur ist..“

    Sein Blick wirkte leer und mir kullerte eine Träne über die Wange :“Ja..das weiß ich..“

    Mein Vater kam auf mich zu und umarmte mich fest.
    Seit langem hatte er dies nicht mehr getan und ich wusste, dass es der Wille meiner Oma war uns wieder näher zusammen zu bringen.

    “Bleib stark Prinzessin..“

    Prinzessin.. Dieses Wort brannte in meinem Kopf wie Feuer..
    Als ich ein kleines Kind war hatte er mich immer Prinzessin genannt.. immer..

    “Hallo..“
    Ich zuckte zusammen, als ich Bill hinter uns sah.
    Mein Vater ließ von mir ab und lächelte.
    “Ich störe wohl..“, flüsterte mein Vater, gab mir einen Kuss auf die Stirn und drehte sich zur Tür.
    “Papa ?..“
    Sein Blick wendete sich zu mir und er schaute mich fragend an :“Hnm ?“
    “Sag ihr, dass ich sie besuchen komme.. und das sie mir fehlt okay ?“
    Nickend drehte er sich zurück und schloss die Tür hinter sich.

    Schluckend nahm ich Bill fest in die Arme :“Es kann doch nicht wahr sein oder ? Immer wenn ich mit dir zusammen bin passiert irgendwas.. immer..nie können wir mal ungestört sein..mein Leben kotzt mich so an..Schatz ich kann nicht mehr.. Bald bist du nicht mehr da und .. Wie soll ich das denn alles schaffen OHNE dich ?!“
    “Du wirst nie alleine sein, hörst du ?Ich lass dich nicht alleine.. du bist immer bei mir.. hier drin..“
    Er führte meine Hand zu seinem Oberkörper und ich spürte, wie sein Herz pochte.
    Ein Lächeln huschte mir übers Gesicht und ich küsste ihn vorsichtig.
    “Ich liebe dich..“

    Sie liegt in meinen Armen.. ich kann es nicht ertragen.. es war ihr allerletztes Wort.. “Ich liebe dich“ dann ging sie fort..


    70.

    Der Tag ging schleppend vorüber und ich fand Bill und mich kuschelnd auf dem Sofa wieder.
    Bei jedem Gedanken an meine Oma zeriss sich mein Herz in kleine Fetzen und nur eine Person konnte es vor dem Zerbruch retten.

    ”Meinst du, wir sind stark genug ?”, flüsterte ich ihm ins Ohr und verschränkte meine Finger in seine.
    ”Was meinst du ?”
    Fragend blickte er mich an und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht.
    “Na .. also ich mein.. ob unsere Liebe reicht für DAS..”
    Er zuckte mit den Schultern und wich mir meinen Blicken aus :”Ich weiß es nicht Schatz.. ich hoffe es.. weißt du, es tut so weh dich allein zu lassen..”
    Ich schluckte schwer und blickte auf die Uhr an der Wand.
    16.30
    Mein Herz pochte schneller und ich drückte seine Hand zusammen.
    “Wir müssen gleich los .. nur noch eine Stunde..”, murmelte ich und ruschte tiefer in die Sofaritze hinein.

    Draußen wehte der Wind durch die Baumkronen und dunkle Wolken zogen auf.
    ”Schon wieder Regen.. “, seufzte ich und versuchte uns beide ein wenig abzulenken.
    Es war nicht mehr lange hin, bis das Lied im Fernsehen veröffentlicht wurde und damit rückten wir auch den Problemen immer näher.

    Ich hörte, wie sich am Eingang die Tür öffnete und spürte den eisigen Wind auf meiner Haut.
    Erschrocken zuckte ich zusammen und blickte nach oben.
    Meine Mutter stürmte ins Wohnzimmer und blieb beim Anblick von uns stehen.
    ”Hey..”, lächelte sie und winkte Bill und mir zu.
    ”Wie gehts Oma ?”
    ”Hmn.. nicht sonderlich besser.. Dad ist jetzt bei ihr.. für die ganze Nacht.. und naja.. ich soll dich ganz lieb von ihr grüßen..”
    Ein wenig erleichtert setzte ich mich hin und blickte auf die flackernde Kerze auf dem Tisch.
    Ihre Flamme flackerte im Wind und plözlich wehte sie aus..

    Bill versuchte ein Gespräch mit meiner Mutter aufzubauen, doch sie verschwand nur mit den Worten :”Ich bin müde.. ich leg mich ins Bett.. bis nachher ihr zwei..”
    Verduzt drehte Bill seinen Kopf zu mir und ich küsste ihn auf den Mund :”Sie ist ein bisschen durchn Wind..Komm lass uns gehen,..”
    Er nickte mir zu und nahm meine Hand.
    Hektisch zog ich mir eine Jacke über und zog mir dien Kapuze tiefer ins Gesicht.
    Plötzlich fing Bill an zu lachen und mit einer hochgezogenen Augebraue blickte ich ihn an :”WAS ?”
    ”Du.. –giggel-.. oh mann.. du siehst aus wie E.T!”, platzte es aus ihm heraus und er duckte sich.
    “Na super.. danke..”, lachte ich und zog ihn hinter mir in den Regen.
    Es donnerte fürchertlich und der Regen prasselte wie kleine Steine auf uns herab.

    Nach einer halben Stunde Zugfahrt waren wir endlich am Hotel angekommen und ich sah schon von weitem Tanja und Tom an der Balkontür stehen.
    Der Regen hatte sich verzogen und die Sonne kämpfte sich durch die Wolken.
    Mit jedem Schritt, dem wir dem Hotel näher kamen waren wie Stiche in meine Seele.
    Sie rissen jeden einzelnen, mühevoll geheilten Riss wieder auf und durchbohrten ihn wie ein Messer.

    Ich atmete schwer, als wir über den roten Teppich den luftigen Saal betraten und uns Georg und Gustav mit gepackten Koffern entgegenkamen.
    Lächelnd ließ ich Bills Hand los und umarmte die beiden nacheinander.
    ”Hey.. schön euch auch mal wieder zu sehen..”, sagte Georg und gab mir ein Küsschen auf die linke Wange.
    ”Joar.. wir mussten die letzten Stunden ja noch geniessen,ne ?”
    Ich zwinkerte Bill zu uns er lächelte mir zurück.
    ”Du hattest nichts mehr mit oder ?”, fragte Gustav Bill, als er sich seinen Rucksack auf den Rücken schnallte.
    Bill schüttelte mit dem Kopf.
    Der Manager ging wortlos an mir vorbei und warf mir gelegentlich ein paar böse Blicke zu.
    Ich verabscheute den Kerl, ohne mit ihm jemals richtig geredet zu haben.
    Er verachtete meine Person und hatte es noch nichteinmal nötig mich zu begrüßen.
    Achtlos wendete ich meinen Blick von ihm ab und sah wie Tom und Tanja die Treppe hinunter kamen.

    Sie strahlte über das ganze Gesicht, im Gegensatz zu mir, und lief mir in die Arme.
    ”Hey Süße..”, flüsterte sie mir ins Ohr und legte ihre Hände auf meinen Rücken.
    Gequält nickte ich ihr zu und lächelte kurz.

    ”So Jungs.. wir müssen dann .. habt ihr alles ?”
    Mein Herz krampfte sich zusammen und am liebsten wär ich ihm ins Gesicht gesprungen.
    Er war der Grund, warum wir uns trennen mussten.
    Seufzend blickte ich in Bills Augen und presste meine Lippen fest an seine.
    Eine Träne tropfte meine Wangen hinunter und suchte ihren Weg nach unten.
    Meine Hände zitterten, als ich ihn das letzte Mal berührte.
    Unsanft wurde wir vom Manager auseinander gerissen :”Wir müssen los Bill!Für SOWAS haben wir keine Zeit mehr..”
    Wenn Blicke töten könnten, wäre dieser widerliche Kerl sofort verschwunden..

    Ein letztes Mal nahm ich Bill in den Arm und küsste ihn :”Vergess mich nicht ja ?”
    Er schüttelte mit dem Kopf und wischte mir die Tränen von den Wangen :”Quatsch .. ich bin doch immer bei dir..ich liebe dich Kleines..”
    Ein zartes Lächeln zeigte sich auf meinen Lippen und ich nahm seine Hand.
    Zusammen gingen wir auf den dunklen Tourbus zu und nahm Abschied.
    Die Tür schloss sich vor meinen Augen und ich legte meine Finger auf die Fensterscheibe, suchte mir einen kleinen Regentropfen aus und fuhr seine Spur mit dem Zeigefinger nach.

    Bill saß betrübt neben Tom auf der Rückbank.
    Seine Augen glänzten :“Ich liebe dich !“
    Als der Bus losfuhr ging ich die letzten Schritte mit..
    Es waren Schritte in die Zukunft...

    71.



    Ich blieb stehen.
    Hörte seine Stimme..
    Spürte seinen Atem..

    WARUM?

    Ich kam den harten Boden immer näher und stütze mich auf meinen Händen ab.
    Zitternd vergrub ich mein Gesicht in meinen Händen und fing an zu weinen.

    Der ganze Halt wurde mir genommen..
    All das was ich liebte musste von mir gehen..

    Ich wusste noch nicht einmal, wann wir uns wiedersehen würden.
    Mit dieser Woche würde alles anders werden..
    Still blickte ich den Lichtern hinterher und spürte eine zarte Hand auf meiner Schulter.
    Tanja..
    Auch sie hat Tränen in den Augen, doch ich weiß, wie stark sie ist.
    Schweigend setzte sie sich neben mich auf deh Boden und hält mich fest im Arm.
    Ich hatte Angst..
    Fühlte mich alleine..
    Zu wenig Zeit blieb uns.. mir.. um Abschied zu nehmen..von deinem Leben, das Vergangenheit war.

    Du wirst viel erleben, neue Seiten an dir kennenlernen & ich ?
    Ich kann nicht bei dir sein..kann dir nur aus der Ferne zuschauen und hoffen, dass du mich nicht vergisst.
    Meine Seele schreit nach dir, warum hörst du sie nicht ?

    Halt an.. bitte.. geh nicht weiter.. bleib hier.. Ich brauche dich ..

    Meine Augen schmerzten und ich umklammerte meine Knie fest.
    Lange saßen wir auf dem harten Steinboden und blickten ins Leere.

    Die Zukunft..
    Wer kann mir versichern, dass sie schön ist ?
    Warum sagt mir niemand die Wahrheit ?
    Warum konnte mir damals niemand sagen, in was ich mich da verannt habe?
    Warum tut es so weh.. so weh.. ?

    Sie reichte mir ihre Hand und hob mich nach oben.
    Meine Knie zitterten vor Anspannung.
    Sie schmerzten..

    Meine Hand hielt ich vor den Mund.
    Mir war schlecht..
    Ich fühlte mich krank ohne dich !
    Mir war nie bewusst, dass es so weh tun würde, dich gehen zu lassen.
    Du hattest das ganze Leben vor dir.. dein neues Leben..
    Ohne mich ?
    Ich konnte nicht mit dir gehen, denn das einzige was ich tun konnte war warten..auf dich ..
    Auf dich und deine Entscheidung!

    Ich wusste nicht, was dir in diesem Augenblick durch den Kopf ging.
    War dir überhaupt bewusst, was du zurück gelassen hast ?
    Du hast Leere hinterlassen.. In meiner Seele..
    Mühevoll haben wir alle Risse gepflickt.. zusammen..
    Und jetzt ? Bist du weg..
    Bill ? Ich liebe dich ..

    Über die Konsequenzen hatten wir uns nie Gedanken gemacht..
    Hatten es verschwiegen, verdrängt..
    Wusstest du, was es für mich bedeuten würde..?
    Hast du es gewusst ?

    Ich hatte Angst, dich gehen zu lassen, doch du meintest, dass sich nichts ändern würde..
    Warum hatte ich denn so ein komisches Gefühl ?
    Ohne deine Nähe brauch ich nicht zu leben.. Ohne Dich bin ich kalt und einsam..

    Die Schatten wurden länger und ein eisiger Wind wehte mir durch die Haare.
    Deine Stimme verschwindet mit ihm ..

    Es ist ein Augenblick, der dir das Leben nimmt und es ist ganz egal, ob wir beide dagegen sind.
    Denn unser aller Schicksal, wir warten auf den Tag und der Verlust wird kommen, wie der Nagel in den Sarg...


    72.

    Teilnahmslos stieg ich in den Bus Richtung Pinneberg.
    Ich hatte Angst vor der Zukunft..
    Angst vor dem Leben ohne Bill..

    Mir war nie wirklich bewusst, was es hieß Abschied zu nehmen für eine ungewisse Zeit.
    Klar, wir konnten telefonieren..
    Aber es war einfach nicht das gleiche !

    Nich mit ihm einschlafen zu können..
    Ihm nicht in die Augen blicken zu können..
    Erst all das wurde mir auf dem Weg in die Zukunft klar..

    Tanja lehnte ihren Kopf auf meine Schulter und seufzte leise.
    Sie wirkte immer so stark und ich hätte nie gedacht, dass sie mir ihre Gefühle frei offenbart.
    Ohne Schloss vor der Seele.
    Fest legte ich meinen Arm um sie und drückte sie an mich.
    Es tat so gut in diesem Augenblick nicht alleine zu sein und doch .. ich war allein..
    Ganz tief in meinem Herzen schrie meine Seele nur nach einem Namen..
    Nur nach einer Person, der ich meine Liebe ewig schenken wollte..
    Bill..

    Ich räusperte und setzte mich wieder aufrecht hin.
    Mein Blick schweifte nach draußen und ich verfolgte die kleinen Lichtpunkte, die an uns vorbeirauschten..

    Der Blick zurück ist schwarz und vor uns liegt die Nacht..

    Ich schloss eine Augen und hoffte, dass das alles nur ein Traum war.
    Langsam zählte ich von 10 hinunter..
    10..
    9..
    Da kann alles nicht wahr sein.. ich weiß es.
    8..
    7..
    Alles ist nur ein Traum und in Wirklichkeit ist er bei mir .. ganz nah..
    6..
    5..
    Mein Atem wurde stockender und ich betete zu Gott..
    4..
    3..
    Du musst nur fest dran glauben..
    2..
    1..

    Vorsichtig öffnete ich in meine Augen und blickte in ein trauriges Gesicht.
    Mein Ebenbild..
    Meine Seele..
    Die Augen wirkten so leer, der Ausdruck war verschwunden..
    Die Narben sprachen Bände..
    Allein..
    Ich hob meine Hand und wollte dieser Person helfen, sie retten..
    Doch alles was ich berührte war die kalte Scheibe aus Glas..

    Ich zuckte zusammen, als mich eine Stimme wieder zurück holte.
    Tanja..
    Sie strich mir über die Wange.
    Sie schmerzten..
    Die Tränen hatten sich in meine Haut eingebrannt und es.. es tat so unendlich weh..

    ”Ihr seht euch doch wieder.. Warum machst du dir so einen Kopf ? Es ändert sich doch nicht viel für euch.. Für eure Liebe.. ihr seht euch nicht oft, aber..”
    ”Genau das ist es..”, seufzte ich und biss mir auf die Unterlippe.
    Einst hatten wir uns geschworen, den anderen niemals alleine zu lassen und klar, ich war mir bewusst, dass sich vieles ändern würde, denn Bill lebte ab jetzt sein eigenes Leben.. Seine Musikkarriere..
    Ich war unglaublich stolz auf ihn und die gesamte Band, doch für mich brach eine kleine Welt zusammen, die ich mir mühsam aufgebaut hatte..

    Sooooooooo xDD
    Nu aus der Sicht von Bill ^^

    Schon seit einer Stunde waren wir auf dem Weg nach Berlin.
    Irgendwie vermisste ich etwas, obwohl alles nich besser hätte laufen können.
    Unser Leben bewegte sich langsam auf DAS zu,was wir immer wollten .. Aber..
    Ich ließ etwas zurück, dass mir sehr wichtig war.. Wichtiger als alles andere!
    Nie hätte ich gedacht, dass ich jemals so denken oder fühlen würde. Aber, es ist eben alles anders..
    Und ich weiß

    ”BILL?”
    Ich schreckte hoch und faltete hastig den Zettel in meiner Hand.
    Tom.
    ”Hmn ?”, ich war völlig irritiert.
    ”Willst du irgendwas essen, oder musst du auf Klo? Wir halten gleich..”
    Ich nickte nur stumm und blickte aus dem Fenster.
    Es war ein komisches Gefühl..
    Was würde wohl passieren ?

    Als der Bus anhielt stiegen die drei aus und ich blieb schweigend auf meinem Platz sitzen.
    Ich war zu müde, um meinen leblosen Körper wieder zu erwecken..
    Plötzlich kam David, mein Produzent und mittlerweile guter Freund, auf mich zu und setzte sich neben mich.
    Verwundert blickte ich ihn an.
    Sein Gesicht wirkte ernst, so kannte ich ihn gar nicht.
    ”Bill ? Ich muss mit dir reden.. Es geht um Jessi..”



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 21:42


    73.

    Naya also weiter.. mit der Sicht von Bill X’D

    Ich schluckte und faltete meine Hände.
    Mein Herz klopfte und ich schaute zu Boden.
    Nein, ich wollte es gar nicht hören..
    Schweigen..
    Doch die Stille war nicht vor langer Dauer und am liebsten hätte ich schreiend den Bus verlassen, doch irgendetwas hielt mich fest.
    Die Gewissheit ?

    ”Was ist mit ihr.. ?”, platzte es aus mir heraus.
    Meine Stimme klang zittrig und ich wollte die Antwort eigentlich gar nicht wissen.
    “Du bist dir sicher bewusst, was der Schritt für euch alle bedeuten wird oder?”
    Still nickte ich und biss mir auf die Unterlippe.
    Nervös wendete ich meinen Blick aus dem Fenster.
    Es war stockduster und man hörte, wie der Wind leise durch die Nacht fegte.

    “Und.. jeder muss Verluste hinnehmen..”
    Es brannte in mir wie ein loderndes Feuer.
    In meinem Kopf hallten seine Worte wie in einem verlassenen Zimmer und ich schaute ihm in seine Augen.
    ”Aber..”
    ”Du weißt was ich meine..”, unterbrach er mich und legte seine Hand auf mein Knie.
    Sie waren butterweich in diesem Augenblick.
    Nein!
    Ich konnte es nicht..
    Wollte es nicht..
    Niemals..
    Entschlossen schüttelte ich mit dem Kopf :”Das könnt ihr nicht von mir verlangen..”
    ”Bill.. WAS ist dir wichtiger ?”
    Es versetzte mir einen Stoß in mein Herz, als er diese Worte in den Mund nahm.
    Mein Herz klopfte mir bis zum Hals und ich schluckte den Kloß hinunter.
    Ich wusste die Antwort, doch wenn ich sie über meine Lippen bringen würde, dann..
    ”Was ist dir wichtiger ?Bill, wir alle haben eine Abmachung getroffen, bevor du sie kennengelernt hast..Es war euch von Anfang an klar.. Entweder alle.. oder keiner..Du musst sie vergessen ! Es war immer dein Traum oder nicht ? EUER Traum..Du zerstörst damit die anderen..”
    Schweigend hielt ich meine Tränen zurück.
    Es war die schwerste Entscheidung in meinem Leben.
    Ich wollte sie nicht treffen..
    Es tat so scheisse weh..
    ”Okay..”

    Mit verkrampften Gesicht stand ich auf und knallte die Autotür hinter mir zu.
    Meine Tränen verbargen sich in der Dunkelheit und ich schrie dem Mond entgegen.
    Was habe ich nur getan ?
    Verdammt..
    Warum ?
    Mit der blanken Faust schlug ich gegen die Hauswand und rutschte an ihr hinunter.
    Schluchzend kniete ich am Boden und bereute schon jetzt meine Worte.
    Ohne sie..
    Allein.
    Ich wusste nicht, wie ich es ihr beibringen sollte.
    Nicht jetzt,.. noch nicht.. ich konnte es ihr einfach noch nicht sagen.
    Es würde sie zerstören, umbringen.
    Ich wusste doch, wie schwach sie war.. aber : warum musste es so kommen ?
    Ich zog sie in den Abgrund.. und all das nur für meine Karriere.
    Doch, vielleicht war es auch richtig ?
    Vielleicht war es unser Schicksal..
    Es musste sicher so kommen, doch .. es tat so verdammt weh..

    Look in these eyes and see the dark..
    These little things inside the heart..

    Ich hörte Schritte, die dumpf auf den Boden schlugen.
    Erschrocken drehte ich meinen Kopf zur Seite und wischte mir die Tränen von den Wangen.
    ”Hey..”
    ”Na..”
    Mein Bruder..
    Tom setzte sich neben mich und starrte mit mir in die Ferne :”Wasn los ?”
    Ich schüttelte mit dem Kopf und stand auf :”Alles okay.. ich will alleine sein..”
    Mit diesen Worten stütze ich mich vom Boden auf und verschwand im Dunklen.

    Der Wind wehte mir um die Nase und ich verschränkte meine Arme vor meinem Körper.
    Immer wieder spielte ich mit dem Gedanken sie anzurufen.
    Doch ich konnte ihre Stimme nicht ertragen..
    Und ich wollte sie nicht anlügen..
    Irgendwann muss sie schließlich die Wahrheit erfahren..
    Aber..
    Ich kann es ihr nicht ins Gesicht sagen..
    Wieviel Zeit blieb uns beiden noch ?
    Wann musste ich es aussprechen ?
    Ich wusste es nicht.. war so hilflos..

    74.

    Gedankenverloren setzte ich mich auf einen kalten Stein.
    Dachte über all die Dinge nach, die das ganze zum rollen brachten.
    Mein Kopf war wie leergefegt und ich wusste einfach nicht weiter..

    Mein Handy hielt ich fest in der Hand und zuckte zusammen, als es vor sich hin piepste.
    Vorsichtig ließ ich vom Horizont ab und blickte auf das Display.
    Sofort rauschte mein Kopf und alles drehte sich.

    ”Ja?”

    Ich versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, doch schon ihre Stimme brachte mich völlig durcheinander.
    Sie schluchzte leise ins Telefon und ich wusste, dass es für sie nicht einfach war, mit mir zu reden.

    ”Hey nich weinen..”

    Ich hätte es nicht sagen dürfen..
    Verdammt Bill ! Reiß dich zusammen..
    Meine rechte Hand ließ ich auf dem Boden kleine Kreise ziehen.
    Die Erde war nass und schlammig.

    ”Wie gehts dir ?”
    ”Gut Süße..alles okay.. ich vermisse dich..”

    Ich hörte ihren leisen Atem und kniff die Augen zusammen.
    Es tat so weh sie zu belügen.

    ”Und sonst so ?”

    Ich musste mit aller Gewalt gegen mich kämpfen..

    “Schatz .. ich vermiss dich einfach nur schrecklich und..”

    NEIN !
    Ich konnte es ihr einfach nicht sagen.. nicht jetzt..
    Durch meine Finger floss das Wasser der nassen Erde und ich malte mit einem Finger ein kleines Herz in den Boden.

    ”Du weißt gar nicht wie ich dich vermisse.. Ich liebe dich..”
    Ich lächelte dem Mondlicht entgegen und blinzelte leicht.
    Mein Herz klopfte wie wild und plötzlich..
    ..es zerbrach..
    In tausend kleine Teile, die einfach nicht mehr leben wollten.
    Schmerzerfüllt krümmte ich mich zusammen und schüttelte mit dem Kopf.
    Was tat ich nur ?
    Ich log sie an, ohne mit der Wimper zu zucken.
    Sie musste doch die Wahrheit wissen..wie die Zukunft aussehen wird..

    “Ihr kommt nicht mehr nach Hamburg oder?”

    Ich schüttelte mit dem Kopf, ohne zu bemerken, dass sie mich gar nicht
    sehen konnte.

    “Nein.. unser Manager..” Bei diesem Wort fing ich an zu schlucken und schloss erneut die Augen “..er meint, es ist besser, dass wir uns ganz auf uns konzentrieren.. jetzt, so kurz vor der Veröffentlichung..”

    Ich hörte eine Stimme im Hintergrund und wurde hellhörig : “Ist Tanja noch bei dir ?”
    ”Ja ist sie.. schade.. ich .. ich würde dich gerne sehen.. und .. “
    ”Schatz es tut mir Leid..”, unterbrach ich sie und strich mit meinem
    Finger eine Linie durch das gemalte Herz.
    Es durfte nicht sein..

    ”Okay.. ich glaube wir sollten besser auflegen..”

    Ich hörte wie sie ins Telefon schniefte.

    ”Es tut mir so Leid..”,hauchte ich zurück und starrte auf den Boden.
    Das Wasser spülte sich über das zerbrochene Herz, dass ich in die Erde gedrückt hatte.
    Einfach weggespült..

    Stille herrschte zwischen uns und ich blickte in den Himmel.
    Es war eine Sternenklare Nacht..
    Nur ein paar Wolken zogen am Himmel vorbei und warfen ihre Schatten auf die Erde hinab.

    ”Bist du noch dran ?”

    Erschrocken zuckte ich zusammen: ”Ja äh sorry Schatz..”

    Wo hatte ich bloß meine Gedanken ?
    Ich sollte die Gespräche mit ihr geniessen,.. jetzt .. wo es noch möglich war..
    Doch was tat ich ?
    Erschöpft strich ich mit meiner Hand über mein Gesicht.
    Warum musste es so kommen ?
    Leise verabschiedeten wir uns voneinander und ich hauchte ein leises "Ich liebe dich" in das Telefon bevor sie auflegte.
    Es tat mir weh, sie zu hören.. ihre Stimme.. ihre Liebe zu spüren..


    Meine Beine trugen mich vorwärts, zurück zum Hotel..
    Zurück zur Realität..

    Sooooooou o.O x’D .. und wieder Wechsel ..
    Sry,hoffe euch verwirrt das nicht, dass ich jezz immer zwischen Jessi & Bill hin und her wechseL >.< .. lso wenn müsst ihr das sagen o.O.. aba ich bin der Meinung, dass man das dann besser erklären kann, wies beiden geht .. Also weiter mit Jessi

    Ich ließ das Telefon aus meinen Händen gleiten und blickte Tanja verwirrt an.
    Sie saß mir gegenüber auf dem Boden und schaute sich einer meiner Fotoalben an.
    ”Was ist denn los ?”, fragte sie mich und legte ihren Kopf zur Seite.
    ”Er ist komisch.. so anders.. “
    ”Ach Süße..”, sie stand auf, setzte sich neben mich auf das Bett und legte ihren Arm um meinen Körper ,”..für ihn ist es doch auch nicht einfach , oder meinste nicht? Immerhin ist es auch ein Verlust für ihn, dass ihr euch erstmal nicht mehr wieder seht..”
    Ich schluckte und nickte teilnahmslos.
    Ich wusste, dass irgendetwas nicht stimme..
    Sowas spürt man doch, ..oder etwa nicht ?
    Der Gedanke daran, dass wir uns lange nicht in die Augen blicken könnten machte mich krank ..

    75.

    Mit nervösen Fingern fuhr ich über die Bettdecke.
    Unsere Bettdecke..
    Vor ein paar Tagen lagen wir noch zusammen in meinem Bett und sind zusammen eingeschlafen..
    Zusammen aufgewacht.. und jetzt ?
    Nicht von alle dem wird in der nächsten Zeit passieren ..

    Doch eine Frage schwirrte in meinem Kopf herum und wollte den Ausweg in die Freiheit einfach nicht finden.
    Was war nur los ?
    Er war so teilnahmslos – so abwesend..
    Redete nur das nötigste mit mir.
    Ich hatte es einfach im Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmte..

    Tief nahm ich die Luft in mich auf und ließ mich nach hinten fallen.
    Mein Blick beharrte an der Decke und ich schloss die Augen.
    Warum war alles so schrecklich kompliziert ?
    Warum musste ich mich auch in eine Person verlieben, der ein anderes Leben bevorstand .. ?

    Eine Leben ohne mich ?!

    Vorsichtig legte ich meine Hände auf meinem Bauch und spürte die Schmetterlinge, die sich nur noch langsam fortbewegten.
    Sonst waren sie doch immer so wild und frei.. und jetzt ?
    Sie waren krank .. krank vor Liebe..

    ”Jetzt mach dir mal keinen Kopf.. es ist gerade mal einen Tag her.. noch nicht mal ein Tag.. Süße, guck mich an..”, sagte sie leise und starrte in den Spiegel.
    Mit Tränen in den Augen erhob ich meinem Kopf und bei jeder Bewegung flossen einige von ihnen an meinen Wangen hinunter.
    Schniefend fuhr ich mit meinem Ärmel über mein Gesicht und lehnte meinen Kopf auf ihre Schulter.
    ”Danke das du da bist..”, war das einzige was ich in dem Moment über die Lippen brachte.

    Ein lautes Knarren ertönte, als meine Mum durch den Türspalt blickte.
    ”Ich geh dann mal Weg ja ?.. Wünsch euch noch viel Spaß..”
    ”Wo willst du hin ?”, fragte ich sie und zog eine Augenbraue nach oben.
    ”Ich also.. ich fahre mit Papa ins Restaurant..”

    PAPA ?
    Das ist jetzt nicht ihr Ernst oder?

    Mein Atem setzte aus und ich starrte sie mit einem unglaubwüdigen Blick an :”Mit Papa..?!”
    Sie nickte nur und schloss die Tür hinter sich.
    Sind wir hier bei verkehrte Welt?, fragte ich mein inneres und ließ mich zurück auf die Matratze plumsen.
    “Kannst du mir mal sagen, was das ganze hier soll ?”, seufzte ich und legte meine Hände über die Augen.
    Stille..
    ”Nein..”, kurz und knapp.

    Tanja stand auf und setzte sich vor einen dunklen Pappkarton.
    Ihre Hände durchwühlte den Inhalt und sie drehte sich zu mir um :”Wollen wir den gucken ?”
    Wehleidig erhob ich mich und starrte mit offenen Augen auf die Dvd in ihren Händen.

    Eiskalte Engel

    Wie in einem Film gingen mir die Gedanken im Kopf herum, die ich mit diesem Film verband..


    ”Aaaaaaaaaaah Schatz guckmaaaaaaal..”
    Augeregt sprang ich hin und her und Bill riss die Augen auf :”WAS?”
    ”Der ist sooo toooolll.. komm den gucken wir jetzt!”, grinste ich und hielt die DVD fest in den Händen.
    ”Eiskalte Engel?”, Bill zog eine Augenbraue hoch, “das ist nicht dein Ernst oder ?”
    ”Oh doch .. und wie das mein Ernst ist..”

    Ich drehte mich um, kniete mich auf den Fußboden und schob die DVD in den Player.
    Ein Seufzer von Bill ertönte und er schaltete das Licht aus.
    Der Vorspann begann und ich kuschelte mich in seine Arme.
    ”Hach Schatz ..du wirst ihn lieben..”

    -----

    ”Hey Schatz ?”
    Ich drehte meinen Kopf nach oben und sah in sein Gesicht.
    Er schlief.. wie ein Engel..
    Seine Hand stützte seinen Kopf und er atmete ruhig.


    Tanja tippte mir gegen die Schulter und ich zuckte zusammen :“Also ?“
    Ich nickte abwesend und rutschte nah an die Wand heran.
    Meine Hand berührte die kalte Tapete und fuhr hinunter zu seinem Kissen..
    Immer noch hatte ich das Gefühl, dass er neben mir saß und niemals spielte ich mit dem Gedanken, dass es der letzte Tag war.. die letzte Nacht.. Niemals !

    Sooooooooo <.< möp möp x’D .. mal wieder zu Bill ^^..

    Tom stand vor der Eingangstür und blickte in die Nacht.
    Auch er schien Tanja zu vermissen, doch er wusste nicht, was den beiden noch bevorstand – im Gegensatz zu mir.
    Und wenn ich ehrlich war, hätte ich gehofft, dass man mir diese Entscheidung niemals ans Herz gelegt hätte.

    “Da bist du ja endlich .. wo warstn ?“, rief er mir entgegen, als ich mich die Treppen hochquälte.
    “Weg..“
    Meine Blicke gingen an ihm vorbei, doch er hielt mich fest.
    Durchdrang mich mit seinen Augen :“Was ist los mit dir ?“
    Ein wenig Erschrocken von seiner Reaktion blickte ich auf den Boden und biss mir auf die Unterlippe.
    Sollte ich es ihm wirklich sagen ?
    “David er..“, stotterte ich und setzte mich auf eine Treppenstufe.
    “Ja ? Was is mit dem ?“
    “Also..“, holte tief Luft ,“ er..“, schaute in den Himmel und..,“ hat gesagt, ich muss Schluss machen..Und.. er hat mich vor eine Wahl gestellt., aber ich..“, sprach es aus, “ musste mich doch entscheiden.. ich mein, entweder die Band oder Sie.. weißt du wie es mir weh tat ? .. Ich konnte euch doch nicht im Stich lassen und hätte unseren Traum zerstört.. aber ich liebe sie doch..“

    Tom sah mich geschockt an und schüttelte mit dem Kopf : “Hallo ? Hast du dich gerade mal angehört ? Weißt du überhaupt was du da sagst ? Junge, du liebst sie und ihr könnt alles packen ! Ihr gehört zusammen und einzeln seid ihr halbtot..“
    Ich wusste nicht was ich darauf antworten sollte – es verschlug mir einfach die Sprache.
    Tom hatte ja Recht, aber was hätte ich den tun sollen ? David stellte mich vor eine Entscheidung, die mein und unser Leben komplett verändern würde.
    Egal, wie ich meine Entscheidung treffen würde..

    Tom versuchte mir klarzumachen, dass es falsch war eine voreilige Entscheidung zu treffen.
    Noch lange saßen wir vor der Eingangshalle und ich redete mir die Seele vom Leib ..


    Wenn das das Ende für uns ist.. Sags nicht.. Noch nicht !

    76.

    (immer noch aus der sicht von Bill ^^)

    Am nächsten Morgen weckten mich die sanften Sonnenstrahlen und ich gähnte übermüdet dem Himmel entgegen.
    Ich hatte die Nacht auf dem Balkon verbracht und saß noch zusammengekuschelt auf einer kleinen Liege.
    Der Tag erinnerte mich mit dem ersten Augenblick an die gemeinsame Nacht mit Jessi in Hamburg.
    Mein Herz fing an zu rebellieren und schrie im Inneren meines Körpers.
    Ich vermisste sie..

    Mit meinen Händen fuhr ich mir durch die Haare und streckte mich.
    Jessi liebte es, wenn sie mir durch meine Haare wuscheln durfte, denn ich war ziemlich eitel was meine Haare anging.
    Alles erinnerte mich an sie und doch musste ich mich langsam mit dem Gedanken anfreunden, sie niemals mehr in den Arm schliessen zu können..sie niemals mehr küssen zu dürfen..
    Ich wollte sie nicht mehr anlügen, denn mit jeder Stunde die ich zögerte riss sich ein kleiner Fetzen aus meiner Seele.
    Wie ein beschriebenes Blatt Papier, dass in Flammen steht..

    Müden Schrittes öffnete ich die riesige Glastür zu meinem kalten Hotelzimmer und ging barfuss über den dunkelroten Teppich.
    Mein Blick wandte sich zu dem Spiegel im Badezimmer.
    Normalerweise würde ich vor ihm Stunden verbringen um mich zu stylen – doch für wen ?
    Kraus standen meine Haare in alle Richtungen und der schwarze Kajal zog sich über meine Wangen.
    Und wenn ich ehrlich bin – es war mir in dem Moment egal,.. scheiss egal..

    Ich zog ein “Green Day“- Tshirt aus meinem Koffer und zog mich an.
    Meine Hand berührte die Türklinke als ich mich auf dem Weg zum Frühstücksraum machte.
    “Scheisse..“, murmelte ich als David mir entgegenkam und mich begrüßte.
    “Na Bill.. gut geschlafen ?“
    Irritiert blickte ich in sein Gesicht und nickte ruckartig.
    Stumm setzte ich mich neben Tom und Gustav auf den Stuhl und nahm mein Brötchen in die die Hand.
    Hunger war das letzte was ich in diesem Augenblick verspürte.
    Ich stocherte lustlos auf das Brötchen ein.
    Loch für Loch..
    Schnitt für Schnitt..
    Wie mein Herz, das sich langsam in Luft auflöste.
    War ich wirklich so kalt ?
    “Bill ?“
    Ich erhob meinen Kopf und schaute verwirrt in die besorgten Gesichter.
    “Alles okay ?“
    Georg.
    Mit einem gequälten Lächeln nickte ich ihm zu :“Ja klar.. alles.. okay..“

    Jeder Bissen, der in meinem Hals hinunterrutschte fühlte sich an wie ein Atemstillstand, der mir das Leben nehmen wollte.
    Mein Kopf brummte von der letzten Nacht.
    Lange bin ich wach geblieben und musste über die Zukunft nachdenken.
    Schwarz..
    “Bill ?“
    Erneut folgten meine Blicke der Stimme und ich sah in seine finsteren, dunklen Augen.
    David.
    “Hmn ?“, murmelte ich und schluckte unter Schmerzen das Brötchen hinunter.
    “Du weißt, dass du es heute machen musst..oder?“
    Heute ?
    Warum ?
    Warum nicht später.. ?
    Der Kloß in meinem Hals schien stecken zu bleiben und Tränen stiegen mir in die Augen auf.
    Heulen wollte ich nicht – vor den hasserfüllten Augen die mich anstarrten.
    Unsicher drehte ich meinen Kopf zur Seite und nickte.

    Ein Entschluss zum Ende..
    Es blieb mir nicht mehr viel Zeit ..

    Tom legte seine Hand auf meine Schulter und redete auf mich ein, doch ich nahm alles nicht mehr war.
    Es fühlte sich an, als würde er mir aus einer riesigen Entfernung zu schreien.
    Ich wollte seine Worte auch gar nicht hören, denn sie halfen mir nicht..
    Reparierten nicht die Lücken in meinem Herzen..


    77.

    Ich ließ mir Zeit mit dem Essen, denn ich wollte es so lange wie möglich rauszögern.
    So lange es noch ging..
    “Du packst das schon..“ , hauchte Tom mir in die Ohren und verschwand aus dem Zimmer.
    Allein saß ich David gegenüber und wich seinen Blicken aus.
    Sie durchbohrten mich ..
    “Bill ..“
    Seine Stimme klang so bestimmend und ich hasste ihn für das, was er mir antat.
    Ohne ein Wort zu sagen stand ich auf und ging nach draußen.
    Es regnete.
    Doch es war mir egal.

    Ich fing an dem Himmel entgegen zu laufen.
    Ohne Ziel..
    Immer weiter lief ich, bis mich meine Beine zum stillstand brachten.
    Keuchend hielt ich mich an einem alten Baum fest und rutschte auf die nasse Erde.
    Mein Leben mit ihr lief wie ein kleiner Film vor meinen Augen und ich musste mir die Tränen zurück halten, als ich ihre Nummer wählte.
    Ich musste verrückt sein, dass ich es durchzog, denn ich dachte keine Sekunde darüber nach, was ich überhaupt tat.
    Keinen Gedanken verschwendete ich an die Konsequenzen, die ich damit anrichten würde.

    Mein Bauch krampfte sich zusammen als ich ihre Stimme hörte und es fühlte sich an, als wenn meine Seele meinen Körper auffressen würde.

    Hachja ^^.. Und aus der Sicht von Jessi <_< xD

    Erschrocken fuhr ich hoch und suchte verzweifelt nach meinem Handy.
    Tanja lag schlafend auf der Matratze und ich rannte nach draußen auf die Terasse.
    Draußen wehte ein eisiger Wind und ich ließ mich ins Gras fallen.
    Mich wunderte es, dass er mich so früh anrief, doch ich freute mich, seine Stimme zu hören.

    “Hey Kleine..“
    “Schatz.. ich hab dich vermisst..“

    Stille.
    Fragend blickte ich in den Himmel und strich mit meiner Hand über die nassen Grashalme.
    Ich hörte, wie er schniefte und wurde langsam ein wenig nervös.

    “Bill ? Ist irgendwas passiert.. ?“
    “Weißt du .. es ist nicht einfach für mich aber..“

    Verwirrt setzte ich mich aufrecht hin und hielt mir die Hand vor den Bauch.
    Was war denn nur los ?

    “..ich weiß nicht wie ich anfangen soll. Weißt du noch, wo wir uns geschworen haben, dass wir uns niemals verlieren wollen ? Dass wir ewig zusammen bleiben wollen ..? Wo wir uns das erste Mal geküsst haben und du mir gesagt hast, dass du mich liebst ? Oder kannst du dich noch an unsere erste Nacht erinnern ? Es war so wunderschön.. Ich fühlte mich seit langem richtig geborgen.. Und du weißt, dass du meine große Liebe bist..“

    Geschockt blickte ich in den Himmel und Tränen kullerten mir über die Wangen.
    Kein einziges Wort brachte ich heraus und dabei hatte ich doch so viele Fragen..

    “.. aber all das wird nicht mehr passieren.. Es wird kein WIR mehr geben Engel.. es tut mir so Leid ..Ich wollte dir nie gegenüber stehen und dir diese Worte ins Gesicht sagen.., doch wenn ich ehrlich bin, würde ich am liebsten jetzt bei dir sein und dir sagen wie Leid es mir tut.. Ich will noch einmal deine Nähe spüren, dir noch ein letztes Mal in die Augen sehen, doch all das würde es nur noch viel schlimmer machen, als es schon ist, verstehst du ? Es gibt keinen anderen Ausweg für uns.. es ist das Beste.. für uns beide..Aber eins sollst du wissen : ich liebe dich..“

    Seine Worte zerissen mein Leben.
    War seit diesem Augenblick innerlich tot.
    Meine Hand krampfte sich zusammen und ich spürte wie mein Bauch anfing zu flattern.
    Jeder einzelne Schmetterling starb mit gebrochenen Flügeln und mit Tränen in den Augen...
    Ich konnte es nicht fassen..
    Tränen quollen mir aus den Augen und es tat so unendlich weh..
    Warum ?

    “Warum...“,hauchte ich ins Telefon und fing an zu zittern.
    Mir wurde so kalt..
    Das letzte was ich hörte war das Tuten den Telefons.
    Schreiend hielt ich es in meinen Händen und warf es auf den harten Steinboden.
    Es zersprang in tausend kleine Teile..
    Wie ich ..

    Ohne jegliche Gefühle saß ich da.
    Versteinert.
    Geschockt.
    Konnte und wollte mich nicht bewegen.
    Ich hoffte, dass das alles nur ein Traum war.
    Irgendwie musste ich mich doch wecken können ?
    “Warum ?? Verdammt warum ??“
    Immer und immer wieder schlug ich mit der Faust auf den Boden und verspürte keinen Schmerz.
    Immer noch war ich in meinem Traum gefangen und wollte endlich aufwachen !
    Seit langem verspürte ich wieder das Verlangen nach Schmerzen.. !



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 21:43


    78.

    Wie in Trance stand ich auf und öffnete mit einem Ruck die Tür.
    Irgendetwas zwang mich dazu es zu tun..

    Leise öffnete ich meine Schlafzimmertür und durchwühlte meine Tasche.
    Meine Hände fingen an zu zittern und ich griff nach der scharfen Versuchung.
    Was ich nicht bemerkte war, dass Tanja langsam ihre Augen öffnete, als ich wieder aus dem Zimmer verschwand.
    Die Tasche lag durchwühlt auf dem Fußboden und meine ganzen Sachen lagen verstreut auf dem Teppich...

    Mich trieb die Verzweiflung vorwärts und benommen setzte ich mich auf die Fliessen des Badezimmers, mit dem Rücken an die Badewanne gelehnt.
    Vorher hatte ich den Schlüssel im Schloss herumgedreht, damit mich niemand mehr aufhalten konnte.
    Die Sehnsucht nach Schmerzen trieben mich in den Wahnsinn.
    Ich konnte mich nicht mehr halten !
    Sehnsüchtig setzte ich die Klinge auf mein Handgelenk und drückte sie mit aller Kraft in meine Haut.
    Es fühlte sich so befreiend an..
    Immer und immer wieder schnitt ich mir neue Wunden in den Arm und das Blut rannte in Strömen aus meinen Adern.
    Es tat so gut..
    Lange hatte ich solche Augenblicke vermisst, meinen Körper leiden zu sehen.
    Jegliche Angst hatte ich überwunden und ich fühlte mich einfach nur frei .. !
    Mit jedem Schnitt den ich setzte starb ein Teil an Erinnerungen, die meine Gedanken benetzten.
    Ein weiterer Schnitt und das Gefühl von Liebe wurde betäubt..
    Das Blut tropfte von meinen Fingerspitzen auf den weißen Untergrund und ich fing an zu lächeln..
    Keinen Gedanken verschwendete ich mehr an Bill, sondern wollte es einfach vergessen.. seine Worte vergessen.. sein Bild in meinem Kopf auslöschen..

    Geschwächt blickte ich auf meine Arme und spürte meine brennenden Wunden, die blutverschmiert vor Schmerzen schrien.
    Doch es war mir egal..
    Warum sollte ich noch leben ?
    Niemand würde mich vermissen..
    Er hatte mir mein Leben genommen .. mit einem einzigen Satz..
    Es war eine Qual noch länger am Leben zu bleiben und ich wollte nicht mehr..

    “... Es gibt keinen anderen Ausweg für uns.. es ist das Beste.. für uns beide..Aber eins sollst du wissen : ich liebe dich..“
    Und das sollte ich ihm Glauben ?
    Warum tat er mir das an ?
    Ich hätte gerne gewusst, ob er an meinem Grab stehen würde und mir eine Träne nachweinen würde..
    Doch ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als ich ein lautes Hämmern gegen die Tür hörte.
    “Jessi ! Mach die Tür auf verdammt!!!!“
    Tanja.
    Regungslos zuckte ich zusammen und starrte geradeaus.
    Die Klinge fiel mir aus der Hand und ein leises Klirren ertönte.
    “Ich weiß das du da drinnen bist ! Mach auf!“

    Mein Blick fiel auf meine Arme und erst jetzt realisierte ich, was ich getan hatte – kam zu Bewusstsein.
    Tränen stiegen mir in die Augen und tropften auf meine Arme.
    Sie brannten wie Feuer..
    Auf einmal verspürte ich höllische Schmerzen und krümmte mich zusammen.
    Drückte meine rechte Hand auf die blutenden Wunden und fing an zu schreien.

    Hilflos stand ich auf und öffnete mit letzter Kraft die Tür.
    Mit weit geöffneten Augen stand Tanja vor mir und fing mich auf, als mich meine Beine nicht mehr aufrecht halten konnten...

    79

    “Warum... Warum hast du das getan?“, schrie sie mich an und umklammerte meinen hilflosen Körper.
    Ich spürte wie ich mich immer weiter vom Leben entfernte – hörte auf zu kämpfen.
    Der Kampf war zu ende und ich war der Verlierer.

    Je höher die Engel fliegen, desto tiefer fallen sie <3

    Zitternd sackte ich mit Tanja zu Boden und rührte mich nicht mehr.
    Ich wollte nicht mehr leben..
    Hatte alles verloren, was ich brauchte ..
    Ohne Ihn war ich doch nur eine leblose Hülle – ohne Gefühle..

    Das Blut sickerte aus meinen Armen und Tanjas Hände färbten sich dunkelrot.
    Schreiend hielt sich mich fest und strich mir über den Kopf.
    “Geh nicht ..!Halt durch !!“
    Das waren die letzten Worte die ich hörte..
    Dann wurde es still..

    Kalte Luft umspielte mein Gesicht und geschwächt öffnete ich die Augen.
    Wo war ich ?
    Meine Arme – sie schmerzten.
    Was war passiert ?
    Mit letzter Kraft stütze ich mich hoch und blickte in ein verzweifeltes Gesicht.
    Tränen überströmt..
    Die Augen ängstlich und starr.
    “Was ist passiert?“, keuchte ich und berührte den Verband, der sich um meine Arme schlängelte.
    “Warum...“, flüsterte Tanja mir entgegen und wischte sich die Tränen von den Wangen.
    Verdammt, sagt mir was ich getan habe !
    Ich fühlte mich wie im Himmel – spürte weder jegliche Gefühle, noch wusste ich wer ich bin und was ich hier zu suchen hatte.
    “Wolltest du gehen ? Von uns ?“
    Ihre Worte zerbrannten meine Gedanken, die bis eben noch in meinem Kopf herum schwirrten.
    Nein!
    Das kann nicht sein !
    Hatte ich wirklich ... ?

    Es war Realität..
    Ich musste es einsehen !
    Es gab keinen Weg mehr, der zurückführte.
    Und es war kein Traum !
    Niemand konnte wissen, was in mir Vorging, denn ich wollte nur eins : Aufwachen !
    Ob ich sterben wollte ?
    Ja, ich wollte sterben .. !
    Doch warum hinderte ich mich selber daran ?
    Mich verließ der Mut ..
    Der Mut zum weiterleben, ohne die Person, die mir den Weg richtigen zeigte.

    Geschockt vor mir selber starrte ich auf die weiße Decke, die auf meinem schwachen Körper lag.
    Rote Flecken zierten den Stoff..
    Er war so kalt..
    Jeder Gedanke, den ich an den letzten Tag verschwendete, drückte meine Schmetterlinge zu Boden und zerstörte ihren letzten Lebenswillen.
    Ich hasste ihn dafür.. !
    Warum musste er mich so weit bringen ?
    War ihm nicht klar, was er mir damit antun würde ?

    Verzweifelt schlug ich mit den Fäusten auf meine Bettdecke und vergrub mein Gesicht in meinen Händen.
    Man sollte meinen Schmerz nicht sehen - wollte meine Augen verdecken.

    Man sagt die Augen sind der Spiegel meiner Seele..

    Die Tage gingen schleppend vorüber..
    Stumm lag ich im Bett..ummauert von kahlen Wänden..
    Sie engten mich ein – schienen mich töten zu wollen!
    Tanja blieb jeden Tag und jede Nacht bei mir.
    Sie ließ mich keine Sekunde allein, denn sie hatte Angst, dass meine Verzweiflung erneut Oberhand gewinnen würde.
    Ich war ihr sehr dankbar, dass sie sich die Zeit nahm.
    Wir redeten nicht viel und doch konnte ich ihr all meine Gedanken offenbaren – durch Blicke, die Bände sprachen..

    Sanft strich sie mir über meine Hand und lächelte.
    Wollte mir wenigstens ein bisschen Energie schenken..
    “Hey.. heute darfst du wieder raus..“, flüsterte sie mir leise entgegen und küsste mich auf die Stirn.
    Ein zögerndes Lächeln erweckte meine Lippen.
    Ich spürte einen kleinen Funken von Hoffnung, der sich am Ende des Weges zeigte.

    Dieser Weg wird kein leichter sein ..

    Nachts plagten mich immer wieder Albträume, die mich aus dem Schlaf rissen.
    Es war immer derselbe.
    Der Traum von seinen Worten.
    Diesen endlos schwarzen Worten, die mich zerstörten.

    “.. aber all das wird nicht mehr passieren.. Es wird kein WIR mehr geben Engel..“

    Warum nicht ?
    Verdammt, warum ..!
    Es waren so viele Fragen offen, die ich ihm nicht stellen konnte.
    Ich schwieg, aber ich wollte doch schreien !
    Warum konnte ich es denn nicht ?
    Was hinderte mich daran .. ?

    Tanja telefonierte jeden Tag mit Tom, doch über Bill verlier sie kein Wort.
    Wollte es mir ersparen.
    Noch ein paar Tage..
    Dann würde ich ihn wieder sehen..
    Doch ich würde ihn nicht spüren, nicht berühren können..
    Seine Stimme hören .. !
    Ich wusste nicht, ob ich dazu bereit war, doch ich wollte eine weitere Hürde überwinden, die mich dem Leben ein Stückchen näher bringen sollte.....



    Keuchend ließ meine Mutter die Tasche fallen und ich betrat mein kaltes Zimmer.
    Ein Zimmer voller Erinnerungen ..

    80.

    Mit jeder Kleinigkeit, die ich mit meinen Augen erblickte verband ich irgendeinen Moment.
    All diese ganzen Sachen erinnerten mich an meine Vergangenheit.. an die wunderschöne Zeit die ich hatte.. die WIR hatten.
    Mein Herz wollte einfach nicht begreifen, dass es zuende war !
    Es schrie mich an und versuchte mit all seiner Kraft gegen an zu kämpfen, doch es war zu schwach..
    Zu schwach um die schwere Last zu ertragen, die uns erdrückte und zu Boden zwang.

    In den letzten paar Tagen hatte sich Fernando bei mir gemeldet und nach meinem Befinden gefragt.
    Natürlich hatte ich ihn angelogen.. Was sollte ich denn auch tun ?
    Ihm die Wahrheit sagen ?
    Nein, niemanden wollte ich meine Wunden offenbaren, die meine dunkle Seele zierten.
    Das Modeln hatte ich an letzte Stelle gesetzt und meinte, dass ich mich nach den Ferien melden würde..
    Es war immer mein Traum gewesen,.. doch jetzt ?
    Es war mir relativ egal, was mir die Zukunft bringen würde.
    Denn MEIN Traum war zerplatzt.. bin aufgewacht und blickte nun der Realität ins Auge.
    Irgendwie musste ich da durch, so schwer es auch war.

    Bianca sah immer noch keine Gründe, sich bei mir zu melden und wenn ich ehrlich war, machte es mir nichts aus !
    Nein wirklich, es war mir egal, wie es ihr ging oder was sie machte.
    Ich musste ihr nicht jeden Tag über den Weg laufen und darüber war ich ziemlich froh.
    Sie war immerhin diejenige, die mich ins Messer laufen ließ und noch lachend vor mir stand.
    Wegen ihr hatte ich meinen Absturz..
    Nur wegen ihr war ich lange in den kalten Mauern eingesperrt.
    Sie ist es einfach nicht wert, dass man ihr nachtrauert und ich hatte sie für immer aus meinem Leben gelöscht.
    Wie ein Bleistiftstrich, den man mit einem Radiergummi verschwinden lässt.. !

    Das einzige was sich geändert hatte..
    War da Verhältnis meiner Eltern.
    Mein zweiter Tiefpunkt hatte die beiden näher zusammengeschweißt und sie trafen sich jetzt öfter.
    Der einzige Schimmer, der meine innere Flamme am Leben hielt.
    Ich freute mich wirklich, dass sie sich wieder verstanden, denn sie gaben mir Halt mit ihren Worten und Taten.
    Doch mit jedem Tag fragte ich mich mehr, warum es alles soweit kommen musste ?
    Wenn ich zurück blickte sah ich einen dunklen Trauerschimmer, den ein weißer Strich durchzog.
    Dieser weiße, geborgene und warme Strich.. war Bill !
    Er hatte mich aus meinen Ketten befreit und hat mir das Gefühl von Liebe gegeben.
    Ich war ihm für die Zeit wirklich sehr dankbar.
    Doch der weiße Schimmer schwächte immer mehr ab.
    Und mit ihm verschwand das Gefühl von Bills Nähe.
    Von Bill..
    Ich schloss immer wieder meine Augen und erhoffte mir beim nächsten Augenaufschlag, dass er vor mir stehen würde.

    Es tat so unglaublich weh loszulassen.
    Und dieses Gefühl spiegelten meine Wunden wieder.
    Die Wunden meiner Seele..
    Die Wunden meines Körpers..
    Ich bereute keinen einzigen Schnitt, den ich gesetzt hatte, denn es half mir die Schlucht zu überwinden, die am Abgrund drohte.

    Vorsichtig strich ich mir über den linken Arm und setzte mich auf mein Bett.
    Es war so einsam..
    So verlassen..
    Am liebsten wollte ich schreien, doch was hätte es mir gebracht ?
    Es änderte nichts an der Situation, in der ich mich gerade befand.
    Aussichtslos..
    “Was denkst du gerade ?“, Tanja blickte mich an und lehnte sich an die rote Wand.
    “Hmn..ich weiß nicht..“, flüsterte ich und drehte meinen Kopf zu ihr.
    Wie in Trance nahm ich die Fernbedienung in die Hand und schaltete den Fernseher ein.
    Die Bilder flimmerten vor meinen Augen und ich zappte hin und her.
    Plötzlich ließ ich die Fernbedienung fallen...


    81.

    Mein Blick erstarrte und mein Herz fing an wie wild zu pochen.
    Es...war es ein Traum ?
    “Kneif mich.. Tanja, bitte!“, schluckte ich und umfasste ihr Handgelenk.
    Skeptisch blickte sie mich an und wanderte zwischen dem Fernseher und mir hin und her.
    Mir kam dieses Lied bekannt vor.
    Diese Gesichter..
    Seine Augen.
    Verkrampft unterdrückte ich die Tränen und hielt mir meine zitternde Hand vor den Mund.
    Leise schluckte ich den Kloß in meinem Hals hinunter und schloss die Augen.
    Genoss den Augenblick.
    Lauschte seiner Stimme.
    Gänsehaut durchfuhr meinen Körper und ich verschwendete einen einzigen Gedanken an mein gebrochenes Herz.
    Es tat immer noch so weh ihn gehen lassen zu müssen.
    Ich konnte ihn einfach nicht aufhalten !

    Irgendwann laufen wir zusammen, weil uns einfach nichts mehr halten kann !

    Doch warum ging ich meinen Weg alleine ?
    Warum war er denn nicht bei mir und nahm meine Hand ?

    Überwältigt starrte ich geradeaus und erschrak mich vor meinem eigenen Spiegelbild.
    Blass.
    Müde.
    Traurig.
    Ich strich mir mit den Fingern über die Augenlider und atmete tief ein.
    “Ich kann nicht mehr..“, flüsterte ich, als das Lied zu Ende war.

    Das war es also.
    Das Video, auf das wir uns alle gefreut hatten.
    Denn mit diesem Tag fing der Stein an zu rollen und nahm seinen Lauf.

    Schweigend verließ Tanja den Raum mit den Worten :“Bis nachher Süße..“
    Sie wollte mir eine Auszeit geben, die ich brauchte um über all das hinweg zu kommen.

    Mit geschwächtem Blick stand ich auf, kniete mich vor mein Bett und holte ein kleines,verstaubtes Buch hervor.
    MEIN Buch !
    All meine Gedanken schwiegen auf diesen Seiten..
    Lange hatte ich es nicht mehr gebraucht und so pustete ich den feinen Staub von der Hülle.
    Er wirbelte in die Luft.
    Wie ein Schmetterling der Fliegen lernte.

    Mit zitternden Fingern hielt ich den Stift in meiner Hand und begann eine neue Seite zu beschriften.
    Ein neues Kapitel in meinem Leben.

    “Lange hatte ich nicht mehr daran geglaubt, dass es so was geben würde.
    Doch du hast mir gezeigt, dass es wahre Liebe gibt !
    Alleingelassen sitze ich auf meinem Bett und bin verzweifelt.
    Du hast mir all die Fragen offen gelassen, die ich dir gerne stellen würde.
    Doch wenn ich ehrlich bin, will ich die Antwort gar nicht hören. Warum ?
    Du hat mein Herz mit dir genommen und ich bin hilflos.. machtlos gegen die Kraft die du mir entziehst.
    Ich hätte niemals gedacht, dass es passieren würde. Wir waren doch so glücklich ?
    Fühlte mich wie einem Traum, der niemals enden würde..
    Bis du mir sagtest, dass es vorbei ist !
    Vorbei.. einfach vorbei..
    Wurde aus dem Leben gerissen, wie ein leeres Blatt Papier..
    All meine Gefühle wurden ausradiert und ich spürte nichts mehr.
    Ich hatte gehofft, dass ich es schaffen würde. Denn als wir zusammen waren, konnte ich auch ohne diese Schnitte leben.
    Wunden in meinem Körper.
    Doch weißt du eigentlich wie es sich anfühlt ? Wenn man hilflos auf dem Boden sitzt und einfach nichts dagegen tun kann ? Wie eine Macht, die einen mit Fäden lenkt und die Oberhand behält.
    Bill, ich war machtlos..
    Ich hatte dir geschworen, dass ich damit aufhören werde, aber ist ein Schwur nicht da um gebrochen zu werden ?
    Wir hatten uns geschworen, dass wir uns ewig lieben würden und dass wir uns niemals verlassen würden.
    Du hast diesen Schwur gebrochen und hast mich allein gelassen.
    Ein Engel mit gebrochenen Flügel ist nutzlos im Himmel.
    Was mache ich denn auf der Erde ?
    Ohne Herz und ohne Seele ..
    Viel zu viel wollte ich dir noch sagen, doch jetzt ist es zu spät..
    Warum Bill ? Warum..

    Ich bin dir so dankbar für die Zeit die wir miteinander hatten, doch warum musste es SO enden .. ?
    Hatten wir es nicht beide geahnt ? .. Wussten wir beide nicht, dass so was passieren würde?
    In memories..
    Ich liebe dich <3“


    Vorsichtig klappte ich das Buch zu, drückte es fest an meinen Körper und schloss die Augen.

    82.

    (Aus der Sicht von Bill !)

    Wie gebannt saßen wir im Proberaum und blickten auf den Fernseher.
    War das gerade wirklich passiert ?
    War das UNSER Video ?

    Schreiend boxte mir Tom in die Seite und drückte mir eine RedBull Dose in die Hand.
    “Alter is das krass! Unser erstes Video ! Geil !“
    Ich konnte mich alles andere als freuen.
    War mit meinen Gedanken woanders.. ganz weit weg von hier..
    Das Telefon stand nicht mehr still, doch ich ignorierte das ständige Klingeln vollkommen.

    Ich las die Mails in meinem Handy noch mal durch und löschte danach jede einzelne.
    Sie erinnerten mich nur zu sehr an sie und ich sollte sie doch vergessen.

    “Hey Bill..

    Ne, ich kann auch noch nicht schlafen.. Irgendwie bin ich aufgekratzt..
    Und wenn ich ehrlich bin, muss ich die ganze Zeit an dich denken..
    Melde dich, wenn du die Sms liest ja ?

    Jessi“

    Mit zitternden Händen löschte ich die erste Sms die ich von ihr erhalten hatte und biss auf meine Unterlippe.
    Mit ihr verschwanden die Gedanken ..

    “Hey Schatz,..

    Danke für dich wunderschöne Nacht !
    Am liebsten hätte ich dich nicht gehen lassen .. hoffe, dass ich deine Lippen bald wieder berühren kann..
    Du fehlst mir so sehr..
    Ich liebe dich ! <3“

    Tränen füllten meine Augen und ich blickte starr auf mein Handy.
    Es tat so weh..
    Konnte immer noch nicht begreifen, was mich dazu geritten hatte das durchzuziehen..
    War mir der Erfolg wirklich wichtiger, als die Liebe die ich dadurch verlor ?
    Nur schwach erinnerte ich mich an die vergangen Momente die wir zusammen verbracht hatten..

    Als sie mir aus IHREM Buch vorlas, war das einer der schönsten Momente in meinem Leben, denn seitdem spielte sie mit offenen Karten – erzählte mir jedes Geheimnis, das sich mit sich trug.
    Im Gegensatz zu mir.. Ich musste sie anlügen..

    “Enttäuscht von meinem
    bisherigen Leben.

    Den Glauben
    an die grosse Liebe
    längst verloren.

    Die Sehnsucht
    einfach nur glücklich zu sein
    längst aufgegeben.

    Aber die Hoffnung
    ein Schimmer noch
    ein kleiner Funke
    das es anders kommen könnte.

    Du bist in mein Leben getreten,
    ohne ein Wort.
    Alles ist anders.
    Seitdem du da bist bin ich glücklich.

    Das Vetrauen,
    das ich längst vergaß
    habe ich durch dich neu gelernt.

    Die Liebe,
    die du mir gibst macht mich einfach nur glücklich.
    Ich hoffe ich kann dir zeigen, wie sehr ich dich liebe.

    Meine Seele,
    war schwarz und völlig zerissen,
    doch du hast mir geholfen mich wieder zu finden.

    Ich liebe dich.“

    Ich zuckte zusammen als Tom meine Schulter berührte und mir in die Augen blickte.
    Er sah die Tränen, die mir über die Wangen flossen und strich mit seinem Finger über meine Haut :“Hey..hör auf..“
    Ich schluckte leise und nickte mit dem Kopf.
    Mit einer Handbewegung deutete er mir an, dass ich ihm folgen wollte und unter den Blicken der anderen ging ich ihm hinterher..


    83.

    [Immer noch aus der sicht von biLL ^^]

    Draußen wehte ein starker Wind und ich ging schweigend neben Tom her.
    Meine Gedanken waren versunken, wie in einem tiefen Ozean.
    Ich wollte ihr doch nicht weh tun .. ?
    Diese Stille brachte mich zum verzweifeln.. ich war an allem Schuld.. ganz allein ICH !

    “Bill .. ?“, durchbrach Tom die Stille und ich blickte ihm in seine Augen.
    “Hmn ?“
    “Ich habe vorhin mit Tanja geredet .. es geht um Jessi..“
    Mir stockte der Atem und ich blieb abrupt stehen.
    Immer schneller fing mein Herz an zu klopfen und ich setzte mich auf die Bordsteinkante.

    Tom atmete schwer und setzte sich neben mich.
    Stille.
    Verkrampft ballte ich die Fäuste und starrte auf den kalten Boden.
    “Ihr geht es scheisse.. sie ist am Ende Bill..“, flüsterte er und stützte sein Gesicht mit den Händen ab.
    Ich wusste es.. mir war es klar, dass ich sie damit zerstören würde.. Aber warum hatte ich es denn getan ?
    Warum konnte ich nicht einfach lügen und mich dem ganzen widersetzen ?
    Warum ..
    “..sie hat es wieder getan..“, murmelte er und schüttelte mit dem Kopf.
    “Was ? Sag das noch mal..!“
    “Sie hat es wieder getan , BILL! ..Sie wäre fast von uns gegangen.. sie wollte nicht mehr leben .. und ..“, wiederholte er es und drehte seinen Kopf zu mir.
    Ich zuckte zusammen.
    Konnte mich nicht mehr regen.
    War wie gelähmt.
    Meine Augen fingen an zu glänzen und eine Träne kullerte mir die Wange hinunter.
    “Ich kann mir das nie verzeihen..“, schniefte ich und wischte mir mit der Hand über das Gesicht.
    “Es konnte doch keiner ahnen..“, versuchte Tom mir meine Vorwürfe zu nehmen, doch es nützte nichts.
    “ES KONNTE KEINER AHNEN ? WIE SEID IHR EIGENTLICH DRAUF ? WISST IHR EIGENTLICH, WIE SEHR ICH SIE LIEBE ? ICH HAB DAS ALLES NUR FÜR EUCH GETAN !“

    Mit diesen Worten sprang ich auf und lief die dunkle Straße entlang.
    Ohne Ziel.
    Gedankenlos.

    “BILL bleib stehen !“

    Der Blick zurück ist schwarz & vor uns liegt die Nacht ..

    Ich blieb stehen, drehte mich um und sackte auf den Boden – mein Gesicht in die Hände vergraben.
    “WARUM?“, schrie ich und schlug mit der Faust auf den Asphalt.

    Es gibt kein zurück .. zum Glück .. kein zurück ..

    Tom kam angerannt und legte seine Hand auf meinen Rücken.
    “Hey..Es gibt immer einen Ausweg..“

    Wo sind alle hin ? Die sonst mit uns sind ? Haben sie uns schon längst verloren ?

    Mit Tränen in den Augen blickte ich zu ihm hoch und schüttelte mit dem Kopf :“Zu spät.. es ist zu spät..“
    Ich konnte nicht mehr..
    War innerlich tot..
    Nur wegen mir tat sie sich wieder diese Schmerzen an .. nur ich hätte es verhindern können .. doch ich war nicht da..
    Konnte ihr nicht die Hand reichen und sie in unsere kleine Welt entführen..

    Es ist dunkel hier im Licht.. es gibt alles und nichts..

    “Es gibt aber eine Lösung.. wir schaffen das.. gemeinsam .. !“

    ..und dafür wurden wir geboren ..

    Tom setzte sich neben mich und erzählte mir von dem Telefonat mit Tanja, dass er vor ein paar Stunden mit ihr gehalten hatte.
    Starr saß ich neben ihm und nickte : “Hmn .. und du meinst, dass das klappen würde ?“
    “Da bin ich mir sicher, Kleiner..“, grinste er mich an und klopfte mir auf die Schulter..


    84.

    [Zeitspruuuuung x’D & aus der Sicht von Jessi ^^]

    Es war mittlerweile ein Monat vergangen, seitdem Bill und ich getrennt waren und ich war immer noch nicht drüber hinweg.
    Ein endloser Monat ..
    Einen Rückfall erlitt ich zum Glück nicht noch einmal, da Tanja in der Zeit sehr oft bei mir war und mich immer wieder unterstütze, nicht aufzugeben.

    Gedankenverloren saß ich vor meinem Computer und klickte mich durch das Internet, als ich plötzlich eine Nachricht von Tanja [Honey Babeh] erhielt.

    Honey Babeh : Hey Kleine.. Sorry, dass ich so schnell weg musste, aber meine Ellis stressen voll rum..

    Ihre Eltern waren ziemlich streng und Tanja litt sehr unter dem Rosenkrieg, den die beiden Tag für Tag ausübten.

    I Lost my AngeL <’3 : Hmn ..ne ist okay.. Sagmal, hast du mal irgendwas von Bill gehört ?

    Stille.
    Nervös wartete ich auf eine Antwort und starrte auf den Bildschirm.
    Lange hatte ich den Computer nicht mehr benutzt, denn ich hatte wirklich besseres zu tun, als meine Zeit vor dem Flimmerkasten zu verbringen.
    Endlich blinkte dieser kleine Kasten in meiner Taskleiste auf und ich klickte auf die Schaltfläche.

    Honey Babeh : Nein Süße .. Tut mir Leid .. soll dich nur von Tom und dem ganzen Rest grüßen .. Tom meinte nur, dass es Bill nicht besonders gut geht.. ohne dich ..

    I Lost my AngeL <’3 : Ich versteh das alles nicht mehr.. ich kann nicht mehr..

    Honey Babeh : Du packst das ! Ich weiß es !

    Natürlich wusste ich nichts von dem Plan, den die drei ausgeheckt hatten, und quälte mich jeden Tag durch das Leben.
    Es war schwarz-weiß statt farbig..
    Leise statt laut..
    Traurig statt fröhlich..
    Einfach einsam .. ohne IHN ..

    I Lost my AngeL <’3 : Wenn du das sagst .. ich geh mal wieder off okay ? .. Kann ich dich morgen besuchen kommen ?

    Honey Babeh : Japps kannste machen .. Ach übrigens.. die Jungs haben ne Website.. fallsu das noch nicht wusstest .. kannste ja mal drauf gehen .. www.tokiohotel.de .. und im Forum hab ich mich auch angemeldet unter “enGeL“ .. aber natürlich anonym *gg*

    Ich atmete tief ein, tippte die letzten Zeilen und schaltete den Computer aus.

    I Lost my AngeL <’3 : Ja.. Bye .. <3

    Minutenlang starrte ich auf den schwarzen Monitor.
    Ohne jegliche Gefühle, die meinen Körper durchzogen.

    Ihm ging es also auch scheisse ?
    Aber warum tat er denn so was, wenn ihm bewusst war, dass wir beide darunter leiden würden ?
    Und warum musste er genau an dem PUNKT Schluss machen ?
    Kurz vor dem Karrierebeginn..
    Waren nicht seine Worte : “Wir schaffen das.. ich verlass dich nicht,.. egal was passiert.. so schnell kriegt uns niemand auseinander!“
    Warum saß ich denn hier alleine und hatte Tränen in den Augen ?
    Der Schmerz saß einfach zu tief..

    Ich schluckte den Kloß in meinem Hals hinunter, stütze mein Gesicht auf meinen Händen ab und blickte der Träne nach, die auf den Tisch fiel.
    Sind wir nicht alle geboren um zu sterben ?
    Wie ein Schmetterling mit gebrochenem Flügel..
    Schniefend wischte ich mir mit meinem Pulloverärmel über die Wange und biss mir auf die Unterlippe.
    Unruhig zuckte ich zusammen und versuchte mich zu beruhigen.
    Neben mir lag mein Mp3- Player und ich stöpselte mir die Stecker ins Ohr, drehte ihn lauter und schloss die Augen.
    Ich liebte diesen Song ..

    I know there´s something in the wake of your smile
    I get a notion from the look in your eyes, yeah
    you´ve built a love but that love falls apart
    your little piece of heaven turn too dark ...

    Wie in Trance schaltete ich den PC erneut an und klickte auf die Website.
    Mein Herz blieb für einen kurzen Augenblick förmlich stehen.
    Das Forum war voll von Gerüchten und Neuigkeiten, von denen selbst ich noch nichts wusste.
    Mit zitternden Fingern klickte ich das Anmeldeformular an und loggte mich unter dem Namen “LiL´Babe” ein.

    Listen to your heart
    When he´s calling for you
    Listen to your heart
    there´s nothing else you can do
    I don´t know where you´re going
    and I don´t know why
    but listen to your heart
    before you tell him goodbye..

    Seit zwei Stunden hockte ich auf meinem Stuhl und las mir die Texte durch.
    Meine Augen wurden immer größer und ich riss meinen Mund weit auf als ich die riesige Überschrift las.
    “BRAVO recherchierte in der Vergangenheit der Jungs“

    Unter diesem Text prangte ein Foto von Bill und mir mit dem Titel: “Wer ist dieses Mädchen? In der nächsten Bravo erfahrt ihr mehr“

    Ich hielt den Atem an und hielt mir die Hand vor den Mund.
    Das war UNSER Foto.
    Irgendwer musste das Plakat an dem Gebäude fotografiert haben.
    Das Plakat von Esprit.
    Das Fotoshooting..
    Wie im Film lief unsere Geschichte vor meinen Augen ab und ich konnte es nicht fassen.

    Ich riss mir den Stöpsel aus dem Ohr und rannte nach oben :“Mum ? Ich geh eben .. komm gleich wieder..“
    Mit diesen Worten verließ ich das Haus und knallte die Tür hinter mir zu.

    85.

    So schnell ich konnte rannte ich zur Garage und holte mein Fahrrad.
    Insgeheim hoffte ich ,dass das alles nur ein schlechter Scherz war und wollte mich deswegen selber überzeugen..

    Immer weiter fuhr ich in die Stadt hinein und betätigte abrupt die Bremse.
    Mein Fahrrad ließ ich achtlos zur Seite fallen und öffnete die Tür zum Kiosk.
    Wie im Wahn fiel mein Blick auf die Zeitschriften und ich durchwühlte sie mit meinen Fingern.
    “Verdammt.. irgendwo muss doch eine sein..“, fluchte ich leise und seufzte kurz.
    Endlich !
    Ich hielt sie in den Händen und das erste was ich erblickte war das Titelblatt.

    “Die Newcomer - Band aus Magdeburg und ihr Leben vor der Musik!“

    Mein Herz hüpfte aufgeregt hin und her und ich blätterte mit nervösen Fingern die Seiten um.
    Zu meiner Verzweiflung stimmte es.
    Jedes einzelne Wort.
    Jede Aussage die im Internet stand stimmte mit dem Original der Bravo überein.

    “Scheisse..“, flüsterte ich mit tränenerstickter Stimme und wischte mir über meine Wangen, “warum gerade jetzt ?“
    Mir wurde das alles viel zu viel und ich rannte gedankenverloren nach draußen.
    Als ich auf mein Fahrrad zuging spürte ich eine Hand auf meiner Schulter :“Hey junge Dame .. Haben sie nicht irgendwas vergessen ?“
    Starr blickte ich auf meine Hände und sah, dass ich die Bravo noch festhielt.
    “Den Scheiß können sie ruhig behalten !“, keifte ich und knallte ihr die Zeitschrift vor die Füße.
    Geschockt riss die die Augen auf und ich fuhr so schnell ich konnte mit dem Fahrrad davon.

    Die Umgebung verschwamm immer mehr und wischte mir immer wieder über mein Gesicht.
    Warum musste man mich da mit reinziehen ?
    Warum ?
    “Verdammte Scheiße..“, sagte ich leise und schloss für einen kurzen Moment meine Augen.
    Sah ihn vor mir..
    Sein Gesicht..
    Hörte seine Stimme..

    Doch ich wurde unsanft von einem lauten klingeln aus meinem Traum gerissen :“Hey pass doch auf !“
    Ich riss die Augen auf und konnte mich gerade noch davor retten mit meinem Gegenüber zusammenzufahren.
    Tränen quollen mir aus den Augen und ich fing leise an sein Lied zu singen .. Unser Lied..

    “Wenn nichts mehr geht werd ich ein Engel sein.. für dich allein.. und DIR in jeder dunklen Nacht erscheinen ..und dann fliegen wir.. weit weg von hier..“
    Ich blickte in den Himmel, hielt mit dem Fahrrad an und rannte auf die Wiese, die neben mir in die Unendlichkeit zu reichen schien.
    Immer weiter und immer schneller lief ich durch das kniehohe Gras.
    Plötzlich ließ ich mich einfach fallen.
    Spürte das weiche Gras, das mir durchs Gesicht streichelte und schloss die Augen.

    Ich fing an zu träumen ...

    ~ “Bill ? Bill bist du das ?“,schrie ich in die Leere.
    Ich sah wie sich ein dunkelhaariger Junge umdrehte, doch sein Gesicht war verschwommen..
    Konnte seine Augen nicht sehen , doch ich hörte seine Stimme :“Ich kann auch ohne dich leben ... ich habe dich nie geliebt !“
    Plötzlich drehte er sich weg und nahm die Hand einer hellblonden Person.
    Nur schwer konnte ich erkennen, wer sie war.
    Doch je näher ich den beiden kam, desto deutlicher wurde es..
    BIANCA!~

    Ich schreckte hoch und Tränen rollten mir über die Wangen.
    Alles nur ein Traum ?
    Ich drehte mich um und das einzige was ich sah, war das grüne Gras in dem ich mich befand..

    86.

    Wie in Trance stand ich auf, wischte mir die Tränen von den Wangen und kletterte zurück über das Geländertor.
    Warum gerade Bianca ?
    Was wagte sich diese Schlampe in meinem Traum aufzutauchen ?
    Und dann auch noch mit Bill..
    War sie vielleicht der Grund, warum er Schluss gemacht hatte ?

    Ich verfluchte meine Gedanken und schüttelte leicht mit dem Kopf.
    “Quatsch ..“, sagte ich zu mir selber und versuchte mich zu beruhigen.. doch..
    Er hatte mir immer noch nicht den Grund gesagt ?
    Seine letzten Worte waren, dass er mich liebt & das ich das nie vergessen solle..
    Doch warum ?

    Müde setzte ich mich auf mein Fahrrad und fuhr so schnell ich konnte nach Hause.
    Ich musste mit irgendwem reden.
    Egal, mit wem..

    Ich öffnete die Tür und der warme Geruch von Essen umspielte meine Nase.
    “Jessi ? Das Essen ist gleich fertig..“, hörte ich meine Mutter aus der Küche rufen.
    “Ich hab kein Hunger..“, murrte ich und fasste die Türklinke der Kellertür an.
    “Du wirst immer dünner, seitdem ihr nicht mehr zusammen seid.. So kann es doch nicht weitergehen..“
    Mit einem besorgten Gesicht kam sie auf mich zu und strich mir über die Wange :“Du bist so blass..“

    Eine Träne sammelte sich in meinem Augenwinkel und ich starrte auf den Boden :“Lass mich Mama..“
    Ich drehte mich zur Seite und ging die endlos scheinenden Treppen nach unten.
    Wie gebannt starrte ich auf den Computer und schaltete ihn an, in der Hoffnung, dass Tanja online sein würde.

    Plötzlich ertönte ein leises Piepen und eine Nachricht öffnete sich.

    Honey Babeh : Hey.. ich dachte du wolltest dich bei mir melden ?

    I Lost my AngeL <’3 : Sorry Maus .. ich weiß immoment nicht mehr wo mir der Kopf steht.. War eben beim Kiosk .. hast du die Bravo schon gelesen ?

    Honey Babeh : Ja habe ich ..es tut mir so Leid ..

    Ich schluckte schwer und blickte überrascht auf das kleine Fotoalbum, welches vor mir lag.
    “Für immer..“ stand mit verschnörkelter Schrift auf dem Buch und ich öffnete es vorsichtig.

    I Lost my AngeL <’3 : Warte mal kurz..

    Tränen überfluteten meine Augen und immer wieder fielen sie auf die Bilder.
    Bilder der Erinnerungen..
    Unsere ersten Aufnahmen, zusammen..
    Wie kommt das hier her ?
    Seit wann gibt es so ein Fotoalbum von uns ?
    Gedanken kreisten mir in meinem Kopf herum und ich wusste nicht mehr was ich tun sollte.

    Immer wieder blinkte das kleine Kästchen unten in meiner Taskleiste auf und ich klickte auf die Schaltfläche.

    Honey Babeh : Süße ?

    Honey Babeh : Was machst du ?

    Honey Babeh : Hey ? .. Kommst du heute noch ?

    Honey Babeh : Jetzt antworte mir doch mal ..

    I Lost my AngeL <’3 : Sorry .. hab grade was gefunden .. Was von Bill und mir ..

    Ich schluckte, als ich die Zeilen in den Computer eintippte und plötzlich klingelte ein Telefon.
    Mein Herz hüpfte aufgeregt, als ich das Gespräch entgegennahm.

    “Ja hallo ?“

    “Jessi bist du das ?“

    “Ähm ja .. Wer ist denn dran ?“

    “Tom ..“

    Tom?
    Was zum...
    Warum meldete gerade er sich und nicht mal mein eigener Freund.. Exfreund..

    Mir stockte der Atem.

    “Bist du noch dran ? Jessi ?“

    “Hmn ..ja .. was ... gibt’s denn ?“

    “Wollte mich nur mal bei dir melden und fragen wie es dir geht .. Wir sind immoment total im Stress und na ja.. eigentlich ist es ja genau so, wie wir es immer wollten..“

    Warum belastete er mich damit ? ..

    Geistesabwesend tippte ich eine Nachricht in den Computer und hörte am anderen Ende des Telefons ein Stimmengewirr.

    I Lost my AngeL <’3 : Tom ..

    Honey Babeh : Hä ? .. Was ist mit dem ..

    I Lost my AngeL <’3 : Warte =(

    “Mann jetzt haltet doch mal die Fresse.. nein .. Ich telefonier gerade.. David ? Hallo? Das ist doch meine Sache.. nein .. sicherlich nicht ..woah alter .. Bill ? Was machst du denn schon wieder hier“

    Ein Rascheln und Rauschen entstand, als Tom die Hand vor den Hörer hielt und ich biss mir nervös auf die Unterlippe.
    Bill ?

    “Tom ? .. Ich glaube es ist besser wenn wir auflegen und..“

    “Hey Süße“

    Stille.
    Nein ! Das war nicht Toms Stimme..Nein ..
    Das kann doch nicht..
    Scheisse verdammt..
    Sag was !!

    Tränen entflohen aus meinen Augen, als ich seit langem wieder seine Stimme hörte.
    Meine Schmetterlinge, die ich längst für Tod geglaubt hatte, flatterten wie wild in meinem Bauch herum.
    Warum ..

    “Warum hast du dich nie gemeldet ..“ , meine Stimme zitterte unter Tränen und ich konnte mich nicht mehr kontrollieren.
    Meine Tränen tropften auf den Holztisch und sickerten in meine Haut.
    Warum.. warum erst jetzt ?

    “Es geht nicht anders.. du musst das verstehen..“

    “Du hast mir nie die Frage beantwortet .. Weißt du wie ich mich fühle ? Wie ich mich fühle, wenn ich die Scheisse in den Zeitschriften sehe ? .. Warum Bill, warum ?“

    Am anderen Ende hörte ich ein leises schniefen und ein erneutes Rascheln :“Es tut mir Leid .. irgendwann wirst du es erfahren ..aber.. jetzt.. es geht nicht..Ich liebe dich..“

    Ich erstarrte und hörte wie er auflegte.
    Völlig verwirrt starrte ich auf das Telefon :
    Ich liebe dich ?

    87.

    Warum tat er es mir immer wieder an ?
    Diesen Schmerz in meiner Seele..
    Verdammt..
    Warum bricht er den Kontakt denn nicht mit mir ab, wenn er nicht mehr mit mir zusammen sein will ?
    Und warum sagt er immer noch diese drei Worte.. ?

    Verwirrt blickte ich dem Telefon nach, das wie in Zeitlupe auf den Boden fiel.

    Honey Babeh : Süße ? Was ist denn los ? Red doch mal mit mir !!!

    I Lost my AngeL <’3 : Sorry.. ich geh off ..

    Ich schaltete den Computer aus, setzte mich auf die Couch und betätigte mit der Fernbedienung den Cd- Player.

    Langsam schloss ich meine Augen und legte mich zusammegekuschelt auf das Sofa.
    Die ganzen letzten Tage waren mir ziemlich an die Nieren gegangen und gegessen hatte ich seit 2 Tagen auch nichts mehr.
    Ich hatte einfach keinen Hunger..
    Weder ein Hungergefühl, noch hatte ich Lust etwas zu essen..
    Es war mir einfach alles egal ..

    Draußen wehte ein leichter Septemberwind und die Wolken verdunkelten sich.
    Ein verdammter Monat war vergangen.. verschwendete Zeit ..

    Summer has come and passed
    The innocent can never last
    wake me up when september ends

    Der Sommer war entgültig vorbei und mir stand eine schwere Zeit gegenüber.
    Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was mir bevorstand und was für Schicksalsschläge noch auf mich warten würden.
    Ich dachte, dass es nicht mehr schlimmer kommen könnte.. doch ich hatte mich getäuscht..

    Like my fathers come to pass
    seven years has gone so fast
    wake me up when september ends

    Ich wollte diesen Monat so schnell wie möglich abschliessen und hinter mir lassen, denn zu viel verband ich mit der Vergangenheit..

    Here comes the rain again
    falling from the stars
    drenched in my pain again
    becoming who we are

    As my memory rests
    but never forgets what I lost
    wake me up when september ends

    Niemals würde jemand meine Wunden schliessen können..
    Mein Puzzelteil vollenden können..
    Meine Seele erstrahlen lassen..
    Niemand .. außer er..


    Ich wurde unsanft aus meinen Gedanken gerissen, als mich jemand an meinem Arm berührte..
    Erschrocken richtete ich mich auf und riss die Augen auf.

    "Wuaaaah..", kreischte ich und hielt mir die Hand vor den Mund, als ich sah, wem ich gegenüber saß.
    "Huh sorry.. wollte dich nicht erschrecken!", grinste Tanja und setzte sich neben mich auf die Couch.
    "Ja hallo ? Nächstes Mal klopfst du an okay ?", keuchte ich und schüttelte mit dem Kopf.
    "Alles klar Chef!", lachte sie ," sagmal wollen wir irgendwie in die Stadt fahren oder so ? Du hockst die letzte Zeit nur noch daheim und schmollst.. So kann das doch nicht weiter gehen, oder ? Du musst doch weiterleben .. Und das was du jetzt machst, bringt dich auch nicht weiter..."

    Stumm nickte ich und dachte für einen Bruchteil einer Sekunde an das kurze Gespräch was ich mit Bill geführt hatte.
    Endlich hatte ich nach langer Zeit seine Stimme gehört..
    Irgendwie gab es mir Kraft weiter zu machen, weiter zu leben, doch es verletzte mich auch erneut..

    88.

    “Kommst du ?“, räusperte Tanja sich und wedelte mit ihrer Hand vor meinem Gesicht herum.
    “Hmn?“
    Irritiert blickte ich auf, stand auf und verließ mit ihr zusammen das Zimmer.

    “Sagmal.. warum biste eigentlich vorhin so schnell off gegangen ? Und was war mit Tom ?“
    “Ja also..ähm..“, stotterte ich und hielt mich an dem Geländerseil fest ,“der wollte nur wissen wies mir geht..“
    “Ahja..“
    Tanja zog eine Augenbraue skeptisch nach oben und blickte mich an :“Er wollte also nur wissen wie es dir geht .. “
    “Ja.. genau..“, log ich und setzte mich auf die Bank, um mir meine Schuhe anzuziehen.
    “Also seh ich aus wie der Weihnachtsmann ? Das kannste deiner Oma erzählen.. aber sicherlich nicht mir.“, hakte Tanja nach und beobachtete jeden meiner Bewegungen.
    “Ich hab mit Bill geredet..“, murmelte ich leise und erstarrte nach jedem Wort, dass ich aussprach ein wenig mehr.
    “MIT BILL?“, quietschte sie und guckte mich fassungslos an.

    Ich nickte, atmete tief ein und erhob mich langsam von meinem Platz.

    “Süße, das ist jetzt nicht dein Ernst oder ? Warum sagst du mir das erst jetzt ?“
    “Ich weiß es nicht..“, seufzte ich und entschwand von der Realität, denn die war mir im Moment einfach viel zu kompliziert.

    Schweigend standen wir uns gegenüber und ihre Blicke trafen mich, wie kleine Nadeln, die sich in meinen Körper bohrten.
    Jede Frage, die sie mir stellte quälte mich.
    Jeder Augenblick, der in meinen Erinnerungen schwebte, zerstörte mich ein kleines Stückchen mehr.
    Jeder Atemzug, den ich in mir spürte, verbrannte meine Seele in einen Haufen Asche.

    Ich wusste nicht, warum das Schicksal so urteilen musste und mich erneut bestrafte.
    Hatte ich das wirklich verdient ?

    Still nahm sie meine Hand und blickte mir in die Augen :“Ein Engel allein kann nicht lieben ..“
    Ich zuckte zusammen und entriss mich ihren Blicken.
    Was meinte sie damit ?

    Langsam ging ich auf die Tür zu und öffnete sie.
    Der Regen peitschte wie kleine Steine auf den Asphalt und ich vergrub meine Hände in den Jackentaschen.
    September..

    Kein Wort wagten wir beide zu sagen, als wir zusammen auf den Bus warteten.
    Ich wusste, dass sie mir damit nicht weh tun wollte, denn jeder Gedanke, den ich an ihn
    “verschwendete“ tat mir weh.
    Mir war bewusst, dass ich irgendwann damit klar kommen müsste...
    Doch noch war ich einfach nicht bereit dafür..
    Zu sehr hing ich an ihm und der vergangenen Zeit..

    Mein Geist wurde wacher, als ich zwei Mädels hörte, die ein anscheinend sehr aufregendes Gespräch führten.
    Nur Bruchstücke konnte ich wahrnehmen, doch das allein reichte aus, um den Sinn zu verstehen.
    “Ja.. genau .. und wie heißt der eine.. ? Tom ja genau.. boah der ist ja soo süß.. Vorallem seine Dreads.. also..jaaa..oder der schwarzhaarige..Der hat nen Zungenpiercing oder ? Zu gerne wüsste ich, wie es sich anfühlt, wenn man sich küsst..“

    Am liebsten hätte ich sie in der Luft zerissen, doch ich biss mir auf die Unterlippe und ignorierte es,so gut ich konnte.
    Tanja räusperte laut und tötete die beiden mit ihren Blicken.
    Ich musste mir in dem Moment das Lachen verkneifen und kicherte leise in mich hinein.

    “Als wenn die auf so zwei kleine Tussis stehen würden..“, platzte es aus mir heraus und ich beobachte wie die beiden aufgetakelten Hühner mich anstarrten.
    “Hab ich irgendwas im Gesicht ?“, fauchte ich und zog eine Augenbraue genervt nach oben.
    Scheu entwichen sie meinen Blicken und verstummten.

    Endlich kam der Bus und ich setzte mich mit Tanja lachend in die letzte Reihe.
    Doch ich verstummte, als ich nach draußen blickte und jemand mit dem Fahrrad an uns vorbeifuhren sah.
    “Scheisse..“, flüsterte ich und drehte mich um, sodass ich auf unser Haus blicken konnte.
    “Was hast du denn ?“, fragte Tanja mich und folgte meinem irritierten Blick.
    Bianca.
    “Was will die bei mir zu Hause ?“, murmelte ich.
    “Keine Ahnung..“
    Tanja zuckte mit den Schultern und drehte sich wieder nach vorne.
    Auch ich hatte keine Lust mehr mir weiter Gedanken über sie zu machen, denn sie war die letzte Person, die mir noch wichtig in meinem Leben war...


    89.

    Alles zog an uns vorbei, als würde die Zeit stehen bleiben und als würde die Welt aufhören sich zu drehen..
    Ich lehnte mein Kopf an die kalte Glasscheibe und durch mein Atem bildete sich ein leichter Nebel, der alles bedeckte.
    Ich malte mit einem Finger ein kleines Herz auf das Fenster ..

    Tanja beobachtete mich und seufzte leise.
    Ich spürte, wie ihre Blicke auf mir ruhten, doch ich war in meiner eigenen kleinen Welt versunken..

    Geistesabwesend schrieb ich mit dem Finger ein kleines B in die Mitte des Herzens, schluckte den Kloß in meinem Hals hinunter und starrte nach draußen.
    Was er jetzt wohl macht ?
    Wie ein kleiner Dolch durchbohrte dieser Gedankengang meinen zerbrochenen Körper und ich fühlte mich so einsam..
    Alleingelassen.
    Unverstanden.

    In mir wütete ein kalter Krieg.
    Ohne Ende.
    Und ohne jegliche Erklärung, warum er begonnen wurde.
    Niemand wusste genau warum er ausbrach, doch alle zogen in die Schlacht um zu beweisen, dass sie der Stärkere sind.

    Als der Bus anhielt und Tanja aufstand blickte ich noch ein letztes Mal auf die beschlagene Glasscheibe...
    Mit zitternden Fingern strich ich eine Linie durch das Herz.
    Für immer verloren ..

    Ein neues Kapitel in meinem Leben ?
    Konnte ich endlich einen Schlussstrich ziehen und neu beginnen ?
    Game Over.
    Play again ?

    Ich sah in das traurige Gesicht von Tanja und nickte kurz.
    Ja.. endlich war ich bereit dafür ..

    Ein Wassertropfen perlte die Glasscheibe hinunter.
    Rote Tränen..

    Die Luft war kalt und der Wind blies mir durch die Haare.
    Trug meinen Seelenschmerz in die Unendlichkeit <3

    ..und ich wollte noch Abschied nehmen..

    Zurück ließ ich ein blutendes Herz, dass aus voller Kraft nach Liebe schrie.
    Doch ich hörte es nicht ..
    Wollte es nicht hören..
    Es sollte leiden.. genauso wie meins, dass unter dem ständigen Schmerz zerissen wurde..

    Langsam gingen wir auf die hell erleuchteten Gassen zu, die sich durch die gesamte Stadt zogen.
    Für einen Moment vergaß ich, wie die Welt wirklich aussah, vergaß all die Rätsel, die ich in meinem Leben lösen musste.
    Vergaß das fehlende Puzzelstück, dass meins vollständig machen würde..

    I was just hanging around
    Thinking ´bout at all
    Trying so hard to forget
    That even brighter days are so sad since you left

    Die Zeit mit Tanja lenkte mich einfach von all dem ab, was ich hinter mir gelassen hatte.
    All das, was ich verloren hatte..
    Im Tiefen Untergrund, der kein Ende nimmt..

    Ther are enough people to see
    Look, everyone´s staring at me
    But nothing can make me forget
    That even brighter Days are so sad since you left

    Wenn ich ehrlich war, fühlte ich mich nicht wohl in meiner Haut.
    All das, was ich sah, waren die Blicke der anderen, die mich zu durchbohren schienen.
    Am liebsten wäre ich geflüchtet, aus den unsichtbaren Mauern aus dünnem Glas.
    Doch es gibt kein entkommen..
    Es heißt, man muss der Vergangenheit ins Auge blicken...

    But if nothing´s gonna change..

    Langsam näherten wir uns der Gegenwart.
    Mit kurzen, federnden Schritten..
    Mein Herz blieb stehen und meine Augen entziehen mir die Tränen, die ich doch nicht mehr verschwenden wollte.
    Sie kullerten mir die Wangen hinunter, als ich es sah..
    Es tat so weh..
    Es raubte mir den Atem .. die Stimme..
    Ich spürte einen Arm, der sich fest um mich legte und mich an sich drückte..



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 04.01.2006, 21:45


    90.

    Gebannt starrte ich geradeaus.
    Ich schluckte schwer und wollte weitergehen, doch etwas hielt mich fest.
    Die Neugier, die in mir brodelte.

    Und wenn du nicht mehr staunen kannst, tust du mir Leid.
    Dann hast du keine Chance mehr.

    Ich fühlte mich leer.
    Einfach einsam.
    Wie sollte ich damit umgehen ?
    Sollte ich wirklich diesen Schritt wagen und dort hin gehen ?

    Und wenn du nichts mehr fühlen kannst ist es vorbei.
    Dann bleibst du ewig leer.

    Fragend blickte ich zu Tanja.
    Ein leichtes Lächeln huschte ihr über die Lippen, das sie jedoch mit einem leichten Biss darauf verschwinden ließ.
    “Willst du dahin.. ?“, flüsterte sie und hielt mich fest im Arm.
    Ich schüttelte mit dem Kopf.

    Warum belügst du dich?
    Du willst es doch !

    Innerlich schrie mein Herz danach, doch mein Kopf dachte optimistisch.
    Nach langer Zeit.
    Ich würde dem Schmerz nicht standhalten..

    Und wenn du nicht vergeben kannst, vergibst du viel.
    Ist denn deine Weste rein ?

    Ich musste es einsehen,..
    Es hatte einfach keinen Sinn !

    Ich schaute auf den kalten Steinboden.
    Unter mir.
    Alles kalt.
    Eisig.
    Ich erfriere.
    Innerlich.

    Wenn du so weiter leben kannst, erlebst du´s nie !
    Dein eigenes Seelenheil.

    Ich entriss mich aus ihrer Wärme und drehte mich weg.
    Wollte rennen – doch ich blieb stehen.
    Wollte schreien – doch ich verstummte.

    Das Kind, dass in dir schläft – weck es auf.
    Das Kind, das in dir schläft – bring es raus.

    Ein letztes Mal drehte ich mich um.
    Blickte auf das Plakat und meine Augen fingen an zu glitzern.
    Sie weinten.
    Schrieen vor Schmerz.
    Ein kurzer Augenblick.

    13.09.2005
    Tokio Hotel
    Schrei – Tour
    Hamburg


    ... Der letzte Tag ...

    91.

    Tanja wandte sich auch ab.
    Kam mir hinterher.
    Mit langsamen Schritten.

    Das Pochen in meinem Körper verdoppelte sich.
    Meine Knie wurden immer weicher.
    Mein Magen krampfte sich zusammen, als würde er mich zerstören wollen.
    Um mich herum drehte sich alles.
    Wie in einer Achterbahn.

    Geschockt hielt ich mir die Hand vor den Mund.
    Was passierte hier nur ?

    Schreiend sackte ich auf den Boden und stütze meine Hände auf den Asphalt.
    Er schien unter mir zu verschwinden.
    Ich fiel in ein tiefes Loch.
    Voller Erinnerungen..

    Ich hörte nur leise die Stimmen, die auf mich einredeten.
    Alles wirkte so unreal.

    ..die Wärme trägt uns bis in die Unendlichkeit <3..

    Als ich meine Augen öffnete blickte ich in völlig fremde Gesichter.
    Ich blickte verwirrt durch die Gegend.
    Wo war ich ?

    Der Boden war kalt und hart.
    “Jessi ? .. Hey..“
    Tanja berührte meine Wange und ich kam wieder zu Bewusstsein.
    “Was istn los.. ?“, keuchte ich und setzte mich aufrecht hin.
    “Du bist einfach so umgekippt... sagmal hast du in letzter Zeit überhaupt was gegessen ?“
    Ich blickte starr geradeaus und schüttelte mit dem Kopf.

    “Komm erstmal hoch ..“
    Sie reichte mir ihre Hand und zog mich nach oben.
    Meine Knie fühlten sich immer noch so an, als würden sie in der Mitte durchbrechen, doch ich versuchte mich aufrecht zu erhalten.
    “Ihr fahrt besser ins Krankenhaus..“, hörte ich eine unbekannte Stimme sagen.
    Ich schüttelte mit dem Kopf und lächelte verzerrt :“Nein danke.. es geht schon..“

    Mit diesen Worten drehte ich mich um und zog Tanja hinter mir her.
    “Ich mach mir voll Sorgen um dich und du tust so, als wäre das alles nicht so schlimm..“, murmelte sie und blieb abrupt stehen.
    "Es ist alles okay...", beteuerte ich und ging weiter geradeaus,"ich will heim.."

    Schweigend gingen wir zurück zur Bushaltestelle und setzten uns auf die alte, morsche Bank.
    Es fing wieder an zu regnen, so wie eigentlich die letzten Tage auch im September.
    Ich zog mir meinen Jackenkragen weiter nach oben und steckte meine Hände in meine Taschen.

    Ich verstand nicht, warum ich einfach umgekippt war : Es war doch alles in Ordnung ?
    Und.. ich hatte einfach keinen Hunger..
    Ich hätte es mir ja schlecht runterwürgen können.

    "Du .. ?", sagte Tanja leise und blickte mich aus dem Augenwinkel an.
    "Ja .. "
    "Ach nichts ..schon okay..", räusperte sie sich und drehte ihren Kopf zur Seite.
    Fragend zog ich eine Augenbraue nach oben und schüttelte mit dem Kopf.


    Als wir endlich zu Hause waren sackte ich auf mein Bett und schloss die Augen ..
    Tanja stand im Türrahmen, legte eine CD in den Cd-player ein, drückte auf PLAY und veließ das Zimmer mit den Worten :"Lerne dich wieder zu lieben.."

    Schwach erhob ich meinen Kopf und sah wie sie verschwand.
    Ließ mich allein.

    Leise ertönte eine Melodie.
    Eine vertraute Melodie...

    Mit Tränen in den Augen schlief ich ein.
    Lies die Tropfen auf meinem Kissen sterben..

    "..komm und rette mich.. ich verbrenne innerlich.."

    92.

    Frag' nicht nach morgen,
    denn er bleibt dir verborgen.
    Frag' nicht was gestern war...

    Immer wieder träumte ich den selben Traum.
    Albtraum.

    Schweissnass wachte ich auf und setzte mich aufrecht hin.
    Tränen rollten mir über die Wange und ich wischte sie mit meinen Fingern weg.
    Unregelmäßig zuckte ich zusammen.

    "...Plötzlich drehte er sich weg und nahm die Hand einer hellblonden Person.
    Nur schwer konnte ich erkennen, wer sie war.
    Doch je näher ich den beiden kam, desto deutlicher wurde es..
    BIANCA!..."

    Wir zieh'n unsre Kreise
    auf unserer Reise.
    Wo eben noch Sonne war...

    Mit meinen Fingern fuhr ich mir durch die Haare und dachte nach.
    Einerseits hatte ich Tanja angelogen, dass ich nicht zum Konzert gehen wollte.
    Doch ..
    Nein.
    Es war einfach nicht möglich..

    Völlig verschlafen verließ ich mein Zimmer und öffnete die Eingangstür.
    Draußen war es stockduster und ein eisiger Wind wehte durch die Nacht.
    Ich kreuzte meine Hände vor meinem Oberkörper und rannte nach draußen..

    Immer weiter..

    Wir verlier'n uns im Regen
    auf endlosen Wegen.
    Warum laesst du mich im Stich?

    ..und weiter..

    Wir zieh'n immer weiter,
    denn wir sind Schattenreiter
    auf unserem Weg ins Licht.

    Die Regentropfen fielen mir ins Gesicht.
    Kullerten wie Tränen über meine Wangen..

    Als der Wind an mir vorbeizog bekam ich Gänsehaut.
    Ich fing an zu zittern und lief immer weiter durch den Wald.
    Ohne Ziel..

    Einfach weg aus diesen unsichtbaren Wänden..

    Wir ertrinken zu zweit
    in unseren Worten.
    Wir ertrinken zu zweit
    in Einsamkeit.

    Das Mondlicht glitzerte auf der Oberfläche des abgelegenen Sees und ich setzte mich auf eine kleine Bank.
    Ich blickte in den Himmel und sah die glitzernden Sterne, die mir den Weg leuchteten.
    Den Weg zurück in sein Herz..

    Ich zog meine Knie nah an meinen Körper und stütze meinen Kopf auf meine Beine.
    Meine Lippen liefen blau an und ich zitterte.
    Ich war mit meinen Gedanken völlig überfordert.
    Wusste nicht mehr wohin..fand einfach keinen Ausweg.. !


    ..man sollte die Zeit einfach geniessen.. die kleinen Augenblicke.. denn es ist viel zu schnell vorbei..


    93.


    Zitternd ging ich zurück und blickte noch einmal in die sternenklare Nacht, bevor ich das Haus betrat.
    Gähnend tappste ich in mein Zimmer zurück und legte mich in mein Bett.
    Starr blickte ich an die Decke und atmete tief ein.
    In meinem Bauch wütete ein ungutes Gefühl, denn es waren nur noch drei Tage, bis Tokio Hotel ein Konzert in Hamburg geben würden.
    Drei verdammte Tage.

    Wie von einem Blitz getroffen fuhr ich hoch und saß kerzengerade in meinem Bett : Nur noch drei Tage bis.. bis zu Tanjas Geburtstag.
    Seufzend ließ ich mich zurück fallen und faltete die Hände auf meinem Bauch.
    Ich hatte nicht einen Gedanken an ihr Geburtstagsgeschenk verschwendet.
    Was sollte ich ihr nur schenken ?

    Mein letzter Blick fiel auf den Wecker, der auf meinem kleinen Nachttisch stand : 06.40h
    War ich wirklich so lange draußen ?

    In zwei Tagen müsste ich wieder zur Schule gehen und nur bei dem Gedanken daran holte ich tief Luft.
    Aber ein gutes hatte es : Ich könnte Bianca fragen, warum sie neulich bei mir vor der Haustür stand !

    Meine Augen wurden immer schwerer und ich fing an zu träumen ..



    "Austehen !!! Los komm !"

    ..

    "Jessica ! Steh auf verdammt !"

    ..

    "JESSICA!"

    Geschockt riss ich die Augen auf und sah wie meine Mutter die Jalousien nach oben zog.
    Die Sonne schien mir mitten ins Gesicht und genervt zog ich mir die Bettdecke über den Kopf .
    "Lass mich..", grummelte ich völlig übermüdet und drehte ich mit dem Gesicht zur Wand.
    Ich spürte, wie sie verzweifelt versuchte mir meine Decke wegzureissen und ich krallte mich in das Laken :"MAMA! Lass mich in Ruhe !"
    Sie redete unaufhaltsam auf mich ein und hatte es endlich geschafft : Meine Decke hielt sich in einer Sieger ähnlichen Pose in den Händen und verließ das Zimmer.
    Schreinend lag ich zusammengekauert in meinem Bett und fing an zu zittern.
    Wozu wurden eigentlich Heizungen erfunden, wenn sie ANDAUERND von irgendwem runtergedreht werden ?!

    'Wie spät ist es eigentlich ?', fragte ich mich und drehte mich um.
    SCHOCK.
    "MAMAAAAAAAAAAAAAAAA", brüllte ich und stampfte gereizt aus meinem Zimmer, "hast du vielleicht EINMAL auf die Uhr geguckt ? Wir haben 8 Uhr und du jagst mich aus meinem Bett ? Ich hab nur knapp eine Stunde geschlafen !"
    "Was kann ich dafür, wenn du nachts noch rumgeisterst ?", grinste sie und setzte sich auf die Couch.

    Genervt ließ ich mich neben sie auf das Sofa fallen und verschränkte die Arme vor meinem Oberkörper : "Super.. und was soll ich jetzt hier?"
    "Du musst nicht den ganzen Tag verpennen oder ? Außerdem kommen heute Gitti und Paddy zu uns.." [Anmerkung : Meine Tante & mein Cousin ^^]
    "Aber doch nicht morgens..", jammerte ich und zog meine Knie an meinen Körper.
    "Nö, aber du musst ja eh noch dein Zimmer aufräumen..", zischte sie zurück und beobachtete mich aus dem Augenwinkel.
    "Boah du kannst mich mal..", fauchte ich, stand auf und ging zurück in mein Bett..

    Seufzend nahm ich meine Wolldecke und legte mich hin.
    Verzweifelt kugelte ich mich hin und her.
    Von einer Seite auf die nächste.
    Immer wieder starrte ich auf die Uhr und ein lauter Seufzer machte sich bemerkbar.

    "Super, jetzt kann ich noch nicht einmal mehr einschlafen ", murmelte ich leise und setzte mich hin.
    Starr blickte ich in den Spiegel.
    Blickte in meine leeren Augen.
    Was war bloß aus mir geworden ?

    In den letzten Tagen hatte ich mindestens 6 Kilo abgenommen und ließ mich komplett gehen.
    Meine dunklen Haare hingen schlapp an den Seiten runter und ein paar Strähnen vielen mir ins Gesicht.
    Warum ? Nur wegen irgend so einem Kerl ?
    Doch leider war Bill für mich nicht nur irgendjemand..

    Ich strich mir mit der Hand über die Wange und fühlte eine nasse Träne, die mir aus dem Auge entfloh.
    Hatte ich etwa geweint ?
    Doch warum fühlte ich es nicht ?
    Mein Herz fing an zu pochen und ich wischte mir mir dem Finger über die Augenlider.
    Ich hatte es tatsächlich nicht gemerkt..

    Fest entschlossen kniete ich mich vor mein Bett und holte eine kleine Schachtel hervor - verziert mit lauter kleiner Bilder.
    Mit zitternden Händen nahm ich den Deckel ab und durchwühlte die Zettel, die ich gesammelt hatte.
    Briefe und Bilder, die mein Leben verändert hatten..

    Mein Pulsschlag verdoppelte sich, als ich einen kleinen Zettel auseinander faltete.
    Er roch nach Rosen, genauso wie die vertrocknete Blume in meinen Händen ..

    Na mein Engel ?
    Es tut mir Leid, dass du ohne mich die Augen öffnen musstest.. aber wir mussten kurzfristig ins Studio.
    Wir sehen uns heute Abend okay ?
    Halt das Bett für mich warm..
    Ich liebe dich !

    Eine Träne tropfte auf das Blatt und ließ die Tinte verschwimmen.
    War es.. war es meine Träne ?
    Ich drehte mich zum Spiegel und sah wie sie sich ihren Weg suchte.
    Irritiert starrte ich mich an und wendete erst nach kurzen Augenblick meinen Blick ab und zog mich um..

    Fest drückte ich die Rose an meinen Körper und ging mit dem Karton aus meinem Zimmer.
    Ich kramte in der Küchenschublade nach einem kleinen Gegenstand und verließ danach das Haus...

    Alles war still.
    Ich hörte, wie mein Herz flatterte, doch ich musste diesen Schritt tun.
    Ich musste abschliessen .. mit der Vergangenheit !

    Immer weiter ging ich die Straße entlang, pflückte die Blüten von der Rose und ließ sie einsam auf den Boden sinken.
    Plötzlich fing ich an zu rennen - wie von Fäden gesteuert.

    Als ich bei meiner Bank ankam setzte ich mich hin und starrte, wie schon vor ein paar Stunden, auf den ruhigen See.
    Das war der richtige Ort um Abschied zu nehmen .. !

    94.

    (Hui ^^.. jezz kommt ein ziemlich langer Teil, bestehend aus Sätzen oder Briefen, die schonmal in der Story vorgekommen sind.. aber : Sie sind sehr wichtig, für den kompletten Sinn .. Also : Die Sätze sind alle kursiv geschrieben :'] .. sou viel spaß ^^)

    Ich legte die Schachtel auf meine Oberschenkel und nahm jeden einzelnen Brief noch einmal in meine Hände.
    Mit Tränen in den Augen las ich mir jede Zeilen durch.
    Mein Herz pochte langsamer, denn ich musste mich damit abfinden : Es war vorbei !
    Entgültig.
    Es gab keinen Weg zurück.
    Keine Bahn führte mich zurück in die Vergangenheit ..
    So schön es auch war !

    Ich holte mein Feuerzeug aus der Tasche und hielt es an das zerknitterte Blatt Papier.
    Das Feuer loderte in meinen Augen und ich starrte auf die Flammen.
    Mit Tränen zündete ich die Schachtel an und ließ somit alles verschwinden..
    Doch was blieb waren die Erinnerungen .. !


    "Warum bist du hier ?",fragte ich.
    "Ich hab es ohne dich einfach nicht mehr ausgehalten und morgen hast du doch deinen großen Tag ! Da kann ich dich nicht alleine lassen."

    Meine Seele,
    war schwarz und völlig zerissen,
    doch du hast mir geholfen mich wiederzufinden.

    Die Erinnerung ist alles was mir bleibt...
    Eine Erinnerung an die schönste Zeit...
    Wenn starke Gefühle auseinander geh´n...
    Kann ich das Leben nicht mehr versteh´n...

    "Du bist wunderschön..",hauchte er mir ins Ohr, doch wir wurden von einem energischen Klopfen gestört.
    "Madame ? Bist du fertisch ? Wir müssen anfangen!"

    Wie auf Wolken
    bewege ich mich fort.

    Der Bus rollte los und ich ging noch ein paar Schritte mit.
    Ein letzter Faustschlag gegen die Scheibe.
    “Ich liebe dich !“, formte ich mit meinen Lippen und bliebt stehen.

    Wie in Zeitlupe bewegte sich alles um mich herum und ich hörte ein leises Rauschen in meinen Ohren.
    Ein Schlag.
    Blut.
    Stille.

    “Sie sind psychisch krank.“

    Hey mein kleiner Engel.

    Ich habe immer versucht, dir meine Gefühle zu erklären und dir zu zeigen
    Wie wichtig du mir eigentlich bist.
    Du schenkst mir so viel Liebe und ich
    Hoffe, ich kann dich so lieben, wie du es tust!
    Ich weiß, dass du stark genug bist,
    das alles hier durchzustehen !
    Denn du musst nur fest an dich glauben.
    Hast du nicht einmal gesagt, dass Engel fliegen können ?
    Für mich bist DU ein Engel, der immer bei mir ist.
    Seitdem ich dich kenne, hat das Leben für mich einen Sinn und ich weiß
    Nicht, wie ich die Tage ohne dich schaffen soll.
    Du bist der Grund warum ich lebe!


    Ich Liebe dich

    Bill

    “Wach auf!! Wach auf! Hörst du mich ?“, schrie ich und rüttelte an ihrem leblosen Körper.
    Übersäht von tiefen Narben am ganzen Körper.
    Das Blut sickerte noch aus den letzten Wunden.

    Eine neue Nachricht.
    Absender :+495621256311

    “Treffen uns um 20:00Uhr im Alster Hotel. Bis dann.”

    ”Engel.. ich weiß nicht, wie ich dir beweisen kann, dass ich dich unendlich liebe.. Seitdem ich dich getroffen habe, hat sich mein Leben verändert und seit langem bin ich endlich wieder glücklich. Wir haben in so kurzer Zeit sehr viel durchgemacht und ich bin froh, dass ich dich endlich wieder bei mir haben kann..”

    Schreind und mit ausgebreiteten Armen liefen wir durch den warmen Regen.
    Ich bliebt stehen und genoss die Erfrischung auf meiner Haut.
    ”Du bist verrückt..”, lachte Bill, nahm mich in den Arm und schleuderte mich herum.
    Kichernd umschlang ich seinen Hals und wir küssten uns im Regen.

    Vorsichtig hob ich den Arm und legte meine Hand gegen seine.
    Nur ein paar Zentimeter trennten uns.. Zentimeter aus Glas..

    Zusammen gingen wir auf den dunklen Tourbus zu und nahm Abschied.
    Die Tür schloss sich vor meinen Augen und ich legte seine Finger auf die Fensterscheibe, suchte mir einen Regentropfen und fuhr seine Spur mit dem Zeigefinger nach.

    ”Was ist dir wichtiger ?Bill, wir alle haben eine Abmachung getroffen, bevor du sie kennengelernt hast..Es war euch von Anfang an klar.. Entweder alle.. oder keiner..Du musst sie vergessen ! Es war immer dein Traum oder nicht ? EUER Traum..Du zerstörst damit die anderen..”

    “..ich weiß nicht wie ich anfangen soll. Weißt du noch, wo wir uns geschworen haben, dass wir uns niemals verlieren wollen ? Dass wir ewig zusammen bleiben wollen ..? Wo wir uns das erste Mal geküsst haben und du mir gesagt hast, dass du mich liebst ? Oder kannst du dich noch an unsere erste Nacht erinnern ? Es war so wunderschön.. Ich fühlte mich seit langem richtig geborgen.. Und du weißt, dass du meine große Liebe bist..“

    Geschockt blickte ich in den Himmel und Tränen kullerten mir über die Wangen.
    Kein einziges Wort brachte ich heraus und dabei hatte ich doch so viele Fragen..

    “.. aber all das wird nicht mehr passieren.. Es wird kein WIR mehr geben Engel.. es tut mir so Leid ..Ich wollte dir nie gegenüber stehen und dir diese Worte ins Gesicht sagen.., doch wenn ich ehrlich bin, würde ich am liebsten jetzt bei dir sein und dir sagen wie Leid es mir tut.. Ich will noch einmal deine Nähe spüren, dir noch ein letztes Mal in die Augen sehen, doch all das würde es nur noch viel schlimmer machen, als es schon ist, verstehst du ? Es gibt keinen anderen Ausweg für uns.. es ist das Beste.. für uns beide..Aber eins sollst du wissen : ich liebe dich..“

    Sehnsüchtig setzte ich die Klinge auf mein Handgelenk und drückte sie mit aller Kraft in meine Haut.
    Es fühlte sich so befreiend an..
    Immer und immer wieder schnitt ich mir neue Wunden in den Arm und das Blut rannte in Strömen aus meinen Adern.
    Es tat so gut..

    Je höher die Engel fliegen, desto tiefer fallen sie <3

    “Bravo recherchierte in der Vergangenheit der Jungs“

    Geistesabwesend schrieb ich mit dem Finger ein kleines B in die Mitte des Herzens, schluckte den Kloß in meinem Hals hinunter und starrte nach draußen.

    13.09.2005
    Tokio Hotel
    Schrei – Tour
    Hamburg

    ...


    All diese Gedanken sollten endlich verschwinden .. ich wollte sie nicht mehr mit mir tragen.
    Doch es war einfach unmöglich.
    Weinend saß ich vor einem Haufen Asche und hielt die dunkelrote Rose in meinen Händen.
    Nur noch eine Blüte hing an ihr und schluchzend pflückte ich sie ab.
    Mit weichen Knien stand ich auf, blickte auf den See und schmiss die Blüte ins Wasser..

    War ich wirklich drüber hinweg ?
    Würde jetzt endlich alles anders werden .. ?
    Ich wollte wieder anfangen zu leben .. endlich .. nach so langer Zeit .



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    Bollemütze - 05.01.2006, 13:44


    AAAAhhh...wir sind doch schon so weit ^^
    WUnderbar....das heißt für mcih....NICHT MEHR LANGE WARTEN....hrhrhrhrh :)



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    BlackFrozenRose - 07.01.2006, 06:31


    ok du hast es geschafft ich sitze hier und heule also schreib weiter und bereite meinem leiden ein ende



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    tokio-hotel.ff-fan - 07.01.2006, 17:02


    BlackFrozenRose hat folgendes geschrieben: ok du hast es geschafft ich sitze hier und heule also schreib weiter und bereite meinem leiden ein ende

    ich schließ mich da nur an!
    Ich hatte die story im FC schonma gelesen, aber dann irgendwie verloren! und jetz hab ich sie wieder *freu*

    die is so der hammer! ich hab richtig mit gefühlt...

    hoffe es geht schnell weiter

    Lg



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    LiL´Babe - 07.01.2006, 17:27


    Oiii ich freu mich echt,dass ihr die gelesen habt =D *dickes Grinsen*

    Ähm weiter gehts wie gesagt bei :"Je höher Engel fliegen, desto tiefer fallen sie <3" ..

    Freu mich echt XD *abknutsch*
    Naja ich hopps schnell unter die Dusche & dann gibts dort nen neuen Teil <3



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    Anonymous - 01.02.2006, 17:57


    Jessiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii *schrei* xD

    Ich habs getan. Okay, nich das was jetz vielleicht ein paar denken könnten. *lol* *mich für zweideutigkeit schlag* Juchuu, ich bin ein Genie. *rumhops wie Keks mit Sprungfedern*

    Man, ich kanns net fassen ey. Ich bin so genial. *mir auf schulter klopp* Ich habs gelesen. Ja, richtig. Ich hab mich hier durchgewühlt und hab Teil 1 fertig. Man, ich bin ja so stolz auf mich. *gelesen hab wie blöd*

    Ich hab dazu voll die vielen Tage gebraucht. Mindestens drei. *voll lahm im Lesen sei* Aber jetz hab ichs ja zumindest mal bis hier hin geschafft ey. Jetz muss ich mir dann nur noch Teil 2 vornehmen. xD Muss ich in den nächsten Tagen dann mal in Angriff nehmen. *rüstung überstülpt und in FFLesung zieh* *lol*

    Man, laber bzw. schreib ich wieder einen Schrott. xD Aber ich freu mich halt so, dass ich es geschafft hab, die FF zu lesen. Jaha *auf und abhops und in Hände klatsch* Is, das toll ey. Darauf hab ich schon so lange gewartet. *eroberungs Fähnchen in Thread aufstell* Hiermit nenne ich diesen Thread. Ähhh Eroberungsthread meiner Großartigkeit. *lol* Nee Spaß. xD

    Mist, jetz hab ich vergessen was ich schreiben wollt. Das gibts doch net. Dabei hat ich grad voll die Erleuchtung. Ich hab mich so mit der Taschenlampe beleuchtet und so hat ich die erleuchtende Erleuchtung. :lol: *zu killer püppy mutier* Muhahaha. Oder, nee verschieben wir das auf später. *unter jessis Bett versteck, und heut nacht wieder hervorkomm* Jo, also weiter. Hoppe Hoppe Reiter. *dumme reime mach* lol.

    Ach ja, da kommt mir was. Ich muss ja noch nen Kommi schreiben. So nen Kommenden Kommi, der kommend kommt. xD Bah, ich verwirr mich grad mal wieder voll selber. Doch was solls. Tu ich ja eh immer. also nix neues. Man, mir is eben grad mal so aufgefallen, das ich vol oft "xD" verwendet hab.

    Seit wann bin ich eigentlich so süchtig danach? Früher hab ich das nich ein einziges mal verwendet. Und seit anfang diesen Jahres bin ich irgendwie voll davon besessen. Ahh, ich glaub ich wurd verflucht oder verzaubert oder sowas. o.O Gib mir Kuss und dann werd ich ein Frosch, äh ich mein Prinz. *lol*

    Hmpf, ich glaub ich sollt mich echt mal dem Kommentar widmen, sonst komm ich vielleicht noch auf die Idee, noch mehr sinnloses Zeugs zusammen zu basteln. Glaub mich, ich könnt hier noch ewig weiter schreiben *lol*^^

    Okay, fang ich mal an. Heyyyy Heyy. xD Dann wolln wir mal. *hehe* Bah, ich vertipp mich dauernd voll, auf der dummen Tastatur hier *verklag*


    Gut, jetz aber mal zu meinem Kommentar.
    *trommelwirbel*

    12345 *zähl*

    Ich bin sprachlos. So sprachlos, dass ich schon wieder unsprachlos bin, was bedeutet das ich vor Sprachlosigkeit, doch noch sprachig bin, was wiederrum heißt, dass ich meinen Kommentar gleich noch fortführen kann. o.O

    Man, man man. *immer noch nach Worten such, die meine Beigeisterung für diese Story auch nur annähernd ausdrücken können. Dein Schreibstil is einfach genial. So mitreissend und zugelich auch noch so derbst gefühlvoll. Das man an manchen Stellen echt mal ein Taschentuch gebraucht hat. Echt mal, du kannst so ausdrucksvoll schreiben.

    Und deine Wortwahl is auch eins a. Man, ich bin überwältigt. Du hast es echt geschafft mich von deinem Talent zu überzeugen. Du hast so derbst mitreissend geschrieben, dass man sich irgendwie nicht mehr losreissen konnte. Echt.

    Ich weiß schon gar nicht mehr was ich sagen soll ey. Einfach ausgezeichnet. Du hast, die Handlung und einfach alles so genial umgesetzt, dass mir echt nichts mehr dazu einfällt. Ganz großes Kino xD

    *auf alle Fälle bei Teil zwei weiterlesen werd*



    Re: Eine kleine Story aus meinem echten Leben (Teil1)

    Vanilla Pudding <3 - 16.03.2006, 19:34


    Wow, diese Geschichte ist warscheinlich so alt, das sie die letzte Seite von PG-16 ziert, aber sie ist geil <3 ... das muss ich dir lassen. Wie du die Gefühle beschrieben hast, es ist super - Einfach geil. Nur, alle Texte hättest du kursiv machen, sollen - hast du aber nicht.
    Ich werde die Fortsetzung jetzt anfangen zu lesen, und bald dazu auch ein Kommentar abgeben, denn so etwas, wie deine Story, hat es verdient, gelesen zu werden.
    Tschüssi, VP <3



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