Barockreiterei Info

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    Re: Barockreiterei Info

    Dani - 18.10.2007, 15:39

    Barockreiterei Info
    Barockes Reiten
    Im Barock endete die Zeit der Reiterei im Nahkampf zu Pferde. Fürsten und Könige zogen sich vom Schlachtfeld zurück. Reiten wurde zur Kunst. Man brillierte zu Pferde und stellte sich dar .Die eigentliche Freizeitreiterei begann. In dieser Zeit spiegelte sich in der Kunst das Konkrete und Klassische wieder. Die Kunst hatte einen Bezug zur Wirklichkeit, die sich in Schönheit und Ordnung der Natur äußerte, bestimmt von den Gesetzen des Gleichgewichts und des Lichts. Es herrschte Logik und Symmetrie. Später im Klassizismus bestimmt die Kunst Chaos, Verwirrung und Dunkelheit. Wie man das Gefühl hat, dass moderne Gemälde, Möbel oder Architektur mit der Zeit unansehnlich werden, wirken klassische Werke jedoch schöner und wertvoller. So soll es auch in der Reitkunst sein. Das Pferd soll durch das Gerittenwerden schöner und anmutiger werden. Die Kunst des Schulreitens erreichte ihren Höhepunkt unter Ludwig dem XIIII am Hof von Versailles in Frankreich. Bis zum Zerfall des alten Europa durch die napoleonischen Kriege in Italien, Portugal, Frankreich, Preußen, Österreich, Böhmen, Dänemark, Schweden, Spanien, Holland usw. spielte das Reiten in einer Halle oder Bahn eine wesentliche Rolle im Leben bei Hofe. Reitmeister ,die im Dienste des Königs oder anderem Monarchen standen, wurden durchaus als Künstler anerkannt. Sie dienten in gleichem Masse dem Ansehen des Monarchen, wie auch der Hofmaler oder Hofmusikant. Oftmals hatten sie unter allen Bediensteten am Hofe den höchsten Rang inne. Viele Begriffe wurden aus dem französischen für bestimmte Lektionen übernommen, die auch heute noch nicht durch andere ersetzt wurden z.B. Piaffe ( in den Hanken gesetztes Pferd, das mit aufgewölbtem Rücken in der Fußfolge des Trabes sich fast auf der Stelle mit leichter Vorwärtstendenz bewegt) oder z.B. Traversale (in Bewegungsrichtung gebogenes Pferd, das mit dem äußeren Hinterfuß unter das Reitergewicht tritt). Viele Lektionen, die uns heute in der Dressurreiterei und der hohen Schule bekannt sind, hatten im Nahkampf zu Pferde den Zweck des Manövrierens. Sämtliche Seitwärtsbewegungen, Pirouetten in verschiedenen Gangarten, Terr a Terr (eine Art Galopp auf der Stelle oder sogar rückwärts) Schulen über der Erde wie Levade, Courbette oder Kapriole (das gezielte Ausschlagen mit beiden Hinterbeinen aus dem Sprung oder im Stand) dienten zur Abwehr oder zum Angriff des Gegners. Die Zügel in der linken Hand, die Waffe in der rechten, das Pferd auf Kandare gezäumt, wurde vor allem durch Schenkelhilfen und Gewichtsverlagerung geritten. Im Barock wurde die Waffe durch eine senkrecht erhobene Naturholzgerte ersetzt. Die Wendigkeit eines Schulpferdes wurde nicht mehr als Kampfmittel eingesetzt. Es verschwand der Selbstzweck. Ästhetische Aspekte gewannen an Bedeutung. Zeit spielte dabei keine Rolle. Den Charme und Ausdruck des Pferdes ,die Geschmeidigkeit und Elegance auf engem Raum galt es zum Ausdruck zu bringen., wobei der Reiter völlig entspannt im Gleichgewicht auf beiden Sitzknochen sitzt, mit lang herunter hängenden Schenkeln, ohne das der Absatz herunter getreten wird. Die Wirbelsäule wird in natürlicher Haltung ausbalanciert. Höchste Versammlungsfähigkeit des Pferdes bei feinster Hilfengebung ohne jeglichen Kraftaufwand des Reiters sind bezeichnend und Inhalt der Lehren bedeutender Reitmeister dieser Zeit z.B. Antoine de Pluvinel, G.S. Winter von Adlersflügel und nicht zu Letzt der wohl prominenteste Ausbilder Francois Robinchon de la Gueriniere. Er gilt als Verkörperung der Reitkunst. Im Vordergrund der Ausbildung des jungen Pferdes stand ,die natürlichen Anlagen zu fördern und es durch gezielte gymnastische Übungen geschmeidig, kräftig und gesund zu halten. Man begann über sanfte Methoden der Ausbildung und über geeignete Ausrüstung des Pferdes nachzudenken. Dies alles erfordert ein Höchstmass an Können des Pferdes und des Reiters, welches nur mit durchdachter und disziplinierter Ausbildung beider Lebewesen annähernd zu erreichen ist. Um die gewünschten Lektionen vom Pferd mit Leichtigkeit und Frische schadlos ausführen zu können ist die Fähigkeit des Reiters gefragt, sein Pferd über Vertrauen Gehorsam und sinnvoller Gymnastik dahin zu führen, es zu formen. Der Reiter ist der Bildhauer an einem lebendigem Kunstwerk. Durch ihn wird es körperlich und geistig geformt. Diesem Ideal streben heute erfreulicherweise immer mehr Freizeitreiter nach. Natürlich ist es vermessen als solcher, welcher vielleicht beruflich bedingt nur unregelmäßig auf sein Pferd steigen kann ,ein solches Maß an Perfektion abzuverlangen. Körperliche und geistige Fähigkeiten sollten unbedingt berücksichtigt werden. Aber schon der Wille, diese Art zu reiten, zu durchdringen und der Versuch sie praktisch umzusetzen und natürliche Grenzen zu akzeptieren, sind ein ganz wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Heute werden die meisten Pferde wieder zum Vergnügen gefüttert, gehalten und genutzt. Warum dann nicht mal bei den alten Meistern abschauen.? Es ist nicht unbedingt nötig ein typisches Barockpferd zu besitzen, um sich in der barocken Reitkunst zu schulen. Ganz wichtig ist ihr bei ihren Seminaren und Ausbildungsstunden, die individuellen Fähigkeiten von Pferd und Reiter zu fördern und auch zu fordern. Der Weg zu einem mit leichter Hand und sensibel zu reitenden Pferd ist wahrlich kein Spaziergang. Viel Verständnis und Durchhaltevermögen, ohne irgendwelches Konkurrenzdenken oder Leistungsdruck ist wichtig bei der Ausbildung des Pferdes, damit der Reiter möglichst lange ein motiviertes und gesundes Pferd für sich bewundern und genießen kann.



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