Angst vor Initiative

Das deutschsprachige Love-shyness Forum
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  • Alle Beiträge und Antworten zu "Angst vor Initiative"

    Re: Angst vor Initiative

    Talon - 07.10.2007, 10:22

    Angst vor Initiative
    Hallo,
    Dann eröffne ich hier mal einen Thread ;)
    Es scheint so zu sein, daß die Angst davor, als Mann Initiative zu zeigen, ein Hauptmerkmal der Love Shyness-Problematik darstellt.
    Dabei würde mich jetzt mal interessieren, was das eigentlich für Ängste sind. Ich könnte mir vorstellen, daß sich die Angst auch aus folgendem zusammensetzt:

    -Angst davor, daß der eigene Wille nicht anerkannt wird.
    -Angst davor, daß bei Ablehnung die eigene Person an Wert verliert bzw. "auseinanderbricht"
    -Angst davor, eigene Bedürfnisse zu äußern
    -Wiedererleben verdrängter traumatischer Situationen mit den Eltern

    Der Knackpunkt ist doch eigentlich der - warum ist die Angst so stark, daß man es nicht einfach darauf ankommen läßt? Bei vielen neuen Dingen im Leben hatte man Angst - beim Laufen und Schwimmen Lernen z.B. Aber viele von uns haben diese und viele andere, ähnliche Ängste überwunden. Also warum können wir nicht aus diesem Erfahrungsschatz schöpfen und dieses innere Wissen auf diese Situation übertragen?

    Viele Grüße



    Re: Angst vor Initiative

    mike - 07.10.2007, 12:48


    Mehr Angst weil 'Erfolg mit Frauen' extrem mit Identität und Selbstwert verbunden ist. Im Gegensatz zu 'Erfolg im Teppichknüpfen'. oder schwimmen. oder laufen.

    'ich trau mich nicht ansprechen' ist leichter zu ertragen als die Gewissheit abgelehnt worden zu sein (im kopf. in der praxis sollte mit den richtigen mindsets die ablehnung viel positiver bewertet werden als das nichts-tun - wenn man das hat ist man aber wohl eh schon gut).

    Angst vor frauen sind nicht ein paar einzelne Ängste. es ist die komplette persönlichkeit, das komplette wie du dein leben lebst. 'normale typen' (immer wieder mal eine freundin nach so ca 1jahr single sein) sprechen normalerweise keine frauen an selber, und auch für coolere typen ist es eine überwindung.



    Re: Angst vor Initiative

    Riemann - 07.10.2007, 14:53


    vielen dank für eure ideen!

    also meine angst bei der annäherung an frauen ist einerseits natürlich die angst vor ablehnung und damit verbundener peinlichkeit und abwertung, andererseits eine irrationale angst vor nähe im allgemeinen, die ich in meiner frühen kindheit antrainiert bekommen habe. :(

    dem beitrag von mike stimme ich vollinhaltlich zu, sehr gut beschrieben!



    Re: Angst vor Initiative

    Talon - 07.10.2007, 17:26


    Hallo,
    finde auch, daß Mike es ganz gut trifft. Die Ideen finden sich ja auch in der PU-Community, wo Leute ja Massen-Approaches machen und zwangsläufig lernen, mit Abweisungen umzugehen. Nur wie kommt man dahin, ein solches Mindset zu haben bzw. es sich zu erarbeiten?
    Man müßte doch erstmal die Erfahrung machen, daß einem bei einer Abweisung nichts schlimmes passieren kann. Naja, das tut es ja eigentlich nie, aber trotzdem tut es zumindest mir unglaublich tief weh wenn ich abgewiesen werden und es belastet mich so sehr, daß ich mich dann irgendwann wieder zurückziehe. Und das, obwohl ich vom Kopf her weiß, daß es ohne Abweisung nicht geht. Die Lösung wäre dann, frei nach David DeAngelo, sich nicht mehr zu fragen, wie ich es schaffe, keine Abweisungen mehr zu kriegen, sondern wie ich ein Mann werde, für den Abweisungen irrelevant sind.

    Auch ist da das Gefühl, nicht gut genug für Frauen zu sein. Obwohl die Mängel, die ich an mir selbst auszusetzen habe, von Freunden oft gar nicht so schlimm gesehen werden wie von mir.

    Viele Grüße



    Re: Angst vor Initiative

    mike - 08.10.2007, 13:43

    Selbstrespekt
    Was mir da spontan zu 'unsicherheit' und 'bin nicht gut genug' einfällt: Selbstrespekt

    Lebe dein Leben so dass du vor dir selber Respekt hast. Selbstrespekt ist ja 'ich bin stolz dass ich so bin wie ich bin, dass ich tue was ich tue, dass ich denke was ich denke'.

    Da geht es um die eigenen Werte. Wenn du 'gut aussehen' und 'erfolgreich mit frauen', 'reich sein', 'selbstbewusstsein' als gute Werte in deinem Kopf hast, und du bist nichts davon, hast du natürlich keinen Selbstrespekt. Nach deinen eigenen werten bist du beschissen.

    Was jetzt nicht mein Lösungsvorschlag ist, dir selber einzureden das was du jetzt denkst, tust oder bist, dass dies super ist. Es ist nämlich vielleicht/wahrscheinlich wirklich beschissen.

    Was mehr mein Ansatz ist der Vorsatz 'Ich lebe mein Leben so dass ich Selbstrespekt vor mir habe, das ist das wichtigste'. Dazu zuerst mal die eigenen Werte analysieren (welche Menschen beeindrucken dich - was sind die Eigenschaften die dich beeindrucken); teilweise auch hinterfragen (willst du wen respecten nur weil er reich, hübsch oder gut mit Frauen ist? Es ist ihm vielleicht in den Schoß gelegt worden). Wann ist ein Mensch wirklich beeindruckend? Was tut er, wie denkt er?

    Arbeite daran dieser Mensch zu werden, immer weiter darauf zu - und du wirst mehr und mehr Selbstrespekt und Selbstsicherheit haben. (natürlich, wenn du wie die Menschen bist die du am meisten respektierst!)

    Haha, ich bin von meinem eigenen Post begeistert :)



    Re: Angst vor Initiative

    Riemann - 10.10.2007, 15:27


    mike hat folgendes geschrieben: Haha, ich bin von meinem eigenen Post begeistert :)
    ich auch. :D

    also von deinem post meine ich natürlich. :wink:



    Re: Angst vor Initiative

    p1nky - 11.10.2007, 02:08


    guter post, allerdings habe ich zumindest unterbewusst extrem hohe ansprüche an mich selbst und halte andere großteils für vollidioten. selten, dass ich vor jemandem wirklich respekt habe. außerdem habe ich eine tiefe abneigung dagegen, irgendwen zu imitieren.

    andererseits gibt's dann aber doch wieder sachen... also zb riemann's enthusiasmus hier ein eigenes forum zu starten finde ich schonmal sehr bewundenswert. ich selbst hätte das gar nicht gestartet, weil alles andere als ein mega-erfolg wär eh schon eine enttäuschung für mich gewesen und den glauben, dass ich einen ausreichend hohen willen habe, soviel energie in das ganze zu stecken, um das ganze zu einem mega-erfolg zu machen hätte ich auch nicht. oder vielleicht hätte ich sogar den willen, aber gleichzeitig die angst, dass die anderen alle zu blöd sind, zu sehen, wie toll mein forum nicht ist (sind ja wie gesagt alles vollidioten, die meine genialität nicht erkennen).



    Re: Angst vor Initiative

    Riemann - 11.10.2007, 05:16


    p1nky hat folgendes geschrieben: guter post, allerdings habe ich zumindest unterbewusst extrem hohe ansprüche an mich selbst und halte andere großteils für vollidioten. selten, dass ich vor jemandem wirklich respekt habe. außerdem habe ich eine tiefe abneigung dagegen, irgendwen zu imitieren.
    hey, genau so geht's mir auch! sind wir vielleicht bei der geburt getrennte zwillinge oder so? :wink:

    p1nky hat folgendes geschrieben: also zb riemann's enthusiasmus hier ein eigenes forum zu starten finde ich schonmal sehr bewundenswert.
    wow, danke! :oops: :D

    p1nky hat folgendes geschrieben: ich selbst hätte das gar nicht gestartet, weil alles andere als ein mega-erfolg wär eh schon eine enttäuschung für mich gewesen und den glauben, dass ich einen ausreichend hohen willen habe, soviel energie in das ganze zu stecken, um das ganze zu einem mega-erfolg zu machen hätte ich auch nicht.
    genau solche ängste habe ich natürlich auch... also, wenn ihr nicht fleissig hier postet, um dieses projekt zu einem erfolg zu machen und mein ego zu füttern, dann werde ich euch ganz gehörig in den arsch treten! :mrgreen:

    p1nky hat folgendes geschrieben: oder vielleicht hätte ich sogar den willen, aber gleichzeitig die angst, dass die anderen alle zu blöd sind, zu sehen, wie toll mein forum nicht ist (sind ja wie gesagt alles vollidioten, die meine genialität nicht erkennen).
    jaja, auch das kommt mir bekannt vor.

    Dein böser Zwilling Riemann. :lol:

    PS: ich habe einen goatee, folglich muss ich der böse von uns beiden sein! :twisted:



    Re: Angst vor Initiative

    Offpeak - 11.10.2007, 09:39


    Riemann hat folgendes geschrieben:
    Dein böser Zwilling Riemann. :lol:

    PS: ich habe einen goatee, folglich muss ich der böse von uns beiden sein! :twisted:

    Garthe?



    Sorry Ich konnte nicht widerstehen! :D



    Re: Angst vor Initiative

    Riemann - 11.10.2007, 16:03


    das von dir verlinkte bild hat nicht funktioniert, Offpeak; deshalb hab' ich's für dich ausgebessert, ich hoffe, das ist in deinem sinne!

    außerdem hast du mir mit deinem post die nötige inspiration für den von dir geforderten "richtig schönen off-topic thread" in der speakers corner / plauderecke gegeben! :D



    Re: Angst vor Initiative

    Talon - 11.10.2007, 18:54


    Hallo P1nky. Hast Du über sowas schonmal im Rahmen einer Therapie geredet? Ich erkenne einiges von dem, was Du schreibst, in einer leicht veränderten Form bei mir wieder.

    Zum Selbstrespekt: In einem Selbstwertgefühl-Programm von Nathaniel Branden kam ein ziemlich guter Aspekt vor: Wenn man Probleme hat und ein niedriges Selbstwertgefühl hat, wird es den Selbstwert SOFORT anheben, wenn man Dinge tut, die langfristig zu einem besseren Leben führen. Ich kann diesen Effekt bei mir oft beobachten, aber sehr oft ist es noch so, daß die alten Teufelskreise mich im Griff haben und dann der gegenteilige Effekt zum Tragen kommt.

    Viele Grüße



    Re: Angst vor Initiative

    p1nky - 11.10.2007, 21:55


    hallo, ja ich rede mit meiner psychotherapeutin dauernd über sowas. oder vielleicht sogar sie mehr mit mir als ich mir ihr...

    mit der sofortigen anhebung des selbstwertgefühls bei umsetzung von dingen, die langfristig zum erfolg führen, kann ich leider überhaupt nichts anfangen.
    wenn bei mir irgendwas nicht sofort zum erfolg führt hau ich gleich den hut drauf, das gibt mir gar nix außer niedergeschlagenheit und zorn - "bringt eh alles nix".
    mit ausnahme der psychotherapie vielleicht, ich sehe da schon ständige fortschritte an mir, insbesondere am anfang hatte ich einige sehr große erfolge. dem ursprünglich auslösenden einzig-und-allein ziel = freundin, bin ich zwar immer noch nicht näher gekommen.

    allerdings hat sich in den letzten beiden jahren schon sehr viel zum positiven gewendet, begleitet von doch auch beruflich recht großem erfolg.

    prinzipiell bin ich denke ich schon immer ein recht guter und umgänglicher mensch, allerdings mit sehr gerigem "polster" - irgendwas was nicht gepasst hat, schon war ich beleidigt, niedergeschlagen, hab nichts mehr geredet, oder gar zornig und wütend. das ist mittlerweile schon sehr viel besser geworden, ich bin da viel schwerer aus dem gleichgewicht zu bringen. auch mit dem bewusstsein, dass diese alten verhaltensweisen überhaupt nichts bringen, sondern alles nur noch schlimmer machen.

    auch das thema freundin ist für mich nicht mehr so dominant wie früher. ich dachte ich brauche nur eine freundin und wenn ich die hätte würde sich mein leben schlagartig zum positiven ändern.
    mittlerweile ist dieser gedanke bei weitem nicht mehr so dominierend. ich habe auch keine so große scheu mehr davor, mit anderen zu reden. über 30 und noch nie eine freundin... ok, hätt besser laufen können aber was soll's, gibt auch schlimmeres und für die vergangenheit kann man sich sowieso nix kaufen.
    ständig hatte ich panische angst, irgendwo könnte ein gespräch auf das thema "frühere beziehungen" oder "das erste mal sex" oder ähnliches kommen - was dann? aber mittlerweile verängstigt mich das alles nicht mehr so sehr. keiner würde mich deshalb etwa in meinem job weniger achten wenn er das wüsste also was soll's.

    im moment hat's mich eh wieder etwas erwischt, selbstverständlich eine idealsituation, arbeitskollegin, die deutlich jünger ist und obendrein einen freund hat... tolle sache, da stehen die chancen natürlich denkbar gut, dass ich mir die nötige sexuelle attraktivität zutraue, eine deutlich jüngere arbeitskollegin ihrem freund auszuspannen. :D



    Re: Angst vor Initiative

    Riemann - 12.10.2007, 06:26


    Talon hat folgendes geschrieben: Zum Selbstrespekt: In einem Selbstwertgefühl-Programm von Nathaniel Branden kam ein ziemlich guter Aspekt vor: Wenn man Probleme hat und ein niedriges Selbstwertgefühl hat, wird es den Selbstwert SOFORT anheben, wenn man Dinge tut, die langfristig zu einem besseren Leben führen. Ich kann diesen Effekt bei mir oft beobachten, aber sehr oft ist es noch so, daß die alten Teufelskreise mich im Griff haben und dann der gegenteilige Effekt zum Tragen kommt.
    ein interessanter ansatz, wie ich finde!

    p1nky hat folgendes geschrieben: im moment hat's mich eh wieder etwas erwischt, selbstverständlich eine idealsituation, arbeitskollegin, die deutlich jünger ist und obendrein einen freund hat... tolle sache, da stehen die chancen natürlich denkbar gut, dass ich mir die nötige sexuelle attraktivität zutraue, eine deutlich jüngere arbeitskollegin ihrem freund auszuspannen. :D
    klingt wirklich nicht so nach dem optimalen zielobjekt... schade!



    Re: Angst vor Initiative

    Ganta - 16.10.2007, 21:00


    Ich geh mal zurück zur ursprünglichen Frage: Angst vor Initiative.

    Wie ich bei mir mit doch etwas Erstaunen festgestellt habe hängt die ganze Sache natürlich auch mit der eigenen mentalen Verfassung zusammen. Es ist nicht so, dass man sich das Ansprechen antrainieren kann, und dann ist und bleibt es so.

    Das Ansprechen von Fremden betreibe ich zeitweise auf Job-Ebene (ca. 2 Jahre) und habe mir da wirklich einiges an- bzw. abtrainiert. Dazu habe ich bereits woanders einiges geschrieben. Aber wenn ich in eine depressive Phase reinkomme, etwas durch äußere Umstände (bei mir schwankt das ohnehin) --- pfffft, alles wie weggeblasen. Als ob ich nie etwas getan hätte in der Richtung, zumindest was den Angstlevel betrifft.

    Zugegeben komme ich schneller wieder rein, wenn es gefordert ist. Unterschätzt aber nie eure lieben Neurotransmitter und was es da alles gibt!



    Re: Angst vor Initiative

    Riemann - 17.10.2007, 01:32


    Ganta hat folgendes geschrieben: Wie ich bei mir mit doch etwas Erstaunen festgestellt habe hängt die ganze Sache natürlich auch mit der eigenen mentalen Verfassung zusammen. Es ist nicht so, dass man sich das Ansprechen antrainieren kann, und dann ist und bleibt es so.
    ich finde die formulierung etwas missverständlich, drum poste ich noch meine sicht der dinge dazu, die sich aber ohnehin mit deiner deckt: selbstverständlich kann man angst vor ansprechen durch training reduzieren (so wie andere ängste auch), aber selbstverständlich bleibt das genaue ausmass der angst abhängig von der tagesverfassung (das ist es aber auch ohne training).



    Re: Angst vor Initiative

    Freiwild - 18.10.2007, 11:11


    Hallo Talon,


    bei diesen Massen-Approaches ist zu fragen, ob sie unabhängig von der jeweiligen Persönlichkeit prinzipiell jedem nützen, oder nur "Normalos", bzw. "Normal-AFCs". Durch Pick-Up haben "normale" Männer die Möglichkeit ihre Chancen bei Frauen (teilweise) drastisch zu erhöhen, bei den (bisher) erfolglosen sieht das meist nicht so rosig aus, unabhängig, wo nun bei ihnen die Gründe liegen. Im Falle von Love-Shys sehe ich die Gefahr, daß sie bei beim "Akkord-Baggern" psychisch schlicht unter den Körben begraben werden und dann nen totalen Rückzieher machen. Ich halte hier eine konsequente und kontinuierliche "Desensibilisierung" doch für geeigneter. Auch die Art des Ansprechens sollte dem Fall angepaßt sein. Was nützt es, wenn jemand, der schon rein "theoretisch" ein Problem mit Nähe und Körperlichkeit hat, bei der "Anmache" gleich sexuell wird*? Er sollte sich zunächst erst mal selbst eingestehen, daß er der jeweiligen Frau gegenüber sexuelles Interesse hat, ohne Schuld und Schamgefühle den eigenen Denk- und Fühlgewohnheiten gegenüber. Dazu gehört es, sich ein für alle mal klar zu machen, daß Sexualität nichts peinliches oder zu tabuisierendes ist. Eine solche Einstellung wird zwar heute als selbstverständlich vorausgesetzt, aber die verdruckste Zotenhaftigkeit und das Geprotze im Zusammenhang mit diesem Thema zeugen für mich auch auf "Normalo"-Seite eher vom Gegenteil. Bei ABs und besonders Leuten mit Love-Shy Symptomatik ist das noch deutlicher zu sehen, wenn auch eher auf "traditionell verklemmte" Weise. Wer es schafft beim Ansprechen von und im Umgang mit (bestimmten) Frauen sein sexuelles Interesse für selbstverständlich und berechtigt zu erachten, der "signalisiert" das auch irgendwann nonverbal nach außen** und wird somit zumindest theoretisch zu einer Option. Erst wenn das geglückt ist, würde ich damit beginnen, ein solches Interesse auch zur Sprache zu bringen.

    Aber zunächst ist es halt unabdingbar, Sexualität von ihrem falschen Sockel zu holen. Aber so, daß sie nicht gleich in der Gosse landet (wie´s leider nur zu häufig passiert). Sex ist im Prinzip nichts anderes, als sonstige Unternehmungen, die man (ohne es irgendwie zum Problem zu machen) zu zweit (oder mehren) tun kann. Das heißt, es befindet sich nicht in einer "anderen Welt" oder ist durch irgend etwas vom Rest getrennt. Es besteht quasi ein kontinuierlicher Übergang zu anderen Aktivitäten.


    Da F neuerdings hier vorbeischaut, will ich noch anmerken, daß ich seinen "AB-Style", also die Eigenschaften, die er ABs zuschreibt (Gelassenheit, Selbstbewußtsein, Wissen in Sachen Paarung und Frauen etc.) als brauchbare Zielgrößen speziell für Love-Shys erachte. Unabhängig davon für wieviele ABs diese gelten, würde mich interessieren, wie man diese Fähigkeiten am besten erlangen kann.


    Mikes Vorschlag mit der Selbst-Entwicklung zum "Selbst-Zweck" ähnelt auch dem, was mir seit einiger Zeit im Kopf rumgeht. Nämlich die Abkehr von "Persönlichkeits-Schnittmustern", die man nur deshalb übernimmt, um bei Frauen zu landen. Gleiches gilt für Anstrengungen aller Art, die mit diesem Ziel zu tun haben. Da kann man eigentlich nur enttäuscht und unglücklich werden, wenn (gemessen an den Hoffnungen und Absichten) das Ergebnis zunächst unbefriedigend erscheint. Kurzum: Mach´s für Dich, aber knie Dich rein. Der "Paarungserfolg" ist "Nebensache".




    * Oft beginnen die Probleme ja damit, jemandem gegenüber überhaupt mal einzugestehen, daß man ihn (im asexuellsten Sinne des Wortes) überhaupt mag. Von den Problemen die Betroffene schon mit banalem Gemocht-Werden fang ich gar nicht erst an.

    **Bis Gestik und Mimik einer veränderten inneren Einstellung folgen kann aber schon ein weilchen vergehen. Besonders wenn sich über Jahre hinweg ein "depressiver Habitus" eingeschliffen hat. Gehen jedoch der oben beschriebene Gesinnungswandel und die Körpersprache Konform, ist der Ausdruck auch frei von verstohler Lüsternheit, die eher abschreckend wirkt.



    Re: Angst vor Initiative

    Riemann - 18.10.2007, 21:42


    Lieber Freiwild,

    Vielen Dank für Dein ausführliches Posting! Ich finde es ganz ausgezeichnet, was Du da geschrieben hast, deshalb bleibt mir auch nicht viel zu sagen, ausser Dir vollinhaltlich Recht zu geben! :wink:

    Liebe Grüße, Riemann.



    Re: Angst vor Initiative

    p1nky - 19.10.2007, 02:28


    Finde den Beitrag von Freiwild auch sehr gut, vor allem den Satz "Wer es schafft beim Ansprechen von und im Umgang mit (bestimmten) Frauen sein sexuelles Interesse für selbstverständlich und berechtigt zu erachten..." würde ich ganz besonders herausstreichen.

    Das ist der Punkt, bei dem es bei mir vielleicht am meisten krankt, ich denke im Gespräch mit Frauen zumindest unterbewusst (wenn nicht sogar bewusst!), dass es mir irgendwie gar nicht zustehen würde, ein sexuelles Interesse zu haben. Weil ich für sie ohnehin uninteressant bin und nur als lästiger Typ, der ihr auf die Nerven geht, erscheine ("was will denn der von mir...? das meint der doch nicht ernst...?" das sind in meinem Kopf immer die Phantasien, was die angesprochene Frau denken könnte).

    Ich denke das hängt sehr stark auch mit dem eigenen Selbstbewusstsein, dem Vertrauen in die eigene sexuelle Attraktivität zusammen.

    Aber auch mit der heutigen Gesellschaft, in der "sexuelle Belästigung" von Frauen durch Männer permanent thematisiert wird und für Männer wie uns Sperren aufbaut, obwohl wir in Wahrheit wohl sehr weit davon entfernt sind, eine Frau tatsächlich zu belästigen.



    Re: Angst vor Initiative

    Ganta - 19.10.2007, 08:29


    Was hier mitspielt ist auf jeden Fall die Angst peinlich oder aufdringlich zu wirken. Aber: Wenn zwei das gleiche tun, ist es nicht dasselbe! Was Sie zb. bei einem eklig findet, ist bei einem anderen wieder charmant. Diese Bewertung ihrerseits findet rückblickend statt, und die Begründung für den Korb ist dann auch nicht sachlich oder unbedingt hilfreich (wer ist beim lästern auch objektiv?).

    Die Lösung liegt nicht in der Methode, dass man etwas bestimmtes nicht sagen oder machen darf. Es ist mehr eine Frage des eigenen Fingespitzengefühls, der Dosierung wieviel Gas man gibt. Vergleichbar wenn man mit einem Auto durch eine enge Kurve fährt: ist man zu schnell haut es einen raus, ist man zu langsam kommt man nicht an. Man muss sich also auf den anderen einstellen und seine Antennen ausfahren. Beherrscht einen dagegen die Angst ist man nur mit sich selber beschäftigt.

    Selbstbewusstes Auftreten ist dabei natürlich eine wichtige Komponente. Oder anders: man darf sich nicht einschüchtern lassen! Und man sollte mit der Einstellung rangehen: "It's no big deal!"

    Deswegen plädiere ich dafür viel zu üben, um eben dieses Feingefühl mehr zu entwickeln. Um das nachzuholen, was andere in ihrer Jugend sich schon nebenher angeeignet haben. Solche Sachen kann man eigentlich so gut wie gar nicht in einem Forum oder Buch erklären, es ist aber immanent wichtig. Bei mir hat sich das auch erst nach einigen hundert geführten Kurzinterviews eingestellt.



    Re: Angst vor Initiative

    Carlo64 - 20.10.2007, 10:51


    Ganta hat folgendes geschrieben: ...Selbstbewusstes Auftreten ist dabei natürlich eine wichtige Komponente. Oder anders: man darf sich nicht einschüchtern lassen! Und man sollte mit der Einstellung rangehen: "It's no big deal!"

    Genau das ist es, was ich von Menschen erzählt bekomme, die mir frauenmäßig auf die Sprünge helfen wollen. Ich denke, da ist auch viel dran.

    Aber das Problem liegt eben in der Umsetzung von Therie in die Praxis, die Überwindung dieser Schwelle und dem Zugehen auf eine Frau. Wenn ich den Misserfolg vorwegnehme und jeden noch so freundliche Absage gleich als absoluten Tiefschlag interpretiere, fällt es um so schwerer. Ich reduziere meinen Selbstwert im Moment einer potenziell notwendigen Kontaktaufnahme auf meinen "Wert" bei Frauen, der meiner Meinung nach bei 0 oder nur wenig darüber liegt. Mehr nehme ich nicht wahr, andere positive Eigenschaften an mir treten in den Hintergrund. Es wird mir daher unendlich schwer fallen, die etwas lockere Einstellung überhaupt zu verinnerlichen.

    Carlo64



    Re: Angst vor Initiative

    p1nky - 20.10.2007, 17:10


    hmmm, diesbezüglich scheinen wir uns ja alle ziemlich zu ähneln.

    ich glaube auch, dass man dieses notwendige selbstvertrauen in die eigene sexuelle attraktivität durch erfolgserlebnisse ziemlich schnell aufbauen könnte. wenn ich zumindest einmal ein richtiges erfolgserlebnis dabei hätte dann würden mich auch 100 rückschläge nicht mehr so weit zurückwerfen, da ich dann das bewusstsein hätte, dass ich sehr wohl chancen habe und das ganze nicht aussichtslos ist. und genau das würde die chancen bei jedem neuen versuch automatisch deutlich steigern.
    ich habe fast das gefühl, dass das ganze zu einem art selbstläufer werden könnte, sobald man einmal ein erfolgserlebnis hat.
    andererseits erhöht das wieder den druck, endlich einmal ein erfolgserlebnis zu haben.

    ich denke man muss einfach versuchen, sich nicht unterkriegen lassen, auch wenn man 1000x einen korb bekommt und fest daran glauben, dass es irgendwann mal klappt.



    Re: Angst vor Initiative

    Ganta - 20.10.2007, 18:06


    @Carlo

    Das ist gerade das Paradoxe: nach meiner Umfrage im AB-Forum und anderswo kommen Beziehungen dann zustande, wenn man gerade in einer stimmungsmäßigen Hochphase ist. Bestätigt wird das auch bei, ich glaube es war Daniel Hell "Welchen Sinn macht Depression?". Studentinnen telefonierten mit 3 Gruppen von Studenten: einer normalen Vergleichsgruppe, einer depressiven Gruppe und einer noch anderweitigen irgendwie erkrankten. Nach dem Telefonat wurden die Frauen gefragt, mit wem sie sich ein persönliches Treffen vorstellen könnten. Die Depressiven haben dabei deutlich schlechter abgeschnitten als die beiden anderen.

    Diesen Spagat muss man also irgendwie hinkriegen in diese Stimmungs-Hochphase reinzukommen, in der man den anderen quasi fast schon mitreist, und zwar vor der Beziehung, nicht danach. Das ist in sich fast widersprüchlich, und mir fällt keine elegante oder schöne Methode ein, wie man aus seiner eigenen "emotionallen Schuldenfalle" rauskommt. Allein eigentlich fast unmöglich, man brauch soviel externe Hilfe wie es nur geht. Da sollte man sich nicht zu fein sein und alles in Anspruch nehmen, was einem zusteht. Weil erfahrungsgemäß verschleppt man solche Probleme oft mind. 10 Jahre oder mehr!



    Re: Angst vor Initiative

    Ganta - 20.10.2007, 18:32


    @p1nky

    Ich finde die Zielstellung etwas problematisch sich gleich nach dem "Erfolg" zu orientieren. Die Latte hängt viel zu hoch. Ich zitiere mich einfachheithalber mal selbst aus dem ABtreff:
    Zitat: Babysteps! Zerleg dein Ziel, deine Interaktion in kleinste Teile, und gehe die gezielt an. "Eine Freundin kriegen" darf kein Ziel sein. Handle prozeß-, nicht zielorientiert. Ich habe mich auf punkte konzentriert wie "Gesprächsführung", "Körpersprache", "mit Ablehnung umgehen", "Augenkontakt halten". Und immer nur ein Punkt, ein Ziel zu einer Zeit. Manche Tage habe ich mich nur mit Pupillengrößenveränderung beschäftigt. Einmal nur den Tonfall. usw.
    Dein Ziel, dessen erreichen ist unabhängig von der Reaktion der Frau oder der anderen. Du beeinflusst nur eine gaußsche Zufallsverteilung, die nur ganz bedingt steuerbar ist. Dein Ziel muß in den eigenen Grenzen liegen: wie du selbst handelst und reagierst. Nicht der Korb ist wichtig, sondern dein Umgang damit.

    Gute Strategie: bei allen "Missionen" mehrere Ziele gleichzeitig: primär, sekundär, tertiär. Sorge dafür, dass mind. eine fast immer erfüllt wurde. Bei mir zB durch entsprechende Jobs - wenns hart auf hart kam konnte ich mich wenigstens damit trösten dass ich Geld für meine Aktionen bekam


    Auch bin ich nicht überzeugt, daß nach 1 "Erfolg" (wie immer man das definieren will) schlagartig alle Probleme gelöst sind und man für alles gewappnet ist. Meine Überzeugung ist, das man als AB/Love-Shy die Erfahrung und Entwicklung aus seiner (frühen) Jugend nachholen muß. Dementsprechend zeitintensiv ist es. "Normalos" trainieren ja nicht gezielt, sondern werden durch alltägliche Gespräche, Treffs, Datings, Flaschendrehen etc. automatisch in dieser Richtung sozialisiert. Nun rechen Dir mal selbst aus, wie viele hunderte an Stunden wir dabei verpasst haben, die wir (in kpmorimierter Form) wieder aufholen müssen.

    Mein Credo ist: wenn man viel Zeit reinhängt, und das ganze etwas gezielt angeht, wird man zwangsläufig Fortschritte sehen. (Damit meine ich jetzt nicht Kontaktbörsen im Internet abklappern, sondern so real wie möglich). Auf wieviele wirkliche Nettostunden kommen Betroffene bei ihrem, ich nenne es mal Training, wirklich? Wenn ich zB. die aktuellen Aktionen im AB-Treff verfolge viel, viel zu wenig, wobei ich es nicht schlechtreden will.

    Um mal einen Vergleich zu ziehen: in den letzten 2 Jahren bin ich auf eine reine Gesprächszeit bei kaltem Ansprechen von Männern und Frauen auf 6000x 5 min = 500 Stunden gekommen. Das geht natürlich nur, weil ich es bezahlt bekomme. Zw. Interview Nr. 500 und 1000 hat es bei mir irgendwann "Klick" gemacht. Und wenn ich mir meine Initiativen die Jahre davor anschaue kommt auch einiges zusammen.

    Ich sage nicht, dass man es gleich so extrem betreiben muss wie ich (wie heisst es so schön: Ich war jung und brauchte das Geld :wink: ), aber um Fortschritte zu sehen sollte man schon um die 100 Nettostunden einrechnen. Um das in einem Jahr durchzuziehen sollte man also 2 intensive Stunden reinen Gesprächs/ Aktion pro Woche einkalkulieren.



    Re: Angst vor Initiative

    p1nky - 20.10.2007, 21:24


    Hallo Ganta!

    Danke für deine Rückmeldung!
    Dass ich ein ziemlich "erfolgsorientierter" Mensch bin, das haben auch schon die Sitzungen mit meiner Psychologin gezeigt.
    Feiere ich Erfolge bin ich im Hoch, bleiben diese aus dann gleite ich in's Tief ab (dazu muss ich nichtmal Mißerfolge haben). Meine Selbstzufriedenheit aufrecht zu erhalten, auch wenn wenn es mal keine Erfolgsphase gibt, das ist sicherlich ein Ziel, an dem ich arbeiten muss. Ich weiß aber nicht, ob das bei anderen ähnlich ist, oder ob es sich da um ein Spezifikum von mir handelt.

    Dass ich immer in vielzu großen Schritten denke, anstatt wie du schreibst "Babsysteps" zu machen, hat auch schon meine Psychologin öfters erwähnt.

    Sie meint auch immer, dass man quasi an diesem ganze Balzritual Gefallen finden müsse, wie an einem Spiel. Bei mir ist es halt so, dass ich (im Moment noch) nicht spielen will, weil ich das Spiel für unnötig halte, ich möchte sofort gewinnen...
    Hängt auch wieder mit meiner Abneigung, mch irgendwelchen Zwängen zu unterwerfen, zusammen (weil das Balzritual "dazugehört").

    Was verstehst du unter "kaltem Ansprechen" bzw. was rätst?
    Habe ich das richtig verstanden, man solle Frauen ansprechen üben und sich dabei kleine Ziele setzen?
    Und das am besten mehrmals pro Woche?



    Re: Angst vor Initiative

    Ganta - 20.10.2007, 23:45


    Hallo p1nky!

    Hier sprichst Du einige wichtige Punkte, bei denen es vielen anderen ABs ganz ähnlich geht: Flirten (oder Balzritual) als ein unangenehmes Hinderniss, dass man möglichst umgehen will. Eine gewisse Verbissenheit (sorry für den Ausdruck), da sehr viel Emotionen auf dem Spiel stehen. Man möchte die Frau einpacken, am besten mit dem Etikett "Jetzt gehört sie mir".

    Logischerweise ist kein Platz für Spiele, wenn es um eine todernste Sache geht. Aber der Begriff "gewinnen" ist in diesem Zusammenhang eine Illusion! Selbst wenn man jemanden für sich gewinnt ist das kein Schlußpunkt: ich habe die Ziellinie überschritten! Es ist ein temporärer Zustand, der sich von Tag zu Tag, von Woche zu Woche weiterträgt und sich jederzeit ändern kann. Kannst du etwa deinen Arbeitsplatz "gewinnen"? Klar, man kann über die Ziellinie "Einstellung" fahren. Aber kann man diese nicht jederzeit verlieren? Man brauch nur in einen unvorhergesehenen Autounfall kommen ...

    Was ich sagen will ist: der Übergang von "total fremder Mensch" bis "intime Beziehung" ist fliessend. Oft wird gefragt: woran stellt man fest, wann man in einer Beziehung ist? Genauso könnte man fragen: wann ist aus der Raupe ein Schmetterling geworden? Steckt aber in der Raupe der Schmetterling nicht schon drin? Wenn der Schmetterling schlüpft, wohin ist dann die Raupe gegangen?

    Wenn Du dich mit einer Frau triffst, zu einem ersten Date, dann beginnt schon die Beziehung. Im reinen Sinn des Wortes bezieht ihr euch aufeinander. Ist diese Beziehung weniger Wert, nur weil sie einen Abend andauern könnte? Weil ihre Zukunft ungewiß ist? Sollte man deshalb diesen Moment weniger auskosten, seine Wertschätzung weniger zeigen, sein Leben in diesem Augenblick weniger leben?

    Ich will Flirten mal in einer anderen Perspektive darstellen, um einmal das zwanghafte rauszunehmen, dem man sich unterworfen fühlt. Wenn man in einer Beziehung ist, will man dann nicht seine Lebensfreude und Zuneigung nicht in Lachen, Scherzen, Kuscheln, Necken und Liebkosen ausdrücken? Wären diese spielerisch leichten Momente ein Zwang, wenn sie einem alle Sorgen in diesem Moment vergessen lässt? Nein, man geniesst es in vollen Zügen, weil man sich nichts schöneres vorstellen kann.

    Es ist ein Irrtum zu glauben der Flirt sei ein Test und würde nachher nicht mehr gebraucht. Der Flirt ist eine Vorwegnahme von dem, was man sich später in der Beziehung erhofft. In der Beziehung selber flirtet man nämlich auch miteinander. Man gibt sich niedliche Kosenamen, haut sich gegenseitig auf den Hintern und albert herum. Wer so etwas nicht tun würde wäre ziemlich vertrocknet und müsste sich fragen, weshalb er ohnehin eine Beziehung anstrebt.

    Der Flirt ist kein Zwang. Er ist diese Lebensfreude an der Beziehung verpackt in einen Kokon. Es ist ein Ausdruck dessen, dass man dieses Date mit ihr zusammen geniesst! Wieso sollte man sich treffen, wenn man sich nicht aneinander erfreuen kann?

    Betrachtet es mal aus ihrer Perspektive: sie sieht, dass Du dich nicht an ihr erfreuen kannst. Dass der Anlaß, hier und jetzt zusammen in Beziehung zu sein nicht genug ist, diese Freude zu zelebrieren, ihr Ausdruck zu verleihen. Und dann denkt sie: wenn es beim Date nicht funktioniert, wenn er jetzt nicht mit mir flirten kann, wie soll es dann in der Beziehung aussehen? Wie soll er dann in der Beziehung mit mir flirten, raufen und kuscheln? Oder bleibt er dann genauso vertrocknet?

    Der Flirt, das Balzritual ist in meinen Augen also kein Test oder Zwang, sondern lebe quasi schon eine Mini-Beziehung und erfreue mich an ihr. Flirten ist das, was ich in den schönen Bezeihungsmomenten mit ihr auch tue. Nehme ich das vorweg, flirte ich mit ihr, lebe ich genau in diesem Moment eine Beziehung. Ich setze schonmal einen Fuß über die Ziellinie. Vielleicht kann man zusammen diesen Moment weitertragen. Vielleicht auch nicht.

    Wenn man sich an der Raupe nicht erfreuen kann, weil man den Schmetterling darin nicht sieht, wird er auch nicht schlüpfen können!


    Zu der anderen Fragestellung: "kaltes" ansprechen ist, wenn ich zB. eine x-beliebige Nummer aus dem Telefonbuch nehme und dort anrufe. Was du übst, was du brauchst musst du selber wissen. Jeder hat seine Lücken woanders. Ziel sollte sein ohne alzu grossen Eigenstress romantisch an seine Frau oder seinen Mann herantreten zu können, und dies in eine Beziehung zu überführen. Angst und Irritationen sind die grössten Blockaden, und deswegen sollte man sich solchen Erlebnissen in welcher Form auch immer sooft wie möglich aussetzen.



    Re: Angst vor Initiative

    p1nky - 21.10.2007, 02:50


    ...und wieder ein Punkt, der mir schon von woanders bekannt vorkommt!

    Dass alles im Fluss und offen sei, und dass es nicht so ist, dass man einen Moment "Beziehungslos" ist und dann "in einer Beziehung" ist und das war's dann... hab ich von meiner Psychologin auch schon öfters gehört.
    Und dass derart "offene" Situationen mir Probleme bereiten...

    Ich kann das auch alles nachvollziehen und denke, dass ich mich auch da schon "gebessert" habe. Allerdings meine ich aber auch (wie du selbst in einem anderen Thread geschrieben hast), dass es viel schwerer ist, in eine Beziehung reinzukommen, als diese zu behalten.
    Außerdem gibt es für mich schon einen ziemlich klaren Punkt, wo ich mich als "Gewinner" fühlen würde.... und ganz so abwegig finde ich diese Ausdrucksweise auch gar nicht, zumal Frauen in diesem Spiel die "Ausschüttung dieses Gewinns" dem Mann üblicherweise auch nicht so einfach machen (auch wenn sie's eigentlich selbst wollen). :lol:

    Ich sehe es ja als Hauptproblem, dass Frauen in dieser "Beschnupperungsphase" gar nicht mitbekommen, wie ich wirklich bin, wobei ich das selbst eigentlich auch nicht so genau weiß, ich bin nur der festen Überzeugung, dass eine Frau von mir schwer wieder loskommen würde, wenn sie tatsächlich eine Beziehung mit mir eingehen würde - also ich bin 100% überzeugt, dass eine Beziehung mit mir auch für die Partnerin ganz toll wäre.
    Allerdings wirke ich mit meiner Art auf "Fremde" anfangs offenbar ziemlich abweisend, ein Eindruck, den Menschen die mich besser kennen, ganz und gar nicht haben.

    Ich habe beispielsweise auch keine Probleme, mit Arbeitskolleginnen von mir, die ich schon besser kenne, zu flirten. Das mach ich sogar recht häufig und klappt sehr gut und macht mir auch Spaß.
    Bei einem Date mit einer (nahezu) "Unbekannten" wirkt das allerdings vollkommen aufgesetzt für mich. Ich kenn die ja noch gar nicht, wie soll ich wissen, was sie lustig findet und woher soll sie wissen, was von mir als Spaß gemeint ist und was ernst. Bei vertrauten Personen klappt sowas ja sehr gut, aber bei "Fremden" tu ich mir mit sowas extrem schwer.

    Dazu kommt, dass eine derartige Date-Situation für mich wie eine Prüfung ist. Wie verstecke ich am besten, dass ich noch keine Beziehung hatte (und dazu noch einige andere Sachen von denen ich meine, dass Frauen sie bei der Partnerwahl als negativ beurteilen würden).

    Dazu auch mal eine prinzipielle Frage: sollte man die eigene Beziehungsunerfahrenheit bei einem Date zugeben oder nicht? Vielleicht sogar aktiv ansprechen?
    Ich denke, dass man viel mehr man selbst sein könnte wenn man's "zugibt" und sich nicht die ganze Zeit drauf konzentrieren muss, was falsches zu sagen bzw. dass das ganze von "ihr" aufgedeckt wird.
    Andererseits fürchte ich halt auch, dass das bei den meisten ein KO-Kriterium wäre....
    Ich selbst hab's jedenfalls noch nie zugegeben.

    Naja doch einmal, das war aber eine eher spezielle Situation...

    Nebennbei gesagt finde ich diese Diskussion sehr hilfreich, ich denke auch, dass ich beim nächsten Date schon wieder eine Ecke weniger verkrampft sein werde und vielleicht ein Stück weit mehr Freude an diesem "Spiel" empfinden kann, allein durch das gesteigerte Bewusstsein über die Hintergründe.



    Re: Angst vor Initiative

    Carlo64 - 21.10.2007, 09:53


    Ganta hat folgendes geschrieben: @Carlo

    Das ist gerade das Paradoxe: nach meiner Umfrage im AB-Forum und anderswo kommen Beziehungen dann zustande, wenn man gerade in einer stimmungsmäßigen Hochphase ist. Bestätigt wird das auch bei, ich glaube es war Daniel Hell "Welchen Sinn macht Depression?". Studentinnen telefonierten mit 3 Gruppen von Studenten: einer normalen Vergleichsgruppe, einer depressiven Gruppe und einer noch anderweitigen irgendwie erkrankten. Nach dem Telefonat wurden die Frauen gefragt, mit wem sie sich ein persönliches Treffen vorstellen könnten. Die Depressiven haben dabei deutlich schlechter abgeschnitten als die beiden anderen.

    Diesen Spagat muss man also irgendwie hinkriegen in diese Stimmungs-Hochphase reinzukommen, in der man den anderen quasi fast schon mitreist, und zwar vor der Beziehung, nicht danach. Das ist in sich fast widersprüchlich, und mir fällt keine elegante oder schöne Methode ein, wie man aus seiner eigenen "emotionallen Schuldenfalle" rauskommt. Allein eigentlich fast unmöglich, man brauch soviel externe Hilfe wie es nur geht. Da sollte man sich nicht zu fein sein und alles in Anspruch nehmen, was einem zusteht. Weil erfahrungsgemäß verschleppt man solche Probleme oft mind. 10 Jahre oder mehr!

    Soweit ich mich erinnern kann, habe ich mich nie in einer Derpri-Phase verliebt. Die folgte genau dann, wenn ich in eine Frau verschossen war. Das Verlieben war dann die Ursache für Selbstherabsetzung und ein damit verbundenes Stimmungstief. Demnach müsste ich wahrscheinlich erst einmal den Prozess der Selbstabwertung überwinden, um überhaupt eine Frau ansprechen zu können. Übrigens ist es ziemlich genau schon 8 Jahre her, dass ich zum letzten Mal richtig verliebt war.

    @Ganta: Welche Art von Hilfe meinst Du denn? Therapie?



    Re: Angst vor Initiative

    Ganta - 23.10.2007, 23:13


    Ich kann jetzt nur von mir erzählen was meine Beweggründe waren aktiver in die von mir angesprochene Richtung zu drängen. Zum einen war das die eigene Unsicherheit und Ängstlichkeit im Umgang mit anderen, besonders mit Frauen. Ich wußte quasi gar nicht, was ich mit ihnen im wahrsten Sinne des Wortes anfangen soll.

    Von mir selbst war ich auch in dem Punkt überzeugt, dass ich ein guter Partner wäre, wenn es einmal soweit kommt. Weil ich (angeblich) aufmerksamer, sensibler etc. bin. Diese Überzeugung ist im Grunde gut so, wieder ein Stolperstein weniger.

    Mir hat es im Umgang mit Fremden geholfen zu erkennen, dass die "anderen" oder "die Frauen" gar nicht so schlimm sind, die Welt nicht so "böse" ist wie ich es immer bisher empfunden habe. Dass ich auch akzeptiert werde, wenn ich halt bestimmte soziale Spielregeln mehr verinnerliche wie Extrovertiertheit, sicheres auftreten. Sich nicht selber ausgrenzen, zu sich selber stehen. Ich finde, das macht für mich zumindest einen wahnsinnigen Unterschied. Ob das gerecht ist oder nicht ist wieder eine andere Frage!

    Ziel sollte es nicht sein irgendwen von der Strasse aufzugreifen. Aber wenn es die Situation erfordert, wie etwa bei einem Blind-Date, nicht gleich auszuflippen, zu erstarren, eben eine mögliche Chance sich zumindest nicht zu sehr zu verbauen. Nicht im erwähnten Prüfungsstreß einzuknicken.

    Dazu gehört eben auch sich zunächst von seiner Schokoladenseite zu zeigen, dass weiß und erwartet jeder. Wenn man Beziehungslosigkeit oder andere Dinge anspricht, dann halt bitte nicht als alles bestimmendes Problem, sondern als Punkt, den man in Angriff nimmt. Zeigt, dass man Perspektiven hat, dass man mit einem rechnen kann.

    Man muss sich nicht verstellen oder es versuchen dem anderen recht zu machen. Aber die Antennen schärfen. Sein eigener Fels in der Brandung sein. So stelle ich mir das vor.



    Re: Angst vor Initiative

    Talon - 26.10.2007, 15:43


    Hallo!

    Zitat: m Falle von Love-Shys sehe ich die Gefahr, daß sie bei beim "Akkord-Baggern" psychisch schlicht unter den Körben begraben werden und dann nen totalen Rückzieher machen.

    So erging es mir bisher immer, als ich Frauen angesprochen habe. Der Grundgedanke hinter solchen Übungen wäre jedoch, daß, wenn ich nicht abbrechen würde und weitergemacht hätte, sich irgendwann ein Gefühl der Ruhe bzw. Normalität eingestellt hätte und die Abweisungen nicht mehr so weh getan hätten. Bei mir kommt es nur nicht dazu, weil ich dann sofort abbreche.

    Ansonsten stimme ich Dir voll und ganz zu, in PU-Sprache wäre das "erst inner game machen" oder so. Ich finde mich in vielem wieder, was Du schreibst. Auch das Gefühl der Scham, des nicht-dürfens ist da. Bei mir gibt es auch konkrete Ereignisse in meiner Vergangenheit, die dazu beigetragen haben, daß es so wurde (Stichwort christliche Erziehung).

    Zitat: * Oft beginnen die Probleme ja damit, jemandem gegenüber überhaupt mal einzugestehen, daß man ihn (im asexuellsten Sinne des Wortes) überhaupt mag. Von den Problemen die Betroffene schon mit banalem Gemocht-Werden fang ich gar nicht erst an.

    **Bis Gestik und Mimik einer veränderten inneren Einstellung folgen kann aber schon ein weilchen vergehen. Besonders wenn sich über Jahre hinweg ein "depressiver Habitus" eingeschliffen hat. Gehen jedoch der oben beschriebene Gesinnungswandel und die Körpersprache Konform, ist der Ausdruck auch frei von verstohler Lüsternheit, die eher abschreckend wirkt.

    Ganz genau. Denn was Du beschreibst, ist ein normaler Mensch, der irgendeine Art von sexueller Entwicklung hinter sich hat. ABs und Love Shys haben, denke ich, ein Problem irgendeiner Art mit ihrer Sexualität, und sei es, weil durch das Ausbleiben von Erfahrungen ein verklärtes Bild davon entsteht, das andere Menschen abschreckt.

    Zitat: Das ist der Punkt, bei dem es bei mir vielleicht am meisten krankt, ich denke im Gespräch mit Frauen zumindest unterbewusst (wenn nicht sogar bewusst!), dass es mir irgendwie gar nicht zustehen würde, ein sexuelles Interesse zu haben. Weil ich für sie ohnehin uninteressant bin und nur als lästiger Typ, der ihr auf die Nerven geht, erscheine ("was will denn der von mir...? das meint der doch nicht ernst...?" das sind in meinem Kopf immer die Phantasien, was die angesprochene Frau denken könnte).

    Auch das ist bei mir ganz ähnlich. Ich kann es gar nicht fassen, daß mich irgendjemand mag und erst Recht nicht, daß eine Frau sexuelles Interesse an mir haben könnte. Es tut sehr weh, nach einigen Jahren festzustellen, daß es nicht wenige Frauen gab, die Interesse an mir hatten, ohne daß ich es gemerkt habe oder wahrhaben wollte. Die Lösung dafür wäre eigentlich, erstmal an seinem Selbstwertgefühl zu arbeiten. Denn das Gefühl, von anderen abgelehnt zu werden, setzt voraus, daß man sich selbst ablehnt.

    Zitat: Die Lösung liegt nicht in der Methode, dass man etwas bestimmtes nicht sagen oder machen darf. Es ist mehr eine Frage des eigenen Fingespitzengefühls, der Dosierung wieviel Gas man gibt. Vergleichbar wenn man mit einem Auto durch eine enge Kurve fährt: ist man zu schnell haut es einen raus, ist man zu langsam kommt man nicht an. Man muss sich also auf den anderen einstellen und seine Antennen ausfahren. Beherrscht einen dagegen die Angst ist man nur mit sich selber beschäftigt.

    Das ist ein guter Punkt, wenn man etwas nicht kann, muß man es halt einfach üben. Das Problem ist nur, daß man, um Gruppeninteraktionen üben zu können, erstmal Teil einer Gruppe sein muß. Wenn man von Vornerein immer abgelehnt wird, kann es gar nicht zum Üben kommen. DAs sind dann die klassischen Teufelskreise.

    Zitat: Hier sprichst Du einige wichtige Punkte, bei denen es vielen anderen ABs ganz ähnlich geht: Flirten (oder Balzritual) als ein unangenehmes Hinderniss, dass man möglichst umgehen will. Eine gewisse Verbissenheit (sorry für den Ausdruck), da sehr viel Emotionen auf dem Spiel stehen. Man möchte die Frau einpacken, am besten mit dem Etikett "Jetzt gehört sie mir".

    Logischerweise ist kein Platz für Spiele, wenn es um eine todernste Sache geht.

    Da stimme ich Dir auch zu. Normale Menschen scheinen niemals mitbekommen zu haben, daß Sexualität ein Grundbedürnis ist, weil es halt einfach so in ihr Leben kam. Aber je länger dieses Bedürnis nicht gestillt wurde, desto desperater wird man, und dann kann Sex keine schöne Sache mehr sein, sondern wird zu einem Zu Erreichenden, zu einem Es Muß Unbedingt Sein. Genau das treibt dann Leute von einem weg. Paradoxerweise scheint Sex, obwohl es ein Grundbedürnis ist, in das Leben zu treten, wenn man es gar nicht wirklich braucht. Sobald man das Gefühl hat, es zu brauchen, stellt es sich nicht ein.



    Re: Angst vor Initiative

    shizoid - 12.02.2008, 17:46


    Ich kram hier mal wieder den alten Thread raus weil mich das Thema gerade interessiert.

    Ich hab riesen Probleme damit Blickkontakt zu halten oder sonst wie ungezwungen mit Frauen umzugehen. Wenn ich irgendwie mal durch Zufall dazu komme, mich mit einer Frau zu unterhalten, stehe ich auf einmal vor dem riesen Problem, was ich denn sagen könnte. Auch wenn ich jetzt so im Stillen darüber nachgrübel fällt mir absolut nichts an Gesprächsstoff ein. Über was quatscht man mit Frauen? Mir kommt da immer der Verdacht auf der Erde laufen zwei verschiedene Spezies rum, die nur zufälligerweise sich etwas ähneln. Irgendwie bereitet mir der Gedanke Unbehagen, was denn passieren würde wenn ich auf einmal eine Frau nahe genug an mich ran lassen würde. Ich kann mir da absolut Nichts vorstellen. Deshalb verhalte ich mich vermutlich auch immer so zurückhaltend oder gar abweisend, weil ich Angst vor der Ungewissheit habe.



    Re: Angst vor Initiative

    Ganta - 12.02.2008, 23:17


    @shizoid

    Die Gesprächsthemen sind oft überraschend banal: Arbeit, Kollegen, Urlaub, Gesundheit, Gossip, Medien ...

    Urlaub und Filme/Musik kommen immer gut. Ein wenig Spiegel, Stern, Focus, eine Tageszeitung und ein bisschen Promi-Klatsch, um auf dem laufenden zu sein. Politik und Religion sollte man vorerst weglassen. Das ganze leicht&locker halten und etwas umrühren. Zum abschmecken etwas aktives zuhören à la Carnegie. Nichts hochgestochenes oder schwieriges also.

    Nach meiner Erfahrung ist auch mehr Angst und fehlende Routine grund für ein Blackout, und weniger fehlendes Wissen oder Dummheit.

    Wenn dir generell der (Augen)Kontakt mit dem anderen Geschlecht noch schwerfällt würde ich mit einer einfachen Übung anfangen: nach dem Weg fragen. Mach das systematisch eine Weile lang, dann kannst du dich steigern.

    Wenn man ihnen nicht-sexuell begegnet sind junge Frauen überraschenderweise oft die offensten und einfachsten Gesprächspartner.



    Re: Angst vor Initiative

    Talon - 14.02.2008, 04:51


    Zitat: Nach meiner Erfahrung ist auch mehr Angst und fehlende Routine grund für ein Blackout, und weniger fehlendes Wissen oder Dummheit.

    Hallo Ganta! Das ist ein sehr guter Punkt, den ich nur bestätigen kann. Sobald ich loslasse von dem Drang, das Gespräch kontrollieren zu wollen, und mich zu einer leichten Art der Gleichgültigkeit zwinge, plätschert das Gespräch von alleine nur so vor sich hin. Aber weil man halt keine Erfahrung und Angst hat, und nie die Erfahrung machen konnte, daß man durchaus etwas zu sagen weiß, denkt man oft fälschlicherweise, es liege an einem Mangel an Gesprächsthemen... Ich bin gerade sehr erstaunt darüber, wie leicht es mir fällt, mit Frauen zu reden, sobald ich irgendwie die erste Hürde genommen habe. Diese erste Hürde ist aber nach wie vor unglaublich hoch...



    Re: Angst vor Initiative

    Ganta - 14.02.2008, 21:09


    Hi Talon!

    Also was diese "Ansprechhürde" angeht bin ich gewissermassen Profi geworden. Besonders in meinen Umfragejobs mache ich das mind. 50-100 mal am Tag. Und auch wenn ich da schon sehr routiniert bin wird diese Hürde gegen Ende des Tages immer höher, so daß ich mir auch denke: "Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr!"

    Was also tun? Zum einen wie Du sagst ist Entspannung wichtig. Atemübungen können da ganz effektiv sein. Darüber hinaus habe ich für mich 4 Mantras gefunden, die ich mir in Kombination je nach Bedarf ins Gedächtnis zurückrufe. Welche sind:Die anderen haben mindestens genauso viel Angst(, wenn nicht noch mehr)
    Die Reaktion lässt sich nicht sicher vorhersagen
    Ich mache Menschen glücklich
    Ich habe das Recht dazu
    Im Detail habe ich das in meinem
    AB-Wiki Text (Link) weiter erläutert.

    Der Gedanke "Ich mache Menschen/Frauen glücklich!" ist z.B. eine sehr starke Motivation. Jeder kann sich im Normallfall daran erinnern, wie er andere mal zum lächeln brachte o.ä. Das mag zwar nur auf einen Bruchteil zutreffen - aber auf den kommt es an! Wenn es dann tatsächlich klappt verstärkt sich das ganze.

    Solche Mantras muß man selber finden, was zu einem paßt und wovon man zu einem gewissen Grad überzeugt ist. Natürlich sind obige Mantras überhöht, aber es kommt auf den psychischen Effekt an, und der ist realistisch.

    Ich weiß nicht, ob man für das ganze viele Wiederholungen braucht, bei mir haben die sich ja zwangsmässig ergeben. Irgendwo zwischen dem 500x und 1000x mal hats bei mir geschnackelt. Wenn man es zeitlich umrechnet sind das 30-60 Stunden reden non-stop. Also jetzt nicht so wahnsinnig viel.

    Wenn man das ganze konsequent trainiert dürfte man relativ schnell gute Fortschritte machen. Leider ist das ganze noch Theorie, da es sonst keiner in der Form auszuprobieren scheint. Aber wenn man etwas gezielt in einem gewissen zeitlichen Umfang macht, sagen wir 50 Nettostunden, bin ich davon überzeugt, daß etwas positives und produktives dabei rauskommen muß! Schweiß kommt noch immer vor jedem Genie.



    Re: Angst vor Initiative

    Anonymous - 04.04.2008, 10:36


    Also bei mir sind es große Ängste, wobei man noch kaum von Angst, sondern mehr von Gewissheit sprechen kann. Also, wieso sollte ich eine Frau ansprechen, wenn ich sowieso gedemütigt werde oder vielleicht das Glück habe "nur" eine Abfuhr zu bekommen ?
    2. Was soll ich denn sagen?
    Ich wüsste nie, was ich sagen sollte. Wenn ich die Frau wäre und irgendein fremder Typ würde mich anlabern mit "Hallo", dann würde ich sofort auf Durchzug schalten, weil ich ja weiß, worauf es hinausläuft.
    3. Was soll ich machen ?
    Und worüber soll man sich unterhalten? Wohin soll ich eine Frau ausführen?
    Wie kann ich verhindern, dass diejenige sich langweilt?

    Fazit: Das wird nie was werden :cry:



    Re: Angst vor Initiative

    vancy - 04.04.2008, 11:08


    larviertes Seelenschlecht hat folgendes geschrieben: Wenn ich die Frau wäre und irgendein fremder Typ würde mich anlabern mit "Hallo", dann würde ich sofort auf Durchzug schalten, weil ich ja weiß, worauf es hinausläuft.


    Das stimmt allerdings.



    Re: Angst vor Initiative

    Anonymous - 04.04.2008, 13:00


    Danke für die Affirmation :o

    letztendlich muss man sich irgendwie "unscheinbar" kennenlernen, also z.B. im selben Seminar in der UNi oder sowas :x



    Re: Angst vor Initiative

    Ganta - 04.04.2008, 15:13


    @LS

    Du musst Dir erstmal (solide) Grundlagen schaffen. Quellen zum Selbststudium habe ich Dir einige genannt, auf meinen Seiten steht auch einiges. Mehr als andere oder mich selbst zu zitieren könnte ich bei so grundsätzlichen Fragen ohnehin nicht leisten.

    Ist ja beim erlernen einer Programmiersprache genauso: erstmal Handbuch, dann ausprobieren.



    Re: Angst vor Initiative

    Little Lover's So Polite - 06.04.2008, 23:18


    vancy hat folgendes geschrieben: larviertes Seelenschlecht hat folgendes geschrieben: Wenn ich die Frau wäre und irgendein fremder Typ würde mich anlabern mit "Hallo", dann würde ich sofort auf Durchzug schalten, weil ich ja weiß, worauf es hinausläuft.


    Das stimmt allerdings.

    Dann hilf' uns mal weiter! :)



    Re: Angst vor Initiative

    vancy - 07.04.2008, 10:10


    Na ja, die Situation muss eine Ansprache schon irgendwie hergeben. In einer Disco oder bei einem Konzert geht das ja noch, aber irgendwo auf der Straße oder so würde ich mich schon sehr wundern und wohl auch nicht weiter darauf eingehen.



    Re: Angst vor Initiative

    Talon - 22.04.2008, 12:24


    Ich muß sagen, je weiter ich komme, desto schwieriger wird es, die erste Hemmschwelle zu überwinden, aber desto mehr mache ich die Erfahrung, daß das Reden an sich gar nicht so schlimm ist. Merkwürdig.



    Re: Angst vor Initiative

    Anonymous - 22.04.2008, 13:57


    Mit der Soziophobie iste s aber ähnlich bei mir. Meine Angst verschlimmert sich, wenn ich gute ERfahrungen mache, es z.B. mal geschafft habe zum Bäcker zu gehen...



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