Forgottem Realms - Drachenlied

Die Zuflucht in Ashenvale
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    Re: Forgottem Realms - Drachenlied

    Schandris - 04.10.2007, 20:40

    Forgottem Realms - Drachenlied
    Eine Hitzwelle rollt durch die Luft, entfacht durch eine kleine Explosion der Lava. Die Umgebung ist in ein flackerndes, rötliches Licht getaucht. Die Flammen spiegeln sich in ihrer silbernen Rüstung, welche die völlig weiße Haut verdeckt. Mit ihren zwei Metern wirkt sie neben ihrem Gegner winzig. Ein Beben geht durch den roten Erdeboden als der Dämonen einen Schritt auf sie zumacht. Wütend spreizt das Wesen seine flammenden Schwingen und reißt seinen Flammenschädel zu einem wütenden Schrei auf. Die Stimme geht durch Mark und Bein, selbst ein kleiner Felsen zerbricht an der Wucht der dämonischen Stimme. Doch sie steht weiterhin selbstsicher da. Langsam hebt sie die Hand, nimmt den silbernen Helm ab und lässt ihn zu Boden Fallen. Die goldenen Augen fixieren den Dämon während sie langsam nach hinten zu ihrem Zweihänder greift. Eine weiter Welle aus Hitze lässt die hellblonden Haare wehen und entblößt zugleich das Symbol des Tyr, welches auf der Stirn sitz. Der Dämon lacht voller Vorfreude auf den Sieg. Erneut bebt der Boden. Mit einem Ruck hält die Silberne ihr Schwert vor sich. Sie beugt sich leicht nach links und setzt den linken Fuß nach vorne. Mit einem Gebet an Tyr, dem Gott der Gerechtigkeit stürzt sie sich dem Dämon entgegen. Das Licht flackert auf der Rüstung und dem Schwert, doch der Dämon weicht nicht zurück. Er zeigt kein Anzeichen von Angst als die Aasimare auf ihn zustürzt. Ein weiteres Beben erschüttert den Grund. Kurz darauf noch eines und plötzlich wird einen Stimme hörbar: „Aufwachen!“ Erst nur ganz leise, doch dann wird die Stimme lauter und eindringlicher. „Mina! Wach sofort auf du Schnarchnase!“, bellt dir Stimme regelrecht.
    Der Dämon, die Höhle, alles löst sich auf und zurück bleibt nur schwärze. Dann ein plötzliches, eiskaltes Gefühl. Erschrocken schlägt Mina die Augen auf und springt in die Höhe. „Hey… was so…“, beginnt sie, verstummt aber dann sofort als sie die Situation überblickt. Vor der Aasimare steht eine Frau, in einem schlichten, weißen Kleid und mit einem leeren Eimer in der Hand. Die braunen Haare streng nach hinten gebunden und mit einer verärgerten Mine, welche aber trotzdem noch recht freundlich wirkte, sah die Frau Mina an. „Mina! Du bist schon wieder im Unterrichte eingeschlafen!“, schimpfte die Frau mit der goldäugigen Aasimare. Ein kichern verriet Mina, das die anderen Schüler das ganze wohl recht witzig fanden. Vorsichtig und mit zu Boden gerichteten Augen fing sie an: „Tut mir Leid… ich wollte wirklich…“ An dieser stellte wurde die Aasimare durch eine Handbewegung ihrer Lehrerin unterbrochen. „Tut mir leid, Mina. Aber diesmal muss ich dich zum Hohenpriester schicken. Man sein, dass du Tyr näher stehst als alle anderen, aber nur deshalb kannst du dir auch nicht alles erlaube. Und zieht dir vorher noch etwas Trockenes an.“, sagte die Lehrerin und zeigte auf die Tür. Die Aasimare sah auf ihre nasse Robe, nickte und verließ den Klassenraum. „Also, weiter mit der Geschichte unseres Temples.“, hörte Mina die Lehrerin noch sagen ehe sie die Tür hinter sich schloss.



    Re: Forgottem Realms - Drachenlied

    Schandris - 06.10.2007, 15:43


    In der nassen Robe schlurfte Mina etwas niedergeschlagen durch die Gänge des Tempels. Zum Großteil bestanden diese aus Holz. Nur hin und wieder war ein Wandbehang oder ein Bild angebracht. Diese zeigten für gewöhnlich Bilder aus der Geschichte des Tempels oder den Taten einiger Helden. Auf dem Weg in ihre Kammer, wurde die Aasimare von den ihr begegneten Priestern und Schülern ein wenig schief angeguckt. Wie üblich eben. Jeder in dem Tempel kannte Mina. Zum einen war sie die einzige Aasimare hier und zum anderen war sie durch solche Eskapaden wie im Klassenraum geradezu berühmt berüchtigt. Nachdem Mina eine Treppe hinter sich gelassen hatte, erreichte sie endlich ihre Kammer. Die Morgensonne schien hell durch das Fenster und brach sich auf den Lieblingsstücken der Paladin.
    Auf einem Ständer aus Holz war sie angebracht. Eine komplette Rüstung. In Silber gehalten und mit dem Symbol Tyr auf der Brust. Das Licht spiegelte und brach sich an der wundervollen Rüstung mehrfach und tauchte sie in ein ganz eigenes Licht. Daneben lehnten ein silbernes Schild sowie zwei Langschwerter und ein großes Breitschwert. Das Zeichen des gerechten Gottes war auf den Griffen sowie auf den Klingen und auf dem Schild zu sehen.
    Eine weile war Mina in das Schauspiel aus Licht, welches sich in dem Silber spiegelte gefangen. Dann schüttelte sie den Kopf und seufzte leise. Das würde wieder eine satte Strafe abgeben, wie immer eben. Aber es war so verdammt langweilig in dem Tempel. Mit getrübter Stimmung schälte sich die Aasimare aus der weißen Robe und legte sie zum trocknen auf den Stuhl. Dieser bildete neben einem kleinem Tisch und einem Bett, sowie einem Schrank und dem Rüstungsständer die einzigen Einrichtungsgegenstände. Aus dem Schrank suchte sich Mina eine neue Robe heraus und warf sie über. Noch einmal war sie einen sehnsüchtigen Blick auf ihrer Rüstung, welche Abenteuer und Heldentaten sowie Ruhm und Ehre verhieß. Dann verließ die Aasimare ihre Kammer und warf die Tür etwas kräftig in Schloss.

    Mina ging langsam und enttäuscht durch die kahlen Gänge des Tempels. Sie wählte ihren Weg durch weniger benützte Flure und kam so ohne Begegnungen jedweder voran. Kurz vor dem Raum des Hohenpriesters hielt die junge Paladin noch mal inne. Sie hasste dieses immer gleiche Predigen des Templevorstehers. Schließlich klopfte Mina zaghaft an die Tür.
    Eine angenehme Stimme antwortete nach kurzer Zeit auf das Klopfen: „Herein.“ Vorsichtig öffnete die Aasimare die Tür und steckte den Kopf hinein. Kurz lies sie ihren goldenen Augen über die karge Einrichtung schweifen. Dann blieb ihr Blick an dem älteren Herren hinter dem Tisch hänge. Die freundlichen Züge auf dem faltenfreien Gesicht waren bezeichnend für den hiesigen Hohenpriester. Er war zwar etwas klein und seine Haare wurden immer weniger und weißer. Allerdings war er nach wie vor eine Person, der sogar die Herrscher der größeren Städte wie Silbrigmond oder Baldurs Tor Respekt entgegen brachten. Angeblich soll er früher einmal mit einer Gruppe von Abenteurern unterwegs gewesen sein. Davon war allerdings nichts mehr zu merken. „Wenn ich störe kann ich auch später wiederkommen, euer Ehren Gawes“, versuchte Mina sich zaghaft aus der Patsche zu retten.
    Der Hohenpriester sah die Aasimare ernst an, wobei seine Augen vor allem an ihren nassen Haaren hängen blieben. „Nein Mina, schon gut. Komm rein und setz dich.“, sagte Gawes freundlich, aber augenscheinlich ein wenig resigniert. Die junge Paladin kam herein und setzt sich langsam auf den Stuhl vor dem Tisch. Der Priester des Tyr musterte sie noch mal eingehend und seufzte dann. „Im Unterricht eingeschlafen.“, stellte er fest. Mina nickte bestätigend während sie auf ihre Strafe wartet.
    Der Hohenpriester stand auf und ging zu dem Fenster durch welches das helle Licht der Sonne hereinkam. „Ach Mina. Du kennst alle meine Predigten bereits auswendig, so oft warst du schon hier.“, sagte Gawes niedergeschlagen. Eine Weile starrte er nach draußen und beobachtete dabei den Vorplatze des Tempels, wo junge Priester ihre Waffen erprobten und sich Bittsteller einfanden. Dann fuhr der Priester fort: „Ich hatte immer gehofft, du würdest irgendwann ein Vorbild sein. Jemand zu dem die Jüngeren aufblicken können. Aber du interessierst dich nicht für das behütete Leben im Tempel. Ich sehe es jeden Tag in deinen Augen wie du einem Leben voller Abenteuer entgegen fieberst. Du magst eine Aasimare von Tyr sein, aber ein Tempel ist nicht das was für dich vorgesehen ist. Zumindest noch nicht.“ Mina sah Gawes verwundert an. So etwas hatte er noch nie gesagt, aber es klang zumindest nicht nach einer Bestrafung. Dann drehte sich der Hohenpriester plötzlich um und starrte Mina eindringlich an. „Hör gut zu. Wir schicken eine kleine Gruppe zu einem Dorf, welches etwa fünf Tagesreisen entfernt ist. Dort haben sie angeblich ein Problem mit Diebstählen. Ich möchte, dass du den Dieb findest und ihn im Namen von Tyr gerecht verurteilst. Danach steht es dir frei zu tun, was dir beliebt. Ich halte dich nicht länger hier. Und nun pack deine Sache.“
    Mina sprang überrascht auf und sah den Hohenpriester eine Weile ungläubig an, bis dieser sie mit einer nachdrücklichen Handbewegung wegschickte. Mit einem gestammelten Danke auf den Lippen verließ die Aasimare den Raum. Gawes seufzte leise und sah ihr nach. „Pass gut auf dich auf, Mina. Und viel Glück, du wirst es brauchen.“, murmelte er noch leise.



    Re: Forgottem Realms - Drachenlied

    Schandris - 07.10.2007, 21:38


    Die Aasimare eilte flotten Schrittes wieder in ihr Zimmer. Diesmal jedoch nahm sie den direkten weg und hielt sich nicht mit Schleichwegen auf. Die meisten Leute warfen der jungen Paladin einen verwirrten Blick zu. Inzwischen hatte es sich nämlich bereits herumgesprochen, dass Mina einmal mehr im Unterricht eingeschlafen war. Natürlich ging jeder davon aus, dass die Aasimare mal wieder irgendeine langweilige Arbeit erledigen müsse, wie etwa das Begrüßen der Bittsteller oder Putzen. Aber so wie Mina durch die Gänge eilte machte es nicht gerade diesen Eindruck. Aber die junge Paladin machte sich nicht die Mühe stehen zu bleiben um die Fragen zu beantworten. Mit einem breitem lächeln auf den sinnlich wirkendem Mund machte ihre Gesicht einen noch fröhlicheren Eindruck als sonst. Die Aasimare hatte so freundliche Züge, dass sich niemand vorstellen konnte wie sie voller Ingrimm ihren Gott verteidigen würde. Nur jene, die Mina besser kannten wusste auch unter das freundliche Gesicht, die goldenen Auge, den lieblichen Mund und die so sanften Züge zu sehen.
    Kaum das Mina ihre Kammer erreicht hatte, war sie ihre Robe ab und schlüpfte eilig in ein Leinenhemd sowie Hose. Dann packte sie noch ein Ersatzhemd in einen kleinen Beutel. Daraufhin wandte sich die junge Paladin ihrer Rüstung zu. Zärtlich strich sie über das Symbol des Tyrs, welches auf der Vorderseite der Brustrüstung prangte. Sie lächelte breit und nahm endlich die Rüstung von dem Ständer. Langsam legte sie die silbernen Platten an. Erst die Hose und die Beinschienen, danach die Stiefel. Kurz überprüfte sie den sitz der Teile. Danach erst griff Mina zur Brustplatte und legte sie um. Nun folgten Armschienen, Schulterstücke und die Handschuhe. Zu guter Letzt schnallte sie sich den Gürtel mit den Lederscheiden der Langschwerter um und dann den Gurt für das Breitschwert. Ihr Schild befestigte sie an der Scheide des Zweihänders noch bevor sie ihre ordentlichen geschärften Klingen in die Scheiden gleiten lies. Den Helm nahm die Paladin vorerst noch unter den Arm. Sie war sie den kleinen Rucksack über die Schulter und verließ ihr Zimmer mit erhobenem Haupt. Ihre goldenen Augen strahlten stärker als sonst und so wirkte ihrer Erscheindung schon beinahe Göttlich.
    Mina marschierte leicht klappernd in den Hof des Tempels. Dieser lag eine halbe Tagesreise von Silbrigmond entfernt und war erst in letzter Zeit aufgebaut worden. Gawes wollte einen Tempel, der sich nicht von den Städten beeinflussen lies, um wirklich Tyr zu dienen. Und so war der Tempel in der Nähe von einem kleinen See errichtet worden. Im Hof stand bereits die Gesandtschaft bereit. Ein Zweispänner, drei Priester und der Überbringer der Nachricht aus dem Dorf Wolkenbruch.
    Mina ging auf die Gruppe zu, hielt dann noch mal kurz inne und sah nach oben. Dort sah aus dem Fenster der Hohenpriester und beobachtete Minas abreise. Er winkte der Aasimare kaum merkbar zu, aber diese meinte ihn dabei sogar lächeln zu sehen.

    Der Mann aus Wolkenbruch sah zu der silbern gerüsteten Frau. Seine braunen Augen musterten die Aasimare genau. Die Züge waren hart und zeugten von einem teils ungemütlichem Leben. Sein Gesicht wurde von rabenschwarzen Haaren eingerahmt und hob sich sanft von der sonnengebräunten Haut ab. Allerdings schien ihm der Gedanken wirklich zu behagen, dass eine Aasimare ihn begleiten sollte. „Warum wird eigentlich eure Aasimare mit geschickt?“, erkundigte sich der Gesandte bei einem der Priester. Alle drei waren mit Roben, welche von dem Symbol Tyrs geziert wurden, bekleidet. Ein ältere Mann mit einigen Lachfalten im Gesicht, aber immer noch hell leuchtenden, blaugrünen Augen antwortete mit freundlicher Stimme: „Mina wird uns sicher eine große Hilfe sei, aber ihr braucht euch nicht zu Sorgen. Es geht mehr darum dass der kleine Wildfang ein wenig Auslauf bekommt. Vermutlich wird sie danach zu ihren eigenen Abenteuern aufbrechen.“
    „Gut, ich dachte schon der Tempel würde unser Problem als ernster sehen als es ist.“
    Die drei Priester lachten leise während die beiden anderen auf den Waagen stiegen. „Nein, Mina soll sich nur ein wenig austoben, zumindest hofft das Gawes.“, meinte der alte Priester noch bevor er auf dem Kutschbock platz nahm. Mina kam gerade zu der Gruppe als die Priester alle auf den Waage waren. „Mina beeil dich ein wenig.“, rief einer der beiden Priester von der Ladefläche. Die Angesprochene landete mit einem Satz neben den beiden Priestern. Beide waren jung, jedoch hatte der eine Braune und der andere Blonde Haare. Mina lachte zufrieden. „Ihr wärt doch nicht ohne mich gefahren oder Paul?“, richtete sie ihr Wort an den Blonden. Seiner statt antwortete jedoch der Braunhaarige: „Doch, und du hättest uns dann nachlaufen können.“ „Sei doch nicht immer so vorlaut, Pedro.“, meinte Min neckisch. Die drei lachten fröhlich, wobei sich die eher ernsten Züge der beiden Priester aufhellten. Nun erst sprang der Gesandte aus Wolkenbruch auf den Kutschbock neben dem alten Priester.



    Re: Forgottem Realms - Drachenlied

    Schandris - 28.10.2007, 01:47


    Mina lies ihren Blick nach hinten schweifen, als die Kutsche losfuhr. Sie wollte noch einen letzen Blick auf den Ort werfen, wo sie aufgewachsen war. „Ich weiß wirklich nicht, wie mein Dorf auf die Ankunft einer Aasimar reagieren wird. Es ist ja nicht so, dass sie böse wäre, aber sie ist einfach anders.“, flüsterte der Abgesandte zu dem älteren Priester. Dieser wiegte kurz den Kopf und sah zurück zu Mina. Leise antwortete er dann: „Vielleicht ist es gut wenn sie lernt, dass sie anders ist. Auf jeden Fall aber werde ich nicht zulassen, dass sich irgendwer aus eurem Dorf ihr gegenüber offen Feindlich benimmt.“
    „Irgendwie ist es ein seltsames Gefühl.“, meinte Mina als sie so auf den sich entfernenden Tempel blickte. „Was meinst du Mina?“, fragte Pedro und sah die Aasimar fragend an. Diese schüttelte den Kopf und lächelte leicht. „Ach, es ist nichts, außer dass ich den Tempel vielleicht nie wieder sehen werde.“, antwortete die junge Paladin mit ein wenig belegter Stimme. „Du kommst schon wieder.“, meinte Paul daraufhin und lächelte.
    „Mina, mach da hinten keinen Unsinn.“, rief der alte Priester nach hinten. Die Angesprochene drehte sich zum Kutschbock und antwortete: „Schon gut Jeremal, ich pass auf mich auf. Hoffentlich passiert unterwegs etwas Aufregendes.“ Der Abgesandte schüttelte nur den Kopf. „Wird wohl eine ruhige Reise, oder Markes?“, wandte sich Jeremal an den Mann neben ihn. „Die letzte Reise war zumindest Ruhig, aber man weiß nie was einen auf diesen Straßen erwartet. Vor allem wenn wir uns dem Dorf weiter nähern könnte es gefährlich werden. Viel Wald und wenige Menschen die die Gegend bewachen.“, antwortete Markes und betrachtete Mina derweil kurz.
    Die Aasimar sah wieder aus dem Wagen hinaus nach hinten. Dann nahm legte sie endlich ihre Waffen und das Schild neben sich auf den Waagenboden. Die junge Paladin setzt sich an den Rand des Gefährts und lies ihre Füße über den Rand baumeln. Mit einer Mischung aus Angst und Neugierde harrte sie auf die bevorstehenden Abenteuer. „Wie es wohl ist, sich Horden von Orks zu stellen oder gegen einen Oger zu kämpfen.“, fragte sich Mina laut. „Wahrscheinlich wirst du dir bei ersten Anzeichen eines ernsten Kampfes in die Hosen machen.“, gab Paul schnippisch zurück und keinen Moment später waren alle drei am lachen. „Das ist überhaupt nicht witzig, ihr beiden.“, protestierte Mina zwischen zwei Lachern. „Vielleicht stellst du dich auch so tollpatschig an, dass sich deine Gegner totlachen.“, fügte dann Pedro mit schallendem Gelächter hinzu. „Ihr zwei seid ja nur neidisch.“, protestierte Mina lachend.



    Re: Forgottem Realms - Drachenlied

    Schandris - 28.10.2007, 19:18


    Der Waagen, begleitet von dem Gelächter der beiden Priester und der Paladin, entfernte sich immer mehr von dem Tempel des Tyrs. Als die Sonne langsam hinter den Bergen versank, hielt der Waagen an. Etwas abseits der Straße nahe einem kleinen Waldstück wurde das Lager aufgeschlagen. Während die drei Priester sich um das Feuer und die Verpflegung kümmerten und Markes das Pferd versorgte. Mina nahm ihre Waffen und sah sich im Wald um. Zwar war man noch nicht weit vom Tempel entfernt, aber nachdem erst kürzlich eine Orkhorde sogar bis nach Mithrilhalle gekommen war, durfte man kein Risiko eingehen. Allerdings bewegte sich die Paladin in ihrer Rüstung alles anderes als leise und auch im Suchen von Spuren war sie nicht sonderlich versiert. Die Aasimar sah sich nur die nähere Umgebung ihres Lagerplatzes an und kehrte dann zu den anderen zurück. Dabei bemerkte sie nicht dass ein Schatten die Gruppe aus den Kronen der Bäume heraus beobachtete. „Und Mina, ein paar Orks gefunden?“, fragte Paul grinsend. Die Paladin schüttelte nur den Kopf und ging zu Feuer. In dem dort aufgehängten Kessel köchelte ein Eintopf vor sich hin. Jeremal rührte mit einem Holzlöffel langsam herum. Derweil kam Markes mit einem kleinem Stapel Holz aus dem Wald zurück. „Irgendwas besonderes gefunden?“, fragte dieser und sah Mina dabei an. Diese schüttelte nur leicht den Kopf und setzt sich neben dem Feuer auf den Boden. „Hier ist rein gar nichts. Ich hab mir das viel spannender vorgestellt, wie in den Geschichten der Barden.“, meinte die junge Paladin etwas niedergeschlagen. „Barden erzählen ja auch nur die spannenden Dinge einer Reise und außerdem übertreiben sie gerne, das weißt du doch.“, versuchte der alte Priester sie zu trösten. „Mir wäre es lieber, wenn die Reise friedlich verläuft. Sonst haben wir am enden doch nur noch mehr Probleme.“, fügte Markes düster hinzu. „Komm Mina, nimm etwas von dem Eintopf und dann sehen wir weiter.“, sagte Jeremal und reichte der Aasimar eine volle Schüssel. Mit einem leisen Danke nahm Mina die Schüssel und ging zum Rand des Wäldchens. Dort setzte sie sich auf einen Stein und löffelte Langsam den Eintopf. Am Feuer unterhielten sich derweil die Priester mit dem Abgesandten. Irgendetwas war anders als sonst, nur konnte die Paladin nicht wirklich erkennen was. Im Tempel war sie wie jede andere auch behandelt worden. Aber hier, in der Wildnis schien sie nicht wirklich zu ihnen zu gehören. Während dem Essen ging Mina das noch eine Weile durch den Kopf, dich dann verdrängte sie dieses ungute Gefühl in den hintersten Winkel ihres Kopfes.
    Die Nacht verlief völlig ohne irgendwelche Vorkommnisse. Mit dem Aufgang der Sonne erwachte auch Mina langsam. Verspannt von dem ungewohnt harten Boden streckte sich die Aasimar erstmal ausgiebig. „Autsch, gar nicht mal so gemütlich.“, meinte sie leise. Derweil streckte sich auch der Rest der Gruppe und schon bald waren alle auf den Beinen und begannen mit den Vorbereitungen für den Aufbruch. Die junge Paladin, Paul und Pedro suchten schnell noch im Wald ein paar Beere und Wurzeln zusammen. Keinem der Drei fiel auf, dass sie beobachtete wurden. Als die kleine Gruppe wieder bei der Kutsche war, hatte Markes bereits wieder das Pferd angeschirrt während Jeremal gerade dabei war, den Rest der Sache auf den Waagen zu bringen. Tatkräftig halfen die beiden jungen Priester mit, während Mina die gefunden Dinge verstaute. „Sag mal, kannst du überhaupt mit den Waffen da umgehen.“, fragte Markes unvermittelt und deutete auf die Waffen der Paladin. Sie sah den Abgesandten von Wolkenbruch kurz ein wenig schief an und antwortete dann: „Natürlich kann ich damit umgehen. Oder wollt ihr auf etwas Bestimmtes hinaus?“ „Ihr wirkt mir nur etwas überbewaffnet für eine so junge Paladin.“, antwortete Markes kurz angebunden und schwand sich auf den Kutschbock ehe Mina auch nur eine Gelegenheit hatte etwas zu erwidern. Die Aasimar kratzte sich am Kopf und saß dann hinten auf den Waagen auf. Nachdenklich sah sich nach hinten und starrte auf die Straße. Dieses Mal gab es keine nett gemeinten Sticheleien oder ausgelassenen Gelächter. Mina war nachdenklich und ihre Begleiter schienen das zu spüren oder zumindest zu ahnen.
    Die junge Paladin ließ ein Bein nach unten baumeln während sie das andere angezogen hatte und ihr Kinn auf das Knie stütze. Völlig auf ihre eigenen Gedanken konzentriert erschrak sie völlig als das Gefährt langsam stehen blieb. Verwirrt sah sie sich um. „Wir machen eine kleine Rast und essen etwas. Die Sonne hat ihren Zenit schon überschritten.“, rief Jeremal nach hinten. Mina sprang vom Waagen und setzt sich auf einem Stein etwas abseits von den anderen.



    Re: Forgottem Realms - Drachenlied

    Schandris - 02.11.2007, 14:57


    Während der menschliche Teil der Gruppe zusammen saß und sich über die Probleme des kleinen Dorfes Wolkenbruch unterhielt, spielte Mina mit einem ihrer Langschwerter. Sorgsam begutachtete sie die Klinge und den Griff, polierte dann Stahl und ließ ihr Gesicht sich daran Spiegeln. Langsam wurde dann das Lager abgebrochen und Jeremal kam zu der jungen Paladin. „Du scheinst dich nicht sehr wohl zu fühlen, Mina.“, stellte er fest und lächelte die Aasimar freundlich an. „Ich fühl mich, als ob ich einfach nicht dazugehören würden, als ob ich anders bin.“, gab sie bedrückt zurück. Der alte Priester nickte und strich ihr durch die Haare. „Daran wirst du dich gewöhnen müssen. Du bist kein Mensch, zumindest nicht gänzlich. Als Aasimar hast du es sicher nicht leicht, aber du wirst deinen Weg finden und sicher wird es dir irgendwann egal sein, wenn dich die Leute ausschließen. Es ist nur die Angst, vor allem das anderes ist.“ Erklärte Jeremal und ging dann zum Waafen davon. Mina lies ihr Schwert in die Scheide gleiten und folgte dem Priester dann wieder nachdenklich. Elegant sprang sie auf die Ladefläche des Gefährts und schon ging die fahrt schweigend weiter.
    Bis zum Abend geschah nichts. Als die Gruppe dann das Lager aufgeschlagen hatte, begab sich die Paladin in voller Rüstung auf einen kleinen Spaziergang. „Warum läuft sie eigentlich voll gerüstete umher? Hier gibt es weit und breit nicht vor dem man sich fürchten müsste.“, fragte Markes als er und die Priester gerade das Abendessen bereiteten. „Mina bräuchte dringend etwas Abwechslung. Sie ist völlig deprimiert.“, meinte Pedor und schürte das Feuer nach. „Ja, sie fühlt sich nicht wohl“, fügte Paul hinzu während Jeremal nur nickte. Markes zuckte nur mit den Schultern und schnitzte sich einen Ast zu Recht.
    Während dessen stampfe Mina durch die Gegend. Sie legte dabei eine größere Strecke zurück als eigentlich Beabsichtig und als dann langsam die Dunkelheit hereinbrach, war sie ein weites Stück vom Lager entfernt. Die junge Paladin sah zu den Sternen und den Mond, zuckte dann die Schultern und ging weiter. Sie erreichte einen kleinen Hügel, der mit ein paar Bäumen und Büschen gesäumt war. Das Licht von ein paar Fackeln verriet ihr, dass dort irgendwer war. Mina lächelte leicht und ging selbstbewusst auf den Fackelschein zu. Als sie langsam näher kam, stieg ihr der süßliche Geruch von Blut in die Nase. Alarmiert beschleunigte sie ihre Schritte und sprang dann direkt ins Licht der Fackel. Zwei Fackeln standen vor dem Eingang einer Höhle. Rund herum lagen Holzreste und Waffe, welche den Schein der Feuer reflektierten. Mina erkannte auch den Ursprung des Blutgeruchs. Auf dem Boden lag ein Körper. Erst bei näherem hinsehen erkannte sie dass es sich um die Leiche eines Menschen handelte. Vermutlich männlich, aber alter und weitres konnte man nicht erkennen, da der Kopf vom Rumpf getrennt war. Allerdings war das Blut noch nicht getrocknet, also war der arme Kerl erst kürzlich von seinem Kopf getrennt worden.
    „Wer hat dir wohl den Kopf geklaut?“, fragte Mina leise und drehte sich dann zu dem Höhleneingang um. Auf dem Boden waren ein paar Spritzer Blut zu sehen. Leise zog sie eine Klinge aus der Scheide und ging dann vorsichtig zu dem Eingang. Möglichst leise betrat die Paladin den unterirdischen Bau. Weitere Fackeln waren darin angezündet, allerdings gab es keinen Hinweis auf die Bewohner oder die Kopfräuber. Mina folgte dem Gang und hielt sich wenn möglich in den Schatten und Nischen der Höhle. Allerdings brauchte es ja nur einen kleinen Lichtschein und schon blinkte ihre Rüstung wie ein Leuchtfeuer.
    Die Aasimar bewegte sich weiterhin ohne ein Anzeichen von Gegnern durch den Gang. Dann, gerade als sich der Gang zu einem Raum erweitern zu schien hielt sie inne. Dort drangen Stimmen heraus. Seltsam krächzende Laut und ein paar wirklich hässliche Geräusche, als ob man Fleisch und Knochen zerreißen würde. Mina spähte vorsichtig um die Ecke und zuckte sogleich zurück. „Bei Tyr.“, murmelte sie. Das Bild dass sich der Paladin geboten hatte war einfach schrecklich.
    In dem Raum befanden sich vielleicht zwanzig Orks und ein wirklich fetter, widerlicher Oger. An der Wand war eine Reihe von Spießen angebracht und auf diesen saßen die Köpfe von Männern, Frauen und Kindern. Das wirklich widerlichste aber waren zwei hundeartige Kreaturen in der Mitte der Höhle. Die beiden Worge zerfetzen unter den Kampflustigen schreie der Orks kopflose Leichen. Auf dem Höhlenboden lagen abgetrennte Gliedmaßen, Innereien und jede Menge Blut.
    Mina brauchte eine weile bevor sie in der Lage war zu handeln. Aber Tyr würde ihr nie verzeihen wenn sie so eine Ungerechtigkeit und diese Blutlust ungesühnt lassen würde. Die Aasimar verschwendete keine weitere Minute mehr. Sie trat direkt in die Mitte des Ganges und wirkte einen Lichtzauber auf den Oger. Nach einer kurzen Zeit der Verwirrung drehten sich alle Köpfe zum Eingang der Höhle. Das Fackellicht reflektierte in einer unheimlichen Mischung aus Licht und Schatten auf Minas Rüstung. „Im Namen von Tyr, dem gerechten werde ich über euch Richten.“, rief die Aasimar mit fester und unnachgiebiger Stimmer. Während die Orks und der Oger noch zögerten, konnte die beiden Warge es nicht erwarten frisches Fleisch zu bekommen. Mit gefletschten Zähnen rannten die beiden Biester auf die Gestalt am Eingang zu. Minas goldenen Augen leuchteten kurz auf während sie auch das zweite Langschwert aus der Scheide zog. Einen Meter vor ihr sprangen die Worge ab. Einer nahm Minas Hals als Ziel und der andere ihre Arme. Die junge Paladin reagierte indem sie ihren beiden Klingen jeweils einen entgegensetzen Bogen beschreiben lies und gleich darauf nach rechts auswich. Die beiden Biester landeten auf den Bode und brachen zusammen. Den Leichen rann das Blut aus dem Hals währen Mina sich den Orks zuwandte.
    Der Oger hob die Hand und brüllte einen Befehl. Unter wütenden Gebrüll griffen die Orks zu den Waffen und fingen an sich auf die Angreiferin zu stürzen. Mina, erfüllt voller Wut, wich dem ersten Angreifer aus und stieß ihm die linke Klinge in den Rücken. Zugleich blockierte sie den Speer eines anderen Angreifers. Keinen Augenblick zu früh riss sie das andere Schwert aus dem Rücken des toten Orks und schlug ein Schwert auf die Seite. Noch während die Orks sich kurz verwundert anblickten trennte Mina mit zwei schnellen Schlägen den nächsten beiden Orks die Köpfe ab. Blut besudelte ihre Rüstung, doch die Paladin musste sich nun den nächsten Angriffen erwehren. Mit blitzenden Augen parierte sie zwei Speer währen ein primitives Messer an ihrer Rüstung abglitt. Eine Drehung und schon wichen die Orks wieder ein Stück zurück. Mina nutze die Gelegenheit und machte einen Satz in die Masse der Orks. Ihre beiden Schwerter führten eine kurze folge von Bögen und Stichen aus und schon vielen vier Orks zu Boden. Daraufhin waren ihre Klingen schon wieder dabei zu parieren. Die junge Paladin verschaffte sich mit ein paar Finten eine kurze Pause, holte mit dem linken Schwert über den Kopf aus und warf es dann mit aller Kraft in die Masse der Orks. Während die Klinge zwei der Kreaturen zu Boden schickte, schnappte sich die Aasimar ihr Schild und blockte damit auch schon einen Speer und ein Schwert. Mit einem Hieb des Schildes zerschmetterte sie einen Speer und erwischte dabei auch noch einen unglücklichen Ork, der sich von hinten anschleichen wollte. Dieser brach sich mit einem grässlichen Knack das Genick an der Wand. Ein weiterer Ork viel durch einen unvermuteten Schlag von Minas Klinge. Die Aasimar parierte ein Schwert und schlug es dem Angreifer aus der Hand. Verdutzt bekam er die Klinge direkt ins Herz. Die übrigen Orks waren nun keineswegs mehr so aggressiv und wandten sich lieber zur Flucht. Mina warf einem ihr Schild nach, was diesem das Rückrad brach während sie einem anderen das Schwert in die Lunge warf. Mit einer fließenden Bewegung zog sie ihren Zweihänder vom Rücken und drehte sich von den flüchtenden zu ihrem letzen Gegner. Der Oger brüllte wütend und hob seine riesige Keule. Die Paladin starrte den Gegner mit ihren goldenen Augen durchdringen an. Blut tropfte von ihrer Rüstung. Den kräftigen Hieb des Ogers blockierte sie mit ihrem Schwert. Allerdings war der Schlag dermaßen kräftig, dass er dir Aasimar in die Knie zwang. Der fette Oger lachte gehässig und holte zu einem weiteren Schlag aus, doch als er diesen niedersausen lassen wollte, war sein Opfer gar nicht mehr da. Verwundet sah sich der Oger um. Dann ertönte ein Schrei hinter ihm. Verwirrt drehte er sich um und sah wie Mina von einem kleinen Vorsprung aus auf den ihn zusprang. Den Zweihänder über den Kopf erhoben ließ die Paladin die Waffen auf den Kopf der Kreatur niedersausen. Die Klinge fraß sich mit einem hässlichen Geräusch und dem knacken von Knochen durch den Schädel tief in den Rumpf des Ogers. Das dicke Monster fiel nach hinten und Mina zog unter großem Kraftaufwand ihre Waffe wieder heraus. Schwer atmend lehnte sich Mina dann ein die Höhlenwand und wischte sich notdürftig das Blut vom Helm.



    Re: Forgottem Realms - Drachenlied

    Schandris - 02.11.2007, 22:39


    Nachdem die Aasimar wieder zu Atem gekommen war, sah sie sich das Schlachtfeld an. Welch ein Gemetzel, aber diese verdammten Kreaturen hatten auch nichts anderes verdient. Mina sammelte ihre Waffen und das Schild auf, gab einem noch zappelnden Ork den Gnadenstoss und machte sich dann an die Arbeit die getöteten Menschen aus der Höhle zu tragen. Draußen legte sie ihre Handschuhe ab und fing an mit bloßen Händen ein Grab für die unbekannten auszuheben. Bei dieser Arbeit lies sie ihren Gefühlen freien lauf und ein Schleier von Tränen trübte ihre Sicht. Schon nach ein paar Minuten der Arbeit nahm die junge Paladin den Helm ab. Nach und nach wurde das Grab größer und tiefer. Dort wo der Boden zu hart war, grub sie mit einer Orkklinge weiter. Nach einigen Stunden war das Loch fertig und sie hievte die Leichen hinein. Bei der Leiche eines Kindes hielt sie kurz inne. Eine Hand war seltsam verkrampf. Als die Assimar die Hand öffnete, fiel ein kleines, verdrecktes Amulett heraus. Sie nahm es vom Boden auf und wischte den Dreck von der kleinen Scheibe. Auf dieser befand sich dass Symbol von Lathander, dem Fürst des Morgens. Außerdem war auf der Rückseite eine Innschrift zu erkennen. Allerdings konnte Mina die Schrift in der Dunkelheit nicht erkennen. Sie hängte sich die kleine Scheibe um und setzte das Begräbnis fort. Zuletzt deckte sie das Grab mit Erde und Steinen zu und sprach ein Gebet zu allen guten Göttern, auf dass die Armen Seelen ihre Ruhe finden mögen.

    Nachdem sich die Aasimar von den Anstrengungen des Kampfes und des Begräbnisses halbwegs erholt hatte, machte sie sich auf den Rückweg. Die Klingen hatte sie in den Scheiden und das Schild auf dem Rücken, nur den Helm hielt sie mit den Händen. Das Gesicht war voller Dreck und Blut, die hellblonden Haare wirken dunkel und völlig verdreckt. Auch ihr ging hat etwas Erschöpftes an sich.
    Nach Mitternacht erreichte die junge Paladin das Lager der Gruppe. Markes stand auf, als er die Gestalt ausmachte und zog seinen Dolch. Auch die drei Priester richteten sich auf, jedoch ohne die Waffen zu ziehen. Erschöpft schleppte sich Mina in den Schein des Feuers. Jetzt erst erkannten ihre Gefährten sie. Durch die völlig verdreckte Rüstung und dem von Tränen verwischten Schmutz im Gesicht war sie kaum zu erkennen gewesen. Nur die goldenen Augen waren ein deutliches Zeichen, auch wenn sie etwas matter wirkten als sonst. Die Aasimar lächelte die vier Menschen kurz an ehe sie dann on Ohnmacht fiel. Pedro und Paul konnte sie gerade noch auffangen bevor sie auf den Boden aufschlug. „Was bei allen Göttern?“, fragte Markes als er ihre blutige Rüstung betrachtete. „Es ist jedenfalls nicht ihr Blut und verletzt scheint sie auch nicht zu sein.“, meinte Jeremal als er die junge Paladin genauer untersucht hatte. „Zieht ihr die Rüstung aus und hüllt sie in Decken, dann legt sie auf den Waagen. Sie soll uns morgen sagen was passiert ist. Ach und wascht ihr das Gesicht.“, wies der alte Priester Paul und Pedro an. Die Zwei gehorchten und brachten Mina mühsam, zu Waagen.

    „Und was denkt ihr, dass passiert ist?“, fragte der Abgesandte aus Wolkenbruch Jeremal nach einer Weile. „Sieht aus, als hätte sie gekämpft. Allerdings muss es ein gutes Stück weit weg gewesen sein und anstrengend. Ich hätte nicht gedacht, dass es hier irgendwen gibt, der uns gefährlich werden könnte.“, antwortete der alte Priester nachdenklich. Markes nickte und sah ins Feuer. Dann erwiderte er: „Soweit ich das sehen konnte, hatte sie nicht nur Blut an der Rüstung.“ Jeremal nickte und sah Richtung Waagen. Paul und Pedro hievten gerade die in Decken gewickelte Mina auf die Ladeflächen und legten dann Rüstung, Waffen und Schild neben sie. Danach kamen sie zum Lagerfeuer. Während Pedro sich setzt hielt Paul Jeremal ein Medaillon hin. „Das hatte sie um den Hals.“, sagte er und reichte es dem alten Priester. Dieser betrachtete die aufgehende Sonne auf der Scheibe und sah das Ding nachdenklich an. „Ich denke, Mina hat morgen eine Menge zu erzählen. Wie geht es ihr sonst?“ „Sie ist nur erschöpft, aber sichtbaren Verletzungen bis auf ein paar Aufschürfungen an den Händen. Sieht fast so aus, als hätte sie gegraben.“, meinte Pedro. Markes stand auf und ging eine Runde ums Lager ehe er wieder zu den Priestern kam.
    „Schein alles ruhig zu sein. Wir sollten uns aufruhen.“, meinte er und legte sich zu Schlafen nieder. Die drei Priester folgten seinem Beispiel recht bald.

    Am nächsten Tag wurde das Lager recht zeitig abgebrochen. Keiner sprach ein Wort und Mina lag immer noch bewusstlos auf dem Wagen und wurde von Paul und Pedro beobachtet während Jeremal und Markes sich beim Lenken der Kutsche abwechselten. Gegen Mittag dann wurde eine kurze Rast eingelegt. „Langsam mache ich mir sorgen. Ihr Zustand ist unverändert.“, bemerkte Pedro währende dem Essen. „Sie wird’s schon überleben.“, sagte Merkes unbeteiligt. Den Rest der Pause verbrachten sie schweigend.



    Re: Forgottem Realms - Drachenlied

    Schandris - 04.11.2007, 22:48


    Kurz nach dem Aufbruch regte sich Mina leicht. Unruhig bewegte sie sich, sodass die beiden jungen Kleriker alle mühen hatten sie ruhig zu halten. Die Hände und Füße der Aasimar zuckten immer wieder wild umher. Paul und Pedro holten sich wegen der unvorhersehbaren Stößen und Tritten einige blaue Flecken. Kurz bevor Jeremal dabei war das Gefährt zum stillstand zu bringen hörten Minas Bewegungen aus. Im nächsten Augenblick schlug sie dafür ihre goldenen Augen auf und richtete sich in eine sitzende Position auf. „Was bei Tyr ist passiert?“, fragte sie und sah sich um. Die Decken, in welche sie gewickelt war, lagen auf ihren Beinen und legten so den Oberkörper frei. Markes drehte sich kurz um und begutachtete Mina genau, während Paul und Pedro ihr so schnell wie möglich versuchen etwas überzuwerfen. Schließlich schlüpfte die Paladin in ihr Hemd. „Du warst einen halben Tag bewusstlos, Mina.“, erklärte Paul und untersuchte sie derweil gründlich. Pedro reichte ihr etwas zu trinken und legte danach ihre restliche Kleidung bereit.
    „Danke.“, sagte Mina lächelnd, als die beiden jungen Priester ihr davon erzählten wie sie im Lager ankam. Nachdenklich sah sie zu ihrer Rüstung, welche noch völlig verdreckt war. „Mina, wir müssen und Unterhalten und zwar bei der nächsten Rast.“, rief Jermal vom Kutschbock zurück und lächelte Mina dabei kurz an. Diese nickte nur und legte dann unter den Decken ihr restliches Gewand an. Das weiße Hemd und die gleichfarbige Hose hatten allerdings rote und braune Flecken. Mina seufzte leicht, als sie ihre Kleidung betrachtete. „Kopf hoch Mina.“, meinte Paul lächelnd und klopfte ihr auf die Schulter. „Ja, wird schon alles gut werden. Ich meine, du hast im Tempel auch immer alles ausgestanden.“, fügte Pedro aufmunternd hinzu. Die Aasimar nickte und quittierte die Aufmunterung mit einem leichtem lächeln.
    Die Straße war sauber und trocken, daher kamen sie gut voran. Als sich dann langsam die Nacht ankündigte, lenkte Markes die Pferde in die nähe von einem kleinen Fluss. Dieser sprudelte frisch und klar durch sein Bett aus Kies und Steinen. Inzwischen war das herrichten eines Lagers schon so gut wie Routine geworden. Mina griff Paul und Pedro beim Feuerholzsammeln und bei anderen Kleinigkeiten unter die Arme. Alles nur um das Gespräch mit Jeremal noch etwas hinauszuzögern. Als dann endgültig die Nacht hereinbrach, brannte ein kleines Feuer und über diesem wurden einige Stücke saftiges Schweinefleisch gebraten. Der Geruch des Fleisches drang durch das kleine Lager und ließ jedem das Wasser im Munde zusammenlaufen.

    Mina saß auf einem Stein nahe dem Fluss. Neben ihr ihre Waffen und Rüstung. In einer Hand hielt sie einen Stofffetzen während sie mit der anderen den Helm hielt und sich abmühte, das Blut und den Dreck davon abzubekommen. Es schien fast, als hätte sich der Schmutz in das Metall gefressen.
    „Mina?“, fragte eine Stimme leise und Jeremal trat neben sie. Die Aasimar sah den alten Kleriker Tyrs kurz an bevor sie ihren Helm auf den Boden legte und lautlos seufzte. „Erzähl mir was vorgefallen ist und woher du dies hast.“, bat der Priester freundlich und reichte Mina das Amulett des Lathander. Die Paladin sah das Medaillon an und nahm es vorsichtig in die Hand. Leise und mit gedrückter Stimme erzählte sie Jeremal was an jenem Abend alles passiert war. Und während sie es erzählte, war ihr so, als würde sie alles noch mal erleben, jedoch diesmal aus der Sicht eines Beobachters. Als die Aasimar geendet hatte, sah Jeremal sie noch eine Weile an und nickte dann.
    „Achte besser auf dich, es kann nicht immer so gut für dich ausgehen.“, meinte der alte Kleriker dann mit einem leichten Lächeln und ging zum Feuer. Mina sah ihm nach, dann griff sie nach ihrem Helm und versuchte wieder den Dreck davon abzuwaschen. Während er vorher nicht weichen wollte, schien diesmal Blut und Erde wie von selbst von dem Metall zu fließen. Nach nicht einmal zwanzig Minuten glänzte die Ausrüstung der Paladin wieder wie bei ihrer Abreise. Sie legte ihre Rüstung an und schnallte sich die Waffen an die richtigen Stellen. Das Schild in der einen und den Helm in der anderen Hand ging sie zum Feuer und dem leckeren Bratenduft entgegen.



    Re: Forgottem Realms - Drachenlied

    Schandris - 07.11.2007, 12:12


    Die drei Priester deuteten der Paladin sich zu ihnen zu setzen. Markes gab sich unbeteiligt und kaute an seinem Stück Fleisch. „Mina jetzt musst du uns aber auch von deinem Abenteuer erzählen.“, platze Pedro heraus, kaum dass sich die Aasimar gesetzt hatte. Paul nickte zustimmend währen der Abgesandte aus Wolkenbruch sich desinteressiert gab. Nun bereits zum zweiten Mal erzählte Mina ihr kleines Abenteuer. Dieses mal wesentlich freier und lebendiger. Hier und da ließ sie etwas aus und fügte an anderen Stellen Kleinigkeiten hinzu. Im Ganzen war die Geschichte dann nicht mehr halb so schwierig gewesen und auch nur noch halb so blutig.
    Nachdem die Aasimar zu ende erzählt hatte, reichte ihr Jeremal mit einem wissenden Lächelnd ein saftiges Stück von dem gebratenem Fleisch. Mina nahm es dankend an und lauschte der nun aufkommenden Diskussion wie jeder andere gehandelte hätte. Angefangen vom rein schleichen bis hin zum Verschließen des Höhleneingangs war alles vorhanden. Und manchmal entwickelten sich die Wortgefechte am Feuer beinahe zu einem Streit.
    Als Mina dann ihre Mahlezeit beendete hatte, wünschte sie ihren Gefährten eine gute Nacht und legte sich ein wenig abseits auf den Boden. Waffen und Schild neben sich schlummerte sie friedlich ein.
    Am Feuer ging es jedoch nach wie vor um Minas Abenteuer und da die Paladin nun nicht mehr Mithörte beteiligte sich auch Markes daran. „Sie muss völlig verrückt sein, es allein mit einer Gruppe Orks und einem Oger aufzunehmen.“, meinte er und sah die drei Priester an. Pedro erwiderte leicht gereizt: „Sie hat das richtige getan. Die können niemanden mehr überfallen. Und außerdem ist sie ja wohlbehalten wieder hier.“ „Und ihr findet es überhaupt nicht seltsam, dass sie ohne jegliche Gefühlregung davon gesprochen hat?“, warf der Abgesandte ein. Diesmal antwortete Jeremal und zwar mit einer Stimme die keinen Widerspruch mehr duldete: „Mina hat das in ihren Augen richtige getan. Vermutlicht hätte sie schon viel früher einen echten Kampf bestehen sollen. Dass es sie nicht rührt, wenn jemand seiner gerechten Strafe zugeführt wird, beweist nur, dass sie ihr Handeln als gerecht und von Tyr gesegnet empfindet. Außerdem hat sie uns möglicherweise vor einem Überfall bewahrt.“ Damit begab sich auch der alte Priester zu Ruhe. Der Rest der Gruppe folgte seinem Beispiel bald.

    Mit den ersten Sonnenstrahlen erwachte Markes am nächsten Tag. Kaum dass er sich gestreckt hatte, bemerkte er, dass Mina fehlte. „Wo verdammt noch mal ist die schon wieder?“, murrte er und sah sich in der Nähe des Lagers um. Der Abgesandte fand die Aasimar recht bald. Ihre Rüstung schimmerte im Morgenlicht während sich die Strahlen auf ihren kreisenden Schwertern brachen. Ein blitzen und blinken begleitet jeder ihrer Bewegungen.
    Mina lies ihre beiden Langschwerter hin und hersausen. Einmal kam das Rechte von oben und das Linke von unten. Drauf hin führte sie eine geschickte Drehung aus und stieß mit beiden Schwertern nach hinten. Dann ging sie in die Knie wich seitlich einen imaginärerem Hieb aus. Im nächsten Moment war die Aasimar wieder auf den Beinen und vollführte mit ihren beiden Klingen Paraden und Ausfälle. Sie ließ die Klingen kreisen, sich drehen und stieß dann wieder unerwartete zu. Die Perfektion jeder Bewegung war schon beinahe unheimlich. Scheinbar hatte die Paladin kein Problem damit ihre Hände unabhängig von einander zu bewegen und zugleich die Umgebung im Auge zu behalten.
    Staunend beobachtete Markes die Mina, als ihn eine Stimme zusammen zucken ließ. „Sie hat ein ganz außergewöhnliches Talent wenn es um Waffen und den Kampf geht. Findet ihr nicht auch? Im Tempel hat sie oft Stunden mit solchen Übungen verbracht. Eine Augenweide ihr dabei zuzusehen.“, sprach Jeremal leise. Der Abgesandte nickte nur und ging dann auf einem wink des alten Priesters mit ihm zurück zum Feuer. Dort waren Paul und Pedro schon mit dem Frühstück und dem Abbruch des Lagers beschäftigt.



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