Abschied....

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    Re: Abschied....

    Heike - 03.10.2007, 20:56

    Abschied....
    Und noch ein Text, der mich sehr nachdenklich gemacht hat....



    Abschied.....



    Es war ein regnerischer Tag, als ich von meinem Zuhause noch einmal einen Streifzug durch die große Wiese machen wollte. Der Rasen und die Büsche waren nass, und es war mir eigentlich doch zu ungemütlich, bei diesem Wetter noch draußen zu bleiben.

    Ich wollte so schnell wie möglich wieder nach Hause, denn nun fing auch schon wieder der Regen an. Die breite Straße, die mich von meinem schönen, trockenen Zuhause trennte, schien mir leer, und der Asphalt glänzte vor Nässe. Ich lief so schnell wie möglich los – doch das Auto war auf einmal da.

    Die Scheinwerfer blendeten mich – und plötzlich spürte ich einen schlimmen, ganz schlimmen Schmerz. Ich wurde durch die Luft geschleudert und fiel mit meinem Körper auf die Kante der Straße.

    Ich hatte so furchtbare Schmerzen, und ich hatte solche Angst. Als ich meinen Kopf hob, sah ich das Auto, das mich angefahren hatte, und ich konnte es nicht verstehen: Es fuhr weiter. Es fuhr einfach weiter und ließ mich hier liegen! Und ich hatte solche Schmerzen! Ich versuchte aufzustehen, doch es ging nicht. Mein Hinterbein tat schrecklich weh, und auch das Luftholen fiel mir furchtbar schwer.

    Jetzt fing es auch noch ganz stark zu regnen an und ich spürte, wie sich um mich herum eine Pfütze bildete. Das Wasser auf der Straße wurde immer höher und ich hatte kaum noch Kraft, meinen Kopf hochzuhalten. Wasser lief in meinen Nase, lief in meinen Mund und es tat so fruchtbar weh.

    Autos fuhren an mir vorbei. Es waren viele Autos und immer wieder versuchte ich, meinen Kopf zu heben, damit die Menschen, die in den Autos fuhren, sehen konnten, dass ich Hilfe brauche – doch keiner hielt an. Ich weinte vor Schmerzen, doch niemand sah meine Tränen. Niemand war da, sie fuhren alle vorbei.

    Ich fühlte, dass mein Leben zu Ende ging und ich wollte doch gar nicht sterben! Ich war doch immer lieb gewesen! Ich hatte doch immer so gern mit den Menschen geschmust und sie nie gekratzt. Habe ich mich nicht immer mit Zärtlichkeiten bedankt und meine Liebe zu den Menschen gezeigt, weil ich ihnen so vertraute?

    Ich fing an zu frieren. Es war so kalt und ich hatte so entsetzliche Schmerzen! Warum, ihr Menschen, fahrt ihr alle an mir vorbei? Warum helft ihr mir denn nicht? Ich möchte noch nicht sterben! Ich bin doch erst drei Jahre alt! Ich weiß nicht, wie lange ich in dieser nassen Pfütze gelegen habe. Ich wurde auf einmal ganz müde. Ich versuchte, meinen Kopf aus der Pfütze heraus zu halten, doch ich hatte keine Kraft mehr. Er fiel ins Wasser zurück und ich dachte: „Jetzt ist es aus, jetzt stirbst Du.“

    Da – auf einmal waren Menschen da. Sie streichelten meinen kalten Körper und hoben mich hoch. Ich wurde in eine Jacke eingewickelt und vorsichtig in ein Auto getragen. Ich freute mich trotz meiner schlimmen Schmerzen so sehr. Es gab doch noch gute Menschen, die mir helfen wollten. Sie fuhren mich zu einem Tierarzt, der ganz in der Nähe war, und ich versuchte ganz ruhig zu bleiben, damit ich meine Schmerzen besser ertragen konnte. Die Menschenfrau, die mich trug, streichelte mich unentwegt, die beiden Kinder im Auto weinten vor Sorge um mich und die Fahrerin bemühte sich, vorsichtig zu fahren, damit ich keine Erschütterungen spürte.

    Ich dachte an meine Familie zu Hause, an die guten Leckerchen die ich immer bekam, und ich freute mich so sehr, dass man mir helfen wollte. Die fremden Menschen waren so besorgt, und wie gerne wollte ich weiterleben in dieser Menschenwelt! Ich hörte die Fahrerin sagen: „Endlich sind wir da – jetzt wird alles gut.“ Da wurde es um mich plötzlich dunkel und kalt und ich spürte – es war zu spät! Ich hatte keine Kraft mehr in meinem Körper und fühlte keine Schmerzen mehr! In den Armen der fremden Frau schlief ich für immer ein, als sie mit mir an der Haustür des Tierarztes stand.

    Danke den Menschen, die mich nach endlos langer Zeit schwerverletzt mitnahmen, um mein Leben zu retten. Danke den beiden Kindern, die vor Sorge um mich, eine unbekannte Katze, weinten. Ich wollte noch nicht gehen, aber noch einmal die Fürsorge von lieben Menschen zu erfahren, hat es mir leichter gemacht.



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