Destination - Der gemeinsame Weg

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    Re: Destination - Der gemeinsame Weg

    Nepatan - 02.10.2007, 01:01

    Destination - Der gemeinsame Weg
    Samarkand. Hauptstadt Nagra Shion. Der Schloss des Königs.

    Es war Mittag. Im Zimmer war es still. Man hörte nur das Klopfen des Regens auf dem Fenster. Es war kühl und da es nicht besonders hell war, brannte im Zimmer eine Kerze. Diese stand auf einem kleinen Schreibtisch, auf dem ein paar Bücher lagen. Auf dem Stuhl saß eine junge rothaarige Frau und schrieb sich gerade etwas auf einem Papierblatt auf. In der Hand hielt sie eine lange Adlerfeder und neben dem Papier stand eine Tintenflasche. Ab und zu mal tauchte sie die Spitze der Feder ein und schrieb ruhig weiter.

    Vor ihr stand eine Vase mit roten Nelken, dessen Duft sie deutlich wahrnehmen konnte und sie in gewisser weise auch entspante. Ihre Gesichtszüge waren entspannt, ihr Blick ruhig und konzentriert. Ihr langes Haar fiel ihr locker über die Schultern und erreichte die Talie. Ein paar Strähnen fielen ihr frech ins Gesicht, doch störten diese sie nicht beim Schreiben. Sie trug ein weißes Kleid und hatte darüber noch einen blauen Mantel um, da es im Zimmer doch etwas kalt war. Sie war schlank, mit schön geformten Körper und eine angenehme Aura, die beruhigend auf einen wirkte. Sie hatte einen unwiderstehlichen Charm und jeder Mann aus dem Königshaus hatte ihr nicht nur ein Mal einen heimlichen sehnsüchtigen Blick zugeworfen. Doch keiner wagte es sich ihr zu nähern, weil sie eine Vertrauete des Prinzen war.

    Man meinte noch, sie wäre auch etwas mehr als nur eine Beraterin, doch Yuvinga ignorierte immer diese Gerüchte, da sie wusste, dass sie nicht der Wahrheit entsprachen. Der Prinz war in einer anderen jungen Frau verliebt, weshalb sie nur rein "geschäftlich" so zu sagen mit ihm in Verbindung stand. Sie gab oft Rat, half ihm bei seinen Studien und begleitete ihn dahin und dorthin. Sie war auch teilweise wie eine persönliche Leibgarde, da sie auch Ritualistin war, doch ersetzte sie die beiden Krieger, die den Prinzen immer begleiteten, nie.

    Manchmal kam es azu, dass der Prinz alleine irgnedwo hinging. Yuvinga akzeptierte diesen Wunsch und verbrachte die meiste Zeit im Schloss um Bücher zu lesen und setzte ihre Forschungen über die Geister fort. Schrieb alles auf, was sie durch Lesen udn Erfahrung erfuhr undversteckte dann die Papierollen in einer alten Holztruhe. Manchmal verbrachte sie die Zeit im Garten und lauschte dem Vogelgesang und beobachtete die Diener bei der Arbeit. Manchmal half sie ihnen auch, wobei sie aber darauf achtete, dass sie jemand aus der Königsfamilie nicht sah. Einfach, weil man ihr dann erklären würde, dass dies keine Arbeit für so eine schöne Frau wie sie sei. Dabei machte das manchmal so viel Spaß und half ihr zum nachdenken. Aber wie auch immer, sie versuchte sich zurückzuhalten und das klappte auch.

    Das Zimmer, indem sie sich gearde befand, war klein und ordentlich eingerichtet. Der Prinz hatte darauf bestanden, dass sie eins im Schloss hatte, obwohl sie gar nicht im Schloss wohnte. Er wollte einfach, dass sie alles hatte und immer ein Bett wo sie schlafen konte, wenn es zu spät war um nach Hause zu kommen. Weshalb es rechts von ihr ein kleines Bett gab. Davor war eine Truhe zu sehen und auf ihrer linken Seite gab es ein kleines Regal mit Büchern, die sie sich selbst auswählen und behalten dürfte. Hinter ihr, in der Mitte des Zimmers, stand ein großer grüner Teppich, der doch etwas seltsam und fehl am Platze wirkte. Vielleicht weil er darunter ein Pentagramm verbarg, der mit Kreide gemacht wurde und etliche Runen enthielt. Durch dieses Pentragramm beschwörte sie ihre Geisterwesen und konnte auch meditieren und üben. Somit hatte sie alles, was sie brauchte. Außer die warmen Sonnenstrahlen, die in diesem Moment die Erde nicht erreichen konnten. Schon seit Tagen. Doch daran war Yuvinga gewohnt. Außerdem, wenn es ihr zu kalt wurde konnte sie sich immer noch auwärmen, indem sie Feuer machte. Ganz einfach und praktisch so ein Element zu beherrschen.

    Die Rothaarige schrieb den Satz ziende und ließ dann die Feder neben das Papierstück. Sie laß kurz noch ein Mal den letzten Satz, legte das Papier wieder zurück auf den Tisch und erhob sich. Sie hatte sich genug mit Feuergeistern heute befasst. Jetzt konnte sie sich anderen Sachen widmen und auch etwas ausruhen. Schon klopfte es an die Tür und Yuvinga sah auf.

    "Ja, bitte?"

    Die Tür wurde geöffnet und ein Diener trat ein. Er trug ein Tablett mit etwas zum Essen drauf und die junge Frau musste sanft lächeln.

    "Euer Essen, Milady."

    "Danke, Riku. Sehr lieb von dir. Warte, ich nehm das Tablett ab."

    Sie nahm das silberne Tablett in den Händen und der Diener verneigte sich. Lächelte kurz Yuvinga an und verließ dann das Zimmer. SIe sah ihm nach und stellte dann das Tablett am Schreibtisch ab. Nahm sich ein Stück Brot und etwas Käse und wollte gerade anfangen zu essen, als sie ein leises klopfen am Fenster vernahm. Als sie aufsah erblickte sie eine schwarze Krähe, die am Fensterrand hüpfte und sich schüttelte, weil sie nasse Federn bekommen hatte. Die Rothaarige ließ das Brot mit dem Käse drauf auf den Teller zurück und erhob sich. Ging zum Fenster und öffnete es. Sogleich flog die Krähe im Raum und landete auf die Stuhllehne. Schüttelte sich und putzte etwas ihr Gefieder. Yuvinga schloss das Fenster wieder zu und drehte sich zu dem Tier um.

    "Manno, mann. Draußen regnet es als würde man Wasser auf einem Eimer gießen. Und kalt ist es noch dazu." ,sprach die Krähe mit Menschenstimme und schüttelte sich erneut. Yuvinga lächelte sanft und holte ein Tuch aus der Truhe.

    "Zumindest musst du jetzt nicht baden." bemerkte sie lächlnd und näherte sich dem Stuhl.

    "Baden?! Päh! Geister baden nicht! Wäre ja schön wenn!"

    "Stimmt." ,konstatierte Yuvinga nur und warf das Tuch auf den Kopf der Krähe. Diese kreischte auf un fing an die verrückt mit den Flügel zu schalgen.

    "Hey! Das find ich gar nicht nett! Lass das blöde Ding da von mir weg!"

    "Halt kurz still, Bartimäus, damit ich dich wieder einermaßen trocken hinkriegen kann."

    Yuvinga legte sanft die Hände um die Krähe und diese wurde plötzlich ruhig. Sanft rubte sie das Tier trocken und nahm das Tuch wieder weg.

    "Das Gefieder musst du dir aber selber in Ordnung bringen. Leider hab ich keinen Kamm dabei."

    "Jaja..." ,murrte die Krähe nur und zupfte etwas an ihren Federn rum. "Wie ich sehe, bin ich rechtzeitig zum Mittagessen da."

    "Ja, so ist es. Ist nur schade, dass ihr Geister keine menschliches Futter esst. SOnst hätte ich gerne geteilt."

    "Neee, danke. Reicht schon, dass ich mich in eurer Welt rumtreibe. Ich muss ja nicht auch euer Essen fressen."



    Re: Destination - Der gemeinsame Weg

    sarkasmuz - 03.10.2007, 21:49


    Das Trampeln der Soldaten war erschütternd. Die Holzhütten neben den Steinhäusern erbebten bei jedem Schritt, den die hunderttausenden Soldaten taten, um Meter vorwärts zu gelangen. Ihr Keuchen drang bis zu den Klosterpforten, das Geschrei der Sterbenden und Kämpfenden war markzerfetztend.
    Ein mit Narben übersähter Muark, ein Mischling von Mensch und Ghoul, löste sich aus der Gruppe. Niemand scherte sich darum, wenn einer von ihnen aus der Reihe tanzte, um in eines der Häuser, die noch nicht brannten, zu treten und sich das zu holen, wonach der Einzelne verlangte. Das Haus war spärlich eingerichtet, viele Möbel waren umgestoßen worden, vielleicht weil ein Kampf stattgefunden hat oder jemand nach etwas wichtigem gesucht hatte.
    Grunzend und schnaufend, wegen der großen Anstrenung die Berge hinaufzuwandern, um bis zu den Klöstern vorzudringen, stampfte der Soldat einige Schritte vorwärts, als ein schluchzender Laut ihn innehalten ließ. Mit seinen leblosen weißen Augen suchte er den Raum ab, als er in der Ecke langes, samtenes Haar neben dem Schrank hervorlugen sah. Mit einem Grinsen, dass die gesamte Haut des Gesichtes anspannte und zu zerreißen drohte, wanderte er langsam zu dem Häufchen Elend. Das kleine Mädchen, nicht älter als zwölf Winter, kauerte sich enger in die Ecke hinein und wimmerte. Der Soldat von Andromethian lachte leise und streckte seine entstellte Hand nach der kleinen aus, die ihn mit entsetztem und leichenblassem Gesicht anstarrte, versuchte sich noch näher an das Holz hinter sich zu drücken, schien zu beten in das Holz hineinzusinken. Der Mann lachte diabolisch auf, griff nach dem schmalen Handgelenk der kleinen und zerrte sie auf die Beine. Sie wehrte sich, flehte, doch erntete nur einen heftigen Schlag gegen den Schädel, der ein lautes knackendes Geräusch von sich gab.

    "Oh, tot gefällt sie mir nur halb so gut...", sagte er und hielt das leblose Stück Fleisch an dem Arm in die Höh, dennoch konnte er sein aufkommendes Lustgefühl nicht leugnen. Die Kleine hatte bereits Brustansätze, blasse, reine weiße Haut und schwarze lange Haare, die bis über den Boden reichten. Der Mann leckte sich seine nicht vorhandenen Lippen mit der versengten schwarzen Zunge, fuhr sich mit der anderen Hand über den Schritt. Er ließ den leblosen Körper fallen, schob das weiße Kleid hoch und labte sich an dem unschuldigen Anblick, der sich ihm bot. Der Soldat wollte sich gerade seiner Kleider entledigen, als ein Horn dunkel und mahnend ertönte. Darauf folgten mächtige Trommeln, die dumpf in seinem Körper vibrierten.
    Er sah auf, ausdruckslos, weil er nicht anders imstande war, blickte noch einmal zu der Leiche, sehnsüchtig, dann wandte er sich ab. Hinter der Tür kauerten, zitternd und erbleicht, eine ältere Frau, die ihren Jungen umklammert hielt.
    Das Trampeln verklang langsam, doch wagten sich die beiden Kreaturen nicht, aus ihrem Versteck hinauszukommen, wollten kein Risiko eingehen. Doch merkten sie nicht, dass der Mann, der zuvor das Haus betreten und wieder verlassen hatte, Brände um das Haus gelegt hatte. Zu spät würden sie erfahren, dass sie lebendig verbrannt werden würden.

    Das Gebrüll der kämpfenden Meute war kaum zu übertönen. Altair hielt ein Schwert in der Hand und sein Blick wanderte fiebrig, aufgescheucht und voller Hast durch die Menge, durch die kampf- oder schmerzverzerrten Gesichter und suchte nach den feinen, wahrscheinlich panischen Gesichtszügen des Prinzen.

    "MEIN PRINZ!?", brüllte er über den Platz, trat eine Leiche beiseite, schlug einen heraneilenden Ork mit einem Schwung seines Schwertes den Kopf vom Torso und ließ die herabfallende Leiche außer Acht, um weiter nach dem Sohn des Königs, dem Thronfolger, zu suchen. Dieser hatte sich, mit ein paar anderen Bogenschützen, weiter hinten auf eine höher gelegene Plattform gestellt und zielte auf einen Ork, sah Altair direkt an. Es dauerte eine Weile, bis er realisierte, dass Van auf ihn zielte, ehe dieser die Sehne seines feinen und schon fast elegantem Langbogen entspannen ließ. Ein surrendes Geräusch fegte an sein Ohr vorbei, darauf folgte ein schmerzhaftes Gurgeln und ein dumpfes Geräusch. Altair drehte sich um und grinste. In der Tat, Van war ein hervorragender Bogenschütze, doch sein Talent würde ihnen nicht mehr viel helfen, sie waren schon soweit dezimiert worden, dass sie kaum eine Chance hatten, sich zu wehren. Geschweige denn zu fliehen. Die Mönche, in ihren weißen Kutten, murmelten Gebete oder kleinere Zauber, um die schwarzen Kreaturen vom Klostertor fernzuhalten.
    Ruckhaft setzte sich Altair in Bewegung und eilte zu Van.

    "Mein Prinz", sagte er außer Atem und zog Van von hinten an seiner Kleidung.
    "Mein Prinz, Ihr müsst fliehen. Kommt!", brüllte er bestimmend und versuchte über die heraneilende Scharr von Truppen anzukommen.
    Van schüttelte zunächst den Kopf, spannte den Bogen und ließ wieder einen tödlichen Pfeil in die Menge sausen, doch auch er schien zu bemerken, dass es fast schier unmöglich war, gegen die immer größer werdene Armee anzukommen.
    Ein Mönch, dessen Kapuze heruntergerissen worden war und dem ein Auge fehlte, zerrte an den Kleidern des Prinzen und Altair.
    "Nerephim, nerephim. Prialta moraes mathore!...Nerephim!"
    Keuchend zerrte er die beiden vom Tor weg, hinein in die Klostergemäuer. Ein weiterer Mönch warf ihnen zwei Kutten zu, die sie sich schnell überzogen.

    "Aber wir können sie nicht alleine lassen, Altair", protestierte Van, doch er hielt inne, als Altair ihn an die Schulter fasste und nah an sein Gesicht heranrückte, damit Van ihn verstehen konnte.
    "Van, du weißt ganz genau, dass wir nicht bleiben können. Wir haben verloren, dass weißt du. Wir können dich nur noch sicher von hier fortbringen. - Noeras me Altair fatoerius melé, Nalejhsi", wandte er sich an einen vorbeieilenden Mönch, der nur nickte und dann fortlief. Von draußen her erklangen die immer lauter werdenden Schreie der Männer und Frauen die im Kampf fielen, doch wurden sie bald von dem Kriegsgebrüll der feindlichen Krieger übertönt.
    "Es wird Zeit, dich von hier fortzubringen. Komm!", sagte er forsch und griff Van am Oberarm, achtete nicht an das verzerrende Gesicht, dass er machte und auch nicht an die protestierenden Geräusche.
    Sie eilten den überdachten Teil des Klosters entlang, als Altair plötzlich nach rechts einbog und auf eine Wand zulief. Van versuchte, ihn zu stoppen, doch er lief direkt auf die alte Mauer zu. Als sie auf das Gestein zu schlagen drohten, verschwand Altairs Gesicht darin, dann sein Körper. Van kniff die Augen zusammen. Als er sie wieder öffnete, waren sie in einem dunklen, lichterlosen Gang. Altair lief immer noch weiter, zielstrebig, als könne er sehen wolang sie liefen. Und in der Tat, seine Augen leuchteten als einzige Lichtquelle kurz rötlich auf, dann bog er links ab, wanderte weiter. Ab und an stolperten sie über Geröll oder weichere Dinge - Van glaubte, es waren tote Ratten - und sie liefen.. Altair sagte kein Wort, sondern versuchte sich in der Dunkelheit zu orientieren. Ab und an ließ er seine Augen aufleuchten, benutzte seine Fähigkeit, in der Dunkelheit sehen zu können und ließ sie wieder erlöschen, damit sie nicht entdeckt wurden. Er wechselte oft die Richtung, um es schwieriger für ihre wahrscheinlichen Verfolger zu machen.
    "Zieh die Kapuze hoch", sagte er tonlos und bestimmend und tat es selbst, zog sie tief über das Gesicht. Nach wenigen Augenblicken stieß er eine hölzerne Tür auf und Gekreische erklang. Vor ihnen war ein Bad voller nackten Frauen. Altair hörte, wie Van die Luft einsog und seinen Kopf vor Scham senkte, doch er selbst bliebt unbeeindruckt.

    "Seid still", herrschte er die Frauen an und erreichte damit eine erschreckende Stille. Einige von ihnen hatten ihre Rundungen und Genitalien mit Leinentücher verdeckt, andere scherten sich nicht darum. Altair lächelte, doch niemand konnte es wegen seiner Kapuze sehen, verneigte sich entschuldigend und verriegelte die Tür hinter sich, lief mit Van, der stolpernd voranlief, durch den Raum an das dampfende Bad vorbei und schenkte den Frauen keine Beachtung mehr.

    "Wo sind wir?", wollte Van leise wissen und Altair lachte.
    Es war kein spöttendes Lachen, eher...ein böses, als müsse man sich vor seinen nächsten Taten ängstigen. Sie traten aus dem kleinen Gebäude in eine Nebengasse und liefen nach rechts. Als sie vor der Hauptstraße standen und das rege Treiben sahen, breitete Altair seine Arme aus und ließ Van somit los.

    "Willkommen in Samarkand, dem Land des ewigen Frühlings. Folgt mir, mein werter Herr Fürst, nun seid ihr nicht mehr der Prinz von Dor Hríve, sondern ein Fürst von den fernen Kontinenten. Vorerst", fügte er lachend hinzu und klopfte Van auf die Schulter, doch wurde er sogleich wieder ernst.
    "Ich weiß nicht, wo eure Eltern sind, aber ich hoffe, sie haben es mit meinem Vater noch rechtzeitig geschafft. Achja, Moâr, du bist gerade einen halben Tag lang gelaufen und hast nicht einmal gemeckert..."

    "Einen halben Tag?", stieß Van hervor, als sie durch die Menge schritten. Er wurde angestoßen, strauchte, doch Altair hatte wieder nach seiner Hand gegriffen und zog ihn hinter sich her. Beide schwiegen.

    "Wir sind noch einen Tagesmarsch von der Hauptstadt beziehungsweise vom Sitz des Königs entfernt, mein Freund, wir werden uns sputen müssen. Samarkand weiß noch nichts von dem Krieg, unsere Boten wurden alle getötet", erklärte er, in Vans Ohr hauchend und eng an ihm laufend, damit sie sich nicht verloren und er beängstigt sein musste, dass jemand lauschte.

    "Wir werden uns Proviant holen müssen und dann zu Fuß weiterziehen. Durch die Dunkelheit hast du nicht gemerkt, dass wir solange gelaufen sind, aber dein Körper wird dies langsam tun. Ein wenig werden wir rasten, dann ziehen wir weiter..."

    Altair schubste den verstört dreinblickenden Van zu einem Provianthändler und Wirt. Das Haus hieß "Die Lilie" und wurde scheinbar von einer Frau mittleren Alters geführt, die am Tresen stand und Bierkrüge putzte. Sie hatte rotbraunes langes Haar, dass ihr über die Taille ging und zu einem Zopf gebunden war. Sie trug ein grünes Leinenkleid und Mitleid beschlich Altair, als er sie sanft lächeln sah.

    "Was wünscht Ihr, werte Heilige? Seid Ihr auf der Durchreise, oder wollt Ihr ein wenig ruhen?", erkundigte sie sich und stellte den Krug beiseite. Ihr Lächeln war ehrlich.

    "Nein Danke, junge Frau, wir wollen nur etwas Proviant kaufen und dann weiterreisen."

    Sie nickte kurz, stutzte aber als sie das Gildenwappen auf dem Oberarm Altairs Ärmel sah.

    "Ihr seid aus Dor Hríve?!", fragte sie ungläubig.

    "In der Tat, in der Tat", entgegnete Altair und begutachtete das Brot auf dem Regal neben den Weinen.
    "Ich hätte gerne zwei Erlinger und ein Stückchen Schinken...wenn es Euch nichts ausmacht", fügte er leicht verbeugend hinzu und lächelte unter seiner Kapuze. Er ignorierte die plötzliche Stille hinter ihnen und die vielen Blicke auf seinem Rücken. Die Frau nickte nur stumm und lief zu dem Regal, holte die Sachen hinaus und packte sie in eine graue Leinentasche.

    "Dann hätte ich noch zwei von den Taschen dort", meinte er kühl und es dauerte nicht lange, dann hatten sie ihre Sachen zusammen. Altair bezahlte kommentarlos und verließ mit Van den Laden, der ihm fragend am Ärmel zog.
    "Es kommen nicht viele "Heiler" nach Samarkand", erläuterte er beim Gehen und bahnte sich einen Weg zu der nächstbesten Seitengasse und blickte dann an den Dächern vorbei gen Himmel. Es war spätnachmittag, sie würden die Nacht durchwandern müssen.
    "Wir haben die besten Heiler, aber wir helfen andere Länder nicht gerne, scheint mir so. Deshalb sind wir nicht gerne gesehen. Das spielt jedoch keine Rolle für uns, komm jetzt. Wir müssen weiter."

    Altair gab Van einen Stoß und sie liefen die Seitengasse weiter. Der Krieger blickte immer wieder nach oben und schien sich somit zu orientieren, doch Van traute sich nicht, zu fragen, denn seine Leibgarde schwieg.

    Er machte sich Sorgen. Sorgen um seinen Vater und Sorgen um seine Familie. Er konnte nicht sagen, ob er sich ängstigte, sie verloren zu haben, oder ob er mehr um das Wohlbefinden seines Herrschers verunsichert wurde. Doch solange Van lebte, brauchte er sich vorerst keine Gedanken zu machen. Altair bedachte Van, der neben ihm lief, mit einem Seitenblick und sah dann nach oben.
    "Rechts", murmelte er und stieß Van wie aus dem Nichts nach rechts, lief dann weiter, aus der Stadt hinaus in den anliegenden Wald. Samarkand war nicht fremd für Altair, zumindest nicht ganz. Und sein treuer Freund der Lüfte würde ihm helfen, den Weg zum König zu finden.



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