Seven Dead

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    Re: Seven Dead

    Konstantin - 04.04.2008, 16:46

    Seven Dead
    SEVEN DEAD


    in the ashes of the eldest risen from the dead
    in the first night of full moon again risen the head
    in red cloaks dressed returned to the clan
    to make start the legend in a new life again

    Vincent Varior

    Ratternd und pfeifend raste der Zug über die Brücke. Ein Waggon nach dem anderen schoss aus dem dunklen Tunnel hervor und peitschte dem Regen entgegen. Prasselnde Tropfen an den Fensterscheiben und das Rauschen des Flusses unter der Brücke versuchten sich gegenseitig zu übertönen und schwollen zu kaum erträglichem Lärm an. Der schwarze Himmel war so von Wolken verdeckt, dass man hinter den dicken grauen Schwaden nicht einmal mehr den strahlenden Vollmond erkennen konnte.
    Zitternd streifte der Lokomotivführer sich seinen Mantel über. Wenn er bedachte, wie kalt es hier, an der Spitze seines Passagierzuges schon war, wollte er sich gar nicht erst vorstellen, wie eisig die Temperaturen in dieser gottverdammten Nacht außerhalb seiner schwach beheizten und beleuchteten Lokomotive sein mussten. Vor lauter Regenschauern konnte er die schmale Brücke mit der einzelnen Gleisspur und den zwei schmalen Notfallwegen an ihren Seiten fast nicht erkennen, geschweige denn von ihrem Ende. Langsam begannen seine Finger zu frieren und es kam ihm vor, als würde der Regen, der gegen seine Frontscheibe schlug immer stärker. Als er bemerkte, wie weiß seine Hände schon waren, beschloss er sich etwas von seinem Tee –
    Ein Mann! Mit voller Wucht trat der Lokführer die Bremse. Schrille Aufschreie drangen zu ihm nach vorn.
    Da hatte ein Mann auf den Gleisen gestanden! Genau vor ihm, keine fünf Meter entfernt! Groß, im Wind wehender roter Mantel und schwarze lange Haare – er sah ihn jetzt noch genau vor sich.
    Der Zug kam kreischend zum Stehen. Kreideweiß im Gesicht und mit einem leeren Gefühl im Magen, als hätte er die letzten Wochen keinen Bissen mehr gegessen, rappelte er sich aus seinem Sitz auf und öffnete die Türe nach draußen. Sofort schlug ihm der Regen ins Gesicht und der Wind drohte ihn von der Brücke zu reißen. Festen Schrittes lief er vor, während hinter ihm einzelne Passagiere ausstiegen und ihm unverständliche Sätze zuriefen.
    Wankend kam er vor der Lok zum stehen. Da war nichts. Auch die Räder wiesen – soweit er das bei diesen Wetterverhältnissen beurteilen konnte – keine Spuren eines gerade eben zerfetzten Mannes auf.
    Nun vor Angst zitternd schaute er noch einmal in Fahrtrichtung. Auch wenn er nicht besonders weit sehen konnte, schien da niemand mehr zu sein. Durch den Sturm wankend näherte er sich dem geländerlosen Brückenrand, um zur Vergewisserung auch einen letzten Blick hinunter zu den tosenden Wellen zu werfen. Den linken Fuß stützend vor sich, den rechten quer hinter sich gestellt beugte er sich über die Kante und blinzelte aus zusammengekniffenen Augen angestrengt nach unten, zum stürmenden Fluss. Es musste fast unmöglich sein, einen normal großen Menschen, der dort hinuntergefallen war, in den Fluten zu erkennen… Doch, ein Mantel! Ein roter Mantel!
    „He!“
    Der Lokführer schrak zusammen und wankte gefährlich über dem Brückenrand. Er hatte sich, ohne es zu merken, viel zu weit nach vorn gebeugt. Mit mehr als der Hälfte seines Körpergewichts über dem Rand der Brücke fing er an verzweifelt mit den Armen zu wanken.
    Da wurde er plötzlich von Hinten an beiden Schultern gepackt und festgehalten. Hastig machte der Lokomotivführer zwei Schritte nach hinten und drehte sich um. Ein Mann stand vor ihm. Ein anderer Mann. Er hatte einen schwarzen Anzug an und einen Hut auf dem Kopf. Mehr konnte man nicht erkennen.
    „Was sollte diese Vollbremsung eben, mein Herr?“, schimpfte er.
    Hinter dem Zugpassagier bewegte sich etwas im Dunkeln. Der Lokführer lehnte sich leicht zur Seite, um besser sehen zu können, was sich da geregt hatte. „Da – da war…“
    Eine Fledermaus kam aus dem Dunkel geflattert und ließ sich im blassen Schein des Lichts, das durch die beschlagenen Scheiben nach draußen drang, auf der Lokomotive nieder. Diese Fledermaus war größer, als andere Fledermäuse, die der Lokführer bisher gesehen hatte… Stockend deutete er mit dem Finger auf das Tier. Im nächsten Moment sah er nur noch das rote Funkeln aus den Augen der Fledermaus. Nun wandte sich auch der Passagier um, um zu sehen, worauf der Lokomotivführer gezeigt hatte. Sofort holte er in einem geübten Handgriff eine Pistole aus der Innentasche und zielte auf die Fledermaus.
    Plötzlich stieß sie sich ab und schoss mit einem Kreischen und ausgebreiteten Schwingen den Männern entgegen.
    Der Lokführer stolperte rückwärts, trat mit einem Fuß ins Leere und griff augenblicklich nach dem Arm des Passagiers, um sich festzuhalten. Der Herr im Anzug feuerte daneben und wurde zusammen mit dem Lokomotivführer von der Brücke gerissen. Schon nach wenigen Sekunden übertönten die rauschenden Wellen die Todesschreie der beiden Männer.



    Re: Seven Dead

    Lee - 06.04.2008, 21:10


    bis jetz nicht schlecht, mach weiter :clap:



    Re: Seven Dead

    Konstantin - 12.04.2008, 14:00


    Nosferatu Nugator

    „Wollen Sie uns allen Ernstes erklären, dass der Lokführer den Zug ganz grundlos in voller Fahrt gestoppt hat, keinen Grund hatte auszusteigen und dann ganz einfach mit Mister Chaplin von der Brücke geweht wurde? Von einem Windstoß?“
    Der Vorsitzende vergrub das Gesicht in seinen Händen und rieb sich die Stirn. So anstrengend war schon lange Zeit keine Sitzung mehr gewesen. Warum musste dieser Davis immer alles dreimal umkrempeln, verdrehen und veralbern? „Ich meine zwar, meine eigenen Vermutungen nicht ganz so unglaubwürdig dargestellt zu haben wie Sie, aber ja, diese Version scheint mir immer noch sehr viel sinnvoller als Ihre.“
    „Ich bitte Sie! Mister Roberts war fast dreißig Jahre im Dienst und niemand kann sich an einen ähnlichen Zwischenfall, wie diese Vollbremsung erinnern!“
    „Irgendwann ist immer das erste Mal“, erwiderte Professor Avery ruhig.
    „Roberts und Chaplin waren nicht die einzigen, die den Zug verlassen haben“, fuhr Davis unbeirrt fort. „Wäre ein harmloser Windstoß am plötzlichen Ableben des Lokomotivführers und unseres Kollegen Schuld, wäre es wahrscheinlich gewesen, dass auch andere in den Fluss gestürzt wären!“
    „Mister Chaplin und Mister Roberts waren laut Zeugenaussagen die Einzigen, die ein paar Meter vom Zug entfernt standen. Nur sie standen im Freien, sie konnten einfach vom Wind mitgerissen werden, all die anderen Passagiere waren vom Zug geschützt.“ Avery sah entnervt durch die Runde. Sie saßen hier zu zwölft und nun diskutierten seit einer knappen Viertelstunde nur noch er und Davis über ihre Meinungsverschiedenheiten. Keiner ergriff Partei. Alle hielten den Mund. Mit trockener Kehle blickte er zu dem leeren Stuhl am Ende der Fensterreihe hinten rechts. Chaplins Stuhl. Mister Chaplin hätte ihm im Streit gegen diesen widerspenstigen Davis geholfen. Doch Chaplin war tot, mitten in der Nacht von einer Brücke gestürzt und nur deshalb hatten sich die nicht mehr dreizehn, sondern nur noch zwölf Mitglieder des Ordens überhaupt hier in Fulmina, der Stadt, die gleich am besagten Fluss lag, zusammengefunden.
    Mister Davis begann zu schmunzeln, fing an zu kichern. In Professor Avery’s Ohren klang dieses Lachen unglaublich arrogant.
    „Professor“, begann er von neuem, mit einem hässlichen Grinsen auf dem Gesicht, „entschuldigen Sie, dass ich mich gerade nicht anders auszudrücken weiß, aber… Sie reden völligen Schwachsinn!“
    Das war zu viel. Wütend sprang der Professor von seinem Platz als Vorsitzender am Ende des langen Tisches auf, sodass er seinen Stuhl fast umkippte.
    „Ich rede Schwachsinn?“ Laut schnaubend drehte Avery sich zur Fensterreihe in seinem Rücken um und blickte hinaus auf die verregnete Stadt. Hätten nicht diese dichten Nebelschwaden über den vielen Dächern und Türmen gehangen, hätte man von hier oben aus einen großen Teil von Fulmina überblicken können. „Ich rede also Schwachsinn“, wiederholte er von seinen Untergeordneten abgewandt und mit den Armen auf dem Rücken verschränkt. „Und Sie, Mister Davis? Sie reden von Vampiren!“
    „Jetzt haben Sie es also doch verstanden?“, erwiderte Davis vorlaut.
    „Sie sind entlassen.“
    Mister Avery drehte sich zu den elf Ordensmitgliedern und der Fensterreihe in der gegenüberliegenden Wand um. Er machte den Mund auf und ein Schrei ertönte. Noch bevor er sehen konnte, wer geschrien hatte, bemerkte er den Grund: Eine Gestalt, ganz und gar in schwarz und weiß gekleidet, stand auf der Spitze des Kirchturms, der hinter den Fenstern, auf der anderen Seite des Platzes in die Höhe ragte, an dem das Gebäude stand, in dem sie sich befanden.
    Avery hatte keine Zeit, um Einzelheiten zu erkennen, da sprang die Figur mit flatterndem Mantel vom Turm und raste durch die Luft, mit dem Kopf voran, genau auf ihn zu. Die Gestalt kam näher und Avery versuchte das Gesicht zu erkennen – ein rotes Blitzen traf seine Augen.
    Im nächsten Moment brach das Glas, geblendet sah er die verschwommenen Untergeordneten, wie sie von ihren Stühlen zu Boden sprangen. Etwas streifte ihn an der Wange, kurz darauf wurde er bewusstlos.



    Re: Seven Dead

    Lee - 13.04.2008, 20:37


    ui :o:
    mir gefällts, mach weiter :clap:



    Re: Seven Dead

    Konstantin - 15.04.2008, 17:05


    Occidero Obnitor

    Der Regen prasselte so laut auf das Glasdach der Bahnhofshalle, dass man sein eigenes Wort nicht verstehen konnte. Ein drei Meter hoher Gitterzaun durchkreuzte die Halle von der einen zu anderen Seite und an den acht Durchgängen standen jeweils zwei Spiegel und zwei Wachen zu beiden Seiten. Menschenmassen drängten durch die Öffnungen, durch die keine zwei Menschen gleichzeitig passten, neben dem Rauschen des Regens war Grummeln und Murmeln zu hören, vereinzelte Rufe, Fußgetrappel und das Rollen von Gepäckwagen auf dem steinernen Boden.
    „Das ist ja unerhört ist das!“, drang es von einem der Durchgänge bis zu den Wachmännern, die gerade eine Pause eingelegt hatten und sich auf einer Bank am Rand der Halle niedergelassen hatten, um sich auszuruhen.
    „Sie können doch nicht einfach – he! Lassen Sie das!“
    „Ich geh mal nachschauen…“, sagte einer der Wachmänner und verdrehte die Augen. Er stand auf und versuchte sich durch das Gedränge zu kämpfen.
    Typisch. Der Orden fasste irgendeinen seltsamen, unmöglich nachvollziehbaren Schluss und mit einem Schlag geriet die ganze Stadt in Aufruhr.
    ‚Spiegel aufstellen und Eckzähne kontrollieren. Vampire betäuben und einsperren.’ Wäre seine Laune an diesem Tag nicht stetig gesunken, hätte er gelacht. Seit wann fuhren Vampire mit der Bahn, entblößten ihr nicht vorhandenes Spiegelbild, zeigten ihre Eckzähne und ließen sich darauf von unbedeutenden Aufpassern wie ihm einsperren?
    Der Wachmann war beim Durchgang angekommen. Dort stand ein älterer Herr mit Hut und im Anzug, mit Koffer in der Hand und Regenschirm unter dem Arm zwischen den Spiegeln und weigerte sich, den anderen Wachen die Zähne zu zeigen.
    „Ganz klar“, sagte der Wachmann sarkastisch trocken, „das muss ein Vampir sein.“
    Hektisch sah der alte Mann sich um. Der Wachmann seufzte und gab den anderen beiden Zeichen, ihn festzuhalten. Einer von ihnen riss ihm den Mund auf. Die Eckzähne sahen – wie erwartet – aus, wie jedes Paar Eckzähne aussieht.
    „Weiter“, kommandierte er den Zugpassagier mit einer Handbewegung Richtung Ausgang, der hinter dem Getümmel von Reisenden lag. „Der Nächste, bitte.“
    Der Nächste war ein großer Mann mit glatten, grauen Haaren, die ihm zu beiden Seiten des Gesichts bis zu den breiten Schultern hinab fielen. Dort war ein Umhang festgemacht, der hinter ihm über den Boden schleifte. Mit schweren, festen Schritten trat er an den Spiegeln vorbei und ging weiter.
    Das Spiegelbild. Entweder hatte er nach all dem Kontrollieren nicht mehr richtig hingeschaut, oder da war keines gewesen. Der Wachmann räusperte sich. „K- könnten Sie bitte noch einmal zurückkommen? Wir müssen noch Ihre- Ihre Eckzähne kontrollieren.“
    Der mindestens zwei Meter große Mann drehte sich um und grinste den Wachmann an. Spitze, lange, weiße Eckzähne.
    Der Wachmann schluckte, doch bevor er etwas tun konnte, richtete der Vampir nach einem einzigen geübten Handgriff eine lange Pistole auf ihn und schoss. Die Kugel prallte gegen seine Schulter, drang aber nicht ins Fleisch ein, sondern explodierte in schwarzem Rauch. Der Wachmann hustete und viel ohnmächtig zu Boden.

    Ende des Prologs



    Re: Seven Dead

    Lee - 15.04.2008, 17:50


    Intressante Überschriften... sind das die Personen bei denen das gerade passiert?
    naja, egal, weiter :clap:



    Re: Seven Dead

    Konstantin - 13.05.2008, 14:06


    I Zusammenkunft

    Es war Nacht. Vincent stand auf dem Balkon und schaute zum Mond hoch. Obwohl der Wind nur so schwach war, dass er das Laub in den Bäumen unterhalb des Balkons zum Rascheln brachte, kräuselte sich sein langer roter Umhang um ihn, als sei er lebendig und warf einen zitternden, schwankenden Schatten in den Lichtkegel der hohen Laterne, die, soweit er sehen konnte, außer dem Mond, das einzige Licht weit und breit war.
    Ein Schatten zuckte am Boden unterm Balkon. Blitzschnell zog Vincent eine lange Pistole unter dem Mantel hervor, legte den Finger im Lederhandschuh auf den Abzug und zielte ins Dunkel. Neben ihm traten zwei Schuhe geräuschvoll auf den Steinkacheln des Balkons auf.
    „Vincent!“, sagte die hohe, gespielt freundliche Stimme seines Kollegen.
    „Nugator“, antwortete Vincent, sehr viel weniger erfreut. Typisch, dass Nosferatu Nugator nicht beim Treffpunkt ankommen konnte, ohne vorher seine Mitarbeiter zu verunsichern und lautlos zum beaufsichtigten Eingang zu schweben. Ein wirklich sehr eleganter Auftritt.
    Kaum war Nugator hinter den sich wölbenden Gardinen der Balkontür verschwunden kam der letzte Vampir an, der an diesem Abend erwartet wurde. Occideros gewaltiger Körper landete schwer auf dem Balkon und ließ den Boden erzittern.
    „Du kannst die Waffe wegstecken“, brummte er Vincent zu und funkelte dann zu der Stelle zwischen den Gardinen, an der gerade Nugator verschwunden war. „Idiot…“
    Dies war einer der wenigen Punkte, in denen Vincent sich absolut einig mit Occidero war. Nugator war ein Nerven raubender, arroganter, hysterischer und dazu noch ein verdammt schlechter Schauspieler und Vampir.
    Occidero war auf seine eigene Weise jedoch nur ein kleines Stück besser, wie Vincent fand. Er schlachtete jeden ab, der ihm irgendwie in den Weg kam, hatte nicht das geringste Problem mit Gewalt und sah diese Eigenschaft als seine Stärke an.
    Aber im Großen und Ganzen war Occidero ihm trotzdem sympathischer als Nugator. Occidero sagte seine Meinung und war ehrlich, für Nugator dagegen, war das ganze Leben – sofern man das bei Untoten so nennen konnte – ein einziges großes Theaterspiel.
    Vincent lies die Pistole in den Tiefen seines Mantels verschwinden. „Wir sind vollzählig, du bist der Letzte. Lass uns hineingehen.“
    Die Luft hinter den Gardinen war stickig und voller Rauch. Nugator hustete übertrieben. Die Stirn runzelnd sah Vincent zu ihm hinüber. Er saß an einem runden, verkratzten Tisch, in dessen Mitte eine große, rote Kerze stand, in der Ecke des dunklen Raums. Außer ihm saßen noch vier andere Vampire dort, die sie erwarteten. Also setzten sie sich. Occidero ließ sich auf einem Stuhl neben Silvira nieder, worauf für Vincent nur noch der Stuhl zwischen dem Rüpel und dem Schauspieler blieb.
    „Ihr kommt spät“, sprach der Älteste, Ceriados, mit verrauchter, heiserer Stimme an Occidero und Nugator gewandt.
    „Am Bahnhof prüfen die Menschen jeden Passanten auf Eckzähne und Spiegelbild. Da gab es einen kleinen Zwischenfall“, erklärte Occidero.
    Bevor Ceriados darauf eingehen konnte, murmelte Vincent: „Das ist kein Wunder, wenn Vampire mit dem Zug fahren.“
    „Sich in Menschengestalt in einen Zug voller Menschen zu setzen halte ich für unauffälliger, als sich davor aufzustellen und dann zwei Unschuldige von einer Brücke zu stürzen“, erwiderte Occidero scharf.
    „Das war ein Unfall.“
    „Beim Anblick des Vollmonds hat unser Vincent blöderweise den großen Zug vergessen, der ihn beinahe umgehauen hätte“, kicherte Nugator neben ihm und steckte damit andere am Tisch an.
    Blitzartig schnellte Vincents Rechte unter den Mantel zum Griff seiner Pistole.
    Silvira zog scharf die verrauchte Luft ein und begann zu husten. Ceriados seufzte. „Kinder, Kinder“, hauchte er und Vincent lies die Hand wieder sinken, „bitte, Nosferatu, wie lautet die Entschuldigung für deine Verspätung? Den Gerüchten zu Folge hast du nicht weniger Aufsehen erregt. Meinst du nicht, dass der Grund für die Kontrollvorrichtungen im Bahnhof genauso gut dein großer Auftritt beim Orden sein könnte?“
    „Ich denke… “
    „Unser Nosferatu wollte nach der langen Reise mal wieder etwas Theater spielen und hat dabei vergessen, dass sein Publikum unsere Jäger sind, nehme ich an“, unterbrach ihn Occidero.
    „Ich habe niemanden umgebracht und bin nicht mit offenem Mund herumgelaufen“, sagte Nosferatu laut mit schneidender Stimme.
    „Du bist geflogen“, kam es gleichzeitig von Occidero und Vincent.
    „Du doch auch!“, warf ein eher rundlicher Vampir mit Glatze, Tracul, der zwischen Ceriados und Silvira saß und meinte, sich einmischen zu müssen, ein und zeigte dabei mit einem seiner Wurstfinger auf Vincent.
    „Als Fledermaus“, erklärte er, verzweifelt darüber, dass sich jetzt auch noch andere der Dummheit von Nugator anschlossen. „Fledermäuse fliegen! Menschen nicht!“
    „Und du hast auf eine Wache am Bahnhof geschossen!“, rief jetzt der dünne Herr zwischen Ceriados und Nugator, der sich scheinbar von seinem schauspielenden Freund beeinflusst und ermutigt fühlte, und richtete seinen einen langen, spitzen Fingernagel auf Occidero.
    „Aber mit Rauchpatronen“, versuchte er sich zu rechtfertigen.
    „Das spielt doch überhaupt keine –“
    „Neuerdings auch noch feige?“, zettelte Nugator völlig grundlos einen neuen Streit an. Jedoch mit größeren Folgen, als er wahrscheinlich erwartet hatte.
    Vincent lächelte kaum merklich schadenfroh in sich hinein, als Occidero wutentbrannt aufsprang und dabei seinen Stuhl umwarf. Mit einer seiner schaufelgroßen Hände griff er an Vincents Gesicht vorbei nach Nugators Kehle und schlang die kräftigen Finger um seinen Hals.
    Eine Sekunde lang kniff Nugator die Augen zusammen und es herrschte Stille.
    Dann hieb Ceriados mit der Faust auf den Tisch, dass es knallte und das Holz knirschte. „ES REICHT!“
    Die Kerze in der Mitte des Tisches fiel um und brannte einen schwarzen Rußfleck in das verkratzte Holz. Wachs tropfte vom Kerzenstumpf und formte in den Kerben ein blutrotes V.
    Erneut Stille. Doch diesmal dauerte sie länger an. Occidero erlöste Nugator von seinem eisernen Griff und trat einen Schritt von Vincent weg.
    Mit steinerner Miene starrte Vincent ihn an. Jeden am Tisch ließ er seinen durchbohrenden Blick spüren. „Es – gibt – keine – Prophezeiungen.“
    Er trat einen Schritt zurück und im nächsten Moment war er verschwunden. Die restlichen sechs Vampire atmeten aus.



    Re: Seven Dead

    Lee - 13.05.2008, 14:30


    mir gefällts echt gut :clap:



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