29.05.2000: Viktor Worms zur Situation der ZDF-Hitparade

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    Re: 29.05.2000: Viktor Worms zur Situation der ZDF-Hitparade

    Michael - 12.03.2012, 18:18

    29.05.2000: Viktor Worms zur Situation der ZDF-Hitparade
    Viktor Worms zur Situation der ZDF-Hitparade

    Angeblich will Viktor Worms die "ZDF-Hitparade" abschaffen. Grund genug für MUSIKWoche, den Programmchef des ZDF, der früher selbst die beliebte Schlagersendung moderierte, nach seinen Plänen zu befragen.

    MUSIKWoche: Wie sehen Sie die generell Zukunft von Musiksendungen im Fernsehen?

    Viktor Worms: Besonders Sendungen mit volkstümlicher Musik, die hauptsächlich die ältere Zielgruppe ansprechen, kämpfen um ihr überleben. ARD und ZDF sind sowieso die einzigen Sender, die solche Sendungen überhaupt noch produzieren. Ich habe versucht, mit der "Show der Sieger", die Kim Fisher moderiert, eine neue Form zu kreieren, die wieder ein jüngeres Publikum anspricht und in der auch Gruppen wie Modern Talking oder a-ha auftreten.

    MW: Sterben auch Formate wie die "ZDF-Hitparade" oder der "Showpalast" aus?

    Worms: Ich weiß nur eins: Musikfernsehen wird es sehr schwer haben - bedingt durch Spartensender wie VH1, Viva, MTV und vor allem auch in Zukunft durch das Internet. Derzeit funktioniert noch die volkstümliche Musik. Aber die Quote für die "Hitparade" ist einfach zu niedrig.

    MW: Stellen Sie deshalb der "Hitparade" ein Ultimatum?

    Worms: Dummes Zeug. Auch ist der neue Sendeplatz nicht ein Trick, um sie abzusetzen. Hätte ich das gewollt, hätte ich es gleich tun können. Ich wollte lediglich feststellen, wie sie sich weiterhin behauptet, denn die Sendezeit um 19.25 Uhr hatte ihr offensichtlich auch nicht bekommen, da wir um diese Zeit einen Marktanteil von rund zehn Prozent hatten. Aber es sind Marktanteile von 15 Prozent gefragt, und darüber entscheidet nunmal der Zuschauer, nicht ich.

    MW: Musikverleger und Plattenindustrie greifen Sie wegen der neuen Sendezeit an. Trifft Sie das?

    Worms: Ja. Denn an der Quotenentwicklung sind diese Herrschaften nicht ganz unschuldig. Die Industrie hat die Sendung genutzt, um junge Talente zu etablieren, die sich aber später, als sie etabliert waren, dem Wettbewerb nicht mehr stellen wollten, weil sie eventuell gegen einen Nachwuchskünstler verlieren könnten. Aber ich kann keine Sendung mit 70 Prozent No-Names und 30 Prozent Stars machen. Die Zuschauer wollen einen Wettbewerb mit Stars; diese Sendung heißt nicht von ungefähr "Hitparade". Auch war sie nie als reine Nachwuchssendung gedacht. Aber ich kann Udo Jürgens oder die Flippers nicht in diese Sendung zwingen, auch wenn ich es gern tun würde. Dasselbe Problem hatten wir beim "Showpalast": Der Wettbewerb fiel nach der ersten Sendung weg, weil sich die Künstler beschwerten. Das ist natürlich der Quote nicht gut bekommen.

    MW: Wie geht es mit der "Hitparade" weiter?

    Worms: Wir werden die Entwicklung weiterhin beobachten.

    MW: Haben Sie darüber nachgedacht, der Sendung zur Jahrtausendwende eine neue Form zu geben, wie es sich der frühere Regisseur Truck Branss wünschte?

    Worms: Ich kann Truck Branss nur zustimmen, aber ich wüßte im Augenblick nicht, wie die neue Form aussehen sollte. Wir haben verschiedene Ansätze ausprobiert, aber nichts hat funktioniert, oder eben nur teilweise. Jetzt setze ich auf den klassischen Schlager, um wieder eine klare Linie zu bekommen. Denn der Spagat zwischen Wolf Maahn und Nicole funktionierte nicht.

    MW: Verstehen Sie die Panik von Uwe Hübner?

    Worms: Klar, der hängt an der Sendung. Aber auch ich hänge an der "Hitparade", denn sie ist Teil meines beruflichen Lebens. Ich hätte es mir einfacher machen und noch eine Sendung erfinden können, in der gejodelt wird, und ich hätte wieder meine 15 Prozent garantiert. Die "Hitparade" ist eine Programmmarke, um die es wert ist zu kämpfen. Der Zweck dieser Sendung ist gute Unterhaltung.

    MW: Wirkt sich der Druck der privaten Sender auf die Qualität dieser Unterhaltung aus?

    Worms: Der Druck ist da. Aber ich frage mich, ob der Anspruch darin besteht, Menschen gut zu unterhalten, oder darin, bestimmte Dinge auszuschließen, die menschenverachtend sind.

    MW: Geht es nicht auch hierbei um die Quote? Der Anspruch der "Hitparade" an die Interpreten war früher, dass sie wenigstens singen können. Daher konnten sich auch prägnante Stimmen etablieren. Heute bekommen Sie nicht mit Mary Roos, aber mit Zlatko oder Stefan Raab die Quote.

    Worms: Mit Stefan Raab habe ich, was den Anspruch betrifft, keine Probleme. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, daß die Angebote für die Hitparade wirklich zu 80 Prozent grottenschlecht sind. Ich will aber damit nicht den Schlager an sich diskreditieren.

    MW: Die privaten Sender warten mit jungen Moderatoren auf. Hat das ZDF mit Dieter Thomas Heck, Thomas Gottschalk, Uwe Hübner, Michael Schanze & Co. Altlasten?

    Worms: Die öffentlich-Rechtlichen sind für alle Gebührenzahler da. Und ein Dieter Thomas Heck bedient hier etliche Zuschauer. Was allerdings die Zukunftsfähigkeit angeht, werde ich junge Leute einkaufen, wenn ich neue Sendungen konzipiere, wie ich es beispielsweise mit Kim Fisher versuche. Denn wir müssen bei den jüngeren Leuten stärker werden.

    MW: Möchten Sie die "Hitparade" nicht stärker als Familiensendung aufbauen?

    Worms: Außer "Wetten, dass...?" oder großen Fußballspielen gibt es solche Konsens-Sendungen nicht mehr, bei denen die ganze Familie vor dem Bildschirm sitzt.

    MW: Haben Sie das aber beim "Showpalast" nicht gerade versucht?

    Worms: Ja, doch es ist trotzdem zu schwierig. In Frankreich wäre es möglich. Aber in Deutschland würden Interpreten in ähnlichen Konstellationen nicht zusammen auftreten. Hier fehlt es einfach an Toleranz und Respekt vor der Kunst, die einem persönlich vielleicht nicht gefällt.

    Quelle: Musikwoche



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