Gespräche in Alveran II

Terra Travia
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    Re: Gespräche in Alveran II

    Chuma - 11.06.2008, 19:17

    Gespräche in Alveran II
    XIII. Das Äon des Namenlosen
    FAMERLOR: Bei den Drachen von Alveran ... also bei mir ... das ist ja ... hmmmmmpf.
    TSA: Mein armes Echschen! Was hat dir der Böse wieder angetan?
    FAMERLOR: Mmmmm ... M-l-k-r-b n-g-l-g-t.
    TSA: Wie? Was? Ich versteh’ dich nicht, Fammi. Nimm’ doch mal diesen Maulkorb ab.
    FAMERLOR: Mmmmmm!
    TSA: Ach so! Nein, dieser Tierquäler! Rahja, komm doch mal her und schau dir an, was der neue Boß getan hat.
    RAHJA: Nenn’ ihn nicht dauernd „neuer Boß“ – auch wenn du alles Neue magst. Dies-mal war’s ja wohl Dämonenkacke mit dem Neuen.
    TSA: Wie sprichst du denn, Schwesterherz?
    RAHJA: Is’ doch wahr! Oder willst du behaupten, daß der tolle Herr Namenlos bisher irgendwas Gutes für uns getan hat?
    TSA: Nur weil er deine Reizwäsche gegen Rollkragenpullover ausgestauscht hat? – Da-bei stehen die dir doch ganz ausgezeichnet.
    RAHJA: Was man vom Keuschheitsgürtel nicht behaupten kann, dumme Nuß!
    TSA: Aber das ist noch nicht so schlimm wie das, was er Fammi angetan hat. Sag’s ihr, Fammi.
    FAMERLOR: Mmmmmmm.
    RAHJA: Oh, armes Echschen!
    TSA: Genau das hab’ ich doch schon gesagt, und du weißt, ich mag’s nicht, wenn was wiederholt wird.
    RAHJA: Aber deine Farben würdest du dir gerne wiederholen, nicht wahr? Dieses neue Einheitsgrau gefällt dir bestimmt nicht.
    TSA: Auch Grau ist eine Farbe! Und Phexchen gefällt’s. Gestern hat er mich „Nebel-streifchen“ genannt. Süß, nicht?
    RAHJA: Der ist ja nur neidisch. Der Böse hat ihn erwischt, wie er in seinem Zimmer rumgeschnüffelt hat. Er hoffte, irgendwie den Namen rauszukriegen. Hesinde mein-te, damit könne man ihn dann... exeku... exkommu... exor... ach, vertreiben eben.
    TSA: Und wieso sucht Phex in seinem Zimmer nach dem Namen?
    RAHJA: Naja, Phex ... wir ... also ich dachte, vielleicht hat er ja irgendein Taschentuch, wo der Name eingestickt ist, oder so.
    TSA: Also hast du Phexchen da rein geschickt?
    RAHJA: Willst du mir jetzt Schuldkomplexe einreden?
    TSA: Nee, dafür war ja Praios zuständig.
    RAHJA: Ach ja, Praios. Das waren noch Zeiten.
    TSA: Seeeeeufz.
    RAHJA: Erinnerst du dich noch an dieses helle leuchtende Ding, das er immer am Him-mel aufgehängt hat?
    TSA: Ja. „Sonne“ hat er es genannt. Das war schön. Ich durfte immer mit der Morgenrö-te vorangehen. Und wenn’s geregnet hatte, hab’ ich aus den Strahlen meinen Regen-bogen gemacht.
    RAHJA: Aus und vorbei. Das war das erste, was dieser Bösewicht eingeführt hat. Ewi-ges Dunkel.
    TSA: Anfangs hat’s Phex ja noch gefallen.
    RAHJA: Bis ihm dieser Spielverderber dann Efferds Gwen Petryl-Steine um den Hals gebunden hat, so daß er jetzt im Dunkeln leuchtet und man immer sehen kann, wohin er gerade schleicht.
    TSA: Kein Wunder, daß er entdeckt wurde, als er herumspionierte. Was hat der Boß denn als Strafe verhängt?
    RAHJA: Er hat Phexchens Würfel manipuliert. Jetzt ist auf jeder Seite nur noch ein Au-ge.
    TSA: O weh!
    RAHJA. Und manchmal blinzelt es sogar. Dann würfelt er eine Null!
    TSA: Der Arme!
    RAHJA: Damit ist unser Füchslein ruiniert. Schleichen kann er nicht mehr, würfeln nicht mehr ... und die Sterne läßt der Tyrann nacheinander ins Meer fallen, weil er den Un-tergang von Elem nachspielen will.
    TSA: Anderen geht’s auch nicht besser. Zu Travia hat er gesagt, sie gehöre hinter den Herd.
    RAHJA: Naja, sie kocht doch wirklich gerne.
    TSA: Schon, aber jetzt laufen doch überall die unheiligen Ratten herum; und seit sie die ganze Speisekammer leergefressen haben, kann Travia höchstens noch Wasser ko-chen.
    RAHJA: Apropos Wasser: Efferd ist fix und fertig.
    TSA: Warum das denn?
    RAHJA: Der Boß hat gestern Schiffe-Versenken im Perlenmeer gespielt. Woraufhin Ef-ferd seinen Seemannssack gepackt hat und abgezogen ist.
    TSA: Ohne Schiff?
    RAHJA: Efferd kann doch übers Wasser gehen.
    TSA: Ja, aber nur weil er weiß, wo die Steine liegen.
    RAHJA: Wenn das so weitergeht, haben wir bald keinen Mann mehr im Haus. Ingri ist schon am ersten Tag gegangen.
    TSA: Ja, erst hat ihn der Neue als dilettantischen Heimwerker beschimpft, und dann sollte er sich auch noch rasieren. Das war zuviel. Jetzt sitzt er seelenruhig bei seinen Zwergen und läßt sich’s gutgehen.
    RAHJA: Der elende Verräter! Hat uns hier im Stich gelassen.
    TSA: Ach, es hätte alles noch viel schlimmer kommen können.
    RAHJA: Noch schlimmer? Dieser Barbar hat meinen Tharf durch Engasal-Wein ersetzt!
    TSA: Es gibt auch andere Drogen, Schwester.
    RAHJA: Aber das war noch nicht alles! Der heilige Raidri muß jede Stunde eiskalt du-schen!
    TSA: Eiskalt?
    RAHJA: Ja. Firun muß jeden Tag eimerweise Schmelzwasser von Yetiland herbringen. Du kannst dir denken, was er dabei für eine Laune hat.
    TSA: Grimmig? Aber das wäre ja nichts Neu...
    RAHJA: ... Mittlerweile hat er Galgenhumor entwickelt.
    TSA: Was macht eigentlich Rondra?
    RAHJA: Die ist mit Rastullah durchgebrannt. Sie stand schon immer auf solche Ma-chos...
    TSA: Du doch auch!
    RAHJA: Das ist es ja gerade! Mich hat noch niemand auf einem Sportdromedar zur Oase mitgenommen. Jetzt werde ich schon ausgestochen von dieser ... dieser ... Amazone!
    TSA: Jammer nicht, Schwesterchen. Helfen wir lieber Hesinde, die Asche ihrer Bücher zusammenzufegen ...

    XIV. Die Konspiranten
    PHEX: Pssssst.
    RAHJA: Was gibt’s denn?
    PHEX: Nicht so laut. Wir planen ein konspiratives Treffen.
    RAHJA: Ui. Da werde ich am besten ein paar Flaschen Duftwasser einpacken.
    PHEX: Wieso denn das?
    RAHJA: Na, wenn alle so schwitzen...
    HESINDE: Konspirieren, nicht transpirieren, du Limbusschwalbe. Wir planen eine Ver-schwörung!
    TRAVIA: Nee, also, Dämonen kommen mir nicht ins Haus!
    HESINDE: Eine Ver-, keine Be-Schwörung, Gänseköpfchen! Ein Aufstand, salopp ge-sprochen.
    BORON: Was? Schon wieder aufstehen? Aber ich habe doch gerade erst den Schlaf über die Welt gestreut ...
    PHEX: Seid ihr denn alle bescheuert heute? Wir wollen IHN vom Thron stürzen.
    RAHJA: Wen?
    PHEX: Na, IHN. Du weißt schon ...
    RAHJA: Woher soll ich wissen, wen du meinst, wenn du keinen Namen sagst. Also, manchmal bist du schon lustig, Phexilein.
    TRAVIA: ER hat aber keinen Namen.
    RAHJA: So’ne Schlamperei. Alle Kinder sollten einen Namen haben. Was sind denn das für Rabeneltern?
    BORON: Diesen Ausdruck verbitte ich mir!
    RAHJA: T’schuldige. Aber jetzt weiß ich immer noch nicht, wen wir stürzen wollen.
    PHEX: Den Na-men-lo-sen!
    RAHJA: DEN NAMENLOSEN STÜRZEN?
    PHEX: Psssssssst.
    BORON: Oh oh, ich höre Schritte.
    PHEX: Wir sind entdeckt!
    TSA: Nein, das ist Efferd, er ist wieder da!
    EFFERD: Hallo Leute, hab’ gehört, hier findet ein heimliches, konspiratives Treffen statt, um den Namenlosen zu stürzen?
    PHEX: Da siehst du mal, was du angerichtet hast, Rahja!
    RAHJA: Warum? Freust du dich nicht, daß Efferd wieder da ist?
    PHEX: Doch, natürlich.
    RAHJA: Sollte er etwa nicht an der Sitzung teilnehmen? Pfui, wie gemein...
    PHEX: Doch. Aber von Heimlichkeit kann jetzt wohl keine Rede mehr sein.
    HESINDE: Wir hatten doch ohnehin die Absicht, uns in Peraines heiligem Hain zu tref-fen. Dort sind wir ungestört.
    TSA: Peraines Hain? Den der Namenlose gestern abgeholzt hat?
    PERAINE: Wäääääh!
    PHEX: Der Hain ist weg?
    FIRUN: Ja. Alles gefällt, gerodet, die Wurzeln herausgerissen, gespalten und säuberlich aufgestapelt.
    PERAINE: Wääääääääääh!
    TSA: Ach, Kopf hoch, du Heulsuse! Wenn der ganze Spuk vorbei ist, pflanzen wir wie-der alles neu. So ein richtig schön, mit Blumen, Sträuchern...
    PERAINE: Schnüff... meinst du?
    FIRUN: Unsinn. Da wächst kein Kraut mehr, nachdem der Schuft Salz in den Boden ge-pflügt hat...
    PERAINE: Wäääääääääääääääh!
    EFFERD: Dat is’ ja furchtbar. Aber warum treffen wir uns gerade auf einer Rodung? Sehr konspirativ scheint mir das ja nun nich’ gerade.
    HESINDE: Das ist eine Anspielung, mein Lieber! Ich habe unlängst ein Buch gelesen, in dem sich Verschwörer gleichfalls auf einer solchen Rodung trafen.
    TRAVIA: Das waren bestimmt die Andergaster.
    HESINDE: Nein, mir deucht eher, die Koscher. Doch gleichviel. Wir machen es jeden-falls genauso und versammeln uns also nachher in jener staubigen, trockenen Einöde, die einmal Peraines herrlich grünender Hain war.
    PERAINE: Www...
    BORON: Schnauze jetzt! Auch Bäume müssen sterben.

    XV. Ein einig Volk von Göttern
    In Peraines Ex-Hain.
    PHEX: Sind wir alle versammelt?
    TRAVIA: Nicht ganz. Ingerimm und Rondra sind ausgebüchst, Praios weilt noch immer auf Benbukkula – aber sonst ist die Familie beisammen.
    HESINDE: Wo sind denn unsere Sprößlinge?
    RAHJA: Sprößlinge? Aber die Pflanzen hier sind doch alle kaputt.
    TSA: Sie meinte doch Swaffi und die andern. Die haben Stubenarrest.
    HESINDE: Aber Famerlor ist da.
    RAHJA: Hat er eigentlich auch Mitspracherecht?
    PHEX: Das Recht schon.
    FAMERLOR: Mmmmmmm.
    BORON: Sonst noch Fragen?
    TRAVIA: Ja. Wer übernimmt den Vorsitz?
    TSA: Muß das denn sein, immer diese Autoritäten? Ich denke, wir lehnen uns dagegen auf?
    HESINDE: Nein, wir erheben uns nur gegen jenen Tyrannen, dessen Namen nicht ge-nannt werden darf.
    PHEX: Kann, Schwesterchen, nicht genannt werden kann! Wenn wir ihn wüßten, ja dann!
    TRAVIA: Also, wer übernimmt den Vorsitz?
    RAHJA: Na, wenn’s schon eine heimliche Sitzung ist, dann soll Phexchen das machen.
    TRAVIA: Phex? – Wenn das Praios wüßte...
    HESINDE: Es sind eben dunkle Zeiten.
    PHEX: He, wenn ihr mit mir Probleme habt...
    TSA: Ich zitiere mich nur ungern selbst. Aber ich spüre negative Schwing...
    BORON: ... Ich zitiere mich auch nur ungern selbst: Aber halt’ die Schnauze!
    PHEX: Gut, zunächst müssen wir einen Geheimbund schließen, sonst wird das alles nix.
    HESINDE: Ein trefflicher Einfall. Zum Glück habe ich eine hochwertige literarische Vorlage für einen solchen Schwur gefunden. Sie stammt zwar, wie ich gerade bemerke, nicht aus Aventurien – aber mit ein paar kleinen Änderungen kann man ja al-les dorthin übertragen, nicht wahr?
    PHEX: Du meinst so was wie „Gedankendiebstahl“, hehe?
    HESINDE: Aber nicht doch! Eher eine Art „originelle Imitation“.
    RAHJA: Das kenn’ ich! Das kenn’ ich! So nennt man das auf Bosparano, wenn man ei-nem die Eingeweide verpflanzt, gell?
    PERAINE: Bist narr’sch, des is’ a Organ-Transplantation, du Dummbeidl.
    TRAVIA: Streitet euch nicht! Laßt Hesinde doch endlich diesen Schwur sprechen!
    HESINDE: Danke, Schwester. Erhebt also die Hände zum Schwur und sprecht mir nach: „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern...“
    TRAVIA: Und Schwestern!
    HESINDE: Natürlich, von Brüdern und Schwestern.
    FAMERLOR: Mmmmmm.
    HESINDE: Bitte? Ja, gut, von Brüdern, Schwestern und einem Drachen... „In keiner Not uns trennen und Gefahr.“
    RAHJA: Wie, es wird gefährlich?
    PHEX: Aber nein. Das ist doch nur so eine Floskel, um dem Ganzen die nötige Span-nung zu geben.
    RAHJA: Stimmt das auch wirklich?
    PHEX: Könnte ich dich je belügen, Schwesterchen?
    HESINDE: Kann ich nun fortfahren? Danke. Den nächsten Satz verbessere ich lieber gleich, bevor es Diskussionen gibt: „Wir wollen frei sein, wie wir unter Praios wa-ren.“
    TSA: Der war aber ziemlich autoritär!
    TRAVIA: Bist du jetzt still!
    TSA: Hilfe, hilfe, ich werde unterdrückt!
    HESINDE: Ruhe da. „Eher den Tod, als in der Knechtschaft leben.“
    BORON: Guter Spruch!
    TSA: Moment mal. Können Götter überhaupt sterben?
    BORON: Willst du’s ausprobieren?
    RAHJA: Seid friedlich und liebt einander!
    HESINDE: Kann ich endlich weitermachen, sonst nimmt dieses finstere Äon überhaupt kein Ende...
    RAHJA: Ich wüßte ja gerne mal, wie lange so ein Äon eigentlich dauert --- aber ich kann die Frage auch zurückstellen, wenn’s euch lieber ist.
    HESINDE: Das ist es! „Wir wollen trauen auf den höchsten Gott ...“
    PHEX: Ähm, Moment! Das können wir so nicht stehen lassen! Im Moment ist doch die-se elende Ratte der höchste Gott. Zumindest formell.
    HESINDE: Das ist freilich richtig. Dann ersetzen wir das eben einfach durch LOS. Ein-verstanden? Weiter: „Und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.“ – Halt, sagt nichts! Das ändern wir ab: „Und uns nicht fürchten vor dem namenlosen Wurm.“ Ha!
    FIRUN: Laßt uns noch eiskalte Rache schwören!
    TSA: Nein, das ist schon in Ordnung so. Wir wollen’s nicht übertreiben.
    FIRUN: Wartet nur. Ich lauere dem Schurken in einer hohlen Gasse auf, und dann kriegt er meinen Pfeil zu spüren.
    PHEX: Rondra hätte was gegen diese Taktik.
    FIRUN: Was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß.
    TSA: Ich glaube, Rastullah heizt ihr schon zur Genüge ein.
    RAHJA: Phhh.
    BORON: Sind wir jetzt endlich fertig mit dem Geschwafel?
    HESINDE: Hm... laut Drehbuch sollte eigentlich als Zeichen der Hoffnung nun die Son-ne aufgehen.
    RAHJA: Die Sonne. Seufz.
    ALLE IM CHOR: „Praios, komm’ bald wieder, bald wieder nach Haus’!“

    XVI. Nichts als faule Tricks
    HESINDE: Verphext nochmal.
    EFFERD: Wat is’ denn los, Schwester?
    HESINDE: Hört man das nicht? Mit diesem etwas saloppen Dictum wollte ich meinem gegenwärtigen Zustand innerer Unzufriedenheit Ausdruck verleihen.
    EFFERD: Äh... du bist sauer, stimmt’s?
    HESINDE: Und wie! Mein hesindialer Plan ist fehlgeschlagen!
    EFFERD: Plan?
    HESINDE: Ich wollte unseren Unterdrücker in Konfusion stürzen, um ihn von unseren konspirativen Umtrieben abzulenken.
    EFFERD: Ach, und wie?
    HESINDE: Nun, ich habe folgendes Rätsel auf einen Zettel geschrieben: „Was war zu-erst: der Tobrier oder das Schaf?“
    EFFERD: Ja und?
    HESINDE: Und dieses Scriptum habe ich, einer Flugschrift nicht unähnlich, dermaßen vor der Pforte zu des Tyrannen Boudoir placiert, daß er es beim Verlassen desselbi-gen unweigerlich erspähen muß.
    EFFERD: Ja. Und?!
    HESINDE: Nun nun! Ich glaubte selbstredend, er werde über die difficile Queste ins Kontemplieren geraten und ob der Unlösbarkeit des Rätsels verzweifeln.
    EFFERD: Ah ja.
    HESINDE: Du mußt nämlich wissen, mein Bester, daß ich selbst einmal ein viertel Äon über selbiger Aufgabe gebrütet habe, wie eine Kröte über einem Hahnenei, wenn mir diese scherzhafte Bemerkung erlaubt ist.
    EFFERD: Scherzhaft?
    HESINDE: Du verstehst schon: Kröte + Hahnenei = Basilisk. Und solch ein Gezücht, freilich im übertragenen Sinne, wähnte ich, dem Despoten ins geistige Nest zu legen.
    EFFERD: Hm. Und wat is’ passiert?
    HESINDE: Er hat mein Manuskript justament in den Papierkorb geworfen...
    EFFERD: Pech, Schwester! Aber mit einem kleinen Rätsel auf einem Zettel kann man doch keinen Gott verwirren.
    RAHJA: Schaut mal, das ist ja lustig! Hier auf dem Zettel steht: „Bitte wenden“. Und auf der andern Seite: „Bitte wenden“. Und auf der nächsten Seite: „Bitte wenden“. Und auf der...
    EFFERD: Okay, ich nehm’ alles zurück...
    HESINDE: Wir können nur hoffen, daß Gevatter Phex mehr Glück beschieden ist.
    PHEX: Also, manchmal bin ich schon ein schlauer Fuchs!
    HESINDE: Immer dieses Eigenlob!
    EFFERD: Wat mag das alte Frettchen wieder ausgeheckt haben?
    PHEX: Nun, ich gehe zu Meister Satinav. Er soll einfach mal ein paar Seiten in seinem schlauen Buch vorausblättern und schauen, wann und wie die Herrschaft der ollen Ratte Ende geht.
    EFFERD: Und du meinst, das klappt?
    PHEX: Klar!
    HESINDE: Ich wage, Zweifel anzumelden! Dies wäre dann eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, und Niobaras Unschärfetheorie besagt dazu, daß...
    PHEX: ... man’s einfach mal probieren sollte!
    HESINDE: Das Zeitkontinuum könnte in Konfusion geraten!
    PHEX: Ach was. Das Risiko von Zeitmanipulationen wird total überbewertet.
    HESINDE: Soso! Darf ich dich an den letzten Eingriff in den derischen fluctus temporis erinnern? Seitdem läuft die Zeit nur noch halb so schnell wie früher!
    EFFERD: Ich hoffe mal, dat bleibt auch so. Sonst komm’ ich mit den Gezeiten kaum mehr nach. Wißt ihr, Praios hat ja gut reden mit seinem Sonnenwagen. Der tjunt das Ding einfach mit ein paar Greifenstärken mehr, und fertich is’ die Rakete. Aber einen ganzen Ozean mal hurtich hierhin, mal dorthin lenken, dat is’ ganz schön anstren-gend.
    PHEX: Na und? Ich muß das ganze Himmelsgewölbe samt den Sternen bewegen!
    HESINDE: Und denkt nur einmal an Mada: zwei Wochen radikale Hungerkur, bis sie Neumondmaße erreicht hat, und dann wieder opulentes Schlemmen bis zum Voll-mond.
    EFFERD: Jaja, so sind die Frauen. Können sich nie entscheiden...
    HESINDE: Hüte deine Zunge! Sonst verwandle ich dich in einen Krakenmolch. Oder ei-ne Qualle. Oder doch lieber in ein Seepferdchen...?

    XVII. Umgekehrte Psychologie
    BORON: Hoho.
    PHEX: Bruder, du bist ja richtig ausgelassen heute, was ist denn los?
    BORON: Ich habe ein Mittel gefunden, wie wir diese falsche Nebelkrähe loswerden.
    PHEX: Wie denn?
    BORON: Ganz einfach. Ich habe eine Pforte zur Dämonensphäre geöffnet...
    PHEX: Aaah!
    BORON: Halb so wild. Da schicke ich öfter mal ein paar Seelen hin, die sich nicht be-nehmen können. Ist zwar nicht ganz nach Vorschrift, aber warum soll ich mir dau-ernd irgendwelche Jenseitsstrafen ausdenken, wenn die Dämonenmühle nur zwei Sphären weiter ist...
    PHEX: Krass. Und warum hast du sie nicht Tsa zur Wiedergeburt übergeben?
    BORON: Von diesem Seelen-Recycling hab’ ich nie viel gehalten. Aber es wundert mich nicht, daß unsere Öko-Schmuse bei so was mitmacht.
    PHEX: Na ja, eigentlich schon. Man sollte doch erwarten, daß sie jedem Körper auch ei-ne neue, frische Seele gibt, nicht wahr?
    BORON: So sind die Frauen halt. Inkonsequent bis zum Tod.
    PHEX: Laß das nicht Hesinde hören. Aber was ist denn nun mit deinem tollen Trick?
    BORON: Nun ja, wie gesagt, eine Pforte, die direkt nach Chaos & Co. führt...
    PHEX: Heißt das nicht Chaos & Brodem?
    BORON: Du bist ja noch praiotischer als Praios selbst.
    PHEX: Na hör mal!
    BORON: Sei still und sperr die Lauscher auf. Über dieser Pforte habe ich ein Schild an-gebracht: „Zutritt nur für Götter mit Namen.“ Hoho.
    PHEX: Hä? Dann können zwar wir alle durchgehen, aber doch gerade Mister N.L. nicht!
    BORON: Ja, so scheint es. Aber du mußt umgekehrte Psychologie verwenden.
    PHEX: Was für’n Ding?
    BORON: Ach, das hab’ ich von meiner kleinen Marbo. Die studiert diesen Psychokram. Eigentlich Firlefanz, aber ab und zu ganz nützlich. Na, wie dem auch sei: N.L. wird natürlich denken, daß wir ihn mit diesem Schild ganz bewußt aussperren wollen, um irgendwelche geheimen Treffen zu veranstalten. Und daher wird er durch die Tür ge-hen, um nachzuschauen. Verstanden?
    PHEX: Clever! Hast du die anderen eigentlich gewarnt?
    BORON: Die werden schon nicht so blöd sein...
    TSA: He, Leute, guckt mal, ’ne neue Tür! Da bin ich aber neugierig, was wohl...
    PHEX: Neeeeein! Halt, Schwesterchen!
    TSA: Aber was ist denn?
    PHEX: Da darfst du nicht durchgehen!
    TSA: Warum? Da steht doch...
    BORON: Äh... nur das Schild ist neu. Die Tür führt in die Gerümpelkammer mit dem al-ten, angestaubten Kram.
    TSA: Oooch, das ist aber langweilig.
    PHEX: Hey, Boron, du hast’s ja faustdick hinter den Flügeln!
    HESINDE: Seid mir gegrüßt, Geschwister. Phex, stammt das Schild an dieser Tür von dir?
    PHEX: Nee, von Boron.
    HESINDE: Aha. Boron, „Götter“ schreibt man aber mit zwei ‚t’. Und „Namen“ ohne ‚h’.
    BORON: Ach ja, und warum schickt Golgari mir die Seelen dann immer per Nachnahme?
    PHEX: Haben Götter eigentlich einen Nachnamen?
    TSA: Gute Frage! Laßt uns diskutieren!
    BORON: Bloß nicht...
    HESINDE: Übrigens, Boron. Der Trick mit der Tür wird nichts nützen.
    PHEX: Schwesterchen, es ist nicht so, wie du denkst! Dahinter steckt umgekehrte Psy-chologie!
    HESINDE: Dessen bin ich mir bewußt. Ich habe aber schon einen Schritt weitergedacht: N.L. wird selbstverständlich denken, daß wir ihn damit in eine Falle locken wollen und die Tür darum nicht öffnen.
    BORON: Hm. Vielleicht sollte ich dann besser auf das Schild schreiben: „Zugang nur für Götter ohne Namen.“ Dann wird N.L. denken, daß wir gemäß der umgekehrten Psy-chologie ihn davon abhalten wollen, durch die Tür zu gehen, und er wird genau das tun.
    TSA: Hä?
    PHEX: Oder er wird denken, daß wir genauso denken, und wird deshalb gerade nicht durch die Tür gehen.
    TSA: Wie jetzt?
    HESINDE: Oder er denkt, daß wir denken, er denke, daß wir denken...

    XVIII. Die Zeit ist um
    FIRUN: Durch diesen hohlen Limbus muß er kommen, es führt kein andrer Weg nach Alveran. Hier vollend’ ich’s – die Gelegenheit ist günstig.
    RAHJA: Hallo Firun, was machst du denn Schönes?
    FIRUN: Ich bereite mich vor, um den Tyrannen mit einem gezielten Blattschuß zu erle-gen, wenn er hier des Weges kommt!
    RAHJA: Das ist ja fein! Darf ich zusehen?
    FIRUN: Nein. Das ist etwas für einen einsamen Wolf wie mich.
    RAHJA: Ach, komm, Wölfe jagen doch auch im Rudel!
    FIRUN: Aber...
    RAHJA: Na, jetzt mach schon weiter mit dem schönen Text, sonst kommt der Typ, be-vor du dich richtig eingestimmt hast.
    FIRUN: Na, also gut. – Mach’ deine Rechnung mit Fan-Pro, Namenloser! Fort muß du, dein Äon ist abgelaufen!
    RAHJA: He! Das ist die Idee!
    FIRUN: Was?
    RAHJA: Wir erklären das Äon des Namenlosen für beendet!
    FIRUN: Wie soll das gehen?
    RAHJA: Na, ganz einfach. Wir basteln eine groooooße Sanduhr und schreiben dran: Das Äon des Namenlosen. Und wenn der Sand durchgelaufen ist, tja, dann tut’s uns ja herzlich leid, es war auch ganz toll – aber alles hat einmal ein Ende...
    FIRUN: Das klappt doch nie.
    RAHJA: Ach ja, aber die Bogenschützennummer, hm?
    FIRUN: Ich habe noch nie ein Ziel verfehlt!
    RAHJA: Ja, klaaaar. Deshalb gibt’s bei uns auch soooo oft Wildbret zu essen, gell?
    FIRUN: Ähem... es war Schonzeit...
    RAHJA: Stimmt, es wäre schon Zeit, daß du mal was Ordentliches nach Hause bringst. Aber lassen wir das. Ich frag mal Phexchen, ob er so eine Sanduhr „organisieren“ kann.
    FIRUN: Ja, geh nur. Aber der Tyrann gehört mir, mir allein! Da vorne hör’ ich ihn kommen. Nun warte...
    RONDRA: Yippie! Schneller, Rastullah, schneller...
    RASTULLAH: Nisch mache Streß. Dromedar sein schon auf hunnertachsisch.
    RONDRA: Huiii...
    FIRUN: W... was war das?
    RAHJA: Pfui. Schau dir das nur an. Mein ganzes Kleid ist voller Schlammspritzer! E-lende Raser! Gib mir mal den Bogen...
    FIRUN: He...
    RAHJA: Zoing! Das hat gesessen! Schau mal, wie das Dromedar jetzt laufen kann!

    XIX. Ende gut...
    HESINDE: Es hat geklappt!
    PHEX: Er ist weg!
    TRAVIA: Habt ihr sein Gesicht gesehen, als die Äonen-Uhr abgelaufen war!
    TSA: Nicht mal Firun kann so grimmig dreinschauen!
    FIRUN: Grrrr.
    BORON: Meint ihr, der kommt wieder?
    PERAINE: Scho’ möglich. Uukraut vergeht net.
    EFFERD: Nix da. Der is’ auf und davon, wie’n nasser Furz durch die Takelage.
    FIRUN: Von wegen! Durch die Lappen ist er uns gegangen. Hättet ihr mich mit dem Bogen...
    RAHJA: Ach, jetzt freut euch doch einfach. Kommt, wir machen’ne Flasche Wein auf.
    TSA: Sollten wir die Jungen nicht erst vom Stubenarrest befreien?
    TRAVIA: Laß die noch ein bißchen schmoren. Umso länger haben wir unsere Ruhe.
    EFFERD: Wat is’ nun mit dem Stoff?
    RAHJA: Sorry, wir haben nur noch Engasalwein im Hause.
    EFFERD: Macht nix. Hau wech die Scheiße! – Wuäh ...
    TSA: Schaut mal, wie er das Gesicht verzieht. Schlimmer als Firun im Praiosmond!
    FIRUN: Grrrrr!
    HESINDE: Apropos Praios: da hinten geht die Sonne auf!
    TSA: Oh!
    TRAVIA: Ah!
    RAHJA: Schöööön!
    BORON: Ziemlich kitschig.
    FIRUN: Was sieht mein Auge: da kommt jemand geritten.
    EFFERD: Es blitzt wie Eternium im Sonnenschein!
    RAHJA: Das kann nur unsre Rondra sein!
    RONDRA: Holla! Brrr, du olles Kamel.
    EFFERD: Ich weiß wirklich nicht, warum man die Dinger Wüstenschiffe nennt!
    TRAVIA: Rondra! Schön, daß du wieder da bist!
    RAHJA: Wo hast du denn deinen Scheich gelassen?
    RONDRA: Ach, der! Von wegen neun Frauen auf einmal... nicht mal mit’ner einzigen kommt der zurecht.
    HESINDE: Dann war dein Urlaub wohl unbefriedigend?
    RAHJA: Kicher...
    RONDRA: Das kannst du aber laut sagen! Da hätte nicht mal ein Schlangenbeschwörer geholfen, um die Blindschleiche aus dem Korb zu locken.
    TRAVIA: Ach wie schön, ihr wart gemeinsam im Zirkus?
    RAHJA: Und da heißt’s, ich wäre blöd...
    RONDRA: Ach, Rahja-Schatz, du hattest ja so recht mit dem Typen. Und ich war immer soooo gemein zu dir.
    RAHJA: Rondra-Liebes, mach’ dir nichts draus, so sind die Männer eben. Weißt du was, nächste Woche machen wir gemeinsam einen Ausflug nach Engasal.
    TRAVIA: Oja, da will ich auch mit!
    EFFERD: Aber trink dort bloß keinen Wein! Der is’ ja total verwässert.
    RONDRA: Jetzt sollten wir aber tüchtig was futtern! Ich hab’ einen Kohldampf wie’n ganzes Amazonenregiment.
    TRAVIA: Leider haben wir nichts mehr im Haus.
    TSA: Na, dann gehen wir halt zum neuen Götterimbiß.
    TRAVIA: Heiliges Fast-Food?
    PHEX: Ja, schmeckt gar nicht schlecht. Ist auch gleich um die Ecke.
    RONDRA: Schaut mal, wer da hinter der Theke steht!
    EFFERD: Ingerimm! Ich dachte, du wärst bei den Zwergen. Statt dessen verkaufst du hier Grillhähnchen!
    HESINDE: Du meinst tobrische Breuler?
    INGERIMM: Ja. Und Norburger.
    TRAVIA: Das ist jetzt vorbei. Ab morgen gibt’s wieder echte Hausmannskost!
    HESINDE: Dann wären wir ja wieder alle zusammen – bis auf Praios.
    PRAIOS: Du irrst dich, Schwesterchen! Ich bin zurückgekehrt, auf daß wieder Ordnung herrsche in den göttlichen Gefilden! Was glaubt ihr eigentlich, warum die Sonne wieder scheint!
    PHEX: Praios! Ach, tut das gut, dich zu sehen!
    TSA: Endlich. Jetzt kehren die guten alten Zeiten wieder!
    HESINDE: Es war so fürchterlich. Der Schurke hat meine Bücher...
    PERAINE: Und meinen Hain...
    FAMERLOR: Mmmmmm.
    RAHJA: Aber nun wird alles wieder gut!
    PRAIOS: Und sonst habt ihr mir nichts zu sagen?
    FIRUN: Hm... also gut...
    BORON: Okay...
    ALLE IM CHOR: „Unser Praios ist der Beste...“
    PRAIOS: Daß erst der Namenlose kommen mußte, bis ihr das erkennt, Geschwister. A-ber ich denke, das war euch eine Lehre, nicht wahr? – So, und nun werde ich mich ein bißchen frischmachen. War eine lange Reise von Iltoken hierher...
    HESINDE: Ach, ich dachte, du warst auf Benbukkula?
    PRAIOS: Äh... ja, unter anderem. Es war eine Inselrundreise. Benbukkula, Iltoken, Hy-lailos...
    HESINDE: Aber Hylailos liegt doch gar nicht im Südmeer.
    PRAIOS: Ach? Na, das spielt ja nun keine große Rolle mehr. Jedenfalls waren die Nive-senmädels dort sehr hübsch.
    TRAVIA: Also Praios…!
    HESINDE: Moment mal – Nivesenmädels im Regenwald?
    PRAIOS: Ich meine natürlich Tulam... äh... Mohas? Ja genau, Mohas. Ihr seht, ich bin noch ganz durcheinander von der Zeitverschiebung. Das kommt davon, wenn man um den halben Diskus reist.
    HESINDE: Es gibt keine Zeitverscheibung, wenn man von Süden nach Norden fährt. Und zu der Diskusgestalt Deres muß ich ...
    PRAIOS: Ach, lassen wir das. Ich will lieber einmal nachsehen, was dieser namenlose Schelm während meiner Abwesenheit so alles getrieben hat.
    PHEX: Hm... seltsam.
    TRAVIA: Was denn?
    PHEX: Er hat eben so komisch gelächelt, als er das sagte...
    HAPPY END!

    XX. Die nächste Generation
    Inzwischen...
    UCURI: Geschwister! Versammelt euch um mich und schenket mir Gehör.
    AVES: Na toll, kaum sind wir Praios los, fängt dieses Götter-Klon mit dem gleichen Kram an.
    UCURI: Götter-Klon?
    NANDUS: Du meinst gewißlich Clown? Das ist aber despektierlich.
    SIMIA: Nein, Klon ist schon richtig. Schließlich hat ihn Praios aus sich selbst gemacht, ohne Mama...
    LEVTHAN: Wie? Kinder kriegen ohne Sex? Also, Sex ohne Kinder kriegen find’ ich ja okay...
    IFIRN: Alter Lüstling.
    LEVTHAN: Ich steh dazu!
    IFIRN: Desto schlimmer.
    KOR: Warum? Nach’nem ordentlichen Gemetzel gehört so ein bißchen Plündern und Vergew...
    NANDUS: Geschwister! Ihr werdet geschmacklos!
    KOR: Jaja, und wer hat kürzlich in der Bibliothek im Rahjasutra geblättert?
    NANDUS: Das ist die hohe Kunst der Erotik und kein billiges ... vulgäres ...
    SWAFNIR: Rumgebumse?
    NANDUS: Danke, daß du es so treffend und dezent formuliert hast.
    SWAFNIR: Keine Ursache.
    UCURI: Ich glaube, ich sollte meinen Plan nochmals überdenken...
    SIMIA: Plan? Was für einen Plan denn?
    UCURI: Nun, da die Alten Götter offenbar versagt haben bei ihrem Versuch, den Na-menlosen zu stürzen, habe ich den Entschluß gefaßt, eine neue Ordnung zu begrün-den ... ein neues Pantheon, eine neue Götter-Generation!
    SWAFNIR: Und woher soll die kommen?
    HORAS: Dummkopf, das sind doch wir!
    UCURI: Irrtum, Söhnchen, WIR, aber nicht du. Vielleicht gibt es ja einmal eine dritte Generation, da darfst du dann herrschen. Aber mache dir keine allzu großen Hoff-nungen.
    SWAFNIR: Also, ich find’ das klasse! Gründen wir’ne neue Götterjasko, das wohl!
    IFIRN: Eine Götterjasko?
    NANDUS: Da hat unser trefflicher Swafnir ein höchst originelles Wortspiel kreiert, Schwester. Du mußt wissen, daß Ottajasko im Thorwalschen...
    SWAFNIR: Schnauze! Wenn ich Witze mache, dann muß man die nich’ erklären!
    UCURI: Seid alle ruhig! Die Alten Götter sind nur deswegen gescheitert, weil sie ständig gestritten haben. Diesen Fehler wollen wir nicht wiederholen.
    KOR: Quatsch, die waren nur zu zimperlich. Wer dem Feind nicht rechtzeitig in die Fresse haut, muß sich nicht wundern, wenn er ein blaues Auge kriegt.
    MARBO: Heißt das nicht „schwarzes Auge“?
    Allgemeines Schweigen.
    UCURI: Dann wollen wir einmal die verschiedenen Posten besetzen. Es versteht sich von selbst, daß ich den Vorsitz übernehme und selbstredend die Abteilung STL.
    SIMIA: STL?
    UCURI: Sonne, Tag und Licht. Bei dieser Gelegenheit wollen wir gleich ein paar Mißstände der alten Ordnung beheben. Die Nacht wurde bisher ziemlich schlampig verwaltet ... da fühlte sich keiner so richtig zuständig ... deshalb übernehme ich nun auch den Mond und bin daher allgegenwärtig am Himmel zu sehen und sehe alles, was auf Deren geschieht.
    AVES: O Mann, das ist ja wie bei Big Brother!
    NANDUS: Pssst, Bruder, das ist in einer anderen Sphäre!
    AVES: Ja? Weißt du, wenn man so viel herumgekommen ist wie ich...
    UCURI: Weiter im Text. Swafnir bekommt den ganzen Wind- und Wasserkram.
    SWAFNIR: Oja! Das wohl! Und Mamis Gewitter will ich auch!
    UCURI: Gewiß. Das ganze Wetter. Selbst Nebel. Denn Phex hat keine Erben, götterlob.
    LEVTHAN: Na, vielleicht hat er irgendwo Kinder, von denen keiner was weiß?
    UCURI: Dann zählen sie nicht! – Kor, du übernimmst die Abteilung Krieg & Metzeln.
    KOR: Mit Vergnügen, hohoho...
    UCURI: Hm. Für Travia haben wir keine Nachfolgerin. Wer übernimmt Eintracht, Frie-den und Ehe?
    KOR: Das mit dem Frieden kannste vergessen, wenn ich mal anfang.
    LEVTHAN: Und die Ehe auch. Mach weiter.
    UCURI: Äh, ja... Boron ... das ist klar, macht Marbo. – Marbo?
    NANDUS: Sie schweigt doch zustimmend.
    UCURI: Das ist keine ordentliche Zustimmung!
    MARBO: Doch. Kennst du nicht den Spruch: Wer schweigt, stimmt zu?
    UCURI: Ich sehe schon, das gibt genau so einen Unfug wie bei den Alten. Nandus tritt natürlich in die Fußtapfen Hesindes.
    NANDUS: Ich fühle mich zutiefst geehrt und hoffe, daß ich den hohen Erwartungen, die an mich gestellt werden...
    UCURI: Schon gut. Firuns Posten übernimmt Ifirn. – Das geht ja besser, als ich dachte. Zum nächsten. Tsa. Sagt mal, wofür war die eigentlich genau zuständig?
    IFIRN: Sie hat es täglich neu ausgelegt, glaube ich.
    UCURI: Dann entfällt dieser Posten einfach.
    NANDUS: Ich gebe zu bedenken, daß wir dann nur noch elf Götter wären.
    SWAFNIR: Ein Elferrat, juchhu!
    UCURI: Das kommt nicht in Frage. Na gut, dann übernimmt Aves die Stelle. Bunt ge-nug ist er ja.
    AVES: Wieviel Urlaub hat man eigentlich als Gott?
    LEVTHAN: Jeden Tag. Das ist ja das tolle...
    UCURI: Weit gefehlt! Gottsein ist eine schwere Bürde, Pflicht und Ehre.
    AVES: Waa...?
    UCURI: Du wirst dich daran gewöhnen. Kor wird dir helfen und dich, falls nötig, an deine Pflichten erinnern.
    KOR: Ich verstehe, was du meinst...
    UCURI: Was kommt jetzt? Ach ja, die Phexerei. Das lassen wir mal schön bleiben. Heimlichkeiten und dergleichen wird es bei mir nämlich nicht mehr geben – so ent-stehen nur Umstürze, Rebellionen und Freigeisterei...
    NANDUS: He, die Gedanken SIND frei!
    UCURI: Das werden wir wohl ein wenig ändern.
    MARBO: Immerhin bleiben den Menschen noch die Träume...
    UCURI: Aber gewiß doch, Schwester, GEWISS... Aber nun wollen wir uns damit nicht länger aufhalten. Wer ist als nächstes an der Reihe? Peraine. Hm. Das ist natürlich ein wichtiges Amt. Wer soll das übernehmen?
    NANDUS: Nehmen wir doch Mokoscha.
    UCURI: Die gehört aber nicht zur Verwandtschaft.
    NANDUS: Dann adoptieren wir sie eben.
    UCURI: Hm, ja, also gut. Für den Heimwerkerposten haben wir wenigstens einen or-dentlichen Nachfolger. Simia?
    SIMIA: Ran an die Arbeit.
    MARBO: Ach, Simia, wenn du nicht ganz soviel hämmern würdest wie dein Papi...
    UCURI: Solche Feinheiten können wir später besprechen. Erst noch die Liste vervoll-ständigen.
    LEVTHAN: Hey, wer Rahjas Job übernimmt, ist ja wohl klar!
    UCURI: Nun ja, immerhin hast du HÖRNER und treibst dich mit HEXEN herum!
    LEVTHAN: Was ich nachts mache, geht dich ja wohl gar nichts an.
    UCURI: Doch doch, denn ich bin ja nun auch der Mondgott! – Im übrigen wirst du dich schön an die 12 mal 12 Stellungen des Rahjasutras halten.
    LEVTHAN: Waaas? Und die Spielchen a la Belk... hüstel... ähem...
    UCURI: Ja, bitte, sprich dich nur aus?
    LEVTHAN: Schon gut...
    UCURI: Nun, dann schreiten wir einmal zur Tat und setzen unsere neue Ordnung um.
    NANDUS: Äh... Ucuri, es gibt da noch einen kleinen Haken an der Sache.
    UCURI: Und welchen?
    NANDUS: Naja, wir haben ja immer noch Stubenarrest.
    UCURI: Der ist freilich aufgehoben!
    KOR: Wenn du die Tür aufbekommst... Swafnir und ich haben’s jedenfalls nicht ge-schafft.
    MARBO: Ich sag’s ungern: aber hat jemand einen Dietrich?
    UCURI: Pheeeeeeex!



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