MASSENET MANON WIEN 2007

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    Re: MASSENET MANON WIEN 2007

    gioachino - 13.01.2008, 16:55

    MASSENET MANON WIEN 2007
    Ihr Lieben,

    wer, außer mir, hat gestern auf 3Sat die Aufzeichnung aus der Wiener Staatsoper gesehen, mit Netrebko und Alagna ?
    Ein Erlebnis ! Wenn ich bis gestern durchaus Vorbehalte gehabt habe, soweit es Bella Anna betrifft : Ihre Darstellung der Manon ist in allen Belangen überragend, stimmlich, gestisch, mimisch - glaubhaft bis in die kleinste Handbewegung ! :big_applaus
    Roberto Alagna könnte zweifellos zu den Größten seiner Fachs zählen, wenn er das Anschleifen der Töne, besonders natürlich der exponierten, unterließe.
    Was man lange Zeit in Deutschland verdrängt hat : Jules Massenet ist ein
    wichtiger, großer Opernkomponist.

    OT : Die Rolle der Manon ist unserem Klärchen auf den Leib geschrieben.
    Hoffentlich kann ich sie in dieser Partie noch erleben.....

    Ciao. Gioachino



    Re: MASSENET MANON WIEN 2007

    melusine - 15.01.2008, 01:51


    Lieber Gioachino, ich habe die Aufzeichnung aus Wien schon seit längerer Zeit auf DVD und bin überhaupt nciht deiner Meinung. Ich finde Alagna in der Rolle ganz furchtbar, er vermittelt einen des Grieux der kein romantischer Idealist sondern eher ein Zuhälter ist, von der Stimme mal ganz zu schweigen.
    Anna Netrebko ist als Typ zwar eine tolle Manon aber sie m.E. macht aus Massenet einen Puccini und hat weder die frz. Sprachkompetenzen noch den notwendigen frz. Stil ,um in dieser Rolle zu überzeugen. In der grossen Bravourarie "Je marche sur tous les chemins" hält sie sich noch nciht mal an die Noten, macht keine Pausen, keine Verzierungen, sondern schmettert das Ganze einfach legatissimo und runter als sei es ein Puccini. Massenet wollte aber ein Menueet mit barocken Reminiszenzen.
    Sobald du Villazon und Natalie Dessay in den Rollen gesehen/gehört hast, werden dir Netrebko/Alagna wahrscheinlich wie ein schaler Aufguss vorkommen-dazwischen liegen wirklich Klassen an Qualität! (Ich finde Anna Netrebko im russischen Repertoire dagegen sehr gut und bin keiner ihrer radikalen Anti-Fans)
    Auch was die Inszenierung angeht......:ich empfehle daherallerwärmstens die neue DVD aus Barcelona , Inszenierung MCVICAR. Absolut wunderbar!

    Die Oper Manon von Massenet empfinde ich auch als ganz grossen Wurf ! Mit dem Manon-Stoff bei Massenet, Puccini und der Romanvorlage des Abbé Prévost habe ich mich neulich intensiv befasst. Sehr interessante und spannende Geschichte!
    Auch Hans Werner Henze hat den Stoff mit "Boulevard Solitude" noch im 20igsten JH vertont.

    Melusine



    Re: MASSENET MANON WIEN 2007

    gioachino - 15.01.2008, 10:43


    Da ich keine Vergleichsmöglichkeit habe, liebe Melusine,
    bin ich mit der Wiener Aufführung sehr zufrieden, wobei ich anmerken muss, dass mich zu allererst die Komposition als solche begeistert hat !
    Massenet wurde im deutschsprachigen Raum stets unterschätzt. Man warf ihm süßliche Lyrismen vor, schwächliche Konturlosigkeit.
    Davon kann überhaupt keine Rede sein. Daher hat mich die stringente Dramatik in diesem Werk mehr als verblüfft. Und eine sporadische Affinität zu Puccini wird damit umso deutlicher, was weder Massenet noch Puccini schadet, denn beide haben ihre ganz individuellen Meriten, was die Annäherung an dieses Sujet betrifft.
    Solange ich die Dessay nicht gehört und gesehen habe, bleibt meine Begeisterung für die Netrebko, die m. E. alle Facetten der Manon glaubhaft vermittelt, sowohl stimmlich als auch darstellerisch (z. B. Petit table, Gavotte ). Stimmlich hervorragend übrigens auch der Interpret des Cousins Lescaut.

    Ciao. Gioachino



    Re: MASSENET MANON WIEN 2007

    LaGioconda - 15.01.2008, 17:42


    Also ich hab die Version Villazon/Netrebko gesehen/gehört aus der Staatsoper (wras glaub ich) Berlin.

    Jetzt kommt eine dritte Meinung dazu die wahrscheinlich alle komplett verwirren wird :lol:

    Ich fand Villazon hat total toll gesungen und gespielt. Die Netrebko hat gut ( also das gewohnte eigenlich, nicht außergewöhnlich, aber gut/solide) gesungen mit ihrem so wunderschönen Timbre, welches einem einfach das Herz öffnet. Ich fand sie war eine gute Besetzung. Ist natürlich logisch dass die Dessay das als Französin akzentfrei singen kann, aber daraus kann man der Netrebko meiner Meinung nach keinen Strick drehen.

    Im Gegensatz zu den Darstellern fand ich die damalige Inszenierung etwas langweilig bzw ich fand die Oper einfach langweilig (bringt mich um :D )
    Es ist zwar schöne Musik aber naja... es hat mich einfach nicht umgehauen. Vielleicht bin ich jetzt einfach ein Banause ...


    LG

    P.S.: Dessay habe ich in der Partie nicht gesehen, aber ich kann mir schon vorstellen, dass sie dort auch brilliert...



    Re: MASSENET MANON WIEN 2007

    melusine - 15.01.2008, 19:16


    Liebe Leila, diese Version kenne ich auch und finde sie deutlich besser als die mit Alagna. Villazon ist die absolute Idealbesetzung der Rolle für mich.
    Dieser strahlende enthusiastische Tenor vermittelt genau den vollkommen kopflosen idealistischen Romantiker des Grieux, der vor lauter Liebe die Realität nciht mehr sehen kann und will.
    Bei dem Verführungsduett in der Kirche schmilzt man einfach nur nochh dahin und wird von Mitgefühl überrrollt.

    Netrebko singt natürlich gut , das bestreite ich gar nciht, aber eben weder Massenet noch französisch, sondern Puccini und Kauderwelsch.
    Beverly Sills war DIE Manon in den 50iger/60iger Jahren , auch keine Französin, hat das aber 100mal besser gemacht. Genauso Victoria de los Angeles.
    Wenn man den Klavierauszug vor Augen hat und sieht, was A.N. daraus macht-Massent dreht sich im Grab rum!
    Wie gesagt, weder Pausen, noch Verzierungen, noch barocke Menuette noch sosntwas
    Schmetter schmetter al la russia -schön ist das für die Leute sicher erstmal trotzdem, das bezweifle ich ja gar nicht. Aber wenn man dan neben Dessay erlebt oder Sills oder de los Angeles.....
    Und was das langweilig angeht: wenn Du die McVicar Inszenierung mit Dessay und Villazon sehen wirst, findest du diese Oper gar nciht mehr langweilig, jede Wette! Das ist so spannendes Musiktheater, dass keine Minute zuviel wird. Ich schicke eine DVD an Gioachino, sozusagen als Vorgeburtstagsgeschenk und mit der Bitte, seine "Küken", die Massenet nciht kennen oder langweilig finden, zu missionieren......

    Melusine



    Re: MASSENET MANON WIEN 2007

    gioachino - 16.01.2008, 01:07


    So ist sie, unsere Melusine !
    Kurz vor i h r e m Geburtstag verschickt sie eine DVD an Jemanden, der deutlich nach ihr Geburtstag hat ! :big_blume
    Allerdings nimmt sie mich, das Massenet - Greenhorn, auch in die Pflicht.
    Das ist dein gutes Recht, chère amie ! Ich werde die neuen Erkenntnisse den " Küken " nicht vorenthalten - im Gegenteil.

    Ciao. Gioachino



    Re: MASSENET MANON WIEN 2007

    melusine - 16.01.2008, 09:15


    Cher Gioachino, das ist ein genetischer Fehler bei mir: ich habe einen unwiderstehlichen Trieb, den Leuten, die mir sehr am Herzen liegen, das nahe zu bringen, was mir sehr am Herzen liegt. Bei Literatur und Musik kann ich nur sagen- wie der Vicomte de Valmont im Film "Gefährlcihe Liebschaften"- (maliziös gespielt von John Malkovich)
    "Dagegen bin ich machtlos!"
    Jedenfalls geht die DVD heute oder morgen auf die Reise. Du hast aber auch das Recht zu sagen, dass sie Dir nicht gefällt und Du Anna trotzdem besser findest...... :wink:

    Melusine



    Re: MASSENET MANON WIEN 2007

    LaGioconda - 16.01.2008, 13:42


    hihi

    ja klar lass ich mich gerne missionieren !!

    Im Übrigen :

    Was Netrebkos Art betrifft Noten wegzulassen, umzuändern...
    Da ich die Manon vorher noch nicht gehört hatte konnte mir das im prinzip natürlich nicht auffallen. Wo es mir aber grauselig aufgefallen ist war bei der Norma. Netrebkos Version von Casta Diva... Bellini hätte sich im Grab umgedreht, mich hätte es fast ins Grab gebracht und dich leibe Melusine würde ich wahrscheinlich mitnehmen können. Sie lässt wirklich fast die Hälfte aller Noten weg das ist der Hammer !!
    Aber um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht so genau woran es liegt, denn ihre Traviata finde ich einfach immer noch Spitze.... e strano ....



    Re: MASSENET MANON WIEN 2007

    Amadeus - 18.01.2008, 13:19


    Liebe Tiritombaler, (oder ist Tiritomben korrekter?)

    Mir hat der Herr Alagna überhaupt nicht gefallen, ich würde diesen Typen von der Opernbühne verbannen. So Jemand möchte ich weder singen hören noch sehen. Ich weiss nicht, wie das die holde Weiblichkeit hier sieht, aber der Rolando Villazòn ist (nicht nur als Des Grieux) diesem Langweiler doch haushoch überlegen. In jeder Hinsicht.
    Und die Anna, naja, die hatte auch schon bessere Tage als bei ihrer Wiener Manon.(soll bei Sänger-innen und -aussen ja vorkommen). Aber mit ihrem Aussehen und ihrer Mimik erweckt sie natürlich sehr viel Neid bei ihren Geschlechtsgenossinnen. Macht aber nichts. Sie kommt einfach gut an! Und was ihr Singen betrifft: Sie sollte die Wahl ihrer Rollen sorgfältiger aussuchen. Für das französische Zeugs ist sie sprachlich behindert. Da ist die Dessay sicher besser, aber als Donna Anna oder als Violetta, beides in Salzburg, da war sie schon sensationell.
    Hiermit tat ich nur meine persönliche Meinung kund. Ich erwarte nicht, dass die Jemand teilt.
    :D



    Re: MASSENET MANON WIEN 2007

    melusine - 18.01.2008, 14:57


    Lieber Amadeus, wie Du sicher in diesem Thread gelesen hast, teile ich deine Meinung prinzipiell durchaus :wink:

    Melusine



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