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Re: Alles rund um CFDs
Peer - 20.12.2007, 13:51Alles rund um CFDs
Wie in dem einen Thread schon erwähnt soll hier über das Thema CFDs gesprochen werden. Da dieses Finanzinstrument im Börsenverein jetzt Einzug erhält, kann man sich ja mal austauschen. :)
Mein erstes Anliegen wäre...
Wie müssen die Erträge von CFDs versteuert werden?
MfG Peer
Re: Alles rund um CFDs
Peter - 28.12.2007, 18:29
Hier noch einmal eine kleine anmerkung zu abn amro's marketindex...
die haben heute für über 3 stunden den mi x dax vom handel ausgesetzt. scheinbar funktioniert das genauso wie bei cmc.
Re: Alles rund um CFDs
ABC - 03.01.2008, 10:46Unregelmäßigkeiten bei allen CFD-Market-Makern
Es ist durch vielerlei Vorfälle ausreichend sicher belegt, daß beim Handel mit CFD bei allen Market-Makern einigermaßen häufig Unregelmäßigkeiten vorkommen.
Insbesondere bieten sie wesentlich mehr Handelsstörungen als der zugrunde liegende Basis-Markt (beim mi x-DAX oder CMC German 30 ist das der EUREX DAX-Future, dem die Preisstellung nahezu 1:1 folgt, abzüglich einer aus den Zinskosten folgenden Differenz zwischen Future und Kassa, auch theoretische Basis genannt).
Diese Störungen müßten technisch keinesfalls vorkommen, weil heutzutage hochverfügbare redundante Hard- und Software eine Selbstverständlichkeit ist. Aber die Belange des Kunden sind diesen Leuten weitgehend egal, so lange sie dadurch keinen erheblichen Einbruch bei den Kundenzahlen haben. Geht immer davon aus, daß das ganz normale Marktteilnehmer sind, die noch gieriger als Ihr sind, es aber dabei selbst in ihrer Dreistigkeit viel professioneller angehen, als sich das die breite Masse vorstellt. Mit Sicherheit sind sie weder Eure Freunde, noch verdienen sie ein Maß an Vertrauen, daß über ein für das Geschäftsleben gerade noch erforderliches Minimum hinausgeht.
Bei genauer Betrachtung und etwas Kontakten in die Branche kann sogar beobachtet werden, daß die Dienstleister strategisch unverständlich so kurzsichtig agieren, daß sogar kaufmännisch extrem kontraproduktiv auf kostengünstige vertrauensbildende Maßnahmen zur größenordnungsmäßigen Verbreiterung der Kundenbasis verzichtet wird und stattdessen wesentlich teurere lautstarke Werbemaßnahmen angesetzt werden, die natürlich gegenüber einem von einem Mißstand betroffenen Kunden gar nichts bringen. (Strategie "verbrannte Erde", Langfristig ist das Negativ-Potential eines unzufriedenen Kunden über 5-mal höher als das Positiv-Potential eines zufriedenen und die Neukundengewinnung kostet über 20-mal soviel wie die Altkunden-Pflege.)
Neben der Ersparnis bei ausreichend vernünftiger Ausstattung mit Hard- und Software sind auch vorsätzliche Unterbrechungen denkbar, die jedoch für Außenstehende nicht beweisbar wären, weshalb die Spekulation darüber jedem selbst überlassen bleibt.
In genauer Kenntnis ihrer Marktposition als Anbieter in einem kleinen Oligopol für kleines Geld, nutzen sie ihre Stellung ohne Scham aus und wissen auch über die relativ geringe Wahrscheinlichkeit durchsetzbarer Schadenersatzanforderungen gegen sie. ("Take it or leave it.")
Wer seinem Broker, Market-Maker oder seiner Bank übermäßig traut, hat schon verloren wegen einer Naivität, die entgegen dem aus Massen-Sozialisierung entspringendem gewolltem Urvertrauen gegenüber jedweder auf seriöse Erscheinung getrimmten Institution in Wahrheit eher grenzenlose Einfältigkeit auf Großmutter-Niveau ist. Die Finanzmärkte sind ein Haifisch-Becken, wo man entweder ein Hai sein muß oder verdammt schnell schwimmen können muß. Wer das auch nur eine Sekunde mißachtet, ist schon tot.
Bei Optionsscheinen, Knockout-Scheine und Zertifikaten sind je nach Emittent die Handelsstörungen übrigens noch größer. Auch bei Benutzung der zugrundeliegenden Basis-Instrumente, wobei allerdings für kleines Geld wegen der Margin-Anforderungen der DAX-Future ausscheidet (interessant ist da z. B. der BUND-Future), muß mit Handelsstörungen gerechnet werden. So gab es z. B. nach den Terror-Anschlägen 2001 eine vieltägige Markt-Schließung, die erst zum Verfallstag zur Realisierung der kumulativen Verluste beendet wurde. Auch an normalen Handelstagen kommt es zu mehrstündigen Störungen durch Systemausfälle an den Börsen, teils durch simple Stromausfälle ohne Überbrückung durch Notstrom (im letzten Jahr in Chikago gleich mehrmals - wie in der dritten Welt).
Entsprechend der Maxime, daß der Trader für alle Dinge selber Vorsorge tragen muß, müssen solche Dinge nicht als exotische Ausnahme verdrängt werden (sind zwar selten, aber doch wird man mit ziemlicher Sicherheit öfter damit konfrontiert). Eine Sicherungsstrategie ist die Nutzung mit weit aus dem Geld liegenden Optionen. Damit können zwar ärgerliche Verluste durch das Systemversagen nicht vermieden werden und sie kosten auch noch zusätzliches Geld, aber sie können existenzbedrohliche Verluste vermeiden.
Die Vermeidung existenzgefährdender Verluste ist ausreichend, da sich bei anderen Störungen die Bewegungen für und gegen den Trader statistisch ausgleichen.
Bei aller Kritik an den Dienstleistern resultieren die größten Verluste aber aus dem Unvermögen des einzelnen Traders, diszipliniert vorzugehen, wozu insbesondere die richtige Positionsgröße (also nichts mit "all-in" oder ähnlichem) und die sofortige Beschränkung eingetretener Verluste mit Stop-Loss-Marken gehören.
Die Äußerung allgemeinen Unbehagens über irgendwelche Mißstände ist nur konstruktiv, wenn daraus praktische Schlüsse gezogen werden, wie z. B.eigene Vorkehrungen gegen solche Störungen,
Wechsel des Dienstleisters zu einem besseren (so es denn einen solchen wirklich gibt),
Wechsel des Marktes zu einem stabileren, z. B. zum Basis-Wert statt CFD darauf, womit aber auch die Vorteile, wie hoher Hebel, geringe Kontraktgröße, Gratis-Charts usw. entfallen,
rechtliche Schritte gegen Mißstände (fast chancenlos),
Gründung eines eigenen besseren Dienstleisters (sehr gute Idee, macht aber viel Arbeit und ein Newcomer kriegt in der Regel nur einige Hundert Kunden),
Enthaltsamkeit von den Geschäften, mit deren Risiken man nicht klar kommt. ("no risk - no gain")
Re: Alles rund um CFDs
ABC - 03.01.2008, 12:25Versteuerung von CFD
Da aus rechtlichen Gründen in D die Erteilung von steuerlichen Ratschlägen im wesentlichen durch Steuererberater zu erfolgen hat, kann ich natürlich keine Steuerberatung durchführen. Ratschläge können sich nur auf die allgemeine und unverbindliche Deutung des Gesetzestextes beschränken, für die ich auch keinerlei Haftung übernehme.
Gewinne und Verluste aus CFD (Verkaufspreis - Einkaufspreis jeweils incl. aller Spesen) sind danach derzeit ganz normal mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Eine Sonderbehandlung nach dem Halbeinkünfteverfahren genießen sie nicht, da sie dazu explizit im Gesetzeswortlaut genannt werden müßten.
Für das Halbeinkünfteverfahren werden Aktien und Unternehmensanteile angegeben, nicht aber Derivate darauf, auch wenn in zig marketing-lastigen Beiträgen, sogar im Fernsehen das Gegenteil zusammengeschwafelt wurde. Gesetze sind dem Wortlaut und dem Gesetzesziel entsprechend anzuwenden und nicht nach dem persönlichen Wunsch der Beteiligten. Mit dem Halbeinkünfteverfahren sollte eine Doppelbesteuerung der Gewinne einmal beim Unternehmen und nochmal beim Aktionär vermieden werden. Hochgehebelte Differenzgeschäfte als besonders volatile Trading-Instrumente sind aber weder in ihrer unmittelbaren Bedeutung noch in ihrem ökonomischen Wesen Unternehmesanteile.
Verluste können mit früheren Gewinnen verrechnet werden oder in die Zukunft vorgetragen werden. Dabei können sie nur mit anderen Verlusten aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden, nicht mit regulärem Einkommen aus einer Anstellung oder gewerblicher/freiberuflicher Tätigkeit.
Ab nächstem Jahr erfolgt eine gravierende Änderung des Steuerrechts, wo sowohl das Halbeinkünfteverfahren als auch die unterschiedliche Behandlung verschiedener Einkunftsarten aus Finanzprodukten abgeschafft werden, so daß es im wesentlichen nur noch eine Einkunftsart aus Kapitalvermögen gibt. Weiterhin wird die Abgeltungssteuer eingeführt, die bei hohen Einkünften die Steuerlast deckelt, bei geringen ein Wahlrecht zum geringeren individuellen Steuersatz ermöglicht. Die Abgeltungssteuer wird dann bei inländischen Instituten automatisch abgeführt. Die genauen Modalitäten sind noch offen und werden im Laufe des Jahres bekannt gemacht werden.
In diesem Jahr und bei ausländischen Instituten auch in Zukunft muß man noch alles manuell zusammenstellen. Bei den meisten, einigermaßen verständigen Finanzämtern reichen vernünftige geordnete Zusammenfassungen der Geschäfte. Einige wenige Finanzämter sollen sich aber auch sehr restriktiv zeigen und gar Formvorschriften verlangen, die gesetzlich gar nicht existieren. Dabei kann man sich einigermaßen stur stellen, denn interne Verwaltungsanordnungen haben keine Geltungskraft gegenüber dem Bürger und eine Privatperson muß keine formale Buchhaltung durchführen.
Wer Steuern in Höhe einiger Tausend EUR abführen muß oder als Verlust vortragen will, sollte sich eine Stunde beim Steuerberater zur Vorgehensweise nach festem Stundensatz beraten lassen. Die endgültige Ausfertigung der Steuerunterlagen sollte man aber selbst machen oder nur nach vorherigem Honorar-Vertrag machen lassen, weil die Gebühr beim Steuerberater aufgrund von Feinheiten (§ 27) in der Steuerberatergebührenverordnung bei vielen Geschäften exorbitante Höhen erreichen kann.
Wenn man zum Steuerberater geht, sollte man vorher ziemlich genau wissen, was genau überhaupt geklärt werden soll, denn auch ein Steuerberater muß sich zum genauen Vorgang meist erst kundig machen. Es ist also eine gute Idee, vorher schon mal das Gesetz selber anzusehen und die diskutierten Knackpunkte in Foren ausfindig zu machen, um dann dazu eine punktgenaue Antwort zu erhalten.
Re: Alles rund um CFDs
Peter - 06.01.2008, 01:36
hab da ein recht interessantes dokument von der bayern lb gefunden yum thema abgeltungssteuer
http://www.bayernlb.de/ar/Internet/de/Downloads/0100_CorporateCenter/5700Research/Perspektiven.pdf
Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken
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