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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Omega - James Bathory - Chepre - skold_in_suspenders Forum: Das MM-Slasharchiv Forenbeschreibung: Das Archiv von Mansonslashfic, wo unsere Werke zu finden sind! aus dem Unterforum: Fantasy und Horror Antworten: 4 Forum gestartet am: Mittwoch 15.11.2006 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: No.6: Reise durch die Nacht Letzte Antwort: vor 15 Jahren, 3 Monaten, 20 Tagen, 8 Stunden, 46 Minuten
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Re: No.6: Reise durch die Nacht
Omega - 06.12.2007, 21:43No.6: Reise durch die Nacht
Hier öffnet sich das 6. (Nikolaus-)Kläppchen!
Genre: Fantasy
Pairing: Pogo/John
Hörempfehlung: Nine Inch Nails - Leaving Hope
Bild zum Drüber-meditieren:
Sonstige Kommentare: Meine Mutter fand das Teil cool^^
Disclaimer: Nix mir, kein Geld, nie passiert
~-+-~-+-~-+-~-+-~ +++ ~-+-~-+-~-+-~-+-~
REISE DURCH DIE NACHT
Es war tiefdunkel, als er erwachte. Er hatte einen Alptraum gehabt, nicht irgendeinen Alptraum – nein, es war derjenige Alptraum, der ihn schon seit Wochen jede Nacht quälte und der ihn jedes Mal schmerzlich bewusst werden ließ, dass er, genau er, wohl nie eine Partnerin fürs Leben bekommen würde, ganz im Gegensatz zum Rest der Welt. Wie er da also lag, seinen Atem zu fassen versuchte und sich einmal mehr in seinen trübseligen Gedanken vertiefte, erregte ein Rascheln vor seinem Fenster die Aufmerksamkeit der grauen Augen.
Nicht weiter wichtig, doch da er Ablenkung dringend nötig hatte, stand er trotzdem auf und sah aus dem Fenster in die kalte Dunkelheit draußen, in der lediglich der Schnee das Licht des Mondes und der Sterne reflektierte. Er traute seinen Augen kaum, als er erkannte, dass sein Garten alles andere als leer war, obwohl genau das der aktuelle Zustand hätte sein müssen. Stattdessen aber wimmelte und brummte das winzige Gärtchen nur so vor Käfern, Mäusen, Schlangen, Kaninchen, Amseln und Eulen, Hunden, Katzen, Fliegen und Mücken, Hummeln und Libellen, und zu seinem größten Erstaunen weidete sich auch ein halbes Dutzend Kühe an seinen mit viel Liebe eingepflanzten Petunien.
Doch als er in die Mitte des Gartens blickte, da war das alles nur noch Nebensache.
In seinem Garten, genauer auf dem Brunnen, stand nämlich ein Tier, das er noch nie in seinem Leben gesehen oder auch nur davon gehört hatte. Es war riesig, mindestens 2 m groß, und von Körperbau her ähnelte es einem Pferd, doch auf seinem Hals saß ein Wolfskopf, dessen lange Ohren in Pinselartigen Fellauswüchsen endeten. Der Schwanz war ein einziges, flauschiges Fellbündel ohne erkennbare Kontur, und die riesigen Pfoten der Kreatur ähnelten Löwentatzen, mit dem kleinen Unterschied, dass sie aus Horn waren. Und zu allem Überfluss prangten auf dem Rücken riesige, farblich zum kurzen, leuchtend gelben Fell passende Flügel, deren Federn leise im Wind raschelten; das war es, was der sprachlose Hausinsasse gehört hatte, der nun kurz davor war, entweder die Polizei zu rufen oder sich direkt in die Klapse einweisen zu lassen. Da sah das Ding auch noch zum Fenster aus und rief mit einer rief dröhnenden Stimme: „AAH! STEPHEN! GENAU DICH HABE ICH GESUCHT!“
Besagter duckte sich schnell unter den Fenstersims, als würde er dadurch verschwinden. Er hörte schwere, klappernde Schritte und ein Pochen an der Fensterscheibe. Bibbernd richtete er sich auf und öffnete das Fenster.
„Ich träume.“, sagte er.
„VIELLEICHT.“
„Psst, die Nachbarn hören dich und dann... Ach ich muss eh in die Klapse!“
„ERZÄHL MAL NICHTS. ALSO, ICH BIN HIER UM MIT DIR EINE KLEINE REISE ZU UNTERNEHMEN.“
„Eine... eine Reise?“, hauchte Stephen, der es erst mal satt hatte, Pogo zu sein. Er hatte keine Lust auf Reisen, schließlich war er gerade erst von seiner Tour wieder da.
„JA, EINE REISE. STEIG AUF MEINEN RÜCKEN.“
„Aber... ich will nicht reisen!“
„DU WIRST ES NICHT BEREUEN.“
„Aber ich weiß doch nicht einmal, wo es hin geht!...“, widersprach Stephen schwach.
„DEINE TRÄUME.“, erwiderte das Lebewesen geheimnisvoll. „KOMM MIT, STEIG EIF MEINEN RÜCKEN UND ICH ZEIGE DIR DEINE TRÄUME.“
„Ich...“, murmelte Stephen, doch dann dachte er sich, wenn er schon in die Klapse musste, dann konnte er doch wenigstens jetzt noch einmal raus. Also erhob er sich, griff in das gelbe Fell und kletterte auf den Rücken der Wundersamen Kreatur.
„GUT, HALTE DICH AN DEM FELL ZWISCHEN MEINEN SCHULTERN FEST.“ Er erkannte lange Haare, wo dem Ding... der Kreatur eine leuchtend gelbe, lange Rückenmähne wuchs. Dann wurde er zunächst über die Straße getragen, das hohle klappern der Klauen schien sehr laut in der nächtlichen Stille. Doch niemand wache auf, keine Regung war zu erkennen.
„GUT FESTHALTEN!“
Er gehorchte, und schon stieß sich das Wesen ab und sprang hoch in die Luft, wo es blieb und durch die Luft lief, als sei es fester Untergrund. Stephen jedoch fühlte nicht die geringste Erschütterung. Sie flogen durch die Nacht, und trotz des Schnees fror er nicht in Geringsten. Höher und höher flogen sie, bis sie schließlich die Atmosphäre verließen und in den tintenschwarzen Weltraum. Dort liefen sie, und Stephen sah sich staunend um, während er der dröhnenden Stimme lauschte.
„ICH BIN EIN PHEROTAH, DAS HEIßT IN EURER SPRACHE „LUFTGRAU“. UNSERE AUFGABE IST ES, MENSCHEN WIE DICH MITZUNEHMEN AUF EINE REISE IN IHRE TRÄUME, GEDANKEN UND WÜNSCHE. UNSER MEISTER SCHICKT UNS ZU EUCH, WENN IHR IN NOT SEID, UM EUCH HINWEISE AU EUER GLÜCK ODER AUCH UNGLÜCK ZU ZEIGEN. PASSE ALSO GUT AUF, WENN WIR WEITERREISEN, ES WIRD NÄMLICH EINE REISE IN DEINE SEELE.“
„Aber wer ist euer Meister?“, flüsterte Stephen, der das alles nicht so recht glauben konnte.
„DARÜBER ZU SPRECHEN, IST UNS NICHT GESTATTET.“, rief das Wesen und setzte sich in Bewegung. Sie trabten eine Weile lang durch die sternengefüllte Schwärze, bis ein Planet in Sicht kam, der leuchtend rot war. „DAS“, erklärte der Pherotah, „IST DEINE SEELE!“
„Ein Planet?“ Stephen kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.
„ER IST EIN SINNBILD, WENN DU ES SO WILLST, DOCH ALLES WAAS DU DORT SEHE WIRST, KOMMT AUS DEINER SEELE.“
Sie rasten immer schneller auf den Planeten zu, durchbrachen die Atmosphäre – und betraten eine andere Welt.
Klaviermusik erfüllte Stephens Augen, wunderbare Klaviermusik, die seine Ohren und seine Seele streichelte. Unter sich sah er einen Garten, einen chinesischen Garten, in dem Tiere spielten, es war das reinste Paradies, mit allem was dazugehörte: Spielende Hunde und Katze, singende Vögel, und überall an Blumen mümmelnde Häschen. „Wunderschön...“, flüsterte er hingerissen.
ES IST DER FRIEDEN IN DIR. DU HAST GLÜCK, DASS WIR GLEICH AN EINEM DERART POSITIVEN ORT GELANDET SIND!“ Stephen nickte und schwieg, während er entzückt das paradiesische Umfeld bestaunte, das seinen inneren Frieden symbolisieren sollte. Der Pherotah flog weiter, wurde immer schneller, und irgendwann gelangten sie zu einer weiten Ebene, die frei von wirklich allem war, nicht einmal auf auffallender Kiesel war zu erkennen. Es war ein trostloses Grau in Grau.
„Wo sind wir?“
„ES IST DIE LEERE IN DIR. DEIN GRÖßTER FEIND. AUS IHR KOMMEN HASS, NEID UND ALLES BÖSE; UND AUS ALLEM BÖSEN KOMMT DIE LEERE.“
Wie wahr, dachte Stephen und spürte augenblicklich eine Welle der Bitterkeit durch seinen Organismus schwemmen. Wie sie durch die Ebene trabten ohne dass auch nur das tröstende Geräusch eines Schrittes an seine Ihren gedrungen wäre, fühlte sich das kleine Menschlein in der großen Ebene sehr einsam und traurig, eben leer.
„RIECHST DU ES?“, unterbrach der Pherotah seine trübsinnigen Gedanken.
„Was denn?“
Der Pherotah beschleunigte seine Schritte, und bald roch es auch Stephen: Schwefel.
„WIR NÄHERN UNS DER WUT!“
„Der... Wut?“ Natürlich war es Stephen nicht fremd, dass es Wut in seinem Hirn gab, es gab sogar jede Menge, aber se zu betreten, das konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen.
„SIEH ES DIR AN.“
Stephen sah hinaus auf die Landschaft, der sie sich stetig näherten, und erblickte ein Meer aus Flammen, der Hölle der gläubigen Menschen nicht unähnlich. Gelb und orange zuckten die Flammen fast bis zum roten Himmel hinauf. Als sie das glühende Gebiet betraten, fühlte er eine Welle des Zorns in sich brennen. Die Flammen verbrannten ihn nicht sie machten ihn endlos wütend. Der Pherotah schritt unbeeindruckt weiter. Irgendwann wurden die Flammen kalt, blau und begannen, auf seiner Haut zu brennen. Das Gefühl in seinem Inneren veränderte sich. „DER HASS.“ Schließlich erloschen alle Farben der Flammen, sie waren weiß. In Stephens Seele steckten tausende eiskalter Nadeln, die jedes Mitgefühl einfroren und ihn bösartig werden ließen. „DIE VERGELTUNG.“, erklärte der Pherotah, als sei dies das Normalste der Welt.
Stephen sah zurück und erblickte ein Geld in Blau in Weiß. Er war irritiert. „Aber warum ist es denn alles da selbe?“, schrie er über das Tosen der Wut hinweg. „Wut, Hass, Vergeltung, warum ist es hier eins?“
„EINS RESULTIERT AUS DEM ANDEREN! AUS WIT WIRD HASS, AUS HASS WIRD VERGELTUNG! WAS DU SIEHST, IST DER POTENTIELLE MÖRDER IN DIR!“
Stephen schauderte, als er genauer hinsah und auf dem rußigen Boden die verkrümmten Kadaver von Hunden und Katzen sah, und in den Flammen die Häschen in Todesqualen schrieen. Ihm brach schier das Herz bei dem Geräusch. „Aber bin ich der Mörder? Töte ich meinen eigenen Frieden?“
„JA, SO IST ES.“
Stephen war von Grauen und Selbstekel erfüllt. „Es soll aufhören...“, flüsterte er,
„DAS KANNST NUR DU ALLEIN ÄNDERN. UND DAS IST EINE AUFGABE FÜRS LEBEN.“
Das Wesen begann wieder zu rennen, aber die Länder der Wut, des Hasses und der Vergeltung waren groß. Die Wanderung nahm ein jähes Ende, als sie vor einen Abgrund standen, der kein ersichtliches Ende hatte.
„Ist es hier... zu Ende?“, fragte der Mensch, der schaudernd den gähnenden Abgrund hinuntersah und nur Schwarz erkannte. Er konnte sich nicht vorstellen, dass seine Seele irgendwo zu Ende war, wenn der Planet sie darstellte.
Doch der Pherotah schüttelte den Kopf, „HALT DICH FEST!“, rief er und sprang.
Stephen schrie, als sie fielen und de Pherotah keine Anstalten machte, ihren Sturz abzufangen. „Was ist das?“, kreischte er panisch.
„ES IST DIE VERZWEIFLUNG UND DER ABGRUND IN DIR!“, brüllte das Wesen, als sie in immer eisigere Tiefen hinabstürzten, die Kälte biss und schmerzte und Schreie in Stephens Ohren gellten; all die stummen Schreie, die er im Laufe seines Lebens stumm hinausgeschrieen hatte, aber auch die Schreie der sterbenden Tiere aus den Ländern der Wut und die Schreie vieler Menschen. „Ich will hier raus!“, heulte er, doch sie Antwort war nur ein kaltes „AUCH DAS GEHÖRT ZU DEINER WELT, DU DARFST DIE AUGEN NICHT VERSCHLIEßEN!OBWOHL ICH ZUGEBEN MUSS, DASS DEIN ABGRUND ZIEMLICH TIEF IST.“
Stephen konnte es kaum verstehen, so laut gellten die Schreie in seinem Kopf. Er glaubte, sein Kopf müsste platzen, wäre doch bloß seine Seele hier zu Ende gewesen!
Plötzlich war es still, unheimlich still in ihm. Um ihn herum ein Rauschen und Knacken wie in einem kaputten Elektrogerät.
Um ihn herum war alles weiß-grau gesprenkelt. Trist und Trostlos. Eine seltsame Starre ergriff Besitz von ihm.
„DIE RESIGNATION.“, erklärte der Pherotah.
Stephen begann langsam, den Zusammenhang der Gefühle zu verstehen, soweit er das bei einem derart komplexen und komplizierten Gebilde verstehen konnte. Doch ihm blieb keine Zeit zum Denken.
„WAHRSCHEINLICH HAST DU ES NIE GEMERKT, ABER EINEN SEHR GROßEN TEIL DEINES LEBENS VERBRINGST DU IN RESIGNATION!“
Das konnte sich Stephen in der Tat nicht vorstellen.
„LASS UNS WEITERREISEN, UND HALTE DICH GUT FEST!“ Das Wesen sprang, und plötzlich war da kein Weiß mehr, sondern ein tiefes, samtig dunkles Rot. Es fühlte sich fremd, aber auch vertraut an und war unmöglich einzuordnen. Als sich Stephen umsah, konnte er nirgendwo eine Quelle des dämmrigen Lichtes erkenne, das es ihm ermöglichte, jede Faser dieses Gebildes zu sehen und zu erkennen, dass sie alle leicht vibrierten. Er kam sich vor wie im Leib eines gigantischen Tieres, was ihm unheimlich war.
„Wo sind wir?“, fragte er, der das alles nicht verstehen konnte.
„ZWICHEN HIMMEL UND HÖLLE. SIEH DICH UM, UND DU WIRST ES VERSTEHEN. ABER DU DARFST NICHTS BERÜHREN, SONST ZERSTÖRST DU DAS KOSMISCHE GLEICHGEWICHT!“
Stephen dachte unwillkürlich, dass dieser Satz auch von ihm stammen konnte. Dann sah er sich um und verstand immer noch nichts.
„LAUSCHE.“
Also lauschte er und vernahm lange Zeit nichts außer einem unbestimmten Rauschen. Dann kristallisierte sich ein weiteres Geräusch heraus.
Bumm-bumm. Bumm-bumm. Bumm-bumm.
„Puls?“, flüsterte Stephen, und sein Begleiter nickte. „FOLGE IHM, UND BERÜHRE JA NICHTS!“
So gingen sie langsam auf das pulsierende Geräusch zu, das immer lauter wurde; Stephen auf dem Rücken des wundersamen Wesens namens Pherotah. Dann sah er in der Ferne etwas Rubinrotes leuchten. Er deutete darauf, als habe er Angst, es mit Worte zu zerstören.
Der Pherotah verstand und schritt darauf zu.
Bumm-Bumm. Bumm-Bumm. Bumm-Bumm.
Stephen wagte nicht zu atmen, als er erkannte, dass dort ein rubinrotes Herz pulsierte.
„Ist das mein Herz?“, flüsterte er benommen.
„ES IST DER DREH-UND ANGELPUNKT DEINER SEELE. DEIN ZENTRUM.“
Das vertraute Gefühl wuchs und wuchs in Stephen, je näher die dem Herz kamen, doch noch immer war es ihm unmöglich, es zuzuordnen. Dann sah er etwas.
„Sieh doch“; hauchte er, „da liegt etwas auf dem... meinem.... Herz.“ Er konnte nicht erkennen, was es war. Doch das Wesen ging näher heran. Dann erkannte er, was es war. Ein Mensch war es, der da zusammengekuschelt in den warmen Falten seines Herzens ruhte und schlief. „Ein Mensch...“, ächzte er sprachlos.
„SIEH GANZ GENAU HIN! DANN VERSTEHST DU ES.“
Stephen war allmählich genervt von den ewigen Rätselratereien, doch er beugte sich vor und strengte seine Augen an. Er wagte noch immer nicht, zu atmen. Er konnte nicht glauben, was er sah, doch dieser Mensch lag so friedlich dort, in seinem Schlaf, er sah so unwiderstehlich süß aus, dass das Gefühl Stephen überwältigte und ihm klar wurde. Dann fand er seine Sprache wieder. „John...“, hauchte er verblüfft, „... es ist John...“ beinahe fürchtete er, das Geschöpf auf seinem Herzen zu wecken, wenn er sprach. Er maß es – ihn – mit einem Blick und wunderte sich, warum er erst hier dieses Gefühl verstand. „Die Liebe! Die Liebe ist der Ort zwischen Himmel und Hölle. Und. er...er ist...meine...“ er vollendete den Satz nicht. „JA, STEPHEN. DIE LIEBE IST DER DREH- UND ANGELPUNKT DER SEELE, UND DIESER MANN IST DEINE LIEBE. UNTEREWUSST, DESWEGEN SCHLÄFT ER SO TIEF. ABER FRÜHER ODER SPÄTER HÄTTEST DU ES GEMERKT.“
Stephen schwieg, die Erkenntnis ließ ihn herzlich wortlos zurück.
Der Pherotah raschelte mit den Federn. „HALTE DICH GUT FEST!“ Er sprang und in rasender Schnelle befanden sie sich wieder an ihrer Ausgangsposition, dem Garten des Inneren Friedens. Flauschige Häschen hoppelten dem Pherotah um die Knöchel, die Hunde wedelten mit dem Schwanz und die Katzen schnurrten, während sie sich auf den warmen Wiesenboden rollten. Stephen aber fühlte sich lange nicht mehr so enthusiastisch. „Er hat so viele Verehrerinnen, wieso sollte er gerade mich wählen? Ich bin alt und nicht gerade attraktiv.“ Ein Hund winselte. Der Pherotah aber hob seine Nase zum Himmel.
„SIEH NACH OBEN, STEPHEN. SIEHST DU DIE GOLDENE SONNE?“ Stephen hob den Kopf. „JA.
„SIE IST DEINE KRAFT UNE TAPFERKEIT, DEIN ENTHUSIASMUS UND DEIN CHARME. DU HAST EIN HERZ AUS GOLD, VERTRAUE DARAUF. ICH DARF DIR DAZU NICHT VIEL SAGEN, ABER MERK DIR DAS: DENKE IMMER AN DEINE SONNE!“
Stephen nickte und fühlte sich frei. Doch der Pherotah sagte DIE ZEIT FLIEGT, UND DU MUSST ZURÜCK. HALTE DICH GUT FEST!“
Zu schön war das Paradies, aber Stephen verstand, dass er gehen musste. „Werde ich den Garten je wieder sehen?“
„ES LIEGT IN DEINER HAND. WENN DU DIE SONNE IN DEINEM HEZEN HAST, DANN WIRST DU IHN NOCH OFT WIEDERSEHEN, STEPHEN.“
So ging die Reise zurück, durch das Sternenzelt und wieder durch den Himmel in die Straße, in der Stephen Gregory Bier wohnte, besser bekannt als M.W. Gacy oder Pogo. Das wahre Wesen aber steckte in dem Menschen Stephen.
Der Pherotah setzte ihn auf der Fensterbank ab und sah ihm zum ersten Mal in die Augen. Sie waren von einem Blau, das klarer als alle Bäche der Welt zu sein schienen, sie versetzten Stephen in Erstaunen. „ICH WERDE DICH NUN VERLASSEN, STEPHEN. DEIN SCHICKSAL LIEGT IN DEINER HAND, DENKE AN DIE SONNE UND DIE LIEBE UND DU WIRST DEN AUCH DEN GARTEN WIEDERSEHEN...“ Damit flog er davon, und mit ihm all die Tiere in Stephens Garten. Er sah ihnen nach, bis auch der letzte Punkt verschwunden war, und drehte sich dann um. Doch er erstarrte. Auf seinem Bett saß ein kleines, schneeweißes Kaninchen mit klaren blauen Augen, klarer als jeder Bach der Welt. Als es ihn sah, wackelte es mit den Ohren und stellte sich auf die Hinterbeine. Und als Pogo sich erstaunt auf die Bettkante setzte, sprang es auf seinen Schoß und schmiegte sich an ihn. Stephen sah herunter und streichelte das flauschige Fell. „Na, bleibst du etwa hier?“ Als das Tier mit den Ohren wackelte, lächelte er. „Hallo, Pherotah...“ Dann sah er versonnen in den dunklen Himmel hinaus und hab sich innerlich das Versprechen, die Sonne für immer im Herzen zu behalten.
Der Wecker entriss Stephen schon um 5 Uhr in der Frühe seiner Träume. Er stellte ihn grummelnd aus und setzte sich auf, als er verblüfft innehielt. Denn neben seinem Bett saß ein kleines, weißes Kaninchen mit strahlend blauen Augen und sah ihn erwartungsvoll an. Als er in die Augen sah, begann er sich zu erinnern und lächelte dem Häschen Pherotah zu; wenig später gab er ihm etwas Grün zu fressen, während er selbst frühstückte. Dann ging er pfeifend zur Arbeit, die Sonne und John im Herzen.
Re: No.6: Reise durch die Nacht
James Bathory - 06.12.2007, 21:52
Oh verdammt is das toll! *relativ sprachlos*
Ich bin echt beeindruckt...Wow!
Re: No.6: Reise durch die Nacht
Chepre - 06.12.2007, 22:12
Whoo, ein bisschen strange, aber cool^^ *flausch*
Re: No.6: Reise durch die Nacht
skold_in_suspenders - 08.12.2007, 19:31
Geilo!! Das ist SAUtoll!
Und zum weißen Kaninchen fiel mit nur das ein:
:happy: Ich weiß... ich bin 'ne Sau...
Kiss me kiss me like I kiss you
miss me miss me like I miss you
While you dream your dream of somebody else
I PAY for you the whole night through :lolz:
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