Der Biss

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    Re: Der Biss

    Moonys Tröti - 14.11.2005, 04:33

    Der Biss
    Hallihallo miteinader!

    Dies ist die erste meiner Kurz- (oder Langgeschichten :D) über das Leben von Remus Lupin.
    Sie handelt davon, wie unser armer Moony zum Werwolf wurde :cry:

    Wenn sie euch gefällt, dann gebt mir ein Zeichen (z.B. ein Review :D :wink:), ob ihr Interesse an meinen anderen Geschichten hättet.

    Vielen Dank und hoffentlich ´ne Menge Spaß beim Lesen!
    Liebe Grüße,
    Tröti



    Der Biss

    In einer kalten Vollmondnacht
    voll Unruh´ aus dem Schlaf erwacht
    gepackt von unstillbarer Gier
    markiert er heulend sein Revier
    er wandelt sich im hellen Schein
    zerfleischt ein schuldlos´Kind, ganz klein
    reckt den durst´gen Hals in die Nacht
    denn nun hat er im Wald die Macht
    rammt seine Zähne in junges Fleisch
    verletzt die zarte Haut, ganz weich
    reißt die Krallen durch rosige Wangen
    genießt das Flehen, liebt das Bangen
    trinkt von dem reinen, roten Blut
    heult vor Freude, heult vor Wut
    das Kind infiziert von dem Ungeheuer
    bezahlt dafür sein Leben lang teuer


    Serena Lupin ging ihr Sohn heute gehörig auf die Nerven. Eigentlich war er ein lieber Junge, doch wenn seine Augen so schelmisch blitzten, wie sie heute taten, musste man auf der Hut sein. Als er am Morgen die Hecke im Vorgarten in Brand gesetzt hatte, war sie gleichermaßen ärgerlich wie stolz gewesen. Zweifelsohne steckte hinter diesem sinnlosen Vandalismus ein Stück großer Magie, dachte sie lächelnd und beobachtete ihren Sohn durch das Wohnzimmerfenster, wo er mit dem bärengroßen Hund des Nachbarn spielte. Schuldbewusst wich er ihren Blicken aus und vermied es ebenfalls, die noch immer rauchende Hecke ins Visier zu nehmen. Serena seufzte tief, als sie an ihren Mann dachte. Er würde Remus eine dafür verpassen, soviel stand fest und sie dankte ihrem Sohn im Stillen dafür, dass er niemals weinte, wenn sein Vater ihn schlug, denn andernfalls würde sie ebenfalls in Tränen ausbrechen. Er ist ein Junge und die Geheimhaltung der magischen Welt hat oberste Priorität. Er braucht eine starke Hand, redete sie sich von Zeit zu Zeit ein. Doch sie wusste, dass sie nur allzu häufig den inbrünstigen Reden ihres Mannes gelauscht und sie bereits zu einem Teil verinnerlicht hatte. Wenn Remus sie wieder und wieder mit der Frage löcherte, weshalb er kein Brüderchen bekommen dürfe, war sie immer kurz davor, ihm zu erklären, dass sie mit diesem Mann kein zweites Kind mehr in die Welt setzen würde.
    Serena war glücklich, dass Remus von seinem Vater einzig das ansehnliche Erscheinungsbild geerbt hatte, ihm im Wesen jedoch nur wenig glich. Mit seinem dunkelbraunen Haar, den haselnussbraunen Augen und den weichen Gesichtszügen war Remus unbestreitbar hübsch, fand Serena und die Nachbarin war der gleichen Meinung.
    Sein Vater jedoch freute sich, dass in Remus Blut das eines Magiers floss. Serena war dies egal und manchmal wünschte sie sich sogar, einen ganz normalen Jungen zu haben, der nur Fensterscheiben mit Fußbällen einschoss anstatt sie gleich zum schmelzen zu bringen.
    Sie versuchte ihr bestes, den kokelnden Haufen Grün wieder ein wenig mehr nach Hecke aussehen zu lassen, doch sie, als Muggel, konnte nur wenig ausrichten. Für einen kurzen Moment schoss ihr der Gedanke durch den Kopf, Remus um Hilfe zu bitten, doch sie hatte sich fest vorgenommen, ihren Sohn niemals zu Magie anzustiften, solange er noch nicht gelernt hatte, sie zu zügeln. Vierzehn Jahre Ehe mit einem Zauberer hatten ausgereicht, um ihr deutlich zu machen, dass Magie, unkontrolliert eingesetzt, schlimmere Dinge anrichten konnte, als eine Ladung hochexplosiven Sprengstoffes.
    Als sie ihren Mann Rolphus die Straße entlangschreiten sah, baute sie sich schützend vor der qualmenden Hecke auf und schickte Remus ins Haus, der dem schmuddeligen Nachbarshund zum Abschied einen Kuss auf die Schnautze drückte.
    „Ihgitt, Remus, das ist eklig! Wasch dir den Mund aus!“, zischelte sie und gestikulierte mit der Hand in Richtung Haustür.
    „Miller putzt sich die Zähne!“, behauptete Remus.
    „Hunde putzen sich nicht die Zähne und nun geh!“
    „Oh doch! Er hat es mir selbst gesagt!“, rief Remus und lachte, als er die Haustür hinter sich zuschlug.
    Serena rollte entnervt mit den Augen. Der Junge behauptete von Zeit zu Zeit seltsame Dinge und sie wusste nicht, ob es damit zusammenhing, dass er ein Zauberer war oder ob er einfach einen an der Klatsche hatte.
    „Tag, Schatz.“, grüßte Rolphus, als er die Gartenpforte öffnete. Sein Blick huschte von dem gepflegten Rasen über seine Frau, hinter der es gewaltig dampfte und er zog die Augenbrauen hoch.
    „Ich habe aus Versehen die Hecke angezündet.“, sagte Serena mit einem Lächeln, dass gleichzeitig unschuldig wie entschuldigend erscheinen sollte.
    „Du hast- wie hast du das gemacht?“, fragte Rolphus und schritt ausladend auf seine Frau zu, die sich ihm in den Weg stellte. Doch er war um mehr als einen Kopf größer und konnte mühelos über sie hinwegsehen. Seine Augen verengten sich zu argwöhnischen Schlitzen. Wortlos packte er eine Gießkanne und schüttete den Inhalt über die Hecke. Es zischte, doch die kleinen blauen Flämmchen tanzten weiter im grünen Geäst.
    In Zeitlupe drehte er sich zu Serena um.
    „Das ist ein magisches Feuer.“, zieschelte er. „Wie konntest du es nur zulassen, dass unser Sohn inmitten eines Muggelwohnviertels Magie in unserem Vorgarten gebraucht.“
    „Ich-„
    „Verstehst du denn nicht? Sie werden ihn nicht nach Hogwarts lassen, wenn er schon vorher alles verzaubert, was ihm in die Quere kommt-„
    „Er verzaubert weißgott nicht alles, was ihm in die Quere kommt!“, entgegnete Serena wütend.
    „Noch so eine Nummer und wir haben die Leute vom Geheimhaltungskomitees des Ministeriums am Hals.“
    „Ja.“, erwiderte Serena matt. „Ja, es tut mir leid, wegen der Hecke und-„
    „Die verdammte Hecke ist mir verdammt noch Mal egal! Ich will nicht, dass unser Sohn auf die schiefe Bahn gerät. Das muss doch auch in deinen verdammten Muggelschädel reingehen.“

    „Er hat dreimal „verdammt“ gesagt.“, stellte Remus fest, der mit dem Ohr an die Haustüre gepresst dem Streit seiner Eltern lauschte. Das war sein Stichwort. Beim dritten „verdammt“ seines Vaters war es allerhöchste Eisenbahn, irgendwo zu verschwinden. Er stürmte in die Küche, kletterte aus dem Fenster und rannte den Weg entlang, der von dem Haus seiner Eltern unmittelbar in den Wald führte. Keuchend lehnte er sich an einen Baum und gönnte sich eine Verschnaufpause. Es würde eine zeitlang dauern, bis sein Vater bemerkte, dass Remus nicht im Haus war. Ein wenig graute ihm davor, nach Hause zurückzukehren, doch im Moment machte er sich darüber wenig Gedanken. In diesem Wald gab es einen Bach und in den Blüten ringsum lebten Feen, die wunderschön in der Sonne glitzerten. Seine Mutter hatte behauptet, es seinen Libellen, doch er ließ sich nicht für blöd verkaufen. Libellen summten Abends nur selten die Mondscheinsonate und tanzten Hand in Hand auf einem Kieselstein. Pfft! Libellen! Manchmal glaubte er, seine Mutter sei ein wenig dumm, doch Dad hatte ihm erklärt, dass sie bloß ein Muggel war. Remus war sehr traurig geworden, denn Muggel sein klang nach einer richtig fiesen Krankheit und er bemitleidete seine Mum im Stillen.
    Einmal hatte ihm auch ein Wasserdämon vom Grund des Baches mit kleinen, wütenden Fäusten gedroht. Remus war losgelaufen, um Liam, den Jungen von schräg gegenüber zu holen und dieser Blödian hatte doch tatsächlich behauptet, er könne keinen Dämonen erkennen. Da schwämme bloß ein Stück moosbewachsenes Holz.
    „Kauf dir mal ein neues Gehirn!“, hatte Liam gesagt. „Du tickst nämlich nicht mehr sauber.“
    „Kauf du dir lieber mal ´ne Brille, du Blindfisch!“, hatte Remus erwidert, doch seitdem machte Liam immer einen Bekloppten nach, wenn er ihm auf der Straße begegnete und die anderen Kinder auf der Straße hatten scheinbar auch Gefallen daran gefunden.
    Remus wusste, dass er anders war. Sein Vater hatte es ihm ganz stolz erzählt. Andererseits rastete er immer völlig, wenn Remus etwas tat, was irgendwie ein wenig neben der Spur war. Doch das alles machte ihm wenig aus, Liam war eh ein Baby und sein Vater eben ein Erwachsener. Solange er jemandem hatte, mit dem er ein vernünftiges Gespräch führen konnte, wie mit Miller, dem Nachbarshund, war alles in Ordnung.
    Remus mochte den Wald hinter dem Haus seiner Eltern. Er war nicht gruselig, wie der Wald in den Märchen, die seine Mutter im Abends vorlas. Doch leider war er noch nie über Nacht hiergeblieben, was er nun felsenfest geplant hatte. Wenn sein Vater sich Sorgen machte, vergaß er manchmal, dass er Remus eine überziehen wollte und darauf setzte er jetzt.
    Er beschloss, dass es klug war, ein wenig tiefer hineinzugehen, denn seinen Mum kannte die Lieblingsverstecke, in die er sich verzog, wenn er sauer oder wütend oder traurig war. oder wenn er- wie eben- etwas Ungewöhnliches getan hatte. Auch wenn er nicht fand, dass Hecke anzünden etwas Außerordentliches war. Er konnte es eben mit seinen Augen, Mum machte es mit einem Streichholz, was er wiederum nicht beherrschte.
    Als die Nacht über dem Wald hereinbrach, überlegte Remus kurz, einfach nach Hause zu gehen. Er mochte die Dunkelheit nicht. Doch dann kroch der Mond den Hügel hinauf und tauchte die Lichtung, auf der Remus es sich bequem gemacht hatte, in friedliches Licht. Zuhause saß er gern an seinem Fenster und guckte den Mond an, auf dem man ein Wüstenkanninchen sehen konnte, wie ihm seine Mutter mal erklärt hatte. Und dann sang sie ihm manchmal das Lied vom Mann im Mond. Eigentlich ein Babylied, doch wenn Remus traurig war, bat er sie, es zu singen. Er summte es jetzt leise vor sich hin, um sich ein wenig Mut zu machen und dachte an den Mann, der dort oben wohnte und über ihn wachte. Wenn der Mond da ist, ist alles okay, sagte er sich.
    Ein Heulen riss ihn aus seinen Gedanken. Sofort war er auf den Beinen.
    „Scheiße! Das ist Miller!“, fluchte Remus. Genauso hatte es geklungen, als Miller im letzten Sommer von einem Auto angefahren worden war und er vor Schmerzen die halbe Nacht geheult hatte. Und jetzt steckte sein lieber Miller mitten im Wald und heulte! Vielleicht war er Remus nachgelaufen und mit einem Fuß in einer Fuchsfalle steckengeblieben. Remus zögerte nicht lange, Miller war sein allerbester Freund. Er spurtete durch das Dickicht, wo ihm Zweige ins Gesicht schlugen und stolperte über Wurzeln, an denen er sich die Knie aufschürfte.
    Erneut hörte er das markerschütternde Heulen und nun war er sich nicht mehr ganz so sicher, dass es wirklich von Miller stammte. Miller heulte irgendwie- netter, fand Remus, Miller-hafter. Dieses Heulen klang seltsam gruselig. Ihm schauderte, doch ehe er sich darüber den Kopf zerbrechen konnte, ob es vielleicht besser war, umzukehren, durchschnitt ein drittes Heulen die Stille des Waldes und dieses Heulen kam von unmittelbar hinter Remus.
    „Jetzt nur nicht die Nerven verlieren!“, sagt er streng zu sich und drehte sich lautlos auf dem Absatz um.
    „Miller?“, fragte er vorsichtig, als er etwas Pelziges zwischen den Zweigen ausmachte. Doch es war nicht Miller und auch sonst hatte die Kreatur nur wenig mit einem Hund gemeinsam. Remus wusste sofort Bescheid. Er kannte dieses Monster aus den Büchern seines Vaters. Er rannte den Weg zurück, den er eben zuvor in vergleichsweise gemächlichem Trott entlanggelaufen war und schrie, schrie wie am Spieß. „Muuuuuum!!!!! Daaaaaaaaaaad!“
    Seinen letzten Schrei erstickte der Schreck, als er den heißen Atem des Ungeheuers in seinem Nacken spürte. Dann riss ihn etwas Schweres bäuchlings zu Boden. Er wurde auf den Rücken gedreht und die lange Schnautze des Monstrums hing nun direkt über seinem Gesicht. Dann bleckte er die Zähne und um Remus herum wurde es rabenschwarze Nacht.

    „Er ist fiebrig Rolphus, fühl doch!“
    „Ich habe dir verdammt nochmal gesagt, dass du ihn nicht berühren sollst, verdammt!“
    Remus spürte, wie ihn etwas emporhob. Es dauerte einen Moment, bis er verstand, dass er auf einer Bahre durch den Wald getragen wurde. Er sagte kein Wort, denn er glaubte nicht, dass er noch wusste, wei man sprach. War er jetzt ein Wolf? So hatte es jedenfalls die Bilder in den Büchern seines Vaters gezeigt. Fröstelnd versuchte er an sich herunter zu schauen, fühlte über seinen Arm und atmete erleichtert auf, als er nichts Pelziges ertasten konnte.
    Die halbe Nachbarschaft stand auf der Straße und starrte ihn an, wie er zwischen ihnen hindurch getragen wurde.
    „Verschwinden Sie, verdammt nochmal! Hier gibt es nichts zu sehn, verdammt! Mein Sohn ist gestürzt!“, hört er die Stimme seines Vaters und die Leute wichen erschrocken zurück.
    Dann sah Remus Miller. Er war auch rausgekommen, um zu gucken, wie es ihm geht. Lieb von ihm.
    „Miller!“, rief Remus und versuchte, sich ein wenig aufzusetzen, doch das Tier winselte bei seinem Anblick, zog den Schwanz ein und trottete ins Haus.
    „Mum, was hat Miller?“, fragte Remus, während man ihn behutsam von der Bahre auf die Couch gleiten ließ.
    „Shhh!“, machte seine Mutter, doch als sie ihm die Hand auf die Stirn legen wollte, packte sein Vater ihren Arm und zischelte: „Er ist frisch infiziert. Wir wissen nicht, was dies bedeutet. Es muss ein Heiler kommen.“
    „Ich bin nicht infiziert!“, sagte Remus trotzig. „Und überhaupt, was bedeutet infiziert?“
    „Es bedeutet, ein bisschen krank sein.“, erklärte seine Mutter sanft und ihre Augen füllten sich mit Tränen.
    „So ein bisschen krank wie du?“, fragte Remus. Seine Mutter sah ihn irritiert an.
    „Er phantasiert.“, flüsterte sein Vater. Er kniete sich vor den Kamin, streute eine Handvoll silbrigen Pulvers ins Feuer und steckte seinen Kopf hinterher.“
    „Sesterby wird jeden Augenblick hier sein.“, sagte er leise, als er seinen Kopf wieder aus den Flammen gezogen hatte.
    „Dad, es tut mir leide wegen der Hecke-„
    „Du kannst meinetwegen den ganzen Vorgarten anzünden, wenn du nur nie wieder fortläufts. Hast du mich verstanden?“
    „Rolphus! Lass den Jungen in Ruhe!
    „Ja-ja, Remus, es ist alles gut.“, hörte er seinen Vater murmeln. Er hatte noch nie gesagt, dass alles gut sei.
    „Kann man ihm denn nicht diese schreckliche Wunde ein wenig besser verbinden, bitte, es sieht furchtbar aus!“, flüsterte Serena.
    „Womit, verdammt! Mit etwas aus deinem albernen Muggelverbandskasten? Ich lach mich tot! Er wurde von einem magischen Geschöpf gebissen und nur Magie kann ihn heilen. Ich habe bereits alles getan, was in meiner Macht steht. Nun warten wir auf Sesterby.“
    „Wie kannst du das nur mitansehen? Ich könnte ihm die Wunde auswaschen, ihm wenigstens Pflaster auf die Kratzer kleben-“
    Sein Vater lachte höhnisch auf. „Versuch´s mal! Die verschwinden noch ehe du sie richtig aufgeklebt hast im Nirvana, das garantier ich dir!“
    „Aber-“
    „Hör auf, Serena!“
    Sesterby, ein ergrauter Heiler mit leichtem Übergewicht kletterte stöhnend aus dem Kamin und klopfte sich den Staub vom Umhang.
    „Guten Abend, Rolphus. N´ Abend Serena, Remus-“ bei Remus Anblick hielt er inne.
    „Würgende Wasserspeier- wie in Merlins Namen konnte es dazu kommen, Rolphus?!“
    „Er- er ist ausgebüchst.“
    „Verstehe. Na, dann wollen wir mal sehen.“ Er beugte sich mit hellerleuchtetem Zauberstab über Remus kleinen, geschundenen Körper und untersuchte ihn gründlich.
    „Die Wunden werden alle verheilen, sie sind nicht allzu tief und ihr habt verdammtes Glück, dass dieses Untier ihn nicht im Gesicht erwischt hat. So ein hübscher Junge...das einzige was bleibt, ist- ist“
    „Was, Isidor, was? Sag es uns!“, rief sein Vater aufgebracht und fixierte den Heiler eindringlich.
    „Du weißt es doch schon. Euer Sohn ist nun ein Werwolf.“
    „Nein!“, schrie Serena.
    „Mit Fell und allem?!“, fragte Remus aufgebracht und setzte sich auf, um erneut an sich herunterzuschauen.“
    „Auf ein Wort unter sechs Augen?“, schlug Sesterby vor und ließ sich von Rolphus in die Küche führen.
    „Er lebt.“, sagte er, als Serena die Türe hinter ihm schloss. „Und das ist nicht selbstverständlich. Dutzende sterben an einem Werwolfsangriff. Jeden Monat wird er sich nun in eine reißende Bestie verwandeln und nicht wissen, was er tut. Habt ihr einen Kerker? Einen Schuppen, den man abschließen kann? Und das allerbeste wird sein, ihr zieht von ihr fort. Hier leben Muggel...“
    „Gut-ja, wir werden alles in die Wege leiten. Doch wie wirkt sich die Krankheit sonst auf das Gemüt unseres Sohnes aus?“ fragte Rolphus ungeduldig.
    „Ist er nun, ich meine, ist er nun im Herzen ein Werwolf?“ Serena blickte beklommen in die dickbebrillten Augen Sesterbys.
    „Das.“, erwiderte dieser bedächtigt. „Weiß nur Merlin selbst. Es hängt allein von eurem Sohn ab. Hat er ein gutes, reines Herz, wird ihn der Werwolfsbiss nicht verändern, an neunundzwanzig oder eben dreißig Tagen im Monat kann er lachen und spielen wie ein ganz normaler Junge.
    Ist er jedoch der- wie darf ich es ausdrücken- der dunklen Seite zugetan, wird sich das wölfische in ihm jeden Tag und von Jahr zu Jahr deutlicher zeigen.“
    „Das ist er nicht!“, protestierte Serena. „Er ist ein guter Junge.“
    „Wenn in seinem Herzen nicht zuvor schon etwas Unmenschliches war, dann garantiere ich euch, dass es von nun an auch nicht anders sein wird.“
    „Dann“, sagte Rolphus „Haben wir keine weiteren Fragen, denn er hat ein besseres Herz, als ich es mir je für meinen Sohn erträumt hatte.“



    Re: Der Biss

    Ferry - 25.11.2005, 13:51


    Hallo Tröti,

    Ich finde deine Kg sehr gut!
    Die Einführung in die Geschichte finde ich sehr gut gewählt (Hast du das Gedicht selbst geschrieben? Wenn ja, dann an dieser Stelle schon mal meinen größsten Respekt)

    Du umschreibst sehr schön die Gefühle und Charakterzüge der einzelnen Familienmitglieder. Die Gedanken der Mutter und auch die von Remus fügen sich perfekt ineinander und lassen über die Geschichte hinaus ein Bild entstehen.
    Du schreibst in einer erstaunlichen Komplexität; mit einzelnen Sätzen kannst du ganze Nebengeschichten im Kopf des Lesers enstehen lassen.
    Du hast Remus Charakter wirklich toll dargestellt. Genauso stelle ich ihn mir als Jungen vor. Neugierig, clever, treu aber auch etwas verträumt und sensibel.
    Du lässt sehr viel Atmosphere in dieser Geschichte enstehen. Jede Szene kann man sich wirklich bildlich vorstellen und man fühlt sich wie in die Geschichte hineinversetzt (ich hab die Feen tanzen gesehen :lol: )

    Ich würde sehr gerne mehr von dir lesen *ganz doll nicke*

    Ganz viele liebe Grüße
    Ferry



    Re: Der Biss

    Moonys Tröti - 28.11.2005, 01:20


    Hey Ferry!

    Vielen lieben Dank für dein Review! Ich freu mich sehr!!
    Das Gedicht ist von mir- sozusagen ein "Markenzeichen". Vor alle meine FFs oder Geschichten kommt ein Gedicht (sofern ich denn eins hinkriege, was dazu passt...:D)
    Freut mich, dass es dir gefallen hat! Ich werde dann bald mal meine Fortsetzung zu dieser Story anhängen, in der es dann um die 1. Verwandlung geht...

    Liebe Grüße,

    Tröti



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