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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: rasor5fox Forum: Stray dog's hut Forenbeschreibung: ...There will be Grace again in this Tristesse... aus dem Unterforum: Lyrik Antworten: 1 Forum gestartet am: Freitag 11.05.2007 Sprache: englisch Link zum Originaltopic: -Straßenflirt (der Trinker und der Hund)- Letzte Antwort: vor 15 Jahren, 6 Monaten, 19 Tagen, 17 Stunden, 46 Minuten
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Re: -Straßenflirt (der Trinker und der Hund)-
rasor5fox - 09.09.2007, 12:23-Straßenflirt (der Trinker und der Hund)-
[b]
-Straßenflirt- (der Trinker und der Hund)
- erster Teil-
Von aller Welt enterbt
Sah ich keinen Ausweg
Die Liebe machte es nicht mehr
Herzstillstand auf der Skala 1 bis 0
Natürlich war da die Sehnsucht öfters zu Besuch
Zu der Zeit, als es keine Zeitrechnung mehr gab
Die Uhr, egal wann man schaute,
zeigte immer dasselbe- irgendwelche Zahlen
Die Arbeit, egal wie man sich anstrengte tapfer zu sein,
machte kein Deut aus.
Willkommen im Leben eines erklärten Solisten.
Es ist nicht tröstlich ohne Trost zu sein,
das Lachen abzuringen ist eine Spur zu viel Akrobatik.
Man tanzte dann und wann.
Abends, nur wenn die Bühne von Leuten geflutet war.
Denn, wenn der Takt zu langsam wurde
da paarte sich die Menge frech
und niemand außer mir platzte sich an die Bar
um an dem letzten Drink, selbst bezahlt, zu kauen.
Wieso, machte keinen Sinn. Längst
ohne, war doch in Ordnung. Angeblich
gab es Freunde,
aber auf Bekannte war kein Verlass.
***
-zweiter Teil-
Ein Weg hinaus fand sich in Melancholie schnell wieder
Die Türe vom Bistro schwappte über den Boden hinweg
Der letzte Drink – einer zu viel
Was soll man machen,
außer sich selbst vor die Tür zu setzten,
bevor man würdelos hinaus gebeten wird?
Keine Fragen mehr übrig, bald Stille im Karussell des Lebensdurstes
Getrunken? Aber ja. Betrunken? So la la...
Da streift schon fast die Straßenbahn
den wackeligen Besucher und potzblitz!
erinnert sich der trunkne Geist fröstelnd an das Autofahrn
Der Morgen graut, die Schenke längst vergessen,
man spürt den Regen den Weg zum Himmel wankend
und ohne einen Wink des Schicksals scheint die illustre Welt
mit Neonröhren singend beinahe handzahm.
Aber es ist wie immer
und das Wort beinahe macht den letzten Unterschied
nicht wert.
Verlassene Lokale, hier und dort ein Rollo,
das runter, anstatt nach oben geht,
weil morgens dieses eine Viertel schläft.
Enterbt durch Liebe, verwüstetes Gemüt.
Was über bleibt ist Staub und Asche freier Unvernunft.
Man geht und schlendert gleich dem Morgentrott,
Da winkt ne Frau im kurzen Oberteil und
schönem engen Rock. Du winkst zurück, sagst noch
dass du nichts mehr zu geben hast und trottest weiter im Odem
eingelullt, die Fahne hinter sich her ziehend, gleich den Schuhen,
die vor dir einem anderen gehörten.
Man beginnt zu reden, die Zunge lallt,
doch es ist warm im staubigen Winter. Leider hört niemand zu
und doch, es ist okay, man hat sich unlängst dran gewöhnt.
***
-dritter Teil-
Und dann zum Schlusssatz aufgerufen an deiner Haustür
triffst du dann ihn, der dort sitzt in aller Stille,
wartend, dass die Tür sich wieder öffnet und jault nur
hin und wieder, gleich den Autos die ihre Kurven ziehen.
Ein großer Welpe mit langen schlaksigen Beinen und riesenhaftem Kopf
Angebunden mit Absicht und vergessen obendrein
Die Nachbarn werden mit Freude kundtun,
dass das was du nun tust, erwartet wurde.
Du bindest den Hund los und gehst spazieren.
Die Leine gibt dir halt im Suff von gestern,
oder ist gestern noch heute? – Einerlei.
Ein Schritt weit kommt dir morgendliche Dämmerung entgegen
Den nächsten gehst du fröhlich selbst und
Plötzlich ist dir nicht mehr nach Enterbung zu Mute.
Man schaut verzückt wie der Welpe sich in der Leine verheddert
Ungewohnt auf seinen langen Beinen schneller trottend,
als der Spaziergänger hinten dran.
Er hinterlässt ein Märkchen nach dem andern,
freudig wie eh und je,
als gehöre er schon zu dir.
Selbst wenn du im tiefsten Innern weißt
so ist es nicht. Und doch ist dir auch dieses einerlei.
Noch schneller als das Delirium dich übermannen konnte.
***
-vierter Teil-
Du strahlst dem Morgen gleich,
versuchst nicht mehr den Fakt
zu biegen, das dich dein Herz von Neu geöffnet hat,
obwohl du dachtest es ist längst vorbei. Gehst gleich
dem Verantwortlichen den selben Hundeweg.
Der Nachbar wird dir dankend seine Hände reichen,
denn der Welpe ist noch nicht stubenrein gehalten.
Man weiß noch nicht genau, wem der schlaksige Hund gehört,
doch auch dies ist einerlei. Sieht mächtig aus, schon jetzt im ersten
oder zweiten Jahr?
Einerlei, sagst du dir frech und paarst dich selbst mit deinem
Langbeinigen Freund, das Delirium von vorgestern verdrängend.
Als du ihn wiederbringst ist noch kein Mensch in Sicht. Doch
ist die Aufgabe, die plötzlich deine wurde schon erfüllt.
Man setzt sich ab und wartet auf der Treppe, die Leine in der Hand,
bereit mit der einen oder anderen Erklärung grade zu stehen
für den vorübergegangenen Klau des Welpen – selbst beschäftigt
dich nur der Name des Hundes, der brav sitzt neben dir,
die Hoffnung in den Augen strahlend.
Als niemand kommt beschließt du ihn hier wieder anzubinden
Und schnell dem Wind gleich zu verschwinden, weil’s Ärger geben kann,
bleibst du zu lang. Der Alkohol bietet dir die Wärme nicht mehr.
Der Welpe hat ja Pelz genug.
***
-fünfter Teil-
Den Rausch längst ausgeschlafen, aufgestanden und geduscht
schaust neugierig du aus einem deiner Fenster
Der Hund ist weg, doch glaubst du bei aller Unvernunft
hättest du’s Herz von Neuem frisch verschenkt.
Etwas ist widerspenstig, etwas noch einerlei,
siehst du dein Freund noch wieder, scheint’s dir
doch nimmermehr so gar und ganz egal zu sein.
Denn du wie jeder andere, du brauchst nen Freund.
Oh Einsamkeit des erklärten Solisten, es steht nichts
andres noch im Vordergrund, als der Gedanke daran,
welcher mehr Schmerz als Klarheit in das Oberstübchen bringt.
Was nun, den zerstreuten Wanderer auf Abwege geführt,
was jetzt zu tun ist, wenn der Welpe weg?
Nichts weiter, du gehst zurück zum Kühlschrank deiner Bude
köpfst eine neue Flasche roten Fusels
um deinen Schaden zu ertränken in täglich Prozedur.
Nein, irrer Wanderer, allein scheinst du zu bleiben und ohne
Mumm, verhangen von Gedankenblitzen, in stummen Einvernehmen
deines tristen Seins,
denn keine Arbeit füllt dein Tag aus wie anderer Tage.
Und niemand sonst, außer dir schert die Frage.
Das Geld ist knapp, der Straßenflirt vorbei und du allein
denkst nur noch an den Wein,
weil der Gedanke,
der Einzige,
noch tröstlich ist für einen Taugenichts.
So stößt du an mit deiner kummervollen Seele,
möge dein Freund doch wiederkommen im Gebet zum Himmel,
doch weißt du unlängst besser
bis es dann ist wie immer, ganz einerlei.
Versoffen? Aber ja. Wird’s besser? So la la.
FoX
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