Ein Treffen der anderen Art

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    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:03

    Ein Treffen der anderen Art
    Thilia:

    Von der Koppel kommend, standen Thilia und die Händlerin nach einer kurzen Wegstrecke vor dem Ziel: Dem Haus der Heilerin.

    Thilia klopfte an und wartete gar nicht erst auf Antwort. Wer Hilfe brauchte, durfte das Haus ohne zu warten betreten. So trat sie ein und führte Maelion in den Flur des Hauses, der karg war und in dem nennswert nur zwei Statuen standen. Eine, die einen Mann darstellte, der in Kriegsmontur und Heldenpose, mit erhobenem Schwert und abwehrbereitem Schild den einen Teil des Raumes dominierte. Auf der anderen Seite stand das Bildnis einer Frau, die in lange, schlichte Gewänder gekleidet war, jedoch war eine Brust nicht bedeckt, friedfertig aussah und Blumen in den Händen trug: Mondblumen.
    Das waren die Darstellungen der Götter der Amazonen: Ares und Uma

    Thilia schaute sich um und wartete auf Priscylla, hoffte sie möge schnell kommen und sich um Maelion kümmern. Dieser lächelte sie aufmunternd zu.

    Die Heilerin versteht viel von ihrem Fach, auch wenn sie sehr jung aussieht! In ihren Händen bist du gut aufgehoben.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:04


    Maelion:

    Ma viel fasst aus allen Wolken über themiscyra. Die Heilerin soll jung sein. ein etwas verblüfftes runzeln der Stirn über brückte die Zeit bis Maelion die Statuen erblickte. Mit pfeifendem Atem besah sie sich interessiert die Ares Statue.

    "Ganz sche ...*hust*... gross gwachse de bursch", sie zeigte auf Ares und lächelte zu Thilia.
    Aber irgendwie vermutete sie, dass Thilia eher mit Uma verbunden war.

    "Was verbindet dich mit uma?", Ma hatte einfach ein sehr feines Gespühr für Gefühle.
    Sie ging auf Thilia zu und lehnte sich gegen sie. Sie spührte auf einmal die Müdigkeit der Reise in allen Knochen.
    "Isch bin dann ma gspannt....und muss mich ma ausruhen...isch glaub isch sollt misch setze..."
    Ma fasste sich an Kopf und schloss die Augen. Ihr war gerade für einen Moment schwindelig geworden.
    "uh..das war unangnehm", zum Glück war der Moment nun wieder vorbei...dafür rasselte ihre Lunge nun praktisch ununterbrochen. Entweder ihr bekamm die Luft im Tal nicht, oder sie hatte als sie unterwegs war ihre Krankheit gewissermassen verdrängen können.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:06


    Priscylla befand sich in ihrer Schreibstube und machte sich eifrig Notizen über das, was Vanner erzählte. Der Mann hatte Ahnung von dem, was er sagte. Er kannte sich mit Büchern aus und hatte teils auch interessante Exemplare gelesen und konnte davon erzählen. So auch von einigen Kräutern.
    Gestört wurden sie von einem Anklopfen an der Haustür. Das Wort sofort unterbrechend, legte sie die Feder auf Seite und das Perament auf den Tisch, streute Sand über die frische Tusche und stand auf.

    Ich hoffe wir finden gleich Gelegenheit weiter zu arbeiten.

    sagte sie lächelnd. Ganz so schlimm wie sie anfangs befürchtet hatte, war ihr Besuch nicht. Einzig stressig war, dass sie immer wieder auf die Insel der Uma musste, um sich dort um die Schmiedin zu kümmern. Thilia half ihr ganz gut und auch die Mondmaiden. Doch sie selbst hatte sich verpflichtet einmal am Tag zu Theriaka zu gehen. In der Zeit musste Vanner im Haus bleiben, denn auf die Insel im See durfte er seinen Fuß nicht setzen. Doch die beiden Männer in ihrem Haus waren ein guter Grund immer schnell wieder von Theriaka zu verschwinden.

    Sie erhob sich.

    Wüsste bloß gerne, wer da kommt.

    Dann ging sie durch die Küche in die Einganshalle. Dort stand Thilia und eine ihr unbekannte Frau. Diese Unbekannte atmete rasselnd und lehnte an Thilia. Priscylla eilte zu den Frauen.

    Uma mit euch!

    sagte sie knapp und nickte ehrerbietig der Priesterin zu. Aber große Ehrerbietung war nun nicht angebracht, diese andere Frau brauchte Hilfe.

    Kommt doch mit in die Küche, da könnt Ihr Euch setzen und mir erzählen, woran Ihr leidet!

    Sie legte ihren Arm um die Schulter der Händlerin und führte sie langsam in die Küche, wo sie die Fremde auf die Bank setzte. Sie selbst hockte sich vor sie und legte ihre Hände auf die Knie der Frau.
    Die Tür zu ihrem Arbeitszimmer stand offen und Vanner, sofern er nicht seine Nase und damit das komplette Gesicht in den Büchern gesteckt hatte, konnte die drei Frauen in der Küche sehen. Priscylla hatte ihm bislang auch Thilia noch nicht vorgestellt. Sie wusste nicht ob die Priesterin den Mann gutheißen konnte, dessen Freund Theriaka solcherart zugerichtet hatte.

    Aber da beide nicht auf den Mund gefallen waren, konnten sie sich selbst vorstellen. Priscylla wollte ersteinmal erfahren, woran die Fremde litt und ihr dann helfen. Der Atmen hörte sich nicht gut an und sie überlegte bereits, welche Tinkturen und Salben sie nutzen konnte, um den Odem der Fremden von Krankheiten zu säubern.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:07


    Maelion:

    Ma war von der auftauchenden doch recht überrascht, so.....zierlich hätte sie sie nicht erwogen. wenigstens war sie nich so klein, aber eben eher fein.
    Jedoch überdachte sie kurz nochmal ihre Meinung, immerhin würde das vielleicht heissen, dass die Heilerin viel in Büchern lass....und sich eher weniger körperlich betätigte. Aber als Ma den Griff um ihre Schultern spührte, verabschiedete sie sich von dem Gedanken. Bestimmt aber freundlich wurde sie in die Küche geleitet, wo sie mit leichtem Druck in eine Richtung auf eine Bank gesetzt wurde.
    Ja diese hier war es scheinbar wirklich gewohnt ihre Patienten so zu nehmen wie sie waren und auch mal tatkräftig mit zuhelfen wenn der Patient doch nicht so willig war sich zu fügen.

    Ma schmunzeltel.
    Erst durch die Berührung an ihrem Knie von der sorgenvol drein Blickenden Heilerin kam sie wieder zur sache.
    Ma dachte sich noch kurz, die Heilerin müsste sie für labil halten, so dümmlich wie sie gerade schmunzelte.
    Sie hustete kurz zur Seite hin, ehe sie Luft holte zum reden. Schliesslich wollte sie ja nicht gleich jemanden Anstecken der ihr helfen wollte.

    "Mein Name isch Maelion Anole, i bin sozsagen Reisendihändlerin. Seit ein paar Tage plagt mich en Husten, der nicht bessert...sich eher verschlimmert.."
    Sie unterbrach sich kurz, da sie neue Luft brauchte zum rede.
    "I habe einge Kräuter scho getestet. Als Sud, Salb oder als Ufguss zum inhalieren.. bis jetzt ohne erfolg. Se vermöge n zwar kurzzitig linderig, aber kurieren konnte se bis jetzt nit. Zuedäm isch es nit gerad lukrativ fürs Gschäft die eigen Waren z konsumieren....wenn de verstohsct wa i meine."
    Ma zwinkerte kurz. Ob ihres Redevermögends demonstrierte sie, dass sie sehr wohl noch genug Lebensgeister besass und nicht gleich klein bei geben würde. Und schongarnicht wollte sie jammern, war sie doch schliesslich kein Mannsbild.

    Sie überlegte kurz.. vielleicht würde es die Heilerin interessieren was sie bis jetzt an Kräutern versucht hatte.
    "De Kräuter ware Salbei, Spitzwegerich, Kamille, Eibischwurzel und etwas fremdländisches welches i in mim Sortiment ha. es nennt sich eukalyptus..."
    Immerhin mit Käutern kannte sie sich auch ein wenig aus. Jedoch bei weitem wohl nicht wie eine Heilerin, sie war halt eben nur Händerlin. Aber da sie oft und viel auf Reisen nun war, musste man sich ja auch zu helfen wissen. Gute Dinge wucherten da am Strassenrand, wenn man nur hinsah.

    Ma atmete zwar so flach wie möglich, um nicht gleich wieder einen Hustenanfall zu provozieren und war gespannt auf die Vorschläge oder das weitere Vorgehen der Heilerin.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:07


    Priscylla:

    Die Frau hustete und der Husten klang rau und tief sitzend. Das war gar nicht gut. Ihre Stimme war leicht belegt, vermutlich eine Gabe, dem Husten geschuldet. Die Kräuter, die sie aufzählte waren interessant:

    Salbei gegen Halsschmerzen;
    Spitzwegerich gegen Husten;
    Kamille, ein Mittel gegen Erkältung und Halsentzündungen, allerdings weniger wirkungsvoll als andere Mittel;
    Eibischwurzel wirkt bruhigend, entzündungshemmend, war hilfreich bei Husten und Halsentzündungen, Heiserkeit und Erkältung;
    Eukalyptus...

    dies war eine Pflanze, die Priscylla nun nicht kannte. Dass sie leise vor sich her gesprochen hatte, war ihr nicht bewusst.

    Aber sie wusste zu wenig über den Husten, also fragte sie weiter:

    Von wo kommt der Husten, kommt er von tief und es schmerzt, wenn ihr Luft holt in der Tiefe der Brust, gleich einem Schwerthieb, der Euch den Atem nimmt? Oder sitzt der Schmerz mehr im Hals und der Husten kommt aus einer Heiserkeit des Halses? Oder habt Ihr Schleim im Hals und Euch stockt immer wieder die Stimme, spuckt Ihr grün oder gelb oder gar blutig?
    Und wenn Ihr wieder spürt, dass der Husten Euch ergreift, dann deutet mir! Ich will an Eurer Brust hören, ob ich in Euren Körper lauschen kann und den Husten ausfindig machen kann.

    Sie schaute zu Thilia und sagte ruhig und bittend:

    Thilia, ich bitte Euch. Setzt Milch auf und rührt von dem Honig unter sobald die Milch warm ist. Sie darf nicht kochen, dann verfliegt die Heilwirkung der Milch und des Honigs zugleich. Egal was den Husten auslösen mag, warme Milch und Honig schadet nicht.

    Priscylla hatte sich immer noch nicht namentlich vorgestellt. Aber dies war ihr entfallen als sie die Frau schwanken sah und husten hörte. Sie war bei der Heilung und nicht bei der Etikette.
    Dass sie dies vergessen hatte, ja vergessen konnte lag einfach an einer kleinen aber doch bedeutenden Sache: Sie hatte Angst zu versagen. Sie hatte Angst schlechter zu sein als ihre Mentorin. Sie wollte nicht besser sein, das konnte sie nicht, sie hatte bei weitem nicht so viel Erfahrung, aber sie wollte auch nicht mehr als so viel schlechter sein, wie ihre Unerfahrenheit mit nur wenigen Jahren Kenntnis in den Kräutern es zuließen. Sie wollte diese Frau heilen, wollte ihr helfen und stieß ein Stoßgebet zu Uma, dass sie ihr die Kraft gäbe alles richtig zu machen und den Leben im Odem der Händlerin zu halten. Und ein Stoßgebet sandte sie zu Ares, der ihr im Kampf gegen diese Krankheit beistehen sollte... und natürlich der Händlerin Maelion.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:07


    Maelion:

    Maelion lauschte den aufzählungen. Ja, dass über die Kräuter konnte sie bejaen. Soweit sie wusste traffen die Eigenschaften voll zu.
    Ma nickte und atmete flach.
    Wie zur verfolständigung zu dem Wissen der Heilerin ergänzte sie den Eukalyptus.
    "Eukalyptus hilft beim auswurf, is krampflösend und hat licht desinfizierende Wirkungen." Ma überlegte eben ob sie etwas vergessen hatte, aber irgendwie hatte sie heute keinen Kopf mehr zum denken. Was sie jedoch bereit war, war der Heilerin einigen Eukalyptus zu überlassen.

    Ma kam zurück aus ihren Gedankengängen über die Bezahlung der Heilerin, als diese konkrette Fragne an sie stellte.
    Sie fand es nicht gerade sehr sinnlich bei jedem tieferen Atmen einen Stich zu spühren.
    Aber ob der Stich gleich einem Schwertstich war... Ma runzelte die Stirn.

    "I wurd noch nie von nem Schwärt erdolcht.....aber bim nächst mol merk i es sicher wie de Vergliech sich afühlt." Ma sah die Heilerin grinsend an.
    "Nich das de uf dummi danke chömed und mi jetzt a stäche wänd mit em Schwärt!"
    Ma räusperte sich kurz.. sie hatte Schleim, aber bis jetzt vermied sie ihn auszuspucken.

    "Da mit em Schleim...hmm, weiss i nid genau...ha bis jetzt nonie usgspuckt...", sie fand es schlicht und einfach eklig dinge von sich zu geben,welche andere anstecken könnte. Ma bemerkte das sie kläglich wenig über ihren eigenen Husten wusste. Was sie jedoch wusste, war das sie ihn herrauf beschwören konnte.

    "Lauschen könnt er derfür wenn dr wänd..muess nur chli schnäller und stärker ischnuffe."
    Ma tat wie sie erklärte und ein zeimlich herber Hustenanfall war die Folge.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:08


    Vanner:

    Als sich die Heilerin, welche Vanner in den letzten Tag näher kennen lernen konnte und deren Name sich als Priscylla herausstellte, mit den Worten „Ich hoffe wir finden gleich Gelegenheit weiter zu arbeiten.“ an den Bibliothekar wandte und sich schließlich erhob um den Klopfen an der Haustüre zu folgen, war ihm klar, dass es wohl etwas dauern könnte. In den letzten Tagen hatte Vanner mitbekommen, dass die Dienste der Heilerin nur selten gebraucht würden und sich daher eher nur selten unangekündigter Besuch einstellte. Als Priscylla den Arbeitsraum verließ, dachte der Bibliothekar nochmal ein wenig über diese letzten Tage nach.
    „Es hätte wohl auch alles ganz anders kommen können, schlimmer oder auch wesentlich einfacher, hätte sich der Abt nicht auch noch hierher bemüht.“, dachte Vanner bei sich und war doch sehr froh, dass die merkwürdigen Missverständnisse am Tor sehr schnell hatten aufgeklärt werden können. Danach wurde man sich recht bald über die zeitliche Planung der nächsten Tage einig. So verhandelte man über die Übergabe des Wheinschatzes, besuchte die restlichen Stätten des Tales soweit dies möglich war und sprach über zahlreiche Schriften der Klosterbibliothek.

    Die Stimmen im Nebenraum waren ziemlich deutlich zu vernehmen und so bekam Vanner mit, dass zwei Frauen gekommen waren und eine der beiden offensichtlich sich Hilfe von der Heilerin erhoffte. Die andere schien der Heilerin bekannt zu sein, sonst hätte sie jene nicht um ihre Mithilfe gebeten bei der Zubereitung einer schmerzlindernden Mixtur. Eigentlich hatte der Bibliothekar nicht vor sich in die Küche zu begeben und die Behandlung zu stören, schließlich war er weder Heiler und schon gar kein Medicus, so dass er auch nicht helfen könnte, doch langsam aber sicher wurde er etwas neugierig. So erhob er sich und ging zur Tür in den Nebenraum. Er klopft an die bereits geöffnete die Tür und sprach gerade ausreichend laut damit seine Worte klar verstanden werden könnten: „Meine Damen, verzeiht die Störung, doch wenn ich von Hilfe sein kann, so würde ich dies gerne tun.“



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:08


    Thilia:

    Thilia folgte der Heilerin und der Patientin in die Küche und auf die Bitte Priscyllas hin goß sie Milch aus dem Krug unter dem Tisch in einen Topf und gab eine gute (aber angemessene) Menge Honig hinzu.
    Die Fragen der jungen Heilerin ließen sie schmunzeln. Pricylla versuchte so genau wie möglich von dem Schmerz zu erfahren und verwendete dabei Vergleiche, die nur einer Kämpferin einfallen konnten. Bei fast allen Amazonen hätte dieser Vergleich funktioniert, nur war Maelion eben keine Amazone.
    Der Topf wanderte auf den Herd und Thilia begann umzurühren, damit so wenig Milch wie möglich am Topf festbrannte.

    Sie atmete tief durch als der Hustenanfall der Händlerin verklang. In ihrem eigenen Hals bildete sich ein (eingebildeter) Belag, wenn andere solchen Husten hatten. Sie beglückwünschte sich dazu, dass sie Milch für mehr als eine Person aufgesetzt hatte und freute sich selbst auf ein wärmendes Getränk für den Hals...

    ...dann durchbrach die Stimme eines Mannes ihre Versunkenheit und sie drehte sich erschreckt um, ganz vergessend, dass sie den Löffel in der Hand noch im Topf hatte - und so polterte der Topf zu Boden und die warme aber noch nicht heiße Milch ergoss sich auf selbige. Die aufstiebenden Spritzer trafen Herd wie auch Thilias langes Gewand.
    Das bemerkte Thilia aber nicht. Entgeistert starrte sie den Mann an.

    Es dämmerte ihr. Die Heilerin hatte ihr von dem Kranken erzählt, den sie mitsamt Begleiter in ihrem Haus untergebracht hatte. Aber dass er sich in dem Haus frei bewegen durfte und nicht eingesperrt war bei dem Kranken, damit hatte sie nicht gerechnet, wäre aber sinnvoller gewesen.
    Sie schaute rasch zu der Heilerin und dann, ohne wirklich wahrgenommen zu haben, was sie gesehen hatte, wieder zur Tür und dem Mann. In ihrer Hand hielt sie immernoch den zum Rühren aber überflüssig gewordenen Löffel.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:08


    Priscylla fand es sehr schwer der Frau in ihrem Dialekt zu folgen. Aber irgendwie bekam sie doch die Hauptsache mit... aber die Händlerin schien auch mit dem, was Priscylla sagte nicht ganz mitzukommen. Doch das mit dem Schwerthieb zu klären war später noch Zeit.

    Sie beugte sich vor und versuchte durch die Stofflagen an Kleidung hindurch bei dem Hustenanfall herauszufinden, woher der Husten kam. Sie runzelte missbilligend die Stirn als der Hustenanfall länger dauerte als erwartet. Das gab ihr zwar mehr Zeit aber gut hörte es sich nicht an.
    Der Husten saß tief und sie hörte die rasselnden Hustenstöße bis tief in die Brust hinein. Zusammen mit dem Fieber ergab das ein unschönes Krankheitsbild.

    Als der Hustenanfall vorbei war, ergriff sie einen Becher und gab ihn Maelion.

    Dann spuckt bitte den Schleim, den Ihr jetzt nach dem Husten im Munde habt hier herein. Die Farbe ist wichtig, denn je nach...

    weiter kam sie nicht. Im Hintergrund hatte sie zwar zuvor Vanners Stimme vernommen und sie hatte vor gehabt sich nach ihrer Anweisung an Maelion um ihn zu kümmern, denn Hilfe konnte sie wirklich gut gebrauchen, aber soweit kam es ja gar nicht.

    Ein leiser, spitzer Schrei Thilias fuhr ihr ins Mark aller Beine und dann erklang sofort schon das Scheppern eines Topfes. Sehr warme Milchspritzer trafen Priscylla und sie drehte sich vorsichtig um.

    Thilia stand wie angewurzelt da, mit einem Milch-triefenden Löffel, der den See zu ihren Füßen um einige Tropfen bereicherte. Den Blick hatte sie starr auf Vanner gerichtet und es dämmerte Priscylla, dass ein Mann die Priesterin mehr erschrecken konnte als eine Schlange, der acht Beine gewachsen waren.
    Etwas hilflos machte Priscylla einen Schritt auf die Uma-Dienerin zu und damit in die Milch.

    Ähm... ja
    Darf ich vorstellen?!
    Vanner, das ist die Priesterin der Uma, Thilia mit Namen. Sie ist den Umgang mit Männern nicht gewohnt...
    Thilia, das ist Vanner, mein Gast. Ich pflege seinen kranken Mitreisenden und komme der Gastfreundschaft der Amazonen nach.

    Sie wies jeweils auf den Vorgestellten und hoffte, dass Thilia aus ihrer Starre erwachen würde. Vorsichtig berührte sie diese am Arm und hoffte, dass die Priesterin nicht auf der Stelle kehrt machen würde. Die Priesterin mochte zwar Überrascht sein aber einen Fluchtgrund gab es ja nicht: Sie hatte auf ihren zwei Reisen ja wohl ein paar Männer getroffen und sollte sich an den Anblick dieser gewöhnt haben.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:09


    Tirgatao:

    Tirgatao näherte sich dem Stadthaus Priscyllas mit ungewohnt verhaltenen Schritten. Und das hatte absolut gar nichts damit zu tun, dass sie ihre Zwillingstöchter trug, ein Mädchen auf jeder Hüfte, obwohl die mittlerweile Einjährigen seit ihrer Geburt ordentlich an Gewicht zugelegt hatten. Wie Babys das eben so tun.

    Vielmehr lag die geringe Gehgeschwindigkeit an einer der beiden weißen Wölfinnen, die die Frau begleiteten. Während die jüngere Wölfin energiegeladen wie eh und je schien, hinkte die ältere auf dem rechten Vorderlauf, und sowohl dieses Bein, als auch die rechte Flanke sowie das Fell rund um das Maul waren eindeutig blutverschmiert. Und so passte sich die ganze Gruppe Hishns Tempo an.

    Die beiden Mädchen quengelten derweil und wanden sich im Griff ihrer Mutter, die schwarzen Haare, die im Sonnenlicht einen rötlichen Schimmer zeigten, vom Wind zerzaust.

    Schließlich erreichte die kleine Gruppe die Tür des Hauses und Tirgatao trat, in Ermangelung einer freien Hand zum Klopfen, leichte mit dem Fuß gegen die Tür, um die Heilerin auf ihre Ankunft aufmerksam zu machen.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:09


    Der Sklave, der über den Gesundheitszustand des Abtes wachte, war über das Klirren aufgeschreckt worden und auf dem Weg durch den Hof zur Küche. Er wusste nicht was dort passiert war und was ihn dort erwartete, doch konnte er womöglich helfen, musste helfen und hätte es im Zimmer der abwesenden Herrin nicht mitbekommen, wenn nach ihm verlangt worden wäre.
    Doch ehe er in der Küche war, hörte er das leichte Klopfen an der Tür. Er eilte also dort hin und öffnete.

    Als er sah, wer da vor ihm stand, ließ er sich neben der Tür auf die Knie nieder, so behinderte er nicht das Eintreten der Priesterin und zeigte dennoch die von ihm verlangte Demut gegenüber der Frau. So handelten alle Sklaven im Tal der Amazonen, doch fiel es den Frauen nie auf, waren sie es doch gewohnt und die Sklaven gehörten schließlich mehr in die Kategorie Einrichtung denn in die der beachtenswerten Lebewesen.
    Dass allerdings die Wölfe ebenfalls in Haus kamen war auch für den Sklaven eine ungewohnte Sache und er fühlte sich keineswegs wohl dabei.


    Die Tür vom Flur zur Küche stand weit offen und die beiden Amazonen dort waren vom Flur aus zu sehen. Umgekehrt konnte Priscylla von der Küche aus auch Tirgatao sehen.
    Etwas gestresst aber immernoch ausgesucht höflich schaute sie zu der Priesterin und winkte leicht mit der Hand, Tirgatao möge doch in die Küche kommen. Von Thilia und Vanner wegzugehen traute sich Priscylla nicht.
    Als sie jedoch sah, dass die Wölfinnen mit ins Haus kamen, versteifte sie sich. Sie hatte Angst vor den Tieren seit der Geburt der Zwillinge.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:09


    Vanner:

    Der Bibliothekar blickte die Amazone mit dem Kochlöffel an, sah zur Milchpfütze und dem Kochtopf am Boden hinab um schließlich wieder die Amazone anzusehen und zu sagen: „Wie mir scheint gibt es jetzt auf alle Fälle etwas zu helfen.“. Kaum ausgesprochen stellte die Heilerin Priscylla jene Amazone als die Priesterin einer ihrer Gottheiten vor und Vanner schossen sofort einige Ideen zum Erfahrungsaustausch und zum Gespräch über die jeweiligen Religionen ein. Doch dies musste wohl noch etwas warten, galt es doch vorher noch einige Probleme aus dem Weg zu räumen.

    Da die Priesterin nicht zu reagieren schien, begann der Bibliothekar sich etwas auf sie zu zubewegen und sprach: „Es freut mich euch kennen zu lernen. Ich hoffe in euer Postion als Priesterin seid ihr nicht derart schreckhaft.“, Vanner setzte beim letzten Satz ein leichtes Schmunzeln auf und fuhr schließlich zu Priscylla gewannt fort: „Ich weis zwar, dass ihr hier auch über einen Haussklaven verfügt, doch denke ich, wird jener noch meinen Abt versorgen. Darum werde ich mich wohl um diese Milchpfütze hier kümmern, vorausgesetzt ihr wisst wo ich etwas zum Aufwischen finde. Zu Hause im Kloster wüsste ich, wo ich dafür hin müsste, aber hier ...“, der Klosterangehörige sprach nicht weiter da es an der Eingangstür klopfte.
    Er war überrascht, dass es so plötzlich kam, dass derart viele Menschen in jenes Haus Einlass begehrten, in den vergangenen Tagen war dies nur äußerst selten der Fall. Vanner blickte durch die offene Tür Richtung Hauseingang, konnte aber niemanden erkennen, da sein Blickwinkel dafür nicht geeignet war. Doch konnte er dafür umso deutlicher erkennen, dass die Heilerin jemanden in die Küche bat. Doch dass diese dann so plötzlich erstarrte verwunderte ihn dann doch, wer, was oder wie sollte durch den Eingang gekommen sein, dass Priscylla sogleich erstarrte kaum, dass sie jemanden hereinbat.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:10


    Maelion:

    Ma hatte endlich ihren Husten wieder gedämpft, als die Heilerin ihr auftrug den Schleim in einen Becher zu befördern. Ma fand das ein ausgesprochen hässlicher Gedanke, tat aber wie geheissen. Sie konnte es aber nicht verhindern zu versuchen so ladylike wie es ging den Becher zu beschleimen. Als sie durch ein Schebbern aufblicte, sah sie nur die weit geöffneten Augen von Thilia. Sie kannte die Frau zwar erst sein heute, aber sie hätte nie gedacht, dass sie so schreckhaft wäre. Und schon garnicht wenn der Grund blos ein Mann war. Ma blickte zu Vanner und schmunzelte. Vielleicht war es ja Liebe auf den ersten Blick, aber eignetlich sah es eher nicht so aus.
    Auf jedenfall fand Maelion das ganze sehr Trubelhaft. Ein kleiner kuschliger Raum, mit einem warmen Bett. Dicken Socken an den Füssen, ein gutes Buch und Ruhe.....ja dafür würde sie beinahe morden, denn ihr Kopf fühlte sich noch immer so an, als ob Wattebällchen darin eine Party feierten. Sie lächelte kläglich zu der Heilerin, als diese gerade Thilia vorgestellt hatte für Vanner, und andersrum.

    "Verzeit, wenn i unterbrech....aber.. is es immer so turbulänt bei dir?", kaum geäussert wurde an der Tür geklopft.. Ma kam es so vor als ob man sie vergessen hätte. Sie überlegte sich, ob sie den Weg zu ihrem Karen zurück finden würde. Eignetlich war es ja nicht so schwer, den Weg runter, eine nach Rechts, dann müsste man die Wiese sehen. Die Wiese wo Ross sicherlich Schabernack trieb und versuchte die Stuten zu beeindrucken mit seiner Grösse.
    Und dann überschlugen sich die Gäste förmlich selbst..... zumindest ein Vierbeiner. Ma schaute kurz zu der Heilerin, die eben noch jemanden Begrüsst hatte und darauf hin wie zu Eis erstarrte. Und dann sah Maelion die Wölfe. Sie blickte interessiert drein, aber eigentlich war es ihr nun zu viel Trubel.
    Sie war ja Händerlin, aber atypisch für ihren Beruf, mochte sie es nicht wenn sie krank war zu viele Fremde um sich zu haben. Thilia, die Heilerin, der Mann und nun eine Besucherin, zwei Babys und zwei Wölfe. Und nicht zu vergessen einen Haussklaven.

    Sie gab ihren Körper einen Ruck. Stand auf, wenn auch mit einem kurzen Schwanken, fing sich aber recht schnell wieder. Stellte den Becher mit ihrem Schleim auf den Tisch und ging auf die Heilerin zu.

    "Isch glaub, ihr seit viel gefragt.. zu viel, au ihr habs nur zwo händ. I wärd jo wohl nid a mim hueste stärbe...drum kümmert euch ma um die andren", ma schob sich an den Wölfen, der Frau mit den zwei Babys vorbei. Wobei sie die Frau anlächelte, aber mit wehleidigem Blick zu den Babys sah. Und damit war sie schon aus der Küche entschlüpft, hinterliess das Chaos um Thilia und Vanner sich selbst und war auf halben Weg zur Tür.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:10


    Tirgatao:

    Priscylla schien heute sehr gefragt zu sein, wie Tirgatao feststellte, kaum dass sie das Haus betreten hatte. Sie brauchte einen Moment, um alles, was sie sah und hörte, in sich aufzunehmen, und drehte sich dann zuerst zu der Frau, die anscheinend das Haus verlassen wollte.

    Ares zum Gruße, gute Frau. Du musst wirklich nicht gehen, nur weil ich komme. Du warst vor mir hier und hast damit auch das Recht, zuerst den Rat der Heilerin zu erhalten. Ich kann so lange warten.

    Arya hatte derweil ganz offensichtlich genug davon, festgehalten zu werden, und begann zu strampeln und lauter zu quengeln, wobei sie auch versuchte, sich aus dem linken Arm der Amazone freizuwinden. Ember dagegen lutschte an ihrer eigenen Faust und ließ ihren Blick wie in Erstaunen durch den Raum wandern während sie hin und wieder ein paar Jammerlaute von sich gab.

    Hishn lehnte sich mit der linken Schulter gegen Tirgatao und hechelte, ganz offensichtlich erschöpft und schmerzgeplagt, und Shona ließ zag haft schwanzwedelnd den Blick von einem zum nächsten wandern.

    Im Moment wünschte sich die Arespriesterin mindestens vier Arme, doch sie schaffte es, ihre lebhafte Tochter nicht fallenzulassen, während sie sich Priscylla und Thilia zuwandte.

    Ares zum Gruße, Priscylla, Thilia.

    Sie sah zu dem fremden Mann hin.

    Und Ares zum Gruße auch dir, Fremder. Mein Name ist Tirgatao, Arespriesterin der Amazonen. Meine Töchter heißen Arya Rael und Ember Thilia, und die beiden Wölfinnen sind Hishn und Shona.

    Tirgatao hoffte, dass nicht auch der Fremde und Thilia hier waren, um den Rat der Heilerin einzuholen, denn sie hatte zwar die Wahrheit gesprochen, sie würde warten, doch sie wollte möglichst bald Hilfe für ihre langjährige Freundin.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:10


    Thilia:

    Sie hörte Priscyllas Worte, wusste nun wer dieser Mann war.
    Als dieser Mann dann selbst auch noch das Wort an sie richtete, straffte sie sich. Es mochte etwas länger dauern als gewohnt und die Uma-Priesterin bekam nicht ganz mit, was alles um sie her passierte, doch sie brachte ein Lächeln zustande und sagte mit leiser Stimme:

    Sehr erfreut, werter Vanner. Ich... bin eigentlich nicht so schreckhaft, Ihr habt mich nur auf dem kalten Fuß erwischt.

    Ein Blick nach unten ließ den Kommentar folgen:

    Nun, jetzt ist er ja warm, der Fuß.

    Und dann war auch schon Tirgatao da und Thilia schaute sie verwundert an. Was sich nicht alles tat, während sie verschreckt durch die Welt starrte. Dann nahm das Lächeln das ganze Gesicht der dunkelhäutigen Frau in Anspruch und sie nahm sich der strampelnden Arya an. Sie streckte ihre Hände aus und hob sie sanft aus dem Griff der stark beanspruchten Mutter.

    Tirgatao, welch Freude dich und deine Mädchen zu sehen.

    Sie setzte sich Arya auf die Hüften und hockte sich hin, einen der Lappen nehmend, die in der Küche ihrer Nutzung harrten. Sie versuchte so viel der Milch wie möglich aufzuwischen. Zum Glück war der Topf nicht irden gewesen, sonst wären auch noch Scherben dazwischen.

    Aus dieser tieferen Position heraus nahm sie dann die Wölfin wahr, die sich an Tirgataos Bein lehnte und blutete. Es war die ältere Wölfin, Hishn.

    Bei Uma, was ist denn mit dir geschehen?

    fragte sie laut. Die Frage war an Tirgatao, an Hishn und an die ganze Welt gerichtet. Wie konnte es sein, dass eine der Wölfinnen aus dem Rudel so sehr verletzt wurde? Wer oder was hatte sie so verletzt?

    Und nun merkte sie auch erst, dass Maelion nicht mehr auf ihrem Platz war. Lief denn alles um sie herum jetzt verworren ab? Bekam sie denn gar nichts mehr mit?



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:10


    Erst als Tirgatao bei ihr war, fasste sie sich wieder. Sie sah, dass die eine Wölfin versehrt war, jedoch die andere wedelte zaghaft mit dem Schweif und bleckte sie nicht direkt mit den Zähnen an. Das schien ein gutes Zeichen zu sein. Die Erfahrung im Ares-Heiligtum hatten sie gelehrt, dass diese Wölfe gefährlich waren. Zwar mochten sie auf Tirgatao hören aber Priscyllas Angst minderte das wenig. Generell war sie seit der Geburt der Zwillinge nicht so gut auf Wölfe und Hunde zu sprechen.

    Ihr Blick wanderte zu Melion, die gehen wollte. Doch Priscylla hatte noch nicht festgestellt, was das beste Heilmittel sein mochte und so wandte sie sich erst einmal wieder der Husten-Erkrankten zu.
    Die Stimmen der anderen, verschwammen in ihrem Kopf zu Hintergrundgeräuschen, sofern sie nicht direkt angesprochen wurde.

    Sie ging die Schritte zur Händlerin, die diese beim Versuch sich zu verabschieden schon getan hatte.

    Maelion! So wartet doch! Ihr wart zuerst da und, sofern es Euch nicht stört, würde ich Euch gerne auch hier behalten. Ich lade Euch ein mein Gast zu sein in den nächsten Tagen und Nächten. Ihr werdet ein großes und bequemes Bett bekommen, in einem Raum, in dem es nicht zieht und in dem es nicht kalt ist! Das ist die erste Voraussetzung um gesund zu werden.
    Dann werden wir nachher, wenn alle Patienten behandelt sind, ins Badehaus gehen, wo Ihr im warmen Wasser der Quelle ein Bad nehmen könnt und den Staub der Reise von Euch waschen könnt.
    Sodenn werde ich Euch gute Speisen bereiten lassen und auch die Kräutersude bereiten, die Euer Leiden lindern. Wenn Ihr gewisse Kräuterdüfte inhaliert, wird dies ein Anfang zur Heilung sein, wie ich sie mit Kräutern bewirken kann. Aber auch Kräutersalbe zum Auftragen auf die Brust werden helfen, ebenso wie Tees und andere Trinksude.

    Sie hatte der Frau eine Hand auf die Schulter gelegt als sie sprach. Sie versuchte eindringlich zu sein und Maelion nicht gehen zu lassen. Die Frau brauchte Hilfe und nur weil noch mehr Verletzte kamen, durfte sie nicht im Stich gelassen werden. Zwar musste nun die genaue Diagnose, was es mit dem Husten und dem Rasseln auf sich hatte etwas warten, doch noch am selben Tag wollte Priscylla der Sache auf den Grund gehen.
    Zudem hatte sie das zweite Bett in diesem Haus gerade der Kranken versprochen. Sie selbst würde dann wohl entweder im Wohnzimmer oder in ihrem Arbeitszimmer schlafen. So ein Feldbett war nicht so bequem wie ein richtiges Bett aber es war auch nicht schlecht mal wieder den Körper (und nebenbei auch den Geist) spüren zu lassen, dass das Leben eben kein Zuckerschlecken war und dass die verwöhnte Tochter aus reichem Hause nun Amazone war!

    Auch durfte kein Ungeheilter sie wieder verlassen. Was hätte Lutiana dazu gesagt? Sie hätte Priscylla getadelt und mit ihr geschimpft, dass sie nie Ordnung wahren konnte.

    Maelion, wenn es Euch in der Küche zu voll ist, dann sagt es nur. Wir haben hier ein heimeliges Kaminzimmer, in dem ich Euch das Feuer entfachen lassen werde, so es Euch dorthin zieht.

    Sie schaute zurück in die Küche. Eigentlich war dort Platz für fast ein Dutzend Personen, so sie sich denn auch hinsetzten und nicht alle standen.
    Sie sah jetzt auch, dass Thilia mit einem der Zwillingsmädchen von Tirgatao auf der Hüfte die Milch aufwischte. Sie erinnerte sich der Frage Vanners und rief in die Küche:

    Vanner, anscheinend kümmert sich Thilia selbst darum.
    Die heiße Milch aber steht noch aus. In dem Krug unter dem Arbeitsbrett ist Milch. Nehmt doch bitte einen der Töpfe vom Haken und wärmt genug Milch für alle hier auf. Damit nehmt Ihr mir wirklich etwas Arbeit ab!

    Sie schaute dann wieder zu ihrer menschlichen Patientin und wartete auf eine Antwort.
    Sie versuchte in ihre innere Unordnung Ordnung zu bringen, ebenso wie sie es versuchte außen herum zu tun. Aber wie bei vielen Individuen, die nicht einfach das tun, was ein Einzelner will, so ist es eben auch mit Gedanken und Gefühlen - und wo im Moment wieder etwas Ruhe eingekehrt war, so würde die Angst wieder aufbrechen, wenn sie sich der Wölfin zuwenden musste -- sie hoffte, dass Tirgatao wegen der Wölfin da war und nicht wegen der Kinder! Die beiden Mädchen schienen eigentlich fidel und nicht verletzt oder krank.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:11


    Maelion:

    Ma blickte, ob des Trubels noch immer leicht skeptisch. Die Heilerin mochte wohl etwas verstehen von ihrem Fach, aber sichtlich viel Erfahrung mit zu viel Chaos hatte sie scheinbar noch nicht als Heilerin. Aber sie bemüte sich wirklich redlich.
    Ma wollte ja eigentlich gehen, nicht das sie nicht bleiben wollte. Aber es waren schon etwas zu viele Dinge die gerade miteinander eintraffen, und zudem wollte sie nicht im selben Raum sein wie Neugeborene. Zu allem Überfluss übermannten sie Erinnerungen die sie längst verdrängt zu haben gedachte.
    Unfähig im Moment gerade ein Wort heraus zu bringen, nickt esie daher nur die Heilerin an und tratt wider etwas von der Türe zurück. Sie atmete kurz flach durch, schloss ihre Augen und schob den Gedanken beseite.

    Nach kurzem Räuspern tat ihre Stimme wieder den erkrankten Zweck.
    "Gut, ich bleibe. Nehme eure Gastfreundschaft gerne an, aber nur wenn es euch nicht zu viel Unannehmlichkeiten bereiten mag. Baden klingt sehr verlockend...doch kümmert euch erst um die Wölfin, sie scheint ziemlich lediert zu sein. Eine Leitwölfin die sich so gehen lässt, weil sie nicht mehr selbständig stehen kann.....soetwas habe ich noch nie gesehen...und sie bedarft darum wirklich schnell Hilfe."; Ma sagte dies alles ohne einen Funken ihres sonstigen Dialektes. Es kostete sie zwar ziemliche Denkarbeit, aber sie wollte absolut sicher gehen, dass die Heilerin verstand was sie damit sagen wollte.
    Ma wurde sanft aber wie vorhin schon bestimmend durch die Hand auf ihrem Rücken dazu gebracht sich wieder in die Küche zu begeben. Immerhin wartete dort nun Vanner, welcher sich um die Milch bemühte, oder es zumindest tun sollte. Schliesslich hatte er den Auftrag von der Heilerin persönlich bekommen.

    Nun den, Ma hatte beschlossen den einen Hocker in beschlag zu nehmen, der etwas abseit stand, so dass sie weiterhin Husten konnte, ohne direkt jemanden damit zu treffen. Aber der Hocker stand auch in der nähe des Feuers, sie hatte kalt und erhoffte sich somit etwas aufwärmen zu können.
    Ihr blick ging zu Vanner, welcher sich ihr am nächsten befand. Sie hoffte nur inständig das er die Milch nicht anbrennen lassen würde.
    Desweiteren schloss sie ihre Augen leicht, versuchte sich zu entspannen und den Trubel um sich herum auszublenden.

    Nun denn, die Spiele mögen beginnen. Vanner gegen kochende Milch, Thilia in gemeinschaft mit dem einen Baby gegen die Milch auf dem Boden, die Neuangekommene mit dem anderen Baby gegen die Neugierde der jüngeren Wölfin und zuletzt aber nicht am mindesten Spannendsten die Heilerin gegen die verletzte Wölfin. Dies dürte Ma sicherlich ein schmunzeln abringen, hätte sie nicht gerade wieder einen Hustenanfall.
    Sie fragte sich wie das alles ausgehen mag.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:11


    Vanner:

    Nun da der Bibliothekar sah warum die Heilerin kurz erstarrte, wurde ihm so einiges klar. Doch die freundlichen Worte und das friedfertige und hilfsbedürftige Verhalten aller soeben eingetroffenen relativierten so manches. Für den Klösterlichen war es ziemlich ungewöhnlich zwei Wölfen gegenüber zu stehen, schließlich waren sie die natürlichen Feinde, des irdischen Abbildes seiner Gottheit. „Im Angesicht des Todes gilt es ebenso wenig zurück zu weichen als hier und jetzt“, dachte er sich und so machte er soweit dies möglich war eben gute Miene:
    „Sehr erfreut werte Tirgatao, Arespriesterin der Amazonen. Mein Name ist Vanner, ich bin Bibliothekar und komme aus dem Kloster des heiligen schwarzen Schafes Megálo Metéoro. Doch denke ich, ist es jetzt wohl die falsche Zeit um über derartiges zu sprechen. Mir scheint euer Nachwuchs ist sehr lebendig, wenn auch noch etwas jung, dafür“, Vanner blickte zu den Wölfen und zog dabei eine Augenbraue hoch „scheint es, als ob es bei den Tieren genau umgekehrt wäre.“

    In diesem Moment rief Priscylla aus dem Eingangsbereich in die Küche und bat den Bibliothekar um seine Hilfe. Nach einem einfachen „Natürlich!“ zurückrufend, wandte er sich noch einmal Tirgatao zu: „Wie ihr seht, hatte ich leider eher recht als mir lieb war. Entschuldigt mich also bitte.“. Vanner dreht sich um und vorbei an Thilia, der kleinen Jungamazone und der nur mehr halben Milchpfütze begab er sich an den Herd. Normalerweise beschäftigte er sich zwar nur mit Büchern, aber selbst im Kloster hatte er eins um andere mal so manches vom klösterlichen Giftmischer Epitaph oder von einem der Köche mitbekommen. So war er sich noch sicher, dass das ständige rühren und nicht zu viel plötzliche Hitze für die später heiße Milch wichtig war. Dem Gedankengang folgend nahm er einen der großen Töpfe und platzierte ihn sorgsam, sodass ihn nicht zu viel Hitze treffen würde. Danach goss er noch die Milch aus dem Krug in den Topf und begann zu rühren.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:11


    Priscylla sah erfreut, das Maelion zum bleiben bewegt werden konnte, dass die Küche wieder sauber wurde und Vanner, obwohl Gast und keinesfalls dafür zuständig, sich ans Aufwärmen der Milch machte.
    Sie schloss kurz die Augen und versuchte Ruhe in sich und all den Trubel um sie her zu bringen. Als sie die Augen wieder aufmachte, ging sie in die Küche und zu Tirgatao. Sie musterte die verletzte Wölfin und holte einige Tiegel von den Küchenbrettern herunter, saubere Leinentücher von einem Stapel in einer Ecke, Wasser im Eimer unter dem Tisch hervor und kniete sich dann hin.

    In Gedanken sprach sie ein Gebet zu Uma, dass die Wölfin ihr wohl gesonnen sein mochte. Den Amazonenvater Ares bat sie darum ihr den Mut zu geben und die Angst zur Gänze aus ihr zu vertreiben. Doch diese Bitte blieb ungehört.
    Sie musterte erst einmal aus kniender Position das Bein Hishns. Anfassen wollte sie die Wölfin erst dann, wenn die sicher war, dass das Tier es auch zuließ.

    Tirgatao

    sprach die Heilerin.

    Sag, was ist mit Hishn geschehen? Hat sie gekämpft?
    Was hat sie verletzt? Wer hat sie verletzt?
    Und wann ist es geschehen?

    Sie schaute die Angesprochene dabei nicht an sondern rein die Wölfin, um die Wunden durchs reine Ansehen besser einordnen zu können. Wenn der Vorderlauf gebrochen war, so würde es ein mehr als kompliziertes Unterfangen das zu heilen. Eine Tier, das ansonsten immer herumlief würde seine Beine nicht schonen. Zumindest hielt der Schmerz zur Zeit die Pfote in der Luft. Das machte Hoffnung, dass sich das Tier behandeln ließ und nicht den Kampf fortführte, den es im gesunden Zustand begonnen hatte.

    Sie nahm eines der Leinentücher und tunkte es in das Wasser. Vorsichtig näherte sie ihre Hand damit der Wölfin und ließ sie erst an ihr schnuppern.
    Leise sagte sie dabei zu Hishn:

    Ich will dir helfen. Lass mich dir helfen und dir wird es besser gehen, dann hast du weniger Schmerzen und kannst bald wieder laufen. Ich tu dir nichts böses! Bist eine gute Wölfin.

    Es mochte vielleicht seltsam klingen, was sie da vor sich hin sagte aber es war nicht allein an die Wölfin gerichtet sondern auch an sich selbst, um die Angst herauszutreiben. Es war aber auch an diese innere Stimme gerichtet, die Lutiana ähnlich klang und die sie ermahnte, ja kein Hilfe suchendes Wesen zu enttäuschen und alles in ihrer Kraft stehende zu tun, um das Leben (egal ob eines Menschen oder Wolfes) zu ehren und zu retten,



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:12


    Tirgatao:

    Tirgatao war froh, dass Thilia sich direkt Aryas annahm, war es doch langsam schwierig geworden, das quengelnde Mädchen nicht fallenzulassen.

    Die Arespriesterin ließ sich mit der Antwort auf Thilias Frage Zeit und hob nun auch Ember von der Hüfte, um sie etwas abseits auf den Boden zu setzen. Ein kurzer Wink genügte und schon war Shona bei sich und rollte sich um Ember herum zusammen. Die Selbstverständlichkeit, mit der Ember eine Hand im weißen Fell vergrub und hingebungsvoll an der anderen Hand nuckelnd an Shona gekuschelt einschlief ließ vermuten, dass dies nicht das erste Mal war, dass sich die Wölfin um eines der Mädchen kümmerte.

    Hishn stand derweil stocksteif neben Priscylla und Tirgatao ging zu ihrer langjährigen Freundin und der Heilerin. Sie legte ihre Arme um den Hals der Wölfin und zog den pelzigen Kopf an ihre Brust, hielt ihre Freundin fest und versuchte, ihr Sicherheit zu geben.

    Leg dich hin, Hishn, bitte. Priscylla möchte dir helfen.

    Nach kurzem Zögern ließ sich die Wölfin auf dem Boden nieder, ihr Kopf jetzt in Tirgataos Schoß, und leckte über die Hand ihrer zweibeinigen Freundin. Die Arespriesterin ließ Hishn nicht aus den Augen und sprach doch zu Priscylla, und indirekt auch zu Thilia.

    Hishn hat den Kampf um die Führung des Rudels verloren. Das Rudel hat eine neue Leitwölfin, und Hishn und Shona sind nicht mehr Teil des Rudels. Das Rudel akzeptiert, dass sie meine Familie sind, und so dürfen sie im Tal bleiben, aber im Rudel haben sie nichts mehr zu melden.

    Normalerweise würden mir die Wunden nicht solche Sorgen machen, ich würde sie selbst versorgen. Aber Hishn ist nicht mehr die Jüngste und ich wollte sichergehen, dass ich nichts übersehe. Es sind Bisswunden vom Kampf. Ich konnte keine gebrochenen Knochen ertasten...



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:12


    Thilia:

    Sie wrang den Lappen über einem Eimer aus und die aufgewischte Milch ergoss sich weiß plätschernd hinein. Arya schaute mit großen Augen zu und griff mit den Händen nach dem Lappen, den Thilia aber wieder über den Boden wischte, was dem Mädchen einen ärgerlichen Laut entfahren ließ. Thilia ließ den Lappen auf dem Boden liegen, reichte Arya einen Zipfel ihres Kleides und wischte dann weiter, als das Mädchen mit dem weißen Stoff zu spielen begann und wild an ihm zerrte.

    Als Tirgatao sprach war sie fast fertig mit dem Bereinigen ihres Malleurs.
    Die Gedanken, die der Uma-Dienerin durch den Kopf schossen, waren verworren.

    Wie konnte Hishn nicht mehr das Rudel anführen? Warum wurde Shona nicht mehr im Rudel sein? War Tirgatao nun auch kein Teil des Rudels mehr? War die Wunde schlimmer als die Priesterin des Ares hoffte oder vermutete? Was würde mit der Frau geschehen, wenn die Wölfin der Wunde erlag? Wie würden die Wölfinnen ihr Leben nun weiter führen? Würde der Ares-Tempel nun nicht mehr der von ihr heimlich so genannte Wolfs-Tempel sein? Was würde aus den Kindern, die spielend über die Wiesen tollten -würden die Wölfe angriffslustiger werden und Unruhe ins Tal einkehren?

    Andererseits überlegte sie, dass auf jedes aufblühen neuen Lebens auch der Tod folgte, dass auf jeden Aufstieg ein Fall kam, dass auf jeden Regen Sonne folgte, dass auf jeden Kampf Frieden folgte, dass auf jeden Neumond Vollmond folgte dass der ewige Kreis nicht stehen bleiben konnte. Es war nur natürlich, dass Hishn nicht ewig die Leutwölfin sein konnte, es war natürlich, dass Tiere unterlegene Kampfgefährten nicht mehr duldeten, es war natürlich, dass Ares die Schwachen nicht mehr so beachtete wie zu ihren starken Zeiten.

    Als sie aufstand nahm sie gar nicht wahr, dass Arya durch ihr Festhalten am Kleidzipfel (und dem Nuckeln daran) das Kleid bis fast zur Hüfte hochzog. Wäre es ihr bewusst gewesen, dass dies vor allem in Anwesenheit eines Mannes geschah, so hätte sie gewiss anders reagiert.
    Sie schaute mit bangem Blick zu Priscylla, Tao und Hishn.
    Konnte die Heilerin helfen? Würde die Wölfin das zulassen?



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:13


    Die junge Heilerin war froh, als sich die Ares-Priesterin ebenfalls auf Boden-Niveau begab und sie damit nicht alleine ließ. Sie fühlte sich wohler so und hoffte, dass Tirgataos Anwesenheit auf dem Boden helfen würde ihre Angst zu unterdrücken und unverletzt zu bleiben, denn der Einfluss der jungen Mutter auf diese Wölfin war enorm.
    Dass das Tier der Menschenfrau vertraute zeigte sich nicht zuletzt darin, dass sie sich hinlegte und ihr mit der Zunge über die Hand fuhr.

    Die Geschichte um die Verletzung war kurz aber lebhaft malte sich im Kopf Priscyllas ein Kampf unter Tieren aus, wie er blutiger nicht sein konnte.Wie war es um die Führung eines Rudels zu kämpfen? Gewiss nicht brutaler als Kämpfe unter Menschen, vor allem da diese Tiere nicht zu solcherlei Hinterhalten fähig waren wie Menschen.

    Ich muss die Verletzung untersuchen... Wenn sie nicht schlimmer ist als sie aussieht, dann werde ich eine Salbe herstellen, die den Schmerz lindert und die Heilung beschleunigt. Wie genau diese Salbe bei einer Wölfin wirkt weiß ich nicht, bei Menschen wirkt sie hervorragend.
    Ich kann Hishn nicht gebieten sich ruhig zu verhalten und das Bein nicht zu belasten aber besser wäre es für sie, wenn sie sich schont in der Zeit, da die Wunde nicht einen gewissen Heilungsprozess hinter sich hat.

    Sie schaute dabei zu Tirgatao und sammelte das Bisschen Mut in ihr an, das sie noch in sich trug. Obgleich Amazone und unter den Amazonen gewiss nicht die feigste, hatte sie übergroße Angst vor den Wölfen.

    Ganz sachte legte Priscylla ihre Hand auf eine unverletzte Stelle an der Flanke der Wölfin. Langsam, wie streichelnd, bewegte sie ihre Finger näher an die Wunde heran und versuchte unter Fell, Haut, Fleisch, Sehnen und Muskeln etwaige Verletzungen nicht sichtbarer Art zu erspüren. Sicher konnte sie da nicht sein, denn bislang hatte sie nur Menschen behandelt und wenn die Verletzung am Kopfe gewesen war und nicht eindeutig, so hatte sie das Haar entfernen können. Hier war dies nicht möglich.

    Sie schaute immer wieder angstvoll über die Wölfin und versuchte abzuschätzen wann es sicherer war die Hand rasch zurück zu ziehen. Verletzt konnte sie der Wölfin weniger helfen und auch die kranke Händlerin war noch nicht versorgt.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:13


    Vanner:

    Langsam aber sicher trat das Geschehen in der Küche der Heilerin wieder in normale und geordnete Bahnen über. Nicht, dass es deswegen ruhiger geworden wäre, was dem Klosterbibliothekar ganz recht gewesen wäre. Andererseits wäre es für den Bibliothekar auch nur schwer vorstellbar, dass zwei Kleinkinder, zwei Priesterinnen, ein kranke Händlerin, eine Heilerin und zwei Wölfe zusammen in einem Raum auch nur annähernd ruhig sein konnten.
    Wie dem auch sei, er rührte trotzdem behutsam die Milch im großen Topf weiter um, damit diese ob der Hitze des Feuers keinen Schaden nimmt und stattdessen bloß allmählich wärmer wird. Da Priscylla vorgeschlagen hatte, dass alle etwa von der warmen Milch bekommen sollten, begann vanner schließlich damit jene in kleinere Behältnisse zum Trinken umzufüllen. Da er sich nicht genug Platz rund um die Kochstelle für die zahlreichen Trinkbecher sah, wollte er diese nach und nach auf dem tisch abstellen. Als er mit den ersten beiden begann und sich umdrehte erblickte er Thilia, welche eines der kleinen Kinder am Arm hatte. Das allein hätte dem Bibliothekar mit Sicherheit nichts ausgemacht, doch da das Kleine mit einem Stück der Kleidung der Priesterin spielte, erblickte Vanner mehr, als er jemals hätte können. Dies hatte zur Folge, dass er zum Einen die beiden Becher in seinen Händen fallen lies und zum Anderen in eine wenige Augenblicke anhaltende Starre verfiel. Als die Trinkbehältnisse am Boden aufschlugen und die darin enthaltene Milch den Boden abermals verunstalteten löste sich Vanners Starre wieder. Mit einem: "Entschuldigung, die Becher waren wohl heißer als ich dachte!", versuchte er die Situation zu überspielen und schnappte sich das Tuch mit dem schon zuvor die Milch aufgewischt wurde.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:13


    Tirgatao:

    Hishn und Shona konnten beide die Angst der heilerin spüren und riechen, und sie übermittelten Tirgatao die Eindrücke recht detailreich. Die Priesterin hielt die ältere Wölfin noch etwas fester, um sowohl ihr als auch Priscylla mehr Sicherheit zu geben. Mit einem Lächeln auf den Lippen, nach dem ihr im Moment wahrlich nicht zumute war, wandte sie sich an ihre Schwester.

    Du musst dir keine Sorgen machen, Pri. Hishn wird dich nicht beißen, sie ist es gewohnt, dass ich schlimmere Verletzungen behandle. Und ich werde versuchen, ihr Schonung nahezulegen.

    Wann immer Priscyllas Hände einer schmerzenden Wunde nahe kamen, begannen Hishn und auch Shona zu winseln und sowohl Arya als auch Ember fingen an, lauter zu quengeln, Ember sogar, ohne dabei wirklich aufzuwachen.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:13


    Als der Mann im Raum einen der Becher fallen ließ, zuckte Priscylla heftig zusammen. Sie war so konzentriert auf die Wölfin, dass sie das drum herum gar nicht mehr wahrgenommen hatte. Der Klatscher der Milch nebst einiger Spritzer, die sie im Gesicht und an den Armen erreichten und das Knallen des Bechers auf dem Boden allerdings holten sie in die Realität der Küche zurück. Sofort zog sie ihre Hände zurück und wartete ob der Reaktion der Wölfin. Sie wollte nicht ihre Finger oder gar eine ganze Hand verlieren, nur weil das Tier schnappte.

    Die Wölfin hingegen war Lärm entweder mehr gewohnt oder aber sie hatte solche Schmerzen, dass sie den Lärm gar nicht erst wahrnahm.
    Prsicylla setzte die Untersuchung fort, jedoch wurde sie immer wieder aus ihrer Konzentration gerissen über das mehrstimmige Winseln und Jaulen.

    Schließlich ließ sie von dem Tier ab und richtete den Oberkörper auf, ohne jedoch aufzustehen.

    Ich werde eine Salbe herstellen... Die wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend.
    Meinst du, Hishn würde zusätzlich einen Kräutersud trinken? Das würde sowohl die Heilung beschleunigen als auch noch besser als eine Salbe wirken!
    Ich würde den Sud gleich aufkochen und dir abfüllen, damit du ihn ihr kalt geben kannst.

    Sie schaute Tirgatao an und schaute dann fast sofort durch den Raum, um zu sehen, was sonst noch vor sich ging.
    Was mochte die Händlerin von ihr halten? - Ein Nervenbündel, das es nicht mal schaffte ein Tier zu untersuchen. Wie sollte sie dann auch noch einen Menschen heilen wollen?
    Was mochte Thilia denken? - Lutiana war immer korrekt und jeder Situation gewachsen gewesen, egal ob Tier oder Mensch bei ihr um Hilfe ersuchte. Die neue Heilerin schien keinesfalls geeignet die Amazonen zu versorgen und zu heilen!
    Was mochte Vanner denken? - Eine Amazone, die sich vor den Wölfen, den heiligen Tieren des Ares fürchtete. Gut in der Theorie und im Kräuter sammeln aber unfähig in der Praxis!
    Was mochte Tirgatao denken? - Eine Heilerin, die nicht Frau genug war einer Wölfin zu helfen, und die vermutlich die einzige im Tal war, die im Notfall den Zwillingen, IHREN Zwillingen helfen konnte... Mochte sie da nicht gleich auswandern, allein um eine bessere Hilfe für ihre Kinder zu bekommen.

    Priscylla gingen diese Dinge in rasender Folge durch den Kopf und sie verschloss sie bald wieder hinter all den derzeit wichtigeren Gedanken. Aber ob sie auch ihr Gesicht reglos hatte halten können, wusste sie nicht.
    Die Zweifel kamen immer wieder vor und griffen mit ihren gierigen Tentakeln nach ihrer Aufmerksamkeit, wollten sie ablenken von dem, was sie zu tun hatte, was getan werden musste! Was für ein Nervenbündel sie doch war - sie verfluchte sich selbst dafür, die Tränen aus den Augenwinkeln zurück drängend.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:14


    Thilia:

    Sie hatte schon fast darauf gewartet, dass es wieder lärmen würde. Dazu waren genügend Leute im Raum: spielende und schlafende Kinder, Wölfinnen, zu viele Wesen für eine Küche, wenn fast alle nur standen und nur wenige saßen. Sie lächelte, als es dann wieder einmal die Milch war, die den Boden bedeckte.
    Damit sie niemandem im Wege stand, ließ sie sich neben der Händlerin nieder und schaute zu der Heilerin.

    Als sie ihr Vorhaben mit Salbe und Sud aussprach, seufzte die Uma-Priesterin leise. Also würde alles wieder gut werden!
    Sie schaute Maellion an und sagte leise zu ihr:

    Die Wölfe sind die heiligen Tiere Ares.
    Tirgatao ist wie ein Wolf, sie lebt mit den Tieren. Die beiden Wölfinnen hier sind ihre engere Familie.
    Wenn Hishn nun nicht mehr die Leitwölfin ist, dann weiß ich nicht, ob Tirgatao als Mensch immernoch ein teil der Rudels ist.
    Es geht hierbei um mehr als nur eine verletzte Wölfin, es geht um den Frieden im Tal.

    Nichts desto Trotz wird sich Priscylla bald um all deine Leiden kümmern.
    Du wirst in einem guten Bett schlafen und sie wird dich umsorgen, hegen und pflegen. Bislang ist keine Hilfesuchende von ihr gegangen, ohne Hilfe und Rat erhalten zu haben. Sie kümmert sich gut!
    Sie hat in einem anderen Zimmer bereits einen Kranken untergebracht, sie wird also immer im Hause sein und deine Krankheit zu jeder Tages und Nacht Zeit versorgen können!
    Sie... wirkt etwas fahrig. Doch soweit ich es verstanden habe, hegt sie wenig Zuneigung zu den Wölfen.


    Ihre Finger spielten mit den Fingern Aryas, die versuchten an die Kleidung der Händlerin zu gelangen. Das Mädchen reckte sich und Thilia schien einige Kraft aufbringen zu müssen, um es bei sich zu behalten.
    Sobald die Milch vom Boden gewischt war, würde sie sie auf den Boden setzen. Dort mochte sie krabbeln und spielen.

    Sinnend schaute sich Thilia um und nahm dabei Vanner in Augenschein. Wie er so auf dem Boden kniete und wischte, sah er nicht mehr ganz so fremd aus. Thilia hatte zwar auch keine männlichen Sklaven auf der Insel der Uma, doch dass Männer im Tal solche Arbeiten erledigten, war ein gewohnter Anblick. - aber dies war ein GAST
    Sie nahm sich vor, mit dem Mann einige Worte zu wechseln! Er war schließlich Gast der Amazonen und im speziellen von Priscylla. In ihrem Kopf begann ein Gedanke zu kreisen, der unschickliche Reife annahm:
    Wenn Vanner Gast der Amazonen war und im Hause der Heilerin Herberge gefunden hatte, hatte sich Priscylla da einen Gespielen genommen? So wirkte die Heilerin zwar nicht aber was, wenn Maellion und sie die beiden bei "wichtigen Dingen" gestört hatten?
    Oder war Vanner dies nicht sondern einfach ein Hilfesuchender, der sich nicht ins Bett der Heilerin legte?
    War er denn dann Manns genug und würdig für eine andere Amazone?

    Ihr Blick schoss zu Tirgatao.
    In ihrem Gesicht stieg leichte Röte auf, als ihr bewusst wurde, was sie da plante. Zum Glück konnte man es auf ihrer dunklen Haut nicht so gut erkennen.
    Sie wandte sich nach dem Blick zur Mutter wieder der kleinen Tochter zu.
    Doch das machte es keinesfalls besser: Das war nicht ihr Kind auf ihrem Schoße - und das obwohl sie Umas höchste Dienerin war.
    Sie lächelte das Kind an und schwor in ihrem Herzen, dass Arya und Amber bald eine Spielgefährtin bekommen sollten.
    Wenn es alleine nach ihr ginge sogar so bald als möglich!



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:14


    Maelion:

    Ein anerkenndens Nicken folgte auf die Worte von Thilia.
    Ja, es würde wieder gut werden, sofern gut bedeutete, dass Tao und ihre Wölfe zusammen leben konnten, ausserhalb des Rudels.
    Hirachien innerhalb von Gemeinschaften mussten gewahrt werden, sonst würden unstrucktuierte Gemeinschaften früher oder später zu Konflikten führen. Es war logisch, aber eben halt auch sehr hart. Es traff nicht immer die richtigen.
    Ma hatte Mitleid mit den Vier und Zweibeinern die es hier betraff. Aber alles in allem bekam sie nicht sehr viel mit. Immerhin tobte noch immer das Fieber in ihr, das Atmen viel ihr genau so unleicht wie seit den letzten paar momenten. Sie atmete einfach tief, aber flach durch und unterdrückte jeglichen Hustenreiz....dafür lief ihr Gesicht leicht rot an, aber immerhin das schmerzende Husten konnte sie verhindern.

    Thilia die ihr zusicherte wie kompetent die Amazonen Heilerin sein sollte, minderte Mas Sorge dennoch nicht ganz. Schliesslich war sie noch nie so krank gewesen.....und ein wenig sorgen durfte man sich ja machen, wenn es um die eigene Haut ginge.

    Ma war zwar noch nie gut darin gewesen schweigend einfach so da zu sitzen, aber sie bemühte sich Gelassenheit auszustrahlen. Wölfe waren empfindsame Tiere, und unter keinen Umständen wollte sie diese Aufschrecken. Zwar bezweifelt sie, dass die beiden Wölfe laute und unvorbereitete Klänge all zu sehr erschracken, schliesslich lebten sie ja auch mit zwei babys scheinbar zusammen. Aber riskieren wollte sie dennoch nichts.

    Das Baby in Thilias Armen griff auf einmal nach Mas Kleidung, natürlich musste diese für Baby interessant sein, war sie schliesslich mehere Stoffstücke die zusammen genäht waren, aber Ma wollte um jeden Preis verhindern das sie ein Baby anfasste....

    Mit einem schnellen Abrücken, weg von dem Baby, entriss sie dem Baby die Möglichkeit sie zu erreichen. Ein kurzes Aufflackern von Wehleid in Mas Augen drang an die Oberfläche ihrer so sorgsam weggedrengter Gefühle. Doch nur kurz war der Moment, dann ward er auch wieder verschwunden und Ma lehnte ihren warmen Kopf gegen die kältere Holzwand. Ihr Puls rauschte leicht in ihren Ohren, die wirkten als ob Daunenfedern darin steckten, als ihr Kinn leicht zu ihrem Brustkorb sackte und sie kurz die Augen schloss. Sie fühlte sich gerade um etliche Reissäcke schwerer, vorallem ihre Augen. welche sie sie kaum mehr offen zu halten vermochte. Aber auch wenn ihre Augen geschlossen waren, die Geräusche um sie gedämpft wirkten und sie allgemein nicht gerade ein Ebenbild voll sprühender Energie war, blieb sie doch noch wach. Irgendwo lautere doch immer ein Dieb, die Gefahr oder ein messerschwingender Irrer welcher eigentlich ihr Mann war..........aber das waren vergangende Zeiten. Sie öffnete ihren Augen wieder..nein, das war nicht passiert.. nicht ihr. Nie.
    Sie schluckte schwer und wischte sich das Trugbild ihrer Vergangenheit mit dem Handrücken weg, in der gleichen Bewegung wie sie sich die Haarspitzen aus der Stirn strich, welche an ihrer Haut klebten.
    Sie bemerkte nicht das sie auf die Heilerin schaute. Ihre raue Stimme, welche alt klang hatte Kraft als sie, mehr zu sich, als die Heilerin meinend sagte: "Reiss dich zusammen!!"
    Ihr war nicht des Mindesten bewusst, dass sie das gerade laut geäussert hatte.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:14


    Vanner:

    Langsam aber doch wurde auch diese zweite Milchlache wieder kleiner und das Tuch beziehungsweise der Eimer, in dem die vergossene Milch anschließend befördert wurde, immer voller. Als der Eimer voller und voller wurde ging Vanner nochmals im Kopf das eben Geschehen durch und gleichzeitig durchdrang ihn dabei der Ausspruch seines Abtes: „Amüsier dich gut bei den Amazonen, du oller Bücherwurm!“ Mit einem Male und nachdem der Satz immer und immer wieder zusammen mit dem Geschehen durch seinen Kopf geisterte begann der Bibliothekar Stück für Stück zu verstehen was es sich mit diesem Gesagtem und dem breiten Grinsen des Abtes auf sich haben musste. Allmählich war die ganze Milch die auf den Boden gestürzt war mit Hilfe des Tuches in den Eimer befördert worden und der Boden war wieder einigermaßen ansehnlich, wenngleich auch zu späterer Stunde eben jenen nochmals einer der Sklaven besser reinigen sollte.

    Vanner richtet sich wieder auf und stellte sicher, dass die verschüttete Milch im Eimer nicht abermals den Boden besudeln würde, indem er den Eimer in eine Ecke in der Nähe des Herdes stellte, dabei darauf achtend, den Herd weit genug vom Herd entfernt zu platzieren um ein etwaiges Überkochen durch die abstrahlende Hitze des Herdes zu verhindern. Danach machte er sich wieder daran die Trinkbehältnisse mit der zuvor warmen und nun heißenrestlichen Milch aus dem Topf zu befüllen. Abermals mit zwei Bechern in der Hand begab sich der Bibliothekar wiederum zum Tisch des Raumes, an den in der Zwischenzeit neben der kranken Händlerin auch Thilia, die Priesterin, zusammen mit dem Kleinkind auf ihrem Arm Platz genommen hatte. Als er die Trinkbehältnisse vor den beiden Frauen auf dem Tisch abstellte beobachtete er die Priesterin genau um erkennen zu können ob jene etwas von der vergangene Situation wahrgenommen hatte, ja diese vielleicht gerade zu provoziert hatte um so den Klosterangehörigen zu prüfen. Vanner konnte jedoch keine besondere Regung erkennen, demnach war es der Priesterin nicht bewusst, oder aber sie konnte es sehr gut verbergen, so oder so würde der Klösterliche in den folgenden Tagen versuchen auch mit ihr einige Worte wechseln zu können, dann würde sich schon zeigen, was hier tatsächlich vorgefallen war. Ein weiteres Paar Becher wurde gefüllt und anschließend auf dem Tisch abgestellt, dabei machte Vanner jedes Mal unbewusste einen größeren Bogen um die beiden Wölfe, verletzt oder nicht, des Bibliothekars Unterbewusstsein vermochte die Abneigung und die scheinbare Gefahr nicht zu ignorieren.

    Schließlich waren genug Becher mit heißer Milch gefüllt und auf dem Tisch bereitete worden und so würde er abermals die Heilerin fragen ob jene noch Hilfe benötigen würde, andernfalls hatte er vor sich zu den beiden Frau an den Tisch zu setzen: „Nun denn, die Milch ist bereitet, so weit mir dies möglich war. Ich denke ihr werdet wohl noch den einen oder anderen Becher mit zusätzlichen Kräutern versehen wollen. Doch dabei kann ich nicht mehr von Hilfe sein, solltet ihr also keinerlei andere einfache Hilfe benötigen werte Priscylla …“ Der Bibliothekar lies den Satz unvollendet als die Händlerin plötzlich ein kraftvolles, wenngleich mit rauer Stimme gesprochenes: "Reiß dich zusammen!!", scheinbar der Heilerin gegenüber aussprach.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:15


    Sie schaute sich um und sah, dass Vanner auch schon fertig war mit dem zweiten Milch-Malleur und auch schon die Becher mit Milch auf den Tisch gestellt hatte.

    Als sie keine Antwort von Tirgatao erhielt, erhob sie sich vorsichtig. Sie ging davon aus, dass die Priesterin mit ihren Ideen einverstanden war. Sie ging zu den Regalbrettern mit den Kräuterbeuteln und wollte gerade einige Kräuter herunter holen, als die Stimme der Händlerin sie erreichte. Sie zuckte leicht zusammen. Meinte die Händlerin sie? Oh wie war das peinlich, dass man ihr ihre Hilflosigkeit ansehen musste.

    Sie nahm rasch einige Kräuter vom Regal und schichtete zwei Häufchen von beuteln. Die einen würde sie für die Wölfin benötigen, die anderen für Maelion.
    Auf Vanners Worte antwortete sie:

    Ich danke Euch, Vanner. Entschuldigt, dass Ihr meine Gastfreundschaft mit mir tragt, da so viele Hilfsuchende Einkehr bei mir suchen.
    Setzt Euch nur, ich kümmere mich um die Milch!

    Sie kam an den Tisch und lächelte Maelion an.

    Nun kann ich mich endlich um Euch kümmern, werte Reisende!

    Sie nahm die Beutelchen und streute nach Priesen dosiert Kräuter in die Milch der Händlerin. Mit einem Holzlöffel rührte sie das Getränk um und reichte es Maelion.

    Trinkt die Milch solange sie Euch noch wärmt. Die Kräuter sollten helfen das Fieber zu senken und Euch zu einem wohligen Schlaf verhelfen. Es mag etwas dauern, bis die Müdigkeit kommt aber sie wird kommen. Ihr werdet dann lange schlafen, vielleicht gar einen ganzen Tag und eine ganze Nacht, doch werdet Ihr gesünder aufwachen und das Fieber wird sinken. Danach kann ich mich besser um Euren Husten kümmern.
    Seid versichert, dass ich ständig im Hause bin und für Euch sorgen werde! Ihr seid mein Gast und ich werde Euch nur das Beste angedeien, was wir Amazonen zu bieten haben.

    Sie lächelte immer breiter. Endlich bewegte sie sich auf gewohntem Terrain. Gastgeber zu sein lag ihr im Blut. Und darüber kam die Sicherheit bei der jungen Heilerin zurück.

    Sie stellte den Krug mit Honig auf den Tisch und legte noch Holzlöffel dazu, damit sich jeder bedienen konnte.
    Dann setzte auch sie sich, nicht ohne zuvor einen Salbentiegel geholt zu haben, in dem sich Salbenbasis befand, eine Creme aus Tierfetten, die nur noch mit Kräutern versehen werden musste. Sie strich die Heilkräuter für die Wölfin darunter und rührte einige Tropfen Öl ein. Derweil musterte sie Vanner, der etwas durcheinander schien. Doch nicht nur er, auch Thilia wirke verändert. Sie biss sich auf der Lippe herum, als wolle sie etwas sagen. Auffordernd und schmunzelnd, um ihre eigene tolpatschige Art zu überspielen forderte Priscylla sie auf:

    Thila, Ihr habt etwas auf dem Herzen! Kann Euch geholfen werden?



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:15


    Thilia:

    Thilia war in ihren Gedanken versunken, dass sie von Maelions Worten daraus gerissen wurde, wie von einem ins Gesicht geschütteter Eimer voll kalten Wassers. Die Händlerin sah ihr ihre Gedanken an?! Sie lief nun endlich so rot an, dass man es wirklich gut sehen konnte, so man darauf achtete.
    Nein, dass konnte sie wahrlich nicht. Hatte sie Priscylla gemeint? Gut möglich. Die junge Heilerin jedenfalls schien sich sehr angesprochen zu fühlen.

    Sie setzte Arya auf dem Boden ab uns ließ sie krabbeln. Das Mädchen hatte jedoch nichts besseres zu tun als an ihrem Kleid zu rupfen und fasziniert zuzusehen, wie der weiße Stoff wallte. Immer wieder kamen Thilias dunkle Unterschenkel zum Vorschein und das Kind lachte. Das beruhigte Thilia wieder und sie lehnte sich zurück.

    Die Uma Priesterin schaute immer wieder unter den Tisch zu Arya. Ihre Finger klammerten sich um einen der Becher, dankbar etwas zum festhalten zu haben. Sie nahm einen Schluck der sehr warmen Milch und folgte aufmerksam den Ausführungen Priscyllas.
    Sie war mehr als beruhigt, dass sie Maelion helfen konnte und sie fühlte, dass die Händlerin in guten Händen war.

    So schweiften ihre Gedanken wieder ab und sie musterte Priscylla und dann Vanner. Waren diese beiden...?
    Was würde Tirgatao sagen? Oder sollte sie sie gar nicht erst fragen? Aber was, wenn Vanner nun nicht einer Amazone würdig war? Oder sollte sie einfach auf Uma hören und Ares außen vor lassen? Sie fühlte ihr Herz in Zweifeln reißen.

    Und dann sprach Priscylla sie an.
    Sie schaute erschrocken auf.

    Ich... ich muss zur Insel! Die Mädchen warten gewiss auf mich! Ich hab ihnen versprochen heute noch einen neuen Choral mit ihnen einzuüben...

    Sie stand hastig auf, schon fast zu hastig. Mit einem raschen Griff verhinderte sie, dass ihr Becher umkippte. Schlimm wäre es nicht gewesen, bei ihren Gedanken hatte sie ihn geleert und es hätte kein weiteres Desaster mit Milch gegeben.

    Sie raffte ihr Kleid und trat entschlossen zur Tür. Dort drehte sie sich noch einmal um.

    Maelion, ich weiß dich hier in guten Händen und werde dich in den nächsten Tagen gewiss besuchen!
    Verzeiht alle meine Hast, ich hatte die Mädchen ganz vergessen.

    Und damit eilte sie hinaus.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:15


    Maelion:

    Ma bekam nur langsam mit das ein Becher vor ihr auftauchte. Die Hand die ihn hielt kam wenig später in ihrem Wahrnehmungsempfinden an, die Worte der Heilerin ebenfalls. Ma hatte sich gerade nicht wirklich unter kontrolle, aber sie bekam es hin, dass sie den Becher nahm und zögerlich daran roch. Nach einem blick in die aufmunternten Augen der Heilerin, nahm Ma einen vorsichtigen Schluck. schliesslich wollte sie sich nich auf noch den Mund verbrennen. Das Milch-Kräutergemisch schmeckte interessant, würzig von den Kräutern und zugleich dieser typisch Milchgeschmack.

    Ma wollte gerade der Heilerin nebst ihrem Nicken, noch zusichern das sie nicht daran zweifeln würde, welch gute Gastgeberin die Heilerin wäre und welch artiger Patient sie sein würde. Aber ihre Stimme versagte ihr gänzlich ihren Dienst. Und so begnügte sie sich mit einem lediglichen Nicken, und schloss ihre Lippen wieder an dem Becherrand um einen weiteren Schluck zu nehmen. Der Heilerin war sicher aufgefallen, dass Mas Stimmbänder ihrer Herrin nicht mehr gehorchten, schliesslich war sich Ma bewusst welch rasche Auffassungsgabe die Heilerin gerade bewiessen hatte mit ihren vielfältigen Patienten.

    Ma bekam ein Rascheln mit von der Seite, und sah gerade noch wie Thilias quitsches Röte langsam abnahm, als die kleine an ihrem Kleid herumzupfte.
    Die Heilerin wante sich gerade der Priesterin zu, welche auf einmal zu Stammeln anfing, wie von der Tarantel gestochen aufsprang und verschwand so schnell sie ihre Beine trugen. Es ging alles zu schnell für Ma, welche mitlerweilen den halben Becher leer hatte und die vorhin angedrohte Müdigkeit sich in ihr verbreiterte.
    Ma grinste sich eins, was etwas dümmlich aussah, aber man konnte die eigentliche Herzensgüte darin erkennen.
    "I glaub, die kommt wider wenns männervolk wäg ischt!", nuschelte sie in Pris Richtung und lehnte sich als je mehr an die Wand, welche sie im Rücken hatte an. Sichtlich entspannte sie sich zusnehmens. Ma atmete gerade flach, aber tief durch und seufzte leise. Sie wolle keine Aufmerksamkeit dort abziehen, wo sie von nöten war, aber den ganzen Becher bräute sie nicht zu trinken, ehe sie einschlafen würde. So eine lange Reise in Kombination mit ihrer aufbegehrender Erkrankung brachte selbst die energiegeladenste Frau zum ermaten. Sie hielt noch immer den Bächer in ihren Händen und schloss ihre Augen wieder. Doch diesesmal schlummerte sie wirklich leicht weg, und nahm nichts mehr um sich herum war.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:16


    Thilias Antwort fiel mehr als merkwürdig aus. Priscylla schaute ihr erstaunt nach. Was war denn in die Dienerin Umas gefahren? Lag es daran, dass ein Mann im Raume war? Anders konnte die Heilerin dieses Verhalten nicht erklären.
    Sie wandte sich wieder ihren verbliebenen Gästen zu: Vanner, Tirgatao mitsamt Familie und Maelion.
    Aber auch Maelion verabschiedete sich ins Reich des Schlafes. Priscylla verstand kaum eines der Worte, die sie sprach. Anhand der körperlichen Zeichen jedoch, deutete sie die Worte der Händlerin.

    Hilfesuchend schaute Priscylla sich um.

    Sklave!

    rief sie energisch. Die Frau gehörte ins Bett gebracht.
    Als der Mann erschien und mit gesenktem Kopf aus Anweisung wartete, nahm Priscylla Maelion den Becher aus der Hand. Sie stieg auf die Bank und stellte sich breitbeinig hinter die Händlerin, um sie dann mit ihren Armen unter den Schultern zu fassen. Ihre Ellbogen schob sie vorsichtig hinter den Kopf der Schlafenden.
    Ihr Kopfnicken deutete dem Sklaven an, was zu tun war. Er eilte sich und stieg über Wölfe und Kinder hinweg, um die Beine der kranken Frau vorsichtig anzuheben.
    So hoben Priscylla und ihr unfreier Helfer die Kranke an und trugen sie in das Zimmer der Heilerin. Dort legten sie sie auf das große, breite Bett. Priscylla winkte den Sklaven fort zu dem Kranken in Amoras ehemaligem Zimmer.
    Dann deckte sie Maelion zu.
    Vorsichtig strich sie ihr über die Stirn, um ihre Temperatur zu fühlen.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:16


    Maelion:

    Maelion bekam nicht mehr mit wie ihr der Becher aus den eigenen Händen entwendet wurde. Aber sie bekam noch am rande mit das sie hochgehoben wurde. Sie brummelte leise vor sich hin, konnte sich aber nicht erwehren gegen diese behandlung. wobei sie es auch nicht sonderlich schlimm fand. Sie ergab sich der Führsorge der Heilerin, und bekam nicht mehr mit das sie in ein Bett gelegt wurde.

    Minuten später erwachte sie jedoch. Verwirrt griff sie in die Decke, unter der sie lag. Sie atmete schwer durch und drehte sich auf die Seite. Sie hatte einen Albtraum, deswegen sie erwacht war.
    Wie so oft, war es immer der gleiche. Sie zog ihre Beine an und umschloss ihre Knie mit den Händen. Sie zitterte leicht, war schweissnass und nahe einer nervlichen Kriese. Wie konnte es soweit nur kommen, das sie ein Häuflein elend war. Sie rieb sich mit der einen Hand über das Gesicht und versuchte ihre Gefühle wieder in den Griff zu bekommen.<Durchamte, s wid scho gäng de alles wider guet.....nur schnuffe>
    Sie bekam einen Hustenanfall und Schleim sammelte sich ob diesen in ihrem Mund. sie blickte unter der Decke hervor und sich um.
    Scheinbar war sie in dem privaten Schlafzimmer von irgendwem. Wahrscheinlich der Heilerin, mutmasste sie. Sie versuchte sich aufzurichten, was sie schon etwas Kraft kostete. Schande noch eines, warum nur war sie so schlapp und schwach. Sie schafte es doch gerade ein Bein unter der Decke hervor und auf den Boden zu stellen. Ehe sie mit dem Oberkörper wieder zurück sank. So würde sie sicherlich nicht weit kommen. Ma hasste sowas. Sie schloss ihre Augen wider, und war als bald wieder eingeschlafen.

    Das nächstemal erwachte sie wegen einen Geräusch das sie aufschreckte. Sie riss ihre Augen auf und gab einen erschreckten Kreischer von sich, der, wenn sie nicht so belegte Stimmbänder sicherlich mehr efekt gehabt hätte als das seltsame erstickte Krächzen das aus ihrem Mund kam.
    Ma blickte sich um. Ah richtig, sie war noch immer in dem Bett, sie blickte sich mit fieberumschleierten Blick um. Warum schreckte sie so hoch, was war der Grund.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:16


    Vanner:

    Mit leichtem Unbehagen saß der Bibliothekar nun in der zunehmend leerer werdenden Küche der Amazonenheilerin. Nicht nur, dass zunächst die scheinbar leicht schreckhafte Uma-Priesterin Thilia überstürzt den Raum und danach das Haus verlassen hatte um nach irgendwelchen Mädchen zu sehen – was allein schon so manch komische Gedanken beim Klösterlichen bewirkte, denn nach einer Mutter wirkte sich nicht gerade – und dann kippte auch noch die kranke Händlerin schlaftrunken weg, so dass Priscylla und der Haussklave selbige über den Hausflur scheinbar in das Zimmer der Besitzerin jenes Hauses trugen.

    Doch wirklich sorgen machten Vanner vor allem die zwei Wölfe und die beiden kleinen Kinder, welche sich zusammen mit ihrer Mutter noch mit ihm in der Küche aufhielten. Weder das eine noch das andere, noch das dritte sagte ihm sonderlich zu, sodass er sich etwas hilflos vorkam, als er die augenblickliche Situation voll erfasste. Um das Ganze durch das eigene Schweigen nicht noch unangenehmer werden zu lassen, wollte er – ganz diplomatenhaft, wie es seiner Natur entsprach – eine kleine Unterhaltung beginnen. Dieses Vorhaben war jedoch aus oben genannten Grund nicht gerade leicht, da Wölfe als natürliche Feinde der irdischen Abbildes seiner allerhöchsten Gottheit ebenso im Raum waren, wie Kleinkinder, mit welchen er als Klosterinsasse noch keine Bekanntschaft machte und etwaige Verhalten ihnen gegenüber daher auch nicht mächtig war. So blieb ihm nur noch eines übrig …

    Mit einem Gesicht, dass in seinem Ausdruck das leichte Unbehagen widerspiegelte und einer eher sanften Stimmelage, wegen der Wölfe begann er nun die Unterhaltung mit der einzig verbliebenen erwachsenen Person im Raum: „Ihr seid also ebenfalls Priesterin hier in eurem Reich? Ihr müsst wissen, dass ich als Mönch in einem Kloster des heiligen schwarzen Schafes lebe. Da ist es ziemlich weit hin bis zu euren Wölfen.“



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:17


    Tirgatao:

    Tirgatao lächelte Priscylla dankend an. Sie war sich zwar nicht sicher, ob sie Hishn davon würde überzeugen können, einen Kräutersud zu trinken, doch sie würde ihr bestes geben. Vorerst allerdings schien sie noch etwas warten zu müssen, als Thilia überhastet das Haus verließ - was Arya dazu motivierte, zu Ember und Shona zu krabbeln und sich ebenfalls an die Wölfin zu kuscheln - und dann die fremde Frau vom Schlaf übermannt wurde und von Priscylla und einem Sklaven zu einem Bett getragen werden musste. Sie hatte wohl wirklich einen schlechten Tag erwischt für ihr Anliegen Nicht dass ich irgendetwas hätte tun können, um den Kampf aufzuhalten...

    Und so streichelte die Priesterin sacht Hishns Fell, wo die Wölfin nicht verletzt war, und behielt ihre beiden Töchter im Auge.

    Als der Fremde das Wort an sie richtete, war sie überrascht, wollte aber einen Gast des Hauses auch nicht vor den Kopf stoßen. Bei dem Wort 'Schaf' zuckten Shonas Ohren deutlich, und Tirgatao musste sich ein Grinsen verkneifen. Für kaum etwas hatte die Wölfin ein so gutes Ohr wie für Hinweise auf mögliches Futter...

    Ja, ich bin die Priesterin unseres Kriegsgottes Ares. Seine heiligen Tiere sind die Wölfe und so leben wir in Frieden und gegenseitigem Respekt mit dem Rudel im Tal. Und in meinem Fall in tiefer Freundschaft und familiärem Bund...

    Ihr mögt Recht haben, dass Schaf und Wolf nicht für einträgliches Zusammenleben bekannt sind, doch bedeutet der gegenseitige Respekt bei uns auch, dass das Rudel weder Gäste noch deren zwei- oder mehrbeinige Begleiter angreift...



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:17


    Vanner:

    Vanner betrachtete die beiden kleinen Kinder, welche sich eng an die gesunde Wölfin schlangen. Scheinbar war inen das Tier sehr vertraut, oder aber sie genoßen einfach nur das warme und weiche Fell der Wölfin. Umgekehrt erstaunte es den Klösterlichen umso mehr, als die Wölfin dabei derart ruhig liegen blieb, denn eigentlich könnte man annehmen, dass diese die Kinder, als Raubtier, welches es nun mal war, eher als Beute ansehen würde, denn sie in die Obhut zu nehmen.
    "Die Menschen hier müssen eine sehr enge Beziehung zu diesen Tieren besitzen, ganz ähnlich dies bei uns im Kloster mit denn Schafen der Fall ist", dachte Vanner bei sich.

    Danach aber wandete er sich an die Priesterin: "Mit der Weite zwischen den Wölfen und den Schafen mögt ihr Recht haben, doch im Kern scheinen wir nicht all zu weit von einander entfernt zu sein. Denn so wie es aussieht pflegt ihr eine sehr enge Beziehung mit den Wölfen, wohl kaum würden eure beiden Kinder dort so ruhig verweilen können.", der Bibliothekar machte eine eindeutige Geste zu eben jenen Kleinkindern und der gesunden Wölfin um dann fortzufahren: "Auch wir besitzen eine ähnlich enge Beziehung, nur bei uns sind es eben die Schafe," und mit einem leichten Lächeln fügte er an: "ganz gleich ob männlich oder weiblich."

    In eben jenem Augenblick kam ihm die warme Milch wieder in den Sinn, so dass er einen noch vollen becher ergriff, diesen Andeutungsweise in Richtung Tirgataos reichte und dabei fragte: "Wollt ihr nicht auch einen Becher voller warmer Milch? Es wäre doch schade, nahezu die gesamte Milch wieder kalt werden zu lassen."



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:17


    Tirgatao:

    Tirgataos Blick wanderte zu Shona und den beiden Mädchen und ein Lächeln umspielte ihre Lippen.

    Die Wölfe sind ebenso meine Familie wie es die Amazonen sind. Und als meine 'Welpen' sind natürlich auch meine Töchter willkommen. Hishn und Shona beschützen und lehren sie, wie ich immer Hishns Welpen beschützt und gelehrt habe.

    Die Priesterin kraulte weiter Hishn, die geduldig auf ihre Behandlung durch Priscylla wartete und nur durch gelegentliches Winseln ihre Schmerzen verriet.

    Hishn und ich haben schon viel miteinander erlebt. Sie war die erste Wölfin des Rudels, die meine Nähe gesucht hat, und ist immer die Wölfin geblieben, mit der ich die engste Bindung hatte und habe. Ihre Tochter Shona hat sich uns erst später angeschlossen, ist mir inzwischen aber genauso lieb.

    Sowohl Hishn als auch Shona wedelten mit dem Schwanz, die enge Verbundenheit spürend. Arya und Ember quengelten leise im Schlaf und kuschelten sich tiefer in Shonas Fell.

    Und ich hätte nichts gegen einen Becher Milch, aber ich kann Hishn gerade nicht alleinlassen und möchte es auch nicht...



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:17


    Nachdem Priscylla die Kranke versorgt hatte, ging sie kurz noch ins Nebenzimmer, um nach dem Abt zu sehen. Sein Zustand war genau so, wie schon die Tage zuvor. Es gab bei ihm keine erkennbare Besserung, doch glücklicherweise auch keine Verschlechterung. Priscylla hatte vor zwei Tagen erst die vorsorglichen Fesselungen des Mannes an das Bett sein gelassen. Sie hoffte, dass sie nicht mehr nötig würden.

    Dann eilte sie in die Küche zurück, wo Vanner und die Familie Tirgataos beisammen waren.
    Die Priesterin befand sich immernoch auf dem Boden bei Hishn. Priscylla atmete an der Tür angelangend noch einmal tief durch und setzte ein vorsichtiges Lächeln auf. Es war eine Fassade, um ihre Angst vor den Wölfen zu verbergen.

    Ich hoffe, dass die Händlerin schnell Erholung und Gesundheit findet.
    Nun kümmere ich mich um Hishn. Verzeih, Tirgatao, dass ich euch so lange habe warten lassen.
    Ich hoffe nicht unhöflich zu sein, doch bei der Herstellung des Sudes brauche ich meine Gedanken. Ich will keinen Fehl begehen, da ich das Rezept etwas umstellen muss. Schließlich ist Hishn kein Mensch...
    Ich kann euch leider nicht unterhalten unterdessen.

    Sie ging direkt zur Arbeitsfläche, wo die zurechtgelegten Beutel warteten.

    In hoc salus - In diesem ist das Heil.

    murmelte sie vor sich hin. Wie inzwischen immer seltener, nutzte sie in dieser Phase ihrer Konzentration ein Sprichwort in ihrer Muttersprache.

    Sie machte sich nun an die Herstellung des Sudes, setzte Wasser auf den Herd, legte zwei Scheite nach und bereitete die Kräuter vor: Einige zerrieb sie zwischen dein Fingern auf die Wasseroberfläche, andere musste sie erst noch von Stielen befreien. Wieder andere rührte sie in Öl ein.
    Die ganze Prozedur nahm eine Weile in Anspruch. Dabei summte Priscylla leise vor sich hin, um sich zum einen zu konzentrieren und um sich zum anderen selbst zu beruhigen. Dass sie ein römisches Kinderlied gewählt hatte zum Summen, welches sie ihren jüngeren Geschwistern zum einschlafen immer vorgesummt hatte, kam ihr nicht in den Sinn. Seine beruhigende Wirkung war alles, was sie in sich spürte.

    Immer wieder warf sie dabei Blicke über ihre Schultern zu ihren Gästen und der hilfesuchenden Wölfin. Sie hoffte, dass ihre Gäste sich selber unterhielten. Mit bekam sie davon nicht viel. Ihre Ohren waren wie verschlossen vor normal lauten Geräuschen.



    Re: Ein Treffen der anderen Art

    LadyPriscylla - 06.11.2011, 19:18


    Vanner:

    Die Worte Tirgataos waren für den Bibliothekar letztlich einleuchtend, so dass er kurz darüber nachdachte, was sich als Lösung anbieten könnte. So meinte er schließlich: „Wenn man nicht zur Milch kommen kann, dann muss eben die Milch zu einem selbst kommen. Nicht wahr?“

    So stand Vanner mit dem Becher warmer Milch auf und machte einige vorsichtige Schritt in Richtung der Priesterin um dieser den Becher zu reichen. Mit einem wachsamen Auge hatte der Klösterliche dabei immer die Wölfin im Blick, letztlich war er sich seiner Gesundheit mehr verbunden als an den Glauben über die eigene Sicherheit in Gegenwart der Wölfin. Langsam kniete sich Vanner deshalb gerade so nieder, dass es der Priesterin möglich sein würde, den Becher zu erreichen. Die verletzte Wölfin schien dabei die ganze Zeit über ruhig zu warten, wohl hoffend, dass ihr bald von ihrer menschlichen Gefährtin oder einer der anderen Amazonen geholfen werden könnte. Plötzlich, völlig ohne Grund und Zusammenhang, schoss es dem Klösterlichen ein: „Das hatte der Abt sicherlich nicht gemeint, als er mir den Gruß mit auf den Weg gab. Aber da gilt es nun auf das Ovis Sanctae zu vertrauen und die Situation durchzustehen.“

    Mit einem Blick zur Seite, so dass die Heilerin Priscylla in sein Blickfeld kam, um deren Fortschritt bei der Herstellung eines Heilmittels für die Wölfin sprach er dennoch mit Tirgatao und auch, selbst wenn dies nicht so offensichtlich war, mit der Wölfin: „Auch wenn ich noch nicht all zu lange hier in eurem Tale als Gast verweile, so war es lang genug um zu erkennen, dass Priscylla eine ausgezeichnete Heilerin ist. Doch dies werdet ihr auch aus eigener Erfahrung wissen. So habt also vertrauen darauf und alles wird wieder gut werden.“
    Langsam stand der Bibliothekar wieder auf um wieder etwas Abstand zu gewinnen, für sich und für die verletzte Wölfin.



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