Ein verrückter Obstsalat

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    Re: Ein verrückter Obstsalat

    imi - 13.10.2005, 22:41

    Ein verrückter Obstsalat
    Auf vielfachen Wunsch im Chat, hier meine Geschichte... *asche auf mein Haupt* :?

    Ich geh solange in mein Mauseloch.... aber bedenkt: ich war jung und unschuldig und brauchte das Geld (auch wenns keines gab ich finde die Ausrede zieht am besten...) :oops:

    ++++++++++++++++++++++++++++++
    Ein verrückter Obstsalat

    Das Haus des Obstsalates lag in einem rötlichen, schimmernden Schatten, die Sonne verkündete in hellen Farben ihre Auferstehung aus der tiefen Nacht. Von weitem wirkte das Anwesen friedlich und ruhig, schlafend. Nichts regte sich, sogar der Wind war noch nicht aus seinem Schlaf erwacht.
    Doch in der Mitte des wunderschönen Bildes bewegte sich etwas. Es war Apfel, der aus seiner nächtlichen Kneipenwanderung wieder kam. Er war so voll gewesen, daß er nun schon beinahe wieder nüchtern war. Völlig übermüdet kruschte er in seiner Hosentasche herum und fluchte ungeduldig: "Nun mach schon, Du Scheißding, wo steckst Du!"
    Endlich hatte er den Hausschlüssel gefunden. Er hatte große Mühe, ihn in das kleine Türschloß zu schieben, die Türe aufzuschließen und hinter sich wieder zu schließen. Die Müdigkeit schwächte ihn, jeder Schritt viel ihm schwer, jede einzelne Bewegung. Stöhnend setzte er einen Fuß vor den anderen, bis er es endlich geschafft hatte, die Treppe hinter sich zu lassen. Keuchend blieb er für einen Moment stehen, um wieder zu Kräften zu kommen.
    "Es ist nur noch ein kleines Stück," dachte er sich. Als er schließlich an seinem Zimmer angekommen war, lehnte er sich erschöpft gegen die Türe und blickte ganz langsam auf. Seine Augen waren gerötet, von dem Alkohol, von der Müdigkeit, aber auch von dem Spaß, den er heute Abend wirklich gehabt hatte. Es schien, als würde er erst jetzt begreifen, dass er es tatsächlich alleine nach Hause geschafft hatte. Ein Grinsen bildete sich auf seinem Gesicht als er triumphierend zu sich selbst sagte: "Ja, sir!"
    Er lachte seinen Stolz noch ein wenig in sich hinein, bevor er die Türe hinter sich schloß und sich seuzend auf sein Bett fallen ließ. Bereits nach wenigen Sekunden war er samt seiner Kleidung und seinen Schuhen eingeschlafen.

    "Hey, Apfel, was geht, bist Du bereit?!"
    Ananas hatte die Türe zu Apfels Zimmer aufgerissen und stand strahlend in seinem Zimmer.
    "Hä, was, wer, ich hab' keine Zeit für Fans..."
    Apfel war aus seinem Tiefschlaf, den er erst vor kurzem gefunden hatte, aufgeschreckt, und als er Ananas sah, wurde ihm einiges klar.
    Verschlafen und verärgert murmelte er: "Nein, Ananas, nein, also wirklich nicht, verschwinde, ich will schlafen! Los, hau ab, Du hast mich geweckt, Mann!"
    "Hey, Apfel, weißt Du, wie spät es ist? Wir wollten jetzt kickboxen!" Ein Flehen lag in der Stimme seines Bruders, doch Ananass trauriger Ausdruck verriet, daß er die Hoffnung bereits in diesem Moment aufgegeben hatte. "Nein, nein, nein, nein, nein, Ananas, ich bin Arsch müde, ich bin doch gerade erst nach Hause gekommen! Und jetzt mach' 'ne Fliege!"
    Betrübt schlich Ananas aus Apfels Zimmer und schloss die Türe hinter sich. Für einen kurzen Augenblick blieb er grübelnd dort stehen, und plötzlich kehrte das Glänzen in Ananass Augen zurück. Eilig rannte er die Treppe hinunter und suchte nach Pflaume: "Hey, Pflaume, komm, laß uns kickboxen!"
    Pflaume, der immer noch über einem halb aufgegessenem Frühstücksbrötchen saß, zeigte wenig Begeisterung: "Mnaoch, ich weiß nich'... was ist denn mit Apfel?"
    Genervt verdrehte Ananas seine Augen: "Der schläft... was sonst."
    Pflaume lachte, als er sich in Gedanken ausmalte, was Apfel gestern Nacht wohl so alles erlebt hatte... und mit wem, bestimmt hatte er tolle Mädchen "kennengelernt". Und er wünschte sich, er wäre an seiner Stelle gewesen. Aber er selbst hatte gestern endlich einmal wieder etwas trainieren müssen. Das war der Nachteil, wenn man als Musikstar auch noch Erfolg im Sport haben wollte. Er wollte Ananas gerade absagen, doch als er den enttäuschten Blick dessen sah, seufzte er schließlich und sagte: "Ich wette, Du hast keine Chance gegen mich!"
    "Ha, das wollen wir doch sehen! Wer als erster da ist!"
    Gemeinsam rannten sie los, und hätten beinahe Erdbeere über den Haufen gerannt, die verschlafen und Geistes abwesend im Wohnzimmer herum spukt.
    "Hey, Erdbeere, kommst Du auch mit kickboxen?" witzelte Ananas.
    Diese streckte ihm die Zunge raus.
    Da blieb auch Pflaume stehen: "Das ist aber echt keine schlechte Idee, die Pillen helfen Dir auch nicht auf ewig... Du solltest den Fans lieber mit Deinen Kickboxer - Schlägen drohen, als Dich vor ihnen in Deiner künstlichen Welt zu verstecken, wo Du nichts mehr vom Leben mit kriegst!"
    Als er Erdbeeres wütenden Blick sah, machte er sich lieber schnell aus dem Staub... man sollte sich doch besser nicht mit ihr anlegen.

    "Lauter Idioten," dachte sich Erdbeere und wanderte ins Wohnzimmer, wo sie sich auf ein Sofa setzte, und überlegte, ob sie nun etwas malen sollte, oder ob sie nach den Blumen im Garten schauen sollte, ob sie schon wieder neue Blüten hatten. Doch dann entschloss sie sich, zuerst das tägliche musikalische Üben zu überwinden... wie hieß es doch so schön, erst die Arbeit und dann das Vergnügen. "Erdbeere, schau mal, ich habe ein neues Outfit! Ist das nicht sexy?"
    Orange "tänzelte" um sie herum und blieb schließlich mit gekonntem Augenaufschlag vor ihr stehen, in Vorzeigeposition, und starrte sie erwartungsvoll an.
    "Hääää?? Was sagst Du, hm? Is' doch stark, oder?"
    Sie drehte sich ein paar Mal und wäre dabei fast über den Teppich gestolpert. Als sie merkte, dass Erdbeere nicht sonderlich an ihr interessiert zu sein schien, rückte sie ihren Ausschnitt noch etwas tiefer, ihren Rock noch etwas höher, und hüpfte durch das ganze Zimmer, wobei sie laut schrie: "Yeah, baby, uuuuh, sexy, yeeaah... " Schließlich begann sie "Get down" von den Backstrett Boys zu singen. Erdbeere schenkte dem ganzen immer noch keine Beachtung. Statt dessen stand sie auf und machte sich auf den Weg zum Klavier.
    Orange war so in Ecstase, dass sie nicht einmal bemerkte, wie ihre Schwester den Raum verließ. Plötzlich kam Maracuja angehetzt: "Verdammt, wo ist sie nur, ich weiß ganz genau, dass ich sie Gersten hier her gelegt habe!"
    Als sie Orange bemerkte, blieb sie ruckartig stehen und schaute fassungslos zu, was ihre Schwester da fabrizierte. Endlich fand sie wieder zu Worten: "Orangggggeee? Was um alles in der Welt machst Du da?" "Hää?" Verwirrt blickte sich Orange um: "Was meinst' n Du?" Maracuja überlegte angestrengt: "Moment, ich glaube, das nennt man das posttraumatische Streßsyndrom... wenn die Psyche dem Stress nicht mehr gewachsen ist, dann kann es durch aus zu Annormalien in dem Verhalten derjenigen Person führen, und... "
    Orange stampfte ungeduldig mit ihrem linken Fuß auf den Boden: "Maracujaaaa!!"
    Maracuja wachte aus ihren Medizinbüchern auf: "Ja?"
    "Hey, Du, ich hab Dich fei was gefragt! Was Du da überhaupt mit meinst!"
    "Dass Du hier so..." Maracuja schien nach den Worten zu suchen "... herum hüpfst."
    "Ach so, DAS meinst Du!" Orange lachte laut.
    "Na, das mache ich, damit sich die Erdbeere mein neues Outfit bewundern kann, gell, Erdbeere?" Völlig geschockt starrte Orange auf das leere Sofa. Sie konnte es einfach nicht begreifen: "Hääää, wo is' sie denn? Kapier ich nicht. Die kann sich doch wohl schlecht in Luft auflösen... oder, geht das, Maracuja?"
    Orange dachte ernsthaft darüber nach, ob sich Erdbeere vielleicht in Luft aufgelöst hatte, während Maracuja die Frage nicht ernst nahm, und weiterhin fieberhaft nach ihrer Wimperntusche suchte.
    "Erdbeere... Erdbeere, wo bist Du, ich kann Dich nicht sehen! Ruf mich mal, vielleicht hör ich Dich dann! Eeeerdbeeeereee."
    Beschäftigt suchte Orange unter dem Teppich und in den Sofaritzen nach Erdbeere.
    "Gott sei Dank, da ist sie ja!" Schnell machte sich Maracuja aus dem Staub, sie musste zu einer dringenden Besprechung, und war schon wieder viel zu spät dran. Immer dieser Stress!
    Birne kam daher getrottet und blieb wie angewurzelt stehen, als er Orange sah, die mittlerweile im Essschrank alle Tassen untersuchte und nach Erdbeere rief.
    "Orange, was machst Du da?"
    Orange ließ eine Tasse fallen.
    "Hä? Ach Du bist es, Birne. Ich suche nach der Erdbeere, sie hat sich in Luft aufgelöst. Wenn wir sie nicht finden, dann verhungert sie!"
    Birne schien von Oranges Worten keines Wegs überrascht zu sein. Schließlich kannte er seine Schwester. "Nein, Orange, das geht nicht, man kann sich nicht in Luft auflösen."
    Nun war Orange völlig ratlos: "Nicht? Aber... aber was ist denn dann mit ihr passiert?"
    Birne zuckte die Schultern und ging an ihr vorbei: "Wahrscheinlich ist sie aufgestanden und gegangen."
    Plötzlich schien Orange ein Licht aufzugehen, und sie schien es langsam zu begreifen.
    "Ach soooo. Daran habe ich ja gar nicht gedacht. Cool. Danke, Birne."

    Mittlerweile war eine ganze Weile vergangen, und der Obstsalat befanden sich im Backstage Bereich hinter der Bühne. In weniger als einer halben Stunden hatten sie ihren Auftritt. Alle waren bereits mit Make up und dem üblichen Kram versehen, bis auf Apfel, der sich weigerte, dieses Zeug auch nur in seine Nähe zu lassen.
    Orange stand vor dem Spiegel und übte noch ihren Rappart für eines der neuen Lieder, wobei sie immer wieder neue Methoden ausprobierte. Erdbeere rutschte nervös auf ihrem Stuhl hin und her, während sie in bunten Farben die Silhouette einer Frau auf ein Papier brachte. Pflaume war immer noch nicht zurück gekehrt, seitdem er mit seinem Fahrrad davon gebraust war. Kirsche war bereits unruhig: "Er denkt immer nur an seinen Sport, wegen ihm werden wir noch einmal eine Stunde zu spät auf die Bühne kommen! Vielleicht schaut er ja auch gar nicht auf die Uhr, und kreuzt erst heute Nacht wieder auf! Man kann nun einmal nicht alles haben, und er ist Musiker! Er kann seine Karriere nicht wegen einem Hobby so vernachlässigen! Er bringt uns noch einmal alle in Misskredit!"
    Birne hatte sich neben seine Schwester gesetzt und versuchte, sie zu beruhigen:
    "Kirsche, es ist noch eine halbe Stunde bis zur Show, er wird bald kommen."
    "Ja, fünf Minuten vor unserem Auftritt... er ist noch nicht gedresst und hergerichtet!"
    "Dazu braucht Kiki doch nicht lange, sie schafft es in fünf Minuten!"
    "Irgendwann wird er gar nicht mehr kommen. Es reicht schon, dass Banane nicht mehr dabei ist, und wenn das so weiter geht, dann wird er irgendwann mit seinem Fahhrad durchbrechen und keinen Bock mehr auf seinen Job hier haben! Und noch einer, das könnten wir den Fans nicht erklären. Eine Band, wo nach und nach alle weg gehen, die hat bald keine Fans mehr! Wer will schon Fan von einer gebrochenen Band sein, die selbst keine Lust auf ihre Arbeit hat!"
    Kirsche steigerte sich immer mehr in die Sache hinein. "Kirsche, singen wir jetzt heute wieder "We are the world", oder nicht?"
    Apfel riss sie aus ihren Gedanken: "Ja. Wir singen das heute wieder. Sind alle fertig?"
    "Ja. Bis auf Pflaume, er sitzt noch in der Maske."
    Erleichterung kennzeichnete sich in Kirsches Stimme: "Ist er da?"
    "Ja, vor ein paar Minuten gekommen."
    Apfel wandte seiner Schwester den Rücken zu und schlenderte zu seinem Bruder, der immer noch ein wenig außer Atem zu sein schien.
    Mit liebevoller Herablassung meinte Apfel: "Wie willst Du denn den Auftritt heute überstehen?"
    "Kein Problem für mich, ich bin da drin geübt." Pflaume wirkte Sieges sicher.
    "Na dann, Sportsfreund..."
    Apfel drehte sich wieder um und wollte gerade seine ziellosen Wege durch die Halle beginnen, die so kurz waren, daß er hätte stehen bleiben können, als Ananas vor ihm stand und ihn ansah: "Wer ist ein Sportsfreund?" Bevor Apfel antworten konnte, kam Orange daher. Sie hielt eine große, zusammen gefaltete Pappe in der Hand.
    Apfel war neugierig: "Hey, Orange."
    Sie blieb stehen und sah ihn fragend an.
    "Was ist das?"
    Stolz faltete sie die Pappe auf und zum Vorschein kam ein riesiges, aufgeklebtes Poster von Leonardo Di Caprio.
    Apfel war enttäuscht: "Ach so."
    Er bedeutete Ananas ihm zu folgen und ließ Orange mit ihrem Schwarm stehen.
    Nachdem die beiden endlich ein halbwegs stilles Plätzchen gefunden hatten, und eine Zeit lang geschwiegen, sagte Ananas plötzlich: "Du, Apfel?"
    "Was."
    "Als ich letztens mit Maracuja unterwegs war... da haben wir kurz angehalten, weil wir uns was zu Trinken kaufen wollten. Und da haben wir Banane gertroffen, als er aus so einer Kneipe kam... Ich saß im Auto und habe gewartet, deswegen konnte ich nichts hören, aber..." "Aber was?" Apfel kaute auf einem Stiftende herum und seine Augen waren ins Nirgendwo gerichtet. Trotzdem wusste Ananas, dass ihm sein Bruder ganz genau zuhörte.
    "Naja, sie haben sich gestritten."
    Apfel sah Ananas an, doch bewegte sich nicht weiter.
    "Und? Wir streiten doch immer mal."
    "Nein, Apfel, hör mir doch mal zu."
    Ananass Stirn hatte sich in Falten gelegt und er sprach ernst und sogar ein wenig aufgeregt weiter: "Es ging dabei um weit aus mehr, als nur um einen Streit. Plötzlich kamen da ein paar schräge Typen raus und verabschiedeten sich von Banane, und Maracuja wurde immer wütender... sie haben sich richtig angeschrien."
    "Hast Du sie gefragt, was los war?"
    "Sie sagte, es sei nichts. Apfel, da läuft irgend etwas, unsere Schwester streitet sich mit Banane wegen etwas, aber andererseits scheint sie ihn beschützen zu wollen und schweigt."
    Apfel hatte den Stift weg gelegt und dachte nach: "Was kann da sein? Ich denke, wir sollten sie fragen, komm."
    Sofort war Ananas aufgesprungen und ging an Apfels Seite zu ihrer Schwester. Diese saß alleine auf der Bank in der Umkleidekabine und sah müde und erschöpft aus.
    Apfel setzte sich sofort neben sie und legte seine rechte Hand auf ihre linke Schulter.
    "Maracuja, was läuft da mit Banane?"
    Maracuja wandte ihren Blick ab und log so unecht, dass sie sich erst verriet.
    "Ich weiß nicht, was Du meinst."
    Ananas stand vor ihr und nickte leicht: "Der Streit neulich."
    Wütend funkelte ihn seine Schwester an: "Kannst Du nicht einmal etwas für Dich behalten?!"
    Apfel versuchte sie zu besänftigen: "Außer uns dreien weiß es niemand. Nur bist Du die einzige, die die Wahrheit zu kennen scheint. Wenn es Schwierigkeiten mit ihm gibt, dann sollten wir darüber sprechen... wir drei. Die anderen lassen wir raus! Aber zu dritt können wir das eher in den Griff kriegen."
    Maracuja seufzte geschlagen, und vermutlich hatte sie im Moment auch nicht die Kraft, sich mit ihren zwei Brüdern aufs Messer zu streiten.
    "Na schön, aber es bleibt unter uns. Banane... hatte da etwas im Auge, eine neue Band zu gründen, eine eigene."
    Ananas konnte es nicht begreifen: "Was soll das denn?"
    "Weiß ich auch nicht. Hört zu, ich habe es ihm so weit wie möglich ausgeredet, und im Moment scheint er sich nicht mehr sonderlich darum zu kümmern."
    "Wir müssen ihn im Auge behalten so gut es geht, und wenn einer von uns etwas bemerkt, dann müssen wir uns beraten und im Ernstfall die anderen dazu ziehen."
    Maracuja machte eine abweisende Handbewegung: "Ist gut, macht, was ihr wollt."
    Die beiden Brüder registrierten, dass sie ihre Ruhe haben wollte, und gingen schließlich.
    "Apfel, denkst Du, es ist ernst?"
    "Nein, Banane spinnt nur mal wieder."

    Erdbeere hatte ihr Bild fertig gemalt und war nun auf der Suche nach einem Platz, wo sie es zum Trocknen hinlegen konnte. Kurz vor der Küche blieb sie stehen und legte es auf einer Komode ab, als sie plötzlich Geräusche aus der Küche hörte. Erdbeere trat in die Küche und sah Orange, die hoch konzentriert vor ein paar Dingen, die zum Backen gebraucht wurden, stand.
    "Was machst Du?"
    "Hä?" Orange drehte sich um.
    "Ach, Erdbeere, Du bist es. Ich backe meinen Spezialkuchen, der geht so:
    200g Magarine, 200g Puderzucker und 3 Eier vermischen. Dann kommt noch 200g Mehl, 2 Päckchen Vanillezucker, 70 ml Milch, 1 Teelöffel Zimt und 2 Briesen gehobelte Mandeln dazu. Dann alles vermischen und zwei drittel des Teiges schon in die Form tun, den Rest nochmal vermischen mit 50 g Puderzucker, 50 g Kakaopulver und 50 ml Milch, und den dann oben drauf, und dann noch die Kirschen drauf. Dann kommt das in den Ofen rein und er wird bei Umluft 180° 38 min lang gebacken, dann ist er fertig."
    Orange stand da und grinste wie ein Honigkuchenpferd.
    "Ist ja super, Orange, aber so genau wollte ich das gar nicht wissen. Was für ein Kuchen ist das denn nun?"
    "Ein Kirschkuchen, ein Spiezialkirschkuchen, a`la Orange!"
    Erdbeere nickte verständnisvoll und ließ sie dann in der Küche zurück.
    Sie schlenderte den Gang entlang, bis sie Apfel gefunden hatte und sich neben ihn setzte. Ohne ihn anzusehen sagte sie: "Orange backt gerade einen Kuchen."
    "SCHON wieder?"
    "Es wird Zeit, los, auf die Bühne!"
    Kirsche scheuchte ihre Herde zusammen, bis alle versammelt waren, bis auf Orange. Sie mußte ihr Hobby unterbrechen und übergab ihr Spezialrezept in die Hände einer Köchin, die das ganze zu Ende bringen sollte. Endlich hatte sie sich die Hände gewaschen und war nun auch anwesend.
    Sie legten alle ihre Hände aufeinander und schworen im Stillen einen Eid, bevor sie sich los ließen und auf die Bühne gingen.

    Erschöpft nach dem Konzert saß der Obstsalat im Hotel und versuchten, sich ein wenig zu entspannen. Orange blätterte in der BRAVO und schmatzte immer noch an dem gleichen Kaugummi herum, den sie bereits vor dem Konzert in ihren Mund geschoben hatte. Er konnte unmöglich noch nach irgend etwas schmecken. Aber das war ohnehin von Bedeutung, Orange liebte es, irgend etwas im Mund zu haben, und manchmal konnte sie nicht einmal widerstehen, auf einem Stift herum zu kauen, den ihr ein Fan gereicht hatte, damit sie ihr ein Autogramm geben konnte.
    Maracuja war mit Pflaume zusammen joggen gegangen - mittlerweile war sie so eingeübt, daß sie mit ihrem Bruder mithalten konnte, und hoffte auch, ihn bei seiner nächsten sportlichen Aktivität begleiten zu können.
    Erdbeere blätterte in einer Modezeitschrift und überlegte sich, welche Kleider sie sich kaufen würde, oder was sie daran ändern würde, während sie ab und zu einen unsicheren Blick in Richtung Haupteingang warf. Doch die Sicherheit hier schien gut zu sein, es wurde kein Fan zu ihnen durchgelassen.
    Birne beobachtete Erdbeere und fragte sich, ob sie vielleicht ein wenig an Paranoia litt, so wie er selbst manchmal in seinen Träumen. Er hatte immer den gleichen Traum... er ging auf einer langen, verlassenen Straße in der Nacht entlang, ohne zu wissen, woher er gekommen war, noch, wo er eigentlich hinwollte... und er hatte ständig das Gefühl, dass ihn jemand verfolgt. Als er sich umdrehte stand hinter ihm eine Frau, eine blonde Frau, mit einer Wahnsinnsfigur, die kaum von ein paar Bikinistückchen bekleidet war, und ihre blonden Haare wehten im Wind, ... sie streckte ihre Hand nach ihm aus, und jedes Mal, wenn er nach ihr greifen wollte, wachte er auf. Birne hatte lange darüber nachgedacht, warum er wohl von dieser Frau träumte... bis es ihm irgendwann auffiel, als er eine Zeitschrift durch blätterte, und ihr Gesicht entdeckte... es war eine Frau aus Apfels Playboyheften, Miss Mai`97. Warum er allerdings ausgerechnet immer von ihr träumte, konnte er sich aber beim besten Willen nicht vorstellen. Als seine Augen auf seinen Bruder fielen, der sich offenbar zu langweilen schien, überlegte er sich, ob er Apfel nicht darauf ansprechen sollte. Also stand er schließlich auf und schlenderte langsam auf ihn zu.
    Ananas spielte Gedanken verloren an einer Broschüre dieses Hotels herum, und es stand in seinen verträumten Augen geschrieben, dass er gerade dabei war, den nächsten Liebessong auszuhecken, der sicherlich wieder für einen Hit sorgen würde. Aber selber singen würde er ihn nicht, er wollte nicht, dass die ganze Welt erfuhr, wie verknallt er ständig war. Den letzten Song hatte er Apfel andrehen können - der war immer wild darauf, alles zu singen - , vielleicht könnte er für den nächsten Pflaume hernehmen. Er hatte im Laufe seines Starseins gelernt, dass Liebeslieder gut bei den weiblichen Fans ankamen. Natürlich hätte er es auch so machen können, wie die Backstreet Boys, so gut wie keinen Text, sondern einfach in jedes zweite Wort "baby", "my love" oder "my heart" sezten können... und als jedes drittes "Wort" "uuuh" oder "oohhh"... aber das wäre nicht im Stil des Obstsalates gewesen, und für eine - ziemlich große - Abwechslung sorgte schon Orange. Also konzentrierte er sich auf das Intelligente.
    Kirsche war nicht hier, vermutlich kümmerte sie sich um ihre Familie... als Birne sie nicht sehen konnte, nahm er an, dass sie in einer Kneipe saß und darüber nachdachte, wie sie den Männern am besten den Hals umdrehen konnte... oder, ob sie die Regierungsverschwörung im Bezug auf die Außerirdische jemals aufklären könnte, und ob ihr wohl jemals jemand glauben würde. Birne ließ sich neben seinem Bruder nieder: "Hey, Apfel... ich habe immer den gleichen Traum!"
    Hoch interessiert sah ihn Apfel plötzlich an: "Von wem?"
    Birne rückte näher und flüsterte: "Von einer blonden Frau..."Apfel hätte fast sein Weinglas verschüttet: "Von Miss Mai `97?"
    Birne war aus dem Häuschen: "Richtig, woher weißt Du das, Alter?"
    "Weil wir alle von ihr träumen... sogar Orange!"
    "Orange? Aber Orange ist doch eine Frau!"
    "Das ist doch egal... wir reden hier von Orange!"
    "Ach so. Und, warum träumen wir alle von ihr?"
    "Ich habe einen Freund, der Bruder von der Schwester von dem Cousin seines Nachbarn hat einen Bekannten, und dessen Oma kennt eine Frau, die ist mit dem geschiedenen Mann der besten Exfreundin der Nichte von der Tochter eine Psychologin befreundet... und ich habe da mal ein bisschen nachfragen lassen..."
    "Hat das nicht irre lange gedauert?"
    Apfel schien unberührt: "Nein, nein, alle Post ging auf Express... es war zwar ein bisschen kompliziert, weil die Schwester von dem Cousin in Spanien lebt, der Cousin in Dänemark und der Bekannte in Deutschland, die Frau in Nordkorea, der geschiedene Mann ein Türke ist, die Nichte aber den Buddhisten angehört und die Tochter in Norddeutschland wohnt, wobei die Psychologin in Süddeutschland wohnt, aber..."
    Apfel machte eine abwertende Handbewegung: "... es hat nur 328 Tage gedauert."
    "Ach so. Und was kam heraus?"
    "Daß wir von dieser Frau sexuell angezogen werden."
    "Wow, das erklärt natürlich einiges! Das war die Nachfrage wirklich wert!"
    "Denke ich doch auch!"
    Freundschaftlich klopfte Apfel seinem Bruder auf die Schulter und verschwand dann plötzlich in Richtung Bar, wo zuvor noch eine hübsche Rothaarige gestanden hatte.
    Plötzlich sah Birne, wie die Türe aufging und ein Mann in schwarzem Anzug und geschmackloser Krawatte trat ein. Sofort schoss ein SEC auf ihn zu, doch dieser Mann lüpfte ganz lässig seinen Ausweis und meinte "FBI, ich bin hier mit meiner Partnerin verabredet, wir haben uns hier... zusammen ein Zimmer gemietet, Sie verstehen, rein geschäftlich." Der SEC führte den Mann an die Bar: "Dann warten Sie doch bitte so lange hier, Agent Malder."
    "Mein Name ist Mulder!" Neben dem FBI Agent tauchte plötzlich mit Sonnenbrille und Anzug bekleidet und mit einem Revolver spielend Banane.
    Als Birne bemerkte, dass ihn der FBI Mann ansah und seinen Bruder erkannte, wandte er seinen Blick auf Orange, die plötzlich wie besessen und völlig in sich versunken auf ihrem Kaugummi schmatzte.
    "Hey Orange, alles klar?"
    "Ja, ja, ja, jaaaa, da ist nur ein Bild von Nick.... jaaaa, jaaaaa!"
    Auf einmal erbebbte der Erdboden ein wenig und die Lampen im Raum wackleten. Erdbeere sah auf: "Was zur Hölle ist das?"
    Ananas ging zum Fenster und blickte hinaus. Am Horizont sah er eine unglaublich große, grüne Gestalt, die auf die Wälder zu trottete: "Das ist nur Godzilla."
    "Aha."
    Gelangweilt wandten sich der Obstsalat wieder ihren - mehr oder weniger - interessanten Beschäftigungen zu.
    Birne ließ seine Augen im Raum umher schweifen, und als er das Gesicht des FBI Mannes sah und dan in Bananes, der auf seinen Fingernägeln kaute, da er wieder mal stark unter Schokoladen-Entzug litt, war er erleichtert zu wissen, dass nicht nur ihm das Leben langweilig erschien. Und er fragte sich hoffnungsvoll, ob überhaupt einmal irgendwann etwas aufregendes oder außergewöhnliches passieren würde.

    Geschrieben von:
    Marina Tenbült (und mein innerer Freund ;o) )
    12. 09. 1997- 04. 02. 1998 - Alle Rechte vorbehalten.



    Re: Ein verrückter Obstsalat

    dragon4life - 13.10.2005, 23:28


    Habs doch bis zum Ende gelesen ... Hah :wink:
    LoooL :lol:

    Aber die Behauptung, du könntest keine Geschichten erzählen, nehm ich dir (spätestens seit eben) nicht mehr ab. 8)



    Re: Ein verrückter Obstsalat

    hummel - 14.10.2005, 01:07


    Die Geschichte muß man einfach zu Ende lesen... :lol:

    Ich weiß zwar irgentwie nicht, worum es geht(war vielleicht auch so gewollt), und das Mulder da noch auftaucht und Gozilla... auf die Idee muß man erst mal kommen!

    :idea: Aber ich weiß warum die Geschichte Obstsalat heißt!
    wiel man nur noch an Äpfel, Kirschen, Pflaumen,
    Birnen, Bananen u.s.w. denkt!


    Ich mach mir jetzt nen Obstsalat!!



    Re: Ein verrückter Obstsalat

    Anonymous - 21.10.2005, 20:42


    Also ich habe mich köstlich amüsiert.. :lol:
    Wie kommt man denn auf sowas?????

    Schön wars...mehr davon :wink:



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