Misae

Der Stamm der Sturmhufe
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  • Forum: Der Stamm der Sturmhufe
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    Re: Misae

    Misae - 01.11.2011, 23:04

    Misae
    “Es begab sich, vor noch nicht allzu langer Zeit, dass sich eine schon etwas ältere Taurin ihren beschwerlichen Weg in unser geliebtes Camp Narache bahnte. Der große Regen hatte eingesetzt und diese Nacht war, wie viele viele Tage und Nächte zuvor, kalt, windig und überaus nass. Die Erde glich eher einer matschigen Masse anstatt eines festen Bodens. Viele Flüchtlinge suchten zu dieser Zeit Hilfe und Unterschlupf bei uns, weswegen das Erscheinen der mit Schlamm bespritzten, weißfelligen Taurin nicht weiter verwunderlich oder ungewöhnlich gewesen war. In der Tat hatten sie nur sehr wenige zu dieser späten Stunde überhaupt zu Gesicht bekommen. Einer dieser wenigen war Bäcker Moodan Sonnenkorn, der gerade den Teig für das berühmte mulgorer Gewürzbrot knetete. Er hätte sicherlich auch seinen Blick gleich wieder auf seine Arbeit gerichtet und weitergeknetet, wäre ihm nicht aufgefallen, dass die besagte Taurin hoch trächtig und in keiner guten Verfassung war. Sogleich wusch er sich seine großen Hände in dem mit Regenwasser gefüllten Eimer, der fast am überlaufen war, und eilte zu ihr. Eigentlich hatte er ihr nur bei sich Unterschlupf gewähren wollen, doch dann fielen ihm die vielen kleinen offenen Wunden an ihren Armen und ihrem Gesicht auf. Er überlegte nicht lange und brachte sie sogleich zu mir.

    Wenige Stunden später, als der morgen bereits dämmerte, ertönte der Schrei eines blendend weißen Taurenkalbs. Im selben Moment verebbte der Regen, die Wolken verschwanden und An´she erstrahlte im hellsten Glanz. Du, Misae, erblicktest das Licht der Welt. In der Sprache der Orcs bedeutet dein Name “weiße Sonne” und bei der Erdenmutter, ich schwöre, ich hatte noch nie zuvor solch ein strahlend weißes Fell gesehen!

    Leider war deine Mutter nach dieser langen Reise zu sehr geschwächt, sodass sie kurz nach deiner Geburt verstarb…”


    Unzählige Male hatte Misae diese Geschichte schon gehört. Unzählige Male hatte sie der Erzählerin, Seherin Rabenfeder, dieselben Fragen gestellt: “Von woher stammte meine Mutter? Wie hieß sie? Wer ist mein Vater? Lebt er noch? Wo ist er?”
    Und immer erhielt sie dieselbe Antwort: “Wir wissen es nicht, mein Kind. Wir wissen nur, dass deine Mutter aus dem Südosten in unser Dorf kam.”
    Doch je öfter Misae diese Worte hörte, umso stärker wuchs in ihr der Verdacht, dass man ihr nicht die ganze Wahrheit sagte und ihr etwas verschwieg.
    Vielleicht war dies einer der Hauptgründe, warum sie schon als junges Kalb als überaus “rebellisch” und “wild” galt. Doch obwohl sie vom Gemüt her eine Ausbildung zur Kriegerin hätte antreten sollen, so war sie doch aufgrund ihrer - für taurische Verhältnisse - recht schmächtigen Statur nicht wirklich dafür geeignet. Ihr Ziehvater Moodan beschloss daher, sie in die Obhut von Seherin Rabenfeder zu geben. Misae lernte erstaunlich schnell und konnte alle ihr aufgetragenen Riten zur Zufriedenheit ihres Ziehvaters und ihrer Ausbilderin schon in jungem Alter abschliessen. Sie hatte ständig das Ziel vor Augen, mehr über ihre Eltern und Vorfahren zu erfahren und so verließ sie bald als eine der jüngsten Taurinnen das Dorf. Doch es schien aussichtslos, wusste sie doch nicht einmal den Namen ihrer Mutter. Dennoch gab sie nicht auf und setzte ihre Reise fort, die sie schliesslich ins Brachland führte. Im dortigen Wegekreuz traf sie auf Mitglieder des Sturmhufstammes, welche sie sehr beeindruckten. Dies ließ sie ihre Familie vorerst vergessen - fand sie in ihnen doch eine neue.
    Sie freundete sich unter anderem mit dem jungen Schamanen Wakanhca an und nahm an Reisen und dem Elementargeisterfest teil, doch allmählich spürte sie eine innere Unruhe in sich aufkeimen. Die alten Fragen kamen ihr wieder in den Sinn und ließen kaum andere Gedanken zu. Vor allem der Gedanke, dass ihr Vater noch leben könnte, ließ sie nicht los.
    Während einer Ebenenschreiterjagd traf sie auf einige Flüchtlinge, die ihr von einem nahegelegenen kleinen Lager der Grimmtotem erzählten und sie davor warnten, weiter in diese Richtung zu ziehen. Misae erinnerte sich, dass ihre Mutter ebenfalls ein Flüchtling gewesen und aus einer ähnlichen Richtung gekommen zu sein schien und deutete dies als ein Zeichen der Erdenmutter. Sie setzte ihre Jagd fort und reiste nach Donnerfels. Dort studierte sie alte Schriften und sammelte alle Informationen zu den Grimmtotem, die sie bekommen konnte. Viel war es jedoch nicht, ausser, dass diese gefährlich seien und man eine Begegnung mit ihnen tunlichst vermeiden solle.
    Aber langsam reifte in ihr ein Plan..

    Einige Läufe später setzte sie ihn in die Tat um, schlich sich aus dem Lager und machte sich auf den Weg zu den Grimmtotem, ohne ihren Stammesbrüdern und - schwestern davon zu berichten. Sie fürchtete deren Reaktion viel zu sehr.
    Sie fand die Grimmtotem schliesslich und blieb einige Zeit dort. Doch was sie dort alles gesehen und erlebt hatte, ist bisher noch nicht bekannt, denn als sie schliesslich zum Wegekreuz und ihrem Stamm, ihrer Familie, zurückkehrte, gab sie nicht viele Einzelheiten über ihre dortige Zeit preis.
    Dadurch erntete sie bei einigen ihrer Brüder Misstrauen und Unverständnis. Einzig Willbur schien ihr von Anfang an sein vollstes Vertrauen zu schenken und nahm sich ihrer - als ihr neuer Ausbilder - an.

    Seitdem konzentriert sich Misae voll und ganz auf ihre Ausbildung und die bevorstehenden Prüfungen...



    Re: Misae

    Willbur - 24.03.2012, 10:22

    Re: Misae
    Misae hat folgendes geschrieben:

    Seitdem konzentriert sich Misae voll und ganz auf ihre Ausbildung und die bevorstehenden Prüfungen...

    ....welche wir nun bald einmal in die Tat umsetzen sollten ! :wink:



    Re: Misae

    Misae - 22.10.2012, 20:49


    Misae streicht ihren Wappenrock mit den Stammesfarben glatt, lehnt sich in dem Zelt zurück und lässt ihr bisheriges (kurzes) Leben vor ihrem inneren Auge Revue passieren:

    Das erste, was sie sah, als sie das Licht der Welt erblickte


    waren die freundlichen Gesichter von Seherin Rabenfeder


    und Bäcker Moodan Sonnenkorn.


    Moodan übernahm - so gut er es vermochte - die Rolle des Vaters für Misae, aber er hatte eigentlich überhaupt keine Ahnung von Kälbern, weswegen Seherin Rabenfeder ihm sehr oft unter die Arme greifen musste. Misae war von Anfang an ein kleiner Wirbelwind, allerdings konnten die beiden ihr nie lange böse sein.



    Als kleines Kalb liebte sie es, den Erwachsenen bei der Arbeit zuzusehen und ihnen zu helfen.











    Lächelnd denkt sie an die vielen Läufe zurück, an denen Moodan versucht hatte, ihr das Backen beizubringen. Wie ungeschickt sie sich dabei anstellte!




    Irgendwann, nach einigen Zyklen, hatte er dann wohl eingesehen, dass es keinen Zweck hatte, Misae zur Bäckerin ausbilden zu wollen und übergab sie stattdessen in die Obhut von Seherin Rabenfeder. Misae fiel es am Anfang nicht leicht, sich auf die Lehren von Seherin Rabenfeder einzulassen. Viel lieber hätte sie einen Stab oder eine andere Waffe in die Hand genommen und mit den Jungs gekämpft und trainiert. Doch Moodan und auch die Seherin lachten nur über diese Idee und sagten, Misae sei viel zu schmächtig - was im Grunde ja auch stimmte, sie war die Kleinste im Dorf - und sie solle sich lieber auf ihren Geist als auf ihren Körper verlassen.

    Sobald Misae sich darauf einließ, machte sie sehr schnell Fortschritte und konnte rasch alle ihr auferlegten Riten zur vollsten Zufriedenheit von Moodan und Seherin Rabenfeder abschliessen.


    Doch wirklich zufrieden war Misae damit nie. Sie hatte das Gefühl, als wäre sie für etwas anderes bestimmt.

    Als jüngste des Dorfes erlangte sie bald das Recht, an der grossen Jagd teilzunehmen und das Dorf zu verlassen, um ihren eigenen Weg zu finden.

    Freudig kommt ihr ihre erste Begegnung mit dem Stamm der Sturmhufe in den Sinn. Sie hatten sich gerade im Wegekreuz versammelt.


    Wie freundlich sie alle zu ihr waren! Misae kannte bisher das Gefühl der Zugehörigkeit noch nicht, hatte sie doch nie eine richtige Familie gehabt. Je mehr Zeit sie mit dem Stamm verbrachte, umso mehr keimten Gedanken und Fragen über ihre richtige Familie in ihr auf. Sie wusste, ihre Mutter war bei ihrer Geburt gestorben, aber was war mit ihrem Vater? War er auch tot? Hatten die Grimmtotem ihn getötet und nur ihre Mutter konnte entkommen? Oder.. war ihr Vater vielleicht sogar ein Grimmtotem? Sie fürchtete diesen Gedanken, aber sie wollte unbedingt die Wahrheit erfahren. Sie fasste also den Entschluss und machte sich zum Feind auf.

    Nein, den Gedanken an die Zeit bei den Grimmtotem verdrängt sie schnell wieder. Daran will sie nun wirklich nicht denken! Einzig die Frage nach dem Verbleib ihres leiblichen Vaters beschäftigt sie noch eine Zeit lang, bevor sie diese kopfschüttelnd wieder vertreibt.

    Sie erinnert sich an den Tag ihrer Rückkehr zum Stamm, als wäre es gestern gewesen. Besonders an Willburs Gesichtsausdruck und seine Worte, als er beschloss, ihre Ausbildung zu übernehmen. Willbur..

    Misae´s Miene hellt bei dem Gedanken an ihn sichtlich auf und ein warmes Gefühl erfüllt ihre Brust. Willbur. Er ist wie ein Vater für sie geworden. Er gab ihr, was sie immer vermisst und gebraucht hatte: Vertrauen. Er glaubte an sie und an ihre Fähigkeiten. Selbst an jene, an die sie selbst nie geglaubt hatte und nicht einmal wusste, dass sie sie besaß. Wie viel sie schon von ihm gelernt hatte. Über die Welt, die Elemente, den Stamm.. über sich selbst.

    Jede Reise, die sie mit ihm unternommen hatte, spielt sich lebhaft in ihrer Erinnerung ab.
    Das Elementargeisterfest


    Link

    Der Besuch beim Wassergeist im Norden, als sie die Machtmuschel erhielt
    Link

    Die Wanderung zum Donnergipfel


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    Der Sturmhufmarkt

    Die Prüfung von Waka
    Link

    Die Reise nach Rabenholdt
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    Die Stammesfeier


    Link

    Der Kampf um die Triumphfeste


    Link

    Der Sturm auf die Kavernen des Schattenhammers, als sie ihr kleines Feuertotem erhielt






    Ihre Ernennung zur Stammeskriegerin

    Der Besuch bei den Schamanen und den Ritus der Luft, als sie ihr Lufttotem erhielt





    Stirnrunzelnd denkt sie an den Lauf zurück, als sie erfuhr, dass Willbur verletzt und in schlechtem Zustand war. Sie hatte solche Angst um ihn gehabt und malte sich schreckliche Szenarien aus, was wohl wäre, wenn er..
    Nein, den Gedanken vertreibt sie gleich wieder.
    Der Erdenmutter sei Dank geht es ihm ja wieder gut. Gut genug jedenfalls, um Misae dauernd in Verlegenheit zu bringen.
    Seufzend denkt sie daran, wie er wieder und wieder die Geschichte mit dem Magierlord erzählt und sie dabei in den Mittelpunkt stellt. Wie unangenehm ihr das jedes Mal ist! Atru hatte genauso viel - wenn nicht sogar mehr - wie sie getan. Andererseits freut es sie, Willbur so voller Stolz von ihr Reden zu hören.
    Aber musste er unbedingt vor Kaham ihre Lebensgeschichte erzählen? Ausgerechnet vor Kaham? Sie wollte nicht, dass er von ihrer Grimmtotem-Vergangenheit erfuhr. Er sollte nicht schlecht von ihr denken. Das sollte niemand, aber bei ihm würde es ihr mit am meisten ausmachen.
    Allerdings schien er gar nicht so schlecht von ihr zu denken, immerhin hatte er sie auch nach der "Enthüllung" noch bis zum Zeppelin begleitet und ihr sogar etwas geschenkt.

    Misae entfährt ein leises Kichern. Sie hatte wirklich gedacht, er würde ihr das Buch schenken, dabei hatte er es nur benutzt, um eine Blume darin zu trocknen.

    Anfangs war sie etwas enttäuscht. Sie hatte sich bis dato nie sonderlich für Blumen interessiert und hätte sich mehr über ein Buch gefreut. Aber mittlerweile..

    Lächelnd hebt Misae die getrocknete Friedensblume auf und schnuppert daran. Mhhmm.. Der Duft erinnert sie an ihre Heimat, an ihre Kindheit.. und auch an Kaham.
    Ein leises Piepsen reißt Misae aus ihren Gedanken. Tahatan! Er hat sich unbemerkt ins Zelt geschlichen und verlangt nun nach ihrer Aufmerksamkeit. Misae füttert ihn mit ein paar Samenkörnern, streicht sich erneut ihre Stammesfarben glatt und lächelt. Sie ist nun nicht länger das Waisenkalb Misae, dass unverdient den Namen eines Bäckers trägt. Sie ist nun eine echte Stammeskriegerin der Sturmhufe. Misae Sturmhuf..

    Mit diesem Gedanken und einem Lächeln auf dem Gesicht schläft Misae friedlich ein.



    Re: Misae

    Misae - 22.10.2012, 20:54


    ~~~~~~ FORTSETZUNG FOLGT ~~~~~~~



    Re: Misae

    Shanoo - 23.10.2012, 14:48


    /bow

    Und Misae als Kalb ist einfach nur göttlich! :D



    Re: Misae

    Misae - 23.10.2012, 17:02


    Danke *kicher* ^^



    Re: Misae

    Willbur - 23.10.2012, 18:32


    Sehr, sehr schön ! :D



    Re: Misae

    Misae - 03.07.2014, 20:50

    Donnerkopfpakt - Treffen der Stämme
    Misae betrachtet ihr Schreiben noch einmal kritisch, bevor sie es dem goblinischen Briefträger seufzend in die Hand drückt...



    --------- einge Umläufe später, vor dem Nordork-Camp -------

    Misae erhebt sich von ihrem Platz vor dem Freudenfeuer und legt ihre Schnitzerei beiseite. Erwartungsvoll richtet sie ihre Ohren auf und sieht sich um, in der Hoffnung, bald eine Nachricht der Nordorks zu erhalten.

    Ein alter Krieger des Clans hält das Pergament in den Händen und blickt über die Schriftzeichen. Mit seinen grünen Pranken versucht er die Zeichen zu deuten. Sichtlich genervt verstaut der Orc die Rolle in seiner Rüstung und macht sich auf dem Weg zum Häuptlingszelt..

    -- Einige Zeit später ----

    Man hört die Sumpfgeräusche über die Palisaden ins Festungsinnere dringen. Das Blätterdacht der hohen Bäumen blickt auf das Tor in die Halle des Donners hinab, aus welcher eine breitschultriger Nordork tritt. Ein Krieger mit bereits ergrautem Haar geht im festungshof auf die Fremde Taure zu. In seiner Pranke, die Botschaft, welche ihm der Klingenmeister überbracht hat. Der Donneraxt-Häuptling wendet seinen massigen Schädel dem fremden Gast zu und grunzt knapp, als er mit der zusammengerollten Botschaft auf die Taure Misae zeigt...

    "Throm'ka, wahz..."

    Er hält kurz inne und räuspert sich, um in der allgemeinen orksprache zu sprechen, wie die meisten Tauren es aus Orgrimmar kennen...

    "Willkommen in der Donneraxt-Festung, fremde Taure, Schamanenälteste der Sturmhufe."

    Der Krieger nickt ihr grüßend zu und greift sich mit ausgespreizter Pranke auf die Brust...

    "Urog'âsh Vørg'hai. Welche wichtige Angelegenheit führt Dich zu den Nordorks, um mit mir Worte zu tauschen?"

    Die Schamanenälteste tritt einen Schritt näher an den Nordork und spricht leise zu ihm, sodass es nur für seine Ohren bestimmt ist. Dem Uruk und den Clanwächtern gibt er ein Zeichen inne zu halten, da von der Fremden keine Gefahr ausgeht. Der alte Krieger-Häuptling fasst die Botschafterin ins Auge und nickt dann, um sich mit ihr an ein wärmendes Feuer zurückzuziehen, wo die Taure in Ruhe ihr Anliegen dem Nordork unterbreiten kann...

    Misae richtet kurz angespannt die Ohren auf, als sie eine Bewegung in der Nähe wahrnimmt. Das Zeichen, dass der massige Orc den anderen gibt, scheint die Mitglieder des Clans jedoch zu beruhigen. Beruhigt und lächelnd bedankt sich Misae bei dem Häuptling des Donneraxt Clans und folgt ihm ans Feuer.

    "Nechi ki hale chi, Awaihilo Urog'âsh Vørg'hai...
    Friede sei mit euch, Häuptling Urog'âsh Vørg'hai. Ich danke euch für eure Gastfreundschaft. Meine Begleiter warten etwas ausserhalb. Wollt ihr sie rufen lassen?"

    Insgeheim hofft Misae, dass der Orc zustimmt. Mit ihrer Begleiterin Shargah, Orcin und Häuptling der Südstrom Schlächter, wäre ihr bei diesem Treffen etwas wohler..

    Der Nordork verneint mit einer knappen Handbewegung und entgegnet:

    "Ist nub nötig. Das klären wir schon und du erhälst Antwort auf Deine Fragen."

    Misae blickt den Häuptling überrascht an und wendet ihren Blick dann mit angelegten Ohren in Richtung Sümpfe. Sie scheint sich plötzlich sichtlich unwohl zu fühlen..

    Der alte Nordorkkrieger beruhigt die Taure und bietet ihr an, sich sich privat weiter mit ihr zu unterhalten, um zu erfahren, weswegen sie so eine weite Reise auf sich genommen hat.

    Die junge Taurenschamanin beruhigt sich langsam wieder. Sie nickt und scheint einen Entschluss gefasst zu haben, denn plötzlich sieht sie dem Häuptling direkt in die Augen und spricht laut und offen über ihr Anliegen. Es scheint sie nicht mehr zu stören, dass die anderen Mitglieder des Donneraxt Clans es ebenfalls hören könnten.

    "Ich vertraue euch und möchte deshalb offen und ehrlich zu euch sein. Ich bin hier im Auftrag des Donnerkopfpaktes, einem Bündnis zwischen verschiedenen Clans und Stämmen in Kalimdor. Die Clan - und Stammesführer erbitten eure Anwesenheit bei einem Treffen, um euch kennen zu lernen und eventuell auch mit eurem Clan ein Bündnis zu schliessen. Die Einzelheiten sind mir nicht bekannt, ich bin sogesehen nur die Übermittlerin dieser Bitte. Solltet ihr diese Bitte in Betracht ziehen, so dürft ihr natürlich über den Ort und die Zeit des Treffens bestimmen."

    Misae endet und sieht Urog weiterhin an. Ihre Ohren sind aufgerichtet, ihm zugewandt und scheinen gespannt auf seine Antwort zu warten.

    Die kräftigen Arme vor der massigen Brust verschränkt, steht der Häuptling der Nordorks vor der Taure. Die von Narben und Falten gefurchte Miene wirkt etwas nachdenklich, während seine Augen die Botschafterin genau mustern. Im Dunkel unter den wulstigen Brauen spiegelt sich der Kampf ab, die Gesamtsituation abzuschätzen. Der Krieger schließt kurz die Lieder und öffnet sie nach einem Sekundenbruchteil wieder, um die Taure zu fixieren. Er fährt sich langsam durch den graumelierten Bart und nickt ruhig…

    "Die Taure möchte die Nordorks kennenlernen. Gut, dann soll es so sein. Aka’magosh... "

    Der "Durub" räuspert sich und setzt in seiner wahren Sprache fort...

    "Dere Angebot sen rein unn frä von Verderbe.
    Unn der soll zusätzligh wihzze: Nordorkz stehe weder nebe Gerippe nogh nebe Spitzohr.
    Nayub, auhzzer än Nordork zieht sen Lusk auhz deren zertrümmerten Kopp. Denk dran!"

    Er zieht die Luft einmal fest durch seine Nüstern…

    "Ghud. Geniehz deh Gastfreundschaft dah Nordorkz her. Ehe der en dere Heimat aaf'bricht Horn'Kopp, soll der erfahre, wann deh Donneraxt komme unn selber dere ehrenvolle Angebot sehe! "

    Am Ende seiner Worte angelangt, grunzt der Nordork nur noch knapp und verabschiedet sich von der Botschafterin.

    Misae braucht einige Sekunden, um die Worte des Orcs in ihrem Kopf zu wiederholen und zu verstehen. Lächelnd möchte sie sich bedanken, doch da ist Urog auch schon weg.. Nachdenklich sieht sie sich um, entschliesst sich dann aber, sich einfach am Lagerfeuer zusammenzukauern und die Nacht im Lager der Orcs zu verbringen..

    --- Am nächsten Morgen -----

    In aller Frühe brechen Misae und Shargah auf, um die Nachricht an die Clans weiterzuleiten.

    --------- Einige Umläufe später -------------


    Shargah berichtet vom Treffen der Clans und der Tatsache, dass der Donneraxt-Clan das Angebot dankend abgelehnt hat, aber dennoch an weiteren Gesprächen und Treffen interessiert ist.
    Misae kann nicht leugnen, dass sie über das Ergebnis des Treffens etwas enttäuscht ist.



    Re: Misae

    Misae - 03.07.2014, 20:52

    Das Elementargeisterfest
    --------- Einige Umläufe später -----------------

    Nervös blickt sich die junge Taurin um. Die Landschaft ist wunderschön, doch auch fremdartig. Diese fliegenden Inseln, die über ihrem Kopf schweben, beunruhigen sie. Doch es gibt noch etwas anderes, dass sie innerlich unruhig macht: Es ist soweit! In wenigen Stunden findet das Elementargeisterfest der Sturmhufe zum 5. Mal in der Geschichte des Stammes statt, und ausgerechnet sie soll es leiten!
    Misae atmet tief ein.. lauscht dem Rauschen des Wassers.. spürt die feste Erde unter ihren Füßen... fühlt die warmen Strahlen von An´she und lässt den Wind all ihre Sorgen mit sich fort tragen.
    Lächelnd öffnet sie die Augen wieder. Sie ist bereit!

    https://www.youtube.com/watch?v=ehT8LGGpwTw



    Re: Misae

    Misae - 03.07.2014, 20:57

    Die Verbindungszeremonie von Häuptling Willbur und Wülma
    -------------- Nach vielen weiteren Umläufen --------------

    Die junge, weiße Schamanin betrachtet zufrieden den geweihten und geschmückten Ritualplatz. Die ältere, leicht ergraute Taurin neben ihr nickt zustimmend.

    "Das sieht gut aus, Misae. Bist du bereit?"

    Misae blickt auf und legt in einer nervösen Geste ihre Ohren an.

    "Ich.. glaube schon. Es ist alles vorbereitet. Es fehlen nur noch Braut, Bräutigam und die Gäste... Ich hoffe, alles geht gut.."

    Seherin Rabenfeder lächelt in einer mütterlichen Art und legt Misae beruhigend eine Hand auf die Schulter.

    "Es wird eine sehr schöne Zeremonie. Dessen bin ich mir sicher. Allerdings.."

    Die Ohren und Brauen der jungen Taurin schiessen in die Höhe, sie reißt erschrocken die Augen auf.

    "Was? Habe ich etwas vergessen? Oh nein, ich wusste es, ich hätte..."

    Bevor Misae noch weiter sprechen kann, legt die Seherin ihr beide Hände auf die Schultern, dann umfasst sie ihr Gesicht und gibt ihr einen Kuss auf die Stirn.

    "Allerdings kann ich dich so keine Verbindungszeremonie durchführen lassen."

    Noch ehe Misae fragen kann, was die Seherin damit meint, hat diese schon einen aus Taurenhörnern und Ebenenschreiterfedern gefertigten zeremoniellen Kopfschmuck hervorgeholt, welchen sie nun der Schamanin aufsetzt. Mit einem prüfenden Blick hält die Seherin Misae eine Armeslänge von sich entfernt und betrachtet sie eingehend. Dann lächelt sie wieder und nickt erneut.

    "Jetzt bist du bereit."

    Die alte Taurin lässt Misae wieder los und kehrt lächelnd zurück ins Dorf.

    Seufzend strafft Misae ihre Schultern.. Die Zeremonie kann beginnen!

    https://www.youtube.com/watch?v=BQ8fZNyYD2U



    Re: Misae

    Misae - 03.07.2014, 21:22


    Misae wälzt sich in ihrem Schlaflager hin und her. Sie findet keine Ruhe, keine Rast, keinen Schlaf. An der fremden Umgebung liegt es nicht, schliesslich hat sie schon viele Reisen hinter sich und schon an so vielen unterschiedlichen Orten geschlafen, dass das Camp in Feralas sie eigentlich an zu Hause erinnern und ihr ein behagliches Gefühl von Heimat vermitteln müsste. Aber genau da liegt wohl das Problem.
    Sie war heute auf Bitten des Häuptlings in Feralas angekommen, um den dortigen Geschehnissen auf den Grund zu gehen. Sie hatte viele beunruhigende Dinge erfahren und erlebt. Und doch beschäftigte sie seit Stunden nur die Begegnung mit ihrem "Onkel" Moro, der leibliche Bruder ihres Ziehvaters, Moodan Sonnenkorn. Als sie hörte, dass er in diesem Camp lebte und arbeitete, hatte sie ein bisschen Angst, ihm gegenüber zu treten... Schliesslich hatte sie ihm als Kind aus Versehen das Zelt abgefackelt. Wie wütend er gewesen war! Und nun stand er da, nach so langer Zeit, und nahm sie einfach in die Arme, hatte nur freundliche Worte für sie. Kein Zeichen von Ärger oder Zorn war mehr zu spüren. Eigentlich sollte Misae sich darüber freuen. Eigentlich sollte sie nach einer so freudigen Überraschung in einen friedlichen Schlummer fallen können. Aber sie konnte es nicht. Mit seinem Zorn hätte sie womöglich besser umgehen können. Mit seinen freundlichen Worten jedoch hatte er tief in Misae etwas entfesselt. Etwas, was Misae schon seit langer, langer Zeit verdrängt hatte: Eine Art... Heimweh. Obwohl dies wohl das falsche Wort war. Sie sehnte sich nicht nach Mulgore oder dem Brachland, sondern.. nach ihrer leiblichen Familie.
    Sie hatte sich vor so langer Zeit dazu bereit erklärt, ihren Häuptling und ihre Stammesbrüder und Schwestern bei ihrer Reise und ihrer Suche zu begleiten. Sie hatte viel mit ihnen erlebt, viel mit ihnen gelacht und geweint. Sie hatten gemeinsam so viel erlebt, dass die Frage nach dem Verbleib ihrer leiblichen Familie - vor allem nach ihrem Vater - überlagert wurde. Der Ahnenfelsen war gefunden wurden, eine Verbindungszeremonie war abgehalten worden, es wurde in letzter Zeit viel über Kälber gesprochen...
    Doch nun, nach all den freudigen Momenten, konnte sie nur daran denken, dass sie immer noch nicht wusste, was damals, an dem Tag ihrer Geburt, eigentlich genau geschehen war. Wer ihre Eltern waren. Ob sie noch lebende, leibliche Verwandte hatte..
    Tränen liefen Misae über die Wangen.
    Sie konnte nicht länger warten. Sie musste endlich die Wahrheit erfahren.
    Und diese Wahrheit konnte sie nicht Feralas finden..
    Entschlossen packt Misae ihre Tasche, hinterlässt ihrem Stammesbruder Tokeywa eine Nachricht und macht sich, gemeinsam mit ihrem treuesten Freund und Gefährten Tahatan auf nach Durotar.

    Der Ahnenfelsen würde ihr endlich die Antworten liefern, die sie schon so lange erfahren wollte...

    Was Misae dort sah:



    Re: Misae

    Willbur - 10.07.2014, 08:37


    Am Morgen nach dem Ritus am Geisterfelsen fand Willbur einen Brief vor seinem Zelt. Besorgt und traurig las er die von Misae verfassten Zeilen.





    Re: Misae

    Misae - 10.07.2014, 18:38


    "Du bist einfach gegangen, ohne dich persönlich zu verabschieden?"
    Die bereits ergraute Taurin blickt ungläubig zu Misae, mit einer gewissen Strenge in der Stimme.
    "I..ich habe dem Häuptling einen Brief hinterlassen.. Er .. müsste ihn inzwischen bereits erhalten haben."
    Die junge Taurin weicht dem Blick von Seherin Rabenfeder aus und wischt sich über ihr tränennasses Gesicht.
    "Hach, Misae..."
    Seufzend nimmt Seherin Rabenfeder die völlig aufgelöste Misae in den Arm.Misae weint und weint, bis keine weitere Träne mehr übrig zu sein scheint.
    "Shh.. shhh... Kind, nun sag´ mir: wie lauteten die Worte des Ahnengeistes genau?"
    Misae blickt gequält auf und holt tief Luft.
    "Sie... Sie sagte: ´Deine Suche scheint beendet, doch deine wahre Reise liegt noch vor dir..´"
    Seherin Rabenfeder runzelt die Stirn, nickt dann aber langsam.
    "Sonst noch etwas?"
    "Das.. das andere habe ich dir doch bereits erzählt.. mein Vater.. er .. er ..er ist..."
    Misae schluchzt erneut auf.
    Seherin Rabenfeder sieht Misae eindringlich an.
    "Was genau hat sie gesagt?"
    Misae ringt mit sich und kann sich nur schwer beruhigen.
    "S..sie sagte...´Dein Vater und du, ihr werdet euch erst bei den Ahnen wiedersehen.´"
    Noch bevor Seherin Rabenfeder etwas erwidern kann, steht Misae bereits auf und nimmt ihre wenigen, zusammengepackten Habseligkeiten an sich.
    "E..es tut mir leid, ich.. ich kann nicht länger hier bleiben.. ich kann nicht weiter darüber sprechen, darüber nachdenken.. der Schmerz.. ist unerträglich..." Misae pfeift und sofort kommt ihr treuer Ebenenschreiter Tahatan angerannt. Misae umfässt seinen dünnen Hals und reibt ihre Nase in seinem Gefieder.
    "Moment noch, junge Älteste!" Die Seherin schmunzelt bei dem Wortspiel, wird doch sogleich wieder ernst, als sie zu Misae sieht.
    "Was denkst du, hat die Ahnin gemeint, als sie von deiner "wahren" Reise sprach?"
    "Ich..ich denke.. also... ich habe schon lange davon geträumt, Pandaria zu erkunden. Ich bin mir sicher, dass sie meine Reise dorthin gemeint hat. Ich.. sollte nun wirklich aufbrechen..."
    Seherin Rabenfeder blickt missbilligend drein, doch Misae scheint dies entweder nicht zu bemerken oder zu ignorieren.
    "Nun gut, geh´nur, mein Kind. Doch tu´ mir den Gefallen und denke noch einmal über die Worte der Ahnin nach, sobald deine Gedanken den grauen Schleier der Trauer abgeworfen haben."
    Misae lässt Tahatan los, läuft zu der Seherin und umarmt diese herzlich.
    "Ich.. verspreche es.. ich.. ich wollte dir noch sagen.. ich.. ich wollte mich noch bedanken für...."
    Die Seherin nickt Misae verstehend zu, drückt sie kurz und küsst sie auf die Stirn.
    "Nechi ich towateke ki hale chi, Misae. Kehre bald zurück.."
    "Frieden und Geduld auch mit dir, Seherin. Ich weiß jedoch nicht, ob ich je wieder kommen werde..."
    Die Seherin lächelt Misae an, murmelt ein leises "Aber ich weiß es..." und verschwindet dann in ihrem Zelt...



    Re: Misae

    Misae - 10.07.2014, 18:45


    Viele, viele Monde sind vergangen seit Misae zu ihrer Reise aufbrach. Sie hat viele Länder bereist und Kulturen kennengelernt. Doch schliesslich führte ihr Weg sie zum Hochberg.

    Ihre Hufe waren die schneebedeckten Berge nicht gewohnt, und so stürzte sie hinab, stieß sich den Kopf und versank bewusstlos im Schnee. Chilali, der Falke von Chogan, einem Hochbergtauren vom Stamm der Schneemähnen, fand Misae schliesslich.
    Chogan brachte Misae in seine Höhle und pflegte sie gesund. Er zeigte ihr das Land. Mit der Zeit entstand ein Band der Liebe zwischen den beiden und sie lebten gemeinsam in der Heimat von Chogan.

    Mit der Zeit überkam Misae jedoch das Gefühl von Heimweh. Sie erzählte Chogan von ihrem Stamm und konnte ihn überzeugen, sein Einsiedlerleben aufzugeben und mit ihr in ihre Heimat zu kommen...

    So trafen sie am Feuer des Wegekreuzes auf Willbur und einige andere Stammesmitglieder. Willbur willigte ein, Chogan für die Stammesprüfung zu zulassen und gab seinen Segen, den Bund zwischen Misae und Chogan zu vollziehen, sollte Chogan sich als würdiges Stammesmitglied erweisen..



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