Ein Klopfen an die Tür...

Luna Argenti
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    Re: Ein Klopfen an die Tür...

    Anonymous - 23.01.2008, 19:43

    Ein Klopfen an die Tür...
    Ein langsames aber rhythmisches Tapsen zerriss die Stille des Waldes. *Tapp, tapp, tapp, tapp* Müde trottete der große Tiger auf dem breiten Waldweg entlang. Auf dem Rücken saß, in sich zusammengesunken, eine Gestalt, in feinen Roben gekleidet, die allerdings in diesem Moment wenig fein aussahen. Ruß, Staub und Schlamm verzierte die Robe. Die Haare der Gestalt hingen strähnig und schmutzig herunter.
    Im Takt der Schritte des Tigers wippte die Gestalt leicht nach vorn und wieder nach hinten.
    Die Person, schien zu schlafen und der scheinbar gut ausgebildete Tiger vermied alles was dazu führen könnte das die Person vom seinem Rücken rutschte.
    Das Heulen eines Wolfes unterbrachen die Schrittgeräusche großen Katze und die Gestalt riss erschrocken die Augen auf.
    Sie klopfte zärtlich den Hals des Tieres, „Wir sollten eine Pause machen. Es ist zwar nicht mehr so weit nach Dunkelhain aber dennoch sollten wir es nicht übertreiben. Du bist auch Müde. Unser Weg war lang und viel haben wir gesehen und erlebt.“
    Yasara glitt vom Rücken des Tieres, nahm die Zügel in die Hand und führte ihr Reittier vom Weg hinunter auf eine kleine Lichtung.
    „Hier ist es doch nett. Hier werden wir den Rest der Nacht verbringen.“
    Yasara brauchte Guenwhyvar nicht anzubinden. Sie würde niemals davonlaufen.
    Schnell hatte Yasara Holz zusammengesammelt und zu einem Haufen geschichtet.
    Mit einem Feuerzauber entfachte sie ein gemütliches Lagerfeuer.
    Um Gestalten die durch das Feuer angelockt werden würden machte sie sich keine Sorgen.
    Sie hatte gegen mächtigere Wesen gekämpft als Die die hier im Wald zu Hause waren.
    „Nun sind wir fast wieder zu Hause, Guen. Wie lange waren wir fort? Viel zu lange, habe ich das Gefühl.“ Guenwhyvar knurrte leise. Yasara warf Guen ein paar getrocknete Fleischbrocken hin die das Tier auch dankbar annehm. Genüsslich kaute Guen auf dem Fleisch. Yasara erwärmte im Feuer etwas Wildbret und kaute dann gedankenverloren auf dem heißem Fleisch.
    Sie dachte an den Tag an dem sie Sturmwind und das Gildenhaus der Novem Elementum Gilde verlassen hatte.
    Schnurstracks ist sie damals in das Gebiet der Brennenden Legion gezogen und hat sich der Legion zum Kampf gestellt.
    Nun ist sie auf dem Weg zurück nach Sturmwind. Doch wo sollte sie hin? Tavernen gab es in Sturmwind genug doch war es das was sie suchte? Die Einsamkeit auf ihren Reisen hatte ihr doch das Ein oder Andere mal zu schaffen gemacht.
    In Gedanken hörte sie Crugs lachen.
    „Lachst Du mich aus?“, flüsterte sie schmunzelnd und biss noch einmal von dem Fleisch ab.
    Wehmütig erinnerte sie sich an alte Zeiten.
    Sie hatte die Einsamkeit wahrlich satt, besonders seit ihre beste Freundin, im Kampf gegen die brennende Legion, ihr Leben verloren hatte.
    Vergangene Bilder schoben sich in ihr Sichtfeld und langsam rollte eine Träne an ihrer Wange hinab.

    Yasara sah sich in einer unwirtlichen Gegend stehen. Etwa 100 Meter vor reihten sich die Krieger auf die auf den Ansturm der Legion warteten.
    Die Krieger vor ihr zogen ihre Schwerter aus ihren Scheiden und Yasara war klar das der Kampf unmittelbar bevorstand. Schweiß rann ihr am Gesicht entlang.
    Eine Person, eine Elfe, drehte sich zu ihr und hob ihr Schwert zum Gruß. Yasara hob ihren Zauberstab und erwiderte so den Gruß.
    Guenwhyvar, so hieß die Elfe, drehte sich wieder herum und kurz darauf entbrannte die Schlacht.
    Orcs, Zwergen, Elfen, Tauren, Gnomen und Dreanei standen Seite an Seite um den Ansturm der Legion aufzuhalten.
    Yasara war fest entschlossen Guenwhyvar den Rücken frei zu halten. Zauber um Zauber schleuderte sie den Schergen der Legion entgegen. Einer nach dem Anderen fiel aber auch verbündete fielen in Scharen der Legion zum Opfer.
    Es roch nach verbranntem Fleisch und Blut.
    Guenwhyvar kämpfte mit einem Dämon der sie um mindestens eine Körperlänge überragte.
    Yasara schleuderte ihm einen Feuerball entgegen der auf seiner Brust explodierte. Guens Klingen sirrten durch die Luft und schnitten in sein Fleisch.
    Tödlich getroffen sank der Dämon zu Boden und fiel gleich darauf zu Staub.
    Guen drehte sich zu Yasara um sich zu bedanken doch das war ein Fehler, ein tödlicher Fehler. Guens Augen weiteten sich und aus ihrer Brust drang eine breite, gekrümmte Klinge ins Freie.
    Ein stummer Schrei drang aus Yasara Kehle die völlig zugeschnürt war.
    Blanker Hass brandete in ihr auf und sie erkannte Freund und Feind nicht mehr.
    Wie im Wahn schleuderte sie einen Zauber nach dem Anderen auf den Gegner der hinter Guen stand. Yasara war es egal ob Verbündete dabei Schaden nahmen oder nicht.
    Yasara vernichtete den Feind und rannte dann zu Guen die zu Boden gesunken war.
    Der Lärm der Schlacht verstummte in Yasaras Ohren, weil sie nur Augen hatte für die am Boden liegende Guenwhyvar.
    Sie kniete sich neben Sie und behutsam legte sie den Kopf Guens in ihren Schoß.
    Mit tränenverschleierten Augen blickte sie auf Guenwhyvar hinab. Die Haut der Elfe war aschfahl. „Guen. Guen“ flüsterte Yasara und die Elfe schlug langsam die Augen auf.
    „Sey…ich….nicht aufge…“
    „Psst…das wird schon wieder. Es wird gleich ein Heiler kommen und Du wirst sehen dass Du bald wieder auf den Beinen bist.“
    „Nein….Elu….sie ruft mich.“ Ihr Atem kam Stoßweise
    Guens Augen blickten in weite Ferne und leise begann sie zu singen:

    Namárië
    Ai! laurië lantar lassi súrinen
    yéni únótimë ve rámar aldaron!
    Yéni ve lintë yuldar avánier
    mi oromardi lissë-miruvóreva
    Andúnë pella, Vardo tellumar
    nu luini yassen tintilar i eleni
    ómarya airetári-lírinen.
    Sí man i yulma nin enquantuva?
    An sí Tintallë Varda Oiolossëo
    ve fanyar máryat Elentári ortanë
    ar ilyë tier undulávë lumbulë
    ar sindanóriello caita mornië
    i falmalinnar imbë met,
    ar hísië untúpa Calaciryo míri oialë.
    Sí vanwa ná, Rómello vanwa, Valimar!
    Namárië! Nai hiruvalyë Valimar!
    Nai elyë hiruva! Namárië!

    (Ah! Wie Gold fallen die Blätter im Wind,
    lange Jahre zeitlos wie die Schingen der Bäume!
    Die langen Jahre sind vergangen
    Wie rasche Schlucke des süßen Mets
    In den hohen Hallen jenseits des Westens
    Unter den blauen Gewölben Vardas,
    worin die Sterne zittern
    beim Gesang ihrer Stimme, heilig und königlich.
    Wer nun soll den Becher für mich füllen?
    Denn nun hat die Entzünderin, Varda,
    die Königin der Sterne vom Berg Immerweiß
    ihre Hände wie Wolken gehoben,
    und alle Pfade sind tief im Schatten versunken.
    Und aus einem grauen Lande kommend,
    liegt Dunkelheit auf den schäumenden Wogen zwischen uns,
    und Nebel deckt die Edelsteine von Calacirya auf Immerdar.
    Verloren nun, verloren für jene aus dem Osten ist Valimar!
    Lebewohl! Vielleicht wirst Du Valimar finden.
    Ja, vielleicht wirst Du es finden. Lebewohl!)

    Guenwhyvar schloss mit einem leisen Seufzer für immer die Augen.


    Yasara wusste nicht wie lange sie mit Guen im Arm da gesessen hatte als eine starke Hand sie aus ihrer Lethargie riss.
    „Kommt. Wir können hier nichts mehr tun. Wir müssen zur Feste und uns ausruhen. Für dieses mal haben wir gewonnen doch ob es beim nächsten mal so sein wird vermag niemand zu sagen..“
    Ein Mann mit stahlblauen Augen schaute auf sie hinunter. Seine Augen strahlten vor Güte und sie erkannte in ihm einen Paladin Sturmwinds.
    „Warum?“, fragte sie nur ohne wirklich eine Antwort zu erwarten.
    „Wir alle kämpfen für unser Überleben und für die Freiheit. Sie ist für diesen Traum gestorben. Wir haben überlebt und werden weiter kämpfen.
    „Helft ihr mir, sie in die Feste zu tragen“ Sie soll nicht einfach hier liegen bleiben. Ich werde sie nach Hause bringen in das Land ihrer Väter.“
    „Eine ehrenhafte Tat. Kommt, ich helfe Euch.“


    Yasara schreckte hoch. Sie war eingeschlafen und hatte noch mal den Tod ihrer besten Freundin erlebt.
    Zehn Tage ist es nun her dass sie den Leichnam ihrer Familie übergeben hatte.
    Ihr Reittier, welches bis dahin noch keinen Namen hatte, benannte sie nach ihrer Freundin. Yasara hatte Angst das die Zeit sie vergessen lassen lies.
    Die Beerdigung fand schon zwei Tage nach ihrer Ankunft in Auberdine statt. Yasara hatte sich dann noch mal von ihrer Freundin verabschiedet und machte sich, schweren Herzens, auf den Weg nach Sturmwind. Wohin sollte sie auch sonst gehen?
    Yasara rieb sich die Augen und schürte dann noch mal das Feuer das kurz davor war aus zu gehen.
    „Ich grüße Euch, Draenei.“
    Yasara erkannte die Stimme sofort und fuhr herum.
    „Crugs! Was zur Hölle macht Ihr hier?“
    „Yasara? Götter, wie seht Ihr denn aus? Ich bin auf dem Weg nach Sturmwind und habe das Licht hier gesehen und dachte dass ich mal nachschauen könnte wer sich hier nieder lässt. Es ist ja nun wahrlich keine schöne Gegend hier.“
    Yasara schaute an sich herunter, „Nun ja, die Kämpfe gegen die Legion waren hart und…..“
    Nachdem sich Crugs mit an das Feuer gesetzt hatte bot Yasara ihm etwas zu Essen an und während er genüsslich kaute erzählte sie ihm ihre Geschichte.

    „Ja, wir Alle haben gute Freunde im Kampf gegen die Legion verloren. Doch wir dürfen nicht aufgeben denn dann wären sie umsonst gestorben.
    „Ich werde nie aufgeben. Bis zum letzten Atemzug werde ich diese Höllenbrut bekämpfen.“, schwor Yasara und sie fühlte wie der Hass wieder in ihr aufstieg und drohte die Oberhand zu gewinnen.
    „Hass ist ein schlechter Begleiter, er lässt einen nicht klar denken und man macht Fehler. Im Kampf könnte das der letzte Fehler sein.“, sagte Crugs leise und stocherte im Feuer herum.
    „Wisst ihr schon wo ihr in Sturmwind bleiben werdet?“, fragte Crugs plötzlich.
    „Nein, ich habe mir noch keine Gedanken gemacht.“, log Yasara schnell….zu schnell.
    „Ihr konntet noch nie gut Lügen Yasara.“, grinste Crugs wissend.
    „Ach verdammt sollst Du sein.“, lachte sie.
    „Ich will wieder nach Hause Crugs. Ich habe viel Tod und Leid gesehen. Ich habe sonst niemanden mehr mit dem ich mich mal austauschen kann. Die Einsamkeit macht einen verrückt. Und in Eurer Gemeinschaft findet man immer mal jemanden zum reden und wenn man seine Ruhe will bekommt man sie auch. Weißt Du noch wie wir damals so manches Abenteuer bestritten haben?“
    Crugs nickte.
    „Das waren schöne Zeiten und ich wäre froh wenn ich sie wieder erleben könnte.“
    Crugs schaute sie nachdenklich an.
    „Was damals war ist Vergangenheit Yasara. Zeit lässt uns vergessen….“
    „NEIN! Alles nur das nicht….ich will nicht vergessen.“
    „Zeit lässt uns vergessen was wir vergessen wollen.“, beendete Crugs geduldig seinen Satz.
    „Ja, da magst du Recht haben.“
    „Das habe ich.“, grinste er.
    „Meinst Du man würde mich wieder aufnehmen.“
    „Ach, ich denke schon. Dein Zimmer ist immer noch frei in unseren Hallen und es hat niemand etwas verändert.“
    „Nun ja, wer nicht wagt der nicht gewinnt, oder?“
    „So ist es.“, lachte Crugs.
    Den Rest der Nacht verbrachten sie beide am brennenden Feuer und tauschten ihre Erlebnisse aus.
    Die Sonne streckte ihre ersten Fühler aus als Crugs und Yasara ihre Reittiere fertig machten.
    Sie verstauten ihr Gepäck, schwangen sich in die Sättel und machten sich auf den Weg über Dunkelhain nach Sturmwind.
    Yasara begann ein Lied zu singen was ihr Guenwhyvar beigebracht hatte. Sie wiederum hatte es von einem anderen Krieger kennengelernt.

    Ein Schrei nach Hilfe, ein entferntes Flüstern.
    Ein fremdes Volk ruft unseren Namen.
    Ausgesandt in die Hölle um den Himmel zu erreichen.
    Zu dienen in der Dunkelheit als ein Licht in der Schwärze.

    Ausgesandt in den Kampf um Fremden in Not zu helfen.
    Für die Freiheit führen wir unsere Krieger in die Schlacht.
    Ein letzter Versuch wo alle Anderen versagt haben.
    Der Tag der Befreiung wird kommen denn unser Weg steht fest.

    Wir erinnern uns an die Schlachtfelder.
    Wir erinnern uns an unsere Waffenbrüder.

    Wenn der Krieg gewonnen wurde beginnt unser Marsch nach Hause.
    Was uns erwartet wurde uns nie gesagt.
    Was wurde gewonnen? Was wurde verloren?
    Wird man sich an unsere Taten erinnern?
    Sind sie in Stein gemeißelt oder in Sand geschrieben?

    Wir marschieren an Land, unser Ziel vor Augen.
    Widerstand schlägt uns entgegen und die Krieger werden angetrieben durch Hass.
    Wir beschützen das Volk während wir angegriffen werden.
    In der Schlacht gibt es keine Regeln mehr.

    Wir erinnern uns an die See wo unsere Schiffe die Wellen brechen.
    Wir erinnern uns an unsere Waffenbrüder.

    Wir verlassen unser zu Hause. Setzen über die See.
    War das wirklich so gewollt?
    Wir sehen die Küste unserer Heimat langsam kleiner werden.
    Überall Blut, überall Schmerz.
    Sind unsere Brüder umsonst gestorben?
    Viele Leben wurden auf diesen Pfaden verloren.

    Wenn der Krieg gewonnen wurde beginnt unser Marsch nach Hause.
    Was uns erwartet wurde uns nie gesagt.
    Was wurde gewonnen? Was wurde verloren?
    Wird man sich an unsere Taten erinnern?
    Sind sie in Stein gemeißelt oder in Sand geschrieben?


    Die doppelflügrige Tür aus schwerem Eisenholz öffnete sich. Crugs und Yasara betraten die große Eingangshalle des Gildengebäudes der Novem Elementum.
    Xânia, Ionar und Frêya waren grade in ein Gespräch vertieft und blickten nun in ihre Richtung. Als sie Yasara erkannten blickten sie erstaunt.
    Yasara verbeugte sich leicht und gab dann Jedem die Hand.
    Nachdem ein paar Worte gewechselt waren und Crugs die Situation erklärt hatte zogen sich die Mitglieder der Novem Elementum Gilde zurück.
    Es dauerte nicht lange bis sich die Tür zum Besprechungssaal wieder öffnete.
    Crugs kam auf sie zu und reichte ihr die Hand.
    „Willkommen zu Hause.“
    Yasara bedankte sich bei allen für die erneute Aufnahme. Dann rannte sie zu ihrem Reittier, schulterte ihre Sachen und ging zu ihrem alten Zimmer.
    Tatsächlich, es war genauso wie sie es damals verlassen hatte. Nichts war verändert.
    Freudig warf sie ihre Sachen auf den Tisch. Dann kümmerte sie sich um warmes Wasser um ein Bad zu nehmen, was für sie nicht sehr schwer war. Es dauerte nicht lange als in der Wanne Wasser dampfte.
    Schnell entkleidete sie sich und warf ihre schmutzigen Sachen auf einen Haufen. Sie würde sie später waschen.
    Als sie so entspannt, mit geschlossenen Augen, im Wasser lag, hörte sie plötzlich eine Stimme.
    Es war die Stimme Guenwhyvars.

    Ich danke Dir dass Du mich nach Hause gebracht hast. Dort liegen zu bleiben hätte ich selbst im Tod nicht ertragen. Wie ich sehe bist auch Du wieder zu Hause. Das ist schön, ich freue mich für Dich. Lebe nun wohl Yasara und vielen Dank das ich Dich ein Stück Deines Weges begleiten durfte.“
    Yasara öffnete die Augen und sie sah Guenwhyvar am Badewannenrand stehen und winken.
    Langsam verblasste die Gestalt.
    „Lebe wohl. Auf immer Freunde!“
    Yasara lehnte sich zurück und seufzte tief. „Auf immer Freunde!“, flüsterte sie und lächelte.

    Die Wochen vergingen doch der Schmerz über den Verlust ihrer Freundin saß noch tief.
    Doch auch ein anderer dumpfer Schmerz schlich sich in ihr Herz. Die Gemeinschaft die sie einst kannte war nicht mehr so wie früher. Immer wieder stellte sie sich die Frage was passiert sei aber sie hatte keine Antwort.
    Yasara dachte das sie die Einsamkeit hier hinter sich lassen konnte doch das Gegenteil war der Fall.
    Yasara saß in ihrem Zimmer an einem großen Schreibtisch. Die letzten Sonnenstrahlen fielen durch das kleine Fenster und tauchten das Zimmer in ein schummriges Licht.
    Im Kamin hinter ihr knisterte ein kleines Feuer. Lustige Schatten tanzten an der Wand aber Yasara war nicht zum Lachen zumute.
    So heimisch das Zimmer auch war fühlte sie sich dennoch nicht mehr zu Hause. Vieles ist Fremd geworden obwohl die Personen sich nicht geändert hatten, oder doch?
    Sie wusste es nicht zu sagen doch in ihr reifte ein endgültiger Entschluss.
    Sie warf ihre wenigen Habseligkeiten auf ihr Bett und packte langsam alles ordentlich zusammen und stopfte es in die Satteltaschen.
    Langsam ging sie zur Tür ihres Zimmers und blickte zurück wie in der Hoffnung irgendetwas zu finden was sie verloren hatte.
    Mit einem leisen, dumpfen Schlag schloss sie die Tür und damit ein Teil ihrer Vergangenheit.
    Bevor sie Guenwhyvar sattelte legte sie einen langen Brief auf den großen Tisch in der Gildenhalle. Sie hätte gern mit ein paar Personen noch gesprochen aber es war niemand da, wie immer.
    Die große Eingangstür zum Gildenhaus schloss sich mit einem hohlen Laut.
    Langsam legte Yasara Guenwhyvar das Zaumzeug an und zog den Sattel fest. Die vollen Satteltaschen warf sie hinter den Sattel über Guenwhyvars Rücken und schwang sich dann auf den Sattel.
    Mit langsamen Schritten verlies sie Sturmwind in Richtung Goldhain.
    Leise flüsterte Yasara Guenwhyvar ins Ohr, „Lauf einfach. Mal sehen wo Du mich hinträgst.“
    Ein leises Knurren war zu hören und Yasara wusste dass sie gehört worden war.
    Wo würde ihre Reise hingehen? Würde sie ein neues zu Hause finden?
    Fragen die nach einer Antwort dürsteten doch nicht hier und nicht jetzt. Sie genoss die Nähe von Guenwhyvar und strich durch das weiche, dicke Fell des Tieres.
    „Auf zu neuen Ufern, Guen.“
    Leise begann Yasara zu singen,:

    „Die Straße gleitet fort und fort,
    weg von der Tür, wo sie begann.
    Weit Überland, von Ort zu Ort,
    ich folge ihr, so gut ich kann.
    Ihr lauf ich raschen Fußes nach
    bis sie sich groß und breit verflicht
    mit Weg und Wagnis tausendfach.
    Und wohin dann? Ich weiß es nicht“

    Ein Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus als sie daran dachte wie oft sie dieses Lied zusammen mit Guenwhyvar gesungen hatte, wenn sie denn mal zusammen unterwegs waren.
    Yasara nahm einen tiefen Schluck aus ihrer Wasserflasche und gab Guen den Befehl so schnell zu laufen wie sie konnte.



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