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Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Rosenberger - 03.09.2007, 11:34
Welche bücher wir gerne lesen oder lesen wollen?
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Simoenerl - 03.09.2007, 13:13
Timmerbergs Reise-ABC
http://www.titel-forum.de/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=5626
Sehr zu empfehlen, weil unglaublich lustig :lol:
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Rosenberger - 03.09.2007, 14:44
A long way down by Nick Hornby
zu empfehlen....aber auch nicht nur ganz flüssig zum "runterlesen"!
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Simoenerl - 03.09.2007, 15:39
Rosenberger hat folgendes geschrieben: A long way down by Nick Hornby
zu empfehlen....aber auch nicht nur ganz flüssig zum "runterlesen"!
Mehr Info? :wink:
Ich könnte das hier empfehlen:
"Meine deutsche Mutter" von Niklas Frank
Kurzbeschreibung
Eine rückhaltlose Auseinandersetzung mit der eigenen Mutter.
Niklas Frank wurde mit einem gnadenlosen Porträt seines Vaters bekannt. Jetzt erzählt er das Leben seiner Mutter, der »Königin von Polen«. Brigitte Herbst wurde 1895 in bescheidene Verhältnisse geboren. Schon früh erwachte in der Sekretärin ein brennender Ehrgeiz, es ganz nach oben zu schaffen. Und ganz oben, das war sie an der Seite des fünf Jahre jüngeren Hans Frank, der als Hitlers Verteidiger während der »Kampfzeit« begann, 1933 zum Reichsminister und nach Kriegsbeginn 1939 zum »Generalgouverneur« von Polen aufstieg. Eiskalt schaffte es Brigitte, den schwachen, aber aussichtsreichen Bewunderer Hitlers an sich zu binden. Ihr Lebenshunger ließ sie rücksichtslos wie Millionen anderer deutscher Frauen das »Wonneproppenreich « genießen. Sie handelte mit Pelzen und gestohlenem Schmuck, bereicherte sich schamlos in Gettos, leistete sich zahllose Affären - und wer ihr in die Quere kam, sah sich plötzlich bei SS-Chef Himmler als Jude verdächtigt. Nachdem Hans Frank - der noch in der Nürnberger Zelle Angst vor seiner Brigitte hatte - hingerichtet worden war, half Kardinal Faulhaber der Witwe über die ersten Hungerjahre hinweg. Später feierte Brigitte Frank mit anderen, gleichfalls verhafteten »Hohen Frauen« wie Emmy Göring oder Ilse Heß im Internierungslager Augsburg-Göggingen die gute alte Zeit, ohne dass sie angesichts der Verbrechen ihres Mannes je Reue geäußert hätte. Für ihren Sohn hatte die Mutter am Ende ihres Lebens nur ein verächtliches Achselzucken übrig. Brigitte Frank starb verarmt mit 64 Jahren.
Quelle: http://www.amazon.de/Meine-deutsche-Mutter-German-Mother/dp/3570006891
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Rosenberger - 03.09.2007, 23:09
ach hier ist die "intellektuellen-seite" abgeblieben!!!!! :twisted:
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Simoenerl - 04.09.2007, 09:29
Rosenberger hat folgendes geschrieben: ach hier ist die "intellektuellen-seite" abgeblieben!!!!! :twisted:
Bei "Brot und Spiele" gehts ja darum,
das Alphabet nacheinander für die Topics zu nützen
und das hat bei den Liedtexten schon nicht so gut funktioniert.
Außerdem ist es ein gutes Thema - warum also nicht einen
eigenen Thread dafür aufmachen? :wink:
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Rosenberger - 04.09.2007, 09:55
ok!!!
"Zusammen ist man weniger allein"!!!! Anna Gavalda
super schön und auch zum weinen.....mittlerweile auch in den kinos....
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Simoenerl - 04.09.2007, 10:02
Um was geht es da?
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Rosenberger - 04.09.2007, 13:14
Die junge Camille (Audrey Tautou) ist eine begabte Zeichnerin, die sich dem Leben verweigert. Statt ihrem Talent nachzugehen, arbeitet sie abends in einer Putzkolonne und lebt allein in einem zugigen kleinen Pariser Dachzimmer. Philibert (Laurent Stocker) wohnt im selben Haus – aber in der riesigen Belle-Etage-Wohnung einer verstorbenen Verwandten.
Der schüchterne Adelssprössling und Hobby-Historiker verkauft Postkarten in einem Museumsshop, da er sich nichts anderes zutraut. Und weil er ein großes Herz hat, teilt er seine Wohnung mit einem flüchtigen Bekannten: Franck. Franck (Guillaume Canet), eher der selbstbezogene Typ, fährt gern Motorrad und erholt sich mit wechselnden Affären und lauter Musik von seinem Stress als Gourmetkoch. Wirklich verbunden fühlt er sich offenbar nur einem Menschen: seiner rührenden wie schlagfertigen Großmutter Paulette (Françoise Bertin), die nach einem Unfall auf Hilfe angewiesen ist.
Als Philibert an einem kalten Wintertag beschließt, Camille Unterschlupf in seiner Wohnung zu gewähren, weil er sich um ihre Gesundheit sorgt, reagiert Franck zunächst unwirsch und ablehnend. Eine Frau im Haus, das kann nur Ärger bedeuten! Als er jedoch sieht, wie Philibert aufblüht, weil er sich um jemanden kümmern kann, beschließt Franck, sich zu arrangieren. So beginnt eine spannende und für alle überraschende Entwicklung, während derer die drei sich beschnuppern oder aus dem Weg gehen, fetzen und versöhnen, beschimpfen und bewundern, bekochen und betrinken, hassen und lieben – bis sie gelernt haben, wie stark und glücklich sie gemeinsam sind, und auch Paulette mit ins Boot holen.
Claude Berri legt mit ZUSAMMEN IST MAN WENIGER ALLEIN eine seiner feinsinnigsten Arbeiten vor – eine romantische Komödie, die von der Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit erzählt und ihre Figuren mit zärtlichem Humor dabei begleitet, wie sie ihre Chance zum Glücklichsein ergreifen.
so schön!!!!!
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Simoenerl - 04.09.2007, 14:04
Rosenberger hat folgendes geschrieben: A long way down by Nick Hornby
zu empfehlen....aber auch nicht nur ganz flüssig zum "runterlesen"!
Und worum gehts bei dem Buch?
Nick Hornby hatte doch irgendwie noch weitere Hits, so weit ich mich erinnere? :n169:
Wally Lamb: "Die Musik der Wale"
Für die dreizehnjährige Dolores Price ist die Welt in Ordnung, bis eines Tages der Vater die Familie verläßt. Ihre Mutter kommt damit nicht zurecht und wird eines Tages in eine Anstalt eingewiesen, um eine Therapie zu machen. Während dieser Zeit muß Dolores zu ihrer Großmutter ziehen, die, bis auf eine Untermieterin, ganz alleine in ihrem Haus lebt. Dolores versteht sich nicht sehr gut mit ihr und daher können sich die beiden auch nicht annähern. Als die Mutter ihre Therapie beendet hat, zieht sie zusammen mit Dolores endgültig bei ihrer Mutter ein. Sie scheint über die Trennung hinweg und sucht sich sogar einen Job. Kurz darauf stirbt die Untermieterin und die Großmutter nimmt ein junges Pärchen zur Untermiete auf. Dolores freundet sich mit dem Mann an und wird von ihm vergewaltigt. Zwar erfahren ihre Mutter und Großmutter davon, sie können damit jedoch nicht umgehen und darüber sprechen, so daß Dolores damit völlig alleingelassen wird und aus Kummer immer wieder Süßigkeiten in sich hinein stopft. Sie weigert sich daher auch dem Wunsch ihrer Mutter zu entsprechen und auf das College zu gehen. Da sie mittlerweile ungefähr 130 Kilogramm wiegt schwindet ihr Selbstvertrauen mehr und mehr und als ihre Mutter bei einem Unfall ums Leben kommt, gerät Dolores völlig aus der Bahn.
Quelle: http://www.literaturtreffpunkt.de/buchdesmonats/10/ (mit Kritiken)
Das Buch hat mir meine Mutter mal irgendwann geschenkt - ich fand es recht beeindruckend :)
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Rosenberger - 04.09.2007, 22:26
nick hornby hat auch "high fidelity" und "about a boy" geschrieben....
zu "A LONG WAY DOWN"
Zwei Männer und zwei Frauen, die sich in einer Silvesternacht von einem Londoner Hochhaus stürzen wollen. Jeder mit seinem eigenen, beschissenen, verspielten Leben- mehr oder weniger. Doch da sie alle gleichzeitig auf dem Dach des Hauses stehen, klappt nun auch, wie so oft vorher, nicht mal das. Es gibt noch Dinge zu erledigen und man kann das nun auch zusammen tun und außerdem ist ja auch noch bald Valentinstag. Der wird zum Stichtag auserkoren, für den nächsten Versuch. So findet sich eine Gruppe menschlichen Scheiterns zusammen, die durch diesen Suizidversuch aneinander hängt und dabei nicht wirklich sicher ist, ob das nun der bessere Weg war, als der nach unten. Hornby schafft hier einen Grenzgang der die äußerst reale und dabei tragisch-komische Seite eines Lebens herauskehrt, die einem jeden unheimlich vertraut sein wird und gleichzeitig die größte Angst nährt, die das Leben bereit hält. Die Grenzen zwischen „gut“ und „böse“ sind hier nicht gezogen wurden und die Personen bestechen durch genau diesen Mangel an Differenzierung. Jeder ist für sich ein Arschloch, ein Loser und gleichzeitig erfrischender, netter Jedermann mit banalen und brutalen Geschichten, die einen an den Rand des Wahnsinns oder eines Hochhausdaches führen können. Die Erzählperspektive wechselt rotierend von einer zu der anderen der vier Hauptfiguren und man lernt am Ende, dass man dem ewigen Weiter gar nicht entkommen kann, auch wenn es meist offensichtlich nicht vorwärts geht. Sterbenstraurig, totlustig.
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Simoenerl - 04.09.2007, 22:30
Das ist definitiv kein Buch, das mich reizt :shock:
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Rosenberger - 05.09.2007, 10:19
Frank Schätzing:
"Der Schwarm"
Inhalt:
Das Meer schlägt zurück – in Frank Schätzings Thriller erwächst der Menschheit eine unvorstellbare Bedrohung aus den Ozeanen. Frank Schätzing inszeniert die weltweite Auflehnung der Natur gegen den Menschen. Ein globales Katastrophenszenario zwischen Norwegen, Kanada, Japan und Deutschland. Ein Fischer verschwindet vor Peru, spurlos. Ölbohrexperten stoßen in der norwegischen See auf merkwürdige Organismen, die hunderte Quadratkilometer Meeresboden in Besitz genommen haben. Währenddessen geht mit den Walen entlang der Küste British Columbias eine unheimliche Veränderung vor. Nichts von alledem scheint miteinander in Zusammenhang zu stehen. Doch Sigur Johanson, norwegischer Biologe und Schöngeist, glaubt nicht an Zufälle. Auch der indianische Walforscher Leon Anawak gelangt zu einer beunruhigenden Erkenntnis: Eine Katastrophe bahnt sich an. Doch wer oder was löst sie aus? Während die Welt an den Abgrund gerät, kommen die Wissenschaftler zusammen mit der britischen Journalistin Karen Weaver einer ungeheuerlichen Wahrheit auf die Spur.
SPANNEND!!!!!!
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Simoenerl - 05.09.2007, 10:26
Mit dem Buch hab ich schon 4 Mal angefangen und nach ein paar Seiten aufgegeben :?
Hast Du es echt fertig gelesen? *meinen-Respekt-zoll* :lol:
Alex ist auch ganz begeistert von dem Schmöker ...
Oliver Sacks - "Awakenings - Zeit des Erwachens"
In "Awakenings" beschreibt Sacks über Jahrzehnte hinweg das Schicksal von Patienten, die an Enzephalitis Lethargica (Schlafkrankheit) erkrankt sind. Dabei konzentriert sich das Buch auf eine Sammlung von 20 Fallgeschichten, aber es gibt auch eine Vielzahl von Kapiteln, die sich um diese Krankheit, die Patienten und die Rezeption des Buchs selbst entwickelt haben.
Die im Zentrum des Buchs stehenden Fallstudien sind ergreifend und dramatisch; Sacks ist ein Meister dieses Genres und knüpft literarisch an die großartigen Fallstudien von Sigmund Freud an. "Awakenings" wird jedoch noch interessanter und vielschichtiger, wenn man sich die Rolle des Autors selbst in diesem Buch und seinen darin geschriebenen Geschichten kritisch vergegenwärtigt.
In den 60ern übernimmt Sacks eine Gruppe von Patienten, die an einer ungewöhnlichen Form der Schlafkrankheit leiden. In der Aufbruchstimmung der End-60er mit ihrem Glauben an pharmazeutische Beherrschbarkeit von mentalen Erkrankungen setzt der junge Arzt L-Dopa ein, um seine Patienten aus ihrem Dämmerzustand zu erwecken. Erst gelingt dies auf spektakuläre Weise. Doch nach einiger Zeit ist die Wirkung der Droge nicht mehr kontrollierbar, und die Patienten überreagieren z.T. dramatisch. Doch selbst nach Absetzen der Droge finden die Patienten nicht mehr zu ihrem früheren, quasi katatonischen Zustand zurück. Die meisten der Patienten geraten in eine Jahre währende, nach unten gerichtete Spirale, die nur durch ihren Tod beendet wird. Sacks selbst wird von seinen Patienten erst als erlösende Heilsgestalt gesehen, doch als die Therapie mit L-Dopa unkontrollierbar wird und ins Negative umschlägt, gerät Sacks in die Rolle des Zauberlehrlings, der nicht mehr Herr der Lage ist.
Sacks' Kontrollverlust während der Therapie ist das heimlich pochende Herz dieser Fallstudiensammlung. Aus seinem Scheitern und seinen Schuldgefühlen heraus schreibt er über Jahre immer wieder an seinen Fällen weiter, um zumindest in der Autorschaft dieser Textsammlung die Kontrolle über seine Patienten zu erhalten - fiktionale Kontrolle ersetzt die real medizinische. Erst als sich Sacks in den 90er Jahren mit Chaosforschung und nicht-linearen, chaotisch-dynamischen Systemen beschäftigt, kann er die unkontrollierbaren Verhaltensweisen seiner Patienten erklären, die diese seit L-Dopa gezeigt haben. Der Arzt kann sich von den tragischen Konsequenzen seines einst naiv-linearen pharmazeutisch-medizinischen Denkens exkulpieren. Seine Arbeit zu Chaosforschung stellt einen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn dar - doch dieser Erkenntnisgewinn wurde mit dem Schicksal und dem Tod von Patienten bezahlt.
5 Sterne für ein Buch, das vielleicht vielschichtiger ist, als sein Autor es beabsichtigte.
PS: Wer sich für eine gute Interpretation von "Awakenings" interessiert, dem sei "Science, Gender, Text" von Steffi Habermeier empfohlen.
Verfilmt mit Robert De Niro - auch ein Muss!
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Rosenberger - 05.09.2007, 10:28
KENN ich...KENN ich, super...habe auch das buch und den film gesehen....GÄNSEHAUT!!!!!!!! :bravo:
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Simoenerl - 05.09.2007, 10:30
Simoenerl hat folgendes geschrieben: Mit dem Buch hab ich schon 4 Mal angefangen und nach ein paar Seiten aufgegeben :?
Hast Du es echt fertig gelesen? *meinen-Respekt-zoll* :lol:
Alex ist auch ganz begeistert von dem Schmöker ...
Das war übrigens auf "Der Schwarm" bezogen :wink:
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Rosenberger - 05.09.2007, 10:39
weiß ich doch, ich habe auch manchmal schwer gekämpft, sehr wissenschaftlich....eine freundin hat es von mir, ich glaube 1 jahr, geliehen und doch nicht gelesen.......
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Simoenerl - 05.09.2007, 10:44
Wissenschaftliches mag ich eigentlich schon, aber irgendwie fand ich das Buch .... langatmig?
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Rosenberger - 05.09.2007, 13:44
nein, oder? ist schon länger her: es hat mich aber doch sehr in atem gehalten....erschreckend und auch sehr realistisch :twisted:
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Simoenerl - 05.09.2007, 14:41
Rosenberger hat folgendes geschrieben: ...erschreckend und auch sehr realistisch :twisted:
Das ist auch jenes Werk hier:
"Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte" - Oliver Sacks
Mich interessieren menschliche Abgründe ja immer ... warum, weiß ich auch nicht so genau :wink:
Zum Inhalt:
Oliver Sacks berühmtestes Buch "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte" versammelt 24 Geschichten von Menschen mit seltsamen, sich auf die Persönlichkeit auswirkenden neurologischen Störungen.
Die emphatisch beschriebenen Fallstudien vermitteln dem Leser, dass es noch eine andere Normalität als die allgemein gültige geben kann.
In der titelgebenden Geschichte ist ein erfolgreicher Musikwissenschaftler und Sänger an visueller Agnosie erkrankt, der sog. Seelenblindheit. Aufgrund einer winzigen Verletzung in der rechten Gehirnhälfte kann Dr. P. die Gegenstände nicht mehr erkennen und greift statt nach seinem Hut zum Gesicht seiner Frau.
Während im ersten Teil des Buchs Menschen vorgestellt werden, die wie Dr. P. an einem spezifischen Verlust leiden, stehen im zweiten Teil Patienten im Mittelpunkt, bei denen sog. neurologische Überschüsse vorliegen. So erfährt beispielsweise Natasha K. im Alter von 89 Jahren einen Überschwang an Gefühlen, der von Sacks als Neurosyphilis diagnostiziert und den Wünschen der beschwingten Dame entsprechend nur gemäßigt, nicht aber vollständig geheilt wird.
In einem dritten Teil schildert Sacks seine Begegnungen mit Menschen, die visionäre Fähigkeiten aufweisen oder deren Wahrnehmungen sich plötzlich verändert haben, wie z. B. bei Stephen D., der eines Morgens mit dem Geruchssinn eines Hundes erwacht.
Der letzte Teil versammelt Geschichten von Menschen mit geistigen Behinderungen und besonderen Fähigkeiten; Sacks berichtet u. a. von seiner Behandlung geistig und körperlich retardierter Zwillinge, die durch ihr phänomenales Zahlengedächtnis das Interesse von Wissenschaft und Medien auf sich gezogen hatten.
Neben der Schilderung kurioser Krankheiten hebt Sacks die außerordentlichen Fähigkeiten hervor, welche die Patienten unbewusst entwickelt haben, um ihre neurologischen Defekte zu kompensieren. Im Vorwort zu seinem Buch schreibt er: »Klassische Sagen und Legenden sind von archetypischen Figuren, von Helden, Opfern, Märtyrern und Kriegern bevölkert.
Die Patienten eines Neurologen sind Verkörperungen dieser Figuren.« In Nachschriften zu den einzelnen Geschichten gibt Sacks medizinische Erklärungen, sodass das Werk gleichermaßen als Kompendium skurriler, authentischer Geschichten wie auch als populärpsychologisches Sachbuch gelesen werden kann.
Wirkung: Das vom Rowohlt-Verlag als Sachbuch vertriebene Werk mit dem kuriosen Titel wurde zum Bestseller und fand insbesondere in der darstellenden Kunst große Resonanz. So diente die Titelgeschichte als Vorlage für eine 1986 von dem Komponisten Michael Nyman uraufgeführte Kammeroper; 1993 suchte der Regisseur Peter Brook in seinem Stück "L‘homme qui" nach einer Schauspielsprache für die Darstellung neurologischer Defekte.
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Rosenberger - 06.09.2007, 10:33
Rita Mae Brown...lange meine lieblingsautorin...auch wenn ich nicht lesbisch bin *grins*...aber sooooo witzig!!!!
"Jacke wie Hose"
An Hand des Lebens zweier Schwestern, die sich ständig streiten und doch ohne einander nicht leben können, auf der überschaubaren Bühne einer kleinen Stadt geht Rita Mae Brown an die Wurzel des amerikanischen Selbstverständnisses - auf ebenso komische wie eindringliche Weise. Zischen 1909 und 1980, mit Krieg, Arbeitskämpfen, Prohibition, Mord und Todschlag und auch Liebe, entsteht ein Bild von Amerika, das viele unserer tief verwurzelten europäischen Voruteile über den Haufen rennt. 8)
muss man gelesen haben, ich habe tränen gelacht.....allerdings schon vor 15 jahren oder sogar länger!!!!!
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Simoenerl - 06.09.2007, 15:15
Mein Amerika - Dein Amerika ... von Tom Buhrow und Sabine Stamer
Zehn Jahre haben der ARD-Nachrichtenmann Tom Buhrow und seine Frau, die Journalistin Sabine Stamer, mit ihrer Familie in den USA gelebt -- und aus ihren Erfahrungen mit leichter Feder ein ebenso unterhaltsames wie zugleich lehrreiches Büchlein gemacht, das ganz besonders all jenen zur Lektüre empfohlen sei, die sich selbst auf einen längeren USA-Aufenthalt vorbereiten wollen.
Mein Amerika – Dein Amerika ist ein sehr persönliches Resümee. Es berichtet über das ganz alltägliche Leben in den USA, vom Ankommen über die Suche nach einem Haus, die Begegnungen mit den Menschen, mit denen einen der Alltag, Urlaub oder Freunde so alles zusammenführen, über das Leben in der Hauptstadt und der Provinz, über Benimmregeln, (sexuelle) Verklemmtheiten, religiösen Eifer und vieles, vieles mehr. Manches der Vorurteile, die man über das Leben unter dem Sternenbanner so haben mag, kann man hier bestätigt finden, wobei es stets, wie die Autoren auf sympathische Weise deutlich machen, sehr auf die Perspektive ankommt, aus der man das Ganze in den Blick nimmt. Und eben darin besteht die Stärke des Buches: dass es die Autoren nämlich verstanden haben -- insofern ist der Titel Programm --, ihre jeweilige Sicht am Ende nicht immer unbedingt über einen Kamm zu scheren.
Stattdessen lassen sie uns indirekt teilhaben an ihrem Zwiegespräch über das, was sie gemeinsam erlebt und was sie daraus jeder für sich und beide gemeinsam über dieses wundersame Amerika gelernt haben. Und gelernt haben sie nicht zuletzt, dass man dieses Land bei allen Widersprüchlichkeiten tatsächlich doch auch lieb gewinnen kann. Daran jedenfalls besteht kein Zweifel: Leichten Herzens haben Tom Buhrow und Sabine Stamer „ihr“ Amerika gewiss nicht verlassen, es ist ihnen vielmehr ganz offensichtlich, trotz aller Widersprüchlichkeiten, als ein Stück Heimat ans Herz gewachsen. -- Kommentar von Hasso Greb
Kurzbeschreibung
Seit über zehn Jahren berichten Tom Buhrow und Sabine Stamer aus den Vereinigten Staaten. Sie kennen nicht nur das offizielle, sondern auch das private Amerika mit all seinen Besonderheiten, seinen liebenswerten und skurrilen Seiten, seinen oft heftigen inneren Widersprüchen. Wieso man über die Frage «How are you?» nicht lange nachdenken sollte, weshalb viele Gläubige weite Wege zu ihrer Kirche in Kauf nehmen, warum das Auto für Heranwachsende der wichtigste Ort auf Erden ist und ein Friedhofsbesuch nicht lange dauern muss: Anhand eigener Erlebnisse und Erfahrungen, angereichert mit Hintergrundwissen, Fakten und Zahlen, machen uns die Autoren mit dem heutigen Alltag Amerikas vertraut, mit Sitten und Unsitten, Freiheiten und ungeschriebenen Gesetzen, Politik und Privatleben. Ein kenntnisreiches, originelles und unterhaltsames Porträt des heutigen Amerikas – eines Landes, dessen Entdeckung immer wieder aufs Neue lohnt.
Sehr zu empfehlen - ich habs in einem Stück ausgelesen :D
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Rosenberger - 07.09.2007, 23:09
Alice Walker
"Die Farbe Lila"
Die Farbe Lila belichtet ein düsteres Kapitel der Gesellschaft. Der Roman, welcher 1986 von Alice Walker geschrieben wurde, erzählt die Geschichte der 14-jährigen schwarzen Celie. Jahrelang wurde sie von ihrem Vater vergewatigt. Als sie das zweite Mal von ihm schwanger wird, verheiratet er sie mit dem Farmer Albert Johnson.
Damit will er die Schande vertuschen. Albert hegt keinerlei Gefühle für Celie und nutzt sie als Sklavin schandlos aus. Celies Schwester Nettie durfte zunächst bei Celie bleiben, doch nachdem Albert Interesse an Netties weiblichen Reize bekundet, merkt Nettie, dass sie bald fliehen muss. Damit sie mit ihrer geliebten Schwester aber auch nach der Trennung weiterhin in Kontakt bleiben kann, bringt sie Celie vor ihrer Flucht Lesen und Schreiben bei.
Celie muss nun nicht nur die Prügeleien von ihrem Ehemann ertragen, sondern muss mitansehen, dass er sich mit der Sängerin Shug Avery vergnügt. Als diese erkrankt und Albert sie bei sich gesund pflegen möchte, findet Celie in Shug sehr schnell eineFreundin, die ihr dabei hilft, ihr Selbstvertrauen und Selbsbewusstsein wieder zurückzugewinnen. Später entdeckt Shug, dass Nettie ihrer Schwester immer Briefe geschrieben hatte, Albert jene aber vor Celie versteckt gehalten hatte. Als Shug dies ihrer Freundin erzählt, empfindet sie puren Hass für ihren Mann.
Als sie ihm das nächste Mal mit einem Messer den Bad rasieren muss, denkt sie ernsthaft darüber nach, Albert die Kehle durchzuschneiden.
Bald fasst Celie den Mut, mit Shug und deren Mann nach Memphis zu gehen. Jahre spüäter kehren die drei zurück und sehen, dass alberts Felder nicht bestellt sind und er sich vollkommen zurückgezogen haben muss. Nettie besucht daraufhin bald ihre Schwester und stellt ihr ihren Ehemann und Celies Kinder, welche Nettie adoptiert hatte, vor. Alice Walkers Werk beleuchtet das Leben und Leiden einer schwarzen Frau, auf dem Weg in die Emanzipation. Auf erschreckende Weise erfährt der Leser, wie grauenvoll das Leben der zu Anfsang des 20. Jahrhundert in den Südstaaten der USA lebenden Celie war. Von ihrem Vater vergewaltigt und dann wie ein Stück Vieh abgeschoben, in die unliebsame Ehe mit Albert gezwängt, bei dem sie wie eine Gefangene leben und täglich Prügel einstecken musste.
ist natürlich auch verfilmt worden....sehr schön und zum weinen!!!
Re: Lesetipps und solche, die es werden wollen
Simoenerl - 08.09.2007, 07:50
Rosenberger hat folgendes geschrieben: ist natürlich auch verfilmt worden....sehr schön und zum weinen!!!
Ich hab den Film mindestens schon 5 x gesehen. Super Darsteller!
Whoopi Goldberg und Oprah Winfrey als Dreamteam!
:n108:
Ruth Pfau - Verrückter kann man gar nicht leben
Ärztin, Nonne, Powerfrau
Illegal im Afghanistan-Krieg. Zupackend im Elend der Städte. Als christliche Ordensfrau im Rang einer Staatssekretärin eines muslimischen Landes. Eine atemberaubend starke Frau, die vor den Mauern der Not nicht Halt macht.
http://www.herdershop24.de/index.php?shp=2&cl=details&anid=1166692
Ruth Pfau hab ich vor Jahren mal in einer Talkshow gesehen.
Sie hat mich so schwer beeindruckt, daß ich mir damals gleich
am nächsten Tag das Buch kaufen mußte - sehr lesenswert!
Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken
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