[Aus der NoNaP-Universum] Krajan

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    Re: [Aus der NoNaP-Universum] Krajan

    Seraphia - 06.12.2005, 19:15

    [Aus der NoNaP-Universum] Krajan
    Kidra wiegte ihren Oberkörper. Ihre braunen Arme hielten die angezogenen Beine umschlungen. Es war dunkel in dem Raum - Nachtruhe. Doch Kidra konnte nicht schlafen und es lagen dutzende Perioden von Licht und Dunkelheit hinter ihr, in denen sie nicht geschlafen hatte.
    In ihren Augen funkelte der Wahnsinn.
    Nach unzähligen Stunden, in denen sie versuchte, jeden Gedanken aus ihrem Kopf zu bannen, um irgendwie Frieden zu finden, wurde es hell.
    Umbarmherziges Licht erhellte ihr Gefängnis. Es war ein steinerner Raum, 5 x 5 Meter groß, die Wände aus schwarzem Gestein, in der Mitte ein Loch mit 10 cm Durchmesser, an der Decke ebenfalls ein Loch, aus dem die Helligkeit kam.
    An einer Wand befand sich eine Tür, es musste eine Tür sein, auch wenn man im geschlossenen Zustand kaum einen Unterschied zu den anderen Wänden sah. Doch ab und an verschwand diese Wand, als würde sie beiseite gleiten und zwei Wächter kamen hinein. Oder kamen sie direkt durch die Wand?
    Einer der beiden Wächter trug immer grün und “servierte” das Essen: eine Schale mit Brei und eine Schale Wasser.
    Der andere trug kupferrote Kleidung. Beide trugen sie Helme, jeweils in Kleidungsfarbe, mit verspiegelten Visieren. Sie waren immer vermummt und sprachen kaum. Aber Kidra wusste ihr Geheimnis. Die Wächter waren keine Menschen... aber wer glaubte schon einer Verrückten?
    Auch diesmal dauerte es nicht lange, bis das “Essen” kam.
    Wortlos stellten sie die beiden Schalen neben die Tür. Doch diesmal blieb der rot-gekleidete Wächter im Raum, während der Grüne hinausging, zwei weitere Schalen hereinbrachte und wieder auf den Gang verschwand.
    Zwei weitere Rote kamen herein. Zwischen sich führten sie einen Mann mit sich, der aus einigen Platzwunden am Kopf blutete. Er wirkte kraftlos, und die Wächter stützten ihn mehr, als dass er selber ging.
    Sie schleiften ihn zur Mitte, ließen ihn dann einfach zu Boden fallen, drehten sich um und gingen. Dann machte auch der letzte Rote kehrt und die Wand schloss sich wieder.
    Kidra war alleine mit dem Fremden. - Ein neues Spielzeug für sie?
    Ihr Oberkörper wiegte sich etwas schneller und sie starrte ihn an, als würde sie so alle Geheimnisse aus ihm herauspressen können.
    Es dauerte, bis er sich regte. Anfangs stöhnte er, dann blinzelte er, schlug die Augen auf und versuchte sich langsam aufzusetzen. Und dann sah er SIE.
    Der Mann hielt mitten in der Bewegung inne und blickte zu Kidra. Sie saß noch immer mit angezogenen Beinen in der Ecke. Sie trug schwarze Schnürstiefel, die ihr bis fast zu den Knien gingen, dazu einen zerfransten roten Rock, der teilweise durchsichtig war und unter dem man erahnte, dass sie noch eine kurze, schwarze Hose dadrunter trug. Ihr Top war ebenfalls schwarz und zerschlissen.
    Ihre braune Haut war überall mit schwarzen Tätowierungen versehen, die Schlangenlinien ähnelten. Sogar ihr Gesicht war tätowiert. Über und unterhalb der Augen befanden sich angedeutete schwarze senkrechte Linien, die, wenn sie die Augen schloss, aussahen als hätte jemand versucht, sie auf beiden Seiten zu blenden.
    Auch die Kopfhaut war mit den Schlangenlinien verziert. Die linke Seite war kahlrasiert, auf der rechten trug Kidra das Haar schulterlang.
    Sie machte einen bizarren Eindruck. Sie mochte vielleicht 30 Jahre alt sein, vielleicht auch einige Jahre älter oder jünger. Sie wirkte müde und tiefe Augenringe bestätigten diesen Eindruck.
    Ihre braunen Augen blickten ihn musternd an.
    Gänsehaut lief über seinen Rücken, als er sah, wie ihr Oberkörper vor- und zurück wiegte.
    Er atmete tief durch, setzte sich auf, wischte sich anschließend Blut von den Lippen und versuchte ein freundliches Lächeln aufzusetzen.
    “Hallo”, seine Stimme klang leicht krächzend. Er selbst schien etwa 35 Jahre alt zu sein, trug einen abgewetzten schwarzen Trenchcoat, darunter kam militärische Kleidung zum Vorschein gehalten in Tarnflecken-Grün.
    Kidra blickte ihn wortlos an, starrte fast durch ihn hindurch.
    “Ich bin Gherdan Naranos” Er blickte sich dann um, und rutschte anschließend von dem Loch in der Mitte weg, nachdem er den Gestank, der von dem Loch ausging, wahrgenommen hatte.
    Kidra schwieg weiterhin, aber ihre Augen fixierten ihn nun und ihr Oberkörper ruhte.
    “Wer ... bist du? Und wo sind wir hier?”, die Fragen schossen ihm förmlich von den Lippen. Er blickte sich weiter um und erblickte die Schalen. Er erhob sich mühsam, ging die paar Schritte, nahm eine der Schalen mit Wasser und begann zu trinken.
    Die Schale war leer, als er sie mit einem “Ah, das tat gut” absetzte. Anschließend nahm er eine der Breischalen, roch daran und verzog dann das Gesicht.
    “Das ist nicht deren Ernst, oder? - Das riecht wie... Rattenkotze”
    Er drehte sich um, blickte zu Kidra, die ihn weiterhin stumm anblickte und setzte sich wieder an die Stelle, wo er zuvor vom Loch weggekrochen war. Es war in der Ecke links von Kidra.
    “Du redest nicht viel, oder?” Er blickte sie an, tauchte dann zwei Finger in die Schale, in Ermangelung von Besteck, und leckte die Finger dann ab. Sein Gesicht verzog sich erneut. “Wie Kleister mit dem Hauch von Zitrone. Lecker...”
    Kidra streckte ihre Beine aus, erhob sich dann langsam, ging zu den Schalen, nahm beide und zog sich wieder in ihre Ecke zurück.
    Stumm aß und trank sie, ließ noch etwas Wasser in der Schale und wusch sich damit die Finger.
    Schweigen.
    Es dauerte wohl zwei Stunden, bis Gherdan die Geduld verlor, aufstand und langsam zu Kidra ging.
    Er hockte sich vor ihr nieder, den Mantel hatte er mittlerweile ausgezogen. “Kannst du sprechen?”
    Sein Blick suchte den ihren und sie wich ihm nicht aus, sondern starrte zurück. Einige Haarsträhnen hingen ihr wirr ins Gesicht. Kidra ignorierte sie. Langsam streckte Gherdan die Hand aus, um die Haarsträhnen wegzustreichen, zog dann aber die Hand hastig zurück, als sich die Luft um Kidra schlagartig erwärmte. Er war keine zehn Zentimeter mehr von ihr entfernt gewesen, als er meinte, sich verbrannt zu haben. Dabei hatte er sie nicht einmal berührt.
    Mit großen Augen sah er sie an und wich dann zurück, als die Hitze, die sie ausstrahlte immer größer wurde. Die Luft begann zu flirren und sie blickte ihn nur aus diesen Augen an...
    Er wich immer weiter zurück, bis er an der gegenüber liegenden Ecke stand. Die Luft trieb ihm Schweiß aufs Gesicht, Kidra schien davon kaum etwas zu bemerken. Sie starrte ihn unverändert weiter an.
    Entsetzt blickte er sie an. Die Erzählungen waren also richtig gewesen. - Hastig senkte er den Blick. “Es tut mir leid. Bitte... ich... verzeih. Es wird nicht wieder vorkommen – nur bitte ... hör auf.”
    Die Luft schien unterdessen in dem Raum zu kochen.
    Kidra schnappte plötzlich laut nach Luft, blickt sich dann gehetzt um, erhob sich wieder und begann zu schreien. Es klang hilflos. Sie drehte sich um, mit dem Gesicht zu Wand, presste ihre Hände dann gegen die Wände und die Luft in Gherdans Ecke kühlte etwas ab. Dafür sah er, wie die Stellen des Gesteines, die Kidra berührte, langsam begannen zu glühen.
    Dann ließ sie los, wirbelte herum, setzte sich wieder, zog die Beine an und wippte wieder mit dem Oberkörper.
    “Komm mit nicht zu nahe. Ich bin der Tod” - Ihre Stimme war leise, dennoch klang Angst in ihr mit und Gherdan lief erneut eine Gänsehaut den Rücken hinab.
    Er nickte zaghaft und betrachtete sie vorsichtig.
    Irgendwann sanken seine Augenlieder herab und er schlief, sitzend an der Wand, ein.

    Kidra beneidete ihn. Schlaf, wenn sie doch nur auch Schlafen könnte! - Aber sie hatte einen Fortschritt gemacht. Der Mann, Gherdan, hatte sich ihr genähert, aber sie war nicht explodiert wie sonst. Diesmal war es langsam gekommen und sie hatte es abführen können.
    Er lebte – noch. Sie wusste nicht, wie lange sie es kontrollieren können würde. Wieder verfluchte sie die Wächter. Wie oft war es passiert, dass sie ihr “Spielzeug” geschenkt hatten, die binnen weniger Minuten nur noch Aschehäufchen waren oder erfrorene Eisstatuen?
    Vielleicht hatten die letzten Experimente den Durchbruch gebracht. Vielleicht würde sie dann endlich wieder schlafen können.
    Sie legte den Kopf schief und betrachtete Gherdan. Sein Gesicht wurde von einem Bart verziert, er musste sich einige Tage lang nicht rasiert haben. Er hatte einige Narben im Gesicht, wie sie feststellte, als sie sich aus ihrer Ecke löste und näher auf ihn zuging.
    Die Sohlen ihrer Stiefel knirschten leise, doch der Mann wurde davon nicht wach. Er hatte wohl einiges mitgemacht, bis er bei ihr in der Kammer gelandet war.
    Die “Tür” glitt auf und zwei Wächter traten ein. Wieder ein Roter und ein Grüner. Der Grüne brachte erneut Schüssel, wieder vier. Der Rote blickte zu Kidra, die zwei Meter vor Gherdan hockte. Wirkte er zufrieden? - Der Helm ließ sie darüber im Unklaren. Dann zogen sie sich wieder zurück.
    Nicht mehr lange, und das Licht würde wieder ausgehen. Und der Kampf begann...

    6 Stunden später erhellte sich der Raum wieder, wie von Geisterhand. Ein neuer "Tag" war heran gebrochen, aber Kidras Zeitgefühl war eh schon durcheinander. Die Fremden bestimmten, wann Tag war und wann Nacht. Und alles andere war egal.
    ...



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