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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Nico - Anonymous - Seraphino1209 - Aresander - Lee Forum: Eragon Forenbeschreibung: Willkommen im Eragon Forum !! Registrierung oder Login aus dem Unterforum: Eigene Geschichten Antworten: 25 Forum gestartet am: Montag 13.02.2006 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Meine Eragon geschichte Letzte Antwort: vor 14 Jahren, 5 Monaten, 25 Tagen, 1 Stunde, 33 Minuten
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Re: Meine Eragon geschichte
Nico - 02.07.2008, 14:51Meine Eragon geschichte
So, zu erst einmal das Rechtliche: Ich schreibe die Geschichte nur zum Spaß und verdiene damit keine Geld. Die Grundidee und die vorkommenden Charaktere (abgesehen von denen, die ich selbst erfunden haben natürlich) gehören nicht mir.
Nachdem das geklärt ist möchte ich noch einen Dank an Traeumer ausprechen. Er hat mich im Grunde erst dazu gebracht mit der Geschichte anzufangen, mich endlich zu trauen. Ich hoffe sie findet bei jemandem Anklang. Ich bin für jede Art von Kommentar offen, für Lob aber auf für konstruktive Kritik. Natürlich auch für Fragen. Bis dahin viel Spaß beim Lesen.
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Kapitel 1: Die geheimnisvolle Rettung
Wieder einmal überschlugen sich die Gedanken in Eragons Kopf. In den letzten Tagen war er oft damit beschäftigt gewesen möglichst viel zu tun um möglichst wenig nachdenken zu müssen. Denn jedes mal, wenn er Zeit hatte nachzudenken, kamen all die Gefühle wieder in ihm hoch, die Zweifel, die Fragen und das unangenehme Gefühl, dass das alles irgendwie falsch war. Vor allem um sich selbst zu beruhigen, begann er sanft über die Schuppen an Saphiras Hals zu streichen. Sie fühlten sich kalt, rau und ein wenig feucht an, doch das machte Eragon nichts aus. Es war viel zu schön den Kontakt zu ihr auch körperlich zu halten. Das gab ihm das Gefühl mit seine Problemen nicht allein zu sein. Saphira war in den vergangenen Tagen sein Fels in der Brandung gewesen. Sie hatte ihn davor bewahrt in Sorgen und Gedanken zu versinken und ihn wenn nötig immer wieder an die Aufgaben erinnert, die noch vor ihm lagen. Sie flogen gerade über einen Wald hinweg, der im dämmrigen Licht das abklingenden Tages geheimnisvoll und bedrohlich wirkte. Ihre Reise führte sie nach Dras-Leona – zum Helgrind, so wie er es versprochen hatte. Roran reiste mit ihnen. Eragon war nicht ganz sicher, ob er sich über diesen Umstand freuen sollte. Die ganze Reise über hatte eine unangenehme Stille zwischen den beiden geherrscht. Die Atmosphäre war nicht mehr so gespannt und voller unausgesprochener Probleme wie im Moment der Wiederbegegnug, doch es war nicht mehr wie früher. Solange diese Reise dauert hatten sie sich jedoch stillschweigend geeinigt, nicht weiter darüber zu reden. Schließlich ging es um Katrinas Leben und das sollte nicht durch Probleme gefährdet werden, die man auch später lösen konnte. Doch die Reise stand nicht unter dem besten Stern. Schon bevor sie das erste mal vom Boden abgehoben waren, hatte es böses Blut gegeben. Eragon hatte seinen Verbündeten von seinen Plänen berichten müssen. Zu seiner Überraschung hatte Nasuada seine Absichten mit Fassung getragen und gar nicht erst versucht es ihm auszureden oder ihm die Reise gar zu verbieten. Mit einem bitteren Lächeln hatte sie ihm das Versprechen abgenommen, so schnell wie möglich zurückzukehren und ihm und Roran aufrichtig Glück gewünscht. Arya hingegen hatte ausgesprochen heftig auf seine Absichten reagiert. So hatte er sich einen langen und energischen Vortrag über seine Pflichten und Verantwortungen anhören müssen. Aryas Temperamentsausbruch hatte ihn regelrecht verschreckt. Sie waren in letzter Zeit mehr als einmal aneinander geraten, doch nie war sie so wütend gewesen. Es hatten ihn all seinen Mut gekostet, ihr ins Gesicht zu sagen, dass er gehen würde, egal was sie davon hielt. Natürlich war es ihm nicht egal. Er war sich seiner Verantwortung bewusst. Das Schlachtfeld so plötzlich zu verlassen und die Leute, die auf ihn zählten zurückzulassen bereitete ihm wohl ein schlechtes Gewissen. Er erinnerte sich auch ohne dass ihn Arya darauf hinwies, an sein Versprechen nach Ellesméra zurückzukehren. Doch er hatte auch Roran sein Wort gegeben. Also waren sie abgereist. Die Erinnerung daran zauberte ihm eine kleines Lächeln auf die Lippen. Roran hatte etwas Zeit gehabt sich an Saphira zu gewöhnen und offenbar hatten sie festgestellt, dass sie sich gut verstanden. Als es für Roran dann jedoch hieß auf Saphira Platz zu nehmen und mitzufliegen, war alle Freundschaft vorbei. Es hatte Eragon geschlagene zwei Stunden gekostet seine Cousin auf Saphiras Rücken zu verfrachten. Die Erinnerung an die Unsicherheit beim Aufsteigen und die Panik beim Start in Rorans Gesicht ließ ihn schmunzeln. Doch dann rief er sich zur Ordnung. Er wusste schließlich aus Erfahrung, dass es sicher war auf Saphiras Rücken und das sie gut auf ihre Passagiere achtete, doch dieses Lektion hatte auch er erst lernen müssen.
Kleiner!, riss ihn Saphira aus den Gedanken.
Was?, fragte er verdattert.
Du grübelst schon wieder., stellte sie mit analytischer Sicherheit fest.
Was soll ich denn anderes tun?, entgegnete Eragon scharf.
Dann erinnerte er sich wieder daran, Saphira gebeten zu haben ihn von allzu intensiven Gedankengängen abzuhalten. Er wollte seine Kräfte, auch die geistigen, für die bevorstehende Begegnung mit den Ra'zac sparen. Ihn beschlich das Gefühl, dass er jedes bisschen Konzentration bitter nötig haben würde.
Du könntest nach einem Landeplatz Ausschau halten. Die Sonne geht bereits unter und wir sollten morgen früh aufbrechen, damit wir den Helgrind noch am Morgen erreichen., antwortete Saphira ruhig.
Du hast Recht. Ich muss mir dringend angewöhnen noch etwas länger über das nachzudenken, was ich sagen., stimmte Eragon zu.
Saphira schnaufte sanft und sank nach unten um einen besseren Blick auf die Welt unter ihnen zu haben. Eine passenden Lichtung war schnell gefunden.
„Wir landen.“, teilte Eragon Roran mit.
„Ich bin dafür.“, entgegnete der.
Eragon nickte und lächelte mitleidig. Dann konzentrierte er sich auf die Landung. Saphira setzte sanft auf dem Waldboden auf und ließ ihre Passagiere absteigen. Die drei beschlossen auf ein Feuer und damit auf einen warme Mahlzeit zu verzichten. Sie waren dicht an ihrem Ziel und wollten nicht das Risiko eingehen, entdeckt zu werden. Also begnügten sie sich mit kaltem Essen und legten sich anschließend schlafen.
Der nächste Morgen verlief ereignislos. Eragon und Roran standen auf, ordneten sich und ihre Kleidung ein wenig und zwangen sich ein Frühstück herunter, auf das keiner von ihnen so recht Lust hatte. Doch sie würden diese Kraft brauchen. Saphira hatte sich auf die Jagd begeben und kehrte sichtlich mit sich zufrieden zurück. Die beiden stiegen wieder auf, Roran immer noch mit gewissen Vorbehalten, und Saphira hob schwungvoll vom Boden ab. Sie flogen nicht einmal mehr eine Stunde, bis der Helgrind in Sicht kam. Die Sonne war inzwischen völlig aufgegangen und ließ die Welt in einem trügerisch friedlichen Bild erscheinen. Auf der Suche nach einem Eingang begann Saphira den scheinbar unzugänglichen Berg zu umfliegen. Währenddessen hielt Eragon angespannt Ausschau nach den Lethrblaka. Überrascht zu werden konnten sie jetzt gar nicht gebrauchen. Doch es war kein Feind in Sicht. Schließlich fand Saphira tatsächlich einen Zugang zu dem Berg. Mühevoll landete sie in dem Eingang, der fast zu klein für sie war. Vorsichtig warf sie einen Blick in den Tunnel.
Es ist zu eng. Da passe ich nicht durch., stellte sie verärgert fest.
Dann gehen wir ohne dich. Du wartest hier draußen und hältst uns unerwünschten Besuch vom Hals., beschloss Eragon.
Ich lasse dich nicht allein gehen. Nicht wenn die Ra'zac dort drin auf dich warten. Das ist doch offensichtlich eine Falle., protestierte Saphira.
Ein tiefes Knurren entfuhr ihr, dass ihren ganzen Körper erzittern und Roran erschrocken zusammenzucken ließ.
Sei vernünftig!, forderte Eragon sie auf. Du kommst auf keinen Fall durch diesen Eingang und wir müssen da rein. Wir passen schon auf uns auf und sind so schnell wie möglich wieder zurück. Wir wollen nur Katrina und werden einen Kampf vermeiden.
Das ist gar nicht wahr., widersprach Saphira. Ihr wollt Rache an den Ra'zac. Aber ich verlasse mich auf deine Vernunft. Beeilt euch bitte.
Wir sind bald wieder zurück., versprach Eragon.
Er bedeutete Roran abzusteigen. Dann machten sich die beiden gemeinsam auf den Weg. Eragon setzte vorsichtig einen Schritt vor den anderen und hielt seinen Blick starr auf den Weg vor ihnen gerichtet, während er versuchte alle andern Sinne in die anderen Richtungen tasten zu lassen. Dabei klammerte sich seine Hand fest um den Griff seines Schwertes. Nasuada hatte ihm diese Waffe am Abend vor der Abreise überreicht. Es war ein schönes Schwert, neu, stabil und gut ausbalanciert. Doch Eragon war schmerzhaft bewusst, dass es nicht im geringsten mit der Stärke von Zar'roc mithalten konnte. Seine Sehnsucht nach dem verlorenen Schwert hielt sich jedoch in Grenzen. Zu sehr hätte es ihn an die Schande erinnert, die auf ihm lastete.
Einige Minuten verlief der Weg ereignislos tiefer in den Berg hinein. Das Licht wurde immer schwächer. Roran musste sich inzwischen an Eragon festhalten, um nicht vom Weg abzukommen und auch er selbst hatte inzwischen arge Probleme etwas zu erkennen. Doch dann eröffnete sich plötzlich eine großer Raum vor ihnen. Sie standen in einer riesigen Höhle, die von dämmrigem Licht erhellt wurde. Es waren weder Lampen noch Öffnungen nach draußen zu erkennen, die Licht erzeugen oder einlassen konnten.
„Das gefällt mir nicht.“, murmelte Roran. „Ich fühle mich hier ziemlich angreifbar.“
„Ich weiß.“, stimmte Eragon zu. „Wir werden erwartet.“
Er hatte seine Satz kaum beendet, als ein Zischen hinter ihm ertönte. Erschrocken drehten sich die beiden um und sahen direkt in die hässlichen Gesichter der beiden Ra'zac.
„Jetzt hat eure letzte Stunde geschlagen.“, knurrte Roran.
Er hatte seine Hammer bereits zur Hand genommen und wollte auf die Feinde zustürmen. Doch Eragon hielt ihn zurück.
„Geh du weiter durch den Gang am anderen Ende der Höhle und versuche Katrina zu finden. Ich kümmere mich um diese Angelegenheit.“
„Aber ... .“, wollte Roran widersprechen.
„Kein Aber.“, unterbrach ihn Eragon. „Sorge du dafür, dass Katrina sicher hier rauskommt. Deswegen bist du doch hier und das ist das Wichtigste, nicht wahr?“
Roran nickte ein wenig widerwillig. Dann machte er sich auf den Weg zum gegenüberliegenden Ende der Höhle. Nun stand Eragon seinen Feinden allein gegenüber. Doch dieser Gedanke schreckte ihn gar nicht. Er hatte genug Wut in sich, um eine ganze Kompanie dieser Scheusale zu erlegen. Ohne auch nur ein Wort zu verlieren stürmten die beiden Ra'zac mit erhobenen Klingen auf ihn zu. Den ersten Schlag parierte er mit seinem Schwert. Er nutzte den Widerstand, den dieser Angriff bot um sich zur Seite zu drücken und so dem zweiten Schlag auszuweichen. Dann versetzte er dem seitlich angreifenden Ra'zac einen kräftigen Tritt um ihn wegzuschleudern und gab dann so schlagartig den Widerstand gegen den ersten Schlag auf, dass der frontal angreifende Gegner ins Stolpern geriet. Von diesem Augenblick an entbrannte ein erbitterter Kampf. Immer wieder wurde Eragon von beiden Seiten angegriffen und immer wieder konnte er den Schlägen ausweichen. Einen Treffer konnte er nicht austeilen, doch er stellte fest, dass er den Kampf wesentlich besser im Griff hatte, als bei der ersten Begegnung. Auch seinen Gegnern wollte keine Treffer gelingen. Irgendwann stellte Eragon frustriert fest, dass die Situation festgefahrenen war. Es schien als bliebe den Kämpfenden nichts übrig, als darauf zu warten, dass einer von ihnen müde wurden und begann Fehler zu machen. Doch das konnte sich hinziehen. Eragon fühlte sich konzentriert und kräftig und auch die Ra'zac waren offenbar bei bester Konzentration.
Es schien schon eine Ewigkeit in diesem Kampf vergangen zu sein und Eragons Kräfte begannen nachzulassen. Er hatte mehrmals versucht die Ra'zac mit Magie zu attackieren, doch sie hatten ihn keinen Zauber zu Ende bringe lassen, bevor er wieder einen Angriff abblocken musste. Nun stand einer der Angreifer vor ihm der andere hinter ihm. Beide begannen auf ihn zuzustürmen. Der Ra'zac, der von vorne auf ihn zukam hielt sein Schwert mit der Spitze auf Eragon gerichtet. Den hinteren konnte er nicht sehen, doch er war sich sicher, dass ihn beide etwa zur gleichen Zeit erreichen würden. Eragon senkte sein Schwert und sah ruhig zu, wie sein Angreifer auf ihn zukam. Der war sich seines Siegs schon sicher und stieß das Schwert nach vorne um Eragon den tödlichen Stich zu versetzten. Doch der sprang mit einem schnellen, kräftigen Satz zur Seite, sodass ihn das Schwert nur um Haaresbreite verfehlte und sich stattdessen in den von hinten angreifenden Gegner bohrte. Der von vorn angreifenden Ra'zac war von diesem Vorfall zu geschockt, dass er für eine Moment das Kampfgeschehen zu vergessen schien. Diese Gelegenheit nutzte Eragon. Er riss sein Schwert nach oben zu einem kraftvollen Schlag, der den verdutzten Gegner enthauptete. Schwer schnaufend stand Eragon vor den beiden Leichen und musste feststellen, dass ihm dieser Anblick nicht die gewünschte Befriedigung verschaffte. Er fühlte gar nichts. Unzufrieden wand er den Blick ab und begann zur gegenüberliegenden Seite der Höhle zu trotten. Er verließ sie auf dem gleichen Weg wie Roran zuvor. Dabei hielt er sein Schwert immer noch fest in der Hand. Der Weg führte tiefer in den Berg und fiel nach unten ab. Mehrere Minuten lang folgte Eragon dem Hauptgang. Dann erreichte er tatsächlich ein Gewölbe, dass wie ein Gefängnis in mehrere Zellen aufgeteilt war. Es dauerte nicht lange bis er Roran entdeckte.
„Sie sind beide tot.“, sagte Eragon leise. „Sie werden nie wieder jemandem etwas antun.“
Roran drehte sich zu ihm um und auf seinem Gesicht lag ein erschreckend gefühlloser Ausdruck.
„Was ist los?“, wollte Eragon mit wachsender Nervosität wissen.
„Sie ist nicht hier.“, antwortete Roran ruhig. „Ich habe alle Zellen durchsucht. Sie ist nicht hier. Niemand außer uns ist hier.“
Die beiden begannen noch einmal zusammen die Zellen zu durchsuchen. Doch es war nichts zu finden. Anschließend durchkämmten sie jeden Winkel der vielen Gänge und Gewölbe. Doch nirgends war ein Lebenszeichen zu entdecken.
Nach scheinbar endloser Suche beschlossen die beiden aufzugeben und zu gehen. Also trotten sie tief in Gedanken versunken zurück zum Ausgang. Das einfallende Licht blendete sie für einen Moment. Eragon stutzte, als er Saphira nicht entdecken konnte. Eilig rannte er zum Rand des Tunnels. Von dort aus konnte er gerade noch beobachten, wie Saphira krachend mit einem der Lethrblaka zusammenstieß. Der andere kam von der Seite angeflogen. Saphira ließ ihn nahe an sich herankommen. Dann wand sie böse knurrend den Kopf zu ihm um und deckte ihn mit einem Feuerschwall ein. Das Ungetüm kreischte und fiel tot zu Boden. Augenblicklich drehte sie Saphira wieder zu dem Gegner um, an dem sie sich gerade festklammerte. Sie schob ihre Krallen noch tiefer in den Körper des Tieres, sodass es vor Schmerzen aufheulte, dann schlug sie ihre Zähne in seine Hals, der mit einem lauten Knacken brach. Schnell entledigte sie sich der Leiche und kehrte zu Eragon und Roran zurück. Eragon konnte ihre aufgewühlte Wut spüren, als er neben ihr landete. Sie atmete schwer und knurrte noch ab und zu. Eragon tätschelte vorsichtig ihren Hals um sie zu beruhigen.
Du hast sie besiegt., stellte er mit überhörbarem Stolz fest.
Ich hoffe ihr wart auch erfolgreich., entgegnete sie und sah an den beiden Menschen vorbei. Wo ist Katrina?
Sie war nicht hier., teilte ihr Eragon mit. Es war eine Falle ohne Köder.
Steigt auf!, forderte Saphira. Ich muss euch zeigen, welche Falle tatsächlich auf euch gewartet hat.
Eragon konnte sich zwar nicht vorstellen, dass noch etwas Schlimmeres auf sie hatte warten können, doch er und Roran stiegen kommentarlos auf und ließen sich nach unten tragen. Erst auf dem Boden angekommen, erkannten sie das Ausmaß der Falle. Über eine große Fläche verteilt sahen sie die Leichen von Soldaten des Imperiums liegen. Es waren viele, möglicherweise mehr als die drei hätten überwältigen können. Vermutlich waren sie als Verstärkung für die Ra'zac gedacht gewesen.
Glücklicherweise konntest du sich rechtzeitig außer Gefecht setzen., stellte Eragon erleichtert fest.
Ich war das nicht., widersprach Saphira. Ich habe sie kurz nachdem ihr hineingegangen wart entdeckt. Sie haben mich beschossen. Doch bevor ich sie angreifen konnte, kamen die Lethrblaka. Ich habe keine Ahnung wer sie getötet hat. Aber es gibt eine sehr merkwürdige Spur zu unserem Retter.
Sie ließ die beiden absteigen und führte sie dann an den Rand des Leichenfeldes. Dort fiel relativ weit abseits von den Toten eine Blutlache auf. In der Blutlache lag ein seltsam funkelnder Gegenstand. Beunruhigt hob Eragon das Ding auf und musste erstaunt feststellen, dass es sich um ein Stück des Schuppenpanzers eines Drachen handelte. Die Schuppen funkelten ihn nachtschwarz an und wirkten mit dem Blut beschmiert fast, als bestünden sie aus etwas Flüssigem.
Was hat das zu bedeuten?, fragte Eragon besorgt.
Ich weiß nicht. Ich habe keine Erklärung dafür., entgegnete Saphira angespannt.
Re: Meine Eragon geschichte
Anonymous - 02.07.2008, 17:25
so tut mir ja leid... aber da ergeben manche Sätze keinen Sinn und das ist keine schlechte Rechtschreibung sondern garkeine ..., die handlung ist so aufgebaut wie in nem drehbuch, da fehlern jegliche Gefühle, Beschreibungen und eig alles...
so ist das echt net lesbar
:??:
Re: Meine Eragon geschichte
Nico - 07.07.2008, 12:40
Astrahil hat folgendes geschrieben: so tut mir ja leid... aber da ergeben manche Sätze keinen Sinn und das ist keine schlechte Rechtschreibung sondern garkeine ..., die handlung ist so aufgebaut wie in nem drehbuch, da fehlern jegliche Gefühle, Beschreibungen und eig alles...
so ist das echt net lesbar
:??:
ist es jetzt besser ^^
Re: Meine Eragon geschichte
Seraphino1209 - 07.07.2008, 13:07
Nico hat folgendes geschrieben: Astrahil hat folgendes geschrieben: so tut mir ja leid... aber da ergeben manche Sätze keinen Sinn und das ist keine schlechte Rechtschreibung sondern garkeine ..., die handlung ist so aufgebaut wie in nem drehbuch, da fehlern jegliche Gefühle, Beschreibungen und eig alles...
so ist das echt net lesbar
:??:
ist es jetzt besser ^^
nee :D :lol:
aber schreib deine anderen 32 Kapitel rein
an Moderatoren und admins bitte nicht die geschichte löschen due is von ihm ich war bei ihm als er sie geschrieben hat
Re: Meine Eragon geschichte
Nico - 07.07.2008, 13:08
ok weiter gehts
Kapitel 2: Die Spur des Blutes
Eragon brütete einige Minuten über dem Anblick der Drachenschuppen. Sie konnten nicht von Saphira stammen, denn die war unverletzt. Außerdem war die Farbe der Schuppen zu dunkel. Doch woher stammten sie dann? Eragon wusste nur von einem noch lebenden schwarzen Drachen. Ein Schauer lief ihm über den Rücken bei diesem Gedanken. Doch dieser Drache hätte sie mit Sicherheit nicht beschützt. Es musste also eine andere Erklärung geben. Unschlüssig, was er weiter tun sollte, wand Eragon seinen Blick von den Schuppen ab und betrachtete die Umgebung. Doch es war nichts zu erkennen, als dichtes Buschwerk auf der einen Seite, das es mit der Größe des dahinter liegenden Waldes aufnehmen konnte, dem Helgrind auf der anderen Seite und dazwischen viele Leichen. Nachdem Eragon festgestellt hatte, dass es nichts weiter zu sehen gab, schenkte er Roran wieder seine Aufmerksamkeit. Der starrte ihn schon die ganze Zeit sichtlich verunsichert an.
„Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?“, fragte er unbehaglich.
„Ich weiß es nicht genau.“, gab Eragon zu. „Es ist offensichtlich, dass ein Drache an dem Kampf beteiligt war, der hier stattgefunden hat. Diese Schuppen beweisen das. Sie passen aber zu keinem der Drachen, die ich kenne und soweit ich weiß habe ich bis auf einen alle noch lebenden Drache schon getroffen. Das beunruhigt mich ein wenig. Andererseits: Wer auch immer die Soldaten getötet hat, hat uns unter Umständen das Leben gerettet. Er kann also eigentlich nicht unser Feind sein.“
Die beiden sahen sich eine Weile schweigend und nachdenklich an.
„Aber vielleicht wurden wir nur gerettet, weil unser Retter andere Pläne mit uns hat. Das kann auch bedeuten, dass er Wert darauf legt uns persönlich zu töten.“, gab Roran zu bedenken.
Eragon nickte leicht. Das klang zwar verrückt, aber genau das war sein Gegner ja auch. Während Eragon und Roran sich noch einmal unschlüssig anschwiegen, begann Saphira die Umgebung um die Blutlache zu beschnüffeln. Sie hielt den Kopf nur knapp über dem Boden und zog die Luft und damit die verschiedenen Gerüche mit aller Kraft ein. Ihr Schwanz begann nervös über dem Boden hin und her zu wedeln. Sie machte einige Schritte in Richtung der Büsche, die Nase immer noch am Boden und alle Muskeln zum Zerreißen gespannt. Als sie das Gebüsch erreicht hatte, stellte sie ihre Untersuchungen abrupt ein und erhob den Kopf wieder.
Eragon!
Der Angesprochene drehte sich schnell zu ihr um und sah sie an wie jemand, der bei einer verbotenen Tätigkeit erwischt worden war. Dass Saphira ihn angesprochen hatte, hatte ihn überrascht. Er verfluchte sich für seine Unaufmerksamkeit. Die Gefahr war noch lange nicht vorbei.
Hast du etwas gefunden?
Sie dir die Blutlache genau an!, forderte Saphira ihn auf.
Er warf einen Blick auf die Pfütze und stellte fest, dass eine Spur aus Bluttropfen davon weg in die Büsche führte. Jemand, der verletzt war und stark blutete hatte sich vom Schlachtfeld weggeschleppt.
Wonach riecht es?, wollte Eragon wissen.
Drache., antwortete Saphira entschlossen. Aber keinen den ich kenne. Wir sollten dem nachgehen.
Ihre Aufregung war deutlich zu spüren. Noch immer zuckte ihr Schwanz nervös über den Boden und ab und zu entwichen ihr kleine Rauchwölkchen. Eragon nickte nur. Er zog sein Schwert um kampfbereit zu sein, falls sie in eine Falle liefen. Dann bedeutete er Roran ihm zu folgen und lief der Blutspur nach. Sie endete dort, wo die Büsche anfingen. Vorsichtig drückte Eragon die dünnen Zweige zur Seite und tauchte dann in den Gestrüppwald ein. Roran folgte dicht hinter ihm und hielt seinen Hammer schlagbereit. Saphira schlich hinter den beiden her, darauf bedacht möglichst wenig Lärm zu machen. Die Blutspur führte weiter in das Gebüsch hinein. Es klebte nun an den Zweigen und Ästen. An manchen Stellen waren die Pflanzen von vier großen Füßen platt getrampelt worden. Die Spuren im Boden sahen denen, die Saphira hinterließ auffallend ähnlich, abgesehen von der Tatsache, dass sie sichtlich größer waren. Die Hinweise führte die drei Suchenden durch das Grün bis sich vor ihnen eine Lichtung öffnete. Weiträumig wuchs nichts als das Gras auf dem Boden. Die Lichtung war so schön rund, dass sie fast wie künstlich angelegt wirkte. Auf ihr hatte offensichtlich jemand sein Lager aufgeschlagen. Eragon entdeckte einen Haufen Holz, der ordentlich zu einer Feuerstelle geschichtet worden war und darauf wartete, angezündet zu werden. Nicht weit davon entfernt stand ein Rucksack, der etwa zur Hälfte gefüllt war. Auf dem Boden vor dem Feuerstelle lag eine Decke, die wohl irgendjemandem als saubere und trockene Sitzgelegenheit dienen sollte. Daneben stand ein kleiner Topf. Nicht weit entfernt von der Feuerstelle entdeckte Eragon zwei Dinge, von denen er nicht wusste, ob er sie für ein gutes oder schlechtes Zeichen halten sollte. Dort lag ein Sattel, ein Sattel für einen Drachen. Er ähnelte dem, den Brom für Saphira angefertigt hatte, war jedoch aus stärkerem Leder, mit mehr Mühe gefertigt und sah aus, als wäre er schon lange in Benutzung. Neben dem Sattel steckte ein Schwert im Boden. Von der Klinge tropfte noch das Blut zu Boden. Damit waren wohl die Soldaten getötet worden. Vorsichtig näherte sie Eragon diesen beiden Gegenständen. Behutsam zog er das Schwert aus dem Boden und untersuchte es. Der Griff war noch warm und fühlte sich an, als hätte man ihn mit Samt überzogen. Überall waren kleine Edelsteine eingearbeitet, die in der Nachmittagssonne funkelten. Die Klinge schien eher filigran, als gefährlich. Sie war dunkelblau oder auch violett.
„Ein merkwürdiges Schwert.“, kommentierte Roran, der näher getreten war um die Waffe ebenfalls zu betrachten.
Eragon blieb still und begann stattdessen über die Klinge zu fahren und sie in alle Richtungen zu biegen. Er wirbelte das Schwert mehrmals herum um zu prüfen, wie es in der Hand lag. Saphira pirschte inzwischen über die Lichtung und beschnüffelte den Boden. Es schien, als hätte sie etwas wahrgenommen und konnte es nicht recht zuordnen oder lokalisieren.
„Und?“, fragte Roran, nachdem Eragon seine Prüfung der Waffe abgeschlossen hatte.
„Das Einzige, was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass diese Klinge von den Elfen gefertigt wurde. Kein andere kann Waffen schmieden die so bruchfest, scharf und elegant gleichzeitig sind.“, erklärte Eragon nach kurzem Schweigen.
„Heißt das, ein Elfenkrieger hat uns gerettet?“, schlussfolgerte Roran.
„Das glaube ich eigentlich nicht.“, entgegnete Eragon. „Wo sollte hier ein Elf herkommen? Die einzige Elfe in Reichweite wäre Arya, aber ich bezweifle, dass sie uns hätte so schnell folgen können oder das gewollt hätte. Und wenn doch, hätte sie sich zu erkennen gegeben. Außerdem ist das nicht die Waffe, mit der sie zu kämpfen pflegt.“
„Wem gehört es dann?“, fragte Roran und sah sich nervös um.
Eragon zuckte mit den Schultern und schlug mit dem Schwert leicht gegen die dicke Wurzel hinter ihm, die aus dem beginnenden Wald ragte. Die regelmäßige Bewegung und das leise Geräusch halfen ihm sich zu konzentrieren. Doch mit der Konzentration war es schnell vorbei. Plötzlich riss Saphira den Kopf hoch und begann leise zu Knurren. Mit langsamen und bedächtigen Schritten bewegte sie sich auf den Wald neben Eragon und Roran zu. Beunruhigt drehte sich Eragon zur Seite. Das Gestrüpp begann sich zu bewegen bis aus ihm heraus der Kopf eines Drachen auf die drei zukam. Irgendwann wurde auch ein Stück des Halses sichtbar. Der Drache stoppte seine Bewegung so, dass er die Deckung der Büsche nicht verlassen musste. Seine Schuppen funkelten in dem wenigen einfallenden Licht schwarz, so wie die, die Eragon in der Blutlache gefunden hatte. Erschrocken wich er ein Stück zurück. Roran war ebenfalls zurückgewichen, während sich Saphira fauchend neben Eragon aufbaute und den fremden Drachen fixierte.
Einige Sekunden vergingen in absoluter Stille und Unbeweglichkeit. Dann fasste sich Eragon ein Herz.
„Ich grüße dich, Drache.“, sagte er zögerlich.
Der fremde Drache schnaubte, als wollte er sich über diese Begrüßung lustig machen. Eragon verkrampfte sich und begann etwas schneller mit dem Schwert gegen die Wurzel zu schlagen.
Hättest du die Güte, das zu unterlassen!, erklang plötzlich eine Stimme in seinem Kopf.
Sie klang hell und freundlich und es war weder Spott noch Feindseligkeit zu erkennen. Eragon schloss aus ihrem Klang, dass es sich um ein Drachenweibchen handelte.
Was?, fragte er ein wenig irritiert.
Würdest du bitte aufhören mit dem Schwert herumzufuchteln. Du tust mir weh., antwortete der Drache.
Plötzlich begann sich die Wurzel neben Eragon zu bewegen und schüttelte Erde und Pflanzenteile ab. Erst jetzt war zu erkennen, dass es sich in Wahrheit um den Schwanz des Drachen handelte. Eilig zog Eragon das Schwert zurück und hielt es unbeweglich an den Körper gepresst.
Entschuldige!
Natürlich., antwortete der Drache ruhig. Jetzt sei bitte so freundlich und leg das Schwert weg. Es gehört nicht dir und sein Besitzer sieht es nicht gern, wenn ein anderer es anfasst.
Eragon nickt und steckte es dort in den Boden wo er es herausgezogen hatte.
Vielen Dank., meinte der Drachen. Jetzt ist wieder alles in Ordnung.
Sie schnaubte friedlich und wandte ihren Blick Saphira zu. Die beide Drachendamen begannen sich zu beschnuppern. Saphira bleib bis aufs Äußerste angespannt, ließ die Inspektion aber geduldig über sich ergehen. Dann richtete sich der fremde Drache auf und trat auf aus den Büschen. Mit Schrecken stellte Eragon fest, dass er mehr als eineinhalb mal so groß war wie Saphira. Im Tageslicht musste er jedoch auch feststellen, dass er sich in einem Punkt geirrt hatte. Die Schuppen des Drachen waren nicht schwarz. Sie waren so dunkel violett, dass sie dort, wo sie schlecht beleuchtet waren, schwarz wirkten. Die Farbe glich exakt der der Klinge des Schwertes, das er bis eben noch in der Hand gehalten hatte. Eragon hatte jedoch nicht viel Zeit sich über diesen Zusammenhang Gedanken zu machen, denn ein Rascheln aus dem Wald zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Auf die Lichtung trat eine recht große Person, die in einen abgenutzten, weiten Umhang gehüllt war und deren Gesicht von einer Kapuze verdeckt wurde
Re: Meine Eragon geschichte
Aresander - 07.07.2008, 13:18
also ich habe es jetzt auch mal gelesen und muss sagen bis auf ein paar kleine stellen finde ich das echt einfach nur ... joa toll trifft es schon. bis auf ein paar stellen wo man die Namen hätte ausschreiben können oder die Situation und die Umgebung etwas besser hätte beschreiben können, aber ansonsten im Vergleich zu der alten Versionen ist das hier wirklich gut, nur noch net ganz fertig finde ich irgendwie, fehlt einfach der für einen Autor Langweilige Teil, die beschreibung der gegend...
Aber da ich ja selbst immer auf Kritik bestehe tue ich das hier jetzt auch einmal sehr ausführlich:
-Du solltest keine Wörter bzw Sätze aus unserer Zeit verwenden wie "euer letztes Stündlein hat geschlagen ", sowas hat man damals einfach nicht gesagt.
-Die Razac wurden als eine Art Nightwalker beschrieben, sprich das sie immer aus dem Hinterhalt ohne einen Laut angreifen, daher ist ihr auftreten hier nicht ganz so passend
-wieder die Mahnung es mit den Hauptcharakteren nicht zu übertreiben, du solltest den Hauptcharakteren mehr Würde verleihen und ihre Größe nicht durch die Ängste Anderer wie die von Roran, die wohlgemerkt ziemlich übertrieben sind, darstellen
- du solltest niemals dem Buch wiedersprechen, bzw dessen Handlung in Frage stellen wenn du die Glaubwürdigkeit aufrecht erhalten willst, da bereits ein Kapitel des Dritten Bandes vorhanden ist indem die Razac bzw die Letherblaka Eragon und seine Begleiter überlisten(Was aber net heissen soll das du aufhören sollst)
so dass war jetzt die Kritik und nun kommt das was mir gefallen hat:
- Du hast und das finde ich sehr schön viele Dialogskriterien aus Eragon übernommen wie zB den Spitznamen den Saphira Eragon gegeben hat
-Desweiteren verwendest du schöne Formulierungen und darstellungen wie zB Saphiras Schuppenhaut und das was sie Eragon wert ist.
und im Grunde wirklich eine schöne Geschichte, würde dir aber weiterhin raten die Rechtschreibung nicht außer Acht zu lassen
:lol: ;)
Also kurz jedenfalls, ich bin dafür das du weiter schreiben solltest...
Re: Meine Eragon geschichte
Nico - 07.07.2008, 13:33
thx fühle mich geährt wen es von dir kommt ^^
Re: Meine Eragon geschichte
Nico - 07.07.2008, 13:35
Kapitel 3: Neue Verbündete
Gebannt starrte Eragon den Fremden an. Die Situation war angespannt und keiner wagte eine Bewegung. Nervös fummelte er am Griff seines Schwertes, das inzwischen wieder in der Scheide am Gürtel ruhte. Auch wenn er die Augen des Fremden nicht sehen konnte, fühlte er sich angestarrt. Eragon rückte ein Stück, um zwischen den Unbekannten und Roran zu gelangen. Saphira ging in die Hocke auf Augenhöhe der Menschen und knurrte den Unbekannten böse an. Der fremde Drache pirschte sich von der anderen Seite an die Szene an und brummte Saphira entgegen. Die beiden Drachen fixierten einander und ihre Schwänze peitschten über den Boden. Langsam trat der Unbekannte zu der fremden Drachendame und tätschelte ihr behutsam den Hals.
„Schön ruhig.“, meinte er.
Die Stimme klang weiblich und sanft, genauso wie die des Drachen. Der beruhigte sich langsam und seine Haltung entspannte sich wieder. Gemächlich ließ er sich auf den Boden nieder, legte den Schwanz ruhig ab und stupste die Fremde sanft an. Sie streichelte über den Kopf der Drachendame. Dann wandte sie ihren Blick Eragon und Roran zu.
„Es gibt keinen Grund sich zu streiten.“, versicherte die Fremde ruhig.
Nun konnte Eragon durch die Öffnung der Kapuze in ihr Gesicht sehen. Daraus funkelten ihn zwei intelligente, graue Augen an. Ihre Haut war intensiv gebräunt, aber nicht so dunkel, wie die von Nasuada. Tiefschwarze, voluminöse Haare umrahmten das Gesicht, das sich durch markante, fast elfenhafte Züge auszeichnete. Ihr Körper war jedoch zu kräftig um der einer Elfe zu sein. Sie lächelte sanft und betrachtete die beiden Jungs neugierig.
„Wir wollen keinen Streit.“, entgegnete Eragon.
Er nahm demonstrativ die Hand vom Schwertknauf und gesellte sich zu Saphira.
Beruhige dich!, bat er sie. Ich glaube es ist alles in Ordnung.
Ich beruhige mich nicht., fuhr sie ihn an. Nicht so lange die beiden eine Gefahr darstellen könnten.
Wieder knurrte Saphira und grub ihre Krallen in den Erdboden. Sie fletschte die Zähne und atmete hastig.
„Hör auf damit!“, zischte Eragon verärgert.
„Lass sie!“, mischte sich die Fremde ein. „Verbiete ihr nicht, dich beschützen zu wollen. Das ist wichtig für sie.“
Langsam näherte sie sich Saphira und blieb kurz vor der angespannten Drachendame stehen. Sie deutete eine Verbeugung an und sagte dann in der alten Sprache:
„Wir wollen dir und deinem Reiter nichts Böses. Es ist im Gegenteil unsere Absicht euch zu helfen und zu schützen. Ich hoffe ihr nehmt unsere Hilfe an.“
Saphira schnaufte friedlich und begann sich zu entspannen. Sie sah der Fremden noch eine Weile in die Augen und befand sie dann wohl für ungefährlich.
Es ist in Ordnung., meinte sie schließlich.
Beruhigt senkte sie den Kopf und ließ sich von der Fremden kraulen. Dann riss sie sich plötzlich aus dieser Verbindung los und ging auf die größere Drachendame zu. Nun begann sie ihre Artgenossin ausführlich zu beschnüffeln. Sie schloss die Untersuchung ab, indem sie dem älteren Drachen eilig über die Nase leckte. Eragon konnte sich ein zufriedenes Lächeln nicht verkneifen. Sein Blick wanderte zu der Fremden und er sah auf ihrem Gesicht das gleiche Lächeln.
„Ein hübsches Drachenmädchen hast du.“, stellte sie leise fest. „Sagst du mir, wie sie heißt?“
„Ihr Name ist Saphira.“, antwortete Eragon.
„Saphira.“, wiederholte sie.
Ihre Stimme klang abwesend und nachdenklich, doch ihr Gesichtsausdruck war immer noch fröhlich. Die beiden Drachen lagen inzwischen einträchtig beieinander.
„Und ihr beiden seid?“, fragte die Fremde schließlich.
„Mein Begleiter heißt Roran und ich bin Eragon.“, antwortete Eragon.
Er verspürte das unerklärlich Bedürfnis ihr mehr zu erzählen, eigentlich alles was geschehen war, seit er Saphiras Ei gefunden hatte, und warum sie hier waren. Doch er befand, dass es besser war nur das Nötigste zu sagen, solange er nicht mehr über die beiden wusste. Im Gesicht der jungen Frau breitete sich inzwischen ein schelmisches Grinsen aus.
„Ist mit unseren Namen etwas nicht in Ordnung?“, fragte Eragon leicht gekränkt.
„Nein.“, antwortete die Fremde lächelnd. „Eragon ist ein seltener und bedeutungsvoller Name. Du kannst stolz darauf sein.“
„Das bin ich.“, bestätigte Eragon. „Er war ein Geschenk meiner Mutter. Mehr habe ich von ihr nicht, nicht einmal Erinnerungen.“
Die Fremde sah ihn mitleidig und verständnisvoll an. Eragon wandte eilig den Blick von ihr ab. Soviel hatte er eigentlich nicht sagen wollen.
„Was ist dann so amüsant daran?“, fragte er um von seiner Verlegenheit abzulenken.
„Ich kann mir vorstellen, dass es ein paar Leute gibt, denen es nicht gefällt, dass ausgerechnet ein Mensch diesen Namen trägt.“, erklärte die junge Frau. „Aber darüber solltest du dir keine Gedanken machen.“
Sie ging zur Feuerstelle und begann abwechselnd den Topf und ihren Rucksack zu betrachten.
„Habt ihr Hunger?“, wollte sie wissen, ließ den beiden aber keine Gelegenheit zu antworten. „Feuer bitte!“
Ihr Drache wandte seinen Kopf dem Holzhaufen zu und spie eine dünne, kontrollierte Flamme darauf. Saphira sprang erstaunt auf und ihr Blick wanderte zwischen dem entflammten Holz und ihrer Artgenossin hin und her.
Wie hat sie das gemacht?, fragte sie aufgeregt.
Frag sie doch., entgegnete Eragon.
Er spürte deutlich Neid in Saphira aufkommen. Sie hatte ihre eigenes Feuer noch nicht so gut im Griff, noch nicht einmal gut genug um sich sicher im Umgang damit zu fühlen.
„Du bist dran.“, meinte Eragon schließlich zu der Fremden. „Wer bist du?“
Sofort war ihre ganze Aufmerksamkeit wieder auf ihn gerichtet.
„Wie unhöflich von mir.“, stellte die junge Frau verlegen lächelnd fest. „Mein Name ist Kara und das dort ist Lazya.“
Die Drachendame schnaufte friedlich und drehte ihren Kopf einmal jedem der Anwesenden zu.
„Ihr habt die Soldaten getötet.“, stellte Eragon fest.
Es gab keine andere Erklärung. Kara sah ihn auf einmal völlig ausdruckslos an.
„Keine Leistung, auf die wir stolz sind.“, murmelte sie. „Aber es musste sein. Sie wären mit Sicherheit nicht gegangen, wenn wir sie nett darum gebeten hätten. Es ist traurig. Die meisten dieser armen Kerle tun nur, was ihnen befohlen wird, ohne schlechte Menschen zu sein. Viele haben gar keine Wahl. Aber wir konnten nicht anders. Sie hätten euch beide angegriffen, wahrscheinlich mitten im Kampf mit den Ra'zac. Ich glaube nicht, dass ihr diesen Ansturm hättet bewältigen können.“
„Ich auch nicht.“, stimmte Eragon zu. „Wir schulden dir etwas.“
„Keineswegs.“, lehnte Kara ab. „Ich arbeite daran, meine Schulden abzubauen.“
Eragon wollte sie fragen, was sie damit meinte, doch ihn beschlich das Gefühl, dass sie es ihm nicht sagen wollte. Ein unangenehmes Schweigen begann.
„Lazya. Bedeutet das etwas?“, fragte Eragon, nur um der Stille ein Ende zu setzen.
„Ja, tatsächlich. Es kommt aus dem Wortschatz eines Nomadenstammes aus der Wüste. Sie orientieren sich bei ihren Reisen gerne an den Sternen. Den hellsten Stern am Himmel über sich haben sie Lazya getauft. Deswegen haben ich meinen Drachen so genannt. Weil sie der hellste Stern an meinem Himmel ist.“
Sie warf einen verträumten Blick auf ihre Drachendame.
„Seid ihr schon länger hier?“, meldete sich nun auch Roran zu Wort.
„Seid gestern Abend.“, antwortete Kara. „Wir haben gehört, dass es einen neuen Drachenreiter geben soll und uns entschieden den Ra'zac zu folgen, denn solche Angelegenheiten fallen in ihren Zuständigkeitsbereich. Warum?“
„Wir sind hier her gekommen um meine Verlobte Katrina zu befreien. Sie wurde von den Ra'zac entführt, vermutlich als Köder für uns. Doch sie ist nicht mehr hier.“, erklärte Roran.
„Ach so!“, entfuhr es Kara. „Es geht also um ein Mädchen. Das ist häufig der Grund, warum sich junge Männer zu solch waghalsigen Abenteuern aufmachen. Gesehen habe ich deine Liebste nicht, aber ich habe die Soldaten von einer Gefangenen sprechen hören. Eine kleine Gruppe von ihnen hat sie direkt nach deren Ankunft in Gewahrsam genommen und ist mit ihr wieder gegangen.“
Roran war vor Wut rot angelaufen und seine Hände ballten sich zu Fäusten. Trotzdem ließ er sich zu keinem Wutausbruch verleiten.
„Weißt du möglicherweise, wohin sie mit Katrina gegangen sein könnten?“, wollte er wissen.
„Ich weiß es sogar mit ziemlicher Sicherheit, denn sie haben es erwähnt.“, bestätigte Kara. „Doch die Antwort wird dir nicht gefallen.“
„Ich möchte es trotzdem wissen.“, beschloss Roran.
„Ich befürchte sie bringen sie nach Urû'baen.“, teilte Kara mit.
Rorans Augen weiteten sich vor Entsetzen. Schlagartig drehte er sich zu Eragon um.
„Wir müssen sofort hinterher.“, verlangte er.
Eragon wollte gerade etwas entgegnen um Roran erst einmal zu beruhigen. Doch Kara war schneller.
„Nein! Sie sind bereits vor Tagen aufgebrochen. Ihr erreicht sie nie bevor sie in Urû'baen ankommen.“
„Aber wir müssen ihr helfen.“, protestierte Roran.
„Auf diese Weise helft ihr ihr nicht.“, widersprach Kara. „Das einzige, was ihr auf diesem Weg erreicht ist, auch gefangen genommen zu werden. Das hilft deiner Katrina auch nicht. Im Moment ist sie ein Lockmittel, also nützlich. Solange dieser Umstand gegeben ist, bleibt sie am Leben.“
Seufzend ließ sich Roran ins Gras nieder und vergrub das Gesicht in den Händen.
„Es tut mir Leid.“, versicherte Kara. „Aber wenn ihr euch nach Urû'baen begebt, steht ihr bald Galbatorix persönlich gegenüber und diesem Kampf seid ihr nicht gewachsen, noch nicht.“
„Und was ist mit dir?“, fragte Eragon.
Er setzte sich neben Roran auf den Boden und legte ihm einen Arm über die Schulter in der Hoffnung, dass er ihn trösten konnte.
„Ich bin auch nicht stark genug.“, gab Kara zu. „Ihr solltet zu euren Verbündeten zurückkehren und euch auf die nächste Schlacht vorbereiten. Ihr müsst noch viel lernen und sehr viel stärker werden. Irgendwann werdet ihr eure Freundin retten können, doch im Moment solltet ihr es lassen und euch auf eure eigene Entwicklung konzentrieren. Auch in ihrem Interesse.“
Eragon nickte. Auch wenn es ihm nicht behagte. Er wusste, dass sie Recht hatte.
„Du könntest uns begleiten.“, schlug er vor.
„Vielleicht.“, entgegnete Kara. „Da kommt darauf an, wohin ihr genau wollt.“
„Erst einmal zurück auf das Schlachtfeld. Ich weiß nicht ob du von der Schlacht auf den brennenden Steppen gehört hast.“
„Ein paar Gerüchte.“, bestätigte Kara.
„Es gibt dort noch Einiges zu regeln. Wenn das erledigt ist, werde ich mich wieder nach Ellesméra begeben. Ich werde dort erwartet.“
„Ellesméra.“, wiederholte Kara leise. „Ich weiß nicht, ob ich dahin möchte oder kann. Aber ich begleite euch auf jeden Fall bis zu den brennenden Steppen. Ich möchte erfahren, was dort vor sich gegangen ist.“
Eragon nickte und konzentrierte sich ganz auf Roran. Damit brachte er den Rest des Tages zu. Kara verschwand indes mehrmals in den Wald und kam immer wieder mit verschiedenen Dingen zurück, die sie gesammelt hatte: Früchte, Wurzeln und Kräuter. Sie bereitete für die drei einen Gemüseeintopf zu und sie aßen schweigend, während die beiden Drachen auf der Jagd waren. Als sie mit dem Essen fertig waren, hatte die Dunkelheit das Land bereits eingehüllt. Eragon und Roran streckten sich auf ihrem Nachtlager aus, dass nicht aus mehr als ein paar Decken zum Schutz vor der Kälte von unten und oben bestand. Kara wickelte sich ebenfalls in eine Decke ein und gesellte sich dann zu Lazya. Sie legte ihren Kopf auf einem Vorderbein ihres Drachen wie auf einem Kissen ab. Lazya summte behaglich und wickelte ihren Schwanz um ihre Reiterin, wie eine Schutzmauer gegen die Gefahren der Nacht.
Re: Meine Eragon geschichte
Nico - 07.07.2008, 14:04
Kapitel 4: Zurück auf den brennenden Steppen
Die Nacht verlief ohne Komplikationen. Als Eragon am nächsten Morgen aufwachte, ging gerade die Sonne auf. Vorsichtig streckte er sich um zu überprüfen, ob die Anstrengungen des Kampfes Spuren hinterlassen hatten, doch er fühlte sich erstaunlich fit und ausgeschlafen. Zufrieden befreite er sich aus den Decken. Sein Blick fiel auf Saphira, die sich neben ihm eingerollt hatte. Sie hatte sich so positioniert, dass sie im Gefahrenfall sowohl Eragon und Roran, aber auch Kara und Lazya im Blick hatte.
„Guten Morgen.“, begrüßte ihn eine weiblich Stimme.
Hastig drehte er sich um und sah Kara, die gerade damit beschäftigt war, die Reste des Feuers zu löschen.
„Hab ich dich erschreckt?“, fragte sie. „Das tut mir Leid.“
Eragon schüttelte den Kopf. Kara lächelte ihn freundlich an und begann ihre Decke in ihrem Rucksack zu verstauen. An der Außenseite befestigte sie den Topf und einen Bogen. Diese Waffe war Eragon vorher nicht aufgefallen. Wahrscheinlich hatte sie sie bei ihrem Streifzug in den Wald getragen. Den dazugehörigen Köcher mit mindestens zwei Dutzend kunstvoll gefertigter Pfeile hing sie sich um. Anschließend band sie sich einen einfachen Gürtel um. In der daran befestigten Schwertscheide verpackte sie das Schwert mit der violetten Klinge.
„Ein schönes Schwert.“, kommentierte Eragon. „Elfischer Machart, wenn ich mich nicht täusche.“
Kara lächelte wissend.
„Das weißt du doch längst selbst.“, meinte sie.
„Woher hast du es?“, wollte er wissen.
„Es war ein Geschenk von einem guten, inzwischen leider verstorbenen Freund.“, antwortete sie. „Mehr möchte ich dazu eigentlich nicht sagen.“
Eragon nickte nur, doch die Frage ließ ihn nicht los. Seit dem Ende der Drachenreiter waren keine Schwerter für diese Zwecke mehr angefertigt worden. Sie musste es also von einem der alten Reiter haben. Doch das warf mehr Fragen auf, als es beantwortete. Also wandte sich Eragon ihrem Bogen zu. Derr warf jedoch nicht weniger Fragen auf. Denn auch er schien von den Elfen gefertigt worden zu sein.
„Wir sollten aufbrechen.“, unterbrach Kara seine Gedankengänge. „Es ist nicht auszuschließen, dass Verstärkung kommt. Wenn es soweit ist, sollten wir nicht hier sein.“
Eragon stimmte nickend zu. Er machte sich daran Roran zu wecken. Der wollte nicht so recht wach werden. Er hatte am vorhergehenden Abend lange gebraucht um einzuschlafen, denn die Sorge um Katrina hatte ihn gequält, und jetzt war er viel zu müde um aufzustehen. Trotzdem raffte er sich mühevoll auf.
„Traust du ihr?“, fragte er leise, während Eragon die Decken zusammenrollte und verpackte.
„Mein Gefühl sagt mir, dass ich das kann. Aber die Vernunft gebietet, vorsichtig zu sein. Erst einmal kann sie uns begleiten. Vielleicht finden wir unterwegs noch mehr über sie heraus. Es wäre sehr vorteilhaft jemanden wie Kara auf unserer Seite zu haben. Offenbar sind sie und Lazya auf einem hohen Ausbildungsstand und gut trainiert. Solch einen Kampfgefährten haben wir dringend nötig, besonders jetzt, da wir noch einen weiteren Reiter als Gegner haben.“, erklärte Eragon.
Roran gab sich mit dieser Erklärung zufrieden. Etwas unwillig erhob er sich endgültig und stieg dann hinter Eragon auf Saphira. Kara hatte Lazya bereits gesattelt und stieg nun auch auf. Sie deutete mit einem kurzen Handzeichen an, dass Saphira vorausfliegen sollte. Also setzte Saphira zum Abflug an. Dabei gab sie sich sichtlich viel Mühe möglichst elegant und technisch perfekt zu wirken.
Angeberin., triezte Lazya.
Ihr Abflug war nicht weniger gekonnt, doch sie machte sich keine Mühe besonders schön dabei auszusehen.
Die Reise verlief ohne weitere Zwischenfälle. Sie verbrachten die Nächte im Schutze von Wäldern oder ähnlichen Erhebungen. In diesen Pausen sprachen sie kaum ein Wort miteinander. Roran war sowieso nicht nach einem Gespräch zumute. Seine Gedanken drehten sich immer noch ganz um Katrinas Schicksal und jeder Versuch ihn abzulenken scheiterte kläglich. Auch Kara schien kein großes Mitteilungsbedürfnis zu haben. Aus ihrer Sicht war wohl alles Wichtige bereits gesagt.
So verging also die Reise und bald erreichten sie die brennenden Steppen. Schon aus der Luft war zu erkennen, dass hier vor kurzem noch eine Schlacht gewütet hatte. Viele Ausrüstungsgegenstände lagen noch immer auf dem Boden verstreut. Ein Stück des kargen Boden sah aus, als hätte man dort viele Löcher gegraben und sie gleich wieder zugeschüttet. Die meisten Zelte waren inzwischen abgebaut worden und es waren nur noch vereinzelt Menschen zu sehen, die durch die Gegend eilten . Die beiden Drachen landeten am Rand des Lagers und ließen ihre Passagiere absteigen. Ohne einen Zweifel an ihrem Weg zu lassen, ging Eragon auf Nasuadas Zelt zu. Er wollte die Geschehnisse der letzten Tage sofort besprechen. Die Wachen vor dem Zelt ließen ihn und Roran diesmal kommentarlos passieren. Nur Kara versperrten sie mit eisernem Gesichtsausdruck den Weg. Ihr Mut schien jedoch schlagartig nachzulassen, als ihr Blick auf Lazya fiel, neben der sogar Saphira klein wirkte.
„Ist schon gut.“, meinte Eragon. „Sie gehört zu uns.“
Die Wachen nickten unsicher und gaben denn den Weg frei. So traten die drei in das Zelt ein. Drinnen stand Nasuada und diskutierte hitzig mit Jörmundur. Sie stellte das Gespräch sofort ein, als sie die drei Neuankömmlinge erblickte.
„Ihr seid wieder zurück.“, stellte sie erleichtert fest. „Wie ist eure Reise verlaufen?“
„Nur zum Teil erfolgreich.“, antwortete Eragon. „Es ist uns gelungen die Ra'zac und die Lethrblaka zu besiegen. Doch um Katrina zu retten, kamen wir zu spät. Sie wurde bereits einige Tage vor unserer Ankunft weggebracht, nach Urû'baen.“
Ein mitleidiger Ausdruck legte sich auf Nasuadas Gesicht, als ihr Blick zu Roran wanderte.
„Es tut mir Leid, dass du und deine Verlobte so viel durchleiden müssen.“, sagte sie mit aufrichtiger Anteilnahme. „Aber ich befürchte unter diesen Umständen können wir nichts für euch tun.
„Das weiß ich.“, entgegnete Roran mit unsicherer Stimme.
„Nun, wenigstens war die Reise nicht völlig umsonst.“, seufzte Nasuada. „Jetzt müssen wir uns nicht mehr vor einem Angriff der Ra'zac fürchten. Wir sollten für jeden Feind, den wir weniger haben, dankbar sein.“
Eragon nickte. Er betrachtete Nasuada genauer und stellte fest, dass sie müde und verbraucht aussah. Außerdem wirkte sie aufgebracht. Insgesamt machte sie einen erschreckend hoffnungslosen Eindruck.
„Wir haben jemanden mitgebracht.“, teilte er mit. „Jemand der uns in unseren Kampf eine große Hilfe sein könnte.“
Er trat ein Stück zur Seite und gab den Blick auf Kara frei. Die trug immer noch die Kapuze, doch nun so, dass ihr Gesicht gut zu erkennen war. Sie nickte Nasuada kurz zu.
„Das ist Kara.“, erklärte Eragon. „Sie und ihr Drache haben uns davor bewahrt am Helgrind in eine fatale Falle zu laufen.“
„Ihr Drache?“, wunderte sich Nasuada.
Sie warf einen Blick nach draußen. Dort war jedoch nur Saphira zu sehen. Also begab sie sich persönlich ins Freie. Das Erstaunen beim Anblick der violetten Drachendame war nicht zu übersehen. Eragon, Kara, Roran und Jörmundur folgten ihr.
„Das dort ist Lazya.“, erläuterte Eragon und wandte sich dann zu Kara um. „Kara, Lazya, ich möchte euch Nasuada, die Anführerin der Varden vorstellen.
Kara warf Nasuada einen abschätzenden Blick zu, doch ihr Gesichtsausdruck blieb freundlich.
„Die Anführerin der Varden.“, wiederholte sie. „Eine schwere Bürde ... .“
„Für eine Frau.“, unterbrach sie Nasuada. „Ich weiß, das habe ich schon mehr als einmal gehört.“
„Das wollte ich nicht sagen.“, widersprach Kara. „Ich halte Frauen nicht für weniger geeignet einen Führungsposition einzunehmen als Männer, vorausgesetzt natürlich sie besitzen die entsprechenden Bildung und Erziehung oder Erfahrung. Ich wollte sagen, das ist eine schwere Bürde für einen so jungen Menschen.“
„Ich habe alles was ich dafür brauche von meinem Vater gelernt. Er hatte diese Amt vor mir inne und hat es weise ausgeübt.“, verkündete Nasuada mit unüberhörbarem Stolz.
„Davon bin ich überzeugt.“, stimmte Kara freundlich lächelnd zu.
„Und du möchtest mit uns kämpfen?“, hakte Nasuada nach.
„Wir wünschen uns, dass in Alagaesia wieder Frieden und Glück herrschen. Wenn das bedeutet euch zu helfen, dann werden wir mit euch kämpfen.“, erklärte Kara.
Nasuada nickte zufrieden und wandte sich wieder Eragon zu.
„Ich vermute, du möchtest nach Ellesméra zurückkehren.“, meinte sie leise.
„Ich habe es versprochen.“, stimmte Eragon zu. „Deshalb möchte ich gerne aufbrechen, wenn meine Dienste hier nicht dringend gebraucht werden.“
„Im Moment wohl nicht.“, seufzte Nasuada. „Die Verluste dieser Schlacht haben uns härter getroffen, als ich vermutet habe. Wir haben viele gute Männer verloren, so viele, dass wir nicht sie hier bestatten mussten. Es ist einfach unmöglich, so viele Leichen irgendwo anders hin zu transportieren. Unter den Überlebenden sind zahlreiche Verletzte. Ich befürchte, unter diesen Umständen werden wir uns nach Surda zurückziehen müssen. Es widerstrebt mir, schon wieder eine Stellung aufgeben zu müssen, aber ich kann es nicht verantworten, noch länger hier zu bleiben. Noch sind die Streitkräfte des Imperiums geschwächt und solange sie das sind, müssen wir die Gelegenheit nutzen und uns erholen. Es bleibt zu hoffen, dass wir schneller wieder auf die Beine kommen als der Gegner.“
„Das klingt vernünftig.“, stimmte Eragon zu. „Ich hoffe ihr seid bereit, die Bewohner von Carvahall mit euch zu nehmen. Auch sie brauchen eine Erholungspause und eine Weile Sicherheit.“
„Selbstverständlich.“, versicherte Nasuada. „Sie sind herzlich willkommen. Wir können jeden brauchen, der bereit ist sich uns anzuschließen und mit uns zu kämpfen.“
Eragon nickte zufrieden. Nasuada ging mit Jörmundur ins Zelt zurück. Das Gespräch war damit eindeutig beendet. Eragon, Roran und Kara gesellten sich wieder zu den beiden Drachen, die inzwischen von den Menschen im Lager neugierig beäugt wurden.
„Gut.“, meinte Roran mit neuer Entschlossenheit. „Wann brechen wir auf?“
„Schon morgen. Wir haben keine Zeit zu verlieren.“, antwortete Eragon. „Aber ich möchte, dass du hier bleibst.“
„Aber ... .“, wollte Roran widersprechen.
„Du hast hier eine Aufgabe.“, unterbrach ihn Eragon. „Du hast die Verantwortung für die Bürger von Carvahall übernommen, als du sie überredet hast, das Dorf zu verlassen. Jetzt musst du dich um sie kümmern.“
Roran nickte einsichtig.
„Sei schnell wieder zurück.“, bat er.
„Ich werde tun was ich kann.“, versprach Eragon.
Roran nickte noch einmal. Dann verabschiedete er sich knapp von Saphira, Kara und Lazya und machte sich auf die Suche nach den Dorfbewohnern.
„Ich hoffe, ihr beide begleitet uns.“, meinte Eragon schließlich zu Kara.
„Nach Ellesméra?“, fragte Kara.
Doch eigentlich klang es weniger wie eine Frage als wie eine nachdenkliche Feststellung.
„Ich bin mir nicht sicher ob ich dahin will.“, fügte sie leise hinzu.
„Dort gibt es sicher auch für dich noch einiges zu Lernen und zu entdecken.“, versicherte Eragon. „Vertrau mir, wenn ich dir sage, dass es sich lohnt.“
„Ich befürchte nur, dass ich dort unerwünscht bin.“, murmelte sie und versank in tiefe Nachdenklichkeit.
„Wie meinst du das?“, wollte Eragon wissen.
„Es spielt keine Rolle.“, meinte Kara schließlich. „Wir begleiten euch. Es gibt Wichtigeres, als meine Bedenken.“
Ihre Haltung machte klar, dass sie nicht mehr dazu sagen wollte. Eragon wollte sich schon auf den Weg machen um seine Proviant für die Reise aufzustocken, als ihm auffiel, dass Arya nicht weit von ihnen stand und die Szene misstrauisch beobachtete. Als sie merkte, dass Eragons Blick auf ihr ruhte, kam sie näher.
„Du bist also zurück.“, stellte sie nüchtern fest. „Hat sich die Reise gelohnt?“
„Die Ra'zac sind tot. Aber Katrina konnten wir nicht befreien.“, antwortete er knapp.
„Ich verstehe.“, entgegnete Arya. „Dann wirst du jetzt nach Ellesméra zurückkehren?“
„Das habe ich vor. Schon Morgen.“, erklärte Eragon. „Wirst du uns begleiten?“
„Natürlich.“, bestätigte Arya. „Man erwartet von mir, dass ich zurückkehre und Bericht erstatte.“
„Das ist schön.“, meinte Eragon. „Ich möchte dir gerne Kara und Lazya vorstellen. Sie haben uns am Helgrind vor einer hinterhältigen Falle gerettet und wollen uns auch weiter unterstützen. Die beiden sind bereit uns nach Ellesméra zu begleiten.“
Arya trat näher an Kara heran und betrachtete sie. Misstrauen und sichtliche Ablehnung lag in ihrem Gesicht. Sie wollte noch etwas näher kommen, doch bevor sie die Chance dazu erhielt, schob Lazya ihren Kopf zwischen Arya und Kara und fletschte drohend die Zähne. Arya wich erschrocken ein Stück zurück. Kara warf ihrem Drachen einen strengen Blick zu. Der zog den Kopf wieder zurück.
„Ich hoffe du erlaubst uns, euch zu den Stätten deines Volkes zu begleiten.“, meinte Kara ruhig.
Arya sah sie noch einmal misstrauisch an. Dann nickte sie.
„Wann treffen wir uns?“, fragte sie ohne den Blick von Kara und Lazya zu lassen.
„Bei Sonnenaufgang.“, antwortete Eragon.
„Einverstanden.“, stimmte Arya zu.
Sie drehte sich um und ging. Eragon blieb ein wenige verdutzt angesichts der eben beobachteten Szene zurück. Er sah zu Kara hinüber in der Hoffnung zu erfahren, was gerade zwischen den beiden Frauen vorgefallen war. Doch die sah Arya nur mit einem bitteren Gesichtsausdruck hinterher und machte gar nicht den Eindruck gesprächsbereit zu sein
Re: Meine Eragon geschichte
Seraphino1209 - 08.07.2008, 10:41
mach weitäää ich will wissen wies weitergeht
Re: Meine Eragon geschichte
Nico - 08.07.2008, 10:46
ok hire kommt kapitel 5 und 6
Kapitel 5: Eine Welt in Flammen
Die Nacht ging unangenehm schnell zu Ende. Eragon erwachte erst, nachdem Saphira ihren Kopf in sein Zelt gezwängt und ihn mehrmals energisch angestupst hatte. Er gähnte genüsslich und streckte sich in alle Richtungen. Draußen begann es bereits hell zu werden.
Wach endlich auf!, drängelte Saphira. Sonst verschläfst du noch die Abreise. Arya ist schon seit einer Stunde auf den Beinen und läuft durch das Lager wie ein aufgescheuchtes Huhn.
Ist irgendwas passiert?, fragte Eragon besorgt.
Sie war wohl auf der Suche nach Kara und hat sie auch gefunden., berichtete Saphira. Jetzt gibt es dicke Luft.
Verärgert löste sich Eragon von seinem Nachtlager und zog sich reisefertig an. Dann folgte er Saphira zum Ort der Auseinandersetzung. Er sah Arya und Kara voreinander stehen und einander intensiv beobachten. Lazya stand neben ihrer Reiterin und ihr ganzer Körper war zum Zerreißen angespannt.
„Was willst du nun eigentlich von mir?“, fragte schließlich Kara.
„Ich will wissen wo du die all die Jahre gewesen bist, die wir gegen Galbatorix' Schreckensherrschaft gekämpft haben.“, antwortete Arya. „Dein Drache ist zweifellos mehrere Jahre älter als Saphira. Du hättest längst auftauchen und uns beistehen können. Das hätte vielen tapferen Krieger das Leben retten können.“
Kara sah Arya deutlich unsicher an. Dann schüttelte sie energisch den Kopf, als wollte sie auf diese Weise ihre Zweifel abwerfen.
„Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig.“, meinte sie entschlossen.
„Wem dann?“, wollte Arya wissen.
„So eine Person muss ich erst einmal finden wiederfinden, befürchte ich. Alle, die diese Position in meinem Leben je inne hatten, sind heute tot. Bis es soweit ist, fühle ich mich all denen in Alagaesia verpflichtet, die unter Ungerechtigkeiten leiden und schutzbedürftig sind, so wie es schon seit langer Zeit die Aufgabe der Drachenreiter ist.“
„Wo bist du dann all die Jahre gewesen, in denen genau dieses Leute leiden mussten?“, fragte Arya scharf.
„Ich habe Dinge beschützt.“, antwortete Kara zögerlich. „Dinge, die uns vielleicht bald den Sieg bringen.“
„Was für Dinge?“, hakte Arya nach.
„Du bist nicht die Person, der ich das offenbaren kann.“, wehrte Kara ab. „Aber du wirst es zum richtigen Zeitpunkt erfahren.“
Arya betrachtete sie noch einmal intensiv, drehte sich dann um und ging. Langsam entspannte sich Lazya wieder und gab bald ihre Angriffsposition auf. Eragon näherte sich den beiden langsam.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte er.
„Ich befürchte nicht.“, gab Kara zu.
„Was auch immer so wichtig ist in deinem Leben, du kannst es Arya erzählen.“, versicherte Eragon. „Sie ist absolut vertrauenswürdig.“
„Darum geht es nicht.“, wehrte Kara ab. „Ohne jeden Zweifel ist sie eine ehrlich, anständige und loyale Person. Aber das reicht nicht. Ich möchte die Dinge, die ich zu sagen habe, nur jemandem anvertrauen, der versteht. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es so jemanden noch gibt.“
„Wie du willst.“, gab Eragon nach. „Aber falls du es dir anders überlegst: Saphira und ich haben immer ein offenes Ohr für dich.“
„Ich danke dir.“, sagte Kara und ihr Gesichtsausdruck wurde wieder freundlich.
Als die Sonne über den brennenden Steppen aufgegangen war, hoben die beiden Drachen vom Boden ab. Saphira hatte es schwer mit Lazyas Tempo mitzuhalten, besonders, da sie zwei Personen tragen musste. Arya hatte sich anhaltend geweigert, mit Kara zu fliegen, obwohl es für Lazya leichter gewesen wäre, zwei Leute zu tragen. Die ältere Drachendame bemerkte den Abstand jedoch sehr schnell und reduzierte ihre Geschwindigkeit, sodass beide Drachen bald nebeneinander flogen. Eragon nutzte die stille Zeit des Fliegens um Kara zu beobachten. Sie saß so selbstverständlich im Sattel, als gehöre sie einfachen auf den Rücken ihres Drachen, als wäre sie nur eine weitere Rückenzacke. Dabei war ihr Blick immer abwechselnd auf die Welt unter ihr und den Himmel gerichtet. Lazya ließ es sich nicht nehmen, ein paar gewagte Flugmanöver zu versuchen. Einige davon beinhalteten auch Überschläge und Überkopfflüge. Kara wurde dabei von nichts weiter gehalten, als vom Druck ihrer Beine an den Körper ihres Drachen. Nicht einmal festgeschnallt war sie. Eragon wurde übel bei diesem Anblick. Und die beiden schienen nicht genug davon zu bekommen. Lazya tobte herum wie eine junger Drache, der zum ersten mal flog und Kara ließ sie gewähren. Ein paar mal warf Saphira einen eifersüchtigen Blick zu den beiden herüber. Doch sie unterließ es, sich dem Toben anzuschließen – in Rücksichtnahme auf ihre Passagiere.
Wenn wir wieder Zeit für uns haben, dann toben wir uns auch mal so richtig aus., versprach Eragon. Dann kannst du alle Flugmanöver ausprobieren, die du willst.
Hast du dir das auch gut überlegt?, fragte Saphira und Eragon spürte die schelmische Freunde in ihr.
Wenn es darum geht, mit dir zu fliegen, muss ich nicht lange überlegen., entgegnete Eragon.
So reisten die fünf drei Tage und zwei Nächte ereignislos. Sie suchten sich jede Nacht geschützte Lagerorte und verzichteten zur Sicherheit sogar auf ein Feuer. Der dritte Tag der Reise neigte sich dem Ende entgegen, als Eragon spürte, wie Saphira ungewöhnlich nervös wurde. Ihr Arm- und Beinmuskeln zuckten und ihr Schwanz sauste wie ein Peitsche durch die Luft, auch wenn sie ihn nicht zum Fliegen brauchte. Nicht einmal eine Minute später zeigte auch Lazya Anzeichen von Aufregung. Sie flog näher an Saphira heran. Eragon blickte zu Kara herüber, die aufmerksam die Welt unter ihnen betrachtete. Er versuchte sich mit ihr im Geiste zu verständigen, traf jedoch nur auf eine felsenfeste Barriere. Sie schien seinen Versuch bemerkt zu haben, denn sie drehte sich zu ihm um und bald fühlte er, wie jemand nach seinem Geist tastete. Er ließ den Kontakt zu.
Was ist los?, fragte Eragon.
Riechst du das nicht?, entgegnete Kara.
Was soll ich riechen?
Irgendwo brennt es., mischte sich Saphira ein.
Ja., stimmte Kara zu. Und es ist ein großes Feuer. Es riecht als würde Holz und Stroh brennen und auch Fleisch.
Fleisch?, wiederholte Eragon entsetzt.
Sie hatten ihr Gespräch kaum beendet, als auch schon dichte Rauchwolken in Sicht kamen. Bald schon waren auch lodernde Flammen zu sehen und die fünf mussten mit Schrecken erkennen, dass dort offenbar ein ganzes Dorf brannte.
Das müssen wir uns ansehen., legte Kara fest.
Das ist keine gute Idee., widersprach Arya. Jemand könnte uns sehen.
Doch es war bereits zu spät. Lazya hatte abgedreht und landete nur wenige Augenblicke später am Rand des Dorfes. Eragon wies Saphira an, etwas weiter entfernt zu landen. Nachdem sie das getan hatte, stiegen Eragon und Arya ab und begaben sich ebenfalls in das Dorf. Mitten in den Feuern stand Kara und betrachtete mit leerem Blick das Unheil.
„Was fällt dir eigentlich ein?“, fuhr Arya sie an. „Ist dir eigentlich klar, welcher Gefahr du uns aussetzt indem du einfach hier landest?“
Kara drehte sich abrupt zu Arya um und in ihren Augen lag ein wütender Glanz, der Eragon das Blut in den Adern gefrieren ließ.
„Meine Aufgabe ist es notleidenden Menschen zu helfen.“, zischte sie. „Und hier könnte es Überlebende geben, die Hilfe brauchen. Sollen wir die einfach ihrem Schicksal überlassen?“
Sie duldete keine Antwort. Stattdessen machte sie sich daran die Häuser und Scheunen nach Überlebenden zu durchsuchen. Eragon schnaufte genervt von der angespannten Atmosphäre. Dann ließ er die wütende Arya stehen, um Kara zu helfen. Sie hatten sich einmal an diesen Ort begeben und wenn jemand sie entdecken konnte, dann war das längst geschehen. Nicht nach Überlebenden zu suchen, wäre unter diesen Umständen unverantwortlich gewesen.
Mehrere Stunden durchsuchten die beiden das Dorf. Irgendwann schloss sich auch Arya den Sucharbeiten an. Doch alles, was sie fanden, waren verkohlte Leichen. Kara und Arya gerieten noch einmal aneinander, als die Reiterin darauf bestand, die Toten zusammenzutragen und ihnen ein ordentliches Begräbnis zu gewähren. Schließlich setzte sich Kara durch. Viel Arbeit machte dieser Wunsch jedoch nicht. Sie fanden nur von knapp drei Dutzend Leuten genug Überreste, um sie begraben zu können. Als Eragon vor dem letzten Grab stand, das es zu schließen galt, wagte er den ersten genauen Blick auf den Toten. Übelkeit überkam ihn, als er die verbrannte Leiche sah. Sie erinnerte ihn wieder an den Tot seines Onkels. Wut und Verzweiflung stiegen in ihm auf und er wandte sich ab um sein letztes Bisschen Beherrschung zu bewahren. Saphira hatte seine Stimmung schnell bemerkt und gesellte sich zu ihm. Sie stieß ihn liebevoll mit der Schnauze an. Eragon konnte spüren, wie diese Geste einen Teil der Trauer von ihm nahm.
Nachdem sie die Beerdigungen beendet hatten, schlugen die fünf ein Lager am Dorfrand auf. Die Häuser brannten immer noch und erhellten die Nacht in einer unnatürlichen und gespenstischen Art.
„Ob sich wohl ein paar der Dorfbewohner retten konnten?“, fragte sich Eragon. „Wir haben so wenige Leichen gefunden. Sie können nicht alle völlig verbrannt sein.“
„Vor dem Feuer mögen sich einige gerettet haben.“, meinte Kara betrübt. „Gebracht hat es ihnen vermutlich nicht viel. Auf den Weg durch das Dorf waren Spuren von großen, schweren Waagen zu erkennen und daneben Abdrücke von Stiefeln der Art, wie sie nur Soldaten tragen und passende Schwerter habe ich auch gefunden. Ich denke dieses Dorf wurde überfallen, geplündert und angezündet. Die überlebenden Dorfbewohner wurden zweifellos gefangen genommen und werden den Rest ihres Lebens als Sklaven des Imperiums fristen.“
Die Bitterkeit in ihrer Stimme war unüberhörbar. Sie vergrub ihre Hände in ihrem Umhang.
„Wären wir nur eher gekommen.“, seufzte sie. „Es ist noch gar nicht lange her, da waren solche Verbrechen undenkbar.“
„Wir können es jetzt nicht mehr ändern.“, stellte Eragon verbittert fest. „Lasst uns schlafen und so früh wie möglich weiterreisen. Unser Weg ist noch weit.“
Kara nickte und kuschelte sich dann an Lazya. Die wickelte wieder ihren Schwanz um ihre Reiterin. Bald waren alle fünf im blutroten Licht des lodernden Feuers eingeschlafen.
Eragon schlief schlecht in dieser Nacht. Er hatte eine verwirrenden Traum. Darin fand er sich im Inneren einer großen Halle wieder, die durch große, kunstvolle Fenster mit dämmrigem Licht erhellt wurde. Die Umgebung hatte die Ehrwürdigkeit einer Kathedrale ohne wie eine Stätte des Glaubens zu wirken. In der Mitte des Raumes sah Eragon drei Leichen in ihrem eigenen Blut liegen. Einer der Toten schien ein Kind zu sein, vielleicht zehn Jahre alt. Nicht weit von den Toten stand eine Gestalt in einem nachtschwarzen Umhang. Ihr Blick hielt sich an den drei Leichen fest. In der Hand hielt sie ein Schwert, von dem noch Blut tropfte. Langsam drehte sich die Person zu Eragon um und er erkannte, dass es Kara war.
„Bist du jetzt zufrieden?“, fragte sie. „Ist es das, was du wolltest?“
Eragon drehte sich um und sah, dass durch die große, zweiflügelige Haupteingangstür ein Mann eingetreten war, den Eragon in dem diffusen Licht nicht genau erkennen konnte. Kara drehte sich inzwischen um und ging zu einem der Fenster. Eragon folgte ihr und warf mit ihr einen Blick nach draußen. Dort tobte ein erbitterter Kampf, in dem sich mehrere Drachen und mit ihren Reiter gegenüberstanden. Erschrocken stellte Eragon fest, dass am Fuße der Burg, in der sie sich befanden, bereits mehrere tote Drachen lagen. Um die Burg herum gruppierte sich eine Stadt, über deren Dächern sich die Schlacht abspielte. Die Häuser brannten lichterloh und tauchte die ganze Gegend in einen blutroten Glanz. Auch die Burg hatte begonnen zu brennen und das Feuer fraß sich Stück für Stück nach oben vor. Noch einmal wandte Kara ihren Blick dem Fremden zu.
„Warum?“, fragte sie und ihre Stimme klang dabei völlig gefühllos.
Verschreckt wachte Eragon aus diesem Albtraum auf. Obwohl es nicht kalt war, zitterte er am ganzen Körper und fühlte sich erschöpft, geistig und gefühlsmäßig. Die Sonne begann aufzugehen und das Feuer, dass das Dorf verschlungen hatte, war inzwischen erloschen. Eragons Aufmerksamkeit fiel auf Kara, die an Lazya angelehnt dasaß und die Trümmer des Dorfes betrachtete.
„Schläfst du nie?“, fragte Eragon.
„Doch, nur nicht besonders viel.“, antwortete sie. „Heute Nacht konnte ich kaum schlafen.“
„Mir ging es genauso.“, verkündete Eragon. „Das Unglück dieser Menschen kann einem nur zu Herzen gehen. Hattest du auch einen Albtraum?“
„Mein halbes Leben ist ein Albtraum. Ich habe mich inzwischen viel zu sehr daran gewöhnt um mich noch von den Ausgeburten meines Unterbewusstseins verschrecken zu lassen.“^
Kapitel 6: Der Attentäter
Seufzend stand Nasuada in der Mitte des provisorisch aufgebauten Lagers. Der riesige Tross von Kämpfern war inzwischen seit zwei Tagen auf dem Rückweg nach Surda. Die brennende Sonne wies darauf hin, dass sie nicht mehr weit von der – zumindest vorübergehend – sicheren Zuflucht waren. Trotzdem wurden die Leute zusehends nervös. Die Hitze der Sonne und die teilweise sehr mangelhafte Versorgung zehrte an ihren Kräften, an den wenigen, die nach der Schlacht noch übrig waren. Viele begannen inzwischen schon an den Erfolgschancen der Varden zu zweifeln. Das Auftauchen eines neuen Drachenreiters, der in Galbatorix' Diensten stand, hatte einen tiefen Eindruck hinterlassen. Der von Nasuada angeordnete Rückzug gab diesen Zweifeln einen gehörigen Schub. Einige der erschöpften Krieger werteten dieses Verhalten als einen Akt der Furcht und als Zugeständnis der Schwäche. All diese Faktoren ließen die Stimmung ins Bodenlose fallen und machte die Leute übellaunig und aggressiv. Inzwischen kam es mehrmals am Tag vor, dass sich zwei oder gar noch mehr Leute über Dinge stritten, die noch vor kurzem als Kleinigkeiten abgetan worden wären. Nicht selten endeten die Streitigkeiten in Schlägereien, die viele Verletzte hervorbrachten. Das war das Letzte, was die Varden jetzt brauchen konnten, doch so sehr sich Nasuada auch bemühte, sie konnte die Spannung unter ihren Leuten nicht abbauen. Und nun schien die Sache außer Kontrolle zu geraten. Der Tag war gerade erst angebrochen, als ein Bote Nasuada aufgesucht und zu diesem Fleckchen in der Mitte des Lagers geführt hatte. Dort hatte sich bereits eine Traube von Menschen gebildete, die erschrocken etwas anstarrten und aufgeregt tuschelten. Nasuada hatte sich durch die Menge kämpfen müssen um zu sehen, was vorgefallen war. Dort auf dem Boden lag ein Mann, den sie als Byron identifizierte. Er lag mit dem Bauch nach unten, Arme und Beine waren ausgestreckt. In seinem Rücken steckte ein Dolch. Dieser Vorfall stellte eine untragbare Eskalation der gespannten Stimmung dar. Vermutlich hatte es in der Nacht Streitigkeiten gegeben, die in diesem feigen Mord geendet hatten.
„Was ist passiert?“, fragte Nasuada in die Runde.
Keiner wollte antworten. Auf die Gesichter der Umstehenden legte sich ein betroffener Ausdruck. Schließlich meldete sich Jörmundur zu Wort:
„Er wurde heute Morgen bei Sonnenaufgang an dieser Stelle gefunden. Niemand will in der Nacht etwas gesehen und gehört haben.“
Nasuada seufzte noch einmal leise. Nicht nur, dass es zu einer tödlichen Eskalation der angespannten Stimmung gekommen war, es hatte auch noch einen ihrer besten Männer erwischt. Byron war ein großartiger, erfahrener Krieger. Er hatte aus vielen verzwickten Situationen einen Ausweg gewusst und mehr als einmal hatte sich Nasuada auf ihn verlassen können. Immer wieder hatte er mit Erfolg die Stimmung seiner Kameraden hoch gehalten und Ärger verhindert. Dieser Mann würde in Zukunft fehlen und der Umstand seines Todes die Varden nur noch mehr durcheinander bringen. Sein Tod würde viele Männer verunsichern und ihnen die Hoffnung nehmen.
Nasuada wandte sich ab und begann mit langsamen Schritten den Ort des Geschehens zu verlassen. Jörmundur folgte ihr schweigend.
„Ich gebe es nur ungern zu, aber ich bin am Ende meiner Weisheit.“, meinte schließlich Nasuada. „Die Leute sind unkontrollierbar geworden und ihre Aggressionen schweifen aus. Wenn nicht dringend etwas unternommen wird, gibt es bald noch mehr Tote. Ich weiß nicht, was ich noch tun soll.“
Jörmundur sah sie ernst an und legte ihr dann eine Hand auf die Schultern. Dieses Geste war zwar nett gemeint, wirkte jedoch keineswegs beruhigend auf die Anführerin der Varden, denn es lag viel zu viel Unsicherheit in ihr.
„Ich möchte, dass du dich um ein anständiges Begräbnis für Byron kümmerst. Jeder soll daran teilhaben können. Vielleicht mindert das die Aufregung über diesen Vorfall ein wenig. Und dann sieh zu, dass herausgefunden wird, war diesen hinterhältigen Mord begangen hat und wenn es bedeutet, dass du jeden im Lager einzeln befragen musst.“, wies Nasuada an.
Jörmundur nickte nur stumm und machte sich mit immer noch ernster Stimmung auf den Weg, die Anweisungen zu erfüllen.
Der Vorfall verzögerte die Reise der Varden. Nasuada hatte beschlossen noch einen Tag länger zu rasten, um Byron ein anständiges Begräbnis ausrichten zu können. Außerdem hatte sie festgestellt, dass sich im Laufe des Tages die Stimmung der Leute ein wenig gebessert hatte. Nicht bei der knappen Versorgungslage den ganzen Tag durch die brütenden Sonne wandern zu müssen, tat ihnen gut. Nasuadas Sorgen waren allerdings bis zum Abend nicht wesentlich weniger geworden. Also legte sie sich mit einem Wirrwarr der Gedanken und Gefühle im Kopf schlafen. Das führte dazu, dass ihr Schlaf nicht besonders tief war. Sie hatte diffuse Träume, die nichts weiter als Verwirrung brachte. Irgendwann, mitten in den dunkelsten Stunden der Nacht, erwachte sie aus einem dieser Träume. Sie atmete tief durch und versuchte sich zu beruhigen um weiter schlafen zu können. Doch ihr blieb nicht viel Zeit dafür. In dem wenigen Licht, dass von außen in ihr Zelt drang, bemerkte sie, wie sich der Schatten einer Person über sie legte. In dessen Hand erblickte sie etwas, das wie ein spitzer Gegenstand aussah. Plötzlich stieß dieses Hand auf sie herab. Geschockt erhob sie ihre Hand um den Angreifer abzufangen. Ihre Hand umfasste das Handgelenk des Fremden und brachte den Arm so zum Halten, dass das Messer nur wenige Millimeter von ihrer Kehle entfernt zum Halten kam. Erschrocken versuchte Nasuada sich zur Seite abzurollen, um dem Angriff zu entkommen, doch sie war nicht schnell genug. Stattdessen bekam sie von der anderen Hand des Angreifers einen harten Schlag ins Gesicht. Nasuada schrie vor Schmerz, war aber geistesgegenwärtig genug, auch die andere Hand zu ergreifen. Der Angreifer versuchte sich aus ihrem Griff zu befreien und ein kurzes Kräftemessen zwischen den beiden begann. So sehr sie auch auch bemühte, ihr Angreifer war stärker als Nasuada. Die Hand mit dem Messer begann gegen all ihren Widerstand tiefer zu sinken bis die Klinge ihren Hals erreicht und in die Haut stach. Mit der Kraft der Verzweiflung riss Nasuada die Beine nach oben und versetzte ihrem Angreifer einen kräftigen Tritt in den Magen, der ihn taumeln und nach hinten fallen ließ. Eilig sprang Nasuada auf, um für den nächsten Angriff gewappnet zu sein. Auch der Unbekannte raffte sich wieder auf, sah sie kurz an, drehte sich dann aber um und verschwand eilig aus dem Zelt. Nasuada folgte ihm eilig, doch ehe sie das Zelt verlassen hatte, war der Angreifer bereits in die tiefschwarze Nacht verschwunden. Nasuada konnte nichts mehr tun, als einen verzweifelten Blick auf die beiden Wachen zu werfen, die erdolcht neben dem Eingang ihres Zeltes lagen.
Re: Meine Eragon geschichte
Lee - 23.07.2008, 19:06
Habs jetz auch durch und finds ok, is net schlecht
hmm... is "der Angreifer" zufällig "eine Angreiferin"?^^
Re: Meine Eragon geschichte
Nico - 31.08.2008, 13:29
Lee hat folgendes geschrieben: Habs jetz auch durch und finds ok, is net schlecht
hmm... is "der Angreifer" zufällig "eine Angreiferin"?^^
hmmm könnte sein wirst du sehen jetzt hier kommen die nächste 2 kapiteln ^^
Kapitel 6: Der Attentäter
Seufzend stand Nasuada in der Mitte des provisorisch aufgebauten Lagers. Der riesige Tross von Kämpfern war inzwischen seit zwei Tagen auf dem Rückweg nach Surda. Die brennende Sonne wies darauf hin, dass sie nicht mehr weit von der – zumindest vorübergehend – sicheren Zuflucht waren. Trotzdem wurden die Leute zusehends nervös. Die Hitze der Sonne und die teilweise sehr mangelhafte Versorgung zehrte an ihren Kräften, an den wenigen, die nach der Schlacht noch übrig waren. Viele begannen inzwischen schon an den Erfolgschancen der Varden zu zweifeln. Das Auftauchen eines neuen Drachenreiters, der in Galbatorix' Diensten stand, hatte einen tiefen Eindruck hinterlassen. Der von Nasuada angeordnete Rückzug gab diesen Zweifeln einen gehörigen Schub. Einige der erschöpften Krieger werteten dieses Verhalten als einen Akt der Furcht und als Zugeständnis der Schwäche. All diese Faktoren ließen die Stimmung ins Bodenlose fallen und machte die Leute übellaunig und aggressiv. Inzwischen kam es mehrmals am Tag vor, dass sich zwei oder gar noch mehr Leute über Dinge stritten, die noch vor kurzem als Kleinigkeiten abgetan worden wären. Nicht selten endeten die Streitigkeiten in Schlägereien, die viele Verletzte hervorbrachten. Das war das Letzte, was die Varden jetzt brauchen konnten, doch so sehr sich Nasuada auch bemühte, sie konnte die Spannung unter ihren Leuten nicht abbauen. Und nun schien die Sache außer Kontrolle zu geraten. Der Tag war gerade erst angebrochen, als ein Bote Nasuada aufgesucht und zu diesem Fleckchen in der Mitte des Lagers geführt hatte. Dort hatte sich bereits eine Traube von Menschen gebildete, die erschrocken etwas anstarrten und aufgeregt tuschelten. Nasuada hatte sich durch die Menge kämpfen müssen um zu sehen, was vorgefallen war. Dort auf dem Boden lag ein Mann, den sie als Byron identifizierte. Er lag mit dem Bauch nach unten, Arme und Beine waren ausgestreckt. In seinem Rücken steckte ein Dolch. Dieser Vorfall stellte eine untragbare Eskalation der gespannten Stimmung dar. Vermutlich hatte es in der Nacht Streitigkeiten gegeben, die in diesem feigen Mord geendet hatten.
„Was ist passiert?“, fragte Nasuada in die Runde.
Keiner wollte antworten. Auf die Gesichter der Umstehenden legte sich ein betroffener Ausdruck. Schließlich meldete sich Jörmundur zu Wort:
„Er wurde heute Morgen bei Sonnenaufgang an dieser Stelle gefunden. Niemand will in der Nacht etwas gesehen und gehört haben.“
Nasuada seufzte noch einmal leise. Nicht nur, dass es zu einer tödlichen Eskalation der angespannten Stimmung gekommen war, es hatte auch noch einen ihrer besten Männer erwischt. Byron war ein großartiger, erfahrener Krieger. Er hatte aus vielen verzwickten Situationen einen Ausweg gewusst und mehr als einmal hatte sich Nasuada auf ihn verlassen können. Immer wieder hatte er mit Erfolg die Stimmung seiner Kameraden hoch gehalten und Ärger verhindert. Dieser Mann würde in Zukunft fehlen und der Umstand seines Todes die Varden nur noch mehr durcheinander bringen. Sein Tod würde viele Männer verunsichern und ihnen die Hoffnung nehmen.
Nasuada wandte sich ab und begann mit langsamen Schritten den Ort des Geschehens zu verlassen. Jörmundur folgte ihr schweigend.
„Ich gebe es nur ungern zu, aber ich bin am Ende meiner Weisheit.“, meinte schließlich Nasuada. „Die Leute sind unkontrollierbar geworden und ihre Aggressionen schweifen aus. Wenn nicht dringend etwas unternommen wird, gibt es bald noch mehr Tote. Ich weiß nicht, was ich noch tun soll.“
Jörmundur sah sie ernst an und legte ihr dann eine Hand auf die Schultern. Dieses Geste war zwar nett gemeint, wirkte jedoch keineswegs beruhigend auf die Anführerin der Varden, denn es lag viel zu viel Unsicherheit in ihr.
„Ich möchte, dass du dich um ein anständiges Begräbnis für Byron kümmerst. Jeder soll daran teilhaben können. Vielleicht mindert das die Aufregung über diesen Vorfall ein wenig. Und dann sieh zu, dass herausgefunden wird, war diesen hinterhältigen Mord begangen hat und wenn es bedeutet, dass du jeden im Lager einzeln befragen musst.“, wies Nasuada an.
Jörmundur nickte nur stumm und machte sich mit immer noch ernster Stimmung auf den Weg, die Anweisungen zu erfüllen.
Der Vorfall verzögerte die Reise der Varden. Nasuada hatte beschlossen noch einen Tag länger zu rasten, um Byron ein anständiges Begräbnis ausrichten zu können. Außerdem hatte sie festgestellt, dass sich im Laufe des Tages die Stimmung der Leute ein wenig gebessert hatte. Nicht bei der knappen Versorgungslage den ganzen Tag durch die brütenden Sonne wandern zu müssen, tat ihnen gut. Nasuadas Sorgen waren allerdings bis zum Abend nicht wesentlich weniger geworden. Also legte sie sich mit einem Wirrwarr der Gedanken und Gefühle im Kopf schlafen. Das führte dazu, dass ihr Schlaf nicht besonders tief war. Sie hatte diffuse Träume, die nichts weiter als Verwirrung brachte. Irgendwann, mitten in den dunkelsten Stunden der Nacht, erwachte sie aus einem dieser Träume. Sie atmete tief durch und versuchte sich zu beruhigen um weiter schlafen zu können. Doch ihr blieb nicht viel Zeit dafür. In dem wenigen Licht, dass von außen in ihr Zelt drang, bemerkte sie, wie sich der Schatten einer Person über sie legte. In dessen Hand erblickte sie etwas, das wie ein spitzer Gegenstand aussah. Plötzlich stieß dieses Hand auf sie herab. Geschockt erhob sie ihre Hand um den Angreifer abzufangen. Ihre Hand umfasste das Handgelenk des Fremden und brachte den Arm so zum Halten, dass das Messer nur wenige Millimeter von ihrer Kehle entfernt zum Halten kam. Erschrocken versuchte Nasuada sich zur Seite abzurollen, um dem Angriff zu entkommen, doch sie war nicht schnell genug. Stattdessen bekam sie von der anderen Hand des Angreifers einen harten Schlag ins Gesicht. Nasuada schrie vor Schmerz, war aber geistesgegenwärtig genug, auch die andere Hand zu ergreifen. Der Angreifer versuchte sich aus ihrem Griff zu befreien und ein kurzes Kräftemessen zwischen den beiden begann. So sehr sie auch auch bemühte, ihr Angreifer war stärker als Nasuada. Die Hand mit dem Messer begann gegen all ihren Widerstand tiefer zu sinken bis die Klinge ihren Hals erreicht und in die Haut stach. Mit der Kraft der Verzweiflung riss Nasuada die Beine nach oben und versetzte ihrem Angreifer einen kräftigen Tritt in den Magen, der ihn taumeln und nach hinten fallen ließ. Eilig sprang Nasuada auf, um für den nächsten Angriff gewappnet zu sein. Auch der Unbekannte raffte sich wieder auf, sah sie kurz an, drehte sich dann aber um und verschwand eilig aus dem Zelt. Nasuada folgte ihm eilig, doch ehe sie das Zelt verlassen hatte, war der Angreifer bereits in die tiefschwarze Nacht verschwunden. Nasuada konnte nichts mehr tun, als einen verzweifelten Blick auf die beiden Wachen zu werfen, die erdolcht neben dem Eingang ihres Zeltes lagen.
Kapitel 7: Verstehen und Vergeben
Eragon sah sich immer wieder nervös um, während er sein Nachtlager herrichtete. Sie hatten eine großes Stück ihres Weges hinter sich. Doch der gefährlichste Abschnitt hatte gerade begonnen. Die fünf hatten sich lange beraten und waren zu dem Entschluss gelangt, den direktesten Weg zu nehmen. Unangenehmerweise führte der gefährlich nah an Urû'baen vorbei. Die Hautstadt war nicht weit weg von ihrem Lager, zumindest in Drachenflugzeit gemessen. Das war jedoch kein Grund nicht nervös zu sein. Auf ein Feuer verzichteten die Reisenden wieder einmal. Lazya und Saphira hatten sogar die Jagd ausfallen lassen. Die Gefahr entdeckt zu werden, war einfach zu groß.
„Wir müssen abwechselnd Wache halten.“, stellte Arya fest.
Kara stimmte ihr nickend zu und beobachtete mit einem zweifelnden Gesichtsausdruck, wie Lazya erneut begann Laub von den Bäumen zu fressen. Die beiden Drachen waren von Sonnenaufgang bis zum frühen Abend geflogen ohne eine Pause zu machen. Auf ihre Jagd und damit auf ein nahrhaftes Stück Fleisch zu verzichten, war ihnen schwer gefallen. Lazya schien es jedoch besonders schwer zu fallen. Überhaupt fraß sie erstaunlich viel. Wenn das, was Saphira berichtete, stimmte. In der kurzen Zeit nach der Landung hatte sie bereits zwei Bäume kahl gefressen.
„Gut. Saphira und ich fangen an.“, beschloss Eragon.
Die Sonne war gerade am Untergehen und es wurde Zeit zu schlafen. Die fünf wollten noch im Dunklen wieder aufbrechen um die Gefahr möglichst schnell hinter sich zu lassen.
Arya nickte knapp und streckte sich auf ihrem Nachtlager aus. Lazya stellte das Laubfressen ein. Ein Schnaufer entfuhr ihr, während sie sich hinlegte. Ihr Blick war starr nach Urû'baen gerichtet, dessen Zinnen in der Ferne zu sehen waren. Mehrmals schon hatte Eragon dieses Verhalten beobachtet, doch erklären konnte er es sich nicht. Er nahm sich vor, sie danach zu fragen.
Kara machte es sich erneut an der Flanke ihres Drachen gemütlich, in ihren Umhang gewickelt und das gezogene Schwert in der Hand.
„Wir übernehmen die nächste Wache.“, verkündete sie und schloss dann Augen, während sich Lazyas Schwanz um sie wickelte. Eragon setzte sich zu Saphira, die aufmerksam die Umgebung beobachtete. Auch er legte sein Schwert griffbereit neben sich.
Eragons Wache verging ohne weiter Vorkommnisse. Müde übergab er an Kara. Die wirkte nach den wenigen Stunden Schlaf erstaunlich erholt. Mit einem flauen Gefühl im Magen legte sich Eragon hin. Saphira stupste ihn noch einmal liebevoll an, dann schlief er ein. Als er wieder erwachte herrschte noch tiefste Nacht. Der Vollmond erhellte jedoch ihr Lager. Verschlafen drehte sich Eragon in alle Richtungen. Dabei entdeckte er Arya. Sie stand nicht weit von ihm, mit der Hand am Schwertgriff. Ihr Blick sah starr in eine Richtung. Neben ihr stand Lazya und scharrte abwechselnd mit beiden Hinterbeinen im Boden. Vor ihr stand, mit dem gezogenen Schwert in der Hand, Kara. Eragon blieb fast der Atem weg, als er sah, was die drei so gebannt anstarrten. Vor ihnen stand ein roter Drache. Inzwischen war auch Saphira aufgewacht und eilig auf die Beine gesprungen, als sie den anderen Drachen erblickt hatte.
Ich bin nicht her, um euch zu schaden., verkündete der rote Drache so, dass all ihn hören konnten.
Eragon trat eine Bisschen näher und betrachtete den Neuankömmling.
Du bist Dorn?, vergewisserte er sich.
So ist es., antwortete der rote Drache.
Er schob seinen Kopf an Lazya und Kara vorbei um Eragon ansehen zu können.
Warum solltest du uns nicht schaden wollen?, fragte Eragon. Du bist unser Feind.
Ich bin nicht euer Feind., widersprach Dorn. Das, was auf den brennenden Steppen geschehen ist, lag außerhalb meines Einflussbereiches. Wir wurden dazu gezwungen. Wenn wir euch wirklich hätten fangen oder töten wollen, dann wäre uns das auch gelungen. Ich denke du wirst dich daran erinnern, dass Murtagh aus eigenem Antrieb von dir abgelassen hat.
Eragon erinnerte sich sehr wohl daran, doch er wehrte sich erbittert gegen diese Erinnerung. Diese Wunde war noch viel zu frisch um vernünftig damit umzugehen.
Wenn ihr tatsächlich unter Galbatorix' Kontrolle steht, warum bist du dann allein hier, ohne deinen Reiter und ohne eine Kompanie Soldaten um uns gefangen zu nehmen?, wollte Eragon wissen.
Dorn schnaubte abfällig.
Galbatorix ist sich seiner Überlegenheit so sicher, dass er nachlässig wird. Er hat nur Murtagh die Schüre leisten lassen, nicht mich. Er hat natürlich Recht, wenn er davon ausgeht, dass ich nicht fliehen werde, solange er meinen Reiter unter Kontrolle hat. Diese Nachlässigkeit eröffnet mir einige Freiheiten., erklärte er.
Wird man nicht merken, dass du weg bist?, fragt Eragon.
Nein., antwortete Dorn. Ich bin um diese Zeit immer auf der Jagd. Niemand wird mich vermissen.
Eragon nickte resignierend und nahm wieder neben Saphira Platz. Auch die setzte sich wieder. Dorn schlängelte sich an Kara, Lazya und Arya vorbei. Kara folgte der Bewegung des roten Drachen solange, bis er Lazya passiert hatte. Arya gewann ein wenig Abstand und setze sich ebenfalls. Dorn ließ sich vor Eragon nieder.
Also, was führt dich zu uns?, fragte Eragon schließlich.
Zuerst einmal möchte ich dein Verständnis erbitten. Ich weiß, was auf den brennenden Steppen passiert ist, hat dich sehr verletzt und deine Welt durcheinander gebracht. Aber Murtagh hat das nicht aus böser Absicht getan. Er hatte keine Wahl. Wir beide wünschen uns nichts sehnlicher, als frei zu sein. Indem Murtagh dich hat gehen lassen, ist er ein großes Risiko eingegangen. Er wurde schwer für diesen Ungehorsam bestraft. Von der Strafe hat er sich immer noch nicht erholt. Ich bitte dich nur um Verständnis und Vergebung., antwortete Dorn.
Eragons Gefühle überschlugen sich. Sein Verstand erfasste sehr wohl, wie aussichtslos Dorns und Murtaghs Lage war. Doch sein Herz war noch viel zu überrascht und verletzt um diese Erkenntnis durchzulassen.
Ich verstehe, was euch bewegt., erklärte Eragon. Aber Vergebung kann ich dir nicht bieten. Ich brauche noch Zeit bis meine Gefühle verrauchen.
Ich verstehe., entgegnete Dorn. Das reicht mir.
Der rote Drache sah sich eilig um.
Ist das der einzige Grund für dein Kommen?, wollte Eragon wissen.
Nein., gab Dorn zu.
Er schwang seine Schwanz nach vorne und ließ etwas rollen, das er darin gehalten hatte. Das Etwas kullerte direkt vor Eragons Füße. Er hob es auf und erkannte im seichten Mondlicht ein grünes Drachenei. Zischend entwich die Luft aus einen Lungen und er starrte abwechselnd Dorn und das Ein an.
Wie bist du da ran gekommen?, fragte er verblüfft.
Zufällt verstehe ich mich gut mit dem Bewacher des Eis., antwortete Dorn. Ich habe es zu euch gebracht, damit wenigstens dieser Drache in Freiheit aufwächst. Ich bitte euch gut auf ihn aufzupassen und den Reiter zu finden, auf den er schon so lange wartet.
Das werden wir., versprach Eragon.
Dann ist es Zeit für mich zu gehen., verkündete Dorn.
Er drehte sich um und trottete von der Gruppe weg. Kara eilte ihm nach und legte eine Hand an seine Flanke. Dorn bleib stehen und wandte sich ihr zu. Ein stilles Gespräch zwischen den beiden begann, das Kara mit sichtlicher Zufriedenheit beendete. Anschließend fand noch ein kurzer Austausch zwischen Dorn und Lazya statt. Nachdem alles gesagt war, hob Dorn vom Boden ab und war bald in der Ferne verschwunden.
„Wir sollten noch etwas schlafen.“, meinte Kara.
„Ich übernehme die restliche Wache.“, bot Arya an.
Kara nickte und begab sich mit Lazya wieder auf ihren Schlafplatz. Eragon legte das Ei neben sich ab und machte es sich dann wieder neben Saphira gemütlich.
Re: Meine Eragon geschichte
Lee - 31.08.2008, 20:52
hört sich intressant an, auch wenn ich nicht glaub das die Bewacher des Eis Dorn einfach das Ei geben würden, aber sonst find ichs ganz ok
Re: Meine Eragon geschichte
Nico - 29.09.2008, 20:12
thx lee du bist der beste :heul:
jetzt gehts weiter
Kapitel 8: Ein Bisschen mehr Hoffnung
Der nächste Morgen kam schnell. Eragon fühlte sich alles andere als ausgeruht und erholt. Trotzdem stemmte er sich auf die Beine. Arya saß nicht weit von ihm und beobachtete die Umgebung. Kara war bereits mit dem Zusammenpacken ihrer Habseligkeiten beschäftigt. Sie unterbrach ihre Aktivität kurz um Eragon ein Stück Brot und einen Wasserschlauch zu reichen. Eragon aß schweigend und räumte dann sein Gepäck zusammen. Zuletzt hielt er das grüne Drachenei in der Hand.
„Darf ich es mir mal ansehen?“, fragte Kara.
Eragon nickte und übergab ihr das Ei. Kara nahm es gespannt entgegen und begann es fachkundig zu untersuchen. Sie hielt es gegen das schwache Morgenlicht und fuhr zärtlich mit den Fingern die feinen, weißen Äderchen auf der Oberfläche ab.
„Ein prächtiges Ei.“, befand sie. „Der Drache, der daraus schlüpft, wird sicher wunderschön sein.“
Ihr Blick fiel auf Arya, die die ganze Zeit das Ei in Karas Händen anstarrte. Mit einem geheimnisvollen Lächeln auf den Lippen ging Kara auf Arya zu.
„Du solltest es nehmen.“, beschloss sie und drückte der Elfe das Ei in die Hand.
Arya nahm es verblüfft entgegen und betrachtete es fasziniert. Ihre Hände glitten liebevoll über die glatte Schale. Dabei schien sie die Welt um sich herum völlig zu vergessen. Plötzlich ertönte ein leises Knacken. Ein langer Riss bildete sich auf der Schale. Erschrocken legte Arya das Ei auf den Boden. Es knackte noch zweimal und dann zersprang die Schale in viele kleine Teile. Inmitten der Bruchstücke rollte sich ein kleiner, grüner Drache auf die Beine. Im neu erwachten Tageslicht strahlte er wie ein einziger, auf Hochglanz polierter Smaragd. Neugierig sah er sich unter den Anwesenden um. Dann tapste er auf wackeligen Beinen auf Arya zu und setzte sich vor sie hin. Seinen großen Kulleraugen sahen die Elfe erwartungsvoll an. Doch Arya zögerte. Sie wirkte völlig überfordert mit dieser Situation.
„Trau dich!“, ermutigte Kara sie.
Zögerlich ging Arya in die Hocke und streckte ihre Hand nach dem Drachenbaby aus. Kaum hatten ihre Finger das kleine Wesen berührte, wurde die ganze Umgebung in ein seichtes, grünes Licht getaucht. Als das Licht wieder verschwunden war, saß Arya auf dem Boden und betrachtete verblüfft ihre Handfläche, auf der nun die Gedwey Ignasia funkelte.
„Meinen herzlichen Glückwunsch. Jetzt bist du auch ein Drachenreiter.“, verkündete Kara feierlich.
Arya sah wieder ihren kleinen Drachen an. Der erwiderte ihren Blick und fiepte leise. Vorsichtig nahm die Elfe ihn auf den Arm. Der Drache kuschelte sich zufrieden an seine Reiterin und das Fiepen verklang.
„Wie kann das sein?“, fragte Arya überwältigt.
„Es ist dein Schicksal.“, antwortete Kara. „Nimm es so an wie es ist. Dann kommt alles andere wie von selbst.“
„Was soll ich jetzt tun?“, wollte Arya wissen.
„Du musst ihm einen Namen geben.“, erklärte Kara.
Arya verfiel in nachdenkliches Schweigen. Dabei betrachtete sie ständig ihren kleinen Drachen, der friedlich in ihren Armen döste. Dann schien sie einen Entschluss gefasst zu haben.
„Faru.“, entfuhr es ihr. „Sein Name ist Faru.“
Der kleine Drache fiepte zustimmend und leckte seiner Reiterin liebevoll über die Hand. Kara streckte vorsichtig ihre Hand aus, doch kurz bevor sie den Drachen berührte, hielt sie inne und fragte:
„Darf ich?“
Arya sah sie eine Weile zweifelnd an. Kara wollt die Hand schon zurückziehen, als Arya antwortete:
„Natürlich.“
Kara lächelte dankbar und streichelte vorsichtig den Kopf und die Schnauze des kleinen Drachen. Dann legte sie ihre Hand auf seinem Kopf ab und sagte in der alten Sprache:
„Sie willkommen auf dieser Welt, kleiner Drache. Möge das Glück dich und deine Reiterin auf allen Wegen begleiten und möge eure Verbindung tief und unzerbrechlich sein von jetzt an bis an euer Lebensende und über den Tod hinaus.“
Der kleine Drachen leuchtete in einem seichten, violetten Licht kurz auf. Dann summte er zufrieden und sah Kara aus halb geschlossenen Augen an.
„Was bedeutet das?“, fragte Eragon verwundert.
„Das ist eine alte Segnung. Früher einmal wurde sie über alle Drachen gesprochen, die bei einem Reiter geschlüpft sind. Leider war diese Tradition bei den Reitern fast völlig in Vergessenheit geraten. Natürlich gibt es keine Beweise dafür, dass Drachen mit dieser Segnung wirklich besser dran waren, als die ohne. Aber es ist ein schönes Ritual mit tiefer emotionaler Bedeutung. Lazya und ich, wir hätten nicht darauf verzichten wollen.“, erklärte Kara.
Lazya und Saphira waren näher gekommen um ihren neuen Artgenossen zu beschnuppern und zu begrüßen. Die sechs blieben fast eine Stunde einträchtig sitzen. Dann erhoben sich Eragon und Kara um ihre Drachen zu satteln.
Nachdem Kara das Satteln beendet hatte, wandte sie sich noch einmal an Arya:
„Du solltest die Schalen mitnehmen und aufbewahren. Sie sind ein schönes Erinnerungsstück und man weiß ja nie, wozu sie noch gut sein könnten.“
Arya nickte und begann die Schalen aufzusammeln. Die verstaute sie ihn ihrem Rucksack. Dann wandte sie ihre volle Aufmerksamkeit wieder Faru zu. Eragon hatte Mühe sie dazu zu bewegen, auf Saphira Platz zu nehmen. Doch schließlich erhoben sich die beiden Drachendamen vom Boden und flogen weiter.
Kapitel 9: Radikale Maßnahmen
Die Varden hatten ihr Lager vor den Toren von Aberon aufgeschlagen. Die Reise war anstrengend gewesen und fast der gesamte Vorrat an Wasser und Lebensmitteln war aufgebraucht. In den letzten Tagen hatte es immer wieder Anschläge auf wichtige Personen gegeben. Jörmundur hatte einem dieser Angriffe nur schwer verletzt entkommen können. Acht Tote hatten die Varden auf ihrem Weg begraben müssen.
Nasuada saß zusammen mit dem Ältestenrat und König Orrin in ihrem Zelt. Dieses Zelt wurde von allen Seiten schwer bewacht. Nasuada hatte es nicht gewagt mit ihren Leuten die Stadt zu betreten aus Angst, sie könnten so dem Attentäter die Tore öffnen.
„Das ist eine verzwickte Lage.“, gab Orrin zu.
Er betrachtete nachdenklich die Runde und schien genauso intensiv nach einer Lösung des Problems zu suchen.
„Jetzt versteht Ihr hoffentlich, warum wir Euch mit so vielen Wachen hierher zitieren mussten.“, entgegnete Nasuada. „Wir konnten kein Risiko eingehen.“
„Natürlich.“, stimmte Orrin zu. „Wie gedenkt Ihr dieses Problem zu lösen?“
Nasuada sah ihn hilflos an. Mit dieser Frage hatte sie gerechnet. Trotzdem war sie alles andere als vorbereitet darauf und eine Antwort hatte sie erst recht nicht. Nervös spielten ihre Finger mit dem Stoff ihres Kleides, während sie scharf darüber nachdachte, was sie sagen sollte. Sollte sie keine Lösung finden, bestand die Gefahr Orrins Unterstützung zu verlieren. Seine Lage war selbst viel zu bedrängt um das Risiko eines Attentäters ein der eigenen Hauptstadt einzugehen. Seufzend senkte Nasuada den Kopf. Es wollte ihr einfach nichts einfallen.
„Ich muss zugeben, ich weiß es nicht.“, murmelte sie.
Orrin nickte verständnisvoll und versank für einige Minuten in Gedanken. Irgendwann ergriff Jörmundur das Wort:
„Es gibt nur zwei Überlebende der Anschläge. Beide wurden in der Nacht angegriffen und haben den Attentäter nicht erkennen können. Die verwendeten Dolche wurden allesamt verschiedenen Personen gestohlen und lassen somit keinen Rückschluss auf den Täter zu.“
Wieder zog tiefes Schweigen in die Runde ein. Niemand wollte den anderen ansehen.
„Wenn das so ist,“, meinte Orrin irgendwann. „gibt es nur eins, was zu tun bleibt.“
Nur wenige Minuten später öffnete sich der Vorhang vor dem Eingang des Zeltes und eine Frau trat ein. Sie verbeugte sich eilig und sagte:
„Ihr habt mich rufen lassen, Herrin.“
Nasuada nickte und betrachtete die Frau unsicher.
„Ich habe eine gleichermaßen wichtige wie auch schwierige Aufgabe für dich, Trianna. Wir kommen auf der Suche nach dem Attentäter nicht weiter. Es ist zu befürchten, dass schon heute Nacht noch jemand sterben muss. Wir haben befunden, dass es nur eine Möglichkeit gibt, den Täter zu identifizieren: Die Geister all unserer Leute müssen durchsucht werden. Das ist von jetzt an deine Aufgabe und die der gesamten Du Vrangr Gata. Sie hat Vorrang vor allen anderen.“, erklärte Nasuada.
Triannas Augen weiteten sich erschrocken. Sie trat unbehaglich von einem Fuß auf den anderen.
„Alle Varden?“, fragte sie verblüfft.
„Alle, ohne Ausnahme.“, bestätigte Nasuada. „Ich weiß, das ist eine schwere Aufgabe gegen die jeder Mensch mit einem intakten Gewissen Vorbehalte hätte, doch es gibt keinen anderen Weg.“
„Wie Ihr wünscht, Herrin.“, meinte Trianna.
Sie verneigte sich noch einmal, drehte sich um und verließ das Zelten eiligen Schrittes wieder. Nasuadas Magen krampfte sich zusammen. Dieses Maßnahme bereitete ihr ein schlechtes Gewissen und würde großen Unmut in ihrem Volk hervorrufen.
„Es ist die richtig Entscheidung.“, versucht ihr Orrin Mut zu machen
Re: Meine Eragon geschichte
Lee - 29.09.2008, 20:36
Nico hat folgendes geschrieben: thx lee du bist der beste :heul:
*räusper* ich bin zwar eine SIE aber kein problem^^
finds ganz gut, auch wenn ich nich will das arya drachenreiterin wird... werd mich damit abfinden müssen, aber das Nasuada Trianna die Aufgabe gegeben hat is ne gute idee
Re: Meine Eragon geschichte
Nico - 29.09.2008, 21:58
ok sry und weiter gehts
Kapitel 10: Ankunft in Ellesméra
Die beiden Drachen waren am Rande von Du Weldenvarden gelandet. Den Weg durch den Wald wollten die Reisenden lieber zu Fuß zurücklegen. Zwischen den großen, altehrwürdigen Bäumen war es bedrückend still. Nichts deutete darauf hin, dass es hier Leben gab. Nicht einmal Vögel sangen oder flogen über die Wipfel. Es schien, als würde sich alles vor den Neuankömmlingen verstecken. Eragon beobachtete die ganze Zeit mit steigender Verwunderung, dass Kara immer nervöser wurde. Ihre Hand lag am Griff ihres Schwertes und sie blickte sich immer wieder in alle Richtungen um. Jeder Versuch, sie in diesem Zustand anzusprechen, erwies sich als absolut unmöglich. Lazya flog über der Gruppe und weigerte sich konsequent zu landen – auf Karas Anweisung hin, wie Eragon argwöhnte. Saphira hingegen trotte friedlich hinter Eragon her. Dabei war sie bemüht, nicht allzu viel zu zertrampeln. Auch sie war nervös, doch die Ursache dafür, waren weder Zweifel noch Ängste. Sie freute sich einfach nur nach Ellesméra zurückzukehren. Eragon empfand ähnlich. Ein angenehmes Kribbeln durchzog ihn. Aryas Freude über die Heimkehr hielt sich in Grenzen. Es schien ihr schlicht und einfach egal zu sein. Sie hatte nur Augen für Faru. Der kleine Drache tobte ausgelassen vor ihren Füßen herum und hielt ab und zu an, um neugierig im Boden zu wühlen. Manchmal dauerte das etwas länger, sodass die Reisenden eine ungeplante Pause einlegen mussten. Faru hatte schon zwei Mäuse, fünf Wurzeln, einen Regenwurm und Unmengen an Steinen ausgegraben und wenn es nach ihm gegangen wäre, hätten sie all diese Trophäen seiner Buddelkunst mitgeschleppt. Arya musste jedes Mal lange auf ihn einreden, bevor er dem zurückgelassenen Stück nicht mehr hinterher jammerte.
So dauerte ihre Reise länger, als geplant. Doch schließlich erreichten die Grenzen von Ellesméra. Dort erwartete sie bereits der Hüter der Stadt, als hätte er gewusst, dass sie genau in diesem Augenblick kommen würden. Aufmerksam betrachtete er alle Anwesenden. Sein erster Blick fiel auf Arya. Die nahm ihren kleinen Drachen auf den Arm, damit er gut zu sehen war. Der Hüter tat diesen Anblick mit einem wohlwollenden Nicken ab. Als nächstes betrachtete er Eragon und Saphira. Die beiden fühlten sich unangenehm beobachtetet, hielten aber dem Blick stand. Auch sie wurden als gut befunden. Zuletzt warf der Hüter einen Blick auf Kara. Sie hatte inzwischen ihre Kapuze abgenommen um besser sichtbar zu sein und erwiderte den Blick mit sichtlicher Abneigung. Eragon betrachtete sie noch einmal ausführlich. Ihr Anblick eröffnete nicht viele Neuheiten. Er stellte nur fest, dass ihr Haar etwa schulterlang und hinter dem Kopf locker zusammengebunden war. Außerdem entdeckte er, dass ihre Ohren genauso spitz zuliefen, wie die einer Elfe. Mehre Minuten betrachtete Gilderien Kara. Dann gab er den Weg frei. Arya machte sich als Erste auf den Weg. Eragon folgte ihr eilig, hinter ihm Kara und hinter den beiden Saphira.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte Eragon Kara.
„Natürlich nicht.“, entgegnete Kara.
Wieder sah sie sich unruhig um, folgte aber der Gruppe konstanten Schrittes. Der Wald wurde immer lichter, bis er den Blick aus Ellesméra frei gab. Kaum hatten die fünf die Stadt betreten, scharrten sich bereits viele Elfen um sie. Sie begrüßten Saphira überschwänglich, die sich ein wenig in der freudigen Aufmerksamkeit sonnte. Neugierige Blick vereinnahmten Arya und ihren Drachen. Ab und zu fragte einer leise nach, was es mit dem kleinen Schlüpfling auf sich hatte. Die Mitteilung, dass Arya nun ein Drachenreiter war, zog allgemeine Begeisterung nach sich. Sie konnte sich kaum noch retten, vor lauter Glückwünschen und aufgeregten Fragen. Allzu viele davon beantwortete sie jedoch nicht und ließ sich auch nicht davon abbringen, direkten Schrittes auf die Tialdarí – Halle zuzugehen. Die Reisenden wurden sofort dort eingelassen. Die Halle war leer, bis auf den Thron, auf dem Königin Islanzadi saß. Die fünf traten näher und Arya und Eragon begrüßten die Königin mit den üblichen Formalitäten.
„Es freut mich zu sehen, dass ihr wohlbehalten zurückgekehrt seid.“, meinte die König fröhlich.
Sie erhob sich von ihrem Thron und trat zu ihrer Tochter heran. Eilig befreite sich Faru aus den Armen seiner Reiterin und begann um die Königin herumzuspringen. Islanzadi beobachtete den kleinen Drachen ganz hingerissen und achtete akribisch darauf, ihn beim Laufen nicht zu treten. Sie umarmte Arya zur Begrüßung und dieses Mal erwiderte Arya die Umarmung sofort.
„Meine Tochter ist eine Drachenreiterin.“, stellte sie feierlich fest. „Du glaubst gar nicht, wie stolz ich bin.“
Arya lächelte ein wenig verlegen und warf Faru einen strengen Blick zu, der gerade dabei war, den Kleidersaum ihrer Mutter anzunagen. Islanzadi tat dieses Verhalten jedoch mit einem gutmütigen Lächeln ab. Dann wandte sie sich Eragon zu.
„Ich bin froh euch wohlbehalten wieder hier zu sehen.“, teilte sie mit. „Wir waren in großer Sorge um euch. Uns haben nur vereinzelte Berichte von der Schlacht erreicht, einige davon verhießen Böses. Ihr solltet euch erst einmal von euer langen Reise erholen und dann möchte ich alles hören, was vorgefallen ist.“
Eragon nickte, auch wenn ihm die Aussicht, über diesen Vorfall zu sprechen, nicht gerade erfreute. Nachdem sie auch Saphira kurz begrüßt hatte, wandte sie sich Kara zu. Die hatte jede Art von Begrüßung für die Königin unterlassen. Sie stand einfach nur da und sah sehr angespannt aus. Islanzadi begann sie ausführlich zu mustern. Dann sahen sich die beiden mit starren Blick an.
„Wollt ihr mir nicht sagen, wen ihr da mitgebracht habt?“, fragte die Königin schließlich.
Kara schien nicht überrascht darüber, dass sie nicht direkt angesprochen worden war.
„Das ist Kara.“, antwortete Eragon. „Wir haben sie auf unserer Reise getroffen. Sie ist ebenfalls ein Drachenreiter und hat uns zugesichert, uns in unserem Kampf beizustehen.“
„So.“, brummte die Königin. „Ich sehe ihren Drachen gar nicht.“
Eragon wollte zu einer Erklärung ansetzten, doch Kara war schneller.
„Mein Drache ist dort, wo er sicher ist: Weit oben über der Stadt, wo kein Pfeil und keine Magie hinreicht.“, erklärte sie ungehalten.
„Willst du uns etwa unterstellen, dass wir deinem Drachen schaden wollen?“, fragte Islanzadi scharf.
„Ich kann es nicht ausschließen und das Leben meines Drachen ist mir viel zu wichtig um es auch nur im geringsten Maße zu riskieren.“, antwortete Kara eisern.
„Du bist ausgesprochen ... unhöflich.“, stellte die Königin fest.
„Ihr hättet mich nicht wesentlich freundlicher empfangen, wenn ich euch mit allem von euch verlangten Respekt begrüßt hätte.“, war sich Kara sicher. „Ich bin wer und was ich eben bin und erwarte kein Verständnis dafür. Ich fühle mich Euch auch nicht im Geringsten verpflichtet. Ich bin nur hier, weil ich mir vorgenommen habe, für das Wohl und die Sicherheit der neuen Reiter zu sorgen. Das bedeutet eben, dass ich hier her kommen musste, aber nicht mehr.“
Islanzadi versah sie mit einem bitterbösen Blick, sagte jedoch nichts weiter dazu. Sie drehte sich um und schritt wieder auf ihren Thron zu.
„Arya, ich bitte dich noch eine Weile hier zu bleiben und mir von deinen Erlebnissen zu erzählen. Eragon, du und Saphira ihr könnt euer altes Quartier wieder beziehen. Ich werde es euch wissen lassen, wenn ich euch sprechen möchte. Im Weiteren wisst ihr, was ihr zu tun habt, denke ich.“, sagte sie angespannt.
Damit waren sie eindeutig entlassen. Eragon, Saphira und Kara verließen die Halle. Als die Türen hinter den drei zugefallen waren, sprudelte es nur so aus Eragon heraus:
„Was hatte das zu bedeuten? Warum warst du so unhöflich? Du hast immerhin mit der Königin der Elfen gesprochen. Und was bedeutete das Gerede von „wer und was ich bin“?“
„Die Königin der Elfen.“, wiederholte Kara ausdruckslos. „Nicht meine Königin. Ich habe von ihr und den anderen Elfen nichts zu erwarten und deshalb auch nichts zu geben. Man wird mich hier so wie so höchstens dulden.“
„Das verstehe ich nicht so recht.“, gab Eragon zu. „Aus all den Dingen, die ich bisher gesehen und gehört haben, hätte ich geschlossen, dass du einen Elfe bist.“
Kara lächelte bitter.
„Ja und nein.“, meinte sie. „Genau genommen bin ich nur zur Hälfte einen Elfe. Meine Mutter war ein Mensch, mein Vater ein Elf. So eine Mischung findet unter den Elfen keinen großen Anklang, um nicht zu sagen strikte Ablehnung. Ich möchte nicht ungerecht sein. Die meisten Menschen pflegen ähnlich auf mich zu reagieren. Aber ich bin jetzt eben hier und muss mich mit den Ansichten der Elfen herumschlagen.“
„Das ist der Grund, warum du nicht nach Ellesméra wolltest?“, schlussfolgerte Eragon.
„Nicht der einzige.“, antwortete Kara. „Aber ein bedeutender. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“
Eragon lag auf seinem Bett und starrte verloren an die Decke. Saphira hatte sich auf ihrem Podest ausgestreckt und fühlte sich sichtlich heimisch. Sie lag zusammengerollt da und beobachtete ihren Reiter aufmerksam. Im Gegensatz zu ihr, konnte er keine Ruhe finden.
Was bedrückt dich?, fragte sie schließlich.
Ich weiß nicht, wo ich anfangen sollen., entgegnete Eragon.
Bei dem, was am nächsten liegt., schlug Saphira vor.
In Ordnung., stimmte Eragon zu. Ich denke schon die ganze Zeit über Kara nach. Sie hat sich mehr als unhöflich verhalten. Nicht einmal Orik war so abweisend, obwohl er ganz offenkundig nicht besonders begeistert von Elfen ist. Was hat das zu bedeuten? Kann sie aufgrund ihrer der Ablehnung ihrer Herkunft tatsächlich so verletzt sein?
Ich denke, möglich ist das., meinte Saphira. Stell dir vor, in allen Welten, in denen du leben könntest, würde man dir mit so viel Ablehnung begegnen. Wie soll man sich da je irgendwo heimisch fühlen? Aber ich glaube das ist nicht ihr größtes Problem.
Was meinst du?, wunderte sich Eragon.
Karas Verhalten wirkte nicht so sehr enttäuscht von der Umgebung, in der sie aufgewachsen ist. Ich glaube sie hat viel mehr Angst., meinte Saphira.
Angst wovor?, wollte Eragon wissen.
Vielleicht ist es die Angst, dass Dinge über sie ans Licht kommen, die sie diskreditieren könnten. Ich denke sie hat Angst, dass ihre Vergangenheit sie einholt, was auch immer das für eine Vergangenheit sein mag. Aber etwas ist noch deutlicher. Sie hat Angst um Lazya, Angst sie zu verlieren, so als wäre sie das letzte Wesen auf dieser Welt, an dem ihr noch etwas liegt., erklärte Saphira.
Aber warum sollte sie glauben, dass jemand ihrem Drachen etwas antun will? Gerade hier sollte sie sich doch sicher fühlen., hakte Eragon nach.
Ich glaube, es geht gar nicht darum, ob objektiv gesehen mit einer Gefahr zu rechnen ist. Ihre Angst ist viel allgemeiner. Woher sie kommt, kann ich mir auch nicht erklären. Wir wissen viel zu wenig über sie, um eine Erklärung finden zu können., vermutete Saphira.
Hältst du sie für vertrauenswürdig?, wollte Eragon wissen.
Ja., antwortete Saphira überzeugt. Auf einer intuitiven Basis. Du etwa nicht?
Mein Gefühl sagt mir, ich sollte ihr vertrauen.
Dann hätten wir das ja geklärt., stellte Saphira fest. Was quält dich noch?
Das, was Königin Islanzadi von mir erwartet. Sie will alles wissen, was auf den brennenden Steppen geschehen ist. Aber ich will nicht über alles reden. Ich möchte ihr nicht erzählen, dass ich der Sohn eines elenden Verräters bin und das mein eigener Bruder mich hintergangen hat, jemanden, den ich für eine Weile als meinen besten Freund angesehen habe., erklärte Eragon.
Ich verstehe, dass du das nicht willst., versicherte Saphira. Aber vielleicht würde es dir gut tun, mit jemandem darüber zu reden.
Vielleicht, aber nicht mit der Königin., lehnte Eragon ab. Ich möchte damit nicht sagen, dass ich ihr keinen vernünftigen Umgang mit diesen Informationen zutraue. Aber sie ist alles andere als die Person, der ich mein Herz ausschütten möchte.
Dann solltest du dich mit jemand anderem unterhalten, bevor sie dich zu sich bestellt., schlug Saphira vor. Unterhalte dich mit jemandem, dem du vertraust und von dem du dir helfen lässt. Und wenn du es dann einigermaßen verarbeitet hast, kannst du Königin Islanzadi ganz sachlich Bericht erstatten.
Das klingt nach einer guten Idee., stimmte Eragon zu. Jetzt muss ich nur noch jemanden zum Reden finden. Aber darüber mache ich mir frühestens morgen Gedanken. Wir waren lange genug wach.
Eine weise Entscheidung., pflichtete ihm Saphira bei. Schlaf gut, Kleiner.
Du auch., erwiderte Eragon schläfrig.
Er verkroch sich unter seine Decke und drehte sich mit dem Kopf zu Saphira. Dann schloss er wesentlich beruhigter die Augen und schlief schnell ein.
Es war angenehm kühl, als Eragon am nächsten Morgen sein Baumhaus verließ. In Ellesméra herrschte bereits hektisches Treiben. Die Elfen waren in ihr Tagewerk vertieft und ließen sich durch kaum etwas ablenken. Trotzdem nahmen sich einige noch die Zeit ihn und Saphira zu begrüßen. Eragon machte sich auf die Suche nach seinen Reisegefährten. Er wollte sie beide auf seinen heutigen Ausflug mitnehmen. Als erstes lief ihm Arya über den Weg. Sie verließ gerade die Tialdarí – Halle. Faru tänzelte aufgeregt um ihre Beine herum und hielt immer wieder die Nase über den Boden. Sein Gesicht war schon mit Sand beschmiert und vereinzelte Blätter klebten an ihm fest. Arya warf ihrem kleinen Drachen einen missbilligenden Blick zu. Doch der verwandelte sich bald wieder in ein gutmütiges Lächeln, als Faru sie mit seinen großen Kulleraugen ansah.
„Habt ihr gut geschlafen?“, fragte Eragon.
„So gut wie lange nicht mehr.“, antwortete Arya.
Sie lächelte auch ihn an und Eragon blieb fast die Luft weg. So freundlich hatte sie ihn noch nie angesehen und so fröhlich hatte er sie noch nie erlebt. Er konnte nicht verhindern, festzustellen, dass sie so noch schöner aussah. Eragon schüttelte sich um diesen Gedanken loszuwerden, bevor Arya es ihm ansah.
„Hast du deiner Mutter alles erzählt?“, fragte er schließlich.
„Das habe ich.“, bestätigte sie und plötzlich wurde ihr Gesichtsausdruck schuldbewusst. „Ich habe ihr wirklich alles erzählt, auch das, was zwischen Murtagh und dir vorgefallen ist. Ich befürchte, ich bin zu weit gegangen.“
„Ganz im Gegenteil.“, widersprach Eragon eilig. „Ich bin sehr dankbar dafür. Jetzt muss ich es nicht tun, zumindest nicht als Erster. Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Angst davor hatte.“
„Das erleichtert mich sehr.“, entgegnete Arya und lächelte entspannt.
Eragon konnte kaum den Blick von ihr lassen. Bevor er wieder einmal etwas Dummes tat oder sagte, ergriff er wieder das Wort:
„Wollen wir gehen?“
„Natürlich.“, stimmte Arya zu. „Wir beide sind bereit.“
„Gut, dann müssen wir nur noch Kara finden.“, stellte Eragon fest.
„Du willst sie mitnehmen?“, fragte Arya und ihre Stimmung sackte schlagartig wieder ab.
„Natürlich.“, bestätigte Eragon. „Was hast du eigentlich gegen sie? Ist es, weil sie eine Halbelfe ist? Hatte sie Recht mit dem, was sie gestern gesagt hat?“
„Nein, das ist es nicht.“, wehrte Arya ab. „Ihr Herkunft ist für mich kein Grund sie nicht zu mögen. Aber sie trägt so viele Geheimnisse mit sich herum und scheint partout nicht bereit zu sein, uns irgendetwas davon zu erzählen. Das lässt sie nicht gerade vertrauenswürdig erscheinen.“
„Du solltest nicht voreilig urteilen.“, warnte Eragon. „Erinnerst du dich noch, wie viele Geheimnisse du vor mir hattest, als wir uns kennen lernten? Ich habe dir trotzdem vertraut und mich nicht geirrt.“
Arya nickte stumm, doch die Unsicherheit war ihr immer noch anzumerken. Eragon drehte sich um in der Hoffnung sich so einen Überblick verschaffen zu können, wo sie am besten nach Kara suchen konnten. Doch sie nahm ihm diese schwierige Entscheidung ab, denn sie stand bereits direkt vor ihm.
„Guten Morgen.“, begrüßte Eragon sie verblüfft.
„Das wird sich erweisen.“, entgegnete Kara trocken.
„Wir vier möchten einen ... Ausflug machen. Du solltest uns begleiten.“, meinte Eragon, als er sich von dem Schreck erholt hatte.
„Ich bin mir nicht sicher, ob das so eine gute Idee ist.“, zweifelte Kara.
„Es lohnt sich.“, versicherte Eragon. „Dort, wo wir hin wollen, erwartet dich eine riesige Überraschung.“
„Mir gefällt der zweideutige Klang dieser Aussage nicht, aber wenn du es so willst, begleiten ich euch.“, stimmte Kara zögerlich zu.
„Schön.“, meinte Eragon beruhigt. „Dann solltest du jetzt Lazya rufen. Wir müssen fliegen.“
Kara sah ihn verwundert an, folgte jedoch seiner Anweisung und wenige Augenblicke später landete Lazya bei ihnen. Kara stieg auf und wartete angespannt auf den Abflug. Eragon half Arya auf Saphiras Rücken und reichte ihr Faru. Dann stieg er selbst auf und gab Saphira das Abflugsignal.
Ein eisiger Wind wehte, als Saphira auf dem Felsen von Tel'naeír landete. Lazya setzte dicht hinter ihr auf und ließ Kara absteigen. Dann flog sie wieder davon. Eragon warf ihr einen fragenden Blick nach, nahm sich aber nicht die Zeit zu fragen. Erst einmal sah er sich um. Die Gegend wirkte wie ausgestorben, genauso wie der ganze Wald am Tag zuvor. Nur die Hütte stand da und wirkte, als würde dort schon lange niemand mehr leben. Die fünf wurden aus ihren Gedanken gerissen, als etwas mit einem lauten Geräuschen neben ihnen auf dem Boden aufkam. Eragon drehte sich eilig um und sein Herz schlug ihm bis zum Hals, bis er zu seiner Erleichterung Glaedr erkannte. Arya und Eragon begrüßten den goldenen Drache mit einem knappen Nicken. Faru sprang sofort auf den neu entdeckten Artgenossen zu und begann um ihn herum zu springen und ihn ab und zu mit der Schnauze anzustupsen.
„Faru! Beherrsche dich!“, wies ihn Arya zurecht.
Doch der kleine Drache wollte nicht hören. Stattdessen setzte er sich vor Glaedr hin und blickte ihn erwartungsvoll an, während sein Schwanz auf dem Boden hin und her wedelte. Glaedr beschnüffelte den Schlüpfling ausführlich, betrachtete ihn von allen Seiten und schupste ihn dann mit der Schnauze behutsam zu seiner Reiterin zurück. Arya nahm den kleinen Ausreißer sofort auf den Arm und konnte sich nur schwer beherrschen, nicht mit ihm zu schimpfen.
„Du hast nicht übertrieben.“, erklang plötzlich Karas Stimme. „Diese Überraschung ist wahrlich riesig. In jeder Hinsicht.“
Glaedr schenkte ihr sofort seine ganze Aufmerksamkeit. Einige Sekunden lang sahen sich die beiden an. Kara wagte es dabei nicht, sich auch nur ein bisschen zu bewegen, während der große Drache sie ausführlich musterte. Dann machte er einen Schritt auf sie zu. Kara stolperte erschrocken ein Stück nach hinten und ihre Hand umklammerte ihr Schwert. Glaedr sah sie mit schief gelegtem Kopf an, kam jedoch nicht näher.
„Es gibt keinen Grund, sich zu fürchten.“, erklang eine neue Stimme.
Die Anwesenden drehten sich wieder zu der Hütte um, von der ihnen Oromis gemächlich entgegen kam. Er blieb kurz vor den fünf stehen. Glaedr gesellte sich zu ihm. Oromis erster Blick fiel auf Eragon.
„Du bist wieder zurück.“, stellte er sachlich fest.
„Wie ich es versprochen hatte.“, bestätigte Eragon.
Oromis nickte zufrieden. Dann wandte er sich Arya zu. Ausführlich musterte er den kleinen Drachen in ihren Armen. Faru wand sich in Aryas Griff und versuchte auf den Boden zu springen, doch die Elfe blieb eisern.
„Ich habe nicht zu hoffen gewagt, noch einmal einen frisch geschlüpften Drachen zu sehen zu bekommen.“, teilte Oromis mit. „Er scheint mir gesund und kräftig zu sein und schon einen sehr ausgeprägten eigenen Willen zu haben. Wie ist sein Name?“
„Faru.“, antwortete Arya. „Und er hat eigenen Willen für uns beide.“
Oromis lächelte zufrieden. Dann widmete er sich Kara. Deren Haltung hatte sich noch mehr verspannt. Sie vermied es tunlichst dem Elfen direkt in die Augen zu sehen.
„Es freut mich, dich wohlbehalten wiederzusehen.“, meinte Oromis schließlich. „Ich bin davon ausgegangen, dass du und deine Begleiter auf der Flucht getötet wurden.“
„Wir hatten Glück.“, murmelte Kara.
„Ihr kennt sie?“, platzte Eragon dazwischen.
Oromis drehte sich zu ihm um, sichtlich ungehalten durch die Unterbrechung.
„Wir sind uns einige Male begegnet.“, bestätigte er. „Auf Vroengard. Sie hat ein paar mal mit Brom außerhalb des Unterrichts trainiert. Das letzte Mal sind wir auf der Flucht aus der Gefangenschaft aufeinander getroffen. Unsere Wege haben sich getrennt und ich musste davon ausgehen, dass sie und ihre Begleiter tot sind, nachdem sich über Jahre hinweg nicht meldeten.“
„Wir hatten keine Ahnung, dass Ihr überlebt habt.“, verteidigte sich Kara. „Außerdem hatten wir gute Gründe uns versteckt zu halten.“
„Dass heißt, es gibt noch mehr überlebende Drachenreiter aus der alten Zeit?“, schlussfolgerte Eragon.
„Nein.“, entgegnete Kara betrübt. „Meine Kameraden und ihre Drachen sind tot. Sie haben sich nach draußen gewagt um gegen die Abtrünnigen zu kämpfen und kamen eines Tages nicht wieder zurück. Nur ich bin übrig geblieben.“
Eragon wollte noch weitere Fragen stellen, doch Oromis brachte ihn mit einer kurzen Handbewegung zum Schweigen.
„Ich möchte das alles ganz genau wissen.“, teilte er Kara mit. „Aber erst einmal: Wo ist dein Drache?“
Kara deutete nach oben. Dort kreiste Lazya und beobachtete die Situation aus sicherem Abstand.
„Würdest du sie bitten, sich zu uns zu gesellen? Ich möchte auch eine Blick auf sie werfen.“, bat Oromis.
Kara nickte ein wenig unsicher. Ihr Blick wanderte zum Himmel. Wenige Sekunden später landete Lazya bei der Gruppe. Betont langsam legte sie die Flügel an und blieb in sicherem Abstand zu den anderen stehen. Oromis näherte sich der Drachendame. Karas Haltung wurde wieder angespannter.
„Du erlaubst?“, fragte Oromis, als er ihre Nervosität bemerkte.
Kara sah ihn einige Augenblicke verunsichert an, dann nickte sie. Oromis näherte sich Lazya weiter, bis er eine guten Blick auf die Drachendame hatte. Er begann sie von allen Seiten zu betrachten und fachmännisch ihre Schuppen zu untersuchen. Lazyas Blick folgte ihm dabei ständig, doch sie wirkte nicht halb so angespannt, wie ihre Reiterin.
„Du bist groß geworden.“, stellte Oromis schließlich zufrieden fest. „Und stark.“
Lazya schnaubte friedlich und ließ sich auf den Boden nieder. Dann begann sie ihre Flügel zu putzen. Auch Kara entspannte sich langsam wieder.
„Wann ist es soweit?“, fragte Oromis.
Ein wissendes Lächeln erschien auf Karas Gesicht. Eragon und Arya warfen dem Elf einen verwirrten Blick zu.
„Wann ist was soweit?“, wagte Eragon schließlich zu fragen.
„Wenn ich mich nicht irre, erwartet Lazya in nächster Zeit Nachwuchs.“, erklärte Oromis.
„Ja.“, stimmte Kara stolz zu. „Es kann höchstens noch zwei oder drei Wochen dauern.“
Lazya hatte das Putzen eingestellt und wirkte nun wie eine rundum zufriedene werdende Mutter.
„Das erklärt Einiges.“, fiel Eragon ein. „Unter Anderem, warum sie während der Reise mehr gefressen hat, als eine ganze Kompanie Saphiras.“
Ein verärgertes Schnaufen entfuhr dem violetten Drachen.
„Wenn Lazya wirklich Nachwuchs erwartet, drängt sich mir aber noch eine Frage auf.“, meinte Eragon. „Wer ist der Vater?“
Re: Meine Eragon geschichte
Lee - 30.09.2008, 20:33
da bin ich ja ma gespannt... solangs net Shruikan is isses ok
Re: Meine Eragon geschichte
Nico - 30.09.2008, 21:49
tja wer weiß ^^
Kapitel 12: Mutterglück
Kara und Lazya hatten sich konsequent geweigert das Geheimnis um den Vater von Lazyas Kindern preiszugeben. Mehrere Minuten lang hatte Eragon mit ihr diskutiert, doch die beiden waren zu keiner Aussage zu bewegen gewesen. Sie hatten darauf bestanden, dass diese Information ihre Privatangelegenheit war. Irgendwann hatte Eragon das Fragen aufgegeben und sich vorgenommen später noch einmal darauf zurück zu kommen.
Nun saßen sie alle vor Oromis Hütte zusammen und Eragon erzählte, immer noch ein wenig widerwillig, was auf den brennenden Steppen passiert war. Die Worte über den Kampf gegen Murtagh kamen ihm anfangs nur schwer über die Lippen. Doch mit der Zeit entspannte er sich ein wenig. Saphira war ständig in seinem Kopf anwesend um ihm zu helfen, seine Gefühle im Zaum zu halten. Oromis achtete streng darauf, dass ihn in dieser schwierigen Phase des Erzählens keiner unterbrach. Arya und Kara hielten sich jedoch mit ihren Fragen tapfer zurück und schenkten Eragon all ihre Aufmerksamkeit. So stellte er fest, dass er sich in dieser Runde so sicher und gut aufgehoben fühlte, wie schon seit Monaten nirgends mehr.
Mit einem leisen Schnaufer beendete Eragon seine Erzählung.
„Das ist jetzt wohl die Situation.“, meinte er leise. „Ich habe mich lange gefragt, wer wohl meine Vater ist. Jetzt weiß ich, dass ich auf die Antwort gut hätte verzichten können.“
„Unsere Abstammung gehört zu den wenigen Dingen im Leben, die wir uns nicht aussuchen können.“, meinte Oromis. „Sie sagt jedoch nicht zwangsläufig etwas über uns aus.“
Kara rümpfte die Nase bei dieser Aussage, gewann jedoch eilig ihre Fassung wieder. Eragons Blick wurde leicht misstrauisch. Er hatte diesen Schrecken noch lange nicht überwunden, doch eine Frage interessierte ihn noch.
„Habt Ihr davon gewusst?“, fragte er unbehaglich.
Oromis nickte stumm.
„Und Brom?“, hakte Eragon nach.
„Brom auch.“, bestätigte Oromis. „Wir hielten es für besser, dir erst später davon zu erzählen. Du merkst selbst, wie diese Erkenntnis dich durcheinander bringt. Genau das wollten wir vermeiden. Es ist wichtig, dass du dich auf deine Ausbildung konzentrierst und nicht die ganze Zeit über Dinge nachdenkst, die du nicht ändern kannst, oder gar mit Selbstzweifeln ringst.“
Eragon zuckte gleichgültig mit den Schultern, doch wirklich zufrieden war er mit dieser Aussage nicht. Ihm war jedoch bewusst, dass er nicht mehr bekommen würde. Sein Blick fiel auf Arya. Die sah ihn verständnisvoll an. Er wusste, dass sie seinen Kummer verstehen konnte und das beruhigte ihn sehr.
„Das glaubst du wirklich?“, platzte plötzlich Kara in die Stille. „Dass Morzan dein Vater ist?“
Sie warf Oromis einen zweifelnden Blick zu. Eragon sah sie verwirrt an.
„Natürlich.“, bestätigte Eragon. „Hast du Anlass zu glauben, dass es anders ist?“
Kara schüttelte mit angestrengtem Gesichtsausdruck den Kopf.
„Das wollte ich damit nicht sagen.“, entgegnete sie zögerlich. „Deine Familie sollten für dich die Menschen sein, die dich mit Liebe großgezogen haben. Du definierst selbst, wer dein Vater war, selbst wenn keine Blutsverwandtschaft zu dieser Person besteht. Es wäre eine Beleidigung für die, die dich großgezogen haben, wenn du dich weiter so an diesem Gedanken zerreißt, und es bringt dich nicht weiter.“
Eragon nickte nachdenklich. Er verfiel in Erinnerungen an seine Kindheit. Bald stellte er fest, dass Kara Recht hatte. Garrow war sein Vater, nicht Morzan, und darauf konnte er stolz sein. Nach dieser Erkenntnis ging es ihm deutlich besser.
„Du hast schon Recht.“, meinte er schließlich zu Kara. „Ich danke dir.“
Kara lächelte ihn ein wenig bedrückt an. Arya stimmte diesem Gedankengang nickend zu.
„Jetzt, da meine Probleme diskutiert sind, kannst du doch etwas über dich erzählen.“, forderte Eragon Kara auf. „Offensichtlich gibt es da Einiges zu erzählen.“
„Ich möchte jetzt aber nichts erzählen.“, knurrte Kara.
„Du schuldest uns die eine oder andere Antwort.“, entgegnete Oromis streng.
„Nein.“, wehrte sich Kara. „Ich werde alles erzählen, aber nicht jetzt. Um zu veranschaulichen was geschehen ist und warum ich mich so lange versteckt gehalten habe, muss ich euch etwas zeigen. Erklären reicht nicht aus. Dazu müssten wir einen längeren Ausflug machen. Den möchte ich Lazya aber im Moment nicht zumuten, nicht bevor ihre Kinder nicht auf der Welt sind. Außerdem ist Faru auch noch nicht groß genug für einen Ausflug.“
„Ein Ausflug wohin?“, fragte Oromis. „Um was zu sehen?“
„Ein Ausflug in die Felsenstadt Niiva.“, antwortete Kara leise.
Oromis sah sie sichtlich erstaunt an.
„Felsenstadt?“, wiederholte Eragon verwirrt. „Was bedeutet das?“
„Niiva ist eine Stadt in Beor – Gebirge.“, antwortete Kara. „Sie wurde als stark gesicherte Zuflucht für die Reiter gebaut, doch eigentlich nie benutzt. Nach unserer Flucht haben meine Begleiter und ich uns dort in Sicherheit gebracht.“
„Eine Stadt im Gebirge? So wie Tronjheim?“, hakte Eragon nach.
„Die Stadt der Zwerge?“, entgegnete Kara. „Nein, nicht so. Niiva wurde nicht in einem Berg gebaut sondern an einem Berghang. Teilweise wurden die Gebäude aus dem Stein gehauen.“
„Und was hast du dort so Wichtiges versteckt?“, fragte Eragon ein bisschen zweifelnd.
„Es ist uns gelungen, einige wichtige Artefakt der Reiter und anderer Kostbarkeiten vor dem Zugriff der Abtrünnigen zu retten.“, antwortete Kara angespannt. „Mehr sage ich nicht dazu. Ihr müsst es euch schon selbst ansehen.“
Da Kara offensichtlich keine weiteren Informationen preisgeben wollte, wurde das Gespräch beendet. Sofort begann für Eragon, Arya und ihre Drachen der Unterricht. Arya stellte sich sehr geschickt an und ihr Vorsprung im Umgang mit Magie und ihre ausgeprägten Kampfkünste ersparten ihr, so mache Lektion zu lernen, mit der sich Eragon hatte quälen müssen. Trotzdem stellte sie zu ihrer eigenen Verwunderung fest, wie viel sie noch lernen musste. Vor allem in der Geschichte der Drachen und Reiter und im Umgang mit Drachen hatte sie reichlich Nachholbedarf. Faru konnte alle das nur untätig beobachten. Er war noch zu klein um am Training teilzunehmen und dass seine Reiterin ihm jetzt nicht mehr ihre volle Aufmerksamkeit schenke, verärgerte ihn sichtlich. Doch Glaedr achtete aufmerksam darauf, dass sich der grüne Drache nicht daneben benahm oder störte. Arya fiel es sichtlich schwer nicht auf Farus Versuche, ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, zu reagieren. Der kleine Drache zog alle Register. Vom fröhlichen Herumspringen bis zum jämmerlichen Fiepen oder der Simulation von Krankheits- oder Verletzungszuständen bot er alles auf. Doch Arya blieb eisern. Während sie von Oromis unterwiesen wurde, beschäftigte sich Kara mit Eragon. Mit unermüdlicher Geduld focht sie mit ihm Schwertduelle aus oder prüfte seine magischen Kräfte auf jede Weise, die ihr einfiel. Es verunsicherte Eragon zu sehen, wie weit er noch hinter ihren Fähigkeiten hinterherhinkte. Viele Aufgaben, die sie stellte, wusste er auch mit den besten Wortkombinationen aus der alten Sprache nicht zu lösen und ihre Kraft und Geschicklichkeit im Kampf überraschten ihn immer wieder aufs Neue.
Als der Tag sich dem Ende entgegen neigten, versammelte sich alle noch einmal vor Oromis Hütte. Eragon hatte gerade sein letztes Duell bestritten und es immerhin zu seinem Unentschieden gebracht. Dafür war er jetzt völlig erschöpft. Auch Arya machten einen ausgelaugten Eindruck. Beide ernteten für ihre Leistungen an diesem Tag jedoch eine aufbauende Portion Lob.
„Du bist knallhart, weißt du das?“, beschwerte sich Eragon leise bei Kara.
Die lachte nur und sah ihn mitleidig an.
„Du bist verwöhnt.“, stellte sie fest. „Wenn ich so an meine Lehrzeit zurückdenke, habe ich dich recht sanft angefasst.“
Eragon zog die Augenbrauen hoch.
„Gut zu wissen.“, meinte er.
Sie unterhielten sich noch eine Weile und dann wurde es Zeit für die Rückkehr nach Ellesméra. Ein verunsicherter Ausdruck legte sich auf Karas Gesicht.
„Lazya und ich, wir würden lieber hier bleiben.“, verkündete sie schließlich. „Ich möchte sie im Moment nicht mit in die Stadt nehmen. Dort sind mir entschieden zu viele Leute. Wir werden auch niemanden stören.“
Oromis stimmte nickend zu und schien nicht im Geringsten überrascht zu sein von dieser Bitte. Eragon verkniff sie wieder einmal einen Kommentar. Stattdessen verabschiedete er sich und stieg mit Arya auf Saphira. Die erhob sich in die Luft, drehte noch eine Runde über dem Platz und flog dann nach Ellesméra zurück.
Die Tage vergingen von da an immer im gleichen Rhythmus. Zu seiner Zufriedenheit stellte Eragon fest, dass er Kara immer öfter gewachsen war. Auch Arya macht praktisch täglich Fortschritte. So vergingen fast zwei Wochen. Am zehnten Tag landete Saphira wie gewohnt, doch diesmal war etwas anders. Kara, Oromis und Glaedr saßen um Lazya versammelt und betrachteten sie aufmerksam. Die drei Neuankömmlinge näherten sich.
„Stimmt etwas nicht?“, fragte Eragon.
„Nein, alles ist in Ordnung.“, antwortete Kara strahlend.
Sie winkte die drei um Lazya herum zu sich. Die folgten der Anweisung und erkannten bald den Grund für die Versammlung. Gut geschützt zwischen Lazyas Körper und ihrem Schwanz langen drei Eier. Stolz schaute die frisch gebackene Mutter zu den Neuankömmlingen.
„Wann ist denn das passiert?“, wunderte sich Eragon.
„Vor nicht einmal einer halben Stunden.“, antwortete Kara.
Es war kaum zu unterscheiden, wer mehr strahlte vor Freunde: Kara oder Lazya. Eragon setzte sich zu den Anwesenden und betrachtete die Eier. Sie waren violett, wie die Mutter, schwarz und kupferfarbend und strahlten in der Sonne wie riesige Edelsteine.
„Herzlichen Glückwunsch.“, meinte Eragon zu Lazya.
Die Drachendame klimperte kurz mit den Augen und begann dann abwechselnd über jedes der Eier zu lecken. Ihre Schwanzspitze zuckte aufgeregt hin und her. Dann stupste sie das kupferfarbene Ei mit der Schnauze an und rollte es so zu Oromis.
Das ist mein Beitrag für die Zukunft der Reiter., verkündete sie. Die anderen beiden möchte ich selbst großziehen.
Oromis nickte zufrieden und begutachtete das Ei ausführlich. Währenddessen begannen sich auf den Schalen der anderen beiden Eier Risse zu bilden. Es knackte mehrmals und kleine Stücke brachen heraus, durch die ab und zu ein Bein oder ein Stück Flügel brach. Geduldig beobachtete Lazya das Schlüpfen und zeigte keine Ambitionen einzugreifen. Schließlich zersprang das violette Ein und ein kleiner Drache in der gleichen Farbe kam zum Vorschein. Er verkündete seine Ankunft im Leben mit einem leisen Fiepen und ließ sich dann von seiner Mutter ausführlich belecken. In der Zwischenzeit hatte sich auch das zweite Baby befreit. Es war etwas kleiner, als sein Geschwisterkind, ließ es sich dadurch aber nicht nehmen, sofort auf die Beine zu springen und die Flucht nach vorne anzutreten. Lazya fing ihn mit dem Schwanz ein und begann ihn gegen seinen lauten Protest ebenfalls abzulecken.
„Sie sind so niedlich.“, seufzte Kara glücklich.
Ein allgemeines Nicken stimmte ihr zu.
Das sind sie., meinte Lazya. Und ich habe auch schon Namen für sie. Das hier, sie betrachtete den violetten Drachen, ist Myrell und der Kleine hier, ihr Schwanz schob das schwarze Baby näher zu ihr, heißt Mira.
Kapitel 13: Offensive
Nervös wippte Nasuada den Dolch in ihrer Hand hin und her. Vor einigen Minuten hatte man ihn aus dem neusten Opfer des Attentäters gezogen. Die Waffe war einfach, mit einer eilig hergestellten, gezackten Klinge und einem Griff, den man mit grobem Stoff umwickelt hatte. Diese Dolche waren zu Dutzenden unter den Varden im Umlauf. Die Leute hatten angefangen sie sich zu bauen, um für den Fall eines Mordanschlags gewappnet zu sein. Neuerdings war der Mörder nicht mehr wählerisch. Er tötete jeden, den er unbeobachtete unter die Klinge bekommen konnte. Auch diese Waffe konnte über den Täter nichts aussagen. Nicht nur, dass viele Varden einen solchen Dolch besaßen und der Täter seine Waffen zu stehlen pflegte, diese hier stammte auch noch aus dem Besitz des in der letzten Nacht ermordeten Opfers. Wut stieg in Nasuada auf, als sie an dieses Verbrechen dachte. Das Opfer war ein einfacher Mann gewesen, der vor vielen Jahren Schutz vor der Verfolgung durch das Imperium gesucht und sich so den Varden angeschlossen hatte. In kurzer Zeit hatte er sich zu einem guten Kämpfer entwickelt. Dabei hatte er jedoch nicht vergessen, was er bis dahin gewesen war: ein Bauer und Viehzüchter. Mit Freuden hatte er sein Wissen und seine Erfahrungen mit seinen neuen Kameraden geteilt. Doch mehr als all das betrübte Nasuada der Gedanke an die Familie, die er zurückließ. Er hatte eine Frau und sechs Kinder. Noch dazu hatte er seine verwitwete Schwester und deren vier Kinder mitgebracht und war der Alleinversorger dieser Familie gewesen.
Wütend legte Nasuada den Dolch auf den Tisch. Der Vorhang vor dem Eingang ihres Zeltes wurde zur Seite geschoben. Eine ältere Frau in abgenutzten Kleidern trat ein. Sie verneigte sich ehrerbietig und sagte:
„Ihr wolltet mich sprechen, Herrin?“
Sie sah schmutzig und erschöpft aus, wie die meisten Varden im Moment. Ihre Augen waren geschwollen von einem Meer der Tränen, dessen Reste immer noch auf ihren Wangen glitzerten.
„Das wollte ich.“, bestätigte Nasuada. „Komm näher und setze dich doch, Damina.“
Die Frau nickte dankbar und nahm auf einem Stuhl Platz, der am anderen Ende von Nasuadas Schreibtisch stand.
„Zuerst einmal möchte ich dir und dem Rest deiner Familie mein herzliches Beileid aussprechen.“, meinte Nasuada bedächtig. „Dein Mann war ein guter, ehrlicher und fleißiger Mann. Wir alle werden ihn vermissen, als Person und als Teil unseres Volkes. Selbstverständlich wird er wie alle anderen in allen Ehren bestattet. Wenn du spezielle Vorgehensweisen bei der Beerdigung wünscht, kannst du mir das jetzt mitteilen und ich veranlasse alles Nötige.“
Die Frau sah betrübt auf ein leeres Blatt Papier auf dem Schreibtisch und schüttelte dann schweigend den Kopf.
„In Ordnung.“, fuhr Nasuada fort. „Sollte dir noch etwas einfallen, kannst du es mich jederzeit wissen lassen. Mir ist bewusst, dass deine Familie durch den Tod deines Mannes in einer schwierigen Situation ist. Wenn ich irgendetwas tun kann um euch zu helfen, dann kannst du es mir jederzeit mitteilen.“
Damina erhob den Kopf ein Stück und sah Nasuada beschämt an. Es bereitete ihr deutliches Unbehagen, andere um Hilfe bitten zu müssen. Doch dann rang sie sich durch.
„All die Arbeit, die bisher mein Mann gemacht hat, entfällt jetzt auf meine Schwägerin und mich. Wir scheuen die Arbeit nicht und wir können sie im Grunde auch bewältigen. Aber wir beide haben kleine Kinder, die den ganzen Tag im Auge behalten werden müssen. Wir können nicht arbeiten und Kinder versorgen zugleich.“
„Ich verstehe.“, brummte Nasuada. „Ich werde mich für dich erkundigen, ob sich jemand bereit erklärt auf eure Kinder aufzupassen, während ihr arbeitete. Möglicherweise finde ich auch freiwillige Helfer, die euch schwerer Arbeiten abnehmen.“
„Ich danke Euch.“, antwortete die Frau ehrerbietig.
„Kann ich noch etwas für dich tun?“, fragte Nasuada.
Damina schüttelte den Kopf und senkte ihren Blick wieder. Die Tränen schossen ihr erneut in die Augen.
„Dann kannst du wieder gehen. Kümmere dich um deine Familie. Bis die Beerdigung beendet ist, wird sich jemand anderer um eure Tiere und die andere Arbeit kümmern. Ich möchte, dass ihr in Ruhe trauern könnt.“, verkündete Nasuada.
Damina erhob sich, verneigte sich noch einmal und verließ dann das Zelt. Nasuada seufzte leise und wollte sich schon wieder ihrer Arbeit zuwenden, als sie bemerkte, dass noch jemand im Eingang des Zeltes stand.
„Roran.“, stellte sie überrascht fest. „Kann ich etwas für dich tun?“
Roran nickte und öffnete demonstrativ den Vorhang.
„Können wir uns kurz unterhalten?“, fragte er ruhig.
Nasuada nickte und erhob sich von ihrem Platz. Sie ging an Roran vorbei ins Freie.
„Ich werde mir eine Weile die Beine vertreten.“, erklärte sie den Wachen. „Ich verlasse mich darauf, dass in der Zwischenzeit niemand dieses Zelt betritt.“
Die Wachen nickten gehorsam. Dann schloss Roran zu Nasuada auf und die beiden gingen los. Nasuada verließ sich ganz auf die Führung ihres Begleiters und Roran schien genau zu wissen, wohin er sie bringen wollte.
„Also, was kann ich nun für dich tun?“, wollte sie schließlich wissen.
„Die Übergriffe dieses Mörders werden immer zielloser und gewalttätiger. Er macht vor nichts Halt, auch nicht vor Männern, die für eine große Familie sorgen müssen. Als Nächstes tötet er vielleicht noch Frauen und Kinder. So kann es nicht weiter gehen. Die Leute sind zu Recht nervös und wütend. Sie haben Angst.“, erklärte Roran.
„Das weiß ich doch.“, seufzte Nasuada. „Aber wir geraten langsam an die Grenzen unserer Möglichkeiten. Ich habe nicht genug Leute um einen ausreichenden Schutz für jeden Varden zu bieten. Die Wachen können doch nicht Tag und Nacht ohne Pause arbeiten.“
„Natürlich nicht.“, stimmte Roran zu. „Ich wollte dir auch keinen Vorwurf machen. Ganz im Gegenteil. Ich möchte dir meine Hilfe und die meiner Kameraden anbieten.“
„Hilfe?“, wunderte sich Nasuada. „Ich bin sehr beeindruckt von der Arbeit, die ihr hier leistet. Wie ihr aber eine Hilfe gegen den Attentäter sein wollt, ist mir ein Rätsel.“
„Diese Antwort hatte ich erwartet.“, teilte ihr Roran mit. „Aber wir haben einen Plan. Wir wollen den Attentäter auf frischer Tat stellen. Wir werden uns dazu in der Nacht an Stellen verstecken, von denen wir einen guten Ausblick im ganzen Lager haben. Dann wird einer von uns durch das Lager laufen, als Lockvogel könnte man sagen. Wenn der Attentäter ihn angreift, schnappen wir ihn.“
„Das kommt gar nicht in Frage.“, protestierte Nasuada entsetzt. „Ich lasse nicht zu, dass ihr euer Leben auf diese leichtsinnige Weise aufs Spiel setzt.“
„Diese Reaktion hatte ich auch erwartet.“, entgegnete Roran. „Deshalb möchte ich dir etwas zeigen.“
Er hatte vor einem Zelt angehalten und führte Nasuada nun hinein. Im Inneren waren einige der Bewohner von Carvahall versammelt. Sie drehten sich augenblicklich zu den neu Eingetroffenen um. Nasuada blickte in die Runde, die Müdigkeit und Anspannung offenbarte.
„Was willst du mir zeigen?“, wunderte sich Nasuada.
„Den Grund, warum du uns erlauben musst, unseren Plan durchzuführen.“, antwortete Roran.
Aus der Gruppe der Dorfbewohner trat Elain hervor. In ihrem Arm lag ein zappelndes und gluckerndes Bündel. Sie ging direkt auf Nasuada zu und legte ihr das Bündel in den Arm. Vorsichtig nahm die junge Frau es entgegen und nachdem sie den Stoff ein Stück zurückgezogen und einen näheren Blick auf das Bündel geworfen hatte, stellte sie fest, dass sie ein Baby im Arm hielt.
„Das ist Elains Tochter Ella.“, erklärte Roran. „Sie ist heute morgen zur Welt gekommen, glücklicherweise ohne jede Komplikation, was nach den Anstrengungen der Reise nicht selbstverständlich war. Sieh sie dir genau an und sag mir, dass es nicht, um ihretwillen und zum Wohl aller anderen Kinder und Familien hier, das Risiko wert ist, das unser Plan beinhaltet!“
Nasuada sah das kleine Baby an. Ihr wurde warm ums Herz, als die großen, blauen Augen des kleine Mädchens ihre trafen. Vorsichtig streckte es die zarten Arme nach dem Gesicht der fremden Frau aus, als wäre sie einen altbekannte Freundin. Nasuada musste gegen die Tränen der Rührung und Verzweiflung kämpfen.
„Na schön.“, gab sie schließlich nach. „Ich habt meine Erlaubnis, euren Plan durchzuführen. Ich werde euch einige meiner besten Männer zur Seite stellen.“
„Nein.“, lehnte Roran ab. „Es soll nichts auf eine Aktion heute Nacht hinweisen. Alles muss völlig normal wirken. Je weniger Leute davon wissen, desto besser.“
Nasuada nickte resignierend. Sie betrachtete noch eine Weile das kleine Mädchen, dass von den Sorgen und Unglücken der Welt noch so unberührt war. Dann gab sie es an die glückliche Mutter zurück und verließ das Zelt.
Draußen angekommen rang sie mit ihrer Fassung. Aufgewühlt rieb sie sich die Augen und hoffte so wieder zu sich zu kommen. Erst nach einigen Augenblick Zeit zum Sammeln bemerkte sie, dass Trianna neben dem Zelt stand und sie erwartungsvoll ansah.
„Ihr habt es erlaubt?“, fragte sie schlicht.
„Ja.“, antwortete Nasuada überrascht. „Du weißt von Rorans Plan?“
„Er hat mich deswegen konsultiert.“, bestätigte Trianna. „Er kam mit der Bitte zu mir, ihm bei seinem Vorhaben Hilfe zu leisten. Trotz gewisser ... Vorbehalte haben wir uns auf eine Vorgehensweise geeinigt. Wenn Ihr erlaubt, wird die Du Vrangr Gata an diesem Vorhaben teilnehmen. Unsere Aufgabe soll es sein, das Lager mit Hilfe der Magie so zu sichern, dass der Täter, sollte er den Auflauernden entkommenden, seine Grenzen nicht verlassen kann.“
„Das ist möglich?“, fragte Nasuada. „Es klingt nach einem enormen Kraftaufwand.“
„Es ist ein großer Kraftaufwand.“, stimmte Trianna zu. „Deswegen können wir auf diese Art und Weise nur reagieren, wenn der Attentäter gesichtet wird und den Schutz nicht dauerhaft aufrecht erhalten.“
„Gut, tut das.“, erklärte sich Nasuada einverstanden. „Aber gebt dabei auch gut auf euch Acht. Ich möchte nicht noch jemanden begraben müssen.“
Trianna nickte und machte sich dann eilig davon, um mit den Vorbereitungen zu beginnen. Nasuadas Respekt für diese Frau war in letzter Zeit enorm gestiegen. Sie mochte möglicherweise gelegentlich ein wenig arrogant sein, doch sie leistete gute Arbeit. Die Untersuchung der Geister aller Varden hatten sie und die anderen Magiebegabten hervorragend gemeistert, ohne einen Aufstand auszulösen. Sie hatten sogar daran gedacht, sich gegenseitig mehrmals zu überprüfen. Zu einem verwertbaren Ergebnis waren sie nicht gelangt. Bei keinem der Untersuchten hatten sich verdächtige Gedanken und Erinnerungen oder eine extreme Abschirmung gegen die Prüfung finden lassen. Also blieb Nasuada im Moment nichts übrig, als auf Rorans Plan zu hoffen, denn einen anderen gab es nicht.
Re: Meine Eragon geschichte
Lee - 01.10.2008, 20:51
bis auf n paar rechtschreibfehler fand ich nich schlecht... aber der vater is nich wirklich shruikan!? theoretisch könnt es auch Gleadr sein aber... wahrscheinlich jemand ganz anderes
Re: Meine Eragon geschichte
Nico - 02.10.2008, 14:20
lass dich überraschen ^^
es ghet weiter wer ist der vater ???
noch 7 kapieltn dan wirdt es gesgat :
Kapitel 14: Eine ungewöhnliche Wahl
Die Mittagssonne warf ihre warmen Strahlen durch das Blätterdach von Ellesméra und erleuchtete die Natur in ihrer ganzen Schönheit. In der Nacht zuvor hatte es geregnet. Nun roch es in der ganzen Stadt nach sauberer Luft, die gerade wieder neu von den betörenden Gerüchen der unzähligen Blüten durchzogen wurde. Eragon fühlte sich wie im Paradies. Am liebsten hätte er sich unter einen der zahlloses Bäume gesetzt und einfach den Rest des Tages vor sich hin gedöst. Doch dafür hatte er zu seinem größten Bedauern keine Zeit. Außerdem hätte er sich sicher nicht entspannen können, denn vom Training am Vortag taten ihm immer noch sämtliche Knochen weh. Ein wenig müde war er auch noch, denn er hatte viel Kraft einbüßen müssen. Die Lektionen im Umgang mit der Magie wurden immer komplexer und anstrengender. Oromis schien nicht auch nur das geringste Einsehen mit ihm haben zu wollen. Er musste eben üben, bis es funktionierte. Eragon tat sich schwer, sich daran zu erinnern, dass diese Härte und Eile nötig war. Völlig erschöpft aber Stolz auf seine Fortschritte, hatte er die Übungen beendet und sich auf seine Bett gefreut, doch Ruhe hatte man ihm nicht gegönnt. Stattdessen hatte ihm Kara ein Schwert in die Hand gedrückt und ihn noch geschlagene zwei weitere Stunden ohne Unterbrechung durch die Gegend gescheucht. Natürlich war er viel zu erschöpft gewesen, um ihr viel entgegen zu setzten. Eigentlich hatte er Kara in den Fähigkeiten, die zum Kämpfen nötig waren, fast eingeholt. Zu seiner Frustration musste er jedoch feststellen, dass sie alle neuen Vorgehensweisen, mit denen Eragon sie überwältigen wollte, gut behielt und daraus lernte. Außerdem schien auch ihre Kondition im Training zu wachsen. Nach dem Ende des Übungskampfes war Eragon absolut frustriert gewesen. Noch dazu hatte er Aryas Blick ertragen müssen, der eindeutig gesagt hatte: Richtig so! Ich muss mich schließlich auch weiter quälen. Kara hatte ihn mit einem mitleidigen Lächeln aus dem Training entlassen und versucht ihn mit einer Aufzählung seiner guten Leistungen aufzubauen. Doch das war an Eragon vorbeigegangen. Er war einfach nur auf Saphiras Rücken gestiegen und nach Ellesméra zurückgeflogen. Nun, am nächsten Morgen, tat ihm zwar alles weh, doch er war eher bereit einzusehen, dass dieses harte Training nötig war. Saphira hingegen wollte wenig von dieser Notwendigkeit hören.
Ich bin doch auch nicht unerschöpflich., schimpfte sie immer noch. Irgendwann ist meine Kraft am Ende und dann geht es eben nicht mehr.
Eragon tätschelte ihr liebevoll den Hals. Sie hatte den ganzen Tag Ausweich – und Kontermanöver üben müssen. Dabei hatte sie gegen Glaedr und Lazya gleichzeitig antreten müssen.
Du hast dich tapfer geschlagen und du wirst sehen, beim nächsten Mal bist du umso besser., versuchte Eragon sie zu beruhigen.
Saphira hielt jedoch nicht viel von der Ermutigung. Erstrecht nicht, als sie Kara und Lazya mit den beiden Drachenkindern entdeckte. Eragon sah die vier erstaunt an. Seit ihrer Ankunft hatten sich Kara und Lazya nicht mehr in Ellesméra blicken lassen. Lazyas Kinder hatten die Stadt noch nie gesehen.
„Wie fühlst du dich?“, begrüßte ihn Kara.
„Als wäre ich verprügelt worden.“, antwortete Eragon wahrheitsgemäß und gab sich keine Mühe seinen Ärger für sich zu behalten.
„Ich weiß schon.“, stimmte sie zu. „Es ging mir auch mal so. Mein Lehrmeister hatte auch nicht viel Erbarmen mit mir. Er hatte schon einige Schüler vor mir ausgebildet und ein recht festgefahrenes Bild davon, wann und in welchem Tempo ich was gelernt haben musste. Aber in vielen Dingen war ich nicht so schnell, wie er es gern gehabt hätte.“
„Warst du nicht wütend?“, fragte Eragon.
„Ich bin monatelang jeden Abend mit einer Stinkwut im Bauch ins Bett gegangen. Es wollte gar nicht vorwärts gehen. So manches mal hätte ich mich am liebsten im Erdboden vergraben und wäre dort geblieben, bis man mich vergessen hätte.“, erzählte Kara
„Aber du hast tapfer weitergemacht, weil du wusstest wie wichtig es war und du willst mir sagen, dass ich es genauso machen sollte.“, schlussfolgerte Eragon.
„Eigentlich habe ich mich dann irgendwann einfach mal so richtig lautstark beschwert.“, entgegnete Kara. „Dabei war ich wohl haarscharf an der Grenze zu diversen Beleidigungen. Jedenfalls haben wir uns dann auf ein etwas angepassteres Lehrprogramm geeinigt. Ich wollte dir damit nur sagen, dass ich dich verstehe. Wir haben leider nicht viel Zeit den Lehrplan exakt auf deine Schwächen und Stärken abzustimmen.“
„Vielen Dank. Jetzt geht’s mir gleich besser.“, brummte Eragon.
Kara lächelte wissend, ging jedoch nicht weiter darauf ein.
„Warum seid ihr eigentlich hier?“, fragte Eragon, als sich seine Beleidigung etwas verzogen hatte.
„Heute wird Lazyas Ei den Elfen vorgeführt. Vielleicht haben wir noch heute einen neuen Drachenreiter.“, erklärte Kara.
„Heute?“, wunderte sich Eragon. „Warum hat mir das keiner gesagt?“
„Weil es erst gestern beschlossen wurde, aber nach dem Training hielt ich es für zu gefährlich dich noch einmal anzusprechen. Du wirktest sehr angespannt.“, erläuterte Kara.
Eragon nickte nur. Dann betrachtete er die beiden Jungdrachen. Sie waren inzwischen fast so groß wie ein Mensch. Ihr Schuppen glänzten herrlich in der Mittagssonne. Doch diese Würde ging sofort wieder verloren, als Mira begann, sich von hinten an seine Schwester anzupirschen. Mit zurückgezogenem Kopf und allen vier Beinen in Absprungposition rückte er näher an die junge Drachendame. Die war gerade damit beschäftigt genauso elegant und gelassen wie ihre Mutter auszusehen. Ständig korrigierte sie ihre Haltung und zupfte ihre Flügel zurecht. Kaum hatte sie sich einigermaßen zufriedenstellend geordnet, stürmte Mira auf sie zu, biss vorsichtig in ihren Schwanz und zog dann daran. Myrell schreckte auf, drehte sich um und fauchte ihren Bruder an. Sie verpasste ihm mit einem Hinterbein einen Tritt, sodass er loslassen musste und verkroch sich dann im Schutz ihrer Mutter.
Lass das!, fauchte sie ihren Bruder an. Ich habe keine Zeit für solchen Unsinn.
Mira schnaubte ungehalten und setzte sich dann ruckartig hin.
Mama., meinte er trotzig. Ich will noch einen Bruder. Mädchen sind doof.
Lazya schnaubte amüsiert und leckte ihren beiden Kleinen je einmal über die Nase. Mira knurrte leise und ungehalten, während Myrell diese Geste stolz annahm. Dann wurde die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf die Mitte des Versammlungsplatzes gelenkt, an dessen Rand sie standen. Rund um den Platz hatten sich bereits unzählige Elfen versammelt. Auch Arya und Faru waren angekommen. Stille breitete sich unter den Anwesenden aus. Dann betrat Königin Islanzadi den Platz. Arya folgte ihr, mit dem Ei im Arm.
„Ich dachte, du würdest das Ei nicht aus der Hand geben.“, wunderte sich Eragon und sah Kara an.
„So misstrauisch bin ich auch wieder nicht.“, wehrte die ab. „Außerdem sind solche großen Auftritte gar nicht meine Sachen. Arya ist besser dafür geeignet.“
Die Königin begann eine Rede zu halten, über die Bedeutung die die Drachenreiter und somit auch das Ei für die Zukunft Alagaesias hatten. Diese Ansprache blendete Eragon aus. Alles, was gesagt wurde, wusste er selbst bereits und seine Konzentration reichte nicht dafür aus. Königin Islanzadi hielt sich jedoch nicht lange mit Reden auf. Stattdessen begann bald die Vorführung der möglichen Kandidaten. Zuerst kamen die Kinder der Elfen an die Reihe. Fasziniert betrachteten sie das Ei und reichten es untereinander weiter. Doch nichts geschah. Dann wurde das Ei in der Mitte des Platzes auf einem Podest abgelegt, sodass jeder Zugang zu ihm hatte. Die Königin ließ es sich jedoch nicht nehmen, zwei Wachen aufzustellen, die den Schatz akribisch im Auge behielten. Der Rest des Tages verging damit, dass die Elfen einer nach dem anderen das Ei besahen und auch berührten, aber es wollte sich nichts tun. Eragon, Kara und die vier Drachen blieben die ganze Zeit am Waldrand sitzen und beobachteten die Vorgänge.
„Vielleicht ist es noch nicht soweit.“, meinte Eragon schließlich erschöpft.
„Natürlich ist es soweit.“, widersprach Kara. „Myrell und Mira waren es ja auch. Es hat nur seinen Reiter noch nicht gefunden. Wir müssen Geduld haben. Möglicherweise ist der Richtige nicht einmal hier. Es könnte genauso gut ein Mensch sein.“
Eragon schüttelte unwirsch den Kopf. Dabei entdeckte er einen Elf, der nicht weit von ihnen am Rand der Lichtung stand und sehnsüchtig das Ei anstarrte. Kara folgte Eragons Blick.
„Guten Tag, Loerenn.“, begrüßte sie den Elfen. „Willst du es nicht auch mal probieren?“
„Nein.“, antwortete der mit unterdrückter Enttäuschung. „Was wäre ich schon für ein Reiter? Ich könnte nicht mal ein Schwert halten geschweige denn richtig kämpfen.“
Beim näheren Hinsehen erkannte Eragon, dass Loerenns rechte Hand verkümmert war, wie ein verdorrter Baum. Der Elf humpelte ein Stück nach vorn und Eragon bemerkte, dass wohl auch mit seinem rechten Bein etwas nicht stimmte.
„Der Drache interessiert sich nicht dafür, ob du hübsch bist oder eine besonders gute körperliche Kondition hast, wenn du der Richtige bist.“, entgegnete Kara entschlossen.
Loerenn nickte unsicher und ging dann auf das Ei zu. Die Wachen machten mit zweifelndem Blick Platz. Fasziniert hob der Elf das Ei von dem Podest und hielt es im Arm wie ein neugeborenes Baby. Einige Minuten hielt er es so. Dann legte er es mit einem resignierenden Lächeln zurück auf das Podest und wollte sich schon wieder umdrehen, als ein leises Knacken ertönte. Die Wachen gingen erstaunt auf Abstand, während Eragon aufgesprungen war und auf die Szene zuging. Inzwischen sprang die Schale des Eis auseinander und der kleine Drache kam zum Vorschein. Völlig überwältigt trat Loerenn näher und streichelte ihn sanft. Die Gegend wurde seicht erleuchtete und als das Licht verschwunden war, starrte der Elf ungläubig seine Hand an. Dann nahm er den kleinen, kupferfarbenen Drachen auf den Arm.
Kara war am Rand der Lichtung stehen geblieben und lächelte zufrieden.
„Ein ungewöhnliches Paar.“, stellte eine Stimme fest.
Kara drehte sich um und erkannte Oromis.
„Loerenn ist eine der treusten Seelen, die ich kennen. Er ist freundlich, klug und hat nur die besten Absichten. Ich finde der kleine Drache hat eine gute Wahl getroffen.“, meinte Kara überzeugt.
„Er hat die Wahl getroffen, die für ihn die richtige war, egal was andere davon halten.“, stimmte Oromis zu. „Aber Loerenn wird es schwer haben, schwerer noch als Eragon und Arya.“
Kara stimmte nickend zu. Trotzdem schien sie sehr zufrieden mit der Wahl des kleinen Drachen zu sein.
„Jetzt, wo das geklärt ist, wird es für uns Zeit aufzubrechen.“, meinte Kara. „Arya und Faru sind so weit und wir haben jetzt schon viel Zeit verloren.“
Oromis nickte nur und gemeinsam betrachteten sie noch eine Weile den neuen Reiter.
Kapitel 15: Ein unbesiegbarer Gegner
Nasuada schreckte in ihrem Bett hoch. Durch die Wände des Zeltes schien die Sonne hinein. Es war unangenehm heiß. Nasuada schlug die Decke zur Seite und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Ihre Kleindung war klitschnass und schmutzig. Sie hatte ihr Nachthemd schon seit Wochen nicht mehr gewechselt. Inzwischen roch es leicht. Ungehalten entledigte sie sich der nassen Kleindung und wusch sich eilig. Dann zog sie sich wieder an. Keines ihrer Kleider war frisch oder wirklich sauber, doch sie war wesentlich besser dran als die meisten anderen. Inzwischen liefen einige Leute schon in Lumpen herum. Flicken nutzten schon nichts mehr. In den Gängen des Lagers bot sich ein Bild des Jammers. Doch sie konnten sich keine neue Kleidung leisten. Sie konnten sich gar nichts mehr leisten. Sie waren endgültig auf die Almosen der Bewohner vor Surda angewiesen. Das frustrierte die Leute sichtlich. Auch Nasuada fühlte sich unwohl dabei, aber sie alle mussten jetzt ihren Stolz herunterschlucken.
Erwartungsvoll trat sie nach draußen. Ihre Erwartungen waren jedoch alles andere als positiv. Sie machte sich auf den Weg zu Rorans Zelt. Wenn in der Nacht etwas passiert war, dann hatte sie nichts davon gemerkt. Es war ruhig im Lager. Keiner lief zwischen den Zelten hin und her. Nervös näherte sich Nasuada dem Zelt. Dort standen Roran und einige der Dorfbewohner mit Trianna zusammen.
„Guten Morgen.“, begrüßte Nasuada die Gruppe.
„Nicht mal annähernd.“, entgegnete Roran ungehalten.
„Dann hattet ihr keinen Erfolg?“, fragte Nasuada in böser Erwartung.
„Keinen.“, stimmte Roran zu. „Der Attentäter hat tatsächlich auf unseren Lockvogel reagiert und angegriffen. Wir sind losgestürmt um ihn zu überwältigen, aber er war stärker als wir alle zusammen. Ich habe ihm dieses Messer in den Rücken gerammt.“
Roran zeigte Nasuada ein langes Messer. Es konnte einen Mann ohne Zweifel vom Rücken bis zur Brust durchbohren und noch ein Stück herausragen. Jeder Stich damit sollte absolut tödlich sein.
„Es hat ihn auf Höhe des Herzens getroffen. Trotzdem ist er weiter gerannt und hat mir mit der Faust einen Schlag verpasst, der mich fast bewusstlos werden ließ. Dabei habe ich das Messer wieder aus seinem Rücken gezogen. Es war kein Blut dran.“, erzählte Roran.
„Wie ist das möglich?“, wunderte sich Nasuada.
„Ich habe keine Erklärung dafür.“, gestand Roran. „Bevor er in unsere Falle geraten ist, hat er noch jemanden getötet.“
„Was ist mit euch?“, fragte sie Trianna.
„Es ist mir völlig unklar.“, entgegnete die ungläubig. „Wir hatten bei Beginn des Angriffs eine Barriere errichtet. Sie war ohne jede Lücke, da bin ich mir sicher. Kein lebender Mensch hätte dieses Hindernis überwinden oder gar ungesehen bleiben können. Doch der Attentäter hat es geschafft. Er ist in die Dunkelheit verschwunden und niemand hat ihn danach wieder gesehen oder sonst irgendwie wahrgenommen. Das ist einfach unmöglich.“
Nasuada seufzte leise. Die Lage war endgültig ihrer Kontrolle entglitten. Wie sollte man sich gegen einen Gegner wehren, der solche Sicherheitsmaßnahmen umgehen konnte und sogar spielend mit Magie fertig wurde? Wie sollte man einen Gegner besiegen, über den man nichts wusste?
„Ich danke euch sehr für eure Hilfe und euren Einsatz.“, meinte sie betrübt. „Ich weiß zu schätzen welchen Aufwand ihre betrieben habt und welche Risiken ihr eingegangen seid. Doch ich denke nicht, dass es sinnvoll wäre, weiter zu machen. Kümmert euch jetzt wieder um eure täglichen Aufgaben und passt gut auf euch auf.“
„Wir können unsere Familien nicht mit dieser ständigen Bedrohung leben lassen.“, protestierte Roran.
„Was glaubt ihr noch ausrichten zu können?“, entgegnete Nasuada. „Gebt auf euch selbst und auf eure Frauen und Kinder Acht. Mehr bleibt uns im Moment nicht zu tun übrig.“
Roran schwieg, doch die Abneigung gegen die Untätigkeit war ihm anzusehen. Nasuada drehte sich wieder um und machte sich schweren Herzens auf den Weg zurück zu ihrem Zelt. Was blieb ihr jetzt noch zu tun übrig? Sie konnte nicht zulassen, dass das gesamte Volk der Varden von diesem Mörder Stück für Stück ausgelöscht wurde. Doch ihr Gegner schien geradezu unsterblich zu sein. Nasuada grübelte, bis sie ihr Ziel erreicht hatte. Vor dem Zelt entdeckte sie verwundert einen fremden Mann in sauberer und offenbar auch etwas besserer Kleidung, der energisch mit ihren Wachen diskutierte.
„Kann ich dir helfen?“, sprach sie den Mann an.
Der Fremde drehte sich um. Sie erkannte, dass er nicht wesentlich älter war, als sie selbst. Er wirkte gesund, erholt und gepflegt. Er konnte also kein Varde sein.
„Seid ihr Nasuada?“, fragte der junge Mann.
„So ist es.“, stimmte sie zu. „Was gibt es also?“
„König Orrin schickt mich, um euch eine Botschaft zu überbringen.“, antwortete der Mann.
„Ist etwas nicht in Ordnung?“, fragte Nasuada besorgt.
Der Bote holte aus seiner Westentasche einen Dolch hervor. Im ersten Moment wurde Nasuada von Fluchtinstinkten ergriffen, denn es sah aus, als wolle er sie angreifen. Dann erkannte sie jedoch, dass die Waffe eine derjenigen war, die die Varden angesichts der neuen Bedrohung anfertigten. Ihr kam ein schrecklicher Verdacht.
„Es gab einen Angriff in Aberon.“, antwortete der Bote. „Ein Mann wurde getötet, ein Schreiber, der sich nach der Beendigung seiner Arbeit im Dunkeln auf den Weg zu seinem Haus gemacht hat. Er wurde mit diesem Messer ermordet. Alles deutet darauf hin, dass euer Attentäter nun auch in der Stadt sein Unwesen treibt. Den Wunden nach zu urteilen, hat er beim Eindringen in die Stadt mit der gleichen Waffe drei Wachposten getötet. Keiner hat etwas gesehen oder gehört.
Re: Meine Eragon geschichte
Lee - 02.10.2008, 20:17
Man was is denn das für n viech :lol:
naja der drache is meiner meinung nach n bissl zu schnell geschlüpft aber sonst... :clap:
Re: Meine Eragon geschichte
Nico - 03.10.2008, 14:48
Kapitel 16: Die Schätze von Niiva
Seit mehreren Tagen waren die Eragon, Arya, Oromis und Kara mit ihren Drachen unterwegs. Sie flogen über die Wüste Hadarac, unter und über ihnen nur eintönige Farben. Kara hatte sie nach dem Schlüpfen des kupferfarbenen Drachen eilig zum Aufbruch gedrängt. Plötzlich schien sie es erstaunlich eilig zu haben, ihre Geheimnisse mit ihren Kameraden zu teilen. Sie bestand darauf von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ohne Pause zu fliegen. Sogar ihre Mahlzeiten mussten sie im Flug zu sich nehmen und die Drachen mussten bei Nacht jagen. Diese Verhalten hatte Arya und Eragon schwer verärgert. Sie redeten in den nächtlichen Pausen nur noch selten mit Kara. Lazya war es ebenfalls schwer gefallen, aufzubrechen. Sie hatte ihre Kinder zurücklassen müssen. Die drei waren noch viel zu klein um auf solch eine Reise zu gehen. Nur unter lautem Protest hatten Mira und Myrell ihre Mutter ziehen lassen. Eragon konnte das nicht verstehen. Er hätte lieber noch so lange gewartet, bis der vierte neue Reiter sie begleiten konnte. Was auch immer es zu sehen gab, sollte er doch auch sehen. Doch viel mehr beherrschte ihn eine gewisse Sorge. Es behagte ihm gar nicht, dass Oromis und Glaedr sie auf dieser Reise begleiteten. Trotz aller Vorsicht mussten sie jederzeit mit einem Angriff rechnen und auch wenn er keinen konkreten Beweis dafür hatte, schien es Eragon als hätte Oromis noch mehr von seiner Kraft eingebüßt. Das Training mit gleich zwei Schülern auf einmal, strengte ihn wohl enorm an. Kara bemühte sich mit aller Kraft, ihm zu helfen und Arbeit abzunehmen, doch das war nicht genug.
Es tut mir Leid, wenn ich dich verärgert habe., riss Kara Eragon aus seinen Gedanken.
Ich verstehe dein Verhalten nicht., gab er zu. Warum hast du es plötzlich so eilig? Außerdem ist mir nicht wohl dabei Oromis auf diese Reise mitzunehmen. Was ist, wenn wir angegriffen werden?
Dann müssen wir gut aufpassen und schnell reagieren., entgegnete Kara. Aber ich weiß was du meinst. Wir haben keine Zeit mehr zu warten. Galbatorix wird nicht mehr lange stillhalten. Eigentlich hätten wir schon lange aufbrechen sollen. Ich wollte nur warten, bis Arya und Faru soweit sind. Wir können nicht auf noch einen Reiter und seinen Drachen warten. Und was Oromis angeht: Seine Anwesenheit ist unverzichtbar. Du wirst bald verstehen warum.
Gut, wann sind wir endlich da?, brummte Eragon.
Vor einigen Stunden war das Beor – Gebirge in Sicht gekommen. Inzwischen ließen sich die einzelnen Berge gut erkennen. Die Mittagssonne erleuchtete die Landschaft ausführlich.
Wir haben es bald geschafft., antwortete Kara.
Sie flogen noch eine gute Stunde. Dann stieg Lazya höher und führte sie über eine Bergkette hinweg. Dahinter eröffnete sich ihnen noch ein Stück Wüste, das von den umgebenen Bergen eingeschlossen wurde wie eine Lichtung von Bäumen. Am gegenüberliegenden Ende störte ein großer See das Bild der Trostlosigkeit und Trockenheit. Um den See herum erstreckte sich eine friedliche Oase. Irgendjemand hatte dort Beete und ganze Felder angelegt und offenbar wurden auch Tiere gehalten.
Warum ist das alles noch niemandem aufgefallen?, wunderte sich Arya.
Weil nur die, die diesen Ort kennen und bzw. oder hier willkommen sind ihn finden können. Er wird durch einen starken Zauber geschützt., erklärte Kara.
Dann muss also noch jemand hier leben., schlussfolgerte Arya. Irgendjemand muss den Zauber mit Kraft versorgen.
Seid Jahrzehnten lebt ihr kein Reiter mehr, außer mir. Ich werde euch zeigen, wovon dieser Zauber zehrt., versprach Kara. Habt bitte Geduld.
Sie näherten sich der hinteren Felswand. Dabei kam etwas zum Vorschein, das es leicht mit der Pracht und Kunstfertigkeit von Tronjheim aufnehmen konnte. Aus dem Berg hatte man eine Stadt gehauen. Dafür waren in verschiedenen Höhen Plateaus angelegt worden, auf denen die Häuser gebaut waren. Einige hatte man wohl direkt aus dem Stein geschlagen. Auch im Felsen selbst schienen Räumlichkeiten angelegt worden zu sein, auf die nur große Fenster hinwiesen, die den Berg wie Höhleneingänge schmückten. Die unteren Etagen der Stadt gingen langsam in die riesigen Felder und Gärten über. Ein ausgeklügeltes System aus Bewässerungskanälen war angelegt worden und vorsorgte das gesamte Gebiet mit Wasser. Die Felder waren perfekt quadratisch angeordnet und wurden von den Kanälen begrenzt. In der Mitte zwischen den Feldern erstreckte sich ein Garten voller Bäume und blühender Pflanzen. Eine überwältigenden Farbenpracht erfüllte diese Landschaft . Sie wirkte akribisch geplant und trotzdem schien sie ganz von allein gewachsen zu sein. Durch die Mitte des Gartens führte eine lange, befestigte Straße. Neben den Kanälen bildeten zahlreiche gepflasterte Straßen ein regelmäßiges und ordnendes Netz in der grünen Landschaft.
Das ist phantastisch!, schwärmte Arya.
Die vier Drachen landeten auf einem Plateau, das durch eine Öffnung in die Felsenstadt führte. Dort war genug Platz um sogar Glaedr reichlich Bewegungsfreiraum zu bieten. Das Innere des Gewölbes, das sie betraten, war glatt und kühl wie frisch verarbeiteter Marmor. Die Temperatur der Luft war angenehm im Vergleich zum Wüstenklima draußen und die Luft war nicht zu trocken. Der sanfte Geruch von frischen Blüten durchzog die Halle. Durch die riesigen Fenster fiel das Sonnenlicht leicht gedämpft in den Raum und projizierte die Mosaikbilder des Fensterglases auf den Boden. Die Wände wurden von riesigen Säulen durchzogen, die vom Boden bis zur Decke reichten und mit kunstvollen Reliefs verziert waren. Die Decke war ein einziges Gemälde, das farbenprächtig die Geschichte gemeinsame Geschichte der Drachen und Elfen bzw. Menschen von der ersten Begegnung bis zu den späten Jahren der Reiter erzählte. In der Mitte des Raumes stand eine gigantische Statue aus Sandstein, die zwei auf den Hinterbeinen stehenden und sich mit den Vorderbeinen aneinander abstützenden Drachen zeigte. Ihre Schwänze hatten sich wie ein geflochtener Zopf umeinander gewickelt. Ihre Augen waren je zwei funkelnde Smaragde und Rubine.
„Erstaunlich!“, entfuhr es Arya. „Es muss eine Ewigkeit gedauert haben, dies alles zu bauen.“
„Es hat fünfzig Jahre gedauert, die Stadt aus dem Felsen zu modellieren und die Räume einzurichten und zu verzieren.“, erzählte Kara. „Noch einmal zehn Jahre hat es gedauert, die Grünanlagen anzulegen und hochzuziehen. Die Erbauer haben viele Dinge per Hand hergestellt zu ausgearbeitet.“
„Wie wird diese Stadt geschützt?“, wollte Eragon wissen. „Magischer Schutz für so ein großes Gebiet würde Unmengen an Kraft kosten. Das heißt doch, dass es hier noch Reiter oder wenigstens Magier geben muss.“
„Hier leben nur noch Lazya und ich.“, antwortete Kara. „Die Edelsteine, die die Augen der Drachenstatuen bilden, fungieren als riesige Speicher für magische Energie. Die Zauber werden aus dieser Quelle gespeist. Der Vorrat reicht für Jahrhunderte. Viele Reiter und Drachen haben über einen lange Zeit hinweg viel von ihrer Kraft an dieses Edelsteine abgegeben.“
„Wenn dieser Ort so gut gesichert ist, warum haben sich nicht mehr Reiter hier versteckt?“, wunderte sich Arya.
„Weil diese Stadt praktisch in Vergessenheit geraten war.“, antwortete Oromis. „Ich selbst kenne sie nur noch aus Legenden, deren Wahrheitsgehalt über lange Zeit hitzig diskutiert wurde.“
„Früher einmal lebten hier ständig mindestens zwei Reiter mit ihren Drachen um die Stadt zu bewachen und instand zu halten. Doch selbst dieses Wächter gibt es seid Jahrhunderten nicht mehr.“, erklärte Kara.
Kara und Lazya führten ihre Begleiter aus der Halle. Im Vorbeigehen glitten ihre Fingerspitzen sanft über die verflochtenen Schwänze der Sandsteindrachen. Der Durchgang führte in einen weitläufigen Gang. Dort war es dunkler und kühler als in dem Gewölbe. Die Luft roch ein wenig feucht und die Wände und Decke waren unverziert. Der Weg führte eindeutig tiefer in den Berg hinein. Bald erreichte die Gruppe eine Höhle, die natürlichen Ursprungs zu sein schien. Man hatte auf die Bearbeitung und Verzierung der Wände verzichtet. Kleine Laternen, wie die, die die Zwerge benutzten, erhellten den Raum. Sie begannen zu leuchten, als der Erste den Raum betrat. Das Bild der Grotte erfuhr eine merkwürdige Störung durch Unmengen an Regalen und Podesten. Eine Wand der Grotte wirkte, als hätte hier irgendjemand eine Bibliothek angelegt. Die Anzahl der Bücher ging sicher in die Tausende. Weiterhin gab es diverse Vitrinen, die unter anderem kunstvoll gefertigte und verzierte Waffen enthielten.
„Was ist das für ein Ort?“, fragte Eragon überwältigt.
„Das hier ist sozusagen die Schatzkammer von Niiva.“, erläuterte Kara. „Hier wurden schon immer verschiedenste wertvolle Artefakte gelagert. Wir haben noch einige Dinge aus Vroengard hier her gerettet.“
Staunend sahen sich Eragon, Arya und ihre Drachen um. Faru schien sich vorgenommen zu haben, jeden Schrank und jedes Podest einzeln zu beschnüffeln. Eragon interessierte sich für die Bibliothek. Er warf einen kurzen Blick über die Bücherregale. Dann erweckte ein Buch auf einem Podest seine Neugier. Es hatte einen samtenen, roten Einband, auf den mit goldenen Fäden ein Rankengeflecht gestickt war. Sanft fuhr Eragon mit einer Hand über den Einband. Dann öffnete er das Buch so, dass etwa die Mitte aufgeschlagen wurde. Dort sah er eine detailreiche Zeichnung von einem Kristall, der die fast perfekte Form einer komplexen Blüte hatte.
„Was ist das?“, fragt Eragon.
„Das ist eine Chronik.“, antwortete Kara. „Sie enthält die gesamte Geschichte der Drachenreiter. Eine ganze Familie hat sich über Generationen nur damit beschäftigt, diese Chronik zu schreiben. Sie gehörten zu den ersten Menschen, die Vroengard nach dem Eintreffen der Reiter dort betreten durften. Bis dahin waren nicht einmal Besucher erlaubt. Erst mit den ersten menschlichen Reitern lockerten sich dieses Sitten.“
„Eigentlich,“, entgegnete Eragon. „hatte ich das Bild von dem Edelstein gemeint.“
„Es zeigt eine Kristall, der das Herz von Vroengard genannt wurde.“, erklärte Oromis. „Man hat ihn beim Bau von Dorú Areaba gefunden. Er war etwa so groß wie Saphira jetzt und erfüllte den gleichen Zweck wie die Edelsteine in den Drachenstatuen hier. Während der Auseinandersetzungen mit den Wyrdfell wurde er beschädigt. Ein Teil brach heraus. Der größere Teil ist noch immer auf Vroengard. Das Bruchstück gilt als verschollen.“
„Fakt ist:“, fügte Kara hinzu. „Vrael hat es als Letzter besessen. Doch niemand weiß, wo er es versteckt hat. Wir wissen aus den Aufzeichnungen, die er hinterlassen hat, nur, dass er es in Sicherheit gebracht hat. Wo auch immer das sei.“
Eragon starrte das Bild noch einige Augenblicke an. Dann schlug er das Buch wieder zu und wandte sich dem nächsten zu. Das hatten einen schwarzen Einband und war mit silberner Tinte beschriftet. Ein Drache saß auf der Schrift, als wäre sie eine breite Mauer.
„Das ist eines meiner Lieblingsstücke.“, teilte ihm Kara mit. „Es ist so etwas wie ein Stammbuch. Dort sind alle Drachen verzeichnet, die einen Reiter hatten und auch deren Nachkommen, falls relevant. Aber ich habe noch etwas anderes für euch.“
Sie ging zu den Vitrinen mit den Waffen. Eine davon öffnete sie. Dann holte sie ein Schwert heraus. Es war schlank und ein wenig kürzer als üblich. Die Klinge war blau, als hätte man sie aus Saphiras Schuppen gemacht. Kara ging auf Eragon zu und überreichte ihm das Schwert.
„Es hat einmal Brom gehört.“, erklärte sie. „Er hatte es verloren und ich habe es wiedergefunden. Ich wollte es ihm zurückgeben, doch er hat es nicht angenommen. Wahrscheinlich erinnerte es ihn zu sehr an seine geliebte Saphira.“
Völlig sprachlos nahm Eragon die Waffe entgegen wie einen unbezahlbaren Schatz.
„Ich denke er hätte nichts dagegen, dass du es bekommst.“, fügte Kara hinzu.
Oromis sah sie mit einer Mischung aus Verwunderung und Verärgerung an.
„Brom wusste von dir?“, schlussfolgerte er.
„Ja.“, bestätigte Kara. „Er hat keinem von uns von dem Anderen erzählt.“
Sie öffnete eine zweite Vitrine und holte noch ein Schwert hervor. Es war ebenso schlank und elegant wie Broms Schwert. Die Klinge war jedoch länger und glänzte in einem lebendigen Grün. Kara hielt es in beiden Händen, fuhr mit zwei Fingern über die Klinge und betrachtete es wie ein Bild aus besseren Tagen.
„Dieses Schwert gehörte meinem Lehrmeister Sarlaz.“, verkündete sie. „Es hat ihm in vielen Kämpfen gute Dienste geleistet und er hat es immer mit Stolz getragen.“
Kara trat vor Arya. Sie sah die Elfe ernst. an. Dann hielt sie ihr das Schwert entgegen.
„Ich bitte dich, es sorgsam und ehrenhaft zu behandeln. Eigentlich wollte ich es nicht weggeben, aber es gehört in die Hände eines Reiters um seine Bestimmung zu erfüllen.“
Arya sah sie überrascht an. Man konnte erkennen, dass sie etwas sagen wollte, doch sie brachte kein Wort über die Lippen. Vorsichtig nahm sie das Schwert entgegen, als wäre es aus Glas und könnte bei der kleinsten Unachtsamkeit zerbrechen.
„Ich danke dir.“, hauchte Arya. „Ich weiß dein Vertrauen zu schätzen und verspreche dir, dieses Geschenk immer in Ehren zu halten.“
Kara nickte, doch die Überwindung war ihr immer noch anzusehen. Ein wenig sehnsüchtig hing ihr Blick an der Waffe.
„Kommt!“, forderte sie ihre Begleiter auf. „Ich muss euch noch etwas zeigen.“
Sie führte die Gruppe ans andere Ende der Grotte und erneut in einen Tunnel. Dort war es so dunkel, dass die Laternen das einzige Licht spendeten. Sie liefen mehrere Minuten, bis sich erneut eine Grotte vor ihnen öffnete. Eragon blieb fast die Luft weg, als er sah, was dort wartete. Er erblickte etwa fünfzig ausgewachsene Drachen, die sich intensiv um eine unübersichtliche Anzahl an Eiern kümmerten.
Kapitel 17: Ort des Friedens
Wie gebannt starrte Eragon die Drachen an. Dieser Anblick war ihm völlig unbegreiflich. So lange war er davon ausgegangen, dass es nur noch die Drachen aus den drei Eiern, Shruikan und schließlich Glaedr gab. Jetzt gab es plötzlich so viele und sie bewachten noch mehr Eier. Das bedeutete, dass das Überleben der Drachen gesichert war. Einige Zeit verging, ehe Eragon diesen Gedanken verarbeitet hatte. Er wusste nicht so recht, ob er sich freuen oder erneut auf Kara wütend sein sollte. Sie hatte all den Leuten, die seit fast einem Jahrhunderte Widerstand leisteten, noch eine Chance vorenthalten. Dann begriff er jedoch ihr Verhalten. Sie hatte die Drachen einfach nur schützen wollen. Sie waren die letzten ihrer Art und solange Galbatorix nichts von ihnen wusste, waren sie vor ihm sicher.
„Ich habe euch offenbar erfolgreich überrascht.“, meinte Kara verlegen.
„Könnte man so sagen.“, bestätigte Eragon. „Überlebende Drachen zu sehen, ist das Letzte, was ich erwartet hätte und dann noch so viele.“
„Sie haben sich diesen Unterschlupf gesucht. Als meine Begleiter und ich hier eintrafen, waren sie bereits da. Offenbar haben Einige von ihnen die Bedrohung erkannt und so viele Eier wie möglich und eine Gruppe von Wächtern hierher geschickt. Seitdem warten sie darauf, wieder ans Licht treten zu dürfen.“, erklärte Kara.
Einer der Drachen hatte sich inzwischen von der Herde gelöst und kam auf die Neuankömmlinge zu. Er war nicht viel größer als Lazya und von einer dunklen, braunen Farbe. Es sah aus, als hätte man ihn aus einem geschuppten Baum geschnitzt. Gemütlich landete er vor den immer noch erstaunten Reitern.
„Ich möchte euch Nura vorstellen.“, ergriff Kara das Wort. „Sie ist die Älteste hier und hat die Verantwortung für die Gruppe.“
Die Drachendame betrachtete ihren Besuch ausführlich. Sie beschnupperte Saphira und Faru gründlich. Lazya begrüßte sie mit einem friedlichen Schnaufer. Die Begegnung mit Glaedr verlief weniger entspannt. Offenbar fühlte sich Nura von dem wesentlich älteren Drachen verunsichert. Nach einigen Minuten des Misstrauens musterten sich die beiden jedoch auch friedlich und befanden einander für unbedenklich.
Es freut mich, euch kennen zu lernen., verkündete Nura schließlich. Seid willkommen in Niiva, einem der letzten friedlichen Ort in Alagaesia.
Wir sind es, die sich freuen euch kennen zu lernen. Wir mussten glauben, dass die Drachen bis auf eine Handvoll ausgerottet sind. Es ist gut zu wissen, dass wir uns geirrt haben., entgegnete Oromis.
Der Ausdruck auf seinem Gesicht war undefinierbar. Er schien alles vom Schmerz der Erinnerung an die alten Zeiten bis zur Freude über diese Entwicklung und alles was noch dazwischen liegen mochte zu beinhalten. Nura beugte sich zu ihm herunter und sah ihn mit ihren großen Augen freundlich an.
Ebenso mussten wir glauben, dass vom Wissen und den Traditionen der Reiter nichts übrig ist. Kara und ihre Begleiter haben uns eine Weile Hoffnung gegeben, doch wir mussten am Ende glauben, auch sie noch verloren zu haben. Es erleichtert uns unbeschreiblich zu sehen, dass noch jemand da ist, der diese Tradition überliefern und weiterführen kann., verkündete Nura mit spürbarer Freude.
Dann wandte sie sich den anderen Anwesenden zu. Als Erste betrachtete sie noch einmal Saphira. Sie schien sehr angetan zu sein, von der Farbe ihrer Schuppen und ihrer Körperform.
Du bist ein Flieger., stellte sie fest. Alles an dir ist dazu gemacht, schnell und wendig zu sein. Wie ist dein Name?
Ich bin Saphira., antwortete die blaue Drachendame.
Sie zeigte sich von allen Seiten und genoss die positive Beurteilung sichtlich.
Saphira., wiederholte Nura. Ich kannte einmal eine Saphira. Sie sah fast genauso aus wie du. Ihre Schuppen hatten exakt die selbe Farbe wie deine, aber sie war ein bisschen kräftiger. Ich erinnere mich gut, weil sie so eine freche und lebenslustige Persönlichkeit hatte. Nichts konnte ihr die Laune verderben. Es ist traurig, wie sie sterben und ihren Reiter mit seinem Kummer und seiner Einsamkeit zurücklassen musste.
Brom., stellte Saphira fest.
Ja, ich glaube so hieß er., bestätigte Nura.
Dann wandte sie ihre Aufmerksamkeit Eragon zu. Sie senkte ihren Kopf noch weiter, bis sie ihm in die Augen sehen konnte. Dann starrte sie ihren Gegenüber nur eine Weile durchdringend an. Eragon fühlte sich sehr unwohl bei dieser Prozedur, hielt dem Blick aber stand, ohne dabei allzu ablehnend und herausfordernd zu wirken.
Du hast starke Nerven., urteilte Nura. Die wirst du sicher noch einmal brauchen. Wie ist dein Name?
Ich bin Eragon., erwiderte ihr Gesprächspartner.
Ein schöner Name. Fast wie von einem Propheten gewählt, nicht wahr? Du scheinst mir recht weit fortgeschritten in der Entwicklung angesichts deiner Jugend., stellte Nura fest.
Der Zufall hat mir auf die Sprünge geholfen., erklärte Eragon.
Nura nickte und konzentrierte sich anschließend auf Arya und Faru. Erfreut stellte sie fest, dass aus Faru voraussichtlich einmal ein starker Kämpfer mit viel Kraft und einem wachen Verstand werden würde. Der grüne Drache fühlte sich sichtlich geschmeichelt. Dann wandte die Drachendame sich seiner Reiterin zu.
Dein Gesicht kenne ich irgendwo her., stellte sie nachdenklich fest. Wer bist du?
Mein Name ist Arya., antwortete die Elfe.
Arya. Die Elfenprinzessin. Ich habe von dir gehört, doch als wir fliehen mussten, warst du gerade erst geboren. Es freut mich zu sehen, dass eine starke und hübsche junge Frau aus dir geworden ist. Noch dazu eine Drachenreiterin. Das muss deinem Volk große Hoffnung gegeben haben., meinte Nura.
Alle neuen Drachenreiter sind eine Quelle starker Hoffnung für uns., entgegnete Arya überzeugt.
Gut so., stimmte Nura zu.
Sie entfernte sich wieder ein Stück von der Gruppe um ihren Gesprächspartnern ausreichend Bewegungsfreiheit einzuräumen.
Auch du bist noch recht jung dafür, dass du die Älteste in der Gruppe bist., stellte schließlich Eragon fest.
Es gab noch Ältere., teilte Nura betrübt mit. Aber die sind inzwischen tot, weil sie sich hinaus in den Kampf gewagt haben, so wie Karas Begleiter. Der Großteil derer, die eine Flucht für angebracht hielten, waren jedoch junge Drachen. Einige von uns waren kaum flugfähig, als wir nach Niiva aufbrachen. Die Eier herzubringen war eine langwierige und problematische Arbeit. Aber wir sind inzwischen sehr froh, dass wir uns die Mühe gemacht haben.
Dann könnt ihr uns jetzt begleiten und mit uns kämpfen., schlussfolgerte Arya. Mit soviel Unterstützung haben wir in der nächsten Schlacht sehr viel bessere Chancen.
Wir können nicht gehen., lehnte Nura betrübt ab. Wir sind für die Eier verantwortlich und die können die Stadt nicht verlassen. Der gleiche Zauber, der sie schützt, hält sie auch hier fest. Alles, was einmal her gebracht wurde, kann ohne den passenden Gegenzauber nicht wieder weggebracht werden. Man kann nur Dinge mitnehmen, die einem persönlich gehören und alles was ein eigenes Bewusstsein und damit den Willen zu gehen hat, kann fortgebracht werden oder selbst ungehindert fort gehen. Doch die kleinen Drachen in ihren Eiern haben noch nicht genug von diesem Bewusstsein. Außerdem gehören die Eier keinem.
Das ist ein Problem., gab Eragon zu.
Nicht unbedingt., widersprach Kara. Das ist genau der Grund, warum ich wollte, dass Oromis uns begleitet. Der Zauber, mit dem man Gegenstände von hier wegbringen kann, war schon immer ein gut gehütetes Geheimnis. Er wurde nur dem Anführer der Drachenreiter und den Mitgliedern des Ältestenrates mitgeteilt.
Eragon nickte verständig. Jetzt machte die ganze Sache Sinn und er erkannt wie richtig Karas Entscheidungen gewesen waren.
„Sarlaz muss diesen Zauber auch gekannt haben.“, meldete sich Oromis zu Wort. „Warum hat er ihn nicht an dich weitergegeben, wenn er doch wusste, dass er sich in Gefahr begeben würde?“
„Vielleicht hat er sich und seine Überlebenschancen überschätzt. Auf jeden Fall wollte er, dass zur Sicherheit nur so wenige Leute wie möglich den Zauber kennen. Doch bevor er bereit war, ihn an mich weiter zu geben, starb er im Kampf gegen einen der Abtrünnigen.“, antwortete Kara. „Ich hatte schon keine Hoffnung mehr, einmal Zugang zu den Schätzen von Niiva zu bekommen. Wenn ich all die Dinge, die hier gelagert sind, zur freien Verfügung gehabt hätte, wäre ich vielleicht auch in den Kampf aufgebrochen.“
„Es ist gut so.“, entgegnete Oromis. „Viel wichtiger ist, dass du überlebt hast und uns jetzt zur Seite stehen kannst. Ohne dich hätten wir diesen Ort nie gefunden.“
Kara nickte nur und warf einen Blick durch die Grotte. Wirklich zufrieden schien sie mit dieser Aussage nicht zu sein.
„Warum ist noch aus keinem dieser Eier ein Drache geschlüpft?“, wandte sich Eragon wieder an Nura.
Die Drachendame warf einen Blick zurück zu den Eiern. Dann schnaufte sie betrübt.
Kleine Drachen schlüpfen nur, wenn ihre Umgebung geschützt und ihre Versorgung gesichert ist. Sie empfinden diesen Ort wohl nicht als sicher genug. Aber bisher war das auch gut so. Wir mussten sie nicht auch noch mit Nahrung versorgen. Es gibt zwar welche in dieser Oase, aber nicht genug für so viele Drachen. Sie haben allen Grund da zu bleiben, wo sie jetzt sind., erklärte sie. Und wir wollen auch hier bleiben, bis wir wirklich gebraucht werden.
Eragon, Arya, Oromis und ihre Drachen unterhielten sich noch lange mit Nura. Der Tag verging auf dieses Weise wie im Fluge. Sie erfuhren von den Beobachtungen, die Nura und ihre Kameraden gemacht hatten und die sie zur Flucht bewegt hatten. Sie erzählte auch von den Jahren des Lebens in der Abgeschiedenheit. Nur über Kara und ihre verstorbenen Kameraden wollte sie partout nichts sagen. Kara selbst verließ mitten im Gespräch den Raum und blieb weg. Erst als die drei Drachenreiter erfahren hatten, was sie von den Drachen wissen wollten, fiel ihnen Karas und Lazyas Fehlen auf.
“Wo ist sie denn jetzt hin?“, knurrte Eragon.
Ich habe Kontakt zu Lazya., verkündete Saphira. Sie wird uns zu ihrem Standort führen.
Also folgte die ganze Gruppe Saphira. Sie führte ihre Begleiter bis zu einer weiteren Halle, die nach außen offen waren. Dann ließen die Drachen ihre Reiter aufsteigen und schwangen sich in die Luft. Saphira landete bald darauf in einem Stück des Gartens. Es grenzte zu einer Seite an den See, zur anderen an den Berg. Ein kleiner Wasserfall plätscherte aus dem Berg in den See. Die ganze Gegend lag in frischem Grün da. Blumenbeete hier und da gaben dem malerischen Bild einen Farbtupfer. Weidenbäume spendeten angenehmen Schatten. Die Drachen fanden nur schwer einen Platz zum Landen. Weiter in den Garten hineingehen konnten sie nicht, also mussten sich die Reiter allein auf den Weg machen.
Sie fanden Kara unter einem besonders großen Weidenbaum. Sie kniete auf dem Boden und hatte den Kopf gesenkt. Ihr Augen fixierten einen festen Punkt. Als Eragon genau hinsah, entdeckte er, dass dort zwei Gräber angelegt worden waren. Die Schrift auf dem ersten Grab zu lesen, fiel Eragon schwer. Es war eindeutig die Schrift der Elfen, doch sie war so seltsam geschrieben, dass sie nicht zu entziffern war. Nur zwei Namen konnte Eragon lesen: Sarlaz und Ashuh. Der zweite Grabstein war in der Runenschrift beschriftet, die auch die Menschen benutzten. Dort las Eragon eine kurzen Reim, der den Verstorbenen gedachte und ihnen Frieden im Tod wünschte. Die Namen auf diesem Grab lauteten Narla und Inkem.
Als Kara die Anwesenheit ihrer Kameraden bemerkte, erhob sie sich eilig, blieb aber mit dem Rücken zu den Anderen stehen.
„Sind hier deine Begleiter begraben?“, fragte Eragon.
„Ja.“, bestätigte Kara. „Das ist ein friedlicher Ort. Hier haben wir uns oft aufgehalten um uns zu entspannen und auf bessere Gedanken zu kommen.“
„Warum sind zwei Personen in einem Grab?“, wunderte sich Eragon.
„Weil die Reiter und ihre Drachen gemeinsam bestattet wurden.“, antwortete Kara leise.
„Wie bestattet man einen Drachen in solch kleinen Gräbern?“, wollte Eragon wissen.
Kara lachte leise, aber bitter. Sie wirkte, als hätte ihr der Gedanke, solch eine Frage zu stellen, gar nicht kommen können.
„Ganz einfach: Sie wurden vorher verbrannt.“, antwortete Kara schmunzelnd. „Eine sehr passende Art, einen Drachen zu bestatten, findest du nicht?“
„Was ist mit den vier passiert?“, fragte Oromis.
„Narla ist erkrankt. Ich weiß nicht genau was sie hatte. Kein Mittel wollte helfen. Sie hat sich monatelang mit Fieber und Schmerzen gequält. Für sie war es wohl eine Erlösung zu sterben. Sarlaz wurde im Kampf mit einem der Abtrünnigen verwundert. Er hat es noch bis hier her geschafft, aber meine Kräfte und die unserer beiden Drachen reichten nicht aus um ihn zu heilen. Er ist noch in der selben Nacht gestorben. Aber er musste wenigstens nicht lange leiden. Sein Gegner hat diese Tat mit seinem Leben bezahlt.“, erzählte Kara.
Ihre Stimme klang zittrig und ihre Hände waren zu Fäusten geballt.
„Du hast die beiden sehr gern gehabt, nicht wahr?“, schlussfolgerte Eragon.
„Narla habe ich nicht wirklich gut gekannt. Aber sie und ihr Drache waren wunderbare Persönlichkeiten, immer fröhlich und optimistisch. Sie haben uns bei Laune gehalten. Es wurde still und einsam hier nach ihrem Tod.“, erklärte Kara. „Sarlaz habe ich es verdanken, dass meine Leben zumindest eine gewisse Zeit lang in geordneten Bahnen lief. Meine Eltern sind schon recht früh gestorben und nach ihrem Tod musste ich allein für mich und meinen kleinen Bruder sorgen. Das waren harte Zeiten, die mich misstrauisch und wenig umgänglich gemacht haben. Sarlaz hat jemanden gefunden, der sich um meinen Bruder kümmerte, während ich der Ausbildung war, und er hat mir geholfen, wieder Zugang zu einem normalen Leben und den Leuten um mich herum zu finden. Ich weiß nicht, was ohne seine Hilfe aus mir geworden wäre.“
Sie ließ je einen Strauß bunter Blumen auf jedes der Gräber fallen. Dann drehte sie sich zu ihren Kameraden um. Auf ihrem Gesicht lag ein Lächeln, das von Erinnerungen an bessere Zeiten zeugte, doch ihn ihren Augen glänzten immer noch Tränen.
„Die Sonne ist schon fast untergegangen.“, stellte sie fest. „Wir sollten uns jetzt einen Schlafplatz suchen und auch bald schlafen gehen. Die Reise war lang und anstrengend.“
Re: Meine Eragon geschichte
Lee - 03.10.2008, 20:00
soo viele Drachen :o:
ich finds echt schön geschrieben... aba is imma n bissl viel auf einma
trotzdem weitaa :clap:
Re: Meine Eragon geschichte
Nico - 03.10.2008, 20:51
jo ich mache immer 2 kapiteln also thx erst mal wäre freundlich wen mal auch andere antworten :heul:
aber danke lee bis treu :yes:
Kapitel 18: Zwingende Umstände
Die Quartiere in der Felsenstadt waren groß und gemütlich. Sie waren vor allem so ausgestattet, dass auch ein Drache gemütlich darin Platz fand. Wie aus dem Baumhaus in Ellesméra gewöhnt, hatte Saphira ein gepolstertes Podest zum Schlafen vorgefunden. Eragon hatte sich nicht um mehr gekümmert, als um das große, weiche Bette, das ihn erwartete. Erst auf dem Rückweg in die Stadt hatte er gemerkt, wie müde er wirklich war. Umso tiefer hatte er in der Nacht geschlafen – traumlos und erholsam – und war am nächsten Morgen voller Zufriedenheit aufgewacht. Die vier Reiter hatten gemeinsam im Garten gespeist und festgestellt, dass die in der Oase angebauten Früchte und Getreide keine Vergleich scheuen mussten. Inzwischen waren die Drachen auf der Jagd gewesen. Sie hatten es in vollen Zügen genossen, sich endlich Zeit dafür nehmen zu dürfen und waren satt und zufrieden zurück gekehrt. Gegen Mittag war die Gruppe wieder aufgebrochen. Sie hatten beschlossen erst einmal nach Ellesméra zurückzukehren und mit Hilfe der Elfen einen Plan für ihr weiteres Vorgehen auszuarbeiten. Außerdem warteten dort noch Loerenn und sein Drache auf ihre Ausbildung. Für die beiden wurde die Zeit knapp. Die Drachen in der Grotte waren angehalten worden, die Felsenstadt gut zu sichern und sich bereit zu halten, falls sie gebraucht wurden. Mit Freuden hatten sie ihre Unterstützung in der nächsten Schlacht angeboten.
Es begann langsam wieder kälter zu werden. Die Tage wurden kürzer und somit auch die Reisezeiten. Es wurde immer wichtiger, einen geschützten Unterschlupf zu finden. Der Rückflug dauerte inzwischen mehrere Tage an und die Gruppe hatte etwa drei Viertel ihres Weges zurückgelegt. Sie lagerten an einem kleinen See, der auf keiner Karte verzeichnet war. Weit und breit war keine Siedlung zu sehen gewesen, auch nicht auf den Erkundungsflügen, die Saphira und Faru zusätzlich durchführten. Also hatten sie sich dieses Mal ein gemütliches Feuer und dazu warme Speisen und Getränke gegönnt. Dann hatten sich alle, bis auf Arya und Faru, schlafen gelegt. Die beiden hielten Wache.
Als Eragon erwachte, war es immer noch dunkel, doch ein erster heller Streifen war am Horizont zu sehen. Um ihn herum war es nach wie vor still, obwohl er hätte schwören können, dass ein Geräusch ihn geweckt hatte. Unzufrieden erhob er sich. Zum Aufstehen war es noch zu früh, doch bis die Sonne aufging, würde er ja doch nicht mehr einschlafen können. Sein Blick streifte über die Gruppe, die noch genauso da lag wie am Abend zuvor. Erst jetzt stutzte Eragon. Er hatte die ganze Nacht durchgeschlafen. Aber wie konnte das sein. Die letzte Wache sollte er halten, doch zu der hätte er schon vor Stunden geweckt werden sollen. Auch die Anderen sahen nicht aus, als hätten sie in dieser Nacht ihre Schlafstätte verlassen. Irritiert begab sich Eragon auf die Suche nach Faru und Arya. Sie waren jedoch nirgends zu sehen. Dabei hatte Eragon sie extra noch gebeten in der Nähe des Lagers zu bleiben und die Anderen zu wecken, bevor sie etwas Verdächtigem nachging.
Eragon suchte mehrere Minuten, bis er fündig wurde. In erheblichem Abstand vom Lager lag Faru regungslos auf der Seite. Eragon rief Saphira zu sich und eilte dann sofort zu dem bewusstlosen Drachen. Als Erstes stellte er erleichtert fest, dass Faru noch atmete. Doch weitere Lebenszeichen wollte er nicht von sich geben. Inzwischen landete Saphira neben Eragon und starrte ihren Artgenossen ungläubig an.
Was ist passiert?, wollte sie sofort wissen.
Ich habe keine Ahnung., musste Eragon zugeben. Arya war plötzlich weg und hatte keinen anderen zur Wache geweckt. Also bin ich sie suchen gegangen und habe Faru gerade erst so gefunden.
Saphira näherte sich Faru und begann ihn vorsichtig mit dem Kopf und dann mit einer Vorderpfote anzustupsen. Eine Weile folgte keine Reaktion. Dann knurrte Faru angestrengt und öffnete die Augen. In erschreckender Geschwindigkeit raffte er sich auf und begann böse zu fauchen. Doch genauso schnell verließen ihn seine Kräfte wieder und die Beine knickten ihm weg. Laut krachend fiel er wieder um. Saphira kam sofort näher und leckte ihm beruhigend über das Gesicht.
Schön langsam., wies sie ihn an. Du hilfst niemandem, wenn du dich beim Aufstehen verletzt.
Arya!, brüllte Faru und seine Panik breitete sich bis zu Eragon und Saphira aus.
Ich kann sie nirgends finden., teilte ihm Eragon mit. Was ist passiert?
Wir haben Wache gehalten. Alles war ganz normal. Dann ist plötzlich jemand an unser Lager herangetreten, doch wir konnten ihn nicht richtig erkennen. Ich habe Arya noch gesagt, sie soll euch wecken und dem Fremden nicht allein folgen. Aber sie wollte nicht hören. Sie ist einfach losgegangen und ich musste hinterher. Hier an dieser Stelle wurden wir plötzlich von einem anderen Drachen angegriffen. Es war Dorn. Er war stark, stärker als ich. Das Letzte, an das ich mich erinnere, ist, dass er mir einen Schlag mit seinem Schwanz versetzte. Davon muss ich wohl ohnmächtig geworden sein. Arya hat auch gekämpft. Gegen Murtagh vermute ich. Gesehen habe ich ihn allerdings nicht., erzählte Faru.
Eragon konnte einen lauten Fluch nicht unterdrücken. Nirgends war eine Spur von Arya zu sehen. Zum Glück gab es auch keine Blutspuren. Es war also davon auszugehen, dass die Elfe noch lebte. Eragon begann sich noch einmal umzusehen. Die Gegend war friedlich und Nichts deutete darauf hin, dass hier vor Kurzem noch ein Kampf stattgefunden hatte. Doch bei näherem Hinsehen, entdeckte Eragon doch etwas. An einen Baum war mit einem Messer ein Blatt Papier geheftet. Eragon zog unter Aufwendung erheblicher Kraft das Messer aus dem Baum und betrachtete dann das Papier. Darauf stand eilig dahin gekritzelt:
Ich habe deine Elfenfreundin. Wenn du sie wiederhaben willst, musst du zu mir kommen. Du solltest dir aber nicht zu viel Zeit lassen, wenn dir ihr Leben lieb ist.
Wütend zerknitterte Eragon das Papier und warf es in den See.
Was ist mit Arya?, fragte Faru nervös.
Ich befürchte, sie wurde nach Urû'baen verschleppt, genauso wie Katrina., antwortete Eragon verbittert.
Wir müssen hinterher., meinte Faru entschlossen.
Die Entführung ist schon mehrere Stunden her. Wir holen sie nicht mehr ein, bevor sie ihr Ziel erreichen. Wir müssen sie schon wieder ziehen lassen., knurrte Eragon.
Mit einem Kloß im Hals machte er sich auf den Weg zurück ins Lager. Dort begann er eilig seine Sachen zu packen, während Saphira und Faru die Anderen weckten. Ausgiebig gähnend wachte Kara auf. Sie sah sich um und bemerkte bald Eragons Hektik und Aryas Abwesenheit. Oromis wachte wenige Augenblicke nach ihr auf.
„Was ist passiert?“, fragte Kara. „Die Sonne ist noch nicht aufgegangen.“
„Arya wurde entführt.“, antwortete Eragon. „Schon vor Stunden. Murtagh war hier und hat sie gefangen genommen.“
„Wir holen sie nicht mehr ein.“, stellte Kara besorgt fest.
„Ja, genau.“, bestätigte Eragon. „Deshalb müssen wir sofort aufbrechen und so schnell wie möglich in Ellesméra ankommen. Vielleicht finden wir dort eine Lösung.“
Kara und Oromis schlossen sich schweigend Eragons Abflugvorbereitungen an. Der Zweifel stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Wie hatten sie dieses Unglück nur verschlafen können? Warum waren sie nicht auch angegriffen worden? Trotzdem schwiegen sie beharrlich. Nur wenige Minuten später erhoben sie die vier Drachen wieder in die Luft.
Die folgenden Tage wurden zur Qual für Eragon. Sie schienen ihrem Ziel einfach nicht näher zu kommen. Die Ungewissheit über Aryas Schicksal zerriss Eragon förmlich. Ihm war schon lange bewusst, dass er sie liebte, doch er hatte nicht gewusst, dass er ohne sie nicht leben konnte. Erst jetzt, da sie fehlte und in Lebensgefahr schwebte, wusste er, wie wichtig sie ihm wirklich war. Nichts hätte er lieber getan, als ihr sofort zu folgen. Nur mit Mühe konnte er sich selbst ermahnen, lieber vernünftig und geplant vorzugehen. Das war die einzige Vorgehensweise, mit der er Arya wirklich helfen konnte. Unbedachtes Handeln würde scheitern und ihre Lage nur noch verschlimmern. Ganz offenbar sollte er nach Urû'baen gelockt werden und solange er diesem Köder noch nicht gefolgt war, war Aryas Überleben gesichert.
Die Ankunft in Ellesméra war von Hektik durchzogen. Ein Bote erwartete die Heimkehrenden bereits um sie zur Königin zu geleiten. Erst auf diesem Weg wurde Eragon schmerzhaft bewusst, dass er gleich Aryas Mutter von deren erneuter Gefangennahme berichten musste. Plötzlich kamen ihm all seine Gedanken der letzten Tage über den Verlust, den er mit Aryas Entführung erlitten hatte, ausgesprochen egoistisch vor. Welche Ängste würde Königin Islanzadi erste erleiden müssen, wenn sie von diesem Vorfall erfuhr?
Die Königin erwartete die Heimkehrer bereits. Sie schickte den Boten eilig weg und sah sich dann in der Gruppe um.
„Wie war eure Reise?“, fragte sie sofort. „Habt ihr etwas Interessantes gefunden?“
Die Runde blieb still. Keiner wollte derjenige sein, der berichtete. Schließlich wollte Oromis zu einer Antwort ansetzen, doch die Königin war schneller.
„Was habt ihr alle?“, wunderte sie sich. „Und wo ist Arya?“
Erneut blieb es für einige quälende Augenblicke still.
„Sie wurde entführt.“, ergriff schließlich Oromis doch noch das Wort. „Wir waren auf dem Rückweg und sie hielt Nachtwache. Dabei muss es zu einer Begegnung mit Murtagh und seinem Drachen gekommen sein. Er hat Arya mitgenommen und Faru zurückgelassen. Außerdem hinterließ er uns eine Botschaft, die uns aufforderte ihm zu folgen um Arya zu befreien.“
Königin Islanzadi sah ihn mit vor Entsetzen geweiteten Augen an. Ihr Blick wanderte über die ganze Runde, doch niemand schien dieser Aussage widersprechen zu wollen. Die Elfenkönigin begann zu zittern und für einen kurzen Augenblick sah es aus, als würden ihre Beine ihr den Dienst versagen. Doch sie fand ihre Kraft schnell wieder, im Gegensatz zu ihrer Fassung.
„Mein Kind.“, flüsterte sie fassungslos.
Dann passierte etwas, dass Eragon nie für möglich gehalten hätte. Kara ging auf die Königin zu und bot sich als Stütze an. Schweigend und völlig abwesend ließ sich Islanzadi bis zu ihrem Thron helfen. Dort setzte sie sich vorsichtig.
„Seid unbesorgt, Hoheit.“, meinte Kara sanft. „Wir werden uns auf den Weg machen und Arya befreien, bevor ihr etwas Schlimmes passiert. Darauf habt ihr mein Wort.“
Islanzadi antwortete nicht mehr. Kara entfernte sich vom Thron und bedeutete ihren Begleitern mit einer kurzen Handbewegung, sie zu begleiten. Erst als alle die Tialdarí – Halle verlassen hatte, wagte Eragon etwas zu sagen.
„Bist du eigentlich wahnsinnig geworden?“, fauchte er Kara an. „Wie stellst du dir das vor? Wir können doch nicht einfach nach Urû'baen stürmen und Arya eben mal mitnehmen.“
„Ich verstehe, wenn du nicht mitkommen möchtest.“, entgegnete Kara leise. „Aber ich muss gehen.“
„Warum?“, fragte Eragon aufgebracht.
„So viele Leute sind schon in diesem wahnsinnigen Krieg umgekommen.“, brüllte Kara. „So viele Kinder zu Weisen geworden und so viele Eltern mussten ihre Kinder zu Grabe tragen. Ich lasse nicht zu, dass noch eine Familie zerrissen wird, auch wenn sie noch auf so wackligen Beinen steht. Ich muss einfach gehen.“
Sie rannte eilig davon um die Abreise vorzubereiten. Eragon und Oromis blieben mit den Drachen zurück.
„Das ist Wahnsinn.“, murmelte Eragon.
„Ja.“, stimmte Oromis zu. „Aber sie wird sich nicht davon abhalten lassen.“
„Ich denke, ich muss sie begleiten.“, meinte Eragon betrübt. „Ich kann Arya nicht einfach ihrem Schicksal überlassen und Katrina ist auch noch in Urû'baen gefangen. Außerdem kann Kara das nicht allein bewältigen. Ob sie überhaupt weiß, worauf sie sich einlässt?“
„Vermutlich weiß sie es besser, als du.“, entgegnete Oromis ernst. „Ich lasse dich nur ungern ziehen, aber ich vermute auch du wirst dich nicht aufhalten lassen. Lass dir aber von mir noch einen guten Rat geben: Halte dich aun Kara und vertraue den Dingen, die sie sagt. Sie kennt sich mit der Umgebung, in die ihr euch begebt besser aus, als du oder sonst jemand hier.“
„Sie kennt sich damit aus?“, wunderte sich Eragon. „Was bedeutet das?“
„Das kann ich dir nicht sagen.“, wehrte Oromis ab. „Es gehört zu den Dingen, über die Kara nicht gerne spricht und es würde nur Zweifel erzeugen, die unbegründet und im Moment hinderlich sind.“
Kara packte eilig alles zusammen, was sie auf der Reise brauchen konnte. Sie war dabei sich in eine große Gefahr zu stürzen, das wusste sie. Doch diese Angelegenheit hatte ihr Herz berührt. Sie konnte nicht anders und sie würde sich nicht abhalten lassen. Es gab ohnehin noch einige Dinge, die sie bei dieser Gelegenheit regeln wollte.
„Du reist schon wieder ab?“, hörte sie ein Stimme hinter sich.
Erschrocken drehte sie sich um und erkannte schnell Loerenn mit seinem kleinen Drachen auf dem Arm.
„Es muss sein.“, entgegnete sie. „Wir müssen uns um eine eilige Angelegenheit kümmern.“
Loerenn nickte verständnisvoll. Kara kam näher und betrachtete den kleinen Drachen, der friedlich in den Armen seines Reiters schlief.
„Er ist wirklich hübsch.“, stellte Kara fest.
„Er ist eine Sie.“, korrigierte Loerenn.
„Entschuldige.“, flüsterte Kara. „Wie ist ihr Name?“
„Ehrlich gesagt, sie hat noch keinen.“, gestand Loerenn. „Ich habe die Zeit seit eurer Abreise damit verbracht eine Namen für sie zu suchen, doch ich habe nichts gefunden, das zu ihr passen könnte. Vielleicht fällt dir eine Drachendame ein, derer wir auf diese Weise gedenken können.“
Kara wandte ihren Kopf ab und dachte nach.
„Ich kannte da einmal eine Drachendame.“, meinte sie leise. „Sie war stark, weise und freundlich. Jemand sollte sich an sie erinnern.“
„Wie war ihr Name?“, wollte Loerenn wissen.
„Sie hieß Ashuh.“, antwortete Kara verträumt.
Der kleine Drache war inzwischen aufgewacht und hatte den Kopf erhoben.
„Ashuh.“, wiederholte Loerenn. „Gefällt dir das?“
Das kleine Drachenmädchen fiepte zur Bestätigung leise. Kara strahlte glücklich und Loerenn sah sehr zufrieden aus.
„Wir danken dir für deine Hilfe.“, meinte er schließlich.
Loerenn ergriff behutsam Karas Hand und die beiden sahen sich einige Zeit einfach nur schweigend an, während die Zeit ohne Kummer und Leid zu vergehen schien.
Kapitel 19: In der Höhle des Löwen
Die Reise nach Urû'baen erwies sich als Zerreißprobe für Eragons Nerven. Ihm war nicht wirklich wohl dabei, sich in die Höhle des Löwen zu begeben. Von der Angst um das eigene Leben, bis hin zum Pflichtgefühl, das ihn fragte, was wohl werden würde, wenn Kara und er nicht zurückkehrten, zerrten alle möglichen Gefühle an ihm. Außerdem quälte ihn die Frage, was Arya und auch Katrina durchleiden mussten, bis es ihnen gelang, die beiden zu befreien – wenn es gelang. Eragon war sich alles Andere als sicher, dass sie Erfolg haben würden. Sie waren auf direktem Weg zur best bewachten Stadt des ganzen Imperiums. Noch dazu liefen sie damit Galbatorix direkt in die Arme. So sehr er es sich auch wünschte, einer direkten Konfrontation mit seinem größten Feind fühlte er sich noch nicht gewachsen. Die Niederlage gegen Murtagh hatte ihn geprägt. Natürlich war er seit diesem Vorfall um einiges stärker geworden, doch er fühlte sich den Kräften, die er damals zu spüren bekommen hatte, immer noch nicht ebenbürtig. Galbatorix war ohne Zweifel noch stärker, besonders in seiner Machtzentrale.
„Versuch dich zu entspannen!“, meinte Kara zu Eragon.
Sie befanden sich unweit von Urû'baen in der Deckung eines dichten Waldes. Die Stadt war schon zu sehen. Sie war eine einzige Festung, umgeben von einer breiten Mauer mit Wachtürmen, die nur auf halbe Sichtweite voneinander entfernt waren. Vor der Mauer patrouillierte ein ganzes Heer von Soldaten, auf den Wachtürmen befanden sich wahrscheinlich noch einmal so viele.
„Wie soll ich mich entspannen?“, entgegnete Eragon verärgert. „Und wie glaubst du sollen wir unentdeckt dort hineinkommen? Durch die Tore spazieren können wir kaum. Dort gibt es mehr Soldaten als Sterne am Himmel. Über die Mauern fliegen können wir auch nicht. Dann würde man uns ebenso entdecken.“
„Wir nehmen die Hintertür.“, meinte Kara entspannt.
„Die Hintertür?“, wunderte sich Eragon. „Da ist jede Tür gut gesichert.“
„Du scheinst zu vergessen, dass es nicht Galbatorix war, der diese Stadt erbauen ließ. In der Zwischenzeit mag viel verändert und neu gebaut worden sein, doch die Fundamente stammen immer noch aus der Zeit, in der die Elfen dort lebten. Es gibt geheime Zugänge, die wir nutzen können.“, erklärte Kara.
„Meinst du nicht, Galbatorix kennt diese Geheimgänge?“, zweifelte Eragon.
„Die meisten, wahrscheinlich.“, stimme Kara zu. „Aber nicht alle. Es gibt keine Baupläne für diese Stadt. Sie können also nirgends verzeichnet sein. Die meisten geheimen Zugänge gerieten in Vergessenheit.“
„Und woher kennst du dann einen sicheren?“, wollte Eragon wissen.
„Ich war als Kind schrecklich neugierig. Ich bin in jedes Loch gefallen und jeden Abhang heruntergeschlittert, den ich nur finden konnte, ob ich wollte oder nicht. Vor dem Tod meiner Eltern war ich mehrmals mit ihnen hier und habe mich, man könnte sagen: umgesehen. Dabei habe ich irgendwann so einen Zugang entdeckt.“, erzählte Kara.
„Und du glaubst, den kann Galbatorix nicht kennen?“, schlussfolgerte Eragon.
„Er könnte ihn wohl kennen, aber es ist unwahrscheinlich.“, antwortete Kara. „Und selbst wenn er ihn kennt: der Zugang liegt so versteckt, dass er sicher gar nicht oder nicht gut bewacht wird.“
„Ich weiß nicht, ob ich das gut finden soll.“, zweifelte Eragon.
„Vertrau mir! Wir werden ganz schnell wieder hier raus sein.“, versicherte Kara.
„Wohin führt dieser Zugang?“, wollte Eragon wissen.
„Dahin wo wir hin wollen.“, antwortete Kara. „Wir kommen in den Kerkern raus.“
„Ja, schon servierfertig hinter Gittern, damit es nicht so viel Arbeit macht uns einzufangen.“, brummte Eragon.
Kara lächelte über diesen Ausdruck des Trotzes. Sie schien nicht von ihrer Meinung abkommen zu wollen.
„Du musst ja nicht mitkommen.“, meinte sie schließlich herausfordernd.
„Sicher.“, knurrte Eragon. „Ich bleibe hier draußen gemütlich sitzen während meine Freunde dort drinnen gefangen sind und leiden müssen und du ganz allein reinstürmst um sie zu befreien.“
„Genau.“, stimmte Kara zu.
„Hältst du mich für so rücksichtslos und feige?“, fragte Eragon leicht beleidigt.
„Nein, eigentlich nicht.“, antwortete Kara. „Im Grunde wäre das eher vernünftig als feige. Aber da du mich schon bis hier her begleitet hast, vermute ich, dass du keine Vernunft annimmst.“
Eragon schaute sie leicht verärgert an. Er sah zu Saphira, Lazya und Faru hinüber, die im Wald zurückbleiben sollten. Sie würden durch keinen geheimen Zugangstunnel passen und solange die Sonne noch am Himmel stand, konnten sie nicht ungesehen in die Stadt fliegen.
„Natürlich komme ich mit.“, gab er schließlich nach. „Lass uns gehen.“
Kara nickte. Sie setzte sich in Bewegung und Eragon folgte ihr. Dabei war er ständig damit beschäftigt, sich umzusehen und auch noch auf das geringste Geräusch zu hören. Die Gegend war jedoch still. Die beiden schlichen näher an die Stadt, bis sie die Soldaten auf den Wachtürmen sehen konnten. Dabei nutzten sie jede Gelegenheit hinter Bäumen und sonstigen Erhebungen in Deckung zu gehen. Bald erreichten sie eine schlecht einzusehenden Stelle der Stadtmauer, die unmittelbar an den umgebenden Wald grenzte. Dort blieb Kara unvermittelt stehen.
„Was ist los?“, wunderte sich Eragon.
Kara ging auf die Knie, betastete den Boden und begann in der Erde zu wühlen. Eragon beobachtete diese Aktivität misstrauisch. Nach einigen Minuten konnte er feststellen, dass Kara etwas freigelegt hatte. Es sah aus wie ein gemauerter Tunnel, der aus der Stadt heraus kam und dann im Boden verlief.
„Was ist das?“, fragte er.
„Früher einmal war das ein Schacht der Abwässer aus der Stadt geschafft hat.“, erklärte Kara. „Aber er wurde schon vor langer Zeit aufgegeben und ist mit der Zeit unter dem nachwachsenden Wald verschwunden.“
„Heißt das, du hast deine Kindheit hier damit verbracht im Boden nach Abwasserschächten zu graben?“, fragte Eragon ungläubig.
„Natürlich nicht.“, entgegnete Kara kichernd. „Ich habe hier draußen gespielt und ein Teil der Erde über dem Tunnel ist unter mir zusammengebrochen.“
Inzwischen hatte sie mit viel Mühe den Eingang des Tunnels freigelegt. Er war gerade groß genug, damit ein Mensch aufrecht darin gehen konnte. Ein muffiger und fauliger Gestank stieg aus ihm auf. Es war stockfinster in seinem Inneren.
„Wie sollen wir da drin was sehen?“, wollte Eragon wissen.
Zur Antwort hielt ihm Kara einen etwas handgroßen Stein vor die Nase, den sie aus ihrem Rucksack geholt hatte. In ihrer Hand begann er ein helles, weißes und völlig kaltes Licht zu entwickeln.
„Besser als jede Fackel oder Laterne.“, versicherte sie.
Dann sprang sie in das von ihr gegrabene Loch. Eragon folgte ihr langsam, vorsichtig und sich immer wieder umsehend. Kara zog ihr Schwert und Eragon tat es ihr gleich. Dann gingen die beiden in den Tunnel.
Die Finsternis schien sie zu verschlucken. Der Stein leuchtete mit ungewöhnlicher Kraft, doch er spendete gerade genug Licht um die beiden sehen zu lassen, wohin sie traten. Rings um sie war nichts als Dunkelheit. Eragon fühlte sich sehr angreifbar, ein Zustand, den er überhaupt nicht schätzte. Noch dazu war es unheimlich still. Von oben tropfte Wasser, doch es schien beim Aufkommen auf den Boden nicht das geringste Geräusch von sich zu geben.
Fast eine halbe Stunden liefen die beiden so durch den Tunnel. Dann kam ihnen dämmriges Licht entgegen. Kara blieb stehen und warf einen Blick auf den Ausgang.
„Von jetzt an müssen wir jeder Zeit mit Wachen rechnen. Sei leise und bleib in meiner Nähe!“, wies sie Eragon flüsternd an.
Dann bewegten sie sich weiter. Sie verließen den Tunnel in einer kleinen Zisterne. Dort war es absolut Still und verlassen. Die Luft war dünn und es roch nach verfaulendem Wasser. Die beiden brauchten einige Zeit um eine Tür zu finden. Das Dämmerlicht, das durch kleine, vergitterte Fenster in die Zisterne fiel, reichte nicht aus um richtig sehen zu können und auch der Stein bot nicht genug Licht. Schließlich hatten sie eine Tür gefunden. Leise vor sich hin flüsternd suchte Kara die Tür nach Schutz – und Alarmzaubern ab.
„Nichts Ernstzunehmendes.“, verkündete sie.
Dann zerschlug sie mit ihrem Schwert das schwere Schloss. Es kam krachend auf dem Boden auf und die Tür öffnete sich leise knarrend nach innen. Der Weg vor ihnen war jedoch nicht frei. Eine Wand aus Holz versperrte den Weg. Schnell hatte Kara ein Loch darin entdeckt und schaute hindurch.
„Siehst du etwas?“, wollte Eragon wissen.
„Auf jeden Fall sehe ich keine Wachen.“, antwortete sie. „Den Rest willst du gar nicht wissen.“
Sie begann sich gegen die Holzwand zu stemmen, bis sich diese zu bewegte. Eilig kam Eragon ihr zu Hilfe. Bald war zu erkennen, dass sie einen Schrank oder ein Regal schoben. Es kostete sie einige Zeit, das störrische Möbelstück weit genug zu schieben um daran vorbei zu kommen. Jeder passierte es in einer anderen Richtung. Dann war der Blick in den Raum frei. Sie hatten ein Regal geschoben. Überall gab es Regale und Schränke, Haken an der Wand und verschiedene recht eigenartig anmutende Arten von Tischen und Stühlen. In den Schränken und Regalen lagen unterschiedliche Sorten von Gerätschaften, die sich vor allem dadurch auszeichneten, dass sie entweder spitz und scharf oder schwer genug waren, um damit einem Menschen die Knochen zu brechen.
„Was ist das alles?“, fragte Eragon unbehaglich.
„Sieht aus wie eine Art Reservelager für Foltergeräte.“, stellte Kara nüchtern fest.
„Diese Reise wird immer besser.“, entgegnete Eragon angewidert.
Er fragte sich, ob noch etwas von den Menschen übrig blieb, an denen man diese Geräte anwendete. Die beiden begaben sich zum Ausgang des Raumes. Sie stellten sich jeweils zu einer Seite der Tür auf. Vorsichtig öffnete Kara die Tür und spähte nach draußen. Dann schloss sie sie wieder genauso vorsichtig.
„Ein langer Gang mit Zellen rechts und links.“, murmelte sie. „Ich habe zwei Wachen gesehen, eine mit dem Rücken zu uns, die andere beobachtet eine Zelle.“
„Das lässt sich schnell und ohne Waffen erledigen.“, meinte Eragon.
„Auf keinen Fall. Wir müssen unsere magischen Kräfte sparen.“, lehnte Kara ab.
Sie zog einen Dolch aus ihrem Gürtel.
„Du kümmerst dich um den, der mit dem Rücken zu uns steht.“, wies Kara ihn an. „Ich öffne die Tür und werfe den Dolch nach dem anderen. Im gleichen Moment muss du angreifen.“
Eragon nickte und machte sich bereit. Kara hielt den Dolch abwurfbereit und öffnete langsam die Tür. Tatsächlich ließ diese sich lautlos öffnen. Dann warf sie kraftvoll den Dolch. Er traf den Wärter im Hals, sodass dieser auf der Stelle und absolut lautlos zusammenbrach. Eragon sprang im gleichen Moment auf den zweiten Wärter zu und rammte ihm sein Schwert in den Rücken. Der Mann gab ein würgendes Geräusch von sich und fiel dann um wie ein Stein. Kara folgte Eragon nach draußen. Sie warf einen schuldbewussten Blick auf die Toten.
„Ich wünschte wir müssten unseren Weg nicht mit Blut tränken.“, murmelte sie. „Aber wir haben keine Wahl.“
Mit vorsichtigen Schritten ging sie weiter. Eragon folgte ihr und warf einen Blick in jede der Zellen. Die meisten waren belegt. Dort waren Menschen eingesperrte, die aussahen, als hätten sie nichts mehr zu verlieren. Sie waren unterernährt, blass und ihre Blicke absolut leer. Eragon fragte sich, ob sie überhaupt merkten, dass jemand im Gang war. Mit Schrecken bemerkte er die Verletzungen vieler Gefangenen. Man hatte sie schwer geschunden und niemand hatte die Wunden versorgt. Viele von ihnen würden elend an Wundbrand sterben.
„Komm schon!“, zischte ihn Kara an.
„Diese Menschen ... .“, begann Eragon.
Doch er hatte nicht die Kraft um den Satz zu beenden.
„Ich weiß.“, murmelte Kara. „Aber wir müssen weiter. Im Moment können wir nichts für sie tun.“
Eragon nickte und die beiden gingen weiter.
Der Gang verlief mit mehreren Kurven. Jedes mal blieb Kara stehen und späte um die Ecke. Doch sie entdeckten keine weiteren Wachen. Es schien als wäre der Kerker unendlich und keine der beiden Frauen dort. Doch dann stutzte Eragon plötzlich und blieb stehen. Sein Blick wanderte zurück zu einer Zelle, die er gerade passiert hatte. Und tatsächlich, dort lag Katrina. Sie hatte sich im Stroh auf dem Boden vergraben. Eragon erkannte sie kaum wieder. Sie war blass und dürr. Ihre Haare waren kürzer und zerzaust, ihre Kleidung nur noch Lumpen. Verletzt schien sie nicht zu sein, doch ihr Blick war schmerzvoll und weit weg, wie der der anderen Gefangenen. Ihre Augen waren stark geschwollen vom Weinen. Eragon zerschlug ohne weiter nachzudenken das Schloss der Zelle und öffnetet die Tür. Eilig ging er zu Katrina und kniete neben ihr nieder. Er ergriff ihre knöchrige Hand und sah ihr direkt in die Augen.
„Katrina!“, sprach er sie eindringlich an. „Katrina, komm zu dir!“
Ihr Blick wurde wieder klarer und richtete sich erstaunt auf Eragon. Ihre Hand schloss sich um seine.
„Eragon?“, fragte sie unsicher. „Du siehst so anders aus. Nein, das ist nur wieder ein Traum. Das kann nicht sein.“
Sie versuchte ihre Hand zurückzuziehen und Tränen stiegen ihr in die Augen.
„Nein Katrina. Du träumst nicht. Ich bin wirklich hier und ich hole dich hier raus.“, entgegnete Eragon energisch.
Kara war ihm inzwischen gefolgt und hockte sich neben ihn. Mitleidig betrachtete sie Katrina.
„Armes Ding.“, seufzte sie.
Katrina wandte sie zu ihr um und sah sie ängstlich an.
„Ist schon gut.“, beschwichtigte Eragon sie. „Das ist Kara, eine Freundin. Sie hilft mir dich und noch eine Freundin zu befreien.“
Katrina nickte leicht.
„Kannst du aufstehen?“, fragte Kara.
Sie und Eragon halfen Katrina beim Aufstehen. Sie konnte sich tatsächlich auf den Beinen halten.
„Du musste allein raus gehen, befürchte ich.“, meinte Kara. „Folge dem Gang bis zum Ende. Dort steht ein Raum offen. Geh hinein, an dem großen Regal an der gegenüberliegenden Wand vorbei, durchquere die Zitadelle und geh dann durch den Tunnel, der dahinter beginnt. Am anderen Ende erwarten dich Saphira und zwei weitere befreundete Drachen. Sie werden auf dich aufpassen. Hast du das verstanden und fühlst du dich in der Lage dazu?“
„Ich denke schon.“, antwortete Katrina.
„Gut, dann solltest du gehen.“, beschloss Kara. „Und hab keinen Angst. Es gibt keine Wachen mehr auf deinem Weg und wir sind gleich wieder bei dir. Du musst nur noch dieses eine mal tapfer sein.“
Katrina nickte und machte unsicher ihre ersten Schritte allein. Doch sie schaffte es und ihre letzte Kraft kehrte in ihre Beine zurück.
„Warte noch einen Moment!“, hielt Eragon sie auf. „Wir suchen noch eine Freundin, eine Elfe namens Arya. Weißt du vielleicht, wo sie ist?“
„Ich habe die Wachen über sie sprechen hören.“, bestätigte Katrina. „Sie haben gesagt, sie soll in den Thronsaal gebracht werden. Das ist erst wenige Minuten her.“
Eragon nickte und verabschiedete Katrina mit einem sanften Klopfen auf die Schulter. Er blieb noch stehen, bis sie um die nächste Ecke verschwunden war.
„Mir ist nicht wohl dabei.“, verkündete er.
„Es muss sein.“, meinte Kara entschlossen. „Aryas Leben ist vielleicht akut in Gefahr und einer allein kann sie nicht retten.“
Die beiden schlichen durch die Gänge, bis sie in der eigentlichen Festung angelangt waren. Dort war es still und kalt. Die Wände waren leer und grau, die Luft feucht. Es gab kein Lebenszeichen.
„Das gefällt mir nicht.“, murmelte Eragon. „Niemand ist hier. Keine Soldaten, keine Bewohner, keine Bediensteten. Das riecht nach einer Falle.“
„Es ist eine Falle.“, stimmte Kara zu. „Sie wissen schon lange von unserer Ankunft. Wir durften Katrina so einfach befreien. Das soll uns in Sicherheit wiegen. Arya wurde als Köder weggebracht. Aber wir wissen das und müssen entsprechend handeln. Umkehren kommt für mich jedenfalls nicht in Frage.“
Eragon stimmte ihr leise nickend zu. Sie brauchte nicht lange, um den Thronsaal zu finden. Kara fand den Weg, als ginge sie ihn täglich. Die riesigen Türen des Saals standen weit geöffnete. Das Gefühl in eine Falle zu laufen, wurde noch stärker in Eragon. Nebeneinander und mit erhobenem Schwert betraten sie den Saal. Er war genauso dunkel und trist wie die Gänge. Niemand war zu sehen. Der einzige Gegenstand in dem Raum war der riesige Thron. Doch dann entdeckte Eragon etwas. Auf dem Boden lag eine Person. Er sah sich noch einmal um, dann rannte er auf sie zu und kniete sich neben ihr nieder. Es war tatsächlich Arya. Sie schien gerade aus der Bewusstlosigkeit zu erwachen. Müde und träge sah sie Eragon an. Dann weiteten sich ihre Augen.
„Eragon, das ist eine Falle.“, warnte sie mit schwacher Stimme.
„Ich weiß, aber wir werden dich hier rausholen.“, versicherte Eragon.
„Wirst du das?“, schnitt eine Stimme durch die Luft.
Eragon drehte sich erschrocken zur Seite und sein Blick fiel auf Murtagh, der mit Zar'roc kampfbereit in der Hand in der Tür stand und ihn verächtlich ansah. Neben ihm stand Dorn und schlich tief knurrend hin und her.
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