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Re: was bedeuten Oldschoolmotive wie Sterne, Schwalben ....
hatedeluxe - 17.07.2005, 18:15was bedeuten Oldschoolmotive wie Sterne, Schwalben ....
°°diesen Artikel postete ich ebenfalls schon einmal in einem anderem forum°°
nautic star:
Sterne die auf den zwei unteren Zacken stehen, bedeuten Standfestigkeit, die eine Zacke, die demnach nach oben (in den Himmel) ragt, steht für die Verbundenheit mit dem gesamten Kosmos. Der Rest ist (für mich zumindest) eigene Interpretationssache. Da der Stern ja Dreidimensional ist, gehen vom Mittelpunkt fünf Striche (also die Unterteilungen der Zacken) nach aussen, wobei der Mittelpunkt mich symbolisiert und die Linien meine Freiheit. Aber das ist alles eigene Interpretationssache. Fakt ist, dieser Stern war ein beliebtes Motiv bei Seefahrern und zählt zu den ältesten westlichen (!) Tätowierungen, genauso wie Schwalben, Rosen, brennende Herzen usw, also die ganzen typischen oOdschool-Motive. Die Seefahrer wollten damals ihren Freiheitsdrang, ihre geliebten Freundinnen (Rosen mit Namensschriftzung) auf ihrer Haut zum Ausdruck bringen. Häufig hatten die Oldschool-Motive auch patriotische Absichten. Natürlich taucht der Stern auch häufig in new-school Motiven auf, aber es ist keinesfalls ne Erfindung von diesem Stil. Ich persönlich betrachte newschool sowieso als eine Comichafte Umänderung und Weiterentwicklung vom Oldschoolstiel. Letztendlich finde ich aber die persönliche Bedeutung wichtiger als die allgemein irgendwo definierte.
schwalben:
Also Liquor- Swallows heißen die Teile vielleicht sein 2-3 Jahren seit sich dieses Motiv auch auf Kleidungsstücken usw. verbreitet hat bzw. diese Tätowierung eine enormen Boom erlebt hat.
In der Tat ist eine nautische Tätowierung, steht für Freiheit (frei wie ein Vogel...) und hat ihre Wurzeln in England, in der englischen Kriegsmarine und der Handelsmarine.
Ein weiterer (angebliche) Sinn des Motives ist dass ein Matrose nach 5000 Seemeilen das Recht erworben hatte die Schwalbe auf der linken Halsseite zu tragen, nach 10 000 Seemielen auf der rechten Seite. Somit war in den Hafenkneipen rund um den Globus sofort klar dass man es nicht mit einer Landratte oder einem Frischling auf See zu tun hatte.
Einmal ist mir zu Ohren gekommen dass die Schwalbe das Erkennungssymbol von homosexuellen Matrosen war. Somit konnte ebenfalls in den Hafenkneipen relativ leicht ein Sexualpartner gefunden werden. Dies kann und will ich aber nicht glauben.
Eigentlich ist es keine typische Rockabilly-Tätowierung sondern war in der Teddyboy-Szene in den 50 -70ern in England ein beliebtes Motiv auf den Handrücken und am Hals. Wohl deshalb da viele Teds damals die Wahl hatten entweder in den Knast oder zum Militär bzw. zur Marine zu gehen. Und die Motivauswahl war natürlich früher um einiges geringer als heutzutage. Durch den Militärdienst kamen viele der Jungs nach Deutschland und durch das Verschmelzen der Tedszene mit der Rockabillyszene wurde die Schwalbe langsam zu einer typischen Rock'n Roll-Tätowierung.
Das heute noch immer geläufige Sprichwort »Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer« findet sich schon bei Aristoteles. Es meint, daß Überschwang oder Glücksgefühle nicht unbedingt von Dauer sind.
Die Schwalbe ist als Zugvogel ein Frühlingsbote, gilt als Glücksbringerin und wird in vielen Ländern als Liebesvogel verstanden. In China bedeutet eine am Haus nistende Schwalbe Erfolg, Kindersegen und Eheglück. In Mitteleuropa bewahrte sie die Hausbewohner vor Blitzeinschlag und Streit.
In der griechischen Mythologie taucht sie aufgrund ihrer Vermehrungslust als der Lieblingsvogel der Liebesgöttin Aphrodite auf. In Albanien war die Schwalbe der Liebesgöttin Prenne geweiht. Die Asche einer brütenden Schwalbe galt als eine Art Aphrodisiakum, Schwalbenblut und ihr Kot sollten schönen Haarwuchs bewirken. Die Nester indischer Seeschwalben gelten heute noch als potenzsteigerndes Nahrungsmittel. Die einzige christliche Bedeutung kommt ihr durch eine Fabel zu, nach der sie mit dem Saft von Schöllkraut ihren Jungen das Augenlicht gab. Darum galt sie als Symbol der Augenöffnung der Verstorbenen beim Jüngsten Gericht.
Schwalben
Singen, fliegen, frei sein - wir haben lediglich einen oder haben vielleicht auch schon mal einen abgeschossen - einen Vogel natürlich
In einem Märchen von Hans Christian Andersen bringt Däumelinchen eine Schwalbe durch den Winter, der es aufgrund einer Flügelverletzung nicht gelungen war, rechtzeitig in den Süden zu ziehen. Ein Jahr später dann wollte es der Zufall, daß die Schwalbe die Gelegenheit hatte, Däumelinchen zu retten: Diese nämlich sollte einen blinden und langweiligen Maulwurf heiraten, der die Sonne und die Wärme haßte und tief unter der Erde wohnte. Die Schwalbe aber nahm das nur daumengroße Wesen mit sich fort in den Süden, wo nicht nur immer die Sonne schien, sondern es auch den König der Blumen traf, der es zur Frau nahm.
Auch Oscar Wilde macht eine Schwalbe in dem Märchen »Der glückliche Prinz« zum Helden. Er erzählt wie eine Schwalbe bei dem mit Gold überzogenen und diamantenbestückten Standbild eines Prinzen zu überwintern versucht. Dieser nämlich erst sah jetzt als Statue das Elend und die Armut vieler Menschen, denen er helfen wollte. Darum schickte er die Schwalbe Nacht für Nacht aus, den besonders armen Menschen die an ihm befestigten Edelsteine und das Gold zu bringen. Das ging so lang, bis der Winter hereinbrach und die Schwalbe, nachdem sie alle Kostbarkeiten von ihm abgepickt hatte, tot zu seinen Füßen zusammenbrach. Über ihren Tod brach ihm das Herz. Als die Stadtherren gewahr wurden, wie schäbig doch ihr einst so prächtiges Standbild daherkam, wollten sie es einschmelzen lassen. Das gebrochene Herz des Prinzen aber schmolz nicht. So warfen sie es auf einen Kehrichthaufen, auf dem auch die tote Schwalbe lag. Gott bat einen Engel die beiden kostbarsten Dinge jener Stadt zu ihm zu bringen, woraufhin der Engel ihm das bleierne, gebrochene Herz und den toten Vogel brachte. Von diesem Tag an singt die Schwalbe in Gottes Paradiesgarten.
Mit Briefen oder Herzen im Schnabel galt die Schwalbe als Überbringerin von Liebesbotschaften. Die Trennung von der Geliebten und die damit verbundene Sehnsucht nach ihr wurde mit einer tätowierten Schwalbe ausgedrückt
Die Schwalbe ist ein ausdauernder Schnellflieger, nahezu immer in der Luft. Sogar ihre Nahrung nimmt sie während ihres Fluges ein. Ähnlich wie der Frosch im Glas zeigt sie uns wie das Wetter werden wird: Fliegen die Schwalben hoch, bleibt das Wetter schön, fliegen sie tief, wird es regnen. Und das heute noch immer geläufige Sprichwort »Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer« findet sich schon bei Aristoteles. Es meint, daß Überschwang oder Glücksgefühle nicht unbedingt von Dauer sind.
Die Schwalbe ist als Zugvogel ein Frühlingsbote, gilt als Glücksbringerin und wird in vielen Ländern als Liebesvogel verstanden. In China bedeutet eine am Haus nistende Schwalbe Erfolg, Kindersegen und Eheglück. In Mitteleuropa bewahrte sie die Hausbewohner vor Blitzeinschlag und Streit.
In der griechischen Mythologie taucht sie aufgrund ihrer Vermehrungslust als der Lieblingsvogel der Liebesgöttin Aphro-dite auf. In Albanien war die Schwalbe der Liebesgöttin Prenne geweiht. Die Asche einer brütenden Schwalbe galt als eine Art Aphrodisiakum, Schwalbenblut und ihr Kot sollten schönen Haarwuchs bewirken. Die Nester indischer Seeschwalben gelten heute noch als potenzsteigerndes Nahrungsmittel. Die einzige christliche Bedeutung kommt ihr durch eine Fabel zu, nach der sie mit dem Saft von Schöllkraut ihren Jungen das Augenlicht gab. Darum galt sie als Symbol der Augenöffnung der Verstorbenen beim Jüngsten Gericht.
In der Tätowierung hat die Schwalbe Tradition. Besonders unter Seefahrern war dieses Motiv beliebt. Mit Briefen oder Herzen im Schnabel galt die Schwalbe als Überbringerin von Liebesbotschaften. Die Trennung von der Geliebten und die damit verbundene Sehnsucht nach ihr wurde mit einer tätowierten Schwalbe ausgedrückt. Sie ist ein Liebesbekenntnis und Lebenszeichen zugleich, und meint auch: »Warte auf mich, ich komme zu dir zurück.« Als Old-School-Motiv ist die Darstellungsform einer Schwalbe dementsprechend vereinheitlicht worden. Sie erscheint nicht als realistisches Tierporträt, sondern in stilisierter Form: Sie wird fliegend, oft paarweise und fast immer in rot, blau und gelb tätowiert. Manchesmal wird ihr Köpfchen von einer Krone geziert oder über diesem schwebt ein goldener Ring. Einerseits steht dieser Ring gleich einem Heiligenschein für das engelhafte Wesen dieses Vogels, er kann aber auch als Verlobungsversprechen verstanden werden. Die Rockabillies machten aus der Schwalbe ein begehrtes New-School-Motiv, das sich bis heute neben Herzen, 8balls und Pin-ups behauptet hat.
Etwas mystischer betrachtet verkörpert die Schwalbe aber auch das Bedürfnis des Menschen der Kälte der Welt zu entfliehen und die Wärme zu suchen, genau so wie es die Schwalbe macht, wenn der Winter naht. In gewisser Weise symbolisiert sie so das Entfernen vom Irdischen, um das Himmlische zu finden - die persönliche Freiheit.
Tattoo-Klassiker
In der Tätowierung hat die Schwalbe Tradition. Besonders unter Seefahrern war dieses Motiv beliebt. Mit Briefen oder Herzen im Schnabel galt die Schwalbe als Überbringerin von Liebesbotschaften. Die Trennung von der Geliebten und die damit verbundene Sehnsucht nach ihr wurde mit einer tätowierten Schwalbe ausgedrückt. Sie ist ein Liebesbekenntnis und Lebenszeichen zugleich, und meint auch: »Warte auf mich, ich komme zu dir zurück.« Als Old-School-Motiv ist die Darstellungsform einer Schwalbe dementsprechend vereinheitlicht worden. Sie erscheint nicht als realistisches Tierporträt, sondern in stilisierter Form: Sie wird fliegend, oft paarweise und fast immer in rot, blau und gelb tätowiert. Manchesmal wird ihr Köpfchen von einer Krone geziert oder über diesem schwebt ein goldener Ring. Einerseits steht dieser Ring gleich einem Heiligenschein für das engelhafte Wesen dieses Vogels, er kann aber auch als Verlobungsversprechen verstanden werden. Die Rockabillies machten aus der Schwalbe ein begehrtes New-School-Motiv, das sich bis heute neben Herzen, 8balls und Pin-ups behauptet hat.
Etwas mystischer betrachtet verkörpert die Schwalbe aber auch das Bedürfnis des Menschen der Kälte der Welt zu entfliehen und die Wärme zu suchen, genau so wie es die Schwalbe macht, wenn der Winter naht. In gewisser Weise symbolisiert sie so das Entfernen vom Irdischen, um das Himmlische zu finden - die persönliche Freiheit.
oder habt ihr einwände dagegen?
spinnennetze in form des knasttattoos würde mich nochmal interssieren..hab aber da nicht umwerfend viel drüber zu schreiben...
meine infos darüber
Das Spinnennetz
ist eine klassische Tätowierung die man sich im Knast tätowieren lassen hat.
Wenn ich richtig informiert bin, wurde für jeden Monat den man dort verbringen durfte, eine Speiche des Netzes tätowiert.
Beliebte Stelle war der Ellenbogen.
Wenn allerdings eine Spinne zusätzlich tätowiert worden ist, so bedeutete dieses *Lebenslänglich* die Spinne als Symbol der nie wiederkehrenden Freiheit...Quasi gefangen im Netz...
Wenn ihr andere Infos darüber habt...bittööö hier rinne...
Old School & New School
Tattoos im Stile des 20. Jahrhunderts... ok, ok, das sind viele, gemeint aber sind die aus der Periode 1920-1960.
Denke dabei an Herzchen mit Namen, Pin-Up Girls, die berühmte Schwalbe mit Briefchen, usw. Die Konturen oder Outlines sind im deutlichen Schwarz gestochen und die restlichen Farben sind sehr kräftig (viel rot, grün und blau).
Old School, auch Oldstyle genannt ist der wiederkehrende Stil der Großväter der Tätowierkunst. Fette Outlines, kräftige Farben und traditionelle Motive. Brennende Herzen und Herz mit Dolch und Schlange seien als Beispiel genannt.
Eines der ersten Bilder einer Tattoomaschine, das von der realistischen Darstellung abwich und sich in Richtung Graffitti/New School orientierte, stach Felix Leu Ende der 80er Jahre auf den Arm des Tätowierers Jørgen Christiansen.
Seefahrermotive
Anker, Schiffe mit geblähten Segeln, »Glaube, Liebe, Hoffnung«, das Herz; die klassischen Seemannsmotive sind nach wie vor beliebte Vorlagen für Tätowierungen. Herbert Hoffmann berichtet über Historisches, Seefahrerromantik und den Hintergrund der Seemannsmotive.
Während im Abendland die Inquisition Furcht, Angst und Schrecken auslöste, die Tätowierung als heidnischer Kult verboten und verfolgt wurde und die naturheilkundigen Kräutersammlerinnen als Hexen auf den Scheiterhaufen kamen, brachen mutige Seefahrer wie Magellan, da Gama, Vespucci, Columbus und Cook mit ihren Korvetten oder Gallonen, den Segelschiffen des späten Mittelalters, zu neuen Ufern auf.
Vasco da Gama umsegelte das Kap der Guten Hoffnung und erkundete die Route nach Indien. Fernando de Magellan fand den Seeweg ums Kap Hoorn bis hin zu den Philippinen; Christoph Kolumbus und Amerigo Vespucci entdeckten die Neue Welt, James Cook erforschte die Ostküste Australiens, durchquerte jahrelang den Pazifik und entdeckte viele Inselgruppen in der Südsee. Sie fuhren im Dienste ihrer Länder Spanien, Portugal und Groß-Britannien, um ferne Länder zu erkunden, Handelswege zu erschließen, und über fremde Völker zu erfahren.
Zur Bedienung der Takelage wurden viele Hände gebraucht, und die Mannschaft eines jeden Schiffes bestand oft aus hundert Seeleuten. Wochen- und monatelang sahen sie bis zum Horizont nur Wasser.
Monatelange Entbehrung
wurde mit dem Paradies belohnt!
Wenn Land in Sicht kam, dann war die Freude riesengroß und Landgang war der Höhepunkt. Fremde Länder, ferne Inseln, andere und tätowierte Menschen, namentlich in der Südsee. Für die damals fast rechtlosen Seemänner waren diese herrlichen Inseln ein wahres Paradies und die Menschen dort lebten paradiesisch; ihre Tätowierungen rundeten diese Vorstellung von Friede, Freude und Freiheit ab – und sie ließen sich nun auch von den Heiligen dieser Völker tätowieren.
In seinem Bericht »Reise um die Welt« beschrieb der Kapitän Adam Johann von Krusenstern mit besonderer Ausführlichkeit den Tätowierbrauch auf den Marquesa-Inseln: »Um 4 Uhr nachmittags kam der König mit seinem Gefolge an Bord. Sein Name war Tapega Kettenowee. Er war er sehr starker, wohlgebildeter Mann von etwa 40 bis 45 Jahren. Er war völlig nackt und sein Körper war von dunkler, fast schwarzer Farbe, ganz tätowiert, sogar bis zu den Stellen seines Kopfes, von welchem man das Haar abgeschnitten hatte.
Sobald die Nukahiwer die Jahre der Mannbarkeit erreicht haben, tätowieren sie ihren ganzen Körper. Gewöhnlich nimmt man schwarze Farbe dazu, welche sich nachher in schwarzblaue verwandelt. Nirgends hat man wohl diese Kunst auf einem so hohen Grad von Vollkommenheit gebracht, wie auf diesen Inseln. Es ist eigentlich eine Malerei verschiedener Figuren auf dem Körper. Der König, der Vater des Königs und der Hohepriester waren die einzigen fast ganz schwarz Tätowierten, bei denen man keinen Teil der Körper finden konnte, der nicht in dieser Art geziert wäre. Auch das Gesicht, die Augen und ein Teil des Kopfes waren tätowiert.«
Eine Palme zur Erinnerung!
Diese Tätowierungen waren das einzige, was die europäischen Seeleute aus diesem Paradies behalten und auch mitnehmen konnten. Sie waren die ganz wenigen Glücklichen, die dies Paradies nicht nur gesehen und erlebt hatten, sondern im Paradies gewesen waren. Und das konnten sie zu Hause mit diesen Hautbildern beweisen. Einige haben den Tätowiervorgang aufmerksam verfolgt, so daß sie später – wieder auf Großer Fahrt – ihre Kameraden tätowieren konnten. Oft kamen die Segler in eine Flaute, und an Bord gab es nichts anderes zu tun, als abzuwarten. Aus der Not wurde die Tugend gemacht: man tätowierte sich. So tätowiert kehrten sie in die Heimat zurück und verbreiteten diesen alten und wieder entdeckten Brauch des Tätowierens zuerst und sehr nachhaltig in den Hafenstädten, den die Schauerleute und Hafenarbeiter als erste eifrig übernahmen.
»Glaube, Liebe, Hoffnung«
Anker, Kreuz und
flammend Herz –
Glaube, Liebe, Hoffnung
Unter den Fahrensmännern hieß es alsbald: ein Seemann muß nicht stark, aber stark tätowiert sein! Für sie als Abenteurer war es ein Ehrenkodex tätowiert zu sein, und manche »Landratte«, die sich auch Tätowierungen wünschte, heuerte als Moses (Schiffsjunge) an und kehrte als tätowierter Vollmatrose stolz und selbstbewußt zurück. Zumeist waren es die Schiffszimmerer und Segelmacher, die an Bord ihre Kameraden tätowierten, und sie malten Motive für den Seemann. Eines dieser ersten und auch heute noch beliebten Motive war »Glaube, Liebe, Hoffnung«. Die Fahrensleute des ausgehenden Mittelalters standen täglich im Kampf mit den Naturgewalten der See und wußten, daß sie nur ein Spielball des Schicksals waren. In ihrer Hilflosigkeit vertrauten sie auf die Hilfe Gottes, flehten um seinen Beistand in der Not und glaubten an ihn, was mit dem Kreuz bezeugt wurde. Natürlich war ihnen auch die fehlende Liebe sehr bedeutsam, die durch das Herz versinnbildlicht wird. Der Anker ist das Sinnbild der Hoffnung, und jeder hoffte doch, daß er die Gefahren übersteht und die Heimat wieder sieht.
Das Seemanngrab
»Last Trip«
Aber die stürmische See ist gewaltig und oft todbringend. Wie viele brave junge Fahrensleute hat Freund Hein sich geholt; auf einem Seemannsgrab da blühen keine Rosen! Als Amulett soll dem Jan Maat ein tätowiertes Seemannsgrab das nötige Glück bringen. Wenn er sich das Seemannsgrab in die Haut stechen lässt, dann kann er nicht untergehen! Und so hat ein Segelmacher oder ein Schiffszimmerer ein Seemannsgrab in vielen Variationen gezeichnet als Tätowiervorlage: ein untergehendes Schiff und einen Rettungsring. Als schmückendes Beiwerk fügten die verschiedenen Tätowierer Gewitterwolken, eine aufgehende Sonne, ein Kreuz und einen Engel hinzu.
Seemannsromatik
Neue Zeiten: Das
Dampfschiff hat
das Segelschiff ersetzt!
Heute durchpflügen Containerschiffe und Riesentanker die Meere, laufen abends beilspielsweise in den Hamburger Hafen ein, werden am Container-Terminal oder im Petroleumhafen festgemacht. Das Löschen der Fracht und das Laden geschieht in wenigen Nachtstunden. Alles muß schnell gehen, denn die Liegegebühren sind sehr hoch. Für den Mann an Bord bleibt keine Zeit für einen Landgang; St. Pauli und die Reeperbahn bleiben sein Wunschtraum. Sein Leben heute ist ähnlich dem eines Fabrikarbeiters. Seemannsromantik gibt es heute nur noch in Büchern oder in den Erinnerungen alter Fahrensleute.
Sie sind noch bzw. schon auf Dampfschiffen gefahren als es dort noch behäbiger und gemütlicher einher ging und es noch Urlaub bis zum Wecken gab. Da konnten sie noch – wie einst Hans Albers im Film »Große Freiheit Nr. 7« einen Reeperbahnbummel machen. Und wenn sie in »Karl Finkes Tätowieranstalt« in der Kleinen Marienstraße in Altona oder zu Krischan Warlich in seine Hafenarbeiterkneipe in der Kieler Str. 44 auf St. Pauli eintraten, dann ließen sie sich natürlich tätowieren, doch kaum ein Dampfschiff, sondern eine stolze Dreimastbark auf den Arm oder eines der Fünfmast-Vollschiffe mit den Namen Padua, Pamir, Passat, Preussen, Pommern oder Potosi der Reederei Laisz auf ihre breite Seemannsbrust. Die Schiffe wurden immer zusammen mit den Küstenvögeln, den Möwen dargestellt, um eine gute Heimkehr anzuzeigen.
Am Beispiel des Segelschiffes erkennt man, wie sehr der Brauch des Tätowierens mit der Tradition verhaftet ist. Ich habe noch niemanden kennen gelernt, der sich ein Containerschiff hat tätowieren lassen. In wohl allen Menschen schwingt ein Stück Nostalgie mit, vielleicht auch das Wunschdenken, sich in die Welt der Seefahrtsromantik zu versetzen, was mit althergebrachten Seemannsmotiven ihren Ausdruck in der Tätowierung findet .
Heilige Herzen
Vielleicht haben sich schon einige von euch gefragt, woher die "heiligen Herzen" kommen und was sie zu bedeuten haben!Wir sind der Sache mal auf den Grund gegangen und haben einfach einen Fachmann zu rate gezogen, nämlich einen Pfarrer. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Matthias Kleis!
Die von Ihnen angesprochenen Bilder stammen aus der Romantik.
Vor etwa 150 Jahren wurde in der katholischen Kirche das Herz-Jesu Fest eingeführt. Das Herz steht für Liebe, so wie es dem damaligen Zeitgeist entsprach, aber auch heute ist diese Symbolik ja noch nicht verschwunden. Der Schein ums Herz stellt die Göttlichkeit dar.
Dornenkrone und Schwert stellen das Leid dar, das durch die Folterung Jesu entstanden ist, sozusagen das leidende Herz. Interessanterweise hat das rosenumschlungene Herz das gleiche Thema; es ist eine Umsetzung des Liedes: Maria durch ein Dornwald ging! Suchen Sie sich mal diesen Text, da werden Sie die Verwandlung von Dornen in Rosen finden.
Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken
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