Geschichte Winfried

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    Re: Geschichte Winfried

    winfried_manke - Mi, 22.06, 15:36

    Geschichte Winfried
    Begonnen hatte es Ende 2004 mit einem geschwollenen Lymphknoten ma Hals. An Weihnachten etwa haselnußgroß, Ende Januar ca . 10x6cm und deutlich nach aussen gewölbt. Da ich zu der Zeit beruflich viel unterwegs war hatte ich den Arzttermin viel zu lange vor mir hergeschoben.
    Am Rosenmontag kam dann die Ernüchterung. Der Internist stellte sofort die Diagnose Lymphom (99%) und schickte mich in die Uni klinik Heidelberg. Dort wurde ein hochmalignes B-NH Lymphom Stadium IIA diagnostiziert. Behandelt wurde mit 6 Zyklen R-CHOEP 21 (klassische Chemotherapie mit Rituximab) ambulant im Krankenhaus an meinem Wohnort. Das Zwischenstaging nach 3 Zyklen zeigte, dass das NHL komplett weg war und auch keine Streuung auf andere Organe incl.gehirn stattgefunden hat.
    Seit 20.06.05 ist die CT beendet, körperlich habe ich ziemlich abgebaut, die größeren Probleme stellt aber die Psyche dar (Konzentrationsstörungen, extreme Stimmungsschwankungen etc.).



    Re: Geschichte Winfried

    Bonny - Fr, 24.06, 11:21


    Hallo Winfried,

    ertst mal finde ich es schön,das du in dieses Forum gekommen bist,auch wenn hier noch nicht so viel "los" ist :wink:

    Zu deiner Geschichte:

    Bist du noch krank geschrieben?Wenn ja:hast du denn wieder vor arbeiten zu gehen?Ich beziehe das mal auf den Satz,wo du geschrieben hast,das du beruflich sehr eingespannt warst.
    Warum leidet denn deine Psyche so?Hat es mit Veränderungen in deinem Leben bezüglich der Krankheit zu tun?
    Nach meiner Entlassung,war ich auch erst mal "am Boden zerstört",ich habe gehört,das geht vielen so,nach der Therapie.Wurde bei dir eigentlich auch bestrahlt?
    Ich bin psychisch wieder richtig "sattelfest" ...ich versuche das Leben nur noch von der schönen Seite zu nehmen,das hilft sehr.Nicht so weit in die Zukunft zu schauen (und schon gar nicht an das Erlebte zu denken),sondern mehr den Augenblick zu genießen.Viel lachen und die Sonne zu genießen.
    Na,vielleicht helfen dir ja ein paar meiner kleinen Tipps :wink:

    Liebe Grüße
    Bonny



    Re: Geschichte Winfried

    winfried_manke - Fr, 24.06, 15:20

    Antwort
    Hallo Bony,
    zuerst mal die besten Wünsche für Dein Forum und eine aufmunternden Worte.
    Zu den Fragen:
    Seit der Diagnose bin ich krank geschrieben. Ich arbeite zwar von Hause noch etwas mit, soweit sich das über Telefon, e-mail und PC abwickeln läßt. Während der Chemo Anwendungen habe ich mich etwas zurückgehalten, dafür an anderen Tagen mehr oder minder business as usual gemacht. Bei mir ist das mit der Abeit nicht so einfach, da ich ca 2 Autostunden von meinem Arbeitsstelle entfernt wohne und normalerweise Wochenendpendler bin. Voll im Job zu stehen hätte ich wahrscheinlich auch nicht ausgehalten, da ich massive Probleme mit der Konzentration habe und mir vor allem jegliche Geduld fehlt. Das wurde im Laufe der Chemo immer intensiver und schlechter.
    Mittlerweile bin ich ja mit der Chemo durch und nächste Woche gehen die 4 Wochen REHA los.
    Ich bin fest entschlosen danach wieder voll arbeiten gehen zu können, vielleicht mit einer Eingewöhnungsphase o.ä.
    Die psyschische Belastung für mich hat mehrere Komponenten:
    -Fehlender (positiver) Stress durch die Arbeit
    -Mangelnde sportliche Aktivitäten
    -Angst wenn auch unbewußt, dass dieses NHL erst der Auftchakt einer größeren Angelegenheit ist mit der Aussicht auf ein kurzes Restleben
    - Belastung für meine Familie
    - Ausgrenzung durch sog. Bekannte/Freunde
    - Fehlendes Geld
    -Unendlich viel aber schlecht nutzbare Freizeit
    usw.
    Bei mir soll übrigens nicht bestrahlt werden, was bedeutet, dass ich Anfang August die Endstaging Untersuchungen werde machen lassen und damit erst mal alles erledigt ist!???
    Woran ich mich momentan etwas aufrichte sind die Aussagen von mehreren Ärzten, die übereinstimmend gesagt haben, dass meine NHL Form von allen Krebsarten mit die beste Prognose, die es bei allen Krebsarten gibt. Auch geht es langsam körperlich wieder aufwärts, ich kann mittlerweile auch schon wieder kleinere Radtouren oder Wanderungen (ohne größere Steigungen allerdings) unternehmen.



    Re: Geschichte Winfried

    Anonymous - Sa, 25.06, 10:56


    Hallo Winfried,

    ja genau und an diesem vorletzten geschriebenen Satz von dir,da musst du ganz doll dran festhalten.Denke an die guten Prognosen und denke daran,das du vor ein paar Jahren das Ganze bis zu dem Punkt,an dem du jetzt bist,gar nicht geschafft hättest.Du lebst jetzt und jeden Tag ist es möglich,das der "Durchbruch" in der medizinischen Forschung statt findet.Dann schlägst du eines Tages die Zeitung auf und liest,das NHL der Vergangenheit angehört,oder eben eine der anderen vielen Krebsarten!

    Es ist wirklich wichtig den Moment zu genießen.Beispiel:Du liest ein gutes Buch,bist voll konzentriert.Auf einmal beginnt ein Kind nervenraubend zu schreien.Dann sage dir,das du dieses nur hören kannst,weil du lebst und es ja auch gleich wieder vorbei ist.Sicher kann man da den Moment nicht genießen,aber man kann sich bewußt machen,das man lebt,weil man es wollte und dafür gekämpft hat!

    Das du dich wieder darauf vorbereitest zu arbeiten finde ich sehr gut.Wenn man zu Hause seine Zeit schlecht nutzen kann,sich fit fühlt und meint,der Sache gewachsen zu sein ist es in Ordnung.Nichts ist schlimmer als sich zu langweilen und ins Grübeln zu verfallen...dann kommen nämlich diese negativen Gedanken.Mein Tag ist so gestaltet,das sich Freizeit und Arbeit die Waage halten.Ich bin jetzt 1,5 Jahre krank geschrieben und fange Montag an ein paar Stunden zu arbeiten an.Ich schaffe meine andere Arbeit von zu Hause aus dann trotzdem noch und bin nicht immer "greifbar" für die Wünsche meiner Kinder,die habe ich ja nun schon genug verwöhnt in der letzten Zeit :37001

    Über deinen Freundeskreis hast du ja durch die Krankheit nun Zeit genug zum Nachdenken gehabt,das Thema hatten wir ja gerade bei Sigi.Da musst du gut sortieren WER dir WAS Wert ist.Ich habe Freunde verloren und neue gewonnen und lasse nicht mehr jeden so schnell in mein Herz :41533
    Während meiner Zeit im KH haben mich längst nicht alle Freunde besucht,jetzt kommen sie wieder an und wollen mit mir was unternehmen.Ich komme mir da so vor:"Ach du siehst ja gut erholt aus...nun kann man sich ja wieder mit dir blicken lassen." :37176
    Nein Danke!Sage ich da nur!

    Ich wünsche dir alles Gute für die REHA!Mit dem Abstand von zu Hause,kannst du alles nochmal gut sortieren.Mach dir eine Liste,was dir wichtig ist,was nicht (wenn auch nur gedanklich).Du spielst in deinem Leben die Hauptrolle und bist dein eigener Regieseur!Stress ist gut,aber die Freizeit darf nicht zu kurz kommen.Ich glaube es ist wichtig,das man die positiven Erfahrungen durch die Krankheit mit in sein Leben einbaut,auch wenn man auf die Krankheit natürlich lieber verzichtet hätte.Sieh es einfach als "Etwas" was dir das Leben sagen wollte....vielleicht eine Grenze (bis hierher und nicht weiter,hat dein Körper vielleicht gerufen,ohne das du es rechtzeitig bemerkt hast).Dem entsprechend kannst du jetzt dein Leben neu ordnen und danach leben.

    Liebe Grüße
    Bonny



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